São Tomé e Príncipe 2011 - ein Reisebericht. DOS!

Reisebericht 71 Antworten · 55,8k Aufrufe · gestartet 07. Feb. 2011 von janet
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200907. Feb. 2011 · #1
São Tomé é Príncipe 2011 - DOS DOS DOS feat. "The Generat0r"!
Ein Reisebericht.


20.01.2011 - "Ich nehme eine Karte."



Boarding in München bei Schnee, zum Glück ist noch Enteisungsmittel da! *g*
__________________________________________________________




"Ich nehme eine Karte."
"Ich nehme eine Karte."
"Ich muss rechnen."
"Ich habe verloren."
😄

Seit 5 Stunden gammeln wir nun schon am internationalen Flughafen Lissabon rum und schlagen die Zeit tot. Wir sind schon ein paar Stunden unterwegs und unser Anschlussflug mit TAP Portugal zum diesjährigen Reiseziel, dem kleinen Inselstaat São Tomé e Príncipe findet in nur 3 Stunden statt! Damit hätten wir also schon über die Hälfte der über achtstündigen Wartezeit in Lissabon rumgebracht, Wahnsinn! Unser Flug wird auch endlich auf dem Display angezeigt: es ist der letzte heute, um 23 Uhr.

Ich kenne inzwischen hier die Angebote und Auslagen aller Geschäfte auswendig und die Speisekarten auch. Jetzt allerdings haben wir uns ein ruhiges Gate gesucht und Heiko weiht mich in die Geheimnisse des legendären Blackjacks ein, mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, da bayerisches Blatt! Leider läuft es nicht so gut für mich (s.o.), -man könnte auch sagen ich stelle mich sehr kacknoobig an- und nach einiger Zeit müssen wir abbrechen weil wir einen Lachflash nach dem anderen kriegen. Heiko meint ich solle mal lieber nicht auf die Idee kommen mal um Geld spielen zu wollen. Naja, aber so geht die Zeit auch rum! *g*



Wir genießen den ersten Sonnenuntergang des Urlaubs und kaufen noch eine Literpulle Absolut Vodka Mango 40% um im Urlaub vorsichtshalber die Mahlzeiten im Magen zu desinfizieren. Man weiß ja nie! Dann endlich ist es soweit: tadaaaaa, unser Flug wird aufgerufen!

Wir fliegen nicht mit TAP, sondern mit einem etwas antik wirkenden Airbus der weltberühmten Fluggesellschaft "white". Der wackelt, zittert, röhrt und quietscht nicht nur als er sich abmüht aufzusteigen, sondern verfügt auch noch über die engsten Sitze, die ich je erleben durfte. Egal, er ist halbleer und *grübel* dann such ich mir halt einfach ne leere Sitzreihe und klapp die Armlehnen hoch und versuch zu pennen - weit gefehlt, ich ziehe und zerre, aber sie lassen sich nicht hochklappen. AAAAARGHS!!!! 🤩

Also ergeben wir uns in unser Schicksal für die nächsten knapp 7 Stunden ölsardinenmäßig gequetscht in einer Konservendose zu sitzen, genießen ein kulinarisch unterirdisches Abendessen und versuchen etwas zu schlafen. Sofern unser betagter Vogel durchhält landen wir morgen früh gegen 6 Uhr auf São Tomé!

Klapprige gute Nacht!
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zuletzt bearbeitet 26. Juli 2013
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200908. Feb. 2011 · #2
21.01.2011 - 24h Sauna!

Im Morgengrauen setzen wir zum Landeanflug auf São Tomé an, geschlafen hab ich natürlich kaum und bin total verspannt. 🙁
Leider sitzen wir auf der falschen Seite im Flugzeug, so dass ich den Blick auf die dicht bewaldeten Berge nur durch die Flugzeugfenster auf der anderen Seite erhaschen kann. Schon beim Ausrollen sehen wir in den Feldern Frauen, die grosse Körbe auf dem Kopf tragen. Endlich sind wir wieder in Afrika!

Da wir ganz vorne im Flugzeug sitzen, sind wir zum Glück mit die ersten bei der Einreise. Schon beim Aussteigen schlägt uns feuchte, heisse Luft ins Gesicht, und das um kurz nach 6 Uhr morgens, es ist sehr bewölkt und dampfig. Es gibt nur zwei Schalter, einen für Einwohner von São Tomé e Príncipe und einen für alle anderen, die einreisen wollen. Bei beiden sammeln sich schnell gleich lange Schlangen, und natürlich geht es in afrikanischer Tradition sehr sehr langsam voran. Nach 5 Minuten sind wir schon klatschnass geschwitzt. 🤩

Nachdem unsere Pässe gescannt sind und wir eine Türe weiter dürfen, kontrolliert ein freundlicher Herr unsere Impfpässe auf die obligatorische Gelbfieberimpfung. Dann heisst es SPANNUNG: wird unser Gepäck mit uns angekommen sein oder ist es erst in der nächsten Maschine, die eine Woche später landet?! Nervös wiederhole und übe ich das bisher einzige creolische Wort das ich kenne: samangungu!

Grosse Erleichterung, als unser Alukoffer und unsere grosse Reisetasche auftauchen. Leider ist der Henkel am Koffer halb abgerissen. Mein geliebter Koffer! Seit 25 Jahren reist er mit mir um die Welt ... und nun .... 🙁 ..... aber wenigstens ist das Gepäck da! Als wir die Türe nach draussen öffnen, werden wir gleich von gefühlten 1000 Taxifahrern belagert, die uns alle zum Hotel bringen wollen. Achja, das Hotel, da war ja was! Wir haben ja noch keine Unterkunft ... denn das einzige Hotel im Land, das auf meine eMail-Anfragen geantwortet hatte, was das Pestana Equator, und da sind wir erst zur Mitte dieser Reise.

Da ich Gutes über die Omali Lodge gehört habe und in der ersten Nacht im Land nach einem Nachtflug ein gescheites Bett und etwas Luxus will, bitte ich einen Taxifahrer uns dorthin zu fahren, sie liegt eh direkt auf dem Weg in die Stadt nur 5 Minuten vom Airport entfernt. Er meint in HandundFussenglisch die wäre viel zu teuer und würde mindestens 150 Euro kosten, er hat ne günstige und gute Pension für nur 50 Euro die Nacht direkt in der Stadt. Mir doch wurscht .... ich will sie mir zumindest anschauen. Heiko bewacht unser Gepäck, ich schaue mit ne Suite an, die Anlage, der Garten, der Pool und die Zimmer schauen sehr gut aus. Kostenpunkt: 205 Euro pro Nacht incl. Frühstück.











Als erstes hauen wir uns unter die Dusche und dann ins Bett ... erstmal 2 Stunden Schlaf nachholen. Es ist ja ohnehin erst 7 Uhr morgens 😉
Die Betten sind ein Traum! Alles ist schön ruhig, und im Garten zwitschern die Vögel.

Gegen halb 11 ziehen wir uns an und wollen ein bisschen am Strand Richtung Stadt laufen, nach dem langen sitzen im Flugzeug die Beine vertreten. Der Strand ist nur durch die Strasse vom Hotel getrennt.





Heiko hat ja Angst dass ihm das Wasser nicht warm genug ist .... kurzer Zehencheck: Abkühlen durch Baden im Meer schwer möglich! 😄



Wir beschliessen weiterzulaufen, um in der Stadt Euro in Dobra zu tauschen und schon bissl erste Eindrücke zu sammeln. Wir sind neugierig auf dieses Land, das jährlich nur etwa 2000 Touristen, hauptsächlich aus Portugal anzieht. Nach ein paar Metern sind wir wieder nassgeschwitzt. Die Schwüle und die Hitze sind unvorstellbar. Ein kleiner Hügel wird zur anstrengenden Bergbesteigung, doch dahinter eröffnet sich ein toller erster Ausblick auf die Hauptstadt São Tomé!



Wir stürmen den ersten kleinen Supermarkt den wir sehen und kaufen Getränke.



Und weiter geht´s, immer an der alten prachtvollen Uferpromenade entlang, in der Bucht liegen alte Schiffswracks und rosten vor sich hin.









Alte portugiesische verwitterte Kolonialbauten säumen die Strassen, an jedem Haus ein kleiner Garten mit Bananenstauden, Hunde und Hühner bevölkern die Gärten, es verfällt alles. Was für eine morbide Stimmung! Dazu der dramatisch bewölkte Himmel, die drückende Luftfeuchtigkeit, die bunte Kleidung der Einheimischen, unbekannte Düfte, eine Sprache die wir nicht verstehen: wir sind angekommen in einer völlig fremden Welt.



