TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200922. Okt. 2013 · #21
1.Tag (Freitag 20.09.2013) Hannover – Windhoek 43 km
Die Überschrift ist natürlich nicht ganz korrekt, denn wir sind natürlich schon am 19.September ins Flugzeug gestiegen und von Hannover nach Windhoek sind es auch ein paar Kilometer mehr, aber für mich zählen nur die selbst gefahrenen.
Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder Probleme bei unseren Flügen mir Air Namibia gegeben hatte, haben wir uns dieses Jahr erstmals für die Alternative mit Star Alliance via Johannesburg entschieden. Das hatte gleich einmal den Vorteil, dass wir schon ab Hannover fliegen konnten und nicht erst im, für großes Reisegepäck völlig ungeeigneten, ICE nach Frankfurt fahren mussten. Das Gepäck konnten wir von Hannover auch gleich bis Windhoek durch checken.
Die Flüge sind dann auch alle sehr pünktlich. Wir kommen mit den jeweils rund 2 Stunden Umsteigezeit locker hin. Die lange Strecke legen wir in einem A340 von SAA zurück. Service und Entertainement-System sind so wie man es sich auf der Langstrecke wünscht.
Gegen 12:00Uhr kommen wir pünktlich an. Von unserem Gepäck fehlt allerdings ein Stück. Kathrins und mein Duffle-Bag sowie die Küchenkiste sind da, die Tasche von Lucia fehlt. Mit Ihr warten ca. 30 weitere Passagiere vergeblich auf Ihr Gepäck. Da sind anscheinend ein oder zwei Gepäck-Container in Johannesburg stehen geblieben. Bei dem Andrang dauert es dann natürlich eine ganze Weile, bis Lucia ihr fehlendes Gepäckstück am entsprechenden Schalter registrieren lassen kann.
Unser Abhol-Service von Bushlore ist natürlich schon längst da. Da wir aber seine einzigen Gäste sind, besteht keine Eile und wir decken uns noch am Flughafen mit Bargeld und einer namibischen SIM-Card ein.
Die Fahrzeugübergabe nimmt dann gute 2 Stunden in Anspruch. Die Ausrüstung ist sehr umfangreich, macht einen hochwertigen Eindruck und wird uns, wie auch der Wagen, ausführlich erklärt. Eine der besten Fahrzeugübergaben, die ich je gehabt habe. Sonderwünsche werden unbürokratisch ermöglicht. Ausrüstungsgegenstände die überflüssig sind können wir im Depot lassen, denn es zeigt sich schon jetzt, dass es im Kofferraum verdammt eng werden wird.
Um 16:00Uhr fahren wir bei Bushlore vom Hof. Unser erstes Ziel ist das MET-Office, in dem wir das Permit für die Strecke Tinkas-Blutkuppe im Namib-Naukluft Nationalpark besorgen wollen. Ich parke auf der Independence Avenue und während Kathrin sich um das Permit kümmert, versucht Lucia weiterhin telefonisch den Verbleib Ihres Gepäcks zu klären und ich will mal für ein paar Minuten die Augen schließen. Die Pause wird aber jäh unterbrochen, als plötzlich drei Türen gleichzeitig aufgerissen werden (alle außer hinten links, wo Lucia sitzt). Ich bin sofort hellwach und springe ohne groß nachzudenken, laut die Typen anschreiend, aus dem Wagen. 😈 Die hauen dann auch sofort ab und es zeigt sich, dass wir ohne Verluste davon gekommen sind. Der Wertsachenrucksack lag unter dem Berg von Kissen, Bettlaken und Schlafsäcken, die am Abend in den Dachzelten verstaut werden sollten und die Fotoausrüstung außer Reichweite zwischen Fahrer- und Beifahrer-Sitz.
