fotomatte2'516 Beiträge · seit 200906. Feb. 2015 · #442
Hallo Muckels,
ich habe aufgeholt, war ganz schön viel, was ich da nachlesen musste, denn die letzten fünf Wochen hatte ich ja nur analogen Empfang. 🙂
Was mich immer wieder erstaunt, und auch bei euch hat es mich gewundert, dass so viele Traveller den Caprivi nur zum Transit nutzen nach oder von Botswana. Dabei gibt es das Selbige Programm doch auch hier, nur zu einem Bruchteil der Kosten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200608. Feb. 2015 · #443
Hallo Matthias,
du hast Recht. Wir fahren oft durch den Caprivi, ohne Station zu machen. An der ein oder anderen Stelle haben wir auch schon übernachtet und uns mehrfach vorgenommen, diese schöne Gegend etwas länger zu erkunden. Dieses Jahr haben wir den Caprivi eingeplant.
Vielen Dank für dein Lob und schön, dass du wieder da(bei) bist.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200608. Feb. 2015 · #444
Montag, 11. August 2014 – Zurück nach Namibia
Thupapedi Pan, KTP – Zelda Farm, Namibia
Unsere für diesen Urlaub letzte einsame Nacht ging zu Ende. Als wir aufstanden, war der Vollmond, den wir am Vorabend noch hatten aufgehen sehen, gerade dabei, am gegenüberliegenden Horizont zu verschwinden. Für ganz kurze Zeit schaute er in die aufgehende Sonne, dann versank er. Da wir eine längere und vor allem unbekannte Strecke zu fahren hatten, ließen wir uns nicht viel Zeit. Zunächst ging es die etwas mehr als 30 Kilometer zurück zum Kaa Gate. Dort trugen wir uns in das Register für ausgehende Fahrzeuge ein. Anschließend fuhren wir ein paar Kilometer an der Parkgrenze entlang, bevor wir nach Norden abbogen. Die Straße war eine etwa 30 Meter breite Schneise in der Landschaft. Auf dem sandigen Untergrund gab es unzählige Fahrspuren, nur leider keine, die zur Spurbreite unseres Autos gepasst hätte. Wahrscheinlich fahren dort sonst nur größere Fahrzeuge. Wir schlingerten von links nach rechts, schwammen hin und her, mal im zweiten, mal im dritten und bei viel Glück sogar im vierten Gang. Über zig Kilometer drifteten wir wie ein Schiff durch die Sandwellen, bis wir schließlich eine Schotterstraße erreichten.
Über den ganzen Tag verteilt nahmen wir viele unterschiedliche Straßen unter die Räder: schmale und breite, aus Sand und Schotter, weiche und harte, schnurgerade und gewundene und das in sämtlichen Kombinationen. Jeder Abschnitt zwischen zwei Abzweigen war wieder anders. So wurde es auf keinen Fall langweilig.
Auf der Schotterstraße angekommen pumpten wir Luft in die Reifen und machten eine Pause, wieder mit frischem Obazda und Brot. Über mehrere Ortschaften kamen wir langsam Richtung Nordwesten. Die Strecke zog sich. Wir sahen sehr viele Steinböckchen, die in großen Sätzen davonsprangen. Irgendwann begann das bewirtschaftete Land, und Kühe und Ziegen säumten den Straßenrand. Uns fiel auf, dass die Ortschaften, durch die wir kamen, sehr ordentlich und sauber waren.
Bei Charles Hill ließen wir die Schotterstraße hinter uns und fuhren auf Teer bis zur Grenze. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Nun mussten wir uns entscheiden, wo wir die Nacht verbringen wollten. Der ursprüngliche Plan war die Zelda-Farm gewesen. Da wir nun aber so gut vorwärts gekommen waren, reifte die Idee, direkt bis Windhoek durchzufahren. Bei unserem dritten Versuch erreichten wir die Pension Casa Piccolo, bei der wir die letzte Nacht bereits reserviert hatten. Leider waren sie ausgebucht. So bogen wir doch bei Zelda ein und suchten uns einen Stellplatz. Die Farm liegt sehr verkehrsgünstig nahe der Grenze zu Botswana. Der Campingplatz ist komfortabel mit Strom, Wasser, Grasfläche und Grillstelle. Wir suchten uns einen Platz und ruhten aus. Ruth knipste ein paar Vögel, darunter einen Brubru und mehrere Akaziendrosseln.
