Liebe Elvira! Auch ich fiebere der Geschichte hintennach. Auch ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Doch eines habe ich in Afrika gelernt: Polepole - oder hakunamatata 😉 Cheers, Battli Wäre trotzdem schön, wenn es recht bald weiter ginge... 🙂
ja sie haben den Spruch Pole Pole und Hakuna Matata sehr gerne...
Doch in Wirklichkeit haben auch die Kenianer nicht immer die Geduld, wenn was zu langsam geht und schon gar nicht im Strassenverkehr.....
Ich habe in all den Jahren nur bis zu einem gewissen Punkt und in gewissen Situationen gelernt geduldig zu sein...
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
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Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200702. Mai 2015 · #303
Hallo zusammen
Lilytrotter schrieb:
es ist echt zum heulen und genauso wie erwartet: Bei Kraftlosigkeit und den anderen Symptomen, die Toni bisher aufweist wird die Krankheit ganz lieb und freundlich falsch beurteilt - und es ist ja auch in gewisser Weise "menschlich", dass nur die wenigsten Ärzte so gut sind, dass sie diese massive Kraftlosigkeit und die mittlerweile auftretenden Schluckbeschwerden richtig einordnen können - echt zum heulen.
Eigentlich liegt es ja auf der Hand, dass man nach einer tagelangen Magen/Darm –Entzündung sehr erschöpft ist und kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass das auch andere Ursachen haben könnte.
Manchmal denken wir (auch durch eigene "schmerzliche" Erfahrung gelehrt), dass man manchmal ängstlicher sein müsste und nicht immer so tapfer. Aber das ist dann für viele andere Bereiche nicht so praktisch 🙂 , insbesondere wenn man dann auch noch humorlos würde, nä, Mista SMS... 😄
Wenn man in Afrika rumreist, darf man einfach nicht zu ängstlich sein, sonst macht das ja gar keinen Spass mehr. Klar hat man für alle möglichen Wehwehchen Medikamente dabei, die auch in den meisten Fällen helfen, aber es gibt einfach Situationen, bei denen man dann überfordert ist, wenn keine Besserung eintritt. Und ja, Toni hat wirklich nie seinen Humor verloren, das bewundere ich schon sehr an ihm 😘 .
Nenette schrieb:
Mann, Erika, du machst es aber sehr spannend! Der arme Toni! 😊 Wenn er so alt wie meine Jungs wäre, würde ich ja auf Pfeiffersches Drüsenfieber tippen 😛 . Aber da dein Toni so treu mit ins Dachzelt steigt, ist es wohl nicht die Kissing Desease.
Ich hätte meinen Bericht liebend gerne weniger spannend gemacht, das darfst du mir glauben. 😐 Nein, das Pfeiffersche Drüsenfieber war es nicht…
An die Kilaguni Lodge habe ich auch schöne Erinnerungen, vor allem der Ausblick über das Wasserloch auf die Chyulu Hills ist traumhaft.
Auch wir denken oft an Kilaguni, spielt der Ort doch im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle.
Bushtruckers schrieb:
Echt mueshsam, wenn man was hat, das nicht ins einfache 1x1 der Aerzte rein passt. Ich muss aber auch sagen, dass wir in Kenia sehr gute Aerzte haben und ich dies schon mal im Nairobi Spital erfahren durfte.
😉 😉 😉
Nun, liebe Erika... wir schicken Dir alle unsere Arztrechnungen, wenn wir aus Neugierde krank werden sollten... 😎
Ich müsste mal unsere Haftpflichtversicherung anfragen, ob sie solche Fälle übernehmen würde. 😎 😄
Battli schrieb:
Auch ich fiebere der Geschichte hintennach. Auch ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Doch eines habe ich in Afrika gelernt: Polepole - oder hakunamatata 😉 Cheers, Battli Wäre trotzdem schön, wenn es recht bald weiter ginge... 🙂
Nicht drängeln bitte, - es geht dann schon nächstens weiter (je nach Wetterlage). 🙂
Bushtruckers schrieb:
ja sie haben den Spruch Pole Pole und Hakuna Matata sehr gerne... Doch in Wirklichkeit haben auch die Kenianer nicht immer die Geduld, wenn was zu langsam geht und schon gar nicht im Strassenverkehr.....
