São Tomé e Príncipe 2011 - ein Reisebericht. DOS!

Reisebericht 71 Antworten · 55,8k Aufrufe · gestartet 07. Feb. 2011 von janet
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200918. Feb. 2011 · #22
27.01.2011 – Der Pelzmärtelmörder schlägt zu!


*morgäääääääääääääääääääääääääähn* ....... *ausstreck* .... heute haben wir sogar mal fast ausgeschlafen! Kein Gekrähe, kein Lärm, nix ... was für eine himmlische Ruhe 😄 Die Betten sind ganz gut, und so sind wir recht ausgeruht.

Wir wollen den Tag heute langsam angehen lassen und mal so richtig ausspannen. Das Frühstück ist okay, es gibt frisches Obst (Papaya, Ananas, Melone, Bananen), es gibt Cornflakes, Toast, Brötchen, Honig, Marmelade, Schinken und Käse. Und natürlich leckeren frischen Fruchtsaft –Papaya mit Zitrone- , Tee, Kaffee und Kakao.

Wir geniessen mal wieder den tollen Ausblick vom Restaurant aus und machen uns danach auf um Praia Café, einen kleinen Strand eine Bucht weiter zu erkunden. Am Anlegesteg und der kleinen Kapelle geht es vorbei, Schweine begrüssen uns, sie sind hier im kleinen Dorf heimisch und und haben die ganze Insel als Auslauf. Was für ein Leben für ein Schwein! 🙂













Unterwegs geht’s vorbei an riesigen Ansammlungen von alten Kokosnüssen – die ganze Insel ist von Palmen bewachsen, und die reifen Früchte rollen die kleinen Vulkanberge hinab und sammeln sich unten auf dem kleinen Weg!







Wir entdecken Spinnen! Direkt hinter dem schmalen Uferpfad erhebt sich der Vulkankegel, dicht bewachsen mit tropischer Vegetation.







Ein altes verrostetes Wrack liegt am Strand.





Praia Café ist ein wunderschöner weisser Sandstrand, der von Palmen und schwarzen Vulkanfelsen gesäumt ist. Wie üblich haben wir ihn ganz für uns allein J Auch von hier hat man einen tollen Blick auf die gebirgige Insel São Tomé!





Das Meer schillert in allen Türkistönen. Hier soll man auch super schnorcheln können, das wollen wir morgen gleich mal ausprobieren. Heute ist Entspannung pur angesagt, einfach mal die Seele baumeln lassen, die Wellen beobachten und im herrlich warmen Meer baden. Wir sind ja zum Glück noch ein paar Tage auf diesem paradiesischen Stückchen Erde 😉





Am Strand entdecken wir Einsiedlerkrebse und Krabben!





Wir baden und geniessen den wunderschönen Strand und die Einsamkeit. Dann geht’s wieder zurück, das Mittagessen ruft!



Es gibt wieder á la carte, und wieder ist es sehr sehr fein! Dann zieht sich der Himmel schlagartig zu. Über der Insel São Tomé ballen sich dichte Wolken, und nach wenigen Minuten erkennt man die Silhouette der Hauptinsel auf der anderen Seite des Meeres überhaupt nicht mehr. Ein tiefes Grollen verkündet das nahende Gewitter, und schon öffnet der Himmel seine Schleusen und ein riesiger Schwall warmen tropischen Regens ergiesst sich über uns. Wir flüchten zu unserem Chalet, springen schnell unter die Dusche und beobachten dann von unserer Terrasse aus das Spektakel. Wahnsinn !!! 🤩







20 Minuten später ist der Spuk auch schon wieder vorbei J Gefühlte Luftfeuchtigkeit nun: 150%





Wir machen uns wieder auf den kurzen Weg zum Strand direkt vor unserem Chalet. Unterwegs sehen wir die beiden grossen Einsiedlerkrebse, die mir gestern schon aufgefallen sind. Die Gauner poppen seit gestern! Inzwischen haben sie sogar schon 4 Zuschauer (uns nicht mitgerechnet)! Die Kleinen wollen wohl noch was lernen ..... Tztztz 😊



Wir lassen den Nachmittag faul am Strand ausklingen! Lesen, baden, Muscheln suchen, schmökern! Ich widme mich meinem Vollidioten von Tommy Jaud, Heiko liest passend zur winterlichen Jahreszeit den Pelzmärtelmörder – „fränkische Kriminalgeschichten zur Vorweihnachtszeit“. Dauernd verdreht er die Augen und jammert – eine Kurzgeschichte ist doofer als die andere. Auch ich kann dieses Buch keinesfalls empfehlen! 😄





Abends gibt’s mal wieder feinen gegrillten Segelfisch und Gambas! So langsam aber sicher realisieren wir, dass es lebensmittelschwangertechnisch keine so gute Idee war, hier so lange abzusteigen: das Höschen das vorher etwas lockerer sass sitzt schon wieder recht spack! 🤩



Der Superbock schmeckt vorzüglich süffig und gibt die nötige Bettschwere. Hachja, Nixtun kann auch sooooo anstrengend sein! Aber morgen, da werden wir aktiv! Gute Nacht ^^
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Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200920. Feb. 2011 · #23
28.01.2011 - "rien ne vas plus" oder nix geht mehr - Casino Royale!