Kathrin kam dann auch unverrichteter Dinge zurück. Angeblich braucht man das Permit nur, wenn man dort übernachten will, nicht aber für einen Tagesausflug. Das wäre ja mal ganz was Neues. 😕
Danach geht’s in die Merua Mall zum Großeinkauf, denn nach Swakopmund geht es für über eine Woche in die Wildnis. Allein die Getränke füllen schon einen ganzen Einkaufswagen und der restliche Einkauf annähernd einen zweiten. Damit ist der Kofferraum bis unters Dach voll. Man gut, dass Lucias Tasche fehlt. 😗
In der Dämmerung kommen wir am Gate des Daan Viljoen Gameparks an. Der angekündigte Kälteeinbruch macht sich in dem Moment bemerkbar, wo die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Die Rangerin am Gate ist mit Skimaske und Daunenjacke bereits eingemummelt, als wolle Sie auf eine Polarexpedition starten. Es begrüßt uns noch ein einzelnes Kudu-Weibchen. Schnell an der Rezeption angemeldet, aber bis wir die Zelte aufbauen ist es bereits dunkel.
Lucia hatte den ganzen Tag über versucht, jemanden vom Lost Baggage Schalter unter der Ihr dort genannten Telefonnummer zu erreichen, es ging aber nie jemand ran. Auch an der Rezeption in Daan Viljoen war Ihr Gepäck nicht angekommen. 😠
Fürs Dinner liefen wir rüber zum Booma Restaurant. Ein bisschen Bewegung tat uns allen nach der vielen Sitzerei gut. Viel war nicht los und sonderlich gemütlich ist es in dem riesigen Raum auch nicht, wenn nur zwei Tische besetzt sind. Das einfache Essen war aber lecker, reichlich und günstig. Was will man mehr.
Zurück auf der Campsite ist diese von einer kleinen Herde Pferde okkupiert. Wahrscheinlich ist die Campsite die einzig saftig grüne Wiese im Umkreis von 100km. Die Pferde lassen sich dann auch nicht groß von uns stören und grasen ungerührt weiter.
Nach der Anreise sind wir verständlicherweise ziemlich kaputt und die Temperaturen laden auch nicht dazu ein, noch ein wenig draußen zu sitzen. So verschwinden die Mädels rasch im Bett, während ich den Kofferraum komplett ausräume um das Packen noch einmal zu optimieren. Es hat schon einen Vorteil, der Generation anzugehören, für die Tetris noch ein Highlight unter den Videogames war, denn letztendlich bleibt eine Lücke für Lucias Tasche, die jetzt nur noch an Land kommen muss.
Die Campsite von Daan Viljoen hat mir sehr gut gefallen. Man steht auf einer saftig grünen, von Palmen gesäumten Wiese, am Rande eines derzeit leider ausgetrockneten Sees. Jeder Stellplatz hat einen Grill und eine Spüle mit Arbeitsfläche. Die Ablutions sind super. Nicht nur sauber und funktionell, sondern auch sehr schön gestaltet, wie man es sonst nur von Lodges kennt. Für die erste Nacht im Großraum Windhoek würde ich zukünftig immer wieder hierher kommen.
Die Bilder sind natürlich vom nächsten Morgen, aber ich wollte den ersten Tag nicht gänzlich ohne Bilder posten.
Der erste Tag einer Reise ist natürlich mit das Langweiligste eines Reiseberichtes überhaupt, aber da musstet Ihr jetzt durch. 😛 Ich gelobe aber Besserung für die nächsten Tage. 😄
Du scheinst den Angriff auf Eure Wertsachen gut "wegzustecken".......bei den Meisten sinkt dann
die Ferienlaune rapid dahin.......Kompliment......
BMW
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200923. Okt. 2013 · #24
Hallo BMW,
es war ja nun auch nicht so, dass ich noch nie etwas von solchen Diebstählen gehört hätte. Mir war schon bekannt, dass Windhoek zunehmend ein unsicheres Pflaster wird. Überrascht war ich nur, dass dies mitten auf der Independence Avenue passiert. Unterm Strich war die Sache aber so dilletantisch durchgeführt, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder mich ärgern sollte.
zum Thema Diebstahl auf der Independence Avenue: sie haben uns auch das Auto mitten am hellichten Tag, mitten auf der Independence Avenue aufgebrochen u. das gesamte Gepäck gestohlen, während der 20 min. die wir das Auto abgestellt hatten....:( (Auto bzw. Kofferraumwar uneinsichtig!! u. Wertsachen GSD bei uns!)