An der Uferpromenade legen ständig Fischer in kleinen Holzbooten an und bringen den Fang an Land.





Der Fisch wird sofort von Frauen aufgekauft und abtransportiert. Das Leben spielt sich hier auf den Strassen ab. Kinder spielen unter grossen Schatten spendenden Bäumen. Wir werden von wildfremden Menschen freundlich gegrüsst und von manchen Kindern ungläubig bestaunt.















Grosse, dem Verfall preisgegebene Plantagenhäuser verdeutlichen den immensen früheren Reichtum durch Kaffee und Kakao.









In der Bank tauschen wir 50,-- Euro und werden vom Manager persönlich mit Handschlag begrüsst. Die Summe scheint die Angestellte fast zu überfordern, und der Geldkoffer der gebracht wird ist gross. Juhu, nun sind wir also mehrfache Dobramillionäre!

São Tomé ist ein quirliges Städtchen, auf den Strassen und in den Läden ist einiges los und es gibt viel zu sehen.





Die Kathedrale gegenüber des Präsidentenpalastes:



Wir stärken uns bei einem leckeren Lunch im Café e Companhia mit selbstgemachten Hamburgern und Omelette São Tomé!



Danach machen wir Bekanntschaft mit Antonio, einem Einheimischen. Er hat Langeweile und zeigt uns den Markt und den Platz davor mit den hunderten an gelben Taxis allen Alters und Zustandes. Wer soll die nur je alle nutzen!









Die Markthalle ist der totale Wahnsinn. Tausende von Menschen, ohrenbetäubender Lärm, einer überschreit den anderen, Musik quäkt aus Lautsprechern. Hier wird wirklich ALLES angeboten! Und wir mittendrin!










Popcorn!!! *g*

Der Ausblick vom Dach auf die Stadt ist beeindruckend, ein Gewusel wohin man nur schaut!





Am Nachmittag sind wir erschlagen von den vielen Eindrücken, dem Lärm und den vielen Menschen und natürlich auch vom ungewohnt drückend heissen Klima. Klatschnass geschwitzt nehmen wir uns eins der Millionen Taxis und lassen uns zum Hotel zurückfahren, wo wir den Pool geniessen, ausspannen und die Seele baumeln lassen.





Pünktlich um 18 Uhr wird das grosse Licht (=Sonne) fast mit einem Schlag ausgeknipst. In die Stadt wollen wir heute nicht mehr, und so setzen wir uns auf die Holzterrasse des hübschen Hotelrestaurants und bestellen gegrillten Fisch und Tintenfisch und einheimisches Bier. Die Wellen schlagen sanft auf den Strand, es schmeckt einfach himmlisch und wir geniessen unser erstes Dinner hier im Januar bei wohligen 28 Grad im Sommerkleid (also ich *g*)!

Noch ein Absacker des übelst leckeren Absolut Vodka Mango im Zimmer, und wir schlummern ein. Was für ein aufregender erster Tag! Gute Nacht!
🤩
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zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2011
579 Beiträge · seit 201008. Feb. 2011 · #3
Hallo,
janet schrieb:
Wir fliegen nicht mit TAP, sondern mit einem etwas antik wirkenden Airbus der weltberühmten Fluggesellschaft "white". Der wackelt, zittert, röhrt und quietscht nicht nur als er sich abmüht aufzusteigen, sondern verfügt auch noch über die engsten Sitze, die ich je erleben durfte.
Hatte das Flugzeug zufällig eine 3-3-3-Sitzkonfiguration? Dann war die A310-300 satte 33 Jahre alt und wirklich rekordverdächtig eng. Normal sind 8 Sitze in 2-4-2-Konfiguration wie bei A330/A340 (gleicher Rumpfdurchmesser).

Sonnige Grüße
2'772 Beiträge · seit 200608. Feb. 2011 · #5
Hallo Janett,

danke für den ausführlichen Bericht.
Man findet nur sehr wenige Berichte über Sao Tome im Netz, aber dieser scheint einer der besten zu werden... ne, wahrscheinlich der beste!

Mit Spannung werde ich ihn weiter verfolgen, denn Sao Tome steht auch auf unserer Wunschliste.

LG Barbara
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2011
1'117 Beiträge · seit 201008. Feb. 2011 · #6
Hallo Janet,

schön, mal was über ein ganz anderes Reiseziel zu lesen - danke! 🙂
Ich hab schon öfter bei den Überlegungen, wo es denn wohl noch hingehen könnte, an Sao Thomé e Pricinpe gedacht - was für ein toller Name!
Aber mir ist es dort wohl zu schwül und mein Schatz steht nicht so auf das Morbide... Aber vielleicht sieht nach deinem Bericht ja alles ganz anders aus?! 😉

Also bin ich gespannt...
Liebe Grüße
Beate
42 Beiträge · seit 200908. Feb. 2011 · #7
Hallo Janet,

deine Berichte sind immer so erfrischend geschrieben...
Und jetzt - wie schon von Beate gesagt - mal ein ganz anderes Reiseziel.
Ich freu mich auf deine Fortsetzung.

LG Nina
0
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200909. Feb. 2011 · #8
22.01.2011 - Der blaue Container und die blaue Lagune!

"piep piep pieep piep pieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep piep!!!"
Zwischen den Palmenwipfeln im tropischen Garten unseres Hotels ist schon einiges los: Webervögel sind geschäftig unterwegs und veranstalten ein Piepkonzert.

Auch heute ist es wieder diesig und schon frühmorgens sehr warm und schwül. Wir haben super geschlafen und machen uns auf den Weg zum Frühstück, denn um 11 Uhr will uns Nelson, unser Taxifahrer von gestern abholen und uns das günstige Hotel in der Stadt zeigen.
Wir wollen noch 2 Tage in der Stadt bleiben und von dort aus mit einem Allradmietwagen Ausflüge in den Norden und Westen der Insel unternehmen, die nur 36km im Durchmesser hat. Danach möchten wir ins Landesinnere fahren, schliesslich verpassen wir in Deutschland grad das TV-Highlight des Jahres, das Dschungelcamp - das spielen wir dann dort nach! Ein paar eklige Dschungelprüfungen für Heiko werden mir da schon einfallen! *g*
Dann wollen wir Richtung Süden aufbrechen, im Luxusresort auf der vorgelagerten kleinen Insel Ilheu Das Rolas haben wir ein paar Übernachtungen gebucht, um meinen Geburtstag zu feiern. So ist also der Plan! 😁

Das Frühstück der Omali Lodge lässt keine Wünsche offen: man kann aus einer riesigen Karte wählen, es gibt alles was das Herz begehrt und so hauen wir beherzt rein. 🙂 Man weiss ja net was es später in der Stadt so gibt^^


9 Uhr morgens, die Frisur sitzt .... nicht! 😄

Dann ist Nelson auch schon da und wir düsen in die Stadt. Die recht ruhig gelegene kleine Pension "Eltenaide" seines Bekannten ist einfach aber sauber und die Zimmer haben sogar Klimaanlage, so dass wir entscheiden erstmal hier zu bleiben. Klopapier, für afrikanische Verhältnisse luxuriös zweilagig, ist auch vorhanden *g*. Der Besitzer will natürlich wieder nachkarteln und 60,-- Euro verlangen, wir bestehen darauf mit Nelson 50,-- Euro vereinbart zu haben und auch nicht mehr zu bezahlen. Nelson kriegt dann als wir uns aufs Zimmer verziehen prompt seinen Anschiss *g*. Überhaupt scheint hier Euro für fast alles die gängige Währung zu sein, sieht man mal von den Einkäufen in den kleinen Supermärkten ab.

Vormittags wollen wir uns noch etwas in der Stadt rumtreiben, für 14 Uhr vereinbaren wir mit Nelson, dass er uns zu einigen Stränden im Norden fährt. Ein kleines Strandhopping sozusagen *g*. Damit wollen wir morgen weitermachen, allerdings auf eigene Faust - und so reservieren wir bei Nelson für morgen den Jeep seines Chefs und dann führt uns unser Weg erstmal zu Navatours, wo wir für die weiteren zwei Tage einen Geländewagen mieten, weil wir ja den Regenwald im Landesinneren unsicher machen und auch dort übernachten wollen.

In São Tomé gibts wieder allerhand zu sehen und zu entdecken.


gut gewartete Autos


einst prachtvolle Kolonialbauten


der illegal geknipste Präsidentenpalast - breaking the law !!!!


