fotomatte2'516 Beiträge · seit 200904. Nov. 2013 · #61
Hallo Topobär,
auch ich halte die Möwe für eine immature Dominikaner-Möwe,alleine schon,weil das in der Gegend-also an Namibias Westküste-die mit Abstand häufigste Grossmöwe ist. Wenn man richtig gut " in Möwen " ist,kann man anhand der partiellen Umfärbung genau sagen,wie alt das Vieh schon ist.Ich kann´s nicht,Möwen -also Schietvögel-sind nun so gar nicht mein Ding.( Wie Tauben halt Ratten der Lüfte...)
Da begeistern mich '(als birder ) die Gesteinsformationen mehr.
casimodo4'528 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 · #62
Hi Thomas,
jetzt bin ich endlich einmal dazu gekommen, Deinen Bericht ganz in Ruhe und mit Sonne zu lesen. Er liest sich sehr gut und hat nach meinem Geschmack genau das richtige Text zu Foto-Verhältnis. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt und besonders, wie die Strecke am Kunene entlang war. 😎 😎 😎
SASabsilein98 Beiträge · seit 201304. Nov. 2013 · #63
Bele schrieb:
Danke Sabine für den Hinweis, bzw. Verweis auf deinen Thread - ich bin ja inzwischen der Meinung, dass ein Vogelbuch nur mit Jungtieren und eins nur mit welchen im Prachtkleid, das Ganze mit vielen Fotos versehen, eine Marktlücke ist!! Dieses ständige Wechseln der Federfarben und auch der Schnabelfarben macht einen ganz verrückt!
Ja, Bele, da bin ich ganz deiner Meinung. Aber gibts nicht so einen ganz dicken Wälzer, wo auch Jungvögel abgebildet sind? Ich glaub, ich hab sowas mal in Vicfalls gesehen. War mir allerdings mit knapp 100 US$ dann doch ein bisschen teuer.
LG Sabine
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Nov. 2013 · #64
Beim Frühstück ist es noch leicht bedeckt, aber bis wir loskommen hat es aufgerissen. So präsentieren sich die Felsen im besten Licht und für die vielen Geologie-Fans unter Euch gibt es noch ein schönes Abschiedsfoto aus dem Zebra-Canyon.
Gai-As liegt zwar nicht direkt auf unserer für heute geplanten Strecke, aber der kleine Umweg dorthin lohnt sich immer wieder. Da man die Quelle und die umliegenden Bäume erst sehr spät sieht, ist man immer wieder überrascht, hier in der trockenen Einöde eine offene Wasserstelle zu finden.
Wir parken bei den Ruinen und vertreten uns ein wenig die Beine. Tiere sind nur wenige zu sehen. Ein Hase flüchtet von der Wasserstelle und in der Ferne sehen wir zwei Strauße.
In der größten Ruine liegt ein Besucherbuch aus. Nach den Einträgen kommt hier alle 2-3 Tage jemand vorbei.
Zur Erbauung der Ruinen kenne ich zwei Theorien: 1.) Die Ruinen wurden von den San erbaut, die hier regelmäßig auf Ihren Wanderungen zur Küste vorbei kamen. Dagegen spricht, dass es ansonsten nirgends woanders Steinbauten der San gibt. 2.) Die Ruinen wurden von Schiffbrüchigen erbaut, die auf Ihrem Weg von der Küste die Quelle fanden und sich hier eine Zeit lang ausruhten. Dagegen spricht, dass es keinerlei Aufzeichnungen über solch eine Gegebenheit gibt.
Weiß jemand, ob eine dieser Theorien zutrifft, oder gibt es noch weitere Theorien/Erklärungen zu den Ruinen?
Wir fahren dann ein kurzes Stück wieder zurück, denn wir wollen die östliche Strecke durch die Berge in Richtung Huab nehmen. Ich hatte diese Strecke als landschaftlich besonders schön in Erinnerung. Außerdem gibt es hier einen kleinen Petrified Forrest, den ich aber nicht wiederfinde, obwohl ich schon zweimal dort war. 😵
Leider ist es inzwischen sehr diesig geworden, so dass die Farben der Landschaft verblassen. Kurz vor dem Pass zum Huab-Tal machen wir eine kurze Pause unter schönen Felsformationen.