Aber dass sie sogar einen Anlauf wagen, wenn Ihr im Auto sitzt ist ja überhaupt die Höhe!?!?! GSD ist alles gut gegangen!
Bin schon auf den weiteren Bericht gespannt.
LG Christine
Champagner8'672 Beiträge · seit 201023. Okt. 2013 · #26
Morango schrieb:Hallo,
zum Thema Diebstahl auf der Independence Avenue: sie haben uns auch das Auto mitten am hellichten Tag, mitten auf der Independence Avenue aufgebrochen u. das gesamte Gepäck gestohlen, während der 20 min. die wir das Auto abgestellt hatten....:( (Auto bzw. Kofferraumwar uneinsichtig!! u. Wertsachen GSD bei uns!)
Aber dass sie sogar einen Anlauf wagen, wenn Ihr im Auto sitzt ist ja überhaupt die Höhe!?!?! GSD ist alles gut gegangen!
Bin schon auf den weiteren Bericht gespannt.
LG Christine
Genau, Christine, an Euch musste ich da auch gleich denken...! (Und neulich schon, als ich mir Tageslinsen besorgt habe... ich hoffe, das mit den Augen hat bis zum Schluss geklappt!).
Sorry Topobär fürs offtopic - und jetzt les ich gerne on topic weiter *räusper* 😎
Die Nacht war noch erheblich kälter als erwartet und vorhergesagt. Es waren unter 0°C, denn auf den Zelten hat sich eine dicke Schicht Raureif gebildet. Während das für Kathrin und mich aufgrund unserer guten Schlafsäcke überhaupt kein Problem war, verbrachte Lucia eine fürchterliche Nacht, in der sie erbärmlich gefroren hat. Aufgrund des fehlenden Gepäcks war Sie auf den zum Camper gehörenden Leihschlafsack angewiesen und obwohl Sie noch zusätzlich all Ihre verbliebene Kleidung an hatte, taugte der überhaupt nix. 😠
Das Abbauen der Zelte war für mich dann in Ermangelung von Handschuhen auch kein Vergnügen. Die kalten Metallteile und die gefrorenen Hüllen verwandelten meine Hände in kürzester Zeit in Eisklumpen. Ansonsten wurde einem beim Zelt auf- und abbauen schon ordentlich warm. Wir fragten uns ohnehin, wie kleinere oder ältere Menschen das bewerkstelligen sollen, denn man musste dafür zwingend aufs Auto klettern (ohne Leiter) und brauchte auch eine gewisse Größe und Armspannweite um alle notwendigen Verrichtungen erledigen zu können. Bei uns bedeutete das, dass ich täglich zwei Zelte auf- und abbauen musste.
Zum Frühstück kam dann die Sonne über den Hügel im Osten, jedoch noch ohne Kraft. So wurden Tee und Kaffee an diesem Morgen sehnsüchtig erwartet.
Bei der Abreise dann das Highlight des Tages – Lucias Tasche lag in der Rezeption des Camps. 🤩 Sie passte auch genau in die dafür vorgesehene Lücke im Kofferraum, der jetzt restlos voll war. Die Maximalbelegung eines Landcruiser Campers liegt demnach bei 3 Personen.
Auf der C28 geht es dann bei strahlendem Sonnenschein Richtung Swakopmund. Ich hatte die Staße gar nicht mehr als so schön in Erinnerung, wie sie sich uns diesmal präsentierte. Gleich einer Achterbahn schlängelt sie sich durch die Hügel des Khomas-Hochlands. Unterwegs sahen wir mit Pavianen und Kudus auch schon unsere ersten Wildtiere. Am Boshua-Pass machten wir einen ersten längeren Stop um hier an der Abbruchkante des Hochlands den Blick über die Ebene schweifen zu lassen. Inzwischen war auch Lucia aufgetaut.
An der Abzweigung in Richtung Tinkas steht unübersehbar ein Schild mit der Aufschrift „Permit required“. Das deckt sich ja nicht so ganz mit unseren Auskünften aus Windhoek. I 😕 Ich bin aber nicht bereit, deshalb auf diese Strecke zu verzichten, denn hier kommt auch für mich Neuland. Neben vielen bekannten Strecken habe ich auch mehrere für mich neue Strecken auf dieser Reise eingeplant, denn die Kombination aus Highlights vergangener Reisen mit dem Entdecken noch unbekannter Gebiete ist für mich die schönste Art in Afrika zu reisen.