Ja, schon interessant, wie sich die Afrikaner beim Autofahren plötzlich wie durch Zauberhand wandeln können. Von Pole Pole keine Spur mehr und überholen unter dem Motto Hakuna Matata 😠
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200703. Mai 2015 · #304
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 16. Januar 2015 Heute dauert es etwas länger, bis wir frühstücken gehen, da Toni bereits beim Aufstehen Mühe hat und kaum aus dem Bett kommt.
Bei der kleinen Stufe, die von der Veranda runterführt, versagen Tonis Beine, er sackt zusammen und kann nicht mehr allein aufstehen. Nein, bitte nicht!!! Das Personal kommt sofort besorgt daher und hilft ihm. Mit Mühe und Not schafft er‘s noch bis zum Restaurant, wo er dann aber nur einen Tee möchte. Er meint, dass er vielleicht nur den Tritt verfehlt habe und dass es nun bestimmt wieder besser gehe.
Eigentlich hab ich nun auch keinen Hunger mehr, die Situation macht mir allmählich mächtig zu schaffen. Wir bleiben lange im Restaurant sitzen und schauen den Vögeln zu, die da ziemlich unverfroren über die Brotkörbli herfallen, indem sie die Servietten hochheben und Brötchen rauszupfen 🙄 .
Stillhalten zum Fotografieren tun die echt nicht gerne. 😁
So langsam müssen wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Bungalow machen, da sich Toni ins Bett legen möchte. Und dann passiert es wieder!!! Toni sackt bei der ersten Stufe zur Veranda zusammen und kann nicht mehr aufstehen. Das Personal hatte bereits eine Vorahnung und ist sofort zur Stelle. Mein Mann wird mit vereinten Kräften zum Bett geführt, wo er sich erschöpft hinlegt 🙁 .
Jetzt ist aber genug 😐 . Voller Angst eile ich zu Jürgen, dem Manager ins Büro und schildere die Situation. Er setzt sich mit Joel, dem Arzt von Kilaguni in Verbindung und dieser meint, dass er nun mit seinem Latein am Ende sei und Toni nach Nairobi ins Spital gebracht werden müsse.
Um 14 Uhr setzen wir uns mit der Notrufzentrale unseres TCS (Touring Club Schweiz) in Verbindung, von welchem wir seit vielen Jahren den ETI-Schutzbrief für solche Ernstfälle besitzen. Und zum ersten Mal im Leben hatte ich dort zwei Wochen vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die alle anfallenden Unkosten, egal in welcher Höhe, garantiert übernimmt. Jürgen schildert dem Zuständigen Mitarbeiter das Problem und gibt ihm auch die Telefonnummer von Joel durch. Leider unterbricht die Verbindung andauernd, da der Telefonempfang im Büro denkbar schlecht ist. Am besten funktioniert er noch in der Küche, wenn man den Kopf in ein ganz bestimmtes Küchenschrank-Abteil steckt 😈 . Jedenfalls kann Jürgen dem Mitarbeiter den Namen der Lodge und seine Telefonnummer durchgeben, wir eilen in die Küche und der TCS-Mitarbeiter ruft prompt zurück. Nun wird kurz unsere Versicherungsnummer und Email-Adresse bekanntgegeben, bevor die Leitung wieder tot ist 😈 . Weitere Details werden per Email besprochen, da diese Verbindung viel stabiler ist. Man verspricht uns, sich nun unverzüglich mit dem Agenten in Nairobi - Amref - in Verbindung setzen. http://de.wikipedia.org/wiki/Amref_Health_Africa
Es dauert nich lange, bis die Meldung vom TCS kommt, dass Toni - nachdem man Rücksprache mit Joel genommen hat - von den Flying Doctors auf dem Kilaguni Airstrip abgeholt werde und ein wenig später wird uns mitgeteilt, dass der Flieger bereits in Nairobi gestartet sei und ca. um 17 Uhr landen werde.