Läden für Musikinstrumente die auch formschöne Sitzmöbel im Sortiment führen.

Wir schlendern am berühmten blauen Container vorbei, ein "Restaurant", das seit über 10 Jahren besteht. Es handelt sich dabei um einen ausrangierten blauen Wellblechcontainer, der an der Promenade steht. Hier wird Fisch gegrillt, er wird direkt die 10 Meter von den Booten aufgekauft und zubereitet! Hier wollen wir heute Abend essen!



Die einst prachtvolle Uferpromenade ist jetzt dem Verfall preisgegeben ...







Wir schlendern in Richtung Fort durch den heruntergekommenen Volkspark, hier wurde einfach ein altes Flugzeug abgestellt. Kinder spielen im Park Fussball.





Auf den Strassen direkt in der Hauptstadt tummeln sich Hunde, Hühner und manchmal auch Schweine!





Die Kinder sind immer ganz wild darauf, fotografiert zu werden und freuen sich wie verrückt, wenn sie ihr Bild dann im Display der Kamera sehen!



Am Hafen direkt gegenüber des Forts baden die Kinder und suchen zwischen den schwarzen Lavasteinen nach Oktopussen.









Am Fort, in dem sich auch das Nationalmuseum befindet, ziehen kleine Fischerboote und grosse Containerschiffe vorbei.









Wir schlendern an der Hafenpromende entlang Richtung Café Passante und Hotel Miramar. Kolonialbauten säumen auch hier die Strassen.







Kinder spielen an der Hafenmauer, die Verständigung ist leider unmöglich, aber sie freuen sich uns zu sehen, grüssen überschwänglich und freuen sich als ich die kamera zücke *g*



Dann kommen wir zum Café Passante, das zum Hotel Miramar gehört. Perfekt für ein Päuschen und eine kleine Stärkung mit Espresso und Kuchen! Der Kuchen ist dermassen lecker dass ich mich reinlegen könnte!



Dann gehts auch schon weiter, denn Nelson wartet! Nach 3 Minuten Fussmarsch sind wir bei unserer kleinen Pension angekommen. Die Badesachen sind schnell angezogen und auf gehts, unser erstes Ziel ist Lagao Azul, die blaue Lagune! Die hat zwar nur Kiesstrand, aber dafür umso klareres Wasser und viele Fische und Korallen, die man bestaunen kann.
Der Weg dorthin führt uns auf geteerten Strassen voller Schlaglöcher erst durch Regenwald, mehrere kleine Orte, den etwas grösseren Ort Guadalupe und dann durch eine trockenere savannenartige Graslandschaft, die von einigen Mammutbäumen und Baobabs durchzogen ist.







Selbst direkt an den Stränden hier wachsen die grossen eindrucksvollen Baobabs.



Wir schnorcheln und sehen die verschiedensten Fische, die Korallen sind zwar nicht so beeindruckend wie auf den Malediven und am roten Meer, trotzdem ist der Fischreichtum immens und wir schwimmen durch riesige Sardinenschwärme, die Millionen Tiere glänzen bei jeder Bewegung, alles um uns herum schillert und formiert sich immer wieder neu zu einem gigantischen Schwarm. Synchronschwimmen zu Millionen! Wahnsinn!

Dann erkunden wir die Umgebung, laufen durch hohes Gras und sehen in der Ferne die Nebelwälder, die die steilen und schroffen Berge bewachsen. Der Pico selbst, mit über 2000 Metern höchste Erhebung der Insel, hüllt sich wie fast immer diskret in Wolken.







Auch hier sind wir wieder vollkommen alleine.





Die Landschaft ist einfach wunderwunderschön!!!



Wir fahren wieder zurück Richtung São Tomé Stadt und biegen links ab zur Praia dos Tamarindos.



Der helle Strand verdankt seinen Namen den vielen Tamarindenbäumen, die ihn säumen. Das Wasser ist ein Traum!



Allerlei Strandgut sammelt sich hier an, wir schlendern durch den hellgelben Sand und lassen unsere Füsse von den Wellen umspielen und halten die Augen nach hübschen Muscheln und allerlei Getier offen. Verschiedene Krebs- und Krabbenarten sitzen im Sand und an Ästen, Einsiedlerkrebse schleppen ihr Häuschen und verstecken sich wenn wir zu nahe kommen.







Nach einiger Zeit fahren wir zurück, machen uns frisch und ziehen zu Fuss los, der blaue Container ruft! Sicherheitshalber nehmen wir unsere Taschenlampen mit, immerhin müssen wir einmal quer durch die Stadt und es ist schon dunkel. Einige Strassen sind nicht beleuchtet und manchmal bricht auch die Stromversorgung zusammen. ^^ Trotz fortgeschrittener Stunde und Dunkelheit ist es immer noch heiss und schwül ..... puuuuuuuuh !!!!!

Im Container werden die Vorräte gebunkert, gegrillt und gegessen wird draussen unter freiem Himmel. Wir bekommen noch ein Plätzchen und es gibt keine Karte, sondern ich werde mit Händen und Füssen gebeten mitzukommen und mir den Fisch den ich essen möchte auszusuchen. Ich deute auf zwei Fische und schwupps werden sie mit pikanter Marinade eingepinselt und landen auf dem Grill. Wenig später bekommen wir sie serviert, mit einer leckeren roten süssscharfen Sauce und gegrillter Brotfrucht. Die kommt in Aussehen, Konsistenz und Geschmack einem Weissbrot übrigens sehr nahe.









Dazu geniessen wir den Ausblick auf die nächtlich erleuchtete Stadt und ein kühles Rosema Bier! Wie bisher immer in diesem Urlaub sind wir die einzigen Weissen weit und breit. Um uns herum nur Einheimische, die sich wie wir das Essen schmecken lassen, Karten spielen, Bier trinken oder einfach nur rumhängen.

Nachdem wir fertig gegessen haben machen wir uns auf unseren 30 minütigen Fussmarsch zu unserer Unterkunft, bewaffnet mit der Taschenlampe. Wir begegnen vielen Menschen auf den dunklen Strassen, doch zu keiner Sekunde fühlen wir uns unwohl oder bedroht. Im Gegenteil, wir werden von vielen wieder freundlich gegrüsst. Als wir an unserer Pension ankommen, sind wir wieder nassgeschwitzt und gehen erstmal duschen, bevor wir in die Daunen sinken. Morgen geht das Strandhopping weiter und schnorcheln wollen wir auch noch mal! Gute Nacht!
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zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2011
1'250 Beiträge · seit 200909. Feb. 2011 · #9
Hallo Janet,

toller Bericht von einen sehr interessanten Land,
das auch noch auf meiner Wunschliste steht.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200910. Feb. 2011 · #10
Hallo Leute,

vielen Dank für euer frühes Lob, das mir ein Ansporn ist - ich werde mich wieder ranhalten und versuchen fast jeden Tag zu schreiben. Was halt immer so aufhält ist die Bildauswahl und -bearbeitung ... 😕 ... naja ich geb alles! 😄

Ich hoffe nur es wird nicht wieder zu ausführlich!

Grüssle
janet
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1'117 Beiträge · seit 201010. Feb. 2011 · #11
Zu ausführlich??? 🤩 Nicht doch??? 😄

Janet, Reiseberichte sind doch virtueller Urlaub auf dem Sofa 😛
Der kann gar nicht lang genug sein! 😎

Insbesondere bei Schietwetter... Das heißt, heute bietet das Kap in etwa Sao Tomé Luftfeuchtigkeit bei 34° - alles klebt... Aber es hat angefangen zu regen - göttlich 😁

Liebe Grüße
Beate
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200911. Feb. 2011 · #12
23.01.2011 - "waitin´ for my man, Part I"

au au au au au AU AU AU!!!!!!!