Als passionierter Kletterer juckt es mir natürlich in den Fingern und ich muss hier ein wenig bouldern. Der Fels hält aber nicht, was er verspricht. Ein Griff hält gleich gar nicht und fällt mir auf den Fuß, was blutige Zehen bedeutet. 😠 Die weitere Strecke bis zum Huab ist ohne Probleme zu fahren.
Je näher wir dem Flussbett kommen, umso häufiger sehen wir auch wieder Tiere. Meistens Springböcke und Oryx. Die Tiere sind aber scheu und immer weit weg. Das Tele hilft einem bei der vor Hitze flimmernden Luft auch nicht weiter
Wir erreichen das Flussbett des Huab, der hier extrem breit ist – ein echtes Labyrinth. Am Rand viele Dünen.
Ein großer Anabaum bietet uns Schatten und Sitzgelegenheit, was wir für unser Mittags-Picknick gerne nutzen.
Auch im Huab sind viele Oryx unterwegs. Das wird aber vom ersten Wüstenelefanten dieser Reise in den Schatten gestellt. Ein, nach seinem Äußeren beurteilt, uralter Elefantenbulle ist parallel zu unserer Fahrspur unterwegs. Er hat die Ruhe weg. Ignoriert uns völlig, frisst hier und da ein wenig und kratzt sich hinterm Ohr.
Wir verlassen dann den Huab und biegen in den Aba-Huab ein, um über ihn die Gegend von Twyfelfontein zu erreichen. Man, was ist die Strecke öde. Ewige Tiefsand-Eierei zwischen herbstlichen Mopane-Büschen und kein einziges Tier. Die Strecke werde ich nicht noch einmal fahren.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit müssen wir uns zwischen den Felsgravuren und dem Damara Living Museum entscheiden. Ich bin nur der Fahrer und lasse die Mädels entscheiden. Die sind beide ganz klar für das Living Museum.
Allein schon die Lage des Museums-Dorfes zwischen den Felsen ist klasse. Der Zugang durch eine kleine Schlucht zwischen zwei Blöcken noch besser.
Wir machen die Village Tour sowie den Bushwalk und bekommen zu dritt eine Privatführung. Es werden uns dabei die wichtigsten Fähigkeiten des ursprünglichen Lebens der Damara erklärt und vorgeführt.
Am beeindruckendsten war für mich das Feuer machen. Das ist richtig harte körperliche Arbeit. Da überlegt man sich jede Zigarette zweimal. 😄
Die Chefin hat natürlich ein kritisches Auge darauf, ob die Jungs auch alles richtig machen.
Abwechselnd wird von beiden der Hartholzstab im weichen Holzblock gedrillt. Das dauert sicher 2-3 Minuten, bis es anfängt zu qualmen. Dann getrockneter Eselmist dazu, in dem sich das Glutnest bilden soll.
Getrocknetes Gras dazu und pusten.
Stärker pusten.
E voila!
Wir verlassen das Museum zu Toresschluss. Ist schon witzig, die Damara, welche uns eben noch in traditioneller Kleidung gegenüber gestanden haben, nun in westlicher Kleidung das Gelände verlassen zu sehen. Mir gefällt das Konzept der Living Museum sehr gut. Die öfters geäußerte Kritik an diesem Format kann ich nicht nachvollziehen. Das hat nichts mit Völkerschauen zu tun. Steht für mich vielmehr auf der gleichen Ebene, wie Museumsdörfer in Europa, wo ja ebenfalls das traditionelle Leben der Region vorgestellt wird. Finde ich besser, als Menschen in Ihrem Privatleben zu besichtigen.
Auf dem Parkplatz vor dem Museum sieht Kathrin Ihren erstens Eselskarren dieser Reise und ist natürlich nicht mehr zu halten. Sie ist großer Esel-Fan.
Insgesamt hatte ich auf dieser Reise den Eindruck, dass die Esel-Karren erheblich weniger geworden sind.