Direkt an der Abzweigung von der C28 nach Tinkas sehen wir auch die ersten Erdmännchen dieser Reise. Sie sind aber sehr scheu und laufen sofort davon, so dass ich keine Gelegenheit zu einem Foto habe.
Die Strecke durch die Tinkas-Flats hat immer mal wieder Wellblech, was wir aber gerne auf uns nehmen, sind wir doch überrascht, von der großen Anzahl an Oryx, Springböcken und Straussen, die wir auf der Ebene sehen. Leider alle weit weg, aber wir hätten hier niemals mit solch einer Tierdichte gerechnet. Die Erklärung dafür finden wir in Tinkas, wo die Quelle trotz der Dürre noch Wasser führt.
Hier in der Umgebung finden sich auch viele ungewöhnliche Felsverwitterungen. Sehen aus wie riesige versteinerte Gehirne.
Bald kommt dann auch die Blutkuppe in Sicht. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass es auch hier Köcherbäume gibt. Dachte immer, die finden sich erst weiter im Süden.
Direkt unterhalb der Blutkuppe machen wir unser Mittags-Picknick auf einer der Campsites. Hier werden wir sicherlich auf einer zukünftigen Reise auch mal eine Nacht verbringen. Über uns, in Felswänden die ich nur angeseilt beklettern würde, toben einige Dassies umher. Stürzen die eigentlich auch mal ab?
Als wir weiter fahren wollen, bemerke ich, dass wir unseren Grill verloren haben. 😠 Ich hatte mich schon bei der Übergabe darüber gewundert, dass der Dreibeingrill lediglich mit Druck auf das Reserverad am Heck gesteckt wird, dachte mir aber: „Die werden schon wissen, was sie tun“. Wussten sie anscheinend nicht. Haben andere von Euch schon ähnliche Erfahrungen mit dem Grill gemacht, oder hat er bei Euch gehalten und wir hatten lediglich Pech? Wenigstens haben wir den Grill so früh verloren, dass wir uns in Swakopmund Ersatz kaufen können.
Schon weit vor Swakopmund verschwindet die Sonne hinter einem Schleier. Es ist aber diesmal nicht der für die Küste übliche Nebel, sondern es herrscht Sturm und die Luft ist voller Staub.
Wir fahren direkt bis ans Meer zur Jetty. Die Luft ist erfüllt von der Gischt meterhoher Wellen.
Der Zugang zum Jetty Restaurant ist trocken nicht zu schaffen, aber es lohnt sich, eine nasse Hose zu riskieren. Im Restaurant erlebt man die Naturgewalten hautnah. Der ganze Bau erzittert unter den gewaltigen Brechern.
Wenn man schon an der Küste ist, sollte man auch die lokalen Spezialitäten kosten. Da wir nicht hungrig sind entscheiden wir uns für Austern, die es hier glücklicherweise auch in mehreren überbackenen Variationen gibt (roh bekomme ich Austern nicht runter). Wir bestellen je 3 Stück in drei verschiedenen Zubereitungs-Arten. So kann jeder alles probieren und es ist Eine leckerer als die Andere „mmmmmhhh“. Als Snack zwischendurch kann ich die Austern in der Jetty nur wärmstens empfehlen.
Danach noch kurz in den Spar, um Obst und Gemüse für die kommende Woche in der Wildnis einzukaufen und nicht zu vergessen einen neuen Grill. Außerdem braucht Lucia noch einen Sonnenhut.
Zum Sonnenuntergang fahren wir noch einmal zur Jetty. Wir warten jedoch nicht bis die Sonne hinterm Horizont versunken ist, da unser Campingplatz etwas außerhalb der Stadt liegt und wir die Zelte nicht im Dunkeln aufbauen wollen.