"uaaaarghssss" ....mit einem riesen Brand wache ich nachts auf. Ich krieg die Mineralwasserflasche nicht zu fassen, also knipse ich die Nachttischleuchte an. Leider tut sich nix, es bleibt stockfinster.
Mein Fuss stupst rüber zum schnarchenden Mann.

"Mann?"
"mhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh?????"
"mach mal Dei Licht an, meins geht net und ich hab Doschd!"
(Rumgepolter)
"meins geht auch net!"
(man hört wie eine Decke übern Kopf gezogen wird) 😵

Toll. Mmh, die Klimaanlage läuft auch nicht mehr. Ich taste nach der Taschenlampe, trinke was und tapse ins Bad, nicht dass mich das viele Mineralwasser dann noch mal raus haut . Dann schlaf ich wieder ein.

Als wir früh zur Türe rausspitzen um die Wetterlage zu inspizieren entdecken wir zwei grosse 5 Liter Kanister Mineralwasser vor unserer Chalettüre. Warum sie dort rum stehen stellt Heiko nach seiner ersten guten Tat des Tages fest: die Klospülung funktioniert nicht. Aus dem Wasserhahn kommt auch nix.

Naja gehen wir halt frühstücken. Auf unserer Veranda wartet schon der Manager auf uns. Also, wie solle er´s sagen, es gäbe da ein Problem: der Generator sei kaputt gegangen und auch der kleine Ersatzgenerator liefe nur immer 2 Minuten und bräche dann zusammen.
Wir sollen erstmal frühstücken gehen, um halb 10 Uhr ginge das Boot und wir würden erstmal in São Tomé City im noch teureren ***** Pestana Hotel untergebracht. Ohne Strom ginge hier gar nix mehr und in den Chalets würde es auch unerträglich heiss. Wir scheinen in diesem Urlaub irgendwie kein rechtes Glück mit Generatoren zu haben!

Na klasse .....eigentlich wollte ich meinen 29. Geburtstag morgen hier auf der Insel verbringen und nicht in dem 5 Sterne Bunker in der Hauptstadt! .... aber was will man machen wenn nicht mal die Dusche geht. Denn stinkert will ich an meinem Wiegenfeste nicht sein und darben schonmal gleich gar net! 🙁

Nach dem Frühstück packen wir also wieder unsere Koffer. Per Boot geht es mit einem angolanischen Paar das auch Urlaub hier macht zurück aufs Festland und mit dem Allradjeep weiter die kurvige Küstenstrasse nach São Tomé.






Bye-bye Rolas .....


… wieder vorbei an Porto Allegre….


... gut in Schuss gehaltenen Brücken bei Monte Mario ....


.... wo heute mal Geschirrwaschtag ist!


In São João dos Angolares sehen wir Tankstellen ...


... Bars ....


... Stoffläden mit respektabler Auswahl ...


.... Boutiquen ....


.... den ganzen weiten Weg wieder zurück ...


.... vorbei an Àgua Izé ...


..... Santana ....



Nach gut 2 Stunden erreichen wir das grosse Hotel und checken problemlos und schnell ein. „Misses Jeannette?“ ... jo... die bin ich immer noch.







Die Zimmer sind grosszügig und schön möbliert. Toll ist auch das Spannerfenster ins Bad, durch das ich Heiko beim Duschen beobachten kann 😎 *hihihihi*



Ein Blick aufs Fernsehprogramm ... und Abgründe tun sich auf 😄



Wir machen uns frisch und gehen erst mal was essen. Das Restaurant bietet sehr gute gehobene Küche. Da wir in Das Rolas Vollpension hatten, zahlen wir auch hier nur die Getränke. 😛 Jawoll, soooo mag ich das! Wobei die immer noch teuer genug sind .... ein Bier 0,33L 4,-- Euro ... da ist die Wiesn günstig dagegen! Einen Billigrausch gibt das hier net!

Am Pool lassen wir den Nachmittag ausklingen. Dunkle Wolken ballen sich mal wieder bedrohlich über der Hauptstadt, aber es regnet nicht ab.











An der Rezeption sagt man uns, dass wir morgen früh um 10 Uhr zum Inselresort zurück können und heute Abend ein Barbecue im Hotel Miramar, das auch zum Pestana gehört stattfindet. Ja super! 🙂

Dann wollen wir noch bei Signore Claudio Corallo vorbeischauen, der hier eine Schokoladenfabrik hat und vom Kakaoanbau bis hin zur Vermarktung alles selber macht, angeblich die beste und purste Schokolade der Welt. Er ist Italiener und wir haben in den ersten Tagen sein Haus nicht gefunden, da er nicht mal ein Namensschild am Zaun hat. Ein Taxifahrer (Pauschalpreis laut Hotel: 10,-- Euro, wir machen umgerechnet 2,-- Euro aus, wahrscheinlich immer noch viel zu viel) bringt uns hin und klopft. Niccolo, der Sohn des Hauses -und überaus fescher junger Italiener mit perfektem Englisch- macht uns auf, leider arbeiten sie grad und wir vereinbaren einen Besuchstermin für unseren letzten Urlaubstag, wenn wir wieder hier in der Hauptstadt sind. Denn der Flieger geht schon früh um 7 Uhr heim ....

Wir schlendern noch etwas durch die Stadt, die wieder in ein tolles Spätnachmittagslicht getaucht ist!


... auch zum Markt zieht es uns wieder....


... vielleicht noch ein hübsches Kleidchen für daheim erstehen?


