BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200619. März 2016 · #101
BerLin schrieb:
... ich weiß ja nicht, wie es bei den namibischen Exemplaren ist, aber es gibt Vertreter der Tausend-/Hundertfüßer, die übel giftig und auch aggressiv sind. Wenn man gebissen wird, kann einen das auch einige Tage arge Probleme oder gar Krankenhausaufenthalt bescheren. Aggressiv war dieses Exemplar ja wenigstens schon mal nicht. 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #102
Bei dem Tausendfüßler handelt es sich um folgende Art: https://de.wikipedia.org/wiki/Archispirostreptus_gigas Die ist relativ harmlos. Er versprüht zwar ein Sekret, aber dieses ist nur dann für den Menschen schädlich, wenn es in den Mund oder in die Augen gelangt. Anna hat diese netten Tierchen wohl tausendmal in die Hände genommen.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200619. März 2016 · #103
... da habt ihr ja wenigstens gewusst, was ihr da tut. Nicht bei jedem ist das so ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #104
Am nächsten Tag brachen wir mit reparierter Kamera Richtung Waterberg Plateau auf. Den Weg bis zur Abzweigung nach Waterberg hatten wir relativ problemlos geschafft. Unterwegs beobachteten wir verschiedene Insekten, z. B. große schwarzgelbe Halbkäfer-Halbschmetterlinge (weiß jemand zufällig, wie die heißen?) - upd. - wohl ist das Ölkäfer Meloidae oculata oder Mylabris oculata, danke Mellie! Mistkäfer, die mit Erdkügelchen Fußball spielten
Anton fand außerdem einen interessanten Baumzweig mit tomatenähnlichen Früchten:
Dann liefen wir eine zeitlang die unasphaltierte Straße entlang, bis uns ein Mitarbeiter des Nationalparks bis zum Eintrittsbereich mitgenommen hat. Blick auf Waterberg Onkel Freud lässt grüßen und verschiedene Schmetterlinge:
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #105
Der Weg zum Viewpoint lag über furchtbaren Hiking Trail. Anderthalb bis zwei Stunden kletterten wir in den Steinen. Anna war sehr froh - sie klettert wie ein Steinbock und fühlt sich in der Natur wie Fisch im Wasser. Ich dagegen fühle mich abseits gerader asphaltierter Straßen wie Fisch in der Erde und vergesse, wie man eigentlich Beine und Füße richtig verwendet. Unterwegs konnten wir aber ein Schlieferpaar beobachten. Die Tiere hatten vor uns überhaupt keine Angst und waren soooo süß!
Die rote Samtzecke war auch ganz nett:
sowie die großen Mistkäfer (?). Die können übrigens fliegen und wenn sie das tun, glaubt man, es sei mindestens ein Elephant in der Luft unterwegs:
Die Heuschrecke war auch fantastisch:
Nach anderthalb Stunden hatten wir unser Ziel erreicht:
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #106
Meine Reisepartner wollten aber noch eine kleine Wanderung auf einem Hiking Trail machen, und nach kurzem Zögern bin ich auch mitgekommen (obwohl mir wie gesagt das Klettern in den Steinen gar nicht liegt). Die Landschaft auf unserem Weg bestand überwiegend aus roten Steinen.
Eine Gottesanbeterin sahen wir auch und haben sie gebeten, für uns zu beten: Sie hat uns aber wohl nicht richtig verstanden oder nicht richtig gebetet (upd - kein Wunder, es war doch keine Gottesanbeterin, sondern eine Gespenstschrecke!) - anstatt der geplanten 1 Stunde dauerte unser Spaziergang 2,5 Stunden und am Ende waren wir absolut erschöpft und genervt. Als wir uns auf den Rückweg machen wollten, hat es auch noch angefangen zu regnen. Der Regen dauerte aber nicht lange, und nach ca. einer halben Stunde erreichten wir die unasphaltierte Straße, die wiederum zur asphaltierten Straße Richtung Otjiwarongo führte. Bis zu der asphaltierten Straße waren es ca. 20 km. Wir setzten uns am Straßenrand, aßen unsere Äpfel und Eier, die wir mitgenommen hatten, und warteten auf ein Auto. In einer halben Stunde sahen wir aber kein einziges Auto. Wir fanden am Straßenrand außerdem wohlriechende kleine Wassermelonen, die aber sehr bitter schmeckten: Eigentlich heißen diese "Wassermelonen" Colocynthis, oder Bittergurke.
