Eine Reise wird zum Alptraum

Reisebericht 475 Antworten · 111k Aufrufe · gestartet 16. März 2015 von Erika
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2'060 Beiträge · seit 201305. Mai 2015 · #321
Hallo, auch ich lese immer noch (meist still) mit und bange mit dir - obwohl ja alles längst Vergangenheit ist. Je älter ich werde, umso mehr Bedenken gibt es vor einer Reise. Es ist gut zu lesen, wie man sich verhalten soll und wo man Hilfe finden kann.

Hoffentlich kommt bald die Auf-/Erlösung, sonst muss ich die Spannung mit nach Namibia nehmen! 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
281 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #322
Moin,
also komplett mal davon abgesehen, dass es hier um erlebtes Leid geht und ich auch auf ein Happy End hoffe, (da du geschrieben hast, dass dein Mann mitliest, wird es wohl wieder bergauf gehen)
mag ich deine vielschichtigen Beschreibungen und deine Schreibe, die trotz der Ereignisse locker und nicht dramatisierend daherkommt und auch das Drumherum mit beschreibt. Es ist mittlerweile mein morgendliches Ritual, nach dem Rechner Einschalten ersteinmal nach deinem Reisekrimi zu schauen, bevor es mit den Mails los geht.
Von daher bin ich nicht so dafür, dass es schnell zu Ende geht. 😐
Also nochmal, weil es mich wirklich beeindruckt: Hut ab, wie du das ausgehalten hast und jetzt so schön zu Papier 😣 in Bits 😉 bringst.
Gruß aus Hamburg.
--------------------------------------------- carpe diem
5'049 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #323
Hallo Erika,

ich habe mir endlich mal die Zeit genommen und deinen Bericht weiter gelesen. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass wenn ich aus dem Urlaub komme, Euer Alptraum schon längst von einem Happy End abgelöst wurde.

Ich war selbst schon mal in so einem Alptraum und kann mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast.

Bin schon gespannt wie es weiter geht und hoffe auf ein baldiges Happy End!

Liebe Grüß
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200705. Mai 2015 · #324
Hallo miteinander 🙂

Berg-Eule schrieb:
Hallo, auch ich lese immer noch (meist still) mit und bange mit dir - obwohl ja alles längst Vergangenheit ist. Je älter ich werde, umso mehr Bedenken gibt es vor einer Reise. Es ist gut zu lesen, wie man sich verhalten soll und wo man Hilfe finden kann.
Seit 24 Jahren sind wir ja mit dem eigenen Fahrzeug relativ unbeschwert unterwegs und es ist immer gut gegangen. Oft hab ich schon gesagt, dass diese Reiseversicherungen eigentlich ziemlich überflüssig seien. Aber plötzlich ist man dann doch froh darüber. Übrigens kann so ein Ernstfall in jedem Alter eintreten, dazu muss man nicht unbedingt zu den älteren Semestern gehören.
Hoffentlich kommt bald die Auf-/Erlösung, sonst muss ich die Spannung mit nach Namibia nehmen! 😉
Bis zur Auf-/Erlösung dauerts leider noch etwas 🙁 . Wünsche dir hiermit eine wunderbare Reise und vor allem gute Gesundheit. 🙂

Reisetiger schrieb:
also komplett mal davon abgesehen, dass es hier um erlebtes Leid geht und ich auch auf ein Happy End hoffe, (da du geschrieben hast, dass dein Mann mitliest, wird es wohl wieder bergauf gehen)
mag ich deine vielschichtigen Beschreibungen und deine Schreibe, die trotz der Ereignisse locker und nicht dramatisierend daherkommt und auch das Drumherum mit beschreibt. Es ist mittlerweile mein morgendliches Ritual, nach dem Rechner Einschalten ersteinmal nach deinem Reisekrimi zu schauen, bevor es mit den Mails los geht.
Dein Interesse an meinem Bericht freut mich sehr 🙂 . Danke für die Blumen. "Reisekrimi" ist gut 🤪 den muss ich mir merken 😄
Von daher bin ich nicht so dafür, dass es schnell zu Ende geht. 😐
Bist scheinbar ein richtiger Geniesser 😎 😄 😉
Also nochmal, weil es mich wirklich beeindruckt: Hut ab, wie du das ausgehalten hast und jetzt so schön zu Papier 😣 in Bits 😉 bringst.
Es blieb mir leider gar nichts anderes übrig, als das alles auszuhalten 🙁