Wir haben uns für den Campingplatz Sophia Dale entschieden, der von Manfred und seiner Frau betrieben wird, die vor einigen Jahren aus Deutschland hierher ausgewandert sind. Sophia Dale liegt ca. 10km außerhalb von Swakopmund an der Straße nach Uis. Leider hört man die Straße auch auf dem Campingplatz, aber nachts herrscht quasi kein Verkehr. Ansonsten ist der Campingplatz erstklassig. Schöne schattige Stellplätze und beste Sanitäranlagen. Noch getopt wird der Platz aber durch das dazu gehörige Restaurant. Manfred ist gelernter Metzgermeister und bei ihm kommt nur bestes Fleisch auf den Tisch. Wir bekommen traumhaft zarten Kudu mit frischem grünem Spargel aus dem Swakop-Revier. Man kann hier aber nicht nur lecker essen, sondern sich auch mit Vakuum eingeschweißten Fleisch eindecken. Mit Portionen für die nächsten 6 Tage war unser Kühlschrank jetzt randvoll. In Swakopmund würden wir immer wieder auf Sophia Dale übernachten.
tiggi1'557 Beiträge · seit 201124. Okt. 2013 · #29
Hallo Topobär, da bin ich aber froh, dass sich der erste richtige Tag in einen so schönen gewandelt hat. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ist der Verlust des Grills sicherlich nur ein Kinkerlitzchen! Der Tipp mit dem Campsite Sophia Dale ist gut. War es da auch so feucht und kühl? Hast du noch ein paar Fotos von der CS? Wir waren im August in Swakop und haben aufgrund der Nässe in einer festen Unterkunft logiert. Liebe Grüße Biggi
La Leona2'779 Beiträge · seit 200724. Okt. 2013 · #31
Ach wie schön, jetzt darf ich grad nochmal Teile unserer Augustreise machen. Ich freue mich sehr. Tinkas hat mir ebenfalls super gefallen und ich war erstaunt wie du über die Köcherbäume dort.
Wir haben in den zehn Jahren die wir on and off bei bushlore Wagen mieten noch nie einen Grillrost vom Hinterrad verloren. Da musste bei euch etwas schief gelaufen sein, vielleicht eine gebrochene Schweissnarbe? Denn wir sind damit problemfrei schon tausende von km gefahren...Schade dass ihr den Rost nicht richtig geniessen konntet, es ist nämlich super das dreckige Ding nicht im Kofferraum mitschleppen zu müssen, man stülpt es nur aufs Rad udn am Abend macht man den Rost über dem feuer heiss und schabt das Fett vom Vortag und den Sand vom Fahrtag mit der Braaibürste ab. 😄
sonnige Grüsse leona
Gruss Leona
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Okt. 2013 · #32
Hier ist ja richtig was los. 🤩 Das freut mich riesig. 🤪
@Biggi Sophia Dale liegt wie gesagt 10km in Richtung Uis und somit außerhalb der Nebelzone. Obwohl der Kälteeinbruch noch immer anhielt waren die Temperaturen dort angenehm. Bilder kann ich Dir leider nicht bieten, da wir erst in fortgeschrittener Dämmerung ankamen und am nächsten Morgen ein wenig in Hektik waren.
@Irene Schön dass Du auch dabei bist. Vielleicht kann der Reisebericht den Norden Namibias für Dich in ein bischen besseres Licht rücken, nachdem Du bei Eurer Reise ja nicht so begeistert warst.
@Leona Im Mai werden wir erneut mit einem Wagen von Bushlore unterwegs sein. Dann bekommt der Grill eine zweite Chance.
Hallo Topobär, da warte ich nun schon fast ein Jahr sehnsüchtig auf deinen Reisebericht und dann verpasse ich doch glatt den Anfang. 🤩 Aber Dank Leonas Querverweis bin ich jetzt grad noch rechtzeitig aufgesprungen bevor Ihr in die Wildnis aufbrecht. Die Route kenne ich ja schon und bin deshalb schon sehr gespannt, was Ihr so erlebt habt. Eure "Schlammschlacht" werdet Ihr wohl kaum toppen können – oder vielleicht doch?