Nach ca. 40 Minuten beschlossen wir, zu Fuss zu gehen und unterwegs zu trampen, wenn denn jemand vorbeifährt. Am Ende sind wir dann 18 Kilometer gelaufen und nur die letzten 2 km in einem Pickup mitgefahren. Es waren bis dahin einfach keine Autos da! Als wir dann gegen 20.30 an der Straße Richtung Otjiwarongo landeten und aus dem Pickup ausstiegen, sahen wir ein Auto in unsere Richtung. Es hielt an, darin saß ein schwarzer Mann. Wir sahen, dass er nur Platz am Vordersitz hatte. "No, no, its ok, we can squeeze, sagte er. But i had some beers, is it ok for you???" Natürlich war das für uns OK. Wir hatten uns schon darauf eingestellt, dass wir in dieser Nacht noch weitere 30 km Richtung Otjiwarongo zu Fuss laufen müssen! Also setzte sich Anna neben dem Fahrer, Schaltknüppel zwischen ihren Beinen, Anton setzte sich neben Anna und ich auf Antons Knie 🙂 Der Fahrer fuhr aber sehr vorsichtig und bremste sogar, als eine Familie südafrikanischer Füchse über die Straße lief. Um 22.30 waren wir bereits bei Monique. Sie hat sich inzwischen schon Sorgen gemacht - wir waren ständig am Laufen und ich hatte gar keine freie Minute, um sie anzurufen... Eine Schande natürlich.
Mellie1248 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #107
Hallo Lina, Der schwarz-gelbe Kaefer auf einem Deiner Bilder duerfte ein African Blister Beetle sein.
LG, Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika
2009: Botswana und Sued Afrika
2012: Sued Afrika (KTP)
2014: Marokko
2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201520. März 2016 · #108
Mellie, ja, danke - Meloideae oculata oder Mylabris oculata! Ähnliche Käfer (Ölkäfer) sah ich oft in der Ukraine, ich habe sie intuitiv richtig als etwas giftiges eingeordnet und deswegen nicht auf die Idee gekommen, die zu berühren. Und unsere Gottesanbeterin war eher eine Gespenstschrecke, kein Wunder, dass sie nicht richtig beten konnte!
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201520. März 2016 · #109
Am nächsten Tag brachen wir auf Richtung Ongwediwa. Monique war so lieb, uns zu unserer Hitchhiking-Position zu bringen, und wir kamen ziemlich gut vorwärts. An diesem Tag überquerten wir die rote Linie, hinter der nur die schwarze Bevölkerung anzutreffen ist. So waren auch unsere Fahrer an diesem Tag überwiegend schwarz. Unter ihnen war ein recht intelligentes Ehepaar mit Kind: während Anton und ich hinten im Pickup saßen, saß Anna neben dem Fahrer und unterhielt sich mit ihm ausgiebig über Apartheid in Afrika, russische Seele und vieles andere. Der Fahrer erzählte unter anderem, in der Zeit des Apartheids durften Schwarze nur schwarzes Brot und Weiße nur weißes Brot essen. Keine Ahnung, ob das stimmt - schließlich ist schwarzes Brot in Namibia teurer und die Schwarzen leben meistens ärmer (upd., danke Mellie - ist anscheinend wahr: http://pmulonge.blogspot.de/2009/11/bread-post-still-needs-work.html)... Anschließend schenkte Anna dieser Familie ein paar von ihren selbstgemachten Magneten mit den Bildern aus dem verschneiten Russland. "Also sind die Bilder mit dem komischen weißen Pulver, die wir in den Medien sehen, wirklich war?" fragte der Fahrer. Ganz besonders beeindruckt war er aber natürlich von den Gegenden im Norden Russlands, die nur im Winter befahrbar sind, wenn die Flüsse, Seen und Sümpfe einfrieren... ich habe einen Teil des Gesprächs aufgenommen - hörbar aber leider nur gegen Ende...
Schon gegen 4 Uhr erreichten wir Ongwediwa. Dort warteten auf uns Brendon, der als Peace Corps-Volonteur arbeitet, und seine Mitbewohner. Sie wohnen alle im Universitätscampus. Sein Mitbewohner kommt aus Nigeria, dessen Freundin aus Namibia; Brendons Freundin ist auch aus Namibia. Alle außer Brendon in der WG sind schwarz. Apartheid ade!
Am Abend des nächsten Tages machten wir einen Spaziergang in der Nähe von Campus. Auch hier gibt es Zäune, nur sind die um vieles brutaler als in Otjiwarongo oder Walvis Bay: Das ist wohl eine Toilette mit Antenne zum Fernsehgucken: Schwein gehabt? Und traditioneller Sonnenuntergang: Außerdem haben wir zwei Eulen gesehen, aber leider nicht fotografiert 🙂
Mellie1248 Beiträge · seit 201520. März 2016 · #110
Hallo Lina, Die Geschichte mit dem Brot hat mich interessiert und ich habe mal das Internet zu dem Thema bemueht. In diesem Blog Artikel wird auch darauf Bezug genommen:
2006: Botswana und Sued Afrika
2009: Botswana und Sued Afrika
2012: Sued Afrika (KTP)
2014: Marokko
2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201520. März 2016 · #111
Nach einem Tag in Ongwediwa ging es in den exotischsten Ort auf unserer Route überhaupt - Opuwo. Später erfuhren wir, das "Opuwo" soviel wie "Ende von allem" bedeutet, eigentlich "Aus". Es gibt also aus semantischer Sicht ein Aus im Süden und eins im Norden (ich verrate schon jetzt, wir haben beide besucht). Trampen hat uns auf dieser Strecke gar nicht gefallen - es waren von drei Fahrern zwei potenzielle Möchtegelder dabei, einer davon entpuppte sich sogar als ideologischer Hitchhiking-Gegner. Anton saß mit ihm in der Kabine und versuchte, ihn über das Wesen des freien Reisens aufzuklären. Als ihm klar wurde, dass Tramper Leute sind, die nicht für Lifts zahlen, ärgerte sich der Fahrer und fragte Anton nach seiner Religion. Als Anton sagte, er sei Moslem (das stimmt zum Teil - Anton hat 2,5 Jahre in Iran studiert und praktizierte die Religion in dieser Zeit tatsächlich), hat ihm der Fahrer folgende drei Optionen vorgeschlagen: a) zahlen soviel er kann b) Allah anzubeten, damit dieser für uns zahlt c) (hab ich vergessen) Einer von den drei Fahrern war jedoch sehr nett, er war Soldat und hatte militärisches Training bei der russischen Armee. Anton schenkte ihm als Souvenir die Schulterklappen der sowjetischen Armee: Nördlich von Ongwediwa sahen wir viele Museen of Drink and Drive - Flächen unter dem freien Himmel, wo sich ganz viele Überreste von verunglückten Autos befinden... ich habe leider keine davon fotografiert. Hier ist jedoch die Werbung einer Autoreparaturstätte, die sehr deutlich für sich spricht:
Nach Opuwo kamen wir im Pickup, wo neben uns auch die Vertreter des Stammes Themba (danke, Gerd1942!) saßen - Frauen mit nackter Brust und Kinder mit Glasperlen in den Haaren...
swisschees1'715 Beiträge · seit 200621. März 2016 · #112
Ich war in den 70er nie in Namibia aber 2 Jahre in Südafrika. Dort habe kann ich mich nicht erinnern dass Schwarze weisses Brot gegessen haben. Ob es braunes resp. Vollkornbrot gab ist mir nicht bewusst.
Ein Nachfrage in einem Overlander Forum mit vielen Mitglieder aus dem südlichen Afrika bekam ich folgende Antworten: 1. "That is absolute nonsense."
2. "I don't think it was due to blacks only being allowed to eat brown bread, it was more due to the fact that brown bread was cheaper than white bread so it was more commonly eaten by the poor."
Viele jünger schwarze Südafrikaner wissen aus meiner eigenen Erfahrung gar nicht, wie es in der Apartheid-Zeit war. Vielleicht sprechen die älteren Semester nicht gern darüber, oder die jungen wollen nichts davon hören. Etwa wie in Deutschland die Weltkriege.
Übrigens essen die meisten Schwarzen in Simbabwe weisses Brot und dort gab es keine Apartheid-Gesetze.
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200821. März 2016 · #113
Guten Tag, Lina,
An.........................., hinter der nur die schwarze Bevölkerung anzutreffen ist.
bitte, nicht so verallgemeinern. Ich kenne eine Menge weiße Namibianer bzw. Residents, die dort leben. Und zwar nicht nur Lodgebetreiber oder ähnliche "reiche" Leute. Richtig ist, dass dort die meisten Einwohner Namibias leben und da ist die Mehrheit nun einmal nicht weiß. Außerdem leben sehr viele Bürger der schwarzen Bewohner noch in traditionellen Dörfern. Das fällt natürlich auf und so entsteht bei einem ersten Besuch leicht ein falscher Eindruck.
Übrigens - die rote Linie ist der Veterinärzaun. Südlich dieses Zaunes ist die Maul- und Klauenseuche so gut wie ausgerottet. Deshalb darf das Fleisch der Rinder südlich des Zaunes auch in die EU-Staaten exportiert werden, während Tiere, die nördlich des Zaunes leben, nicht exportiert werden dürfen. Daher auch die strengen Lebensmittelkontrollen bei der Ausreise aus den nördlichen Gebieten.
Liebe Grüße und ansonsten noch einmal danke für Deinen interessanten Bericht.
Gerd
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200821. März 2016 · #114
Noch einmal guten Tag,
Frauen mit nackter Brust und Kinder mit Glasperlen in den Haaren... weiß vielleicht jemand noch, wie dieser Stamm heißt?
wenn sie "rot" sind, dann sind es (Ova-)Himbas http://www.namibia.de/Land--Leute/Voelker/Himba/; wenn sie einfach schwarz sind, dann sind es wahrscheinlich T(h)embas. Ich weiß nicht, ob mit oder ohne h.
swisschees schrieb:I Ein Nachfrage in einem Overlander Forum mit vielen Mitglieder aus dem südlichen Afrika bekam ich folgende Antworten: 1. "That is absolute nonsense."
2. "I don't think it was due to blacks only being allowed to eat brown bread, it was more due to the fact that brown bread was cheaper than white bread so it was more commonly eaten by the poor."
Meine erste Reaktion darauf war auch eher Unglaube. Da ich aber schon so einiges über das völlig verdrehte Weltbild während der Apartheid erfahren habe, hab ich auch mal etwas nachgeforscht, und es scheint tatsächlich was dran zu sein. 🤢
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201521. März 2016 · #116
In Opuwo sind wir bei Nick, einem Freund von unserem letzten Couchsurfer Brendon (Ongwediwa) untergekommen. Wie auch Brendon, ist Nick Peace Corps Volonteur und arbeitet in der Schule. Wir kamen noch vor 6 Uhr abends, so dass wir noch kurz duschen konnten - ab 6 bis 8 Uhr abends wird nämlich Wasser ausgeschaltet und taucht erst in der Früh wieder auf. Später erzählte uns Nick, als er in seinem Haus einzog, gab es zwei bis drei Wochen überhaupt kein Leitungswasser bei ihm zu Hause und er musste es aus der Stadt hochtragen.
An diesem Tag war Nicks Freundin Sheina zu Besuch (sie ist übrigens auch Volonteurin und arbeitet in Divundu) und wir - Anton, Anna und ich sowie Nick, Jacob (der als Business Volonteur arbeitet) und Sheina gingen zu der teuersten Lodge der Stadt, um den Sonnenuntergang von oben zu bewundern. Die Aussicht ist wirklich schön.
Wir erzählten den Volonteuren von unseren Hitchhiking-Erfahrungen im Norden Namibias. Sie schienen überhaupt nicht zu glauben, dass Hitchhiking ohne Geld in Namibia möglich ist. Sheina erzählte sogar, sie habe sich einmal mit einem Fahrer über die Bezahlung geeinigt und ihn auch bezahlt, aber er wollte sie ohne ein Küsschen trotzdem nicht aussteigen lassen... Mit diesem wundervollen Sonnenuntergang begann also unsere Zeit in Opuwo. Wir blieben insgesamt eine Woche in der Stadt, nach Walvis Bay wurde Opuwo der zweite Stützpunkt auf unserer Reise. Anna und ich blieben die ganze Zeit bei Nick, Anton war dagegen zwei Nächte in einem Guesthouse (Oreness Rest Camp, 240 N$/p.P/Single). Am Rande sei bemerkt, dass 70% der Einwohner Opuwos ganz ohne Strom und Wasser leben. Die Lichter der Stadt, die man von oben sieht, gehören hauptsächlich den Regierungsgebäuden. Es verhält sich wohl ungefähr so wie in Russland: Das Land ist eigentlich nicht arm, die Regierung kümmert sich um abgelegene Orte aber nicht...
solitaire1'942 Beiträge · seit 201121. März 2016 · #117
Hallo BerLin, ich weiß jetzt nicht, ob du das vielleicht schon erzählt hast und ich es vergessen habe: Was hattest du an Gepäck dabei? Wie schwer war das? Ihr seid ja glaube ich immer wieder auch zu Fuß eine Strecke entlang gegangen, oder? Das musstet ihr ja alles schleppen.