Bis zur Mowani-Campsite sind es nur wenige Kilometer. Ich hatte die Campsite schon von Deutschland aus reserviert und wir standen auch auf der Liste des Torwächters. Kurz zur Lodge zum bezahlen und noch Feuerholz gekauft, dann ging es auch schon zu unserer Campsite. Die ist sehr schön gelegen und Top ausgestattet, mit eigener Dusche, WC und Kochecke.
Inzwischen hat es wieder zugezogen. Rings umher blitzt und donnert es. Immer wieder fallen Tropfen. Man kann aber nicht absehen, ob uns das Gewitter voll erwischen wird. Kathrin und Lucia haben es sich unter den Dachzelten bequem gemacht. Ich muss sehen, wo ich einen trockenen Platz finde. Dummerweise hat die Campsite zwar super Sonnendächer, die aber kein bischen regendicht sind. Mit den Abdeckhauben der Dachzelte lässt sich das aber ändern. Letztendlich streift uns das Gewitter nur. So steht dem Grillvergnügen nichts mehr im Wege. Glück gehabt. Es ist aber schon merkwürdig, dass es hier ausgerechnet im September, während einer großen Dürre, gewittert. Reisen ohne Wetterkapriolen gibt’s bei mir wohl nicht. 😕
Auf den Grill kommt diesen Abend Kudu. Das Fleisch ist ein Traum und dazu gibt es Gemüse-Reis.
Als wir den Tag gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen reißt der Himmel über uns auf uns wir können die Sterne betrachten, während in der Ferne weiterhin Wetterleuchten zu sehen ist.
immer wieder spannende Gegend auch wenn wir da im Mai/Juni bislang immer fast keine Tiere und schon gar keine Elefanten gesehen haben. Insbesondere hast Du da ein paar hübsche Steinformationen fotografiert, die ich nicht kenne. Ich übernehme heute mal den Kartenservice, weil ich nicht ganz verstanden habe, welche Route Ihr gefahren seid. 😎
Du schreibst, dass Ihr für Gai-as einen Umweg gefahren seid. Die grüne Route ist quasi die "Standard-Route" vom Rhino Camp über Gai-As zum Deception Valley/Huab. Ihr seid dann die rote Route gefahren?
Beste Grüße
Guido
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Nov. 2013 · #66
Hallo Guido,
vielen Dank für den Karten-Service. Du hast es exakt richtig eingezeichnet. Wir sind die rote Strecke gefahren. Ich kenne beide Strecken, aber die rote finde ich landschaftlich schöner..
Die Nacht über hat es immer wieder gewittert. Bin einige Male durch das laute Donnern ausgewacht. Geregnet hat es hier bei uns aber nicht.
Zum Frühstück ist es dann auch bedeckt, bleibt aber weiterhin trocken. So voll wie unser Auto ist, bedeutet das nach dem Frühstück für uns immer sorgfältig zu packen, damit wir alles wieder mit bekommen. Das wird aber von Tag zu Tag mehr Routine.
Erst kurz vor Palmwag reißt der Himmel auf. Hier hat es anscheinend auch heute Nacht kräftig geregnet. Der Boden ist überall noch nass. Da jetzt aber blauer Himmel ist, hoffen wir auf einen schönen Tag in der Concession.
Am Vet.-Zaun müssen wir uns lediglich in das obligatorische Buch eintragen. An der Tankstelle wird dann noch der letzte Tropfen in den Tank gequetscht, denn ab hier beginnt unsere längste Etappe ohne Tankmöglichkeit.
Auf der Lodge bekommen wir zwar nicht das Permit für die Concession, dafür aber einen erfrischenden Drink auf der Terrasse. Rock Shandy für die Mädels und ein African Radler für mich.
Dabei leistet uns diese recht große Gottesanbeterin Gesellschaft.
Ich genieße aber vor allem den Blick auf das satte Grün des Palmenhains, der sich vor der Terrasse erstreckt. Eine Rarität in dieser trockenen Landschaft.