Jammernd quälen wir uns aus dem Bett. Die Wurzel des Übels ist schnell gefunden:


AMORFLEX !!!!! 🤩

Wir reflektieren unsere erste Nacht hier und bereuen es etwas nicht in der Omali Lodge geblieben zu sein, nicht nur der Betten wegen: als die Hunde in den umliegenden Strassen gegen 1 Uhr Ruhe gaben, meinten gegen 2 Uhr die ersten Hähne dass es schon Zeit wäre lauthals den Morgen zu begrüssen. -.-
Aber immer Luxus wird dann halt doch bissl teuer und so beissen wir die Zähne zamm. Als wir gegen 7 Uhr zum Frühstück aufbrechen kräht der letzte Göger. Der ist aber spät dran, hat vermutlich verschlafen, wegen der Hunde! 😄

Für 8 Uhr haben wir bei Nelson den Jeep bestellt, denn heute wollen wir ja auf eigene Faust fahren und die West- und Nordküste erkunden. Chef meint kurz nach 8 Uhr: in 10 Minuten ist das Auto da. Dann ist der Chef weg und ward leider nie mehr gesehen. Seine Angestellten putzen grad mal wieder seinen dicken Benz, wie gestern auch schon. Nelson meint das Auto kommt gleich (zumindest verstehen wir es so). Ich erkundige mich noch nach meinem ersten Wort, das ich gelernt habe: samangungu (Vogelspinne)! Er meint jaaaa die gäbe es, auch hier im Norden, sie sei aber sehr gefährlich und wenn man gebissen würde dürfe man kein Wasser trinken sonst würde man sterben! Ich versuche ihm zu erklären dass das nicht stimmt und ich daheim ca. 600 samangungu hätte, aber leider glaubt er mir nicht. Naja sollens halt verdursten die Leut, oder Bier trinken! *g* Leider versteht er auch meinen Joke nicht ^^

Wir setzen uns in den Schatten und warten und warten. Und warten. Und warten...... 😐

Gegen kurz vor 9 Uhr wirds mir zu blöd sinnlos in der Gegend rumzustehen, nur doof dass heute Sonntag ist. Ob wir unser Glück trotzdem bei AVIS in der Stadt versuchen sollen, ob da wer da ist? Wir haben keine Lust weiter in der Stadt rumzugammeln und unsere Zeit hier zu vertrödeln. Gerade als wir uns entscheiden loszulaufen, kommt Nelson mit einem Kumpel in einem kleinen Jeep vorbeigefahren. Das wäre das Auto meint er, ob das okay wäre. Wir meinen, das wäre aber nicht das Auto vom Chef, er meint, ne, das wäre das für die ausgemachten 50,-- Euro, das vom Chef kostet 60,--. So langsam werden wir richtig stinkig! Da Nelsons Englisch auch wirklich unterirdisch ist, ist die Verständigung mehr als schwierig.

Uns wird´s zu blöd und wir inspizieren das Auto, Heiko dreht ne kleine Runde und wir nehmen es für 50,-- Euro, denn wer weiss wie lange es dauert bis Chefs Jeep da ist .... und noch länger rumstehen wollen wir keinesfalls - immerhin gammeln wir nun schon fast 1,5 Stunden rum und wollen heute noch was unternehmen. *grml*
Wir leisten vorsichtshalber erstmal ne Anzahlung und die beiden brausen davon. Wahrscheinlich gehen die nu feiern! Heiko startet den kleinen Jeep und er springt nicht an. Tolle Wurst! Nach einiges Versuchen und mit viel Gas geben klappts dann doch noch. So, endlich kanns losgehen!

Wir wollen heute bis hinter Neves im Westen der Insel und so fahren wir wie gestern auch schon Richtung Guadalupe!







Das Wetter ist heute etwas klarer, und wir passieren Lagao Azul.





Kurz nach Lagao Azul entdecken wir ein altes Wrack direkt am Strand!



Die Strasse verläuft jetzt direkt an der Küste und die Berge werden zunehmend steiler. Die Strasse ist teilweise richtig in den Fels gegraben, und an den Felswänden läuft Wasser herunter.



Unterwegs treffen wir eine kleine lustige Raupe! 🤩



Neves entpuppt sich als quirlige kleine Stadt mit vielen Menschen und Tieren auf den Strassen. Überall am Strassenrand werden Snacks angeboten, in kleinen Buden oder direkt vor den Häussern von Grills - meist Maiskolben.











Im Fluss wird natürlich wieder fleissig Wäsche gewaschen und zum Trocknen ausgelegt, immer wieder ein beeindruckendes Bild!





Dann gehts weiter entlang der gewundenen Küstenstrasse, Richtung Santa Catarina! Wir passieren Flussläufe und alte Kokosplantagen.





Unser Ziel ist ein komplett schwarzer Strand! Nach wenigen Minuten erreichen wir ihn schon, und wie fast immer ist er menschenleer.







Direkt am Strand mündet ein kleiner Fluss ins Meer.









Ein Sammeltaxi fährt vorbei und stoppt. Alle winken und begrüssen uns und ich soll unbedingt ein Foto machen! Touristen sind hier anscheinend wirklich eine Besonderheit^^





Wir schlendern etwas am Strand entlang, langsam nähern sich Kinder aus dem Dorf in der Nähe. Aha, scheint sich also schon rumgesprochen zu haben dass hier ein paar exotisch weisse Vögel sind *g*









Dann gehts zurück, wir wollen noch etwas schnorcheln und uns auch noch die Praia dos conchas, den Muschelstrand anschauen. In Neves ist inzwischen die Kirche aus.



Die Wäsche ist aber noch nicht fertig gewaschen ....!









Kinder am Wegesrand schreien DOS DOS DOS DOS !!!!! Sie wollen Süssigkeiten! Eigentlich wird es ja DOCE geschrieben, aber mit dem Portugiesischen habe ich noch so meine Probleme *g*


DOS DOS DOS !!!!!

Bald sind wir wieder am Wrack. Wir stellen das Auto am Strassenrand ab und steigen hier mit Schnorchel, Taucherbrillen und Flossen bewaffnet in die Fluten. Leider ist die Brandung recht stark und das Wasser sehr aufgewühlt, so dass wir fast nix sehen und von den Wellen hin- und hergeworfen werden und wir beschliessen die 500 Meter weiter zur Lagao Azul zu fahren!



Hier ist heute einiges los, die Einheimischen nutzen den Sonntag um einen Tag am Strand zu verbringen.





Wir schnorcheln eine gute Stunde und machen uns dann auf den Weg zur Praia dos Conchas. Auf dem Weg dorthin sehen wir Unmengen von bunten Krabben. Sie leben in sumpfähnlichen Gebieten mit Süsswasser vom fast täglichen Regen, ein Erdloch reiht sich ans nächste.













Dann kommen wir am Muschelstrand an. Es herrscht gerade Ebbe, auch hier findet man Baobabs direkt am Strand!



Ein paar Meter und einen kleinen Strand weiter findet man Felsenpools in den Lavasteinen, die bei Flut vom Meer gefüllt werden. Kinder nutzen sie zum Baden und haben sichtlich Spass.









Langsam verfinstert sich mal wieder der Himmel und wir beschliessen heimwärts zu fahren.











Unterwegs werden schon die Grills fürs Abendessen angeschürt!



In São Tomé Stadt angekommen ist das Wetter plötzlich wieder fantastisch, und die Stadt ist in ein herrlich warmes Abendlicht getaucht. So schnell kanns hier gehen, wenn nur immer so gute fotografische Bedingungen hier wären!















Jackfruitverkäufer stehen wie immer am Strassenrand.





Abends gehen wir in eine kleine Snackbar gleich um die Ecke essen, die uns von Nelson empfohlen wurde. Heiko nimmt Hamburger, ich entscheide mich für Fisch, Barrakuda. Am Nebentisch nimmt ein Herr Platz, der aufgrund seiner ungewohnt blassen Pigmentierung auch aus Europa zu stammen scheint. Wir kommen ins Gespräch, da er etwas isst was nicht auf der Karte ist - das erspähe ich mit meinen Adleraugen sofort! *g* Er setzt sich zu uns und lässt uns probieren: Buzió , eine Meeresschnecke, lecker zubreitet mit viel Knoblauch. Ich könnte mich reinlegen und der freundliche Herr überlässt uns diese landestypische Spezialität. Es stellt sich heraus dass er ein portugiesischer Geschäftsmann und auf Dienstreise ist. Unser Essen kommt und ist sehr sehr lecker, der Fisch ist mit frischen mir unbekannten Kräutern belegt und gegrillt. Feinst!



Wir unterhalten uns noch lange bis uns die Müdigkeit wieder auf unsere AMORFLEX, "ihre Matratze für heisse Nächte" zieht! Die Ohropax liegen leider zuhause in Deutschland im Nachtkästla .....

Gute Nacht!


🤩
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
290 Beiträge · seit 201011. Feb. 2011 · #13
Hallo Janet,

schön, dass Du wieder einen Bericht schreibst! Vielen Dank!
Wirklich klasse, über ein gaaanz anderes Ziel zu lesen und Deine Eindrücke miterleben zu können.

