EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200914. März 2016 · #1
Nach meiner selbstorganisierten und durchgeführten Radreise durch Südafrika und Namibia wollte ich mir einen gemütlichen und entspannten Urlaub gönnen, bei dem alles bereits organisiert und geplant ist und ich nur noch ins Boot steigen muss, um mich treiben zu lassen.
Im Januar 2015 überquerte ich zum ersten mal den Oranje River, damals unterwegs mit dem Fahrrad um innerhalb von drei Monaten von Kapstadt nach Windhoek und wieder zurück zu radeln. Damals übernachtete ich direkt am Flussufer und erfuhr davon, dass man eine Mehrtagestour mit dem Kajak machen kann. Allerdings war mein Ziel ja Windhoek mit dem Fahrrad zu erreichen und ich wollte nicht all zu viel Zeit am Oranje lassen um noch Puffer für Krankheit oder Reparaturen am Fahrrad zu haben. Nach der Radreise ging mir der Oranje allerdings nicht mehr aus dem Kopf und ich informierte mich über den Fluss und die Optionen einer Kajaktour um noch einmal zurück zu kehren...
Im Januar 2015 übernachtete ich im Felix Unite Camp
Am nächsten Morgen ging es weiter auf der Pad, kein Anzeichen, dass direkt hinter den Hügeln links ein grünes Flussbett sprießt.
KarstenB2'396 Beiträge · seit 201115. März 2016 · #2
Hallo,
wie von dir gewohnt, wieder wunderschöne Fotos! Danke dafür. Bin gespannt auf Deinen Bericht.
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200916. März 2016 · #4
Na dann wollen mer mal! Jetzt hole ich mal etwas weiter aus und wir kommen dann später zum Oranje!
Gestartet wurde wie auch Anfang 2015 in Kapstadt. Es gab noch einige Orte nahe der N7, die ich gerne noch sehen wollte, aber damals mit dem Fahrrad nicht geschafft hatte. So machte ich mit ein paar Bekannten von damals, inwzischen guten Freunden, eine tolle Motorradtour um auch endlich die Basstölpel Kolonie in Lamberts Bay zu sehen und vieles mehr, aber das ist eine andere Geschichte, zu der ich vllt ein anderes mal mehr schreibe. Zurück in CPT also nahm ich den Elwierda Bus nach Vredenburg um eine kleine Runde Kajakfahren zu gehen, für die Einstimmung. Außerdem konnte ich gleichzeitig Jerome wieder treffen, der mich damals beim Radlfahren für zwei Nächte beherbergte. Es war ein ziemlich schöner Kurztrip in die Saldanha Bay und am Tag darauf am Bergriver. Fotos sagen mehr als 1000 Worte:
Der weiße Sandstrand und das türkisblaue Wasser erinnert fast an die Karibik
Da ich mich allgemein sehr für die Natur interessiere hat mich Jerome auf einen kleinen Naturkunde Trip auf dem Kajak mitgenommen und mir von Austern, Miesmuscheln, Redbait, Seaweed und Seadicks erzählt. ÄH MOMENT! Seadick...? JA, der wird hart und spritzt ab wenn ihn eine hübsche Dame berührt.... Tut mir leid, das ist jetzt versaut und unsittlich, aber so wurde mir das erklärt 😄
Weiter ging es für eine Übernachtung am Bergriver, am nächsten Tag nahm ich die Kamera nicht mit aufs Wasser, weil ich einfach mal mit eigenen Augen genießen wollte.
Der wunderschöne Mondaufgang am Abend zuvor war wirklich einmalig! Am darauffolgenden Tag ging es dann auch schon mit dem Bus weiter an die Grenze SA-NAM und weiter zum Oranje, naja so dachte ich zumindest. Mehr zum Abenteuer an der Grenze im nächsten Post.
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200919. März 2016 · #5
Ab gehts mit dem Intercape nach Noordoewer um dort von einem Guide abgeholt zu werden und zum Camp zu fahren. Die Busse sind wirklich extrem bequem, so etwas bin ich von Europa bzw Deutschland nicht gewohnt. Man kann eine Fußstütze hochklappen und den Sitz extrem weit nach hinten lehnen, sodass man fast wie in der Businessclass daliegt (Die ich leider nur vom Vorbeigehen kenne). Bei so einer langen Fahrt war das wirklich enorm komfortabel. Filme gab es auch zu sehen, allerdings etwas schwierig zu verstehen da alles über die Lautsprecher über den Sitzen abläuft, sollte man seine Ruhe haben wollen wird man leider trotzdem beschallt. Aber die Filme waren gut, also schaute ich zu.