... oder evtl. etwas Trockenfisch?


(ich glaube lieber nicht)


Superbock, Coca Cola und DOS DOS DOS … was will man mehr? ^^


FC Bayern, Stern des Südens! Auch im Urlaub steh ich zu meinem Verein! 🤩









Am Hafen ist auch wieder einiges los.... immer noch kommen Fischerboote und bringen ihre Beute ans Land!

















Wir nehmen dann wieder ein Taxi zum Hotel.

Wir machen uns fesch und ein Shuttlebus fährt uns die nur 200 Meter zum Miramar. Das war bis zum Bau des neuen Pestana 2008 das erste Haus am Platz und strahlt gediegene Eleganz aus. Riesige Grills sind auf der grossen Terrasse aufgebaut sowie ein tolles Vorspeisen- und Nachtischbuffet.





Rotwein und Wasser sind incl. und werden nachgeschenkt. Ich überlege ob es zu frech ist gleich um die ganze Pulle zu bitten damit die Damen und Herren nicht so oft rennen müssen 😛, aber das ist mir dann doch zu dreist. Und so müssen sie halt ständig laufen, selber schuld. Der Wein ist aber eindeutig zu warm - zimmerwarm ist halt hier bei den klimatischen Verhältnissen eindeutig too much *g*
Ich trinke schneller als sie gucken und laufen können (man bedenke dabei aber die immense afrikanische Schnellig- und Geschäftstüchtigkeit). 😄
Da wir ja Vollpension gebucht haben zahlen wir auch dieses Mal nix.



Das Essen ist fein und der Rote tut sein Übriges: müde machen wir uns auf den Heimweg und schauen noch kurz im Hotel Casino vorbei, um Haus und Hof zu verspielen. Das besteht nur aus Automaten und ist recht enttäuschend. Also schnell aufs Zimmer und so verpenne ich schnarchend meinen Geburtstag um 00.00 Uhr *hihi* 😎
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zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2011
1'927 Beiträge · seit 200820. Feb. 2011 · #24
Hallo Janet,


der Pool ist ja die Wucht....

und ich hatte mir schon Hoffnungen gemacht, ich könne mit dem in Opuwo punkten 🙁


lieben Gruss in die alte Heimat

Peter
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200922. Feb. 2011 · #26
Hallo Claudia,

danke fürs Lob 🙂

Was ihr da gesehen habt im Zion is aber keine Tarantel, sondern ein adulter Vogelspinnenmann der Gattung Brachypelma auf Brautschau 🙂 Drum läuft er auch draussen rum 😉

Leider hab ich damals im Zion keine gesehen, war wohl grad keine Mating Season 😉 Wann genau wart ihr denn da?

@Peter: bin trotzdem sehr gespannt auf Deinen Pool in Opuwo! ^^

Grüssle
janet
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zuletzt bearbeitet 22. Feb. 2011
1'312 Beiträge · seit 200622. Feb. 2011 · #27
Hallo Janet,

wir waren im September 2010 im Zion. Das war schon sehr eindrücklich.
Wir haben dort noch eine schöne Spinne gesehen, aber keine Ahnung, was für eine. Aber gefallen hat sie mir gut!

Link: https://fotoalbum.web.de/alben/tkalcher/USA_Suedwest__2010/presentation?startImageId=154248028&startImageCount=81&resetNoFlash=1

LG Claudia
http://meine.flugstatistik.de/tk240 Meine Bilder auf flickr
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200922. Feb. 2011 · #28
Huhu Claudia,

die andere Spinne die ihr gesehen habt ist wohl eine Kreuzspinnenart 🙂 Wunderschön!

Ihr habt tolle Bilder gemacht, hab mich grad mal durchgeklickt, hach da werden Erinnerungen wach, v.a. wenn ich den kleinen Antelope Canyon sehe, meinen Lieblingscanyon! Den Südwesten der USA fand ich schon auch wunderschön.

Danke für den Link!

Grüssle
janet

p.s. bald gehts weiter mit Sao Tomé, bin mal wieder wam Bilder sortieren 😵
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zuletzt bearbeitet 22. Feb. 2011
2'772 Beiträge · seit 200622. Feb. 2011 · #29
Hallo Janet,

danke für den tollen Bericht, den ich ja auch mit Spannung verschlungen habe, da wir Sao Tome auch auf der Urlaubsliste stehen haben.
Doch nun muss ich erst mal aufhören Deinen Bericht zu verfolgen und mich verabschieden... heute gehts nach Namibia ...freu ... freu...
Endlich raus aus der dt. Kälte.... brrr -12 Grad....


LG Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
4'129 Beiträge · seit 200822. Feb. 2011 · #31
Hi, janet!

Danke für den Tipp. - Gestern ist grad der Reisführer mit der Post gekommen, sehr informativ, mit den Karten drin. Super. - Du siehst, Dein Reisebericht zeigt Wirkung…

Versteh ich das richtig, dass Euro dort bei größeren Beträgen quasi wie eine Zweitwährung akzeptiert wird?
Und gleich noch'ne Frage:
Habt ihr zufällig was von den Schildkröten mitgekriegt, am Praia Jalé? Hat man Euch was davon erzählt? Im Reiseführer steht nämlich, dass die angeblich Ende Jan. schlüpfen sollen!?
Auf den Karten gibt es an mehreren Stränden Zeichen, die auf Turtle-Nesting hinweisen.