Bin gespannt, wie's weiter geht! 🙂

LG, Dirk
Reisebericht: Namibia 2010/ 2011 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Reisebericht: Südafrika 2011/ 2012
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200914. Feb. 2011 · #14
24.01.2011 - Das Dschungelcamp, Part I

*kieeeeeeeeeeekerikiiiiiiiiiiiiieeeeeeeee* KRÄCHZ! Auch heute geben die Drecksgöger wieder alles. Naja, Urlaub auf dem Land halt! Aber es ist eh schon 7 Uhr morgens, also quälen wir uns raus. Auch heute Nacht hat uns Amorflex wieder orthopädisch verwöhnt. 😄
Aber wir befinden uns ja schliesslich nicht im Urlaub, sondern auf REISEN!

Unser Frühstück besteht wie gestern auch aus Kaffee, einer Thermoskanne heissen Wassers und einem Teebeutel (den wir uns wohl teilen sollen), Bananen, zwei Brötchen und zwei Spiegeleiern. Über die freut sich die kleine rote Mietz, die ich am liebsten eingepackt hätte. Ist die süss!!!!

Punkt 9 Uhr trauen wir unseren Augen kaum: der bei NAVATOURS bestellte Mietwagen ist tatsächlich pünktlich da: ein relativ neuer Allradwagen der Marke Honda. Es funktioniert also doch noch was in diesem Land! Na dann kanns ja heute losgehen in den Regenwald, wir sind schon sehr gespannt! Das Auto ist schnell beladen und die Strasse nach Trindade auch schnell gefunden.



Trindade macht einen quirligen und aufgeräumten Eindruck, da wir nicht sicher sind richtig zu fahren fragen wir Leute auf der Strasse nach dem Weg, alle helfen uns freundlich weiter. Auch hier ist die Freude gross unbekannte Leute zu sehen 🙂

Wir biegen im Ort links ab und nach wenigen Metern befinden wir uns auf einer Schotterstrasse, die sich entlang der steilen und zerklüfteten Berge im Regenwald bergauf windet.
Die Strasse wurde ursprünglich von den Portugiesen angelegt, um die Güter die auf der alten Plantage Bombaim angebaut und erzeugt wurden abzutransportieren. Roca Bombaim ist auch unser heutiges Ziel.



Unterwegs sehen wir immer wieder Wasser, das von den steilen dunklen Vulkanfelswänden zu unserer Rechten herunter rinnt. Kein Wunder, schliesslich regnet es hier jeden Tag.



Überall wachsen Moose und Farne! Die Luftfeuchtigkeit ist wahnsinnig hoch....



Wir sehen Spinnen am Wegesrand! Endlich mal Krabbler!



Grosse Urwaldriesen säumen die Strasse, auf jedem Baum wachsen Baumfarne, Bromelien und Lianen.



Rechts von uns erheben sich steil zerklüftete Berge, links gehts unbefestigt steil bergab in die Tiefe, ein Wasserfall reiht sich an den anderen. Die Vegetation ist grün und üppig, nur das Geschrei der Vögel und Frösche und das Tosen der Wasserfällt unterbricht die unglaubliche Stille.





Bei einem besonders schönen und grossen Wasserfall halten wir an und laufen ein Stück in den Dschungel hinein. Der Wasserfall hat einen Pool gebildet, der sich für ein erfrischendes Bad eignet!









Immer höher windet sich die Strasse, langsam wird auch die Luft etwas kühler. Nebelschwaden ziehen durch die Regenwälder, auf der Strasse sieht man vereinzelt Leute, sie halten den Bewuchs im Zaum.



Nach ca. einer Stunde auf der schmalen kurvigen Strasse kommen wir in Roca Bombaim an. Sie liegt wunderschön auf einem kleinen Plateau ca. 800 Meter hoch und bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und Nebelwälder.

Ein älterer Herr macht uns das Tor auf.



Das Herrenhaus selber ist restauriert und liegt eingebettet in einen tollen Garten. Es verfügt über 10 einfache Zimmer, die sich drei Bäder teilen.



Wie sich herausstellt sind wir die einzigen Gäste! Ein junger Mann, Dominik, kommt um uns das Haus und die Zimmer zu zeigen. Wir dürfen uns unser Quartier für heute Nacht aussuchen und entscheiden uns für das Zimmer auf der Veranda.







Beeindruckend sind auch die alten Buntglasscheiben!







Vom Speisezimmer geht es hinaus auf die kleine Terrasse, von hier überblickt man die umliegenden Berge und Täler. Wahnsinn, wie schnell hier die Wolken ziehen! Minütlich verändert sich das Bild!









Da wir nach dem mehr als mageren Frühstück mehr als hungrig sind und es irgendwie mal wieder versemmelt haben in Trindade nen Happs zu essen, fragen wir an ob es möglich wäre etwas Kleines zu Mittag zu bekommen. Gebucht haben wir nur das Abendessen. Kein Problem meint Dominik, er macht uns eben ne Kleinigkeit. Hoffentlich hat er uns auch richtig verstanden, denn er spricht nur französisch und das hab ich in der 12. Klasse abgewählt 😄
Aber Verständigung mit Händen und Füssen sind wir in diesem Urlaub ja schon gewöhnt *g*

Nach kurzer Zeit bemerken wir Rauch aus dem angrenzenden Schuppen und kurz darauf leckere Essensgerüche: AHA, anscheinend kam es doch an! Unsere Mägen freuen sich schon sehr! Zur selben Zeit braut sich über uns was zusammen .... die Wolken werden immer dichter und dunkler und die umliegenden Berge sieht man nun schon fast gar nicht mehr.

Und dann gehts auch schon los!





Über uns stürzt der Himmel ein, Wahnsinn, was für Regenmassen in kurzer Zeit hier runtergehen!

Nach einer halben Stunde ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Wir nehmen im Speisezimmer Platz und kurze Zeit später serviert Dominik auch schon unser Essen!







Leckerst! Es gibt gegrillten Segelfisch, der superfein gewürzt ist, Salat und frittierte Kochbananen. Als Nachtisch gibts Mangostinen, die nur hier auf der Roca wachsen, auf dem einzigen Baum im Land.

Danach mache ich mich auf in den Garten, um die wunderschönen Blumen zu fotografieren. Jeder Blumenladen in Deutschland würde vor Neid erblassen. *g*





















Ich entdecke den Sap-Sap Baum, aus dessen stacheliger Frucht ein sehr leckerer Saft hergestellt wird.





... sowie die obligatorischen Kokospalmen!



Danach machen wir uns auf und erkunden zu Fuss die Umgebung, wollen entdecken was sich in den alten Gebäuden der Plantage ca. 100 Meter weiter verbirgt! Nebelschwaden ziehen wieder durch die Wälder um uns, die absolute Abgeschiedenheit und der morbide Verfall der Häuser sorgen für eine unheimliche Atmosphäre!











Pflanzen dringen in das Innere der Häuser ein, der Dschungel erobert sich die Zivilisation zurück.





Natürlich kommen auch gleich wieder Kinder neugierig angerannt. Was sie wohl wollen? Klar, Fotos! 😄







Für uns scheint es unglaublich, aber die Menschen leben in diesen Ruinen. Alles was noch nicht ganz verfallen ist wird bewohnt ....











Trotz dieser grossen Armut sind die Menschen freundlich und fröhlich, nur sehr wenige betteln. Die meisten leben hier im total runtergekommenen alten Hospital .... ehrlich gesagt trauen wir uns gar bis ganz nach hinten, da es für uns respektlos erscheint, v.a. das Fotografieren.

Da es schon dämmert und die Dunkelheit hier sehr schnell hereinbricht, machen wir uns auf den Weg zurück zum Herrenhaus. Wir setzen uns noch ein paar Minuten auf die Veranda vor unserem Zimmer, beobachten die Nebelschwaden über den bewaldeten Gipfeln und lesen - bewaffnet mit Stirnlampen! Fledermäuse fliegen über unsere Köpfe hinweg. So langsam aber sicher ist es stockfinsterste Nacht und das Licht geht auch noch nicht, da der Generator noch nicht an ist. Und so hocken wir in absoluter Dunkelheit *huibuuuuuuuh* ^^
Irgendwann sehen wir den Schein einer Taschenlampe auf unser Herrenhäusle zukommen! Zu Hülf, wer wird das denn sein? Es ist Dominik, und er startet unseren Freund des Urlaubs, "the Generat0r!"

Besser gesagt: er versucht es, denn es klappt nicht ganz. Nach einiger Zeit: Schritte aus der Dunkelheit es auf der Veranda und Dominik eröffnet uns, dass der Generator wohl defekt sei. Er würde uns aber trotzdem was kochen, ob es ein Problem sei nur mit Kerzenlicht zu essen? Wir meinen nur "nöööööööööö" und kichern, schliesslich sind wir ja heute im Dschungelcamp und das jetzt auch noch mit Candlelightdinner! 😎

Nach einiger Zeit erscheint Dominik wieder und meint das Essen wäre fertig. Wir huschen durch das leere, dunkle riesige Haus und jeder unserer Schritte knarrt auf den alten Holzdielen. Ist das gruselig!!!!!

Im Speisezimmer brennt eine einzelne Kerze, Dominik hat Hühnchen mit Kochbananen gezaubert. Als Nachtisch gibt es Sap-Sap! Er werkelt mit einem Handy als Lichtquelle (!!!) bewaffnet in der stockfinsteren Küche rum und Heiko leiht im seine Stirnlampe, über die er sich sehr freut.

Wir geniessen unser einsames Dinner und gruseln uns schon etwas vor der Nacht. Dann machen wir uns mit einem Bier und Limo auf den Weg zu unserem Zimmer und setzen uns noch kurz auf die Veranda. In den alten Gebäuden der Plantage, die wir am Abend angeschaut haben, ist inzwischen Leben eingekehrt. Die Menschen unterhalten sich lautstark in einer sehr fremd klingenden Sprache, die wir nicht verstehen - kreolisch -, singen und ein Mann, dem der Palmwein wohl an dem Abend recht gut geschmeckt hat singt bis tief in die Nacht klagend immer wieder das selbe Lied. Unheimlich ist das! Blöderweise lese ich grad auch noch das Buch "Ritualmord", in dem es um grausame Riten in Afrika geht
😄
Überall knackt und knarrt es, und irgendwann schlafen wir in unseren klammen Betten ein.

Nachts muss ich Dank des Bieres noch mal raus und husche durch das dunkle verlassene alte riesige Haus, ich komme mir vor wie ein Gespenst. Im Bad sehe ich dass wir doch nicht ganz so alleine sind, und auch wenn viele jetzt entsetzt wären, ich fühl mich durch diesen Mitbewohner schon fast wie zu Hause 🤩



Gute Nacht!













😄
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 14. Feb. 2011
8'054 Beiträge · seit 200814. Feb. 2011 · #15
Mensch Janet,

Da werden bei mir Erinnerungen wach! 😎

Beim Bilder angucken kommt es mir vor ich wäre erst gestern dort gewesen..... 🙂

Kakerlaken stören mich auch nicht besonders. Sie sind viel sauberer als Fliegen.
Das Unangehme bleibt das Krachen wenn man drauf tritt! 🤩

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
4'129 Beiträge · seit 200816. Feb. 2011 · #16
Hallo, janet!

Interessantes Inselchen… hochinteressanter Reisebericht!
Erinnerst Du noch, wie Euer Taxifahrer die Tour zum Lagoa Azul berechnet hat? Oder was er für einen halben/ganzen Tag berechnet?
Danke für den Einblick in dieses Fleckchen Erde mit seinem morbiden Charme.

Grüße lilytrotter

Ach, - und welchen Reiseführer/Karte habt ihr benutzt? Wir haben nur den von Lonely Planet gefunden. Hattet Ihr etwas anderes?
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200916. Feb. 2011 · #17
Huhu!

Wir hatten den Reiseführer von Kathleen Becker dabei, allerdings hab ich den auch erst paar tage vorm Urlaub entdeckt, so dass wir das meiste spontan gemacht haben. Als Karte hatte ich uns das ausgedruckt und laminiert: http://mappery.com/maps/Sao-Tome-Political-Map.mediumthumb.gif

Unser Taxifahrer hat für 4 Stunden (Fahrt nach Lagao Azul, warten da bis wir fertig waren mit schnorcheln, umgucken etc) 30 Euro berechnet. Pro Stunde dann 10 Euro mehr... naja.

Wenn man sich nciht auskennt wird man gnadenlos abgezockt, jede Taxifahrt kostet pauschal 10,-- Euro, handelt man runter dann nur noch umgerechnet 50 Cent.....

Grüssle
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200916. Feb. 2011 · #18
25.01.2011 - "gibts hier einen Fuchsbandwurm?"

*kiiiiiiiiiiiiiiiiekerikiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiekräääächz* wie hätte es anders sein können, natürlich gibts auch hier wieder Göger, die denken dass die Welt sie ruft und sie antworten müssen. Ich beschliesse dass in Zukunft mehr Huhn auf meinem Speiseplan stehen wird!

Wir packen unsere Sachen zusammen und gehen frühstücken. Es ist wieder sehr bewölkt und regnet auch ein bisschen.


Im Bild zu sehen: "The Generat0r"! 😄

Eigentlich wollten wir heute nen Walk mit Dominik in den Regenwald machen, aber wir zweifeln langsam dran ... erstmal zieht der Himmel immer mehr zu und zweitens -das grosse Problem des Urlaubs, das sich wie ein roter Faden durchzieht-: selbst wenn er uns was erklären will, wir verstehen es ja nicht. 🙁
Gestern habe ich versucht ihn zu fragen ob es hier Vogelspinnen gäbe. "Tarantula (englisch), Mygale (francais), Samangungu (Portugiesisch/kreolisch), zum Schluss zeichne ich eine Vogelspinne in Originalgrösse und anatomisch korrekt .... keine Chance. Er weiss zwar dass ich eine Spinne meine, aber nicht was für eine und auch nicht dass ich wissen will ob sie hier vorkommt. Wenn ich gewusst hätte wie schwierig die Verständigung ist hätte ich mir von daheim Bilder mitgenommen .....

Das Frühstück besteht aus einem leckeren knusprigen Omelette mit vielen frischen Kräutern und Chili, frischen Früchten, Weissbrot, Honig, Zimttee und Kaffee. Wir beschliessen gleich danach zu fahren und uns selbst im Regenwald noch etwas umzugucken. Eine Überraschung gibts allerdings noch: Dominik hat die Kinder angewiesen, nach Spinnen zu suchen und so präsentiert er mir jetzt eine kleine Auswahl in Blechdosen - nur leider keine Vogelspinnen. Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert...... Ein Exemplar auf einer Zeitung liegt leider in den letzten Zügen 🙁



Und so düsen wir los, wieder durch den dichten Regenwald. Unterwegs steigen wir immer wieder aus und machen kurze Abstecher, nur leider kommt man nicht weit da es links steil bergauf und links unbefestigt nicht minder steil bergab geht.











Immer wieder rinnt Wasser durch die zerklüfteten Täler.





Bananenstauden säumen die Strasse.











Am Wegesrand sehen wir immer wieder kleine rote Früchte, Dschungelhimbeeren! Die muss ich natürlich gleich probieren, einen Fuchs incl. Bandwurm gibts hier ja nicht!




- Dschungelprüfung! -

Lecker!!!! Ein paar sind schnell gefangen und ergeben ein leckeres zweites Frühstück. Heiko mag keine probieren da sie ja rot sind. 😛

Farne säumen die Böschung. Hier ist wirklich fast jedes Krümelchen Erde grün! Auch die Bäume werden bewachsen.







Unterwegs entdecken wir immer wieder Kakaobäume mit Früchten!







Und auch Pilze unterschiedlichster Grössen, Formen und Farben gibt es!



Endlich entdecken wir wieder eine Spinne! Es ist eine Radnetzspinne, ihr Netz glänzt golden im diffus einfallenden Sonnenlicht!







Immer wieder sehen wir die Bäume, auf denen die so beliebten und überall angebotenen Jack-Früchte wachsen.





In Trindade hat uns die Zivilisation wieder (auch wenn Heiko das anders sieht ^^)! Diesesmal fahren wir in Richtung Santana! Wir wollen uns den Club Santana anschauen, um dort eventuell im Anschluss an unseren Aufenthalt auf der Schildkröteninsel ganz im Süden zu bleiben. In Santana selbst bietet sich das schon bekannte Bild aus anderen Ortschaften. Und: DOS DOS DOS DOS!












Hier wird lecker Palmwein verkauft! Passend dazu gibt es Stoffe und Maiskolben!


Könnte ich auch mal wieder brauchen: ein Schönheitssalon !!! Nebenan: eine Boutique!

Gleich nach dem Ortsausgang gehts links runter zum Club Santana, man fährt dabei mal wieder durch tropischen Regenwald, die Strasse geht recht steil bergab. Die Anlage ist schön gemacht, wir lassen uns einen Bungalow zeigen (sehr hübsch!) und sehen uns den Strand an. Eine Nacht kostet hier 185,-- Euro incl. Frühstück. Vollpension nochmal + 50,-- Euro p.P. ....



Der Club liegt ziemlich nahe an der Stadt, am Strand ist einiges los.



Wir sind recht sicher dass wir hier 1-2 Nächte bleiben wollen. 🙂 Aber erstmal müssen wir weiter Richtung Süden, das Ziel für heute ist die kleine Stadt São João dos Angolares. Nach Santana wird die Strasse zunehmend schlechter!


Achtung: gleich gehts wieder los ....!


DOS DOS DOS DOS !!!!!

Wir passieren die grosse alte Plantage Água Izé, sie wird heute noch bewirtschaftet.



Direkt dahinter befindet sich die älteste Attraktion der Insel, die Boca do Inferno. Je nach Seegang spritzt das Wasser hier bis zu 30 Meter in die Höhe!





Und weiter gehts!


DOS!

Unser nächster Stopp ist Praia Micondó, ein hübscher heller Strand, an dem wir auch wieder ganz alleine sind! Der Strand ist ein Traum !!!







Wie so oft mündet auch hier ein Fluss ins Meer. Suchbild: wo ist der Eisvogel? 🤩





Wir passieren kleine Ortschaften, die Strasse wird immer grottiger. Aufgrund der tiefen Schlaglöcher gehts oft nur im Schritttempo voran. Wie die Schnecken schleichen wir also vorwärts!








Gut ausgebaute Strasse!





Dann endlich kommen wir in São João dos Angolares an. Als erstes begrüsst uns die Roca, die sich auf einem Berg gebaut hoch über den Ort erhebt. Na da fahren wir doch gleich mal hin, mein zweites Frühstück Dschungelhimbeeren hat nicht lange angehalten und der Magen knurrt! Wenn wir Glück haben bekommen wir ja noch was zu essen, es ist schon kurz nach 14 Uhr.






Das alte Hospital







An der Türe werden wir freundlich hereingebeten und gehen nach draussen auf eine luftige grosse Veranda. Man überblickt die Stadt und überall stehen Kunstgegenstände herum. Hui, hier weht immer ein angenehmes Lüftchen!





Neben wenigen anderen Gästen sitzt ein älterer Herr alleine an einem Tisch. Ich frage ob wir hier essen können und er deutet freundlich auf einen Tisch und antwortet auf Französisch, ob wir Mittag essen wollen. Juhu, also darf ich meine verschütteten Französischkenntnisse mal wieder ausgraben!

Wir nehmen Platz und freuen uns auf unser Essen. Gleichzeitig überlegen wir wie wir weiter verfahren wollen: wir haben unseren Mietwagen ja noch bis morgen früh, dann müssten wir ihn theoretisch wieder in São Tomé Stadt abgeben. Blöd, denn das liegt in der entgegengesetzten Richtung zu unserer nächsten Station, der ganz im Süden der Insel vorgelagerten Ilheu das Rolas!
Ich überlege: am liebsten würde ich hier übernachten, die Roca schaut sehr schön aus, die Atmosphäre ist einfach toll und das Lüftchen aufgrund der Lage sehr angenehm.

Der Plan ist nun: wir übernachten hier, rufen bei AVIS an und fragen, ob wir den Mietwagen auch morgen früh hier abgeben können und jemand kommen und den Wagen in Empfang nehmen kann. Morgen nehmen wir dann ein Taxi in der Stadt hier für den Retsweg zum Bootsanleger ganz im Süden der Insel bei Porto Allegre. Den Plan versuche ich dem Chef hier auf Französisch zu verklickern, er meint es ist kein Problem, Zimmer wären frei, *freu* er hat mich also verstanden! HAHA!

Da ich hier fürs francais zuständig bin, schicke ich den Mann (= Heiko) ans Telefon um den Rest mit AVIS auf englisch abzuklären! Leider versteht Heiko das Englisch des Mitarbeiters nicht und so rede dann doch wieder ich am Telefon. (.....) Wir verbleiben so, dass jemand um 10 Uhr kommt und den Wagen in Empfang nimmt und uns dann noch mit dem Auto nach Porto Allegre fährt! Und das alles für nur 20 Euro mehr, super, das ist geritzt! Ich wiederhole es sicherheitshalber 3x und kriege dreimal ne Bestätigung in kaum verständlichem englisch, jawohl, so machen wir das! Na denn! Wenn das mal klappt ..... das Boot geht angeblich um 12 Uhr mittags.

Dann können wir uns ja jetzt unserem Lunch widmen!

Auf der Veranda sind alle Zutaten aufgebaut, die verkocht werden. Mjamm, das steigert die Vorfreude aufs Essen und verkürzt die Wartezeit bis es los geht! 🤩




- Kaffee -


- Okras, tomatenähnliche Wesen, Bohnen-




- Süsskartoffeln -


- Ananas -




- Karambole -


- Pfeffer -


- Gurken, Zuckerrohr -


- Kürben, Papaya -


- Paprika -


- ausserirdisches Gewürm -


- Auberginen –


- Bananen –



- Kokosnüsse –




- Jackfruit -


Hier wird gekocht!

Dann kommt unser Essen. Wir haben nicht gefragt was es kostet und kriegen langsam die Krise: eine kleine Leckerei nach der anderen wird frisch für uns zubereitet und in Häppchen serviert, locker 8 Gänge, viel frischer Fisch, z.T. mit Kapernsauce mit Vanille mariniert etc .... eine grandiose Mischung aus französischer Haute Cuisine und kreolischer Küche! Wir schlemmen uns bis zum Hauptgang, mariniertem und gegrillten Schwertfisch! Dann gibts noch Früchte als Dessert, leckeren Kaffee und dazu kandierte Kokosspäne, eine landestypische süsse Spezialität. Wahnsinn!

Dazu ein super Ausblick, was will man mehr?



Nach dem Essen machen wir unser Zimmerchen klar, wir bezahlen 38,-- Euro incl. Frühstück, und pro Essen 12,-- Euro p.P. ! Heieieieiei hier würden wir auch noch ein paar Tage länger bleiben! *g*





Unser Zimmerchen



Die einfachen Bäder teilt man sich mit dem Nebenzimmer.



Auf der umlaufenden Veranda laden Stühle zum Verweilen ein. Wir kramen unsere Bücher raus und schmökern, lassen den Blick immer wieder in die Ferne über das Meer und den Regenwald schweifen. Herrlich! Hier kann man´s aushalten!









Langsam wird´s dämmerig. Nebelschwaden durchziehen die Berge über uns und die Sonne geht unter. Was für eine tolle Atmosphäre!





Zum Abendessen gehen wir wieder auf die herrliche luftige Veranda. Wir haben eine nette Holländerin –Gerda- kennen gelernt, die das Zimmer neben uns bewohnt. Sie ist 4 Wochen hier auf der Insel. Wir essen gemeinsam zu Abend, das Essen ist wieder sehr sehr gut, wenn auch zum Glück nicht so üppig wie das Mittagessen: ein feines Süppchen und danach gegrillten Oktopus. Eigentlich haben wir noch gar keinen Hunger, aber wir wollen uns hier nix entgegen lassen *g*

Um uns herum raschelt der dunkle Regenwald, unter uns glitzern vereinzelte Lichter der Stadt. Fledermäuse ziehen ihre Kreise und in der Ferne bellen ein paar Hunde. Nach dem Festmahl nehme ich mir noch ein leckeres Bier mit und knipse auf der Veranda vor unserem Zimmer meine Stirnleuchte an. Gespannt lese ich das letzte Kapitel meines grausigen Buches „Ritualmord“ zu Ende und lausche dabei den Geräuschen der Nacht. Dann geht’s ab ins Bett!

Gute Nacht!
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zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200917. Feb. 2011 · #19
26.01.2011 - "waitin´for my man, Part II"

Na, wer hatte gehofft es gäbe hier in diesem Kaff keine Göger? Aber langsam gewöhnen wir uns dran, es ist halt doch recht ländlich hier *g*

Wir haben ganz gut geschlafen und machen uns auf zum Frühstück. Es gibt Weissbrot, Butter, Honig und ganz leckere selbstgemachte Marmeladen sowie eine grosse Auswahl frischer Früchte. Dazu feinen Kaffee ... mmmmmh lecker! 🙂

Bis es 10 Uhr ist haben wir unsere Sachen gepackt und setzen uns auf die Veranda und warten. Jetzt wollte ja eigentlich jemand kommen der uns nach Porto Allegre fährt. Kurz vor halb 11 werde ich langsam nervös - es ist immer noch niemand da. Ob´s mal wieder an der Verständigung lag? 🙁 Plötzlich steht ein junger Mann da und meint, er wäre der Fahrer. Er spricht sogar ein klitzekleines bisschen Englisch, Wahnsinn!

Koffer und Tasche sind schnell verladen und er meint er bekommt 25,-- Euro von uns. Nene, so haben wir nicht gewettet, langsam sind wir´s ja gewohnt dass hier ständig nachgekartelt wird. Wir sagen ihm ausgemacht sind 20,-- Euro, wenn er damit Probleme hätte könne er gerne seinen Chef in der Stadt anrufen ....
Anscheinend hat er da drauf aber auch keine Lust, und so steigen wir ein und düsen los. Im Gegensatz zu uns brettert der ganz schön über die Schlaglöcher! Begleitet wird das Ganze vom obligatorischen DOS DOS DOS Geschrei, sobald wir an Menschen vorbeifahren.

Nach etlichen Kurven und rauf und runter haben wir plötzlich einen tollen Blick auf den Cão Grande, einen Vulkanschlot!



Und weiter geht´s die enge kurvige Strasse entlang, über morsche Brücken und grosse Flüsse, die das Regenwasser aus dem Landesinneren ins Meer führen.








Dann plötzlich hat man das Gefühl dass man direkt auf den Cão Grande zufährt. Links und rechts der Strasse sind de Palmölplantagen gerodet worden, wie ich später erfahre um neue junge Palmen zu pflanzen. Als ich unseren Fahrer frage versteht er mich natürlich wieder nicht -.-





Bei den gerodeten Palmen kreisen hunderte grosser Adler oder Bussarde in der Luft und sitzen auf der Strasse. Unser Fahrer gibt Gas und hält auf die Vögel zu! Ich glaub ich spinne!
Und tatsächlich, er erwischt mit dem Auto einen der Vögel im Flug ..... er setzt zurück um sich das arme Tier zu greifen. Das ist zum Glück nur benommen und kann rechtzeitig davonfliegen. Unser Fahrer vermittelt uns mit Gesten dass die Vögel sehr gut schmecken und in São Tomé als gutes Essen gelten. Die sollen mal lieber anfangen ihre krähenden Hähne zu fressen!!! 😠







Wir passieren den kleinen Ort Monte Mario und sind nach wenigen Kilometern bei Ponta Baleia, dem Anlegesteg von dem aus das Boot nach Das Rolas Island ablegt.



Es ist halb 12 Uhr, wir haben also ne Stunde gebraucht. Ein Blick auf den ausgeschriebenen Bootsfahrplan zeigt: das Boot fährt um 10 Uhr und das nächste erst um 15:30 Uhr. Na klasse! Da war AVIS wohl nicht ganz up to date oder es war ihnen einfach wurscht (ich vermute letzteres).
Wir laden erstmal unser Gepäck aus. Unser Fahrer möchte nun neben den 20,-- Euro noch Spritgeld für die Rückfahrt haben. Jetzt langt´s aber echt! Wir verklickern ihm etwas angefressen dass der Tank halbvoll ist und wir das Auto leer übernommen haben. Mit dem halben Tank kommt er 5x heim nach São Tomé Stadt!

Wir lassen ihn einfach stehen und setzen uns in den Schatten. Leider spricht von den Menschen hier auch keiner englisch oder französisch. Uns wird dauernd auf eine Tafel gezeigt wo steht dass der Bootstransfer nach Das Rolas 35,-- Euro p.P. kostet. Ich erkläre dass wir für die nächsten 5 Nächte Hotelgäste dort sind und ich sicherlich keine 70,-- Euro zusätzlich für einen Bootstransfer zahle. Irgendwann komm ich drauf was man mir sagen will: das reguläre Boot ist kostenfrei, aber will man ausserhalb der Zeiten rüber, blecht man, und nicht zu knapp.
Das seh ich aber nicht ein. Entweder wir warten einfach die paar Stunden, oder wir versuchen Kontakt mit Rolas aufzunehmen dass wir da sind - vielleicht holen die uns ja? Ein Mann hat ein Funkgerät und funkt Rolas an - ich glaube langsam kapieren die was wir wollen. Heiko geht ans Funkgerät und erzählt mir dann was von 15 Minuten. Leider hat die Kommunikation wohl doch nicht so geklappt .... denn auch nach 30 Minuten holt uns keiner ab.

Aber was soll´s.... wir haben Bücher da und Getränke und einen schattigen Platz mit tollem Blick aufs Meer. Leve leve ... das Motto der Einwohner São Tomé e Príncipes .... 🤩

Wir setzen uns mit unseren Büchern hin und geniessen den Ausblick aufs Meer, schauen den Fischern zu, die hier anlegen, ihre Netze säubern und die Fische verladen!













Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf das alte Plantagenhaus von Porto Allegre!



Dann endlich kommt das Boot! Wir legen ab Richtung Ilheu das Rolas!





Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten. Wir sehen als erstes das Restaurant, das am Nordzipfel der Insel liegt!



Beim Anlegen werden wir als erstes von einer jungen Dame mit feuchten wohlriechenden Handtüchern empfangen. Ich komm mir vor wie im Flugzeug - halt nein, bei white gabs sowas ja nicht. 😛

Drei Schritte weiter überreicht man uns jeweils eine mit einer Blüte geschmückte, kalte Kokosnuss mit Strohhalm. Lecker! Wir kommen uns vor wie im Paradies ^^

Die Rezeption ist gleich am Anlegesteg und ich werde schon empfangen: "Misses Jeannette?" Jawoll, das bin ich! Nach ca. 5 Sekunden habe ich meinen Bungalowschlüssel, einen Plan der Insel und ein paar Formulare in der Hand und unser Gepäck ist schon auf dem Weg zum Zimmer. So muss das sein!


- Rezeption -


Die kleine Kapelle am Anlegesteg.

Die Anlage ist etwas renovierungsbedürftig, aber wunderschön. Wir werden gebeten gleich ins Restaurant zu gehen, da wir Vollpension gebucht haben und es ja schon recht spät ist.


- der riesige Meerwasserpool -


- eine der Bars -


- Blick von der Bar über den Pool und auf den kleinen Vukanberg -

Auf den Holzplanken fühlen sich die heimischen Eidechsen wohl.





- Der Weg zum Restaurant -

Das Restaurant liegt wunderschön ganz im Norden der Insel und ist nach allen Seiten offen. Zu beiden Seiten hat man Blicke auf die hellen Strände der Insel und die Felsformation, die sich im Norden aus dem Wasser erhebt. Wir nehmen Platz und bestellen Suppe (Heiko) und Salat (ich), sowie gegrillten Fisch und Scampis. Die Portionen sind riesig und sehr lecker, dazu gibt es Pommes Frites aus Brotfrucht und Gemüse. Dazu ein leckeres kaltes Bier, was will man mehr!

Vollgefuttert laufen wir wieder zurück und schmeissen uns schnell in unsere Badesachen und legen uns ans Meer.











Leider wird es ziemlich schnell finster. Wir gehen duschen und lesen noch etwas in unserem geräumigen Bungalow, denn schon bald gibt´s ja wieder Abendessen! Was ein Stress! *g*

Noch gar nicht hungrig machen wir uns auf den langen Weg zum Restaurant. Es ist immer noch sehr heiss und schwül, und so laufen wir durch die Dunkelheit und sind nass geschwitzt, als wir im Restaurant ankommen. Neben uns sind nur zwei andere Gäste da, und so gibt es kein Buffet -was mir sehr recht ist- sondern a la carte. Wir bestellen wieder Fisch, denn der war sehr sehr fein!
Über uns glitzert endlich mal ein toller Sternenhimmel und die Wellen schlagen auf beiden Strandseiten auf den Strand auf. Wir werden heute nicht alt und so zieht es uns bald in die Federn. An der Aussenlampe unseres Bungalows haben sich schon einige Geckos eingefunden. Ich beobachte sie noch kurz und dann schlafen wir auch schon zum Rauschen des Meeres ein!

Gute Nacht!
🙂
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2011
303 Beiträge · seit 201017. Feb. 2011 · #20
Hallo Janet,

Danke für den klasse Bericht! Du hast einen tollen Schreibstil. Als du beschlossen hast deinen Speiseplan umzustellen musste ich laut lachen. 🤩
Bin schon gespannt wie es weitergeht. Hoffentlich gab´s auf der Insel nicht so viele Göger. 😉

Liebe Grüße
Tanja
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