Um halb fünf nahmen wir an der Tierfütterung teil. Zuerst gingen wir zu den Emus und erhielten interessante Informationen zu den australischen Vögeln. Besonders fanden wir, dass diese Tiere ein sehr wertvolles Öl liefern, das sie in ihren Knien speichern. Dann wurde das Stachelschwein Pit gefüttert. Es war jedoch noch zu hell, und Pit kam noch nicht aus seiner Höhle. Zuletzt kamen wir zu einer Leopardin. Obwohl es ein wunderschönes Tier war, konnten wir es nicht gut in Gefangenschaft sehen. Waren wir in unserem zweiten Urlaub bei einer ähnlichen Fütterung noch ganz gespannt gewesen, konnten wir von dieser Faszination nichts mehr spüren. Ganz im Gegenteil. Das Fleisch wurde im Licht der untergehenden Sonne gut sichtbar auf einem Felsen drapiert, und die Leopardin sprang mit einem großen Satz direkt vor uns auf den Stein, wo sie ihr Futter verspeiste. Obwohl die Augen der Katze funkelten und die letzten Sonnenstrahlen in ihrem Fleckenpelz leuchteten, konnten wir kein einziges Foto schießen. Tiere gehören unserer Meinung nach einfach nicht hinter Maschendraht, egal welch rührselige Vorgeschichte es hierzu auch geben mag. Schließlich kehrten wir zu unserem Campingplatz zurück. Nun war auch Pit aus seiner Erdhöhle gekrochen.
Bei Sonnenuntergang flogen einige Fledermäuse über den Platz, und wir genossen die Rufe einiger Vögel in der Dämmerung, während wir einmal nichts vorbereiten mussten, da wir um sechs Uhr zum Abendessen der Farm gingen. Es gab eine Cremesuppe und ein Buffet mit Springbockfrikadellen, Kudurouladen, Möhren, Bohnen, Reis und Kartoffeln. Dazu eine Salatauswahl und Nachtisch. Wir fanden alles sehr lecker. Anschließend besuchten wir noch einmal das Stachelschwein. Pit war sehr aktiv und kam zu uns an den Zaun. Er versuchte, daran hochzuklettern und beschnupperte uns. Mit Ruth lief er einige Male am Zaun auf und ab. Stachelschweine sind einfach sehr beeindruckende Tiere. Wir hatten Pit sofort gern. Er tat uns leid, weil er alleine in einem kleinen Gehege lebt und nachts während seiner aktiven Zeit eigentlich nichts weiter zu tun hat, als das hingekippte Futter zu verspeisen. Als es uns zu kalt wurde, gingen wir bei neun Grad ins Zelt.
Huhu Ihr Beiden 😘 aus gegebenem Anlass muss ich mal wieder ein bisschen hinterher hecheln 😗 Wie immer, Hammer-Bilder 🤩 ABER... bei einem der Bilder hab ich ein gaaaaanz schlechtes Gefühl 😣 sagt mal, das ist doch nicht gut ausgegangen 😵
📎 hbb9bf66.jpg
... letzte Nacht... das hört sich nach Endspurt an 😐 obwohl... ich bin ja noch gespannt, auf die Challenge mit dem 'Souvi-Trümmer'
Ganz liebe Grüße und bis die Tage (kann man ja schon sagen, gell 😉 ) Claudia
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Feb. 2015 · #446
Hallo Claudia,
na also! Ich habe mich schon gewundert, dass zu diesem Bild niemand etwas geschrieben hat. Nein, hier ist nichts passiert, weil der Greifvogel einfach nur auf einem Ast hinter der Taube landet. Wirkt auf dem Foto allerdings so, als wollte er sich sein Mittagessen schnappen.
Ja, mit dem "Trümmer" hatten wir noch ein bisschen Arbeit.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200910. Feb. 2015 · #447
Hallo Eulenmuckels,
besonders dieser Satz verdient es, hervor gehoben zu werden:
Eulenmuckel schrieb: Tiere gehören unserer Meinung nach einfach nicht hinter Maschendraht, egal welch rührselige Vorgeschichte es hierzu auch geben mag.