Mit etwas Verspätung kamen wir nach der Grenzkontrolle in Noordoewer an. Der Busfahrer fragte noch ob mich hier wer abholt und ob er mich daher getrost alleine stehen lassen kann? Jaja! Klar, kommen gleich, wurde mir ja nochmal bestätigt als ich im Hauptbüro angerufen hatte. Aber da war noch keiner. Naja ist ja Afrika, also warte ich mal ein bischen. Es wurde allerdings nur noch dunkler als es eh schon war, aber gekommen ist leider auch nach 2 Stunden niemand 🙁 Langsam bekam ich etwas Sorge, also rief ich die SA Nummer an, die ich mir extra noch erfragt hatte, falls, nur falls etwas schief gehen sollte... Keine Antwort... Vielleicht ist ja auch mein Telefon kaputt. Also weiter zum Zoll, ob mir vllt jemand weiter helfen könne, ich glaubte mein Telefon ist kaputt. "Sind wir hier ne öffentliche Telefonzentrale?" -"Nein, natürlich nicht, aber wollen Sie dass ich dann hier vor Ihrem Counter meinen Schlafsack aufrolle?" Ok das hat geholfen, vllt aber auch die halbe Träne die ich nicht verdrücken konnte, nachdem ich von der langen Reise schon etwas fertig und müde war und eigentlich ja bereits im Camp beim Abendessen sitzen wollte. Also bewegte sich die nette Dame weg von ihren youtube Videos und versuchte die Nummer zu erreichen, die ich hatte. Keine Antwort... Mist! Auch im Büro in Durbanville war niemand zu erreichen, ja klar, war ja inzwischen auch fast 12 Uhr nachts. Aber die hilfsbereite Dame gab nicht auf, sie hatte einen neuen Plan. Ein Kollege von Ihr hat wohl mal als Riverguide gearbeitet, also kontaktierte die Dame vom Zoll ihren Kollegen, der eigentlich schon zu Hause war. Innerhalb von 15 Minuten stand er mit seinem Auto da und bot mir an mich zum Camp mitzunehmen! WOW, das ist einfach fantastisch, absolut klasse. Da kommt der gute Mann von zu Hause lässt die Frau und Kinder stehen um eine Fremde Touristentante abzuholen! Ganz herzlich bedankte ich mich auch bei der Frau vom Zoll für Ihre Hilfe und nahm dankend das Angebot des Kollegen an. Am Camp angekommen, war aber keiner vor Ort. Nicht eine Menschen Seele! Auch der nette Herr realisierte das, nachdem wir einmal komplett alle Gebäude abgelaufen hatten. Er wusste auch nicht genau was hier los war, aber bot an mich ins Nachbarcamp zu bringen. Er hatte wohl früher für Felix Unite gearbeitet und wusste dass dort die ganze Nacht Security sind. Gesagt getan. Zum Glück war hier endlich jemand vor Ort und lies mich ohne Probleme rein. Zumindest konnte ich hier die Nacht verbringen und am nächsten Morgen den Manager um Hilfe bitten. Die Nacht verbrachte ich natürlich weitaus schlaflos, waren ja auch nur noch ca 5 Stunden bis Sonnenaufgang, ein Auge konnte ich aber trotzdem nur für ein paar Minuten schließen. Zu viel ging in meinem Kopf umher. Was war hier los?