Das Permit gibt es, wie gesagt, nicht mehr in der Lodge, sondern am Gate in die Concession. Das geht ruckzuck und wir bekommen auch eine Karte des Gebietes dazu. Unser Plan für den restlichen Tag ist eine Rundtour durch die „Day Visitors Area“ der Concession.
Unser erstes Ziel ist die „van Zyls Gat“. Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Tiere. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Tierbegegnungen auf dieser Reise sind die Viecher hier wesentlich entspannter und stehen teilweise noch nicht einmal auf, wenn man in ihrer Nähe anhält.
Vom Parkplatz am „van Zyls Gat“ sieht man ein Flussbett, kann aber noch nicht ersehen, was sich einem hier bieten soll. Man hat endlich mal wieder die Gelegenheit ein paar Schritte zu gehen. Das Flussbett verengt sich dann rasch zu einer immer enger werdenden Schlucht. Schroff und überwiegend kahl zeigen sich die Felswände. Hätte ich hier inmitten der weiten Geröllebenen nicht erwartet. Am tiefsten Punkt der Schlucht befindet sich noch immer Wasser. Für viele Tierarten dürfte es aber unerreichbar sein, da man entweder fliegen oder gut klettern muss, um es zur Tränke zu kommen.
Leider ist die Sonne in der Zwischenzeit wieder hinter Wolken verschwunden und wird sich auch den restlichen Tag nur noch sporadisch zeigen. Bei der Weiterfahrt ist die Landschaft überwiegend geprägt von Geröllebenen. Steine so weit das Auge reicht. Dazwischen als weit verbreitete und markanteste Pflanze, die großen hochgiftigen Besenwolfsmilch-Büsche.
Da fragt man sich erst recht, wovon die zahlreichen Tiere leben, die wir unterwegs treffen.
Wir fahren noch ein paar Wasserlöcher an, die meisten sind gut besucht. Die Wege sind sehr steinig, die Fahrerei anstrengend. Vom Prinzip ist bei den Fahrspuren lediglich das Geröll ein wenig verdichtet. Ansonsten unterscheiden sich die Wege nicht von der Umgebung und man wird entsprechend durchgerüttelt.
Ein Highlight steht für heute noch auf dem Programm – der Aub-Canyon. Hier machen wir ein verspätetes Picknick und lassen die Schönheit dieser Landschaft auf uns wirken.
Tiere sehen wir hier nicht. Wahrscheinlich ist das Wasser hier, wie am van Zyls Gat, für die meisten Tiere zu schwierig zu erreichen.
Seit einiger Zeit habe ich immer mal wieder ein Stechen im Fuß. Ich nutze die Pause und gehe der Ursache auf den Grund. Dabei muss ich feststellen, dass Crocs im Gegensatz zu Tewas nicht beständig gegen Akaziendornen sind. Es stecken mehrere Dornen in der in der Sohle und jedes Mal, wenn ich auf eine stärkere Unebenheit im Boden getreten bin, wurde der Dorn in meine Fußsohle gedrückt. Zum Glück hat Lucia eine starke Pinzette dabei und ich kann die Übeltäter entfernen.
Heute war unser bislang tierreichster Tag. Wir haben Giraffe, Springbock, Oryx, Kudu, Zebra, Erdhörnchen, Steinböckchen und Schakal gesehen. Aufgrund des trüben Wetters kam aber keine rechte Freude beim fotografieren auf. (Aber keine Sorge, dass ändert sich noch)
Bis zu unserer Campsite sind es dann noch ca. 20km Rüttelei. Sie befindet sich flussabwärts im Aub-River, wobei Campsite sicherlich etwas zu hoch gegriffen ist. Hier gibt es null Infrastruktur. Es handelt sich lediglich um einen Bereich, in dem das Campen erlaubt ist. Die Lage ist aber klasse.
Ganz kurz kommt noch die Sonne raus und wiegt uns in trügerischer Hoffnung, doch zum Sundowner ist es schon wieder bedeckt, was und aber nicht daran hindert, dem gleichnamigen Trinkritual nachzukommen.