Liebe Grüße Solitaire
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
solitaire1'942 Beiträge · seit 201121. März 2016 · #118
Ach ja, noch was - hübsche Stola 🙂
www.margit-noehrer.com
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Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201521. März 2016 · #119
@Solitaire Bisher hatte ich auf allen meinen Reisen wirklich ein Problem damit, meinen Rucksack alleine hochzubekommen und zu tragen (weil ich selbst nicht so kräftig bin und immer DSLR und Netbook dabei habe)... Da diesmal längere Wanderungen geplant waren, hatte ich nur das eingepackt, was ich auch wirklich 100 % brauche (und sogar kein Notebook mitgenommen, obwohl wir zumindest ein Netbook für uns drei ganz gut gebrauchen könnten), meine DSLR durch eine kleinere Kamera ersetzt (allerdings mit großem Zoom) und selbst dann wog mein Rucksack vor der Abreise ca. 9 oder 10 kg. Mit 3 Litern Wasser und ein paar Lebensmitteln (Haferflocken/Instantnudeln, Rosinen/Datteln, manchmal Äpfel und gekochte Eier) wurden es ab und zu wahrscheinlich bis zu 14-15 kg (was der alten sowjetischen Faustregel entspricht - man sollte nicht mehr als ein Drittel des Eigengewichts tragen). Wir hatten aber abweichend von unserem ursprünglichen Plan keine mehrtägigen Wanderungen gemacht. Die Stola habe ich vor ein paar Jahren von Grand Mosque in Oman geschenkt bekommen und die war in Namibia wirklich eine Rettung - sie schützte mich vor Sonne und Mücken und diente gleichzeitig als Handtuch (da ich aus Gewichts- und Platzgründen nie einen Handtuch mitnehme, sondern nur multifunktionale Textilien) und Kopfbedeckung.
BerLinThemenstarter100 Beiträge · seit 201522. März 2016 · #120
Danke an alle, die wegen Brot recherchiert haben und an Gerd für Informationen zum Veterinärzaun u.a. AmTag nach unserer Ankunft gingen wir einkaufen. Da sich das Leben zum größten Teil entlang der Hauptstraße und neben den Supermärkten OK und Agro und der Puma-Tankstelle abspielt und weil sich die Supermärkte und Nicks Haus auf verschiedenen Enden dieser Hauptstraße befinden, wurde unser Spaziergang gleichzeitig zu einer richtiger Erkundungstour. In der Stadt geht es richtig bunt zu: Hereros, mit den Hörnern auf dem Kopf. Die Hörner sollen wohl Kühe symbolisieren, die für Hereros wirtschaftlich und lebensmitteltechnisch sehr bedeutsam sind:
Herero-Ehepaar
Der Ziegenmarkt. Hier werden Ziegen gefangen, Beine zusammengebunden und geschlachtet. Wenn man aber hier eine Ziege tötet, dann verwendet man alle Teile des Tiers einschließlich Innereien, Kopf und Augen 🙂 Kann ich als Vegetarier nur begrüßen.
Manchmal traf uns während unserer Erkundungstour ein richtiger kultureller Schock. In den Bildbändern haben wir zwar schon öfter Töchter afrikanischer Stämme mit nackter Brust und wundersamen Schmuck gesehen, aber Szenen wie diese, wo Tradition und westlich geprägte Realität so tief ineinandergreifen, findet man wohl in keinem Bildband. So verbringen z. B. die Himbas ihren Tag. Nick sagte uns, die bekommen von der Regierung eine Art Sozialhilfe für die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, um Touristen anzuziehen. Trotzdem wollen Himbas Geld, wenn man sie als Tourist fotografieren will. Geld für Fotos zahlen widerspricht natürlich unserer Reisephilosophie und wir haben versucht, ein paar alternative Strategien zu entwickeln. Am Ende war es dann aber doch einfacher als gedacht. Dieses Bild nannte Anton "Evolution der Frau" 🙂 Hoffentlich werden Albinos hier im Unterschied zu Tanzania nicht verfolgt und gejagt? Opuwo ist wohl eines der wenigen Orte der Welt, wo man sehen kann, wie eine Frau mit nackter Brust im Supermarkt an der Kasse zahlt. Selbst im emanzipierten Europa können wir davon nur nocht träumen.