Dixiang schrieb:
ich habe mir endlich mal die Zeit genommen und deinen Bericht weiter gelesen. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass wenn ich aus dem Urlaub komme, Euer Alptraum schon längst von einem Happy End abgelöst wurde.
Leider dauerte der Alptraum ziemlich lange, so lange, dass du zwischendurch in den Urlaub fahren konntest 😕
Ich war selbst schon mal in so einem Alptraum und kann mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast.
Wohlgefühlt hab ich mich in jenen Tagen wirklich nicht – und trotzdem ist es halt wichtig, dass man funktioniert und einen klaren Kopf behält.

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'060 Beiträge · seit 201305. Mai 2015 · #325
Erika schrieb:

Berg-Eule schrieb:
Hoffentlich kommt bald die Auf-/Erlösung, sonst muss ich die Spannung mit nach Namibia nehmen! 😉
Bis zur Auf-/Erlösung dauerts leider noch etwas 🙁 . Wünsche dir hiermit eine wunderbare Reise und vor allem gute Gesundheit. 🙂
Tja, dann muss ich mich wohl gedulden. Danke für die lieben Wünsche!
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
2'085 Beiträge · seit 201205. Mai 2015 · #326
Hallo Erika,
schon ganz am Anfang eurer Reise kam bei mir der große Stress auf, so dass ich einfach an einem netten Plätzchen ausgestiegen bin als bei euch die Situation noch recht entspannt war ... Jetzt endlich hab ich's geschafft, wieder einzusteigen und mich hier mal auf den aktuellen Stand zu bringen - und so begeistert ich mal wieder von deiner Art zu erzählen bin, so entsetzt bin ich doch auch über Tonis Krankengeschichte! Ich glaube, ich wäre ziemlich verrückt geworden - du schreibst, dass man ja klaren Kopf behalten und das irgendwie durchstehen muss, aber so wie sich das zugespitzt hat, kommt man wohl doch an die eigenen Grenzen. Also auch von mir allergrößten Respekt an euch beide! Und ich find's ganzganz toll, dass du die ganze Gemengelage hier im Forum teilst!!! (Hilft übrigens auch sehr bei den Überlegungen der Reisevorbereitungen, die über Sonnencreme und T-Shirt-Auswahl hinausgehen.(Und noch mehr hoffe ich, dass es euch inzwischen wieder richtig gut geht.
Ganz herzliche Grüße aus Stuttgart
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200706. Mai 2015 · #327
Liebe franzicke, du schriebst:
Ich glaube, ich wäre ziemlich verrückt geworden - du schreibst, dass man ja klaren Kopf behalten und das irgendwie durchstehen muss, aber so wie sich das zugespitzt hat, kommt man wohl doch an die eigenen Grenzen.
Wenn ich nicht die unglaublich hilfsbereiten Leute vom Severin Safari Camp in meiner Nähe gehabt hätte, wäre ich vermutlich schon verzweifelter gewesen. Zudem haben mich auch die Mitarbeiter unseres TCS rund um die Uhr vorbildlich betreut und mir immer wieder versichert, dass man sich um alles kümmern und mich laufend über den Zustand des Patienten unterrichten werde. Das hat mir ein besseres Gefühl gegeben – wenigstens den Umständen entsprechend….
Klar, die Sorge um meinen Mann ist geblieben und das hat mich schon echt mitgenommen.

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'324 Beiträge · seit 201306. Mai 2015 · #328
Ach du meine Güte was für eine Sche... (du weißt schon).
Ich glaube das ist der Alptraum aller, im Urlaub so richtig krank zu werden.

Ich kann es, wenn auch nur annähernd, nachvollziehen.