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200915. Feb. 2015 · #448
Hallo,
hier muss ich mal nachhaken:
lilytrotter schrieb:Boah, was bin ich neidisch!! N Bellgecko. Wie schön! Wir haben sie so gesucht, an jeder Campsite wo wir ihr "bellen" gehört haben:"klong, klang, plong, plong, klong, klong, plong..." aufgenommen haben wir ihren Ruf, aber gesehen haben wir sie nie, sie sind so scheu!
Herzlichen Glückwunsch!
Grüße lilytrotter
Ich bin mir ( nur )ziemlich sicher, dass das ein Tubercled Gecko ist. Ich bin mir aber absolut sicher, dass das kein Barking Gecko ist, denn diese haben als einzige Vertreter aller Geckos keine "pads under the toes", sondern haben Finger wie andere Lizards oder Skinks. Auch fehlt der gelbe Kehllatz. Na gut, der könnte auch nur Aufnahmewinkelbedingt unsichtbar sein. Aber die Zehen, die nicht passende Zeichnung wie auch die Augen passen nicht auf einen Bell-Gecko.
Huii, da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken (und Väter haben ja zum Glück immer Schuld... 😉 ) – hmm, und natürlich hätte ich es sehen können, aber ich bin noch nicht einmal darüber gestolpert, dass der Gecko keine kleinen Buddel-Krallen hat... So einer, wie Ruth ihn auf dem Arm hat, der kriegt beim Buddeln wohl wunde Fingerchen...
Danke, fotomatte, für die Aufklärung. Nun muss nicht auch mehr so neidisch sein 😉 und ihr Eulenmuckels könnt erleichtert sein, ihr habt nix verpasst, es war eben doch kein "kostbares" Ereignis... Tut mir leid, hab euch im Überschwang sozusagen einen Bären, sprich Barking Gecko, aufgebunden... 😊
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2015 · #450
Hallo liebe Mitleser,
wir hoffen, dass wir eure Geduld nicht zu sehr auf die Probe gestellt haben, aber Ruth musste zunächst fußballtechnisch einige Missionen erfüllen (Wat muss, dat muss! Das konnte ja nicht so weiter gehen.) und war dann mit ihrer Klasse im Karnevalszug eingebunden. Aber viel hat ja auch gar nicht mehr gefehlt, und so bringen wir unsere Reise nun leider schon (!) zum Ende.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2015 · #451
Dienstag, 12. August 2014 – Windhoek
Zelda Farm – Casa Piccolo, Windhoek
Der Morgen auf Zelda war noch frisch. Bei wenigen Grad Celsius stand Uwe auf, kochte Kaffee und bereitete sich aus dem Rest Müsli eine doppelte Portion. Ruth mümmelte das letzte Nutellabrötchen, dann spülten wir und verstauten alle Sachen im Wagen. Die Schlafsäcke nahmen wir bereits aus dem Bett, damit wir den Camper nicht wieder aufklappen müssen. An der Rezeption bezahlten wir die Rechnung und machten uns auf den Weg. In Gobabis tankten wir noch einmal, holten Geld, und da es einen Wimpy gab, wünschte sich Ruth eine Portion Pommes. Entlang der Strecke nach Windhoek waren kilometerlange Baustellen mit einspuriger Verkehrsführung. Glücklicherweise trafen wir immer dann ein, wenn unsere Fahrtrichtung fahren durfte. Kurz nach Mittag kamen wir bei der Pension an und konnten unser Zimmer beziehen, das wir innerhalb weniger Minuten mit sämtlichem Krempel aus allen Fächern und Ritzen des Autos verwüsteten. Aber anstelle aufzuräumen, fuhren wir mit dem nun leeren Wagen in die Stadt, brachten einen Stapel Handtücher in die Wäscherei, holten unsere Kiste und Reisetaschen bei Savanna und fuhren zum Craft Center in der Innenstadt. Dort bummelten wir ein wenig durch die Souvenirstände. Unser Hauptziel war aber das Craft Café, wo wir uns eine leckere Quiche und ein Sandwich schmecken ließen. Später ging es wieder zur Pension. Dort begann das große Aufräumen: Alles, was in Namibia bleiben sollte, kam ordentlich in die Ausrüstungskiste. Der Rest wurde nahezu vollständig auf die drei Reisetaschen verteilt. Am Ende (der Prozedur und auch