Wie geht's denn der White Lady am Brandberg?

9 Antworten · 2'981 Aufrufe · gestartet 08. Feb. 2013 von lilytrotter
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Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200808. Feb. 2013 · #1
Liebe Fomis!

Wie ist das eigentlich am Brandberg mit der White Lady?

Warum hat sich die „White Lady“ so "verändert"?

Anlass ist die Abbildung der „White Lady“ im aktuellen Reisebericht von Stoffflieger („DIE White Lady“ ist das ja eindeutig nicht, die läuft ja ein Stückchen weiter rechts an der Wand...- aber das scheinen die Guides wohl so zu vermitteln...?)
Schon einige Male wurde hier im Forum eben diese Abbildung in Reiseberichten als „White Lady“ bezeichnet, auch im www findet man zwei unterschiedliche Ladies - sogar in Reisführern 😗 .


Das macht mich langsam stutzig. - Es ist schon klar, dass sich die unterschiedlichen Bilder an zwei Stellen der großen Felszeichnung/-malerei am Brandberg befinden.

Aber warum wird so oft die „falsche“ White Lady als ebendiese abgebildet?

Ist „DIE White Lady“ selber nur noch so wenig erkennbar, dass man anstatt ihrer den Touristen ihre „schöne Nachbarin“ zur linken als Solche präsentiert?

Deshalb meine Fragen:
Wie sieht die White Lady aktuell aus?
Ist sie noch gut zu erkennen?

Vielleicht hat der Eine oder Andere ein neueres Foto von DER White Lady?
Es wäre total nett, wenn ihr das hier mal zeigt.
(Wir haben nur ein 30 Jahre altes Dia... - und da sieht sie noch ganz gut aus.)

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2013
497 Beiträge · seit 201208. Feb. 2013 · #2
Hi Lilytrotter,

Ich habe hier ein Foto gefunden, aufgenommen vor 2 Jahren. Die umgebenden Figuren sind allesamt kontrastreicher. Vielleicht wurden die Bildschärfe einfach von den vielen Touristen weggeguckt.

Liebe Grüße,
Sebastian

Leider kann ich momentan kein Foto hochladen.
Info-Namibia www.info-namibia.com
zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2013
3'883 Beiträge · seit 201108. Feb. 2013 · #3
Hallo Lilytrotter, du bekommst eine PM von mir mit einem Link auf unser Tagebuch.
Gruß freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
497 Beiträge · seit 201208. Feb. 2013 · #4
Hier nun das Foto:

Info-Namibia www.info-namibia.com
zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2013
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200809. Feb. 2013 · #6
Oh, vielen herzlichen Dank für eure zahlreichen Fotos!

Wir haben mal verglichen mit unserem alten Dia, da hat sich doch schon heftig was verändert, in den Jahren. Die White Lady ist sehr blass geworden!
Wir wussten ja davon, dass der Verfall aus bekannten Gründen fortschreitet (befeuchten mit Flüssigkeiten aller Art, um für den Fotografen ein besseres Ergebnis hervorzurufen...), aber es ist einfach traurig es im Vergleich dann so präsent zu haben.
Wir werden auf jeden Fall unser altes Dia abfotografieren und hier einstellen, damit ihr es euch ansehen könnt - geht aber nicht jetzt. Spätestens aber morgen.

Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200810. Feb. 2013 · #7
Hier ist es nun, das alte Foto von 1981, – es ist ein abfotografiertes Dia, mit einer entsprechenden Qualitäts-Einbuße, aber wir haben noch immer keine Scans...




Der offensichtliche Verfall, dem dieses Kunstwerk in den Jahren anheim gefallen ist, ist echt deprimierend!
Selbst dieses olle Foto zeigt es deutlich: Die White Lady war damals noch lange nicht so „reduziert“, auch wenn schon derzeit über die Zerstörung des Felsbildes durch Befeuchten gesprochen wurde.
Oder klarer ausgedrückt: Die White Lady ist auf den neuen Fotos leider nur noch ein Hauch von dem, was sie mal war, sie ist mittlerweile von einer „blässelnden Aura“ umgeben und erst zu erkennen, wenn man sie direkt fokussiert. Diese „Aura“ ist offenbar das Ergebnis des Befeuchtens, um die Kontraste zu verstärken. Und so was taten nur Fotografen... 🙁

Vor nicht allzu langer Zeit sahen wir in einem alten Fotobuch unter einem Foto der „White Lady“ einen entsprechenden Hinweis des Fotografen selber, der vollkommen naiv dieses „Verfahren“ benannte, mit dem er die „Leuchtkraft“ der Farben verstärkt hatte – er war sich offensichtlich in keiner Weise darüber im Klaren, dass er seinen Anteil an der Vernichtung dieses Felsbildes für die Nachwelt dokumentiert hatte... (es war in einem unserer alten Fotobücher, wir suchen und grübeln schon den halben Tag und wissen nicht mehr wo es/wer es war. Wir müssen auf Meister Zufall warten, bis wir es mal wieder sehn.)