Welch ein Plätzchen, dieses Eiland!
Dieses morbide, die tropischen Pflanzen und Vögel, das klare Meer, schöne Strände, freundliche Bewohner,… wenig Touristen…

Vielen Dank für deine Infos.
Grüße lilytrotter

PS: Hätte da verspätete "Reiseliteratur" auszuleihen, hätte Euch bestimmt gut gefallen da auf der Insel zu lesen, - über den Bonvivant Luís, Gouverneur auf Sao Tomé… „Eine packende Abenteuergeschichte vor exotischem Hintergrund und voll erotischem Knistern…“
Am Äquator, von Miguel Sousa Tavares. Wenn du mir'ne PM mit deiner Adresse schickst, sende ich es dir, bei mir ist das Buch erst bei der Reise dran, - wann immer das sein wird…
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 22. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200922. Feb. 2011 · #32
Huhu Lilytrotter,

man kann eigentlich alles mit Euro zahlen. Ich werde aber im Resumee noch bissl drauf eingehen ... 😉

Zu Praia Jalé kommt in paar Tagen was, Geduld Geduld 😉

Grüssle
janet

p.s. danke fürs Angebot mit dem Buch! Ich hatte es vor der Reise gekauft und dann dort gelesen, als ich in einer diesen alten Rocas genächtigt habe! Toll !!!! Und man bekommt einen super Einblick in das unmenschliche Leben dort damals ... und sieht die Einwohner auch mit anderen Augen.

@Peter: Tatsach, Schande über mich! Der Pool ist aber auch echt grandios!
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zuletzt bearbeitet 22. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200922. Feb. 2011 · #33
29.01.2011 – DSCHUNGELPRÜFUNG! (...fast)


Hach was sind die Betten hier wieder herrlich, ich habe gut geschlafen! Ich starre den Mann so lange an bis er aufwacht 🙄 und warte dann bis er anfängt mich anzuplärren.

"häppy börsdayyyy tuuuuuyuuuuuu,
häppy börsdayyy tuyouuuuuuuuuuuuuuuuouououuuu"


... er gibt natürlich alles um möglichst schief zu klingen, was ihm auch sehr gut gelingt! 🙂

Entzückt stehe ich auf, stelle den Duschkopf auf "Regenwalddusche" und sitze 20 Minuten später an einem super Frühstücksbuffet. Lecker frisch gepresste Säfte aus exotischen Früchten, Ei in allen Variationen, Omeletts mit was man möchte, Brot, Käse, Würstel, es gibt fast alles. Das Frühstück hat aber einen Haken! Es kann immer nur einer aufstehen und sich was holen - sobald man zu zweit den Tisch verlässt wird sofort hinterm Rücken alles weggeräumt weil ja niemand mehr zum Verteidigen da ist, und so halte ich inzwischen meinen dritten Anlauf Kaffee fest!

Wir haben noch ne knappe Stunde Zeit bis unser Auto fährt und so hüpfen wir noch mal in den tollen Pool. Dann sitzen wir mit gepackten Taschen in der Lobby und warten ... mal wieder. Ein aufgeregter älterer Herr –nennen wir ihn aufgrund der Ähnlichkeit im Verhalten mit dem Hauptdarsteller aus Jaud´s Vollidiot „Herr Peters“-, den ich aufgrund der Klangfärbung seines unbeholfenen Englischs ziemlich zweifelsfrei als Unterfranken identifiziere diskutiert gerade mit einer Angestellten, die sein Englisch ebenso zweifelsfrei NICHT versteht hinter der Rezeption. Ich höre nur Satzfetzen und verstehe Rolas. Mh, gleich mal mit einmischen! 😄

Nur leider versteht die junge Dame mein Englisch auch nicht. Sie labert irgendwas von 10:30. Irgendwann kommt der Manager und meint, es hätte ein Problem beim Transport des neuen Generators (!!!) gegeben und der Transfer zur Insel wäre heute erst um 14 Uhr. Na klasse! Hey Leute ich hab heut Geburtstag, das könnt ihr doch net machen! Wenn wir um 14 Uhr erst fahren (woran ich nicht glaube da es sich eh wieder verzögern wird, leve leve und so ....), sind wir frühestens 16:45 Uhr in Rolas Island. Damit hätten wir noch eine grandiose eine Stunde mit Tageslicht dort und einen Vormittag jetzt hier, an dem wir nicht wirklich mehr was unternehmen können.

Wir sagen dem Manager wir müssten unsere Reisepläne umschmeissen. Ich habe keine Lust drauf auf einiges zu verzichten, nur weil ich irgendwo rumsitzen und warten muss. Ich bitte ihn in der Jale Ecolodge ganz im Süden gegenüber von Rolas anzurufen, um dort für morgen zwei Übernachtungen zu buchen, was auch den Vorteil hat dass Das Rolas dann noch zwei weitere Tage Zeit hat den Generator zum Laufen zu bekommen. Danach würden wir zwei Nächte in Rolas bleiben und die letzte Nacht vor dem Flug wieder hier verbringen. Und heute Nacht auch. Und für heute brauchen wir einen Geländewagen, und zwar schnellstmöglichst!

Damit steigen wir also statt der geplanten 5 Nächte nun 8 in diesen teuren Hotels ab. Aber gut, was will man machen ....