In dem Moment, wo ich das Feuer entzünde fängt es kräftig an zu regnen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die zarten Flammen mit meinem Körper vor dem Regen zu schützen. Ich bekomme dann aber von Lucia Hilfe in Form eines Regenschirms. Interessant, was so alles auf eine Reise durch ein von Dürre geplagtes Wüstenland mitgenommen wird, aber anscheinend eilt mir mein Ruf als Regenmacher schon voraus.
Nachdem der Schauer vorbei ist, bleibt es aber für den Rest des Abends trocken. Ich grille Hartebeest und dazu gibt es Gemsquash mit Butter und Salz. Diesmal lasse ich mich nicht von der Fleischfarbe in die Irre führen und es ist perfekt auf den Punkt gegrillt. Ich bin also noch immer in der Lage dazu zu lernen.
Abgesehen von unserem ersten Abend (den wir aber im Restaurant verbrachten), ist dies der kälteste Abend unserer Reise. So sitzen wir dick eingemummelt so nah wie möglich am Feuer und lassen uns vom Busch-TV sowie Blitz und Donner in der Ferne unterhalten.
Hi Thomas, wie mann eindrücklich sieht, brauchst Du ja gar keine Sonne um tolle Fotos zu machen! 🙂 Mein Lieblingsbild ist heute der Aub Canyon. Bin schon gespannt was rauskommt, wenn die Sonne erst wieder scheint.
Bei den Büschen handelt es sich meiner Meinung nach um, Euphorbia Damarana (Besenwolfsmilch), die auch den Spitzmaulnashörnern als Futter dient.
Liebe Grüße Philipp
PS.: Bei dem, was Ihr da so alles mitschleppt ist es ja kein Wunder, dass der Wagen aus allen Nähten platzt. 😊
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Nov. 2013 · #69
Flip schrieb: PS.: Bei dem, was Ihr da so alles mitschleppt ist es ja kein Wunder, dass der Wagen aus allen Nähten platzt. 😊
Der Gedanke kam mir auch. Im Fall des Regenschirms mochte ich mich aber nicht beschweren. 😗
Vielen Dank für die Info zum Wolfsmilch-Busch. Habe ich im Bericht gleich ergänzt. Krass, dass Rhinos die Büsche fressen können. Für Menschen ist das Zeug absolut tödlich. Es gab sogar schon Tote durch den Rauch, wenn abgestorbene Büsche als Reisig genutzt wurde.
Oryxe sollen in Dürrezeiten bis zu einem Viertel ihre Nahrung aus der Euphobia ziehen. Die hat so dekorative Früchte, die es auch für unsereins oder Kinder verlockend macht, die abzusammeln. Angeblich soll es schon schwerste Hauirritationen auslösen, wenn man die milchige Flüssigkeit auf die Haut bekommt, was ich für übertrieben halte. Weiß da jemand Genaueres oder hat irgendwelche Literaturverweise?
Beste Grüße
Guido
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Nov. 2013 · #71
Ich weiss nur, dass vor etlichen Jahren in der Nähe von Uis eine ganze Gruppe Wanderarbeiter zu Tode gekommen ist, die sich Nachts ein wärmendes Lagerfeuer aus dem Reisig abgestorbener Wolfsmilch-Büsche gemacht hatten. Es handelte sich um Nama, die aus Ihrer Heimat diese Pflanze nicht kannten.
Nane421'362 Beiträge · seit 201108. Nov. 2013 · #72
Eine der giftigsten Euphorbien ist die Euphorbia virosa. Tatsächlich kann deren Milchsaft/ Wolfsmilch zu erheblichen Hautirritationen und bei Kontakt mit den Augen zu Blindheit führen... Und wir haben sie jetzt Zuhause auf der Fensterbank 🤪 😉 : mein Mann hatte - in Unkenntnis dieser Dinge - von so einer Riesen -Euphorbie letztes Jahr in Namibia Samenkapseln eingesammelt und eingepflanzt ( sind jetzt knapp 10 cm groß 😁). LG, Nane 🙂
Hallo zusammen Es gibt auch die Theorie, das die Feenkreise dort entstehen wo eine Wolfsmilchplanze stand. Anscheinend macht diese Pflanze es unmöglich das weiteres Leben gedeihen kann. Wobei dies nur eine Theorie ist. Andere Forscher sprechen von Gasen oder eine Art Termiten die "schuld" sind dass dort nichts mehr wächst. liebe Grüsse NB, bin begeistert von deinem Reisebericht, sehr eindrücklich 🙂
casimodo4'528 Beiträge · seit 200709. Nov. 2013 · #74
Mojn Topobär,
es macht wirklich Spaß bei Dir mitzulesen. Einmal ist Eure Tour nicht die üblich abgerittene Route und dann machst Du einfach wunderschöne Landschaftsfotos.