Auch an den umgebenden Figuren ist Verfall zu erkennen: Die Antilope über der White Lady ist mittlerweile ebenfalls deutlich ausgeblichen und unterhalb ist die Antilope im Kopfbereich betroffen.

Ist schon bitter, das alles so zu sehn, - und da wundert es mich dann doch nicht mehr so sehr, dass so häufig die „schöne Nachbarin“ als „White Lady“ abgebildet wird.


Und die Moral von der Geschicht: Man merke, - auch die Jagd mit dem Fotoapparat kann zerstörerische Auswirkunken haben – aber das ist natürlich eine Binsenweisheit, ja, ich weiß, - man kann es mit allem übertreiben. Schon immer.


Schönes Wochenende wünscht lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 10. Feb. 2013
2'516 Beiträge · seit 200919. Feb. 2013 · #8
Hallo lilytrotter,

ich zeige mal zwei Bilder ,die ich vor zehn Tagen gemacht habe.Ich habe "nur" etwas an der Sättigung gedreht,sonst sähe man von der White "Lady" tatsächlich nicht mehr allzuviel.
Zum Schutz vor weiterem ausbleichen wurde der Boden unter den Gemälden mit Kieseln abgedeckt,um den Abrieb durch aufgewirbelten Sand--kann ja ganz nett windig dort sein--zu vermindern.
Auch darf man keinen Blitz benutzen beim fotografieren.Und Flüssigkeiten darf man auch keine mehr die Treppen hoch mitnehmen.Finde ich alles völlig in Ordnung.
Wir hatten einen jungen,sehr engagierten Führer,der uns sehr viel erklärt hat über den Brandberg,die Gemälde,aber auch die Pflanzen und die Vögel.
Auch wurde oberhalb der Gemälde eine Tropfnase am Fels angebracht,damit kein Regenwasser mehr auf die paintings gelangen kann.
Wir waren gleich morgens um 7.00 Uhr zur Stelle,ist bei den aktuellen Temperaturen auch absolut anzuraten,möglichst früh rein zu laufen.

P1040044.jpg


Das erste Bild zeigt das Ensemble

P1040058.jpg


Das zweite Bild zeigt den verunglimpften Schamanen.

Liebe Grüsse
fotomatte
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200820. Feb. 2013 · #9
Hallo, fotomatte!

Ich freu mich sehr über deine Bilder!

Zum Glück kann man heutzutage nachträglich’n bissl am Chroma drehn...
dann sieht’s auf dem Bild doch noch recht nett aus.

Als Erlebnis wäre es für mich ziemlich frustrierend (ich liebe Felszeichnungen/-malereien).
Und wenn uns der Weg zum Brandberg führt, werden wir uns auf jeden Fall die Zeit nehmen um dorthin zu gehen, um den aktuellen Zustand der armen Lady selber mal zu sehn.
Insgesamt ist es ja immer noch eine sehr schöne Malerei!

Vielen Dank lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2013
38 Beiträge · seit 201225. Feb. 2013 · #10
📎 C:\fakepath\Weiße Dame Fries digitale Bearbeitung nach Foto 2010.jpg

Hallo Fomis und demnächst Reisende,

in diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Veröffentlichung hinweisen, die in Kürze erscheinen wird. Der „Archäologische Reiseführer Namibia“. Ein Kapitel widmet sich ausführlich der bekanntesten Felsmalerei Namibias, der „Weißen Dame“:
Von der Entdeckung durch Reinhard Maack bis hin zu den Mythen über Alter und Gestalt, ergänzt durch eine Sammlung zahlreicher tollkühner Gedanken des jeweiligen Zeitgeistes. Digitale Umzeichnungen verschiedener Kopien von 1930 bis in die 70er Jahre zeigen Details, die heute nicht mehr erkennbar sind. Der eine sah eine mediterrane Nase, der andere wenig schmeichelhafte Klumpfüße, weibliche Brüste, dann wieder keine, männliche Köpermerkmale, geschmückt oder auch nicht vorhanden, weil eine Dame ebensolche Merkmale nicht haben darf. Erzählt werden Geschichten über viel Mythos, Fantasie und Fehleinschätzung am Beispiel einer Figur, die jeder mit anderen Augen sieht.
Macht Euch vor Ort selbst ein Bild und schaut genau hin.
Hier der Fries der „Weißen Dame“ in Fischaugen-Perspektive, digital retuschiert nach einem Foto von einem Besuch im Jahr 2010.
Herzliche Grüße aus dem Rheinland.

WeieDameFriesdigitaleBearbeitungnachFoto2010.jpg
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2013