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200922. März 2016 · #6
Frühmorgens um 6 Uhr machte ich mich also zu Fuß auf in das Camp zu wandern, bei dem ich eigentlich die Tour gebucht hatte. Mit meinem schweren Rucksack war das gleich ein tolles Workout. Allerdings hatte sich nicht viel verändert zur Nacht zuvor, Immernoch kein Anzeichen einer Menschenseele. Kurz hinter dem Camp war ein kleines Farmhaus und es duftete nach Essen, allerdings waren alle Fenster und Türen verammelt. Ich klopfte mehrere Male und rief, ob mir wer helfen konnte, aber keine Reaktion. (Der Farmer muss wohl Angst vor mir gehabt haben?!) Also wanderte ich wieder zurück zu Felix Unite, die Managerin war schon unterwegs und ich überraschte Sie im Büro. Auch sie war sehr erstaunt über meine Geschichte und bot sofort Hilfe an. Sie versuchte sofort das Büro der Nachbarsfirma zu erreichen, aber um 7 Uhr morgens war dort noch niemand zu erreichen. Sie meinte ich solle erst mal gemütlich einen Kaffe trinken und auch gerne Duschen falls ich möchte. Das war Gold in meinen Ohren und ich nahm das Angebot mehr als dankend gerne an. Die Hilfsbereitschaft seit gestern Abend an der Grenze war einfach sensationell, was hätte ich nur getan ohne diese Menschen? Da würde ich vermutlich immernoch mit leerem Magen und dementsprechender Laune am Grenzposten stehen. Die Dusche und der Kaffe danach hoben meine Laune enorm! Als die Managerin dann etwa um 11 Uhr zu mir kam und meinte Sie hätte jemanden im Büro erreicht machte mein Herz einen Luftsprung. Endlich klärte die Sache sich! Die Dame im Büro hat wohl einen rießigen Schrecken bekommen. Am Ende kam raus, dass mir eine falsche Telefonnummer gegeben wurde und die Guides im Camp nicht bescheid wussten, weil ich gar nicht eingebucht war. Es waren alle Guides im Urlaub, da auch sonst niemand für den Zeitraum auf den Fluss wollte. Kein Wunder also dass keiner vor Ort war! Dazu war wohl auch noch das Mobilfunknetz den ganzen Vormittag außer Betrieb. So viele Dinge sind auf einmal Schief gegangen. Oh man! Als ich dann kurz später wieder im verlassenen Camp nebenan saß, kamen lustigerweise zwei der Guides zufällig vorbei und wunderten sich warum ich da saß. Sie wollten eigentlich nur eine Ziege kaufen und kurz noch etwas im Camp abholen, weil sie ja Urlaub haben. Also erzählte ich die Geschichte ein weiteres Mal und die 2 Jungs waren auch sichtlich erstaunt, erst gestern hatten sie noch mit dem Büro telefoniert. Naja was soll man jetzt also tun? Die zwei waren wirklich einmalige klasse und boten sofort spontan an einkaufen zu fahren, ins 50km entfernte Aussenkehr und den Trip dann im Anschluss zu starten. "Wir machen mal nen Plan" Ok gesagt getan, ich war echt begeistert von der Spontanität, dass beide Ihren eigentlich verdienten Urlaub sofort abbrachen um die deutsche "Tante" den Fluss runterzukutschieren. Da konnte ich ja gar nicht mehr sauer oder schlecht gelaunt sein, bei soviel positiver Energie. Demnächst gibt es auch noch ein paar mehr Fotos von einem der schönsten Trips die ich bisher erleben durfte. Wie es immer so ist: Was schwierig anfängt wird oftmals umso schöner...
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200923. März 2016 · #8
Zuerst noch ein paar Infos:
Insgesamt 500 km lang bildet der Oranje eine natürliche Grenze zwischen den beiden Ländern. Dennoch darf man als normale Person nicht die gesamte Strecke befahren, da sich das letzte Stück kurz vor der Mündung in den Atlantik im Diamantensperrgebiet befindet.
Vom südafrikanischen Kimberley spülte der Fluss nicht nur Sand, sondern auch Diamanten mit sich in Richtung Atlantischer Ozean. Heutzutage werden Diamanten allerdings nicht mehr im Oranje gemint, sondern offshore vor der Küste Namibias.
Oranjemund, damals noch florierende Minenstadt, gegründet von der De-Beers-Gruppe, ist heute nur noch ein Stützpunkt für die ein- und auszufliegende Crew, die einige Meilen vor der Küste die wertvollen Steine aus dem Meeresboden holt. Dennoch ist Oranjemund nicht für Besucher geöffnet und man wird auf dem Landweg dorthin kurz hinter Rosh Pinah an einer Grenzstation abgewiesen, sollte man nicht die richtigen Dokumente mit sich führen.
Somit ist auch die Bootstour auf dem Oranje begrenzt und nicht bis zur eigentlichen Mündung in Oranjemund befahrbar. Nichtsdestotrotz ist auch der 60 km lange offiziell befahrbare Abschnitt zwischen Noordoewer und Aussenkehr ein Erlebnis wert. Weit weg von jeglichem Handyempfang auf einem Fluss, mitten in der Wüste. Die Nächte voll mit Sternschnuppen und die Milchstraße über einem. Tagsüber kreisen Seeadler über einem, die weniger einen selbst als die Fische beobachten, die hier und da aus dem Wasser springen.
Ganz so romantisch war es allerdings nicht die ganze Zeit. Schon am ersten Tag kam nach und nach ein unglaublicher Wind auf und statt der Aufwärmrunde mussten Ronnie, der Guide, und ich Vollgas geben, um vom Wind nicht rückwärts getrieben zu werden. Da der Oranje im November 2015 nur sehr wenig Wasser führte, zogen wir die Boote teilweise, um die Arme wenigstens für ein paar Minuten entlasten zu können.