Sicher hat sich alles zum Guten gewandt, aber es ist schon sehr spannend mit zu erleben, wie es weiter geht.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200706. Mai 2015 · #329
Hallo lionfight, du schriebst:
Ach du meine Güte was für eine Sche... (du weißt schon).
Ich glaube das ist der Alptraum aller, im Urlaub so richtig krank zu werden.
Ich kann es, wenn auch nur annähernd, nachvollziehen.
Sicher hat sich alles zum Guten gewandt, aber es ist schon sehr spannend mit zu erleben, wie es weiter geht.
Du darfst das Kind ruhig beim Namen nennen. Ja, es war wirklich Scheisse! 🙁 🙁 🙁
Danke, dass du dich nochmals gemeldet hast. Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht. 🙂

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200706. Mai 2015 · #331
Severin Safari Camp. Tsavo West NP, 18. Januar 2015
Im Laufe des Vormittags ist es mir möglich, von der Küche aus drei Mal mit Toni zu telefonieren. Die Verbindung im Küchenschrank-Abteil ist zwar echt nerventötend, da sie andauernd unterbricht 😈 und die Leute mit den Töpfen rumklappern, aber immerhin haben wir ein wenig Kontakt. Toni tönt sehr schwach, trotzdem bin ich dankbar, dass er überhaupt ansprechbar ist. Diese Hin- und Herrennerei zwischen meinem Bungalow und der Küche macht mich ganz fertig. Ich finde keine Ruhe, kaum im Bungalow angekommen, zieht‘s mich wieder zurück in die Küche. Und kaum in der Küche angekommen, ziehts mich wieder zum Bungalow, in der Hoffnung auf Email-Nachrichten von irgendwem 🙁 .

Nach dem Mittag kommt dann eine Email von Dr. Hooker, dem behandelnden Arzt rein:
Hi, your husband has Guillain-Barré-Syndrome wich is a post-infectious complication of infectious diarrhea causing a nerve Problem resulting in profound muscle weakness. He is being moved to ICU. It is very likely that he will make a good recovery. Please contact us for further informations. Warm regards Dr. Juzar Hooker.

Nachdem ich erst mal ergoogelt habe, was ein Guillain-Barré-Syndrom ist, bin ich total am Anschlag. Dann geh ich zu Jürgen ins Büro. Ich möchte von ihm wissen, was ICU ist. ICU sei „intensive care unit“ = Intensivstation, sagt er. Toni liegt also auf der Intensivstation 🙁 .

Gemeinsam durchforsten wir das Netz und lesen über diese Krankheit, von der wir bis anhin nicht mal gewusst haben, dass es sie gibt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Guillain-Barr%C3%A9-Syndrom

oder

http://www.dr-gumpert.de/html/guillain-barre-syndrom.html

Definition
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung die auf einer Entmarkung (Demyelinisierung) von Nervenfasern beruht.
Um das 25. und um das 60. Lebensjahr liegen zwei Erkrankungsgipfel. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Häufigkeit des Guillain-Barré-Syndrom liegt bei 1-2/100.000/ Jahr.


Bitte googelt selbst, falls ihr mehr über diese fiese neurologische Erkrankung, die schwere Lähmungen hervorruft, erfahren wollt. Jedenfalls wird sie oft durch Durchfall oder Impfungen gegen Grippe oder auch Tollwut usw. ausgelöst.
Ich mag schon gar nicht mehr darüber lesen. 🙁

Und - versteht ihr nun, weshalb ich euch nicht vor Tonis Durchfallproblemen verschonen konnte? Sie gehören einfach zu der Krankheitsgeschichte, denn dadurch wurde dieses Syndrom ja schlussendlich erst ausgelöst. Das könnte euch übrigens auch passieren!

Im Moment weiss ich nicht weiter. Eigentlich hab ich nur zwei Optionen:
1. Ich lasse wie von Jürgen angeboten unser Fahrzeug hier im Camp stehen und fahre mitsamt unserem Gepäck per Bus oder Taxi nach Nairobi ins Spital.
Nachteil: Das Fahrzeug müsste gemäß kenianischen Vorschriften spätestens nach drei Monaten außer Landes gebracht werden und wer weiss, wie‘s um Toni in drei Monaten steht.