Nachts gab es noch weitere Schauer und auch unser Frühstück können wir erst mit Verspätung beginnen, da wir noch einen letzten Regenguss abwarten müssen. Aber am Horizont zeigt sich schon blauer Himmel und heute sollte uns das Wetter auch nicht an der Nase herum führen.
Herzstück unserer heutigen Etappe ist die Western Touring Route, auch bekannt als Crowthers Trail. Nur wenige Kilometer von unserer Campsite zweigt diese Strecke von Wegenetz der „Palmwag Day Visitors Area“ ab.
Schon gleich zu Beginn sehen wir viele Tiere. Große Gruppen Oryx, Springböcke und Zebras. Hin und wieder eine Giraffe oder ein Schakal. Aber es ist eine weite Landschaft und die Tiere stehen nicht unbedingt direkt neben dem Wagen.
Lucia entdeckt in der Ferne zwei Nashörner. Eine Kuh mit ihrem schon sehr großen Jungtier. Zu dritt im Wagen entdeckt man deutlich mehr Tiere, als wenn man nur zu zweit unterwegs ist.
Blöderweise hat sich mein Autofocus dafür entschieden, lieber ein paar Steine im Vordergrund scharf zu stellen, als die Nashörner in der Ferne. Da man bei der Helligkeit auch auf dem Monitor nicht viel erkennen kann, hab ich das erst zu Hause bemerkt, weshalb es nur unscharfe Nashörner zu sehen gibt. 😠 Da es aber die einzigen dieser Reise bleiben sollten, wollte ich sie Euch nicht vorenthalten.
Je weiter wir nach Nordwesten kommen, umso karger und weiter wird die Landschaft. Wir fahren über riesige rote Schotterebenen. Die Piste ist aber gut zu fahren. Für Freunde einsamer Wüstenlandschaften ist die Strecke sehr zu empfehlen. Wirklich sehr einsam und weit abseits der Zivilisation.
Trotzdem sehen wir immer wieder Tiere. Nicht nur in den Flusstälern, die wir queren, sondern auch auf den weiten Ebenen. Immer wieder sitzen Schwärme von Nama Flughühnern auf der Piste. Die Vögel sind echt stoisch. Ich bin mir nicht sicher, ob die rechtzeitig davon fliegen und halte so manches Mal vorsichtshalber an.
Wir sehen endlich auch Erdmännchen, die nicht allzu weit entfernt sind und auch nicht gleich flüchten, als wir anhalten. Aber es geht schon auf Mittag zu, weshalb die Luft flimmert und die Schärfe der Fotos leidet.
Ich sagte ja schon, dass die Strecke sehr einsam ist. Wir trafen in der gesamten Consession über habt nur ein Auto. Das französische Paar schwärmte uns von den Bedingungen im Hoanib vor, was unsere Vorfreude weiter steigerte.
Die Piste verlässt die Ebene und führt über das Flussbett des Mudorib Richtung Hoanib. Kurz bevor wir diesen erreichen, können wir viele Giraffen beobachten.
(gut getarnt)
Dann haben wir den Hoanib erreicht und sehen sofort eine Gruppe Wüstenelefanten, die dem nahe gelegenen Mudorib-Wasserloch zustrebt.
Wir folgen den Elefanten in gebührendem Abstand – vor Wüstenelefanten habe ich großen Respekt. Am Wasserloch ist bereits eine weitere Herde. Nach und nach kommen noch 4 Elefantenbullen hinzu. Großes Hallo. Es wird lautstark kommuniziert. Das kollern und trompeten schallt immer wieder zu uns herüber. Was für ein Auftakt im Hoanib.