Oranjemund, damals noch florierende Minenstadt, gegründet von der De-Beers-Gruppe, ist heute nur noch ein Stützpunkt für die ein- und auszufliegende Crew, die einige Meilen vor der Küste die wertvollen Steine aus dem Meeresboden holt.
wollte nur am Rande erwähnen, dass das so natürlich nicht stimmt. Oranjemund ist sogar eine wachsende Stadt und wurde vor einigen Jahren (2012) offizielle Stadt und gehört nicht mehr Namdeb. Zudem werden weiterhin etwa 1/3 der namibischen Diamanten im Gebiet um Oranjemund an Land gewonnen (aber in der Tat stark abnehmend). Erst vor einem Jahr wurde ein neues Abbaugebiet an Land erschlossen.
Viele Grüße aus dem windigen Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
freshy3'883 Beiträge · seit 201123. März 2016 · #10
Nur auf Stippvisite in diesem Thread haben mich deine Fotos sehr beeindruckt! Wunderschön! Du hast ein gutes Fotografierauge. Verrätst du uns, mit welcher Kamera du schießt?
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200923. März 2016 · #11
Hey Christian,
vielen Dank für die zusätzlichen Infos, toll dass du dich so gut auskennst!
Nach wie vor ist Namdeb noch vor Ort und man kann als "Normalo" nicht nach Oranjemund, soweit ich weiß. Warst du denn schonmal dort Christian? Mich würde das interessieren, vielleicht ist es in ein paar Jahren ja schon möglich ohne Sondergenehmigung dort hinzureisen und die Geschichte live vor Ort mitzubekommen. Zumindest braucht man heutzutage am Checkpoint kurz hinter Rish Pinah einen Ausweis oder eine Genehmigung, sonst kommt man nicht rein. (Habs ausprobiert)
freshy: Alle Fotos sind mit der Nikon D90 gemacht. 99% der Fotos sind mit dem Sigma 10-20 4-5,6 entstanden, ein paar ganz wenige mit dem Tamron 70-200 2,8. Achja ein Stativ hatte ich auch noch dabei, sehr praktisch besonders bei Nachtaufnahmen, oder der Dämmerung. Machnmal habe ich auch noch eine Kopflampe verwendet um den Vordergrund aufzuhellen. (siehe das 2. Foto des letzten Posts)
so ist es. Diese Genehmigung bekommt man aber im Vorfeld mittlerweile ohne größere Probleme. Wenn Dich Oranjemund als Thema interessiert, dann kontaktiere mal Conny von Schmettau (ist/war auch in diesem Forum aktiv). Sie hat ein Buch über Südnamibia mit Oranjemund geschrieben: "Auf Pad mit Konny von Schmettau durch den Süden Namibias inklusive Oranjemund", ISBN 9789991688602
Viele Grüße aus Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200824. März 2016 · #13
freshy3'883 Beiträge · seit 201124. März 2016 · #14
Equilibre schrieb:
freshy: Alle Fotos sind mit der Nikon D90 gemacht. 99% der Fotos sind mit dem Sigma 10-20 4-5,6 entstanden, ein paar ganz wenige mit dem Tamron 70-200 2,8. Achja ein Stativ hatte ich auch noch dabei, sehr praktisch besonders bei Nachtaufnahmen, oder der Dämmerung. Machnmal habe ich auch noch eine Kopflampe verwendet um den Vordergrund aufzuhellen. (siehe das 2. Foto des letzten Posts)
Alle Achtung! Da bist du unterwegs ja gut bepackt - was sich angesichts der Fotoqualität offensichtlich lohnt. Wir schwanken sehr, ob wir das nächste Mal ein Stativ mitnehmen, da wir einige Campingutensilien mitschleppen. Irgendwann sind wir gewichtsmäßig am Limit. Aber wenn ich die guten Aufnahmen in der Dämmerung sehe ...
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200925. März 2016 · #15
Ein sehr guter Buchtipp Christian! Das werde ich mir kaufen, auch die Schreibweise von Konny gefällt mir super. Das wird dann gleich ein kleiner Kurzurlaub im Wohnzimmer.
Willkommen im Boot Annick 😉
freshy: es gibt auch wirklich sehr leichte/kleine Stative, bei Wind kann man die notfalls auch mit einem Rucksack beschweren, den man dranhängt, somit hat man auch mehr Stabilität. Vllt reicht ja auch ein Mini-Tischstativ, meistens kann man das auch wo abstellen, solltet Ihr mit dem Auto reisen, ist die Motorhaube super, also braucht man eigentlich gar kein großes, schweres Stativ! Wenns höher werden soll, nimmst einfach das Dach und niedriger, dann eben Bodenaufnahmen, die geben auch oft eine tolle Perspektive. Leute rein ins Boot, es geht weiter! Nach einem anstrengenden ersten Tag konnte ich mich erst einmal ausruhen und ein paar Fotos machen, während Ronnie ein absolut leckeres „Dinner“ auf dem Lagerfeuer kochte.
Die Nacht brach herein und es war höchste Zeit, ins Bett zu gehen. Denn falls am nächsten Tag wieder solch ein Wind herrschen würde, bräuchten wir jede Menge Erholung.
Nachts lies der Wind auf alle Fälle noch nicht nach!
Am nächsten Morgen hatte Ronnie noch vor Sonnenaufgang das Feuer wiederbelebt und kochte bereits Kaffee. Zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs verstand ich auch das erste Mal, woher der Oranje wohl seinen Namen hat: Die großen Felsen ragten hoheitsgemäß über dem Fluss empor und wurden vom noch weichen orangen Licht angestrahlt. Der Fluss wirkte fast wie Gold, denn die Farbe der sonnigen Felsen spiegelte sich orange auf dem Wasser. Nur ein paar Fotos konnte ich machen, denn dann mussten wir los, um die noch frische Morgenluft zu nutzen. Bereits um 10 Uhr wird es ziemlich heiß und der Sonnenbrand ist vorprogrammiert, da das Wasser die Sonnencreme abwäscht und die Tropfen gleichzeitig wie Lupen wirken.
Der Wind blies noch bis zum Abend, erst am nächsten Morgen wurde es windstill, endlich!
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201425. März 2016 · #16
Hallo Equilibre,
Du zeigst mir hier eine schöne Art zu reisen.
Mit Rucksack, Bus und Boot durchs südliche Afrika.
LG Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
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Applegreen1'796 Beiträge · seit 201425. März 2016 · #17
Hallo Equilibre,
ganz großes Kino in jeglicher Hinsicht!
Ich bin grade noch mit zugestiegen und freue mich schon auf Deine weiteren Erlebnisse und Eindrücke!
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200927. März 2016 · #18
Das freut mich, wenn die Fotos und der Bericht Euch gefallen, ihr seid herzlich willkommen mitzureisen! S chließlich können wir uns dann beim paddeln abwechseln! Danke auch an alle Dankedrücker.
Auf dem Weg von Noordoewer nach Aussenkehr kommt man auch noch direkt an der Geschichte der erfolgreichen Diamantenzeit vorbei: Am Namibianischen Ufer ragen riesige Schürfmaschinen aus der sonst sehr kargen Landschaft empor. Wir machten einen kleinen Stopp, um das verlassene Minengebiet auszukundschaften. Ronnie erzählte, dass sein Bruder hier früher gearbeitet hat.
Heutzutage werden hier allerdings keine Diamanten mehr gemint, da man vor der Küste im Meeresboden weitaus größere und wertvollere Diamanten findet. Die Maschinen und all das große Gerät wurden einfach mitten in der Wüste stehen gelassen, da es zu teuer wäre, alles abzutransportieren. Ein wenig traurig, zu sehen, dass der ganze Industriemüll einfach sich selbst überlassen wird und niemand Verantwortung dafür übernimmt, dass hier mitten in der wundervollen Wüste diese Stahlriesen stehen gelassen werden.
EquilibreThemenstarter71 Beiträge · seit 200928. März 2016 · #19
Bis kurz vor Aussenkehr sieht man allerdings keine weiteren Einflüsse von Menschenhand und ist mit sich selbst, dem Boot und der Natur allein.
Alles in allem waren es fünf wunderschöne Tage auf dem Oranje und eines der schönsten Naturerlebnisse, die ich bisher hatte. Die Tour kann man entweder von der Südafrikanischen oder der Namibianischen Seite aus starten, wobei ich empfehlen würde, direkt in Namibia zu starten, um beim Rückweg keine lange Zeit an der Grenze und am Zoll zu verbringen, da man dort Ein- und Ausreise gleichzeitig veranlassen muss, was sich zeitlich dann doch sehr in die Länge ziehen kann.
Viel Spaß beim Selbermachen!
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201428. März 2016 · #20
Equilibre schrieb:
ihr seid herzlich willkommen mitzureisen! Schließlich können wir uns dann beim paddeln abwechseln!
Ne, paddeln ist nichts für mich. Ich komme aber gerne zum fotografieren mit. 🙂
LG Hartwig
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