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200928. Okt. 2013 · #34
Hallo Flip,
schön, dass Du auch dabei bist. Einige Strecken wirst Du von Eurer letzten Reise kennen, es werden aber auch Anregungen für zukünftige Reisen dabei sein. Mehr wird noch nicht verraten. 😉
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200928. Okt. 2013 · #36
Hallo Peter,
schön das Du mitliest. Ich freue mich über jeden Leser.
Ich hatte das Gefühl, dass bei uns eine Gruppe Azubis am Werk waren, während Ihr an einen Profi geraten seid.
Wir waren mit einem Toyota unterwegs. Etwas anderes käme für mich bei so einer anspruchsvollen Strecke auch nicht in Frage. Es handelt sich jedoch um einen Landcruiser, den man nicht so häufig sieht, wie den weit verbreiteten HiLux.
Da wir bereits um 8:00Uhr in Swakopmund am Treffpunkt für die Living Desert Tour sein müssen, beginnt der Tag um 6:00Uhr. Es ist noch stockdunkel. Die morgendlichen Abläufe sind noch nicht so richtig eingespielt und so wird es dann doch eine ziemliche Hetzerei pünktlich dort zu sein. Wir sind dann aber zur vereinbarten Zeit auf dem Parkplatz am Swakopmund Hotel und nur wenige Augenblicke fährt Ansgar, einer der Assistenten von Chris, vor.
In Swakopmund ist absolut tote Hose. Kaum eine Menschenseele auf der Straße. Laut Ansgar wird sich das auch den ganzen Tag über nicht ändern. Sonntags sind die Bewohner entweder am Meer zum Angeln oder sitzen vor der Glotze und schauen Rubgy.
Am Rande des Swakop-Reviers treffen wir uns mit den anderen Tour-Fahrzeugen. Dann starten wir in die Dünen, wo wir von Chris zunächst einmal eine sehr gute und anschauliche Einführung in das Ökosystem der Küstendünen erhalten. Begeistert bin ich von seinem Humor und seinen Zeichnungen, die er zur Verdeutlichung seiner Ausführungen mit dem Schlangen-Stock in den Sand malt.
Dann kommt die Praxis. Während Chris’ Einführung haben seine beiden Mitarbeiter das Gelände ringsum erkundet und die Stellen markiert, wo Tiere zu finden sind. Als erstes wird eine „Dancing White Lady“ ausgegraben.
Um die Spinne formatfüllend aufs Bild zu bekommen muss man sich schon sehr nah davor legen. Die Spinne ist aber überhaupt nicht begeistert von der Aufmerksamkeit, die ihr zu Teil wird und geht immer wieder zum Angriff über, was zu hektischen Sprüngen der Fotografen führt, denn der Biss soll extrem schmerzhaft sein.
Als nächstes gibt es einen Skink zu sehen. Sieht aus wie eine farbige Blindschleiche und nichts anderes ist er auch - eine Eidechse ohne Beine. Beeindruckend ist vor allem zu sehen, wie der Skink durch den Sand schwimmt.
Danach sehen wir mehrere Chamäleons. Wenn sie nicht gerade hinter einem Leckerbissen her waren, haben die richtig schön für ein Foto posiert. Interessant war zu sehen, wie sich die Farbe der Tiere je nach Gemütszustand verändert. Im entspannten Zustand dunkel und mit zunehmender Aufregung immer heller werdend.
…und dann kam endlich mein Lieblingstier, der Palmato-Gecko. Ich finde diese farbenfrohen Geckos so was von niedlich, dabei hätte ich bislang niemals gedacht, dass es überhaupt niedliche Reptilien geben kann. Wenn man erst einmal weiß, worauf man achten muss, ist der Bau dieses Geckos übrigens ziemlich einfach zu finden.
Danach ging es am Rand der Dünen entlang, auf der Suche nach weiteren Tierarten. Es dauerte ziemlich lange, bis Chris fündig wurde, und uns noch eine Sidewinder-Schlange präsentieren konnte. Ich war überrascht, wie klein diese Schlangen sind.
Als Abschluss gab es dann noch ein wenig Action. Wie in einer Achterbahn ging es hoch und runter durch die Dünen. Wie gerne hätte ich hier selbst am Steuer gesessen.