unserem eigenen) hatten wir ein gutes Gefühl, für alles einen Platz finden zu können. Nun war es schon höchste Zeit für eine Dusche, denn pünktlich um sieben brachte uns ein Taxi zum Restaurant „Am Weinberg“. Am ersten Abend unserer Reise hatte es uns dort so gut gefallen, dass wir hier den Kreis schließen wollten. Wieder war es sehr lecker. Während Ruth als Vorspeise eine Ingwer-Möhren-Suppe aß, verzichtete Uwe und bestellte nach dem Oryx noch einen Nachtisch. Der Wein sorgte dafür, dass wir nach dem Essen Mühe hatten, die Augen offen zu halten. Auf unser Taxi warteten wir an der frischen Luft. Als eine Baby-Katze auftauchte, war es um Ruth geschehen, und die beiden spielten ein wenig. Die Betten in der Pension fingen uns auf, als die Schwerkraft mit voller Macht zuschlug.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2015 · #452
Mittwoch, 13. August 2014 – Rückflug
Casa Piccolo, Windhoek
Obwohl die Betten weich und bequem waren, konnten wir nicht sehr gut schlafen. Die vielen Erlebnisse der vergangenen Wochen und Gedanken an das Ende unseres Urlaubs drängten sich ins Bewusstsein. Außerdem galt es ja noch das Abenteuer mit unserem gesamten Gepäck zu bestehen. Und zumindest bei Ruth kündigten sich deswegen gleich mal ein paar Bauchschmerzen an. Am Morgen duschten wir, frühstückten trotz aller Bedenken lecker und packten dann alles in die Rucksäcke und Taschen. Die Sachen ließen wir in der Pension bei unserer Maske, die schon vor einiger Zeit wohlbehalten aus Swakopmund eingetroffen war. Die Fragen, wie wir das viele Gepäck diesmal nach Hause bekommen sollten, verdrängten wir erneut. Stattdessen fuhren wir wieder zum Craft Center, bummelten ein wenig durch die Innenstadt, erstanden noch ein paar letzte Souvenirs (allerdings nur noch klitzekleine Sachen) und aßen im Café zu Mittag. Eigentlich hatte sich Uwe sehr auf den leckeren Applecrumble gefreut, hörte nach der Quiche aber doch auf den Verstand bzw. seinen Magen, der bereits satt war. So kommt dieser leckere Nachtisch eben beim nächsten Mal wieder auf den Tisch – nach der Reise ist vor der Reise, und was gibt es Schöneres, als sich den Abschiedsschmerz mit einer neuen Urlaubsplanung zu vertreiben?
Auf dem Weg zur Pension holten wir unsere sauberen Handtücher ab und packten sie in die Ausrüstungskiste. Ein bisschen Zeit vertrieben wir uns noch im Innenhof des Casa Piccolo. Da wir die Zwei-Meter-Maske nicht wieder umständlich auf das Autodach kleben wollten, ließen wir sämtliches Gepäck in der Pension, um es später auf dem Weg zum Flughafen mit dem Shuttlebus abzuholen. So brachten wir nachmittags das Auto zu Savanna und erläuterten dort alle Kleinigkeiten, die unserer Meinung nach zu richten sind. Insbesondere die eine Metallschnalle zum Schließen des Daches war vor wenigen Tagen vollständig gerissen und hielt seitdem nur noch mit einem Kabelbinder. Ansonsten hatte es auch dieses Mal wieder keine Probleme oder Pannen mit dem Wagen gegeben. Die Starterbatterie, die ausgetauscht werden musste, spielte für uns keine Rolle, da dieser Defekt an der dafür am besten geeigneten Stelle auftrat: in Swakopmund bei der Pension 50 Meter von der Werkstatt entfernt, als wir auf das Auto nicht angewiesen waren. Mit Rene und Berti unterhielten wir uns noch eine ganze Zeit über die Buschcamper. Als neue Variante werden diese auch auf Fahrzeuge mit Extra-Cab montiert. Unser langjähriger Fahrer brachte uns zum Flughafen. Da wir die einzigen Fahrgäste waren, störte der Umweg in Klein-Windhoek niemanden, und wir konnten uns mit sämtlichem Gepäck im Bus breit machen. Als wir den Fahrer fragten, auf wie viele Personen er von der Menge der Taschen schließe, vermutete er mindestens vier. 