Oder

2. Ich fahre unser Fahrzeug nach Arusha in den Heimathafen und fliege von dort nach Nairobi.
Vorteil: In Tansania darf unser Fahrzeug ein volles Jahr stehen.
Nachteil: Ich müsste die ganze Strecke bis Arusha allein zurücklegen.

Am Abend kann ich fast nichts essen. Ich zermartere mir den Kopf, wie‘s nun weiter gehen soll. Eines ist aber ganz klar geworden - Toni wird nicht mehr ins Severin Safari Camp zurückkehren können.

Bilder gibt’s heute leider keine.

Fortsetzung folgt………………
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
8'674 Beiträge · seit 201006. Mai 2015 · #332
Ach Erika - auch wenn ich die Story in der Kurzfassung ja kenne: "besser" (was Eure Erlebnisse betrifft) wird sie dadurch nicht! Trotzdem kann man ja wirklich vom Glück im Unglück sprechen, dass Ihr zumindet halbwegs in der Zivilisation und nicht ganz auf Euch alleine gestellt wart. Wobei Du/Ihr (?) das ja so gesteuert hast/habt, als irgendwann klar wurde, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmt mit Toni, richtig?

Ich kann ihn aber auch sehr gut verstehen - man will dem anderen den Urlaub nicht verderben und hofft jeden Tag aufs Neue, dass es nun aufwärts geht. Keiner weiß ja, was noch alles auf einen wartet.... Also versucht man das Ding irgendwie "durchzuziehen". Schlussendlich hat's nicht funktioniert und Du bist plötzlich mit deinen Sorgen allein im Busch gesessen 🙁

Nun schreib mal bitte weiter und päpple den Toni nebenher auf, damit wir ihn im Juli in alter Frische erleben dürfen 🙂 !

Liebe Grüße von Bele

Edit: Ups, schon hat sie weitergeschrieben....
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 06. Mai 2015
1'309 Beiträge · seit 200906. Mai 2015 · #333
Liebe Erika,
die Krankheit ist schon hier bei uns kein Zuckerschlecken und es gibt Menschen, die sich davon nie ganz erholen (so der Vater einer meiner Freundinnen). Andererseits wirft es ein sehr gutes Licht auf die Ärzte in Nairobi, dass sie das so gut diagnostiziert haben.
Ich hoffe, dass Toni das gut überstanden hat und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ihr euch da unten, jeder für sich allein in seinem Chaos, gefühlt haben müsst.
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
1'523 Beiträge · seit 201106. Mai 2015 · #334
@ Erika

Die ÄTIOLOGIE ist , so ich das richtig verstehe, ungesichert und unsicher....

aber eine der Möglichkeiten ist, ob ca. 2-4 Wochen vor den Rückenschmerzen noch hier in der Schweiz

bei Deinem Mann eine Lungen oder /MagenDarm Infektion akut oder subakut stattgefunden hat....

(kann Ihm nachträglich zwar egal sein) aber für uns alle wäre es ein Lernprozess und man kann

immer dazulernen..........

Eine weitere Erkenntnis ist, dass ein Nervenliquor-Test für Joel in der Kilaguni sicher "ausser Reichweite"

war........

BMW
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200707. Mai 2015 · #335
Hallo zusammen

Zloewen schrieb um 21:03 Uhr:
..wann geht's weiter ? 🤩
Weiter ging‘s in meinem Bericht 8 Minuten später, um 21:11 Uhr – zufrieden? 😉 😛 😁