Der Mietwagen steht in 20 Minuten vor der Hoteleinfahrt. Anscheinend habe ich genervt und entschlossen genug gewirkt *g*. Bis heute Abend kriegen wir Bescheid ob wir eine der nur drei Hütten an Praia Jalé für die übernächsten zwei Nächte bekommen. Wir schwingen uns gleich ins Auto, denn der Plan ist nun: wir machen heute das was wir sonst am vorletzten Tag gemacht hätten: noch einige Rocas anschauen. Sonst wären wir nur kreuz und quer auf der Insel rum gefahren und das hätte uns zuviel Zeit gekostet.

Vorher brauchen wir aber unbedingt Cash und Benzin, und so machen wir uns als erstes mal wieder zur Tanke in der Stadtmitte auf, wo schon wieder allerhand los ist! Langsam fahren, Fenster runterkurbeln, und schon kommen sie gerannt, die vielen illegalen Geldwechsler mit ihren dicken Taschen g. Wir wechseln mal wieder 50 Euro und sind wieder Millionäre. Es dauert ca. 2 Minuten (Bank: 30 Minuten Minimum 😛 ) und der Kurs ist exakt der gleiche. Dann schnell getankt und schon kanns losgehen!






Hier wird Benzin in Flaschen und Kanister verkauft, die man mitbringt. Sie werden dann unterwegs am Wegesrand verkauft (aber nicht in den heissen Mittagsstunden! 😄 ).


Es ist heute sehr bewölkt.

Unser erstes Ziel ist die Roca Monte Café, eine noch immer bewirtschaftete alte Kakao- und Kaffeeplantage. Wir passieren mal wieder Trindade. Auf der sich nach oben windenden schmalen Teerstrasse müssen wir plötzlich halten: Polizeikontrolle! Herrjeh!!! Heikos internationaler Führerschein und insbesondere der Stempel des Landratsamtes Forchheim scheinen dem jungen Herrn Polizisten mächtig zu imponieren. Er studiert den Schein ca. 10 Minuten, verbeugt sich dann ehrfürchtig und wir dürfen als einzige passieren!

Kurz darauf erreichen wir Monte Café. Ein paar Leute stehen rum, aber alles macht einen ziemlich verlassenen Eindruck.







Wir stellen unser Auto ab. Ein älterer Herr nimmt sich unserer an und wir bekommen eine kleine Führung unter freiem Himmel auf Portugiesisch, natürlich verstehen wir mal wieder kein Wort. Egal, schön ist´s trotzdem, auch wenn´s anfängt leicht zu regnen. Wir erklimmen den Weg zum riesigen alten Hospital. Kinder spielen hier und sind ganz entzückt uns zu sehen, laufen auf uns zu als sie meine Kamera entdecken. Ein Mädchen nimmt mich spontan an die Hand und zieht mich zu den anderen, alle hüpfen um mich rum und ich muss alle fotografieren!













Dann geht’s wieder runter, zu den Produktionsstätten, leider sind sie zu.



Die Gebäude verfallen zunehmens und sind mit Farnen und Moosen überwachsen. Der ältere Herr zeigt uns stolz den Generator! Ohje, hier bleiben wir lieber nicht zu lange, sonst geht der auch noch kaputt!







Von einer Halle aus hat man einen tollen Blick über die Hauptstadt, die in ca. 12 KM Entfernung liegt und auf das kleine Dorf, das direkt unter der Roca liegt.









Überall auf den Strassen sehen wir spielende Kinder, sie spielen in alten Tonnen oder haben sich aus Konservendosen rauchende Spielzeuge gebastelt.





.... sowie .... Drecksgöger!!!!!!


Die Wurzel des Übels!!!!! 😠

Leider können wir heute keinen Kaffee kaufen und so fahren wir weiter zum Wasserfall Sao Nicolao ... wieder geht’s auf schmalen Strassen durch Regenwälder.









Unterwegs entdecke ich mal wieder die tollen Dschungelhimbeeren und tolle Spinnen!


- Blüte einer Dschungelhimbeere-







Farne....







.... alle Wegränder sind wieder dicht bewachsen.



Wir passieren Kaffeeplantagen, die vom dichten Regenwald umgeben sind.







... sowie Bananen.



... und wie immer: DOS DOS DOS!



Unterwegs sehen wir einen GENERATOR !!!! 🤩



... und grosse Bäume mit fantastischen Wurzeln.







Wir passieren wieder Trindade und biegen in São Tomé nach Guadalupe ab. In Trindada halten wir weil wir ein nagendes Hungergefühl verspüren und siehe da, an der Strasse wird mal wieder allerhand gegrillt. Wir erstehen einen Maiskolben und interessiert schaue ich was eine Frau nebenan anbietet. Ich befürchte schon was es ist, aber da ein junger Mann französisch spricht frage ich noch mal nach. Es sind wirklich Schnecken! Ich schreie zum Heiko: „Dschungelprüfung, Dschungelprüfung!“ aber er weigert sich. Ich hadere mit mir, denn probieren tät ich sie ja schon mal gern! Und sooo schlimm schauens ja nun auch wieder net aus! Da ich heute aber ja Geburtstag habe und befürchte, dass ich dann von Heiko heute keinen Kuss mehr kriege weil er sich zu sehr graust verzichte ich vorsichtshalber. 😄

Die Frau amüsiert sich in der Zeit köstlich über mich und kriegt sich vor Lachen kaum noch ein.