Auf einer hohen Düne mit Blick aufs Meer machten wir noch eine letzte Pause, dann war die Tour auch schon zu Ende. Als wir auf die Uhr sahen, waren wir erstaunt, dass es schon fast 14:00Uhr war. Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man so gut unterhalten wird. Ich kann die Living Desert Tour von Chris nur wärmstens empfehlen. 🤩
Da Chris nur Bargeld nimmt, waren wir wieder blank und mussten noch schnell am ATM vorbei, bevor es weiter zu unserem heutigen Etappenziel, der Spitzkoppe ging.
Dank der relativ klaren Luft konnten wir die Spitzkoppe und die angrenzenden Pontoks bereits eine halbe Stunde vor unserer Ankunft am Horizont auftauchen sehen. Das Panorama, dieser Inselberge beeindruckt mich immer wieder.
Das gesamte Areal um die Spitzkoppe ist umzäunt. Bei der Ankunft zahlt man seinen Obolus, erhält eine Karte des Geländes und kann sich dann seine Campsite nach dem Prinzip „ first come – first serve“ selbst aussuchen.
Wir fuhren zunächst zum Naturbogen und machen uns auf den kurzen Spaziergang, diesen zu durchschreiten.
Danach fuhren wir auf den Parkwegen weiter kreuz und quer durch das Areal. Wir sahen Steinböckchen und Dassies, die aber für vorzeigbare Fotos viel zu weit weg waren. Immer wieder beeindruckend waren die skurrilen Felsformationen.
Bevor wir uns auf die Suche nach einer freien Campsite machten, besuchten wir noch die Paintings am „Little Bushman’s Paradies“. Als ich dort die Schmierereien irgendwelcher Chaoten am Fels sehe, ärgere ich mich maßlos. 😠 Kein Wunder, dass es in immer mehr Gebieten eine Führerpflicht gibt, wenn sich die Touris nicht benehmen können.
Bislang waren alle Campsites an denen wir vorbei gekamen bereits besetzt. So beschließen wir in das Gebiet westlich der Spitzkoppe zu fahren, wo wir uns auch einen schönen Sonnenuntergang erhoffen. Wir haben Glück und ergattern mit der Campsite Nr. 9 einen sehr schönen Platz, direkt am Fuße der Spitzkoppe. 🙂
Wir richten uns häuslich ein und genießen den Rest des Tages im Schatten der Felsen. Einzig die Fliegen nerven ein wenig, aber kein Vergleich zu Australien. Im Baum über uns gibt ein Paar Tokos ein lautstarkes Duett – hört sich echt witzig an und sollte nicht das einzige mal auf dieser Reise sein, wo ich mir ein Ton-Dokument für den Reisebericht wünschte.
Die Dämmerung setzt ein und die Felsen beginnen sich zu verfärben.
Für den Sundowner brauchen wir heute die Campsite gar nicht zu verlassen. Das gefällt mir als Fahrer und Zelt-Baumeister ganz besonders. Sundowner auf der Campsite sind für mich die entspanntesten Abende.
Zum Abend grille ich Hartebeest und die Mädels machen einen leckeren Salat dazu. Leider führt mich das Fleisch ein wenig in die Irre. Da es sich an den Seiten nicht verfärbt und rot bleibt, lasse ich es zu lange auf dem Grill, wodurch es etwas zu hart und trocken wird. 😠 Das muss noch besser werden.
Als wir am Lagerfeuer sitzen entdeckt Lucia eine „große Spinne“. Es handelt sich um eine Baby-Walzenspinne. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktion, sollten wir mal ein ausgewachsenes Exemplar entdecken. 😗
Hallo Topobär, auch wenn Du da bei mir ja den Finger ein bisschen in die Wunde legst, 😕 habe ich Deine Living Desert Bilder besonders genossen. 🙂 Die sind echt toll geworden!
Silke1611223 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #40
Hallo Topobär,
vielen Dank für die phantastischen Aufnahmen der Spitzkoppe und die wunderbaren Sonnenuntergänge. Sie wecken wieder wunderbare Erinnerungen und steigern die Vorfreude auf nächsten September in Nam/Bots 🙂
liebe Grüße Silke
leben und leben lassen
4 Wochen Namibia 2009
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