😗 Am Flughafen steuerten wir zunächst die erste Station für die Erstattung der Mehrwertsteuer an. Aus unseren Erfahrungen vom letzten Jahr kannten wir die Prozedur und waren uns sicher, diesmal mit den Belegen alles richtig gemacht zu haben. Die Beamtin hatte auch nichts zu beanstanden. Später stellte sich jedoch heraus, dass eine der vier Quittungen nicht bearbeitet werden konnte, weil es sich lediglich um die Seite eines einfachen Quittungsblockes handelte. Der Verkäufer im Craft Center hatte dort zwar alle notwendigen Informationen eingetragen (insbesondere VAT-Registration-Number und unseren Namen und Anschrift), aber leider nur per Hand. Eine solche Quittung könne ja jeder schreiben, und somit sei sie nicht gültig. Es fehle mindestens ein Stempel des Verkäufers oder eine Quittung auf einem eigenen Vordruck. Wir verstehen, dass so etwas selbstverständlich absolut fälschungssicher ist. 😉 In der Schlange zum Check-In trauten wir unseren Augen kaum, trafen wir doch überraschenderweise unsere ehemaligen Nachbarn aus Niederkassel. Inspiriert von unseren Erzählungen all die Jahre und Fotos, die wir ihnen noch vor einigen Monaten gezeigt hatten, waren die beiden Rentner mit einer geführten Tour zum ersten Mal in Namibia unterwegs gewesen und begeistert. Bei der Gepäckaufgabe gab es wider Erwarten keinerlei Probleme. Die dritte Reisetasche sowie die Maske wurden anstandslos akzeptiert, letztere als Sperrgepäck aufgegeben, das Handgepäck glücklicherweise nicht gewogen. Lediglich beim Durchleuchten gab es eine Überraschung, mit der wir niemals gerechnet hätten: Ruth hatte ja die kleine Vogeltränke gekauft. Sie besteht im Wesentlichen aus einer Flasche in einem Drahtgestell. Dieses Mitbringsel wurde nun beanstandet. Die Glasflasche sei gefährlich und dürfe im Handgepäck nicht mitgenommen werden. Bislang waren wir davon ausgegangen, dass lediglich die Flüssigkeiten, die sich in Flaschen befinden können, verboten seien. Da wir jedoch nicht so schnell auf das Souvenir verzichten wollten, wandten wir ein, dass man ja im Duty Free Shop ebenfalls Glasflaschen (mit Inhalt) kaufen und dann im Handgepäck mitnehmen könne. Ja, das stimme, aber die gekauften Alkoholika würden ja separat in einer Tüte eingeschweißt. Aha! Gut, dann wollten wir unsere „Waffe“ eben auch einschweißen lassen. Darauf ließ sich die Beamtin nicht nur ein, sondern verließ sogar ihren Posten und begleitete uns mit in den Laden. Dort schnappten wir uns die erstbeste Flasche Amarula und ließen sie an der Kasse zusammen mit unserer Vogeltränke einschweißen. Nun konnte damit zum Glück nichts mehr passieren, und wir durften sie behalten. Den Sinn dahinter verstanden wir mal wieder nicht. Afrika ist toll! Wir ließen uns in einer 30-minütigen Prozedur ein bisschen Mehrwertsteuer zurückerstatten und saßen dann mit unseren ehemaligen Nachbarn zusammen und erzählten uns Urlaubserlebnisse. Pünktlich ging es zum Flugzeug. Der Flug war in Ordnung, das Abendessen genießbar, nur schlafen konnten wir nicht sehr viel. Über Zentralafrika gab es einige Turbulenzen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2015 · #453
Donnerstag, 14. August 2014 – Wieder zu Hause
Ziemlich unausgeschlafen verließen wir viertel nach sieben in Frankfurt den Flieger. Wir hatten schnell unsere Taschen, und auch das Sperrgepäckband spuckte als erstes und einziges Trum die verpackte Zwei-Meter-Maske aus. Unser – natürlich selbstgewähltes – Problem war der manuelle Transport unseres Gepäcks. So lange wir Gepäckwagen benutzen konnten, ließ sich alles einigermaßen bewegen. Aber für die Busfahrt von Terminal 2 nach Terminal 1 und vom Bahnhof zum Gleis stehen diese Gepäckwagen nicht mehr zur Verfügung. Uwe trug den Fotorucksack und in jeder Hand eine Reisetasche. Ruth hatte ebenfalls einen Rucksack, eine kleine Fototasche, eine Reisetasche mit Rollen und die Tüte mit den gefährlichen Flaschen. So wäre es gerade so gegangen. Nur die Maske war eindeutig zu viel. So mussten wir die Strecken ohne Gepäckwagen etappenweise und dreifach zurücklegen. Wir fuhren z. B. eine Rolltreppe, dann setzte Uwe die Taschen ab, fuhr zurück und holte die Maske hinterher. Dann war da noch die Sache mit dem Rail-and-Fly-Ticket. Die Zugfahrkarte für die Hinfahrt hatten wir vor der Reise zu Hause über das Internet erstellt und ausgedruckt. Für die Rückfahrt war das aufgrund des großen zeitlichen Vorlaufs jedoch noch nicht möglich gewesen. Nun wollten wir die Rückfahrtickets am DB-Automaten abholen. Doch leider akzeptierte dieser keine der eingegebenen Nummern. Ein Anruf bei der Hotline der Deutschen Bahn dauerte eine Viertelstunde, führte über drei Gesprächspartner, bei denen Uwe sein Sprüchlein aufsagte, endete jedoch ohne Ergebnis. Für die korrekte Aushändigung der Rail-and-Fly-Ticketnummern sei die Fluggesellschaft verantwortlich, bei der wir gebucht hätten. Vielen Dank, wir freuen uns, endlich wieder in Europa zu sein. Endlich funktioniert mal wieder was! Auch Deutschland ist toll! Völlig genervt wählten wir wieder die Internet-Variante und luden die Tickets als PDF ins Smartphone. Wie sich herausstellte, reichte dies für den Scanner der Schaffnerin im ICE aus. Im Gepäck-vor-zurück-vor-Verfahren erreichten wir sehr knapp den Zug. Während Ruth die Maske schon mal in die offene Zugtür schob, damit dieser nicht abfahren konnte, eilte Uwe noch mit zwei Taschen die Treppe herunter. Beim nächsten Mal lassen wir uns lieber wieder mit dem Auto in Frankfurt abholen. Im Zug führten wir noch ein sehr nettes Gespräch mit einer Familie, die ebenfalls aus Namibia zurückkam. Sie erklärten, dass sie schon seit Windhoek voller Mitleid unser ganzes Gepäck bestaunen würden. Allerdings könnten sie sich auch beim besten Willen nicht vorstellen, warum wir ein Bügelbrett transportieren würden. Zu Hause waren wir dann ziemlich fertig, aber glücklich.
Unsere elfte Afrikareise liegt hinter uns. Nach der Jubiläumsreise im Jahr davor war uns klar, dass wir die Erwartungen hinsichtlich Tiersichtungen erheblich herunterschrauben mussten. In 2013 haben wir so viel von unserem Glück verbraucht, dass dies sicherlich nicht so weitergehen konnte. Im Nachhinein können wir sagen, dass es wieder ein erlebnisreicher und sehr erfolgreicher Urlaub war. Gerade weil die vorherige Reise so perfekt gewesen war, hatten wir nicht viel an der Route geändert. Uwe sucht zwar immer nach neuen, für uns unbekannten Strecken, aber wir wollen stets auch bekannte Orte besuchen. Unsere persönlichen Highlights waren die riesigen Schwärme der Blutschnabelweber, die wir zum ersten Mal beobachten konnten, die unerwartete Sichtung der Bushbabies, der Leopard im Moremi, das große Löwenrudel bei Savuti, die braune Hyäne im KTP und natürlich die vielen unterschiedlichen und besonderen Vögel. Ruth macht sich sehr viel Mühe, alle Vogelsichtungen in ihrer Handy-App zu verzeichnen. So haben wir während dieser Reise 173 verschiedene Arten bestimmen können, darunter viele für uns zum ersten Mal. Die Anziehungskraft, die das südliche Afrika auf uns ausübt, ist ungebrochen. Es wird nie langweilig, dort unterwegs zu sein und Spannendes zu erleben. Die nächste Reise ist geplant.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201418. Feb. 2015 · #454
Hallo ihr Beiden,
wer bei Euren Reiseberichten kein Fernweh bekommt, ist selbst dran schuld! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit Euch zu reisen und freue mich jetzt schon auf den nächsten Bericht!
picco6'369 Beiträge · seit 201118. Feb. 2015 · #456
Hoi Ruth und Uwe
Danke für den schönen Bericht! Hab mir einige Fotos genau angeschaut und versucht was daraus zu lernen...wenn meine Fotos nun besser geworden sind ist also nicht nur Steffi82 schuld, Ihr auch!!! Ich hoffe, Ihr könnt mit der Bürde leben.... 😉 😈 😎
ganz lieben Dank fuer diesen tollen Bericht und die tollen Bilder! Da ich schon merkte, dass eurer Bericht leider dem Ende zu geht, viel mir gestern abend spaet nichts Besseres ein und habe in einem Rutsch noch einmal euren RB von der Jubilaeumsreise gelesen.
Vor lauter Loewen und Voegel konnte ich heute Nacht kaum schlafen... Viele Details und Infos habe ich notieren koennen, habt vielen Dank!
Die Vorfreude auf September und das Kribbeln im Bauch steigt stetig und langsam ins Unermaessliche...
In euren Berichten kann man ja wirklich zum Vogelfan werden!
Liebe Gruesse, Elsa
casimodo4'528 Beiträge · seit 200718. Feb. 2015 · #458
Hey Muckels,
während Ihr Euren wieder bemerkenswerten Bericht zu Ende schreibt, bereiten wir uns auf unsere Abreise am Freitag vor. Auch wir hoffen wie Picco, uns fotografisch weiterentwickeln zu können, damit wir uns in ganz kleinen Shcritten Eurem fotografischen Können nähern können.
Vielen Dank für die vielen Stunden Arbeit, die hinter solch einem Bericht stehen. 😎
Wir freuen uns jetzt auf unsere Reise in den KTP. Wenn nichts dazwischenkommt, sitzen wir am Samstag Abend mit Franzicke im Irish Pub in Upington, fahren dann zusammen nach Urikaruus, treffen dort Jaffles und Allesverloren, hoffentlich unterwegs die Sternschnubis und dann evtl. noch in der Nossob Gegend Serengeti.
Euch wünschen wir noch viel verdientes, nettes Feedback für Eure tolle Arbeit (blöder Ausdruck für ein Hobby oder eine Passion) und noch viele Möglichkeiten, solch tolle Erlebnisse sammeln zu dürfen. Gerade in heutigen Zeiten wird mir wieder bewusst, dass das für uns alle ein tolles Geschenk ist, uns solchen Reisen widmen zu dürfen und keine anderen Probleme haben zu müssen.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201019. Feb. 2015 · #459
Ihr Lieben,
nun ist es also passiert 🤩 - die Reise ist zu Ende! 🙁
Auch wenn ich manche Geschichte ja schon kannte tat dies dem Vergnügen keinen Abbruch - im Gegenteil, es macht Spaß, das Ganze dann nochmal gedruckt zu genießen. Über die Fotos sage ich einfach mal gar nichts..... okay, doch.......: vor ner halben Stunde haben sich meine Kollegenfreundin (die im Sommer mit am Start sein wird) und ich zu einem Fotokurs (die letzten beiden freien Plätze, uff) im April angemeldet 😊
Jetzt wünsche ich euch viel Vorfreude für eure nächste Tour - bei euch gibts ja dieses Jahr sehr früh Sommerferien, also hält sich die Warterei in Grenzen!
Vielen Dank nochmal für eure Mühe und das Vergnügen, das Ihr mir bereitet habt! 😘
Sorimuc362 Beiträge · seit 201319. Feb. 2015 · #460
Liebe Eulenmuckels,
auch ich bin mit Vergnügen wieder bei euch mitgefahren - vielen Dank für diesen tollen und informatioven, kurzweilig geschriebenen Reisebericht mit den unglaublich schönen Bildern 🤩 Ich könnte mir gar nicht vorstellen, nach so einer langen Zeit mit so vielen aufregenden Erlebnissen wieder in den Alltag zurück zu finden - bei mir ist es nach drei Wochen schon immer schwierig 😗
Euer Bericht schürt auf jeden Fall die Vorfreude auf unseren nächsten Trip durch Botswana und den Caprivi-Streifen im August - übrigens auch mit dem Bushcamper von Savanna 😎 Und wenn der vorbei ist, steht ja quasi schon euer nächster Reisebericht an 😉