Nach Trindade sehen wir noch einen Friedhof. Die dunklen Wolken lassen die Atmosphäre noch morbider erscheinen als sie schon ist.



Unser nächstes Ziel ist die grösste Roca des Landes, Agostinho Neto. Ehemals hiess sie Rio d´Ouro, wurde aber umbenannt.





Die Anlage ist wirklich riesig und beeindruckend. In den verfallenden Verwaltungsgebäuden und im grossen Hospital leben jetzt die Einwohner. Überall laufen Ziegen rum.





Angeblich hat man vom ersten Stock des Krankenhauses einen tollen Blick über die Anlage. Da hier aber überall Menschen leben, wollen wir nicht einfach die Privatsphäre stören.









Dann geht’s zurück, denn im Dunkeln wollen wir nicht fahren und das geht ja hier sehr schnell. In São Tomé müssen wir wieder halten: Polizeikontrolle! Wo der Führerschein ist wissen wir ja nu .... er wird wieder inspiziert. Irgendwer draussen sagt was vom Präsidenten und Heiko sagt er ist Experte für Generatoren. Es wird lange diskutiert wie nun verfahren wird, dann werden uns die Papiere wieder ausgehändigt, aber in die Richtung weiterfahren dürfen wir nicht! Der Stempel des Landratsamtes Forchheim hat aber auch hier wieder sehr beeindruckt! Also umfahren wir halt den Block ... der Präsident scheint sehr empfindlich zu sein wenn er mal unterwegs ist!

Eigentlich will ich heute noch mal Buzío essen, die Meeresschnecken, wenn ich schon die anderen heute nicht probiert habe! Aber da wir ja Vollpension haben und unser Hotelrestaurant heute eine japanische Nacht mit Sushi und anderen Köstlichkeiten anbietet, überlegen wir nicht lange. Eigentlich sparen wir uns hier ja reich! Wir zahlen nur die läppischen 200,-- Euro pro Nacht was wir für Das Rolas blechen würden, und kriegen dafür hier was im Gegenwert von ca. 350,-- Euro pro Nacht. Wenn das mal nix is!

Meinen Geburtstag hatte ich zwar anders geplant, trotz allem ist es ein schöner Tag geworden. Wir machen uns frisch und ich ziehe mein langes Kleid an. Das Sushi ist lecker und der Superbock auch, Prost!
Und ein Küsschen kriege ich auch noch 🤩
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1'927 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #34
Servus Janet,

die Schnecken am Grill schaun a weng aus wie ausgebaggna Apfelgräpffla mit Zugger und Zimt 🙂 *

Schade, dass Dich da der Mut verlassen Hat. Ich hätte so gerne gewußt, ob Du das überlebt hättest...

schöne Grüsse

Peter





* NB für Nicht-Franken:

In heißem Fett gebackene Apfelscheiben, vorher im Teig gewendet, nachher bestreut mit einer Mischung aus Zucker und Zimt 😉
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
4'451 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #35
Hallo Janet,
erstmal nachträglich herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag 😄
Vielen Dank , für dieser sehr mitreisender Reisebericht 😄 Ja, die Schnecken , das hätte ich auch mal gerne gewusst wie die schmecken 😉 Was mir besonders gut gefällt, Du hast die Bilder so reingestellt wie ich es auch in unserem Reisebericht gemacht habe. So ließt es sich m.M nach besser 😄

Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200923. Feb. 2011 · #36
Huhu,

danke für die Glückwünsche ^^

Also ich hab wen getroffen der die Schnecken probiert hat, angeblich schmeckens nur nach Erde. Überlebt hätt ichs auf jeden Fall, ich probier ja sonst auch alles (Kuheuter, Schnecken, Hirn, Insekten, etc) ... wenn Heiko net gar so angewiedert gewesen wär hätt ichs schon gegessen!
Ich fand die sahen aus wie Pfiffer!

@Cecile: hab das eigentlich schon in meinem Namibia Bericht 2009 so gemacht mit den Bildern und sonst auch schon immer... lade sie ja auch nicht hier hoch sondern auf privatem Webspace und füge sie direkt in den Text mit HTML ein, so sind sie schön gross zu sehen. 😉

Grüssles
janet

p.s. heut nachmittag gehts hoffentlich weiter!
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4'129 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #37
Weiß garnicht, was ihr habt…
Die sehn doch total lecker aus…
die Schnecken… - das ist High-Protein…

Wär doch ne gute Option für alle Nacktschnecken-geplagten Gärtner hier in Europa,
anstatt Schneckenkorn - kleinen Grill anfeuern und rauf mit den Spießchen… 🤪
optimale Lösung
Grüßle

Freu mich schon total auf die Schildkröten…
und bin auch gaanz geduldig…
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter1'419 Beiträge · seit 200923. Feb. 2011 · #38
30.01.2011 - mit der Stretchlimo ins Paradies

Es ist 7:55 und in 5 Minuten soll unser Transfer nach Ponta Baleia statt finden. Dort erwartet uns dann mal wieder ein Jeep der uns die paar Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft fahren soll: der Jalé Ecolodge, einem Schildkrötenprojekt direkt am Strand. Das ist also mal wieder der Plan, aber das heisst hier ja nix!