Auch auf der Weiterfahrt treffen wir Elefanten. So viele habe ich hier noch nie gesehen. Im Gegensatz zu früheren Touren machen sie mir aber einen deutlich entspannteren Eindruck. Auch die Giraffen sind weiterhin zahlreich vertreten.
Wir fahren Richtung Osten den Hoanib hinauf. Das Flussbett ist sehr einfach zu befahren. Es gibt die ganze Zeit über eine feste Spur und häufig gibt es noch weitere gute Parallelspuren, so dass man den Elefanten problemlos ausweichen kann.
Nicht nur wegen der Tiere, sondern auch landschaftlich ist der Hoanib ein Traum. Sattes Grün, wohin man schaut. Viele mächtige Bäume im Flussbett. Das Ganze eingerahmt von schwarzen Felswänden, an denen sich oftmals große Dünen hinauf ziehen. Ich liebe es.
Nach der Talenge von De Poort biegen wir nach Norden in den Ganamub Canyon ab. Das erste Stück im Flussbett hat ordentlich Wellblech. Wir machen uns auf die Suche nach einer geeigneten Stelle zum Campen und werden schon bald fündig.
Es geht allerdings ein starker Wind, so dass wir den Tisch im Windschatten des Autos aufstellen müssen. Eine Feuerstelle ist schnell gebaut, und dank des sehr plattigen Gesteins ebenfalls mit einem guten Windschutz versehen. Feuerholz gibt es in der Umgebung in Hülle und Fülle. Einfach nur einsammeln, das Beil kann im Auto bleiben.
Es gibt Oryx gegrillt mit Gemüsereis. Nach dem Abendessen ist für mich wieder Feierabend, den ich diesmal auch richtig genießen kann. Erstmals seit Tagen ist es wolkenlos und wir können den afrikanischen Sternenhimmel bewundern. Auch die Temperaturen haben angezogen – da schmeckt der GinTonic gleich viel besser.
Hallo Topobär, bin gerade aus dem Kaokoveld zurück und schon sehr gespannt, wie Eure Route weitergeht...Deine Fotos sind gut...bin neugierig auf mehr! Viele Grüße.Bianka.
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Guggu2'261 Beiträge · seit 201112. Nov. 2013 · #78
Hallo Topobär,
super Bericht, der mich "off the beaten tracks" entführt. *like* 😛 Und deine Fotos sind so, dass ich gerade froh bin keine mehr einstellen zu müssen. 😵 Einfach nur Klasse. 🙂 🙂
NamiBilly444 Beiträge · seit 201112. Nov. 2013 · #79
Hallo Topobär, es macht Spaß deinen Bericht zu lesen und die tollen Bilder dazu anzuschauen. Insbesondere weil wir nächstes Jahr auch mal wieder Damaraland und Kaokoveld auf der Reiseliste haben. Gruß Wilfried
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201312. Nov. 2013 · #80
Hallo,
mit Begeisterung lese ich deinen tollen Bericht und die schönen Bilder wecken Sehnsucht, vor allem, weil ich das nordöstliche Namibia noch nicht kenne.
Aber ich kann dir einen Tipp geben zu deiner Frage nach den Ruinen von Gai-As. In dem Buch ...
"Sie bauten, doch sie blieben nicht - Zur Steinkreisarchitektur der einstigen Wanderhirten der Namib" von Richard Speich
... wird gesagt, die Erbauer seien Hirten-Nomaden unterschiedlicher ethnischer Herkunft gewesen aus der Zeit von vor 1500 Jahren bis nahezu in die Zukunft.
Der Autor hat viele Ruinen untersucht, manche sind so beschaffen, dass man sie als Normalbürger glatt übersehen bzw. sie nicht als ehemalige "Gebäude" erkennen würde. Meiner Meinung nach argumentiert er wissenschaftlich fundiert und zieht logisch nachvollziehbare Schlüsse.
Mich hat das dünne Büchlein fasziniert.
Ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)