Nun bleibt nicht mehr viel Zeit. Ich könnte auch mitfliegen, aber wie soll ich in der kurzen Zeit unser Bungalow ausräumen, alles ins Auto räumen und dann noch unsere Koffer packen? Und vielleicht kommt Toni ja bald wieder gesund und munter zurück zur Lodge 🙂 ? Ich entschließe mich, vorläufig hier wohnen zu bleiben und abzuwarten. Wichtig ist ja erst mal, dass Toni in Spitalpflege kommt. Noch schnell für ihn ein paar Kleider, Toilettenartikel, Lesebrille, Pass und Handy in einen Plastiksack eingepackt und fertig, wir müssen uns beeilen.
Jürgen fährt mit seinem Fahrzeug so nah wie möglich an unser Bungalow und das Personal hilft Toni die paar Schritte zum Fahrzeug zu gehen und sich hinzusetzen. Dann brausen wir los. Bis zur Kilaguni Lodge sind es 21 km auf teilweise holperigen Pisten.
In Kilaguni angekommen, warten bereits Joel und das Management auf uns. Sie alle sind voller Anteilnahme und wünschen Toni gute Besserung. Joel erklärt mir, dass er ja gestern schon noch hätte versuchen können, Toni in seiner Klinik aufzunehmen und eine Infusion zu geben, aber falls es was Ernstes sei, wäre das nur verlorene Zeit gewesen. Danke Joel 😘 .
Bereits drei Stunden nach unserem Notruf an den TCS, kurz nach 17 Uhr taucht der Flieger der Flying Doctors am Himmel auf und setzt zur Landung an.
Ich bin tief beeindruckt, unglaublich, wie die das alles in so kurzer Zeit organisiert haben! Das ist auch Afrika, aber jetzt mal im positiven Sinn 🙂 .
Mir wird ganz komisch 😐 . Der Pilot und ein Arzt steigen aus der Maschine, begrüssen uns und fragen nach dem Patienten, der immer noch im Fahrzeug sitzt. Gemeinsam wird Toni aus dem Fahrzeug geholfen und die Frage, ob er die paar Stufen ins Flugzeug schaffen würde, beantwortete er mit JA 🙁 . Es geht natürlich nicht 🤨 ! Ein paar starke Männer müssen mit allen Kräften nachhelfen. Ich befürchte schon, dass sie seine Hose in Stücke reissen, so sehr müssen sie daran ziehen 🤢 . Oben angekommen, kann sich der total geschwächte Mann nicht mehr aufrichten und kriecht auf allen Vieren auf die Liege 😐 .
Joel und ich steigen auch ins Flugzeug und schauen gebannt zu, wie der Arzt verzweifelt versucht, eine Vene für die Infusionsnadel zu finden. Toni sei total ausgetrocknet, deshalb sei das gar nicht so einfach, meint der Flying Doctor. Ca. nach dem zehnten Versuch klappt es dann endlich. Zusätzlich wird er noch mit Sauerstoff versorgt und an diverse Überwachungsgeräte angeschlossen. Es bleibt mir nicht viel Zeit, mich von Toni zu verabschieden 🙁 und als er mir dann noch sagt, dass er mir den Urlaub vermiest habe, wühlt mich das total auf 🙁 🙁 🙁 .
Eine halbe Stunde später, um 17.30 Uhr startet der Flieger in Richtung Nairobi und verschwindet langsam am Horizont. Jürgen und ich fahren zurück zur Lodge.
Nun hock ich ganz allein hier auf der Veranda und weiss nicht, wie‘s weiter geht.
Auch der Wasserbock und die Elis, die vor meinem Bungalow am Wasserloch stehen, können mich nicht aufheitern. Entsprechend mies ist auch das Eli-Foto geworden, …ist mir aber egal 😗 .
Am Abend sitze ich alleine im Restaurant und muss mich zwingen, eine Kleinigkeit zu essen. Harrison, der Massai begleitet mich anschließend zum Bungalow und leistet mir ein wenig Gesellschaft. Er fühlt sich jetzt für mich ganz besonders verantwortlich, der Gute 😁 .
Später starte ich meinen Laptop und starre bis 22 Uhr auf den Posteingang, dann wird der Generator abgeschaltet, der Internetempfang ist weg und das Licht geht aus. Ich sitze noch lange im Dunkeln und hoffe, dass ich irgendwann aus einem Alptraum erwache, aber nein, das alles spielt sich wirklich so ab.
auch wenn das alles tragisch ist, so finde ich es toll von Dir, dass Du uns alles so genau erzaehlst. Es kann jedem passieren und Deine Erfahrungen geben nun doch vielen einen Hinweis, was wichtig sein kann und wie es ablaeuft, wenn man die richtigen Draehte zieht.
Da staunt man oft, es gibt Dinge, die hier so gut klappen, dass man meint man sei auf einem anderen Kontinent.
Wo viele Afrikaner halt super sind, das ist die Anteilnahmen und das Dasein, wenn etwas schief laeuft.
Alle in der Severing Lodge sind so fuersorglich. Das hatte ich bei meinem Aufenthalt letztes Jahr erleben duerfen.
Dass Du einen Handyempfang in der Lodge gefunden hast, echt toll - ich bin jeweils ins Angestelltenquartier, wo auf einem Quadratmeter wenigstens die SMS rausgingen und reinkamen. Doch ich war sowieso gerne dort, weil es dort auch viele Voegel gab, die sich Menschen gewohnt sind.
Nun vielleicht geht Euer Erlebnis ja bald weiter, so dass ich vor Dienstag, wenn ich meine 3-woechige Tour starte, mehr weiss und nicht die Neugierde mich auf der ganzen Tour plagt 🤪
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
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Elvira Wolfer
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Hallo Erika, wahrscheinlich gibt es nichts Schlimmeres als weit weg vom Schuß, allein mit seinen Phantasien die Zeit totzuschlagen und abzuwarten. Und die Phantasien nehmen bestimmt ungeahnte Ausmaße an. Die Ungewißheit ist sicher kaum zu ertragen. Da hofft man doch, dass die Stunden schneller verrinnen als sonst. Aber es ist schon erstaunlich wie auch in Afrika die Räder ineinander greifen und funktionieren. Bin ich froh, dass wir bis jetzt nur den Zahnarzt brauchten. Einen schönen Sonntag Mutsel
Anita40874 Beiträge · seit 200803. Mai 2015 · #308
Ach du schei.....
mein alptraum, den du da beschreibst. Klasse, das der TMC so zuverlässige Partner hat. Meine bewunderung an dich und an mister toni, dass ihr das so klasse gemeistert habt. Diese Lähmungserscheinungen sind ja furchtbar. Hoffentlich gehts euch beiden besser,
die Tokos auf deinen fotos machen mir spass. Die werfen immer ein bisschen was in die luft und fangen es dann wieder auf um es richtig zu verschlingen. Gut getroffen
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200703. Mai 2015 · #309
Hallo ihr Lieben
Ganz herzlichen Dank für eure Rückmeldungen 🙂
Elvira schrieb:
auch wenn das alles tragisch ist, so finde ich es toll von Dir, dass Du uns alles so genau erzaehlst. Es kann jedem passieren und Deine Erfahrungen geben nun doch vielen einen Hinweis, was wichtig sein kann und wie es ablaeuft, wenn man die richtigen Draehte zieht. Da staunt man oft, es gibt Dinge, die hier so gut klappen, dass man meint man sei auf einem anderen Kontinent.
Dass wir den ETI-Schutzbrief und die Zusatzversicherung hatten, war unser grösster Glücksfall. Der TCS und die Flying Doctors haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Da staunen wir heute noch und sind ihnen unendlich dankbar.
Wo viele Afrikaner halt super sind, das ist die Anteilnahmen und das Dasein, wenn etwas schief laeuft. Alle in der Severing Lodge sind so fuersorglich. Das hatte ich bei meinem Aufenthalt letztes Jahr erleben duerfen.
Wir haben noch selten so viel Wärme, Hilfsbereitschaft und ehrliche Anteilnahme erfahren dürfen, wie in jenen Tagen. Unser sehnlichster Wunsch ist, so bald wie möglich zu diesen lieben Menschen zurückzukehren und all das Verpasste nachzuholen und zu geniessen.
Dass Du einen Handyempfang in der Lodge gefunden hast, echt toll - ich bin jeweils ins Angestelltenquartier, wo auf einem Quadratmeter wenigstens die SMS rausgingen und reinkamen. Doch ich war sowieso gerne dort, weil es dort auch viele Voegel gab, die sich Menschen gewohnt sind.
Hab dann auch erfahren, wo’s etwas besser funktioniert mit dem Handy-Empfang. 😈
Nun vielleicht geht Euer Erlebnis ja bald weiter, so dass ich vor Dienstag, wenn ich meine 3-woechige Tour starte, mehr weiss und nicht die Neugierde mich auf der ganzen Tour plagt 🤪
Liebe Elvira, jetzt stürmst du schon wieder 🙄 😵 😕 !!! Wünsche dir eine ganz tolle Tour. 🙂
Lilytrotter schrieb:
..Gänsehaut, Kloß im Hals endlich ist Toni im Krankenhaus, wo er gute Behandlung und Versorgung hat und du? Erleichterung und wie gelähmt... fertig mit Jack und Büchs und endlich guter Hoffnung neben den vielen Sorgen man braucht viel mentale Kraft in solchen Zeiten!
Du sagst es! Einerseits war ich sehr erleichtert, dass man Toni ausgeflogen hatte, andererseits vermisste ich ihn natürlich sehr. Wie es mir damals ging war für mich völlig nebensächlich. Ich funktionierte einfach.
Mutsel schrieb:
wahrscheinlich gibt es nichts Schlimmeres als weit weg vom Schuß, allein mit seinen Phantasien die Zeit totzuschlagen und abzuwarten. Und die Phantasien nehmen bestimmt ungeahnte Ausmaße an. Die Ungewißheit ist sicher kaum zu ertragen. Da hofft man doch, dass die Stunden schneller verrinnen als sonst. Aber es ist schon erstaunlich wie auch in Afrika die Räder ineinander greifen und funktionieren. Bin ich froh, dass wir bis jetzt nur den Zahnarzt brauchten.
Ja, wir waren ja wirklich im Busch draussen, als das Ganze so ausartete, und trotzdem müssen wir im Nachhinein sagen, dass es kaum besseren Platz gegeben hätte als bei diesen hilfsbereiten Leuten. Da hat einfach alles gepasst. Einen Zahnarzt hab ich übrigens auch schon gebraucht und der hat damals prima gearbeitet. 😁 Anita schrieb:
Ach du schei..... mein alptraum, den du da beschreibst. Klasse, das der TMC so zuverlässige Partner hat. Meine bewunderung an dich und an mister toni, dass ihr das so klasse gemeistert habt. Diese Lähmungserscheinungen sind ja furchtbar. Hoffentlich gehts euch beiden besser,
Danke Anita. Die Lähmungserscheinungen waren wirklich sehr beängstigend für uns beide. Wegen einer Magen/Darmgrippe wird man ja nicht gleich ausgeflogen, aber da haben die Ärzte des TCS in der Schweiz schon super reagiert, als sie verordneten, dass Toni ausgeflogen werden muss. Wir sind ihnen noch heute dankbar dafür.
die Tokos auf deinen fotos machen mir spass. Die werfen immer ein bisschen was in die luft und fangen es dann wieder auf um es richtig zu verschlingen. Gut getroffen
Ach ja die hübschen Vögel waren für mich eine willkommene Abwechslung und haben mich ein wenig abgelenkt.
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201203. Mai 2015 · #310
Liebe Erika, das ist ja wirklich eine dramatische Geschichte. Der arme Toni - wie lebenslustig sah er auf euren ersten Bildern aus - und jetzt das! Bin echt gespannt, wie es weitergeht, "Alptraum" ist wirklich die richtige Vokabel.
„Hut ab vor deiner Courage!“ Da zahlt sich deine Beherztheit, eure guten Kontakte, eine empathische Kommunikation mit den Einheimischen und gute Vorbereitung für den Notfall aus.
Auf das der Mr. Toni bald wieder so ausschaut! Hoffentlich können wir bald die Maße an Toni überprüfen.
Mit herzlichen Grüßen aus dem Gartenreich Wörlitz
Marina und Jochen
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200704. Mai 2015 · #313
Hallo zusammen
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! 🙂 🙂 🙂
Rolfhorst schrieb:
das ist ja wirklich eine dramatische Geschichte. Der arme Toni - wie lebenslustig sah er auf euren ersten Bildern aus - und jetzt das! Bin echt gespannt, wie es weitergeht, "Alptraum" ist wirklich die richtige Vokabel.
Ja lieber Rolf, wir möchten das wirklich nicht nochmal erleben. Sogar beim Schreiben des letzten Kapitels ist mein Puls wieder angestiegen 🙁 . Es war schon ziemlich heftig.
Bushtruckers schrieb:
willst Du nun sagen, dass ich ein "Stuermi" bin? 😉 mach Dir keine Sorgen, darueber haben sich meine Chefs in der Schweiz des oefteren unterhalten... Geduld ist leider anderen in die Wiege gelegt worden.... Lass Dich also nur ein klein wenig Hetzen... 😐 🙂
Hey Elvira, wenn ich deine vielen wunderschönen Vogelbilder betrachte, muss dir aber sehr wohl viel Geduld in die Wiege gelegt worden sein 😁 . Ich komm mir immer vor wie eine Vogelscheuche, wenn ich mich mal auf die Lauer lege 😐 . Die entdecken mich und schwupps sind sie weg… 😈
Butterblume schrieb:
„Hut ab vor deiner Courage!“ Da zahlt sich deine Beherztheit, eure guten Kontakte, eine empathische Kommunikation mit den Einheimischen und gute Vorbereitung für den Notfall aus.
Unser grösster Glücksfall war natürlich, dass wir zur richtigen Zeit im Severin Safari Camp gelandet waren. Der Airstrip war relativ nahe und von den Leuten dort hab ich sehr viel Unterstützung und Hilfe gekriegt.
Auf das der Mr. Toni bald wieder so ausschaut! Hoffentlich können wir bald die Maße an Toni überprüfen.
Der Typ auf dem Bild sieht aber sehr feminin aus 😮 🙄 😵 . Bist du sicher, dass das ein Mann ist? Leider hast du eines der primären Geschlechtsmerkmale abgeschnitten 🤨 .
ich habe auch beim Voegel fotografieren keine Geduld. Entweder sie sitzen innerhalb maximum 10 Minuten so wie ich es moechte, oder ich spazier zum Naechsten.
Die Vogelaufnahmen entstehen und entstanden innert langen Zeiten, da ich ja an der Quelle bin und wenn moeglich fast taeglich mit Kamera und Hunden unterwegs bin. Das erhoeht die Chance, aber nicht die Geduld.
Liebe Gruesse aus der warmen Sonne Elvira
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ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200704. Mai 2015 · #315
Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 17. Januar 2015 Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen. Zuviele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Wohin wurde Toni gebracht? Wie geht es ihm? Wie ernst ist sein Zustand? Wie gut sind die Ärzte? Kriegt er auch die richtige Pflege?
Vor dem Morgengrauen stehe ich auf, setze mich auf die Veranda und um 06.00 Uhr schalte ich meinen PC ein, da es nun wieder Internetempfang gibt.
Da das WLAN auch im Restaurant funktioniert, nehm ich den PC mit zum Frühstückstisch, da ich ja von unserem TCS auf neue Nachrichten hoffe. Dann geh ich andauernd in die Küche um mein Handy ins Schrankabteil zu halten 😠 , wo man am ehesten auf Empfang hoffen kann 😈 .
Dann kommt plötzlich eine SMS von Toni rein, worin er mir seine direkte Telefonnummer vom Spital mitteilt 😁 . Natürlich rufe ich gleich zurück, aber die Verbindung unterbricht andauernd, sodass wir erst gar nicht miteinander reden können 😠 . Es ist zum Verzweifeln 😐 !
In der Zwischenzeit ist auch eine Email vom TCS angekommen. Man versichert mir, dass man in ständigem Kontakt mit dem Dienstleister Amref in Nairobi sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Es sei für alles gesorgt, und auch der Flug mit den Flying Doctors und die Spitalrechnung werde vollumfänglich übernommen. Ans Finanzielle hab ich eigentlich noch gar nicht gedacht 😊 . Nun bin ich aber sehr froh darüber, dass ich noch kurz vor unserem Abflug eine Zusatzversicherung abgeschlossen habe. Was sind schon Fr. 50.- Jahresbeitrag für zwei Personen für die garantierte Deckung sämtlicher Kosten - eigentlich nichts 🙂 .
Am frühen Nachmittag fährt Jürgen mit mir zum 50 km entfernten Mtito Andei Gate, um das Finanzielle zu regeln. Eigentlich wäre ja heute unser Abreisetag gewesen und unser Park-Permit läuft somit heute ab. Der Chefranger zeigt sehr grosses Verständnis, ich kann somit im Park bleiben, solange ich möchte und darf den Rest zum Schluss bei Abreise begleichen.
Dann fährt Jürgen mit mir zu seinem Stammlokal, welches sich in Mtito Andei in einer kleinen, staubigen Gasse befindet. Er kehrt hier immer ein, wenn er im Ort ist, denn in der kleinen Bar wird seine Leibspeise, gegrilltes Ziegenfleisch mit Ugali angeboten 😁 . Es sei das beste Ziegenfleisch von ganz Kenia, schwärmt er 😄 .
Ich bin schon wie auf Nadeln, denn hier gibt es Handyempfang. Nachdem ich die von Toni per SMS mitgeteilte Nummer gewählt habe, hör ich endlich, endlich seine Stimme 🙂 🙂 🙂 . Sie ist zwar sehr schwach, aber er teilt mir mit, dass er im Aga Khan University Hospital in Nairobi in einem schönen Zimmer liege und in sehr guten Händen sei. Man habe ihn bereits stundenlang untersucht und nun an viele Kabel und Schläuche inkl. Magensonde und Sauerstoff angehängt 🙄 🤨 . Das Pflegepersonal und die Ärzte seien ausgesprochen nett und fürsorglich, er sei hier bestens aufgehoben.
Total erleichtert, endlich mit Toni Kontakt gehabt zu haben und zu wissen, dass er in guten Händen ist, probier ich sogar etwas von Jürgens Riesenportion Ziegenfleisch und es schmeckt mir prima. Jürgen ist auch sehr froh, er versichert mir, dass das Aga Khan University Hospital in Nairobi zu den besten des Kontinents gehöre.
Zurück beim Gate, laden wir noch den Schneider und den Maler auf, die beide in der Lodge arbeiten und einen Ranger, der in Mzima Springs stationiert ist. Langsam wird es dunkel, wir beobachten dutzende niedliche Dikdiks, die vom Scheinwerferlicht geblendet werden. Jürgen muss mächtig aufpassen, dass er keines anfährt. Erst setzen wir den Ranger bei seiner Hütte ab und dann fahren wir schlussendlich zum Severin Safari Camp. Mir fällt auf, dass Jürgen zu den hiesigen Leuten ein ausgesprochen gutes und herzliches Verhältnis hat.
In der Zwischenzeit hat sich auch wieder der Mitarbeiter des TCS per Email gemeldet. Man werde mich laufend über den Zustand des Patienten informieren, sobald man neue Nachrichten vom Spital habe, ich solle mir keine Sorgen machen, heisst es. Dass die sich so sehr um mich kümmern und sich immer wieder melden, beruhigt mich ungemein 🙂 .
Das Abendessen ist zwar sehr gut und das fürsorgliche Personal nötigt mich fast, alles schön aufzuessen, aber allein macht es einfach keinen Spass 🙁 .
Impalas am Wasserloch vor meiner Veranda
Den Rest des Abends verbringe ich wieder auf der Veranda und hänge meinen Gedanken nach. Noch hoffe ich ja, dass Toni nur dehydriert ist und bald wieder zur Lodge zurückkehren kann.
picco6'369 Beiträge · seit 201104. Mai 2015 · #316
Hoi Erika
Es wird Zeit dass ich mich wieder mal für Deinen tollen Bericht bedanke! Besonders da ich Toni ja vorher und nachher gesehen habe interessiert mich Eure Geschichte!!! Und so ganz nebenbei: Nach Jahren ohne TCS und ohne ETI-Schutzbrief bin ich nun dank Deinem Bericht wieder am überlegen obs nicht doch was für mich wäre.... AMREF ist übrigens die Trägerorganisation der Flying Doctors und nicht nur ein Dienstleister. Bei denen löse ich (bisher) für jede Reise die Versicherung!
....Bettina Vadera ist eine Schweizer Ärztin bei Amref , seit einer gefühlten Ewigkeit .....
will heissen so um die 20 Jahre oder mehr und lebt in Nairobi.......
mit lieben Grüssen aus der Nähe......
BMW
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201105. Mai 2015 · #318
Hallo Erika,
mir schnürt sich beim Lesen der Hals zu, und das wird bei jedem Kapitel immer schlimmer. Ich hoffe, es kommt bald das Happy-End, und das Liebespaar ist wieder glücklich (und gesund!) vereint.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200705. Mai 2015 · #320
Hallo zusammen
Picco schrieb:
Es wird Zeit dass ich mich wieder mal für Deinen tollen Bericht bedanke! Besonders da ich Toni ja vorher und nachher gesehen habe interessiert mich Eure Geschichte!!!
Es freut mich, dass dich unsere Geschichte interessiert, zumal wir uns ja auch sonst etwas näher kennen, gell. 😉
Und so ganz nebenbei: Nach Jahren ohne TCS und ohne ETI-Schutzbrief bin ich nun dank Deinem Bericht wieder am überlegen obs nicht doch was für mich wäre....
Für uns ist der ETI-Schutzbrief wirklich die beste Lösung, zumal ja nebst allem anderen auch eine Rechtschutzversicherung (im Falle eines Unfalls oder einer Verhaftung) und Reiserücktrittversicherung enthalten ist
AMREF ist übrigens die Trägerorganisation der Flying Doctors und nicht nur ein Dienstleister. Bei denen löse ich (bisher) für jede Reise die Versicherung!
In meiner Korrespondenz mit dem TCS war jeweils vom Dienstleister oder Agenten die Rede. Amref/Flying Doctors ist halt beim TCS unter Vertrag und der Ansprechpartner für Notfälle in Kenia. Hut ab vor dieser Organisation. Da hat alles, aber auch gar alles geklappt. Wir sind tief beeindruckt und sehr dankbar dafür.
BMW schrieb:
....Bettina Vadera ist eine Schweizer Ärztin bei Amref , seit einer gefühlten Ewigkeit ..... will heissen so um die 20 Jahre oder mehr und lebt in Nairobi.......
Oh, die Frau hat bestimmt einen sehr interessanten Job.
KarstenB schrieb:
mir schnürt sich beim Lesen der Hals zu, und das wird bei jedem Kapitel immer schlimmer. Ich hoffe, es kommt bald das Happy-End, und das Liebespaar ist wieder glücklich (und gesund!) vereint.
Danke Karsten für dein Mitgefühl. Ich hoffe, dass du trotzdem bis zum Ende meines Berichtes dabei bleibst. 😁
Annick schrieb:
Coucou Erika, Mein lieber Gott! Ich hoffe auch auf ein baldiges Happy-End. 🙂 Wir sind auch gerade am Nachgucken ob wir genügend versichert sind..... 😎
Coucou Annick, es schadet wirklich nicht, darüber nachzudenken. So eine Rettungsaktion und Spitalaufenthalt im Ausland kann ja unheimlich ins Geld gehen.
Liebe Grüsse und danke auch an alle Mitleser und Dankeknopfdrücker 🙂 🙂 🙂 Erika