Ab 7 Uhr gibt´s hier Frühstück und seit 10 nach sieben sitzen wir nun hier im Hotelrestaurant. Seitdem wartet Heiko auf seinen Kakao, den er nun schon 5x (davon einmal vorne an der Rezeption) bestellt hat. Denn aufgebaut ist noch so gut wie nix und die Angestellten irren hier planlos rum wie Hühner ohne Kopf. So gegen 7:30 bringt jemand ne Kanne Kaffee, Milch ist aber nicht da. Toast ist da, aber keine Butter .... etc etc etc. Den Butter (fränk.) haben wir auch schon 5x bestellt da wir dann ja los wollen, aber keiner schafft es mal eben ein paar kleine Schälchen aus dem Kühlschrank zu holen. Naja .... um 8 haben wir dann alles, schlingen und ein paar Minuten später kommt jemand und teilt uns mit der Bus wäre hier. Naja immerhin!

In der Lobby sehen wir jemanden den wir kennen und der sich gerade mit anderen Gästen unterhält: der Adlerfresser! Aha, der hat wohl heute auch ne Tour ... hoffentlich ohne vogeltechnisch Beute zu machen!

Der Bus ist schon recht voll und so wird unser Gepäck separat mit nem Pickup transportiert. Und dann geht´s also mit einer Stretchlimousine wieder in den Süden!



Ausser uns ist noch ein anderes Touristenpärchen aus Portugal dabei. Nach ein paar Metern Fahrt trau ich meinen Augen kaum und ich denk ich spinn! Die Frau holt aus ihrer Tasche nen Beutel Bonbons raus und wirft sie den Leuten am Strassenrand zu! Kein Wunder dass die hier alle DOS DOS DOS plärren! Ich komm mir vor wie auf dem Karnevalswagen der Funkenmariechentruppe Mainz-Mombach! HELAU !!!!

Die Strecke kennen wir ja nun schon geringfügig. Der Cão Grande hat sich passend zum Karneval heute ein lustiges Wolkenhäubchen aufgesetzt!




.... über siiiiiiiiiiiiiieben Brüüüücken musst Du geeehn.... *krächz* 😄

Dann kommen wir auch schon an. Der Bus ist genauso gebrettert wie die Allradwagen, kein Wunder dass es hier so viele Reifen zerlegt *g*

Am Anlegesteg sitzen Kinder und rufen nach .... naaaa? DOS! Zum Glück haben wir unseren Faschingsprinzen mit seiner Prinzessin und der prall gefüllten Bonbontüte dabei!





Der Jeep der uns abholen soll ist auch schon da! Ja der Wahnsinn .... die Taschen sind schnell verstaut und so gehts ab nach Jalé!



... mal wieder durch Regenwald, immer entlang der Küste. Wir passieren den kleinen Ort Porto Allegre, in dem sich auch in einer kleinen Bretterbude die "Rezeption" der Ecolodge befindet. Wir halten kurz und werden gefragt ob wir mittags oder abends essen wollen, wir entscheiden uns für abends. Leider sprechen alle nur portugiesisch, niemand Englisch oder Französisch. Wir werden gefragt ob wir eine oder zwei Nächte bleiben, ich sage zwei und zeige dies auch mit den Fingern, sicher ist sicher! Dann krame ich mein Wörterbuch heraus und frage nach der Mangroventour, die wir hier machen wollen. 10 Uhr heisst es, also morgen - fein! Denn da freuen wir uns schon sehr drauf 🙂 Dann wird uns noch jeweils eine dünne weisse Kerze und ein Packerl Zündhölzer gereicht.



Dann geht´s über Stock und Stein zur Ecolodge!

Diese besteht eigentlich nur aus drei Rundhütten, die aus Kokospalmenstämmen gezimmert sind und direkt am Strand liegen. Die Fenster sind immer offen und die Türe lässt sich auch nicht abschliessen. Es gibt ein Holzhäusen in dem die Toilette untergebracht ist, davor steht ein Eimer da die Spülung leider nicht funktioniert. Die Dusche daneben auch nicht, aber auch hier gibts zwei Eimer mit Wasser und einer halben Plastikflasche, mit der man sich selbst das gesammelte Regenwasser über den Kopf kippen kann. Eine Holzhütte mit Tisch und Stühlen drinnen vervollständigt die sehr sehr einfache Lodge.



Wir suchen uns eine Hütte aus und befestigen unser Moskitonetz. Der Ausblick vom kleinen "Balkon" ist überwältigend und die Geräuschkulisse auch: was für eine Brandung!





Wir sind mal wieder ganz alleine hier. Der Strand ist der absolute Wahnsinn, und so wandern wir ihn etwas entlang und hüpfen ab und zu ins Wasser. Die Brandung und Strömung ist allerdings wirklich fies und so müssen wir manchmal ganz schön aufpassen. Einige Riesenwellen erwischen uns und schleudern uns ganz schön im Wasser rum!









Wir haben jede Menge Spass!







Praja Jalé ist ein Schildkrötenstrand und so sehen wir überall die grossen Nester und imposanten Spuren der riesigen Tiere, die letzte Nacht hier ihre Eier abgelegt haben. Die frisch gelegten Eier werden nachts ausgegraben und in einem eingezäunten Areal inkubiert, um sie so vor Räubern zu schützen. Leider machen sich Hunde über die Eier her und auch in der Bevölkerung gelten Schildkröteneier als Delikatesse.