Champagner schrieb:
Ach Erika - auch wenn ich die Story in der Kurzfassung ja kenne: "besser" (was Eure Erlebnisse betrifft) wird sie dadurch nicht! Trotzdem kann man ja wirklich vom Glück im Unglück sprechen, dass Ihr zumindet halbwegs in der Zivilisation und nicht ganz auf Euch alleine gestellt wart. Wobei Du/Ihr (?) das ja so gesteuert hast/habt, als irgendwann klar wurde, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmt mit Toni, richtig?
Dass wir zu der Zeit im Severin Safari Camp gelandet sind, war ein einziger Glücksfall. Nicht auszudenken, wie’s auf einem einsamen Campingplatz ausgegangen wäre. Ich hätte Toni mit seinen Lähmungserscheinungen gar nicht mehr ohne fremde Hilfe ins Auto gebracht.
Ich kann ihn aber auch sehr gut verstehen - man will dem anderen den Urlaub nicht verderben und hofft jeden Tag aufs Neue, dass es nun aufwärts geht. Keiner weiß ja, was noch alles auf einen wartet.... Also versucht man das Ding irgendwie "durchzuziehen". Schlussendlich hat's nicht funktioniert und Du bist plötzlich mit deinen Sorgen allein im Busch gesessen 🙁
Wer denkt denn gleich an den Super GAU, wenn er mal an Durchfall leidet! Das passiert doch vielen im Urlaub. Wir bezweifeln sehr, ob ein Arzt in Malindi oder sogar in der Schweiz innert so kurzer Zeit diese Diagnose hätte stellen können. Jeder hätte ihm doch vorerst mal ein Antibiotikum verschrieben. Wir staunen heute noch, wie schnell die Ärzte in Nairobi darauf gekommen sind, an welcher Krankheit Toni leidet. Das muss erst mal einer nachmachen.
Nun schreib mal bitte weiter und päpple den Toni nebenher auf, damit wir ihn im Juli in alter Frische erleben dürfen 🙂 !
Oh ja, wir freuen uns wirklich sehr auf das Treffen! 🙂 🙂 🙂

Nenette schrieb:
die Krankheit ist schon hier bei uns kein Zuckerschlecken und es gibt Menschen, die sich davon nie ganz erholen (so der Vater einer meiner Freundinnen). Andererseits wirft es ein sehr gutes Licht auf die Ärzte in Nairobi, dass sie das so gut diagnostiziert haben.
In der Zwischenzeit haben wir hier bereits einige Leute mit dieser Krankheit kennen gelernt. Wir sind geschockt darüber, wie lange es bei manchen gedauerte, bis man endlich die richtige Diagnose gestellt hatte. Da wurde wertvolle Zeit verloren, was sich dann auf den eh schon sehr langen Genesungsprozess auswirkte. Wir sind heute noch zutiefst dankbar, dass wir in Nairobi an die richtigen Ärzte geraten sind.

BMW schrieb:
Die ÄTIOLOGIE ist , so ich das richtig verstehe, ungesichert und unsicher....
Ich hab auch herausgefunden, dass die Meinungen über die Entstehung der Krankheit etwas auseinander gehen
aber eine der Möglichkeiten ist, ob ca. 2-4 Wochen vor den Rückenschmerzen noch hier in der Schweiz
bei Deinem Mann eine Lungen oder /MagenDarm Infektion akut oder subakut stattgefunden hat....
(kann Ihm nachträglich zwar egal sein) aber für uns alle wäre es ein Lernprozess und man kann
immer dazulernen..........
Lungeninfektion kann ausgeschlossen werden, aber Magen/Darminfektion weiss man ja nie so genau, da es schon viel zu lange her ist. Die Rückenprobleme hatten ja im Juni letzten Jahres angefangen. Komisch ist nur, dass seit dem Ausbruch der Krankheit die Rückenschmerzen kein Thema mehr sind.
Eine weitere Erkenntnis ist, dass ein Nervenliquor-Test für Joel in der Kilaguni sicher "ausser Reichweite"
war........
Joel hat sehr richtig gehandelt, als er verordnete, dass Toni ausgeflogen werden müsse. In seiner kleinen Klinik hätte er keine Möglichkeiten für solch komplizierte Untersuchungen gehabt.

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'324 Beiträge · seit 201307. Mai 2015 · #336
Positiv ist ja allein die Gastfreundschaft im Camp und dem Wissen der beteiligten Ärzte.
Ich glaube für Dich war das ganze noch viel schlimmer wie für Deinen mann. Diese Unsicherheit kann zermürben.
Ich kann mir gut Deine Unruhe vorstellen wie Du verschiedenen Möglichkeiten im Kopf durchspielst.

Habt Ihr daran gedacht Toni ausfliegen zu lassen?

In dem Fall ist das was für eine Sch.... auch noch des Pudels Kern.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
874 Beiträge · seit 200807. Mai 2015 · #337
Ich hoffe Toni ist auf dem weg der besserung.
und dein nervenkosrüm, liebe erika hat sich hoffentlich auch beruhigt.
anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
1'425 Beiträge · seit 201308. Mai 2015 · #338
Hi Erika,

ich bin jetzt erst in deinen Berich eingestiegen (wir waren mal kurz weg in Südamerika 😗 ) und kann voll und ganz mit dir mitfühlen, da es mir schon mal ähnlich ergangen ist. Mein M. hat sich 2013 in Australien einen ganz banalen Mückenstich am Schienbein zugezogen. Hat ein bisschen gejuckt, aber sonst nichts. Mitten im absoluten australischen Nirwana hat er dann aber plötzlich bei 42 Grad Aussentemperatur angefangen zu frieren und ist nur noch rumgetorkelt als hätte er 5 Flaschen Wein getrunken. Wir haben es nach 12 Stunden gerade noch geschafft nach Tom Price zu kommen und das war (im Nachhinein) unser Glück, weil es da eine große Mine gibt und dadurch auch eine (eigentlich 😣 ) gute ärztliche Versorgung. Wir sind dort sofort ins Krankenhaus gegangen und dort hat der gerade diensthabende Arzt ihn untersucht und gemeint, das sei halt ein grippaler Infekt und er solle Fiebersenker nehmen. Wir haben ihn explizit auf den mittlerweile geröteten Insektenstich hingewiesen, aber der Arzt meint, das sei nicht die Ursache. Wir sind dann auf den 5km weiter liegenden Campingplatz gefahren und haben dort gleich einen wunderschönen ruhigen Platz in den Nähe der Sanitäreinrichtungen bekommen. Es war eine ganz grauenhafte Nacht, weil M. trotz der Fiebersenker immer unruhiger wurde und vor sich hin fantasierte. Gegen Morgen habe ich dann den fetten roten Streifen an seinem Bein gesehen und bin mit ihm sofort wieder ins Krankenhaus gefahren. Dort war dann Alarmstufe rot mit einer akuten Blutvergiftung und er wurde sofort an Infusionen gehängt und weggebracht. Und ich saß da und konnte nur warten und da werden Minuten zu Stunden 🙁 . Irgendwann kam eine Krankenschwester und sagte, dass M. auf die Intensiv müsse, das würde aber bedauerlicherweise 1.600 Aus$ pro Tag kosten, da wir keine australische Versicherung haben, aber sie überlege sich was. War mir in dem Moment aber Sch......egal mit den Kosten. Dann saß ich da und saß und saß und wusste auch nicht was mit meinem M. ist 🙁 . Nach einiger Zeit kam der jetzt behandelnde Arzt und meinte, dass es wohl gerade noch mal gut gegangen sei, die Medikamente würden wirken, allerdings müsste M. mindestens 1 Woche im Krankenhaus bleiben. Ich war glücklich, aber 1.600 Aus$ den Tag 😵 , aber egal, Hauptsache es geht ihm besser, wir haben ja auch eine Auslandskrankenversicherung. Nach einiger Zeit kam dann die nette Krankenschwester wieder und meint, sie hätte das mit den Kosten überlegt und sie hätte jetzt einen Plan B (ich liebe Schwester Plan B 😘 ) Schwester Plan B hat abends dann den Vorschlag gemacht, dass M. ja jetzt eigentlich nur alle 12 Stunden eine Infusion bekommen muss und ansonsten halt Ruhe braucht und den Fuß hochlegen muss (die Stichstelle war mittlerweile geöffnet worden und war ein Krater bis auf den Knochen). Das könne M. doch auch auf dem Campingplatz machen (ausruhen und den Fuß hochlegen) und ich soll ihn halt alle 12 Stunden zur Infusion und zur Wundreinigung bringen. Und genau das haben wir gemacht. Schwester Plan B hat uns auf die Minute alle 12 Stunden bereits mit der vorbereiteten Infusion erwartet und innerhalb 1 Stunde waren wir wieder auf dem Campingplatz. Am 3. Tag war dann plötzlich der 1. behandelnde Arzt da und entschuldigte sich eindinglichst bei M. , dass er die Entzündung nicht erkannt hatte - ging ja noch mal alles gut, aber Shit happens, auch im Urlaub.
Und am letzten Tag der Behandlung von M. hat sich herausgestellt, dass ich Schuld an seinem Leiden war 🤢
Der behandelnde 2. Arzt hat während der Abschlussuntersuchung, bei der ich dabei war, gesehen (ich trug ein ärmelloses Shirt), dass ich ebenfalls einen kleinen entzündeten Insektenstich am Oberarm hatte. Den hatte ich schon einige Zeit vor M's Infektion, habe den aber nicht weiter beachtet, hat halt rumgesuppt, war aber nicht weiter dramatisch, hab halt als ein Pflaster drübergeklebt und gut war. Hier haben sich aber irgendwelche Streptokokken gebildet, die mir nichts machten, ich aber an M. weitergegeben habe und bei ihm haben sie voll zugeschlagen 😈 . Das Ende vom Lied war, dass ich auch sofort Antibiotika nehmen musste.

Ich denke, es war bei euch das ganz große Glück, dass der erste behandelnde Arzt sofort die richtige Diagnose stellen konnte.

Ganz viele liebe Grüße und ich hoffe, dass es deinem Toni mittlerweile besser geht

Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2015
Themenstarter2'338 Beiträge · seit 200708. Mai 2015 · #339
Hallo zusammen

Vielen herzlichen Dank für eure netten Kommentare.

Lionfight schrieb:
Positiv ist ja allein die Gastfreundschaft im Camp und dem Wissen der beteiligten Ärzte.
Die Unterstützung und Hilfsbereitschaft meiner Gastgeber und auch der sehr kompetenten Ärzte war schon aussergewöhnlich
Ich glaube für Dich war das ganze noch viel schlimmer wie für Deinen mann. Diese Unsicherheit kann zermürben.
Ich weiss gar nicht, für wen es schlimmer war.
Ich kann mir gut Deine Unruhe vorstellen wie Du verschiedenen Möglichkeiten im Kopf durchspielst.
Habt Ihr daran gedacht Toni ausfliegen zu lassen?
Du wirst dann schon noch erfahren, wie wir schlussendlich nach Hause gekommen sind.

Anita schrieb:
Ich hoffe Toni ist auf dem weg der besserung.
und dein nervenkosrüm, liebe erika hat sich hoffentlich auch beruhigt.
Danke liebe Anita. Es ist wieder alles im grünen Bereich 🙂

@Clamat
Das ist ja auch eine ziemlich dramatische Geschichte, die du uns schilderst. Ihr habt grosses Glück gehabt.
Einem guten Freund von uns ist mal in Sun City/Südafrika der Liegestuhl auf den Fuss gefallen und hat einen kleinen Kratzer verursacht. Die Sache ist dann nach seiner Rückkehr in die Schweiz dermassen ausser Kontrolle geraten, dass man ihm fast das Bein hätte amputieren müssen. Nach vielen Monaten Spitalaufenthalt inkl. Intensivstation konnte es glüklicherweise gerettet werden. Er hat grosses Glück gehabt. Die schrecklichen Narben mit dem zerstörten und zerfressenen Wadenmuskel sieht man heute noch sehr deutlich.

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2015
2'060 Beiträge · seit 201308. Mai 2015 · #340
Puh, das war ja ein riesiges Glück, dass zumindest der zweite Arzt gleich die richtige Diagnose stellen konnte. Von dieser Krankheit habe ich noch nie gehört - sowas braucht man nicht, schon gar nicht im Urlaub, aber danach wird man leider nicht gefragt.

Nun habe ich ja doch noch die Auflösung mitgekriegt - denn das ihr beide heil heimgekommen seid, und es deinem Mann mittlerweile wieder gut geht, hast du ja vorneweg erklärt. Ich wünsche euch, dass ihr nie wieder Ähnliches erleben müsst.

Ich habe mir noch schnell vor dem Abflug eine Krankheit eingefangen, aber bis dahin werde ich es noch schaffen. Wie gesagt - man wird nicht gefragt. 🤢
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2015