Wenn die Kleinen schlüpfen, werden sie zurück zum Strand gebracht. Leider macht mir der Zaun keinen recht stabilen Eindruck. Wer hier Hunger hat kann sich auch bedienen ...

Wir schlendern noch ans andere Ende des grossen Strandes und legen uns zwischen die schwarzen Lavafelsen.







Wir lassen uns in den Sand fallen und geniessen einfach.



Ein Mann kommt mit frischen Kokosnüssen vorbei, er arbeitet ein paar hundert Meter weiter im Wald. Er öffnet uns die Nüsse, haben will er nichts dafür 🙂 Mhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh... lecker !!!



Danach machen wir uns zu einem benachbarten Stand auf, der ein paar hundert Meter weiter liegt. Auf einem schmalen Fusspfand wandern wir durch den tropischen Regenwald, immer an der teils steilen Küste entlang.



Praia Piscina ist ein wunderschöner heller Strand mit natürlichen Pools durch die grossen Lavabrocken, die vorgelagert sind.





Da Wochenende ist, ist hier aber leider bissl was los. Wir baden ein bisschen und wandern dann wieder zurück. Dabei werden wir immer schneller ....hunderte von blutrünstigen Moskitos verfolgen uns! Komischerweise sind am Praia Jalé dann wieder überhaupt keine mehr.

Wir nehmen noch ein Bad und beobachten den Sonnenuntergang, den man hier endlich mal schön sehen kann.









Bevors ganz finster wird versuchen wir noch mit Hilfe der "Dusche" die gefühlten 5kg Sand aus allen Körperöffnungen und Ritzen zu spülen. Gar nicht so einfach *g*

Dann kommen noch Gäste an: zwei französische Mädels mit Vater. Elaine arbeitet hier auf der Insel für ein Umweltprojekt, das u.a. auch die Schildkröten bereut. Jean- Paul und Clara besuchen sie hier und verbringen die Nacht auch hier. Gemeinsam wollen wir heute nach dem Abendessen nach Schildkröten schauen, die abends das Meer verlassen um hier ihre Eier abzulegen! Bis das Essen kommt setzen wir uns auf unsere kleine Veranda und lesen im Kerzenschein und mit Stirnlampe noch ein bisschen.

Das Essen kommt aus Porto Allegre und wird in der Holzhütte serviert, zum Glück haben wir Kerzen und unsere Stirn- und Taschenlampen dabei! Es gibt gegrillten Fisch, Reis, gebackene Bananenchips und als Nachtisch Ananas. Leider keine kühlen Getränke bzw. gar nix zu Trinken ... zum Glück haben wir noch lauwarmes Wasser und ein paar Dosen Limo dabei. Mhhh, jetzt ein kühles Bier.... schade, wenn wir das gewusst hätten hätte ich mir eins mitgebracht *g*

Danach schlendern wir am stockdunklen Strand entlang und suchen Schildkröten. Die auslaufenden Wellen umspülen unsere Füsse und das Licht der Sterne sieht man aufgrund der gewaltigen Luftfeuchtigkeit kaum, sie sehen richtig schleimig aus. Millionen von Krebsen unterschiedlichster Farbe und Grösse sind unterwegs, manche sind richtige Brummer! Sie wuseln uns um die Füsse, manche gehen richtig in Drohstellung!











Einige machen sich über eine angespülte Kokosnuss her ...



Wir entdecken viele frische Nester, aber leider keine Schildkröte .... wir sind nur Minuten zu spät dran! 🙁 Ein Nest ist auch bereits geplündert.... ob von einem Mitarbeiter der Schutzorganisation oder einem Gourmet wissen wir leider nicht ... 🤨



Ich entdecke noch eine Geisselspinne, sie sitzt auf einem Holzstück. Leider ist sie viel zu schnell und fix entschwunden.

Nach einer Stunde sind wir nassgeschwitzt und fix und alle - das Laufen durch den tiefen Sand strengt ganz schön an! Und ist das schwül!

Wir sagen gute Nacht und schleichen mit unseren Taschenlampen ins Bett. Es ist Flut, und so donnert die Brandung nur 5 Meter von unserer Hütte entfernt auf die Felsen und den Strand!
Na das wird was! *g*
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
3'383 Beiträge · seit 200923. Feb. 2011 · #39
Hallo Janet,

was soll man sagen?
Dein Bericht ist wie gewohnt sensationel gut. Du hast wunderbare Bilder - grad die pics mit den Kids sind nicht zu übertreffen !!!

Wegen der Schnecken: also ich finde, dass die Dinger gar nicht so schlecht aussahen. Da gibt´s wahrlich Scheusslicheres zum Essen. In Ghana hab ich mal gedünstete Schnecken gegessen. Da waren wir privat untergebracht. Die Schnecken waren ungelogen so groß wie meine Faust. Und ich bin kein kleiner Mensch.
Schmecken tun sie eigentlich nach nichts, aber die Zubereitung in Knoblauchsoße war gut. Das hat schon gepasst.

Also - weiter so mit Deinem Bericht. Wirklich toll.

Liebe Grüsse,
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
4'129 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #40
Oooh,
grad verpasst, die Meeresschildkröten, und keiner hats euch vorher gesagt.
Ich hatte mir ganz naiv vorgestellt, dass man dort informiert oder gar begleitet wird, bei dem Projekt... 😐
Grüßle
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt