natürlich ist es Grana Parmigniano/Padano (dehydriert) sonst müsste man in den Fridge
damit, aber damit sind für uns/mich die Spaghetti "gerettet"..........
Auas Valley Center ist gleich "neben" Asco auf der anderen Seite Richtung
Heinitzburg......
mit Grüssen,
BMW
Hippie607 Beiträge · seit 201022. Feb. 2013 · #122
Guten Abend Topobär, jetzt bin ich doch verwundert, dass Ihr "auf das Dach" geklettert seid. Habe den Bericht nochmal von vorne bis hinten gelesen, und die Autobilder angeschaut, da kann man es aber nicht erkennen. Ihr hattet doch auch Auto mit "Hubdach" oder zumindest geplant(deswegen Bodenzelt). Wir hatten uns nicht getraut auf das Dach zu steigen(Kunststoff), es hat aber bis auf einmal auch voll ausgereicht im Auto zu stehen. Euer Dach war dann anscheinend vertrauenswürdig. @alle die noch nicht da "unten" gewesen sind und von der Natur(grün) so schwärmen. Möchte nur anmerken, von September bis in den Dezember fällt der Ruaha seit einigen Jahren trocken, und hat dann nur ein paar Pfützen. Also beim Planen an die Jahreszeit denken. Tiere sind aber immer zahlreich. Viele Grüße Wolfgang
Spätestens an dieser Stelle muss ich mich als "Ruaha" natürlich mal einklinken! Sehr schöner Bericht und Route Topobär ... Waren 2009 auch auf diesen Pfaden unterwegs! Auf dem Public Campsite im Ruaha graste Nachmittags friedlich eine Herde von ca. 20 Elefanten mit sehr jungen Kälbchen im Flußbett. Kurz vor Sonnenuntergang kletterten sie ca. 300m vom Campsite entfernt das Ufer herauf. Wir dachten sie würden in den Busch ziehen und kochten weiter glücklich unser Curry mit Chapatis. Als es bereits dunkel wurde und wir gerade die Teller voll geladen hatten knackte es in den Büschen hinter dem Duschhäuschen (ca. 50m von unserem Abendmahl). Unsere Maglite hatte sie schnell entdeckt: es waren die Elefanten vom Nachmittag. Sie zogen zielstrebig auf den Campsite zu und in unsere Richtung. Als sie ca. 20m entfernt waren und keinerlei Anstalten machten abzubiegen sind wir mit unseren Tellern ins Auto gezogen um den Dickhäutern Vorrang zu lassen. Bis auf etwa 10-15m kamen sie an uns heran und blieben ewig ganz entspannt stehen als ob sie warten würden um dann im Bogen um uns herum vorbei zu ziehen. Wir hatten unser Zelt direkt unter "Eurem" Baum stehen. Als wir am nächsten morgen aufstanden fanden wir Abdrücke und Hinterlassenschaften der Elefanten keine 3m von unserem Zelt entfernt. Sie waren wohl, als das Feuer niedergebrannt war, zurück gekommen um die Blüten am Baum zu futtern. Wir haben tief und fest geschlafen! Der Ruaha ist einfach wunderbar! Ich kenne ihn aus meiner Kindheit seit den Achtzigern und hoffe, dass er noch lange so bleibt wie er ist. Die Errichtung der Bandas die man vom Zeltplatz aus sieht waren für mich schon ein großer Schrecken ... Ich habe gehört, dass sie nicht sonderlich gut gebucht werden...
VG Ruaha
picco6'369 Beiträge · seit 201123. Feb. 2013 · #124
Hoi zämä
Hippie schrieb:@alle die noch nicht da "unten" gewesen sind und von der Natur(grün) so schwärmen. Möchte nur anmerken, von September bis in den Dezember fällt der Ruaha seit einigen Jahren trocken, und hat dann nur ein paar Pfützen. Also beim Planen an die Jahreszeit denken. Tiere sind aber immer zahlreich.
Wie's in der Zeit Ende Oktober/Anfangs September 2011 ausschaut kann man in meinem Reisebericht ab Tag 7 anschauen, war etwa eine Woche bevor der grosse Regen eingesetzt hat: Klick mich, ich bin der Link!🤩
ich ärgere mich richtig, dass ich nicht öfter hier sein kann, aber was soll`s.
Zu Mikumi:
Wir kommen von Dodoma über Morogoro und fahren dann durch die Uluguruberge. Wir hadern die ganze Zeit mit uns und wollten eigentlich an Ruaha vorbei und dafür länger in die Berge. In diesem Fall lassen wir Mikumi tatsächlich rechts liegen. Anschließend Selous ausgiebig und Saadani NP war auch länger geplant. Wir haben mindestens 1 Kind dabei und zwei junge Damen, die gerne auich mal ans Meer wollen. 😕
So wie es aussieht, müssen wir dann ja wohl doch etwas umplanen und unbedingt in den Ruaha. Habe ich mir auch eigentlich die ganze Zeit schon gedacht.
Grüße Martina
baobab2195 Beiträge · seit 200924. Feb. 2013 · #126
Hallo Topobär,
wieder so tolle Fotos und viel Spannendes zu lesen. Gott sei Dank gibt es diese Reiseberichte, wo man ein wenig träumen kann und die Vorfreude auf den nächsten Urlaub in Afrika steigt. Mein Gott, noch 4 Monate und dieser elende Winter ohne Sonne will einfach nicht vorüber gehen. Danke jedenfalls für die gelungene Ablenkung. LG Ina
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Feb. 2013 · #127
@BMW: Bei Parmesan bin ich eigen, genauso wie beim täglichen GinTonic. 😊 Bei den Entbehrungen einer Afrikareise, ist mir der eine oder andere kleine Luxus ganz besonders wichtig. Glücklicherweise war der Kühlschrank groß genug.
Du hast aber schon mitbekommen, dass wir hier in Tansania und nicht in Namibia unterwegs sind? 😗 😎
@Hippie: Hallo Wolfgang, unser Wagen hatte zwei Dachöffnungen Das große Hubdach über dem Passagierbereich und ein kleineres Klappdach über Fahrer- und Beifahrersitz. Das Hubdach haben wir nie genutzt, da der Innenraum durch das ganze Camping-Equipment und unsere persönlichen Klamotten kaum zu betreten war. Das große Hubdach war auch bei uns aus Kunststoff. Wir haben aber auch nie mittig drauf gestanden. Man kann aber ganz toll auf der forderen Kante sitzen und die Beine ins Auto baumeln lassen. Dort auf der Kante, wo das Hubdach auf der Karosserie aufliegt, kann man sich auch hinstellen, ohne das Last auf das Kunststoffdach kommt.
@Ruaha: Ähnliche Elefantenerlebnisse durften wir auf dieser Reise auch noch erleben.
@Hasi und Hatzi: Hallo Martina, den Saadani Nationalpark kann ich nach meinen Erlebnissen überhaupt nicht empfehlen. Dagegen ist Mikumi echt Gold. Ich würde Saadani höchstens noch durchqueren, um mir den Umweg durchs Hinterland zu sparen. Wenn die Damen ans Meer wollen, kann ich nur das Beach Crab Resort empfehlen. Ist echt ein Paradies und liegt nur eine Fahrstunde nördlich vom Saadani.
@Baobab2: Hallo Ina, ich weiss gar nicht, was Du Dich beschwerst. Ich muss noch noch 7 Monate warten, bis wir wieder nach Afrika fliegen. Was meinst Du denn, weshalb ich diesen Bericht schreibe. Doch nicht um Euch zu unterhalten, sondern als Therapie gegen mein Entzugsleiden. 😛 😎 😄
Ja ich denke wir werden unsere Route noch einmal genau unter die Lupe nehmen und optimieren. Deine Tips und Dein Bericht sind für uns eine wirkliche Hilfe bei der Reiseplanung.
Wie lange seid Ihr eigentlich unterwegs gewesen?
Grüße Martina
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Feb. 2013 · #129
Hasi und Hatzi schrieb:Wie lange seid Ihr eigentlich unterwegs gewesen?
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200926. Feb. 2013 · #130
13. Tag (Do. 03.01.2013) Ruaha National Park – Iringa 202km
Mitten in der Nacht wache ich auf, weil mir etwas im Gesicht liegt – es ist unser Zelt. Über uns tobt ein gewaltiges Gewitter. Blitz & Donner ohne Unterlass, Starkregen und dazu noch Sturmböen, die immer wieder das Zelt niederdrücken. Die nächste Stunde verbringe ich im Sitzen und halte das Zelt aufrecht, damit nicht noch mehr Wasser eindringt, als ohnehin schon. Nach einer Stunde ist das Zentrum des Gewitters weitergezogen und der Sturm hat nachgelassen. Nicht jedoch der Regen, es prasselt immer noch ganz ordentlich. Kathrin hat mit Ihrem komatösen Schlaf mal wieder nichts von den Naturgewalten mitbekommen, die um uns herum tobten. Auch ich suche mir einen halbwegs trockene Schlafposition und kann noch ein wenig dösen, bis es dämmert.
Als wir das Zelt verlassen, können wir die Ausmaße des Unwetters ein wenig besser einschätzen. Der Wasserstand des Ruaha Rivers ist um mindestens einen Meter angestiegen, die Landschaft ringsumher steht weitläufig unter Wasser und eine Stange unseres Zeltes ist gebrochen. Es regnet noch immer leicht und der Himmel ist mit tief hängenden Regenwolken dicht bedeckt.
Nun gut, wir wollten sowieso nicht frühstücken sondern gleich zum Gamedrive aufbrechen, was wir dann auch in die Tat umsetzen. Was uns heute erwarten soll zeigt sich sogleich, da wir schon Mühe haben, die Campsite zu verlassen, ohne uns festzufahren.
Wir merken schnell, dass wir die für heute morgen geplante Strecke nicht fahren können. Es gibt plötzlich überall Bäche, selbst an Stellen, wo wir sie gestern nie vermutet hätten. Viele Pisten sind überflutet, manche weg gespült und nicht alle der neu entstandenen Furten sind passierbar. Dazu kommt noch der in Ostafrika so weit verbreitete „black cotton soil“. Wer bislang nur im südlichen Afrika unterwegs war, kann sich nicht vorstellen, wie glatt der Untergrund hier wir, sowie es regnet.
Schon nach kurzer Zeit finden wir einen Safariwagen, der in der Wiese neben der Piste feststeckt. Der Guide erklärt uns, er hätte das Steuer nur kurz etwas verzogen, als er einen Gepardenriss aus dem Augenwinkel gesehen hat. Naja, meine Meinung über die Fahrkünste der Einheimischen war noch nie sehr hoch. Selbstverständlich ziehen wir den Wagen aus dem Schlamm, denn ohne Hilfe von Außen hat man hier keine Chance auf die Piste zurück zu kommen. Sie hatten wirklich Glück, steckten sie doch gerade mal 5 Minuten fest bevor wir kamen.
Das Rausziehen gelingt schon im ersten Versuch. Danach gehen wir noch mit dem Guide und seinen Gästen den Gepardenriss suchen. Wir finden auch den frischen Kadaver, der Gepard hat sich aber anscheinend aufgrund des Trubels beim Abschleppen versteckt, so dass wir ihn nicht sehen.
Bei der weiteren Fahrt sehen wir nicht allzu viele Tiere. Die scheinen sich bei dem Regen alle an einen geschützten Ort geflüchtet zu haben. So sind wir froh, zumindest diesen prächtigen Sattelstorch ablichten zu können.
An der Mündung des Mwagusi Rivers in den Ruaha River finden wir einen überdachten Picknickplatz. Genau das, was wir bei dem noch immer anhaltenden Regen brauchten. Hier im trockenen lassen wir uns viel Zeit mit dem Frühstück, denn es sieht nicht so aus, als würden wir derzeit groß etwas verpassen. Außerdem ist es hier wirklich schön und die beiden, zu rauschenden Strömen angeschwollenen Flüsse, sind ein eindrucksvolles Naturschauspiel.
Wir sind nur wenige hundert Meter vom Picknickplatz entfernt, da bin ich für einen kurzen Augenblick unkonzentriert und verlasse die Ideallinie in der Mitte der Piste. Das reicht schon aus, dass der Wagen ein Eigenleben entwickelt und langsam aber unaufhaltsam nach links rutscht. Da hilft auch alles Gegenlenken nichts. Wie auf einer Eisfläche behält das Fahrzeug seine einmal eingeschlagene Richtung bei und kommt erst zum stehen, als wir mit den linken Reifen im Graben stecken. Der einheimische Tourguide, den wir vorhin rausgeschleppt hatten ist schlagartig rehabilitiert. Er hatte zumindest den Gepardenriss, der ihn ablenkte. Ich bin einfach nur ein Schussel. 😊
Die Analyse unserer Lage ist ernüchternd. Im Graben ist der Schlamm sehr tief und weich. Zwar schaffe ich es, ein paar Meter vorwärts oder rückwärts zu fahren, aber es besteht keine Chance ohne fremde Hilfe aus dem Graben heraus zu kommen. Als auch nach einer halben Stunde noch kein Fahrzeug vorbeigekommen ist, ruft Kathrin den Warden an (diesmal hatte Sie sich die Telefonnummer geben lassen). Warum taucht eigentlich nie Hilfe auf, wenn wir welche brauchen und die Fahrzeuge die wir rausziehen stecken keine 10 Minuten in ihrer misslichen Lage. 😠
Nach etwas über einer Stunde sind die zu unserer Hilfe geschickten Ranger vor Ort. Es ist gar nicht so einfach das Auto wieder auf die Piste zu bringen. Den Wagen vorwärts oder rückwärts zu ziehen ist zwar kein Problem, aber es gelingt zunächst nicht ihn aus dem Graben zu bekommen. Zu rutschig ist die Grabenwand und bei zuviel Schwung droht die ganze Fuhre umzukippen, denn die Schräglage ist heikel. Erst als sie uns bis zu einer leichten Kurve durch den Graben ziehen kommt ausreichen seitlicher Zug, dass der Wagen aus dem Graben klettern kann.
Diesmal haben wir daran gedacht, das Ganze auch fotografisch festzuhalten:
Selbstverständlich bedanken wir uns bei den Rangern mit einem angemessenen Trinkgeld für ihre Hilfe. Die Auskunft über die Pistenverhältnisse im Park ist ernüchternd. Laut der Ranger sind inzwischen die meisten Pisten unbefahrbar geworden, was auch der Grund war, weshalb bei uns keine Autos vorbei kamen, die uns hätten helfen können.
Da ich bei der Befreiungsaktion nicht umhin kam, auch ein paar Mal im Graben zu schaufeln sehe ich aus wie ein Schwein und will auf dem einfachsten Weg zurück zur Campsite. Dies ist auch der Weg der Ranger und wir fahren zusammen. Bei den Pistenverhältnisse sehr beruhigend.
Unterwegs muss ich dann noch diese Schildkröte von der Piste evakuieren. Wie bei unseren heimischen Igeln ist ihre Überlebensstrategie einfach nicht mit dem Autoverkehr kompatibel.
Bald darauf treffen wir wieder einen feststeckenden Safariwagen. Die Ranger signalisieren uns, dass sie sich darum kümmern werden und wir weiterfahren sollen. Die Lage im Park ist echt chaotisch. Wir kommen noch an weiteren feststeckenden Fahrzeugen vorbei, aber überall ist schon Hilfe vor Ort, so dass wir nicht benötigt werden.
Als wir wieder an den Ruaha kommen, können wir eine Gruppe Elefanten beim Durchqueren des Flusses beobachten. Das erste wirkliche Gamedrive-Erlebnis des Tages.
Als wir dann unser Zelt in der Ferne erblicken stellt sich schon ein wenig Erleichterung ein. Hier ein Suchbild. Wer entdeckt unser Zelt?
Jetzt gilt es zu beratschlagen, wie es weitergehen soll. Ich bin dafür hier im Nationalpark abzubrechen und nach Iringa zu fahren, Kathrin möchte bleiben, da wir ja für 2 Tage bezahlt haben. Erst mit meiner Weigerung, heute auch nur einen weiteren Kilometer im Park zu fahren kann ich mich durchsetzen. Außerdem ist der Himmel immer noch bedeckt und es regnet weiterhin leicht.
Schnell ist das Zelt abgebaut. Alles andere hatten wir schon gleich nach dem Aufstehen im Wagen verstaut. Es ist wirklich schade, dass wir den Ruaha Nationalpark schon so schnell wieder verlassen müssen. Er hat uns von den Nationalparks des Southern Circuits am besten gefallen. Gute Infrastruktur, niedrige Preise und die Tiere sind deutlich entspannter als in den anderen Parks des Südens.
Auf dem Weg nach Iringa reißt die Wolkendecke dann plötzlich und großflächig auf und die Sonne kommt heraus. War es die richtige Entscheidung, den Ruaha National Park schon heute zu verlassen? Der Bericht über den nächsten Tag wird es Euch zeigen.
In Iringa kennen wir uns ja nun schon recht gut aus. Alle anstehenden Einkäufe und Erledigungen können wir noch heute machen, so dass wir morgen ausreichend Zeit haben sollten, bis nach Kolo zu kommen.
Danach fahren wir zu unserer Unterkunft, der Riverside Campsite. Sie liegt ca. 10km östlich der Stadt, über die A7 erreichbar, am Ufer des Little Ruaha River. Es gibt hier feste Unterkünfte, Safarizelte und eine sehr schöne Zeltwiese. Alles ist sehr liebevoll gemacht.
Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen um unsere vielen nassen Sachen zu trocknen. Inzwischen haben wir auch einen neuen Freund gefunden. Der Haushund ist ein großes tapsiges Riesentier mit sehr sanftem Gemüt. Außer beim Dinner im Restaurant weicht er uns am Abend nicht von der Seite – echt knuffig.
Die Sanitäranlagen sind sehr schön in einem urigen Natursteinhaus untergebracht.
Man kann hier auch Dinner bekommen. Für nur 16.000TSH pro Person gibt es ein einfaches aber leckeres Buffet mit Hausmannskost. Wir essen zusammen mit Frank, einem deutschen Entwicklungshelfer aus Malawi, der hier in Tansania ein paar Tage Urlaub gemacht hat und jetzt auf der Rückreise ist. Interessant, was er so berichtet.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201226. Feb. 2013 · #132
WOW, Topobär, bei eurem (vollen) Programm hätte es irgendwie auch die Light-Version getan. Aber als Lektüre im Trockenen mal wieder ein toller Tag! Danke Franzicke
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200927. Feb. 2013 · #133
@bayern schorsch: Als kleiner Reisebericht-Schreiber freut man sich über jeden Dank.
@Franzicke: Ja, ja, wenn ich jetzt den Bericht schreibe, bin ich ganz dankbar für die spannenden Storys, die wir erlebt haben und die es jetzt einfach machen, einen interessanten Reisebericht zu schreiben. Vor Ort hätte ich gerne auf das eine oder andere Erlebnis verzichtet.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201127. Feb. 2013 · #134
Hallo Topobör, vielen Dank nochmal für deinen sehr interessanten Bericht. 🙂 Ich schwanke beim lesen total zwischen "auch erleben will" und "never ever" 🙂 🤩
Tolle Fotos hast du, und es stimmt; das blaue Zelt macht sich gut in all dem grün. 😉
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. März 2013 · #135
14. Tag (Fr. 04.01.2013) Iringa – Dodoma 278km
Nachts hat es wieder angefangen zu regnen - was heißt hier regnen, es schüttet wie aus Eimern. Bis zur Dämmerung hat der Regen noch kein Stück nachgelassen. Aber wir haben eine lange Strecke vor uns, da hilft alles nix. Wir müssen raus.
Im strömenden Regen zusammenzupacken stellt mal ganz andere Anforderungen wie normalerweise. Ich mache zunächst den Wagen soweit klar, dass alles schnell reingeschmissen werden kann. Dabei bin ich trotz Regenjacke in weniger als einer Minute bis auf die Haut durchnässt. In der Zwischenzeit hat Kathrin das Innenleben des Zeltes so wasserdicht wie möglich verpackt und wir schaffen es tatsächlich die Schlafsäcke und Isomatten relativ trocken ins Auto zu bekommen. Jetzt wo es heller wird können wir auch erkennen, welch Glück wir mit der unbewussten Wahl unseres Zeltplatzes hatten. Wir stehen auf einer Insel inmitten eines großen Sees, denn die Wiese ist bis auf unseren Stellplatz komplett überschwemmt.
Um das Innere des Zeltes nicht allzu nass werden zu lassen tragen wir das Zelt unter ein nahes Makuti-Dach und können es dort im Trockenen abbauen. Dann starten wir durch. Auf ein Frühstück verzichten wir heute aufgrund der äußeren Umstände.
Was an diesem Tag auf uns zukommen wird merke ich schon in der ersten Kurve hinter dem Zeltplatz. Die hängt ein wenig nach außen und sogleich geht wieder eine Schlittenfahrt los, die glücklicherweise von einer Hecke gebremst wird, ehe wir richtig feststecken. Nach ein paar Minuten kommen wir aus eigener Kraft wieder frei.
Die 10km bis Iringa sind noch Asphalt. Es gießt nach wie vor und das ganze Land steht unter Wasser. Überall sind rauschende Bäche entstanden. Bei vielen Häusern läuft das Wasser auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus. Dabei kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dies hier der Normalfall nach starken Regenfällen ist.
Nach Iringa endet der Asphalt. Die nächsten 500km sind Piste. Das wird ein Spaß. 😵
Ich bin hoch konzentriert unterwegs. Die Strecke ist einsam. Hin und wieder ein kleines Dorf. Nur sehr selten sehen wir ein anderes Auto. Sagte ich schon, dass die Piste extrem rutschig ist?
Die Strecke Iringa – Dodoma befindet sich aber im Ausbau. In absehbarer Zeit wird man durchgehend auf Asphalt fahren können. Derzeit ist die Strecke eine 250km lange Baustelle. Überall sind chinesische Baustellencamps. Man fährt teilweise noch auf der alten Piste, teilweise auf neu geschobenen Baustellenpisten und manchmal auch schon auf der planierten und verfestigten neuen Trasse, bei der an vielen Stellen nur noch die finale Asphaltdecke fehlt. So variiert die Geschwindigkeit zwischen 10km/h und 100km/h.
Allmählich ist der Niederschlag auf das Maß eines normalen Landregens zurück gegangen.
Nach ca. 100km geht dann erst einmal gar nichts mehr. Ein rauschender Bach geht über die Piste und hat diese zum Teil schon weggerissen.
Ich checke zunächst einmal die Wassertiefe. Mit ca. 80cm wäre die noch gerade so im Bereich des Machbaren, aber die starke Strömung und vor allem die immer weiter abbröckelnde Piste, die auf der Talseite einen 2m hohen Wasserfall bildet, lassen mich von einer Durchquerung absehen.
Es steht aber schon ein Chinese mit Pickup an der Furt und ist am telefonieren. Wir sehen dies als gutes Zeichen und warten zunächst einmal ab, wie sich die Sache weiter entwickelt. Wir haben auch gar keine andere Wahl. Die nächstmögliche Alternativstrecke würde einen Umweg von fast 500km bedeuten.
Schon bald sehen wir in der Ferne einen Baustellen-LKW auftauchen. Er ist mit Felsbrocken beladen, die er in der Furt ablädt. Das ist durchaus spektakulär, denn der LKW macht aufgrund der schweren Beladung Männchen. 😮
Bald tauchen weitere LKW auf. Es sind insgesamt 3 Wagen, die in ständigem Pendelverkehr Felsbrocken heranschaffen. Nach einer Stunde taucht auch ein großer Radlader auf, der sofort damit beginnt, die Felsen an die notwendigen Stellen zu verschieben. Zunächst wird der Tumpen verfüllt, in den immer noch weitere Teile der ehemaligen Piste abbröckeln.
Inzwischen herrscht nur noch leichter Nieselregen und wir sind längst nicht mehr die Einzigen die auf die Reparatur der Piste warten. Zwei Überlandbusse und mehrere Geländewagen sind hinzu gekommen. Es herrscht typisch afrikanische Gelassenheit. Niemand hat es eilig, niemand wird hektisch.
Wir plündern gerade unsere Lebensmittelvorräte um ein Frühstück zu improvisieren, als ich zu Kathrin sage, dass das für afrikanische Verhältnisse gerade viel zu glatt läuft. Ich habe es kaum ausgesprochen, da fährt sich einer der Baustellen-LKW fest und blockiert die Strecke. Da wird aber nicht lange gefackelt. Die Felsbrocken werden an Ort und Stelle abgekippt und dann wird der LKW vom Radlader mit dessen Schaufel brutal durch den Schlamm gedrückt, bis er aus eigener Kraft weiterfahren kann. Ein paar weitere Beulen am LKW stören hier anscheinend niemanden.
Nach 5 Stunden und dutzenden LKW-Ladungen ist es geschafft. Der chinesische Bautrupp hat eine komplett neue Furt errichtet. Saubere Leistung. Meine Hochachtung dafür.
Wir gehören zu den ersten, die die neue Furt befahren. Sie ist immer noch ca. 30cm tief und natürlich sehr holperig, aber insgesamt gut zu befahren.
Immer wieder kommen wir in der Folge an Stellen, wo die Piste unpassierbar war und von chinesischen Baustellentrupps wieder befahrbar gemacht wurde. Die hatten heute Großkampftag.
Eine dieser Passagen wird gerade freigegeben, als wir ankommen. Leider schalte ich nicht schnell genug und ein entgegen kommender PKW fährt als erster in die Passage und sitzt natürlich sofort fest. Aber es wird ihm in typisch afrikanischer Weise geholfen. Im Nu sind 20 Leute am Wagen und schieben ihn mit vereinten Kräften durch den Schlamm.
Immer wieder sieht man auch feststeckende Lastwagen und Busse, die nur noch mit schwerem Gerät befeit werden können.
Ich Frage mich ernsthaft, was auf dieser Strecke wohl losgewesen wäre, hätte es nicht aufgrund des Ausbaus die vielen Baustellencamps mit Massen an schwerem Gerät gegeben. Ich glaube wir hätten eine Woche auf der Strecke verbracht.
Das wir heute nicht mehr bis Kolo kommen werden ist schon längst klar. Wir sind inzwischen froh, wenn wir noch im Hellen in Dodoma ankommen. Es hat zwar aufgehört zu regnen, die Schlammschlacht auf der Piste geht aber weiter.
Auch das Land rings um uns herum ist weitflächig überschwemmt.
In der Dämmerung erreichen wir Dodoma. Obwohl die offizielle Hauptstadt Tansanias, macht Dodoma auf mich einen hässlichen, dreckigen und heruntergekommenen Eindruck. Kann aber auch sein, dass sich in diesem Urteil meine Eindrücke und Erlebnisse des Tages widerspiegeln.
Einen Campingplatz gibt es weit und breit nicht und bei dem Eindruck, den Dodoma auf uns macht, wollen wir nichts riskieren und steuern gleich das laut Reiseführer beste Hotel der Stadt an, dass Dodoma Rock Hotel.
Obwohl wir sicherlich einen ziemlich abgerissenen Eindruck machen, lässt man uns rein. Unser erstes Zimmer reklamieren wir jedoch, da sich direkt gegenüber auf dem Nachbargrundstück ein lärmender Kompressor befindet. Das nächste Zimmer ist dann in Ordnung.
Insgesamt ist das Hotel schon etwas in die Jahre gekommen, aber sauber und ordentlich und gut geführt. Das Personal ist sehr freundlich.
Das Essen im Restaurant hat uns sehr gut geschmeckt. Ich brauchte mal etwas Abwechslung und bestellte eine Pizza. Die ähnelte dann zwar eher einer Quiche, war aber super lecker.
Im sehr schönen Innenhof gab es noch ein paar GinTonic und Savannah bevor wir dann in Morpheus Arme fielen.
Mit 80,-€ für das Doppelzimmer incl. Frühstück hielten wir den Preis auch für sehr akzeptabel.
Hallo Topobär, wieder mal so richtig spannend und unterhaltsam mit Euch zu reisen. Ein toller Reisebericht, den Du da schreibst. Ich würd' ja mein trockenes Plätzchen hier am Feuer sofort gegen so 'ne kleine Schlammschlacht eintauschen. Für Gesche klingt es leider weniger überzeugend, nach dem Frieren im Namibischen Winter, auch mal sommerliches Zelten im Dauerregen auszuprobieren. Tja, die Geschmäcker sind halt verschieden und wir haben uns auf warm UND trocken geeinigt. Bin gespannt, was noch so kommt. Danke und liebe Grüße Philipp
rebecca935 Beiträge · seit 200603. März 2013 · #137
Hallo Topobär, was für eine Reise! Und noch besser: dein Bericht! Ich bin mir absolut sicher, dass ich eure Strapazen nicht erleben möchte, aber der Bericht und die Fotos sind super. Danke, dass ihr an das Festhalten in Bildern gedacht habt. 😗 Viele Grüße - Rebecca
KarstenB2'396 Beiträge · seit 201109. März 2013 · #138
Hallo Topobär,
bevor wir dann in Morpheus Arme fielen.
Langsam könntet Ihr aber mal wieder aufwachen! 😗 (Ich weiß, ich muss eigentlich ganz ruhig sein, habe ich doch eine viel längere Pause beim RB-schreiben gemacht 🤩 , aber ich möchte doch so gern wissen, wie es weiter geht!) Oder geht es nicht weiter, weil die Straßen noch nicht repariert sind? 🤪 Also, hopp - hopp, komm in die Gänge 😐 ! Ich bin mit Sicherheit nicht der einzige, der sich auf eine Fortsetzung Deines abenteuerlichen Berichts freut!
LG aus dem verschneiten (das hätte es nun nicht mehr gebraucht, dies Jahr 😈 !) Hamburg,
........viel...viel.... Regen.......doch mit Abstand betrachtet wird sich das Meiste zu einer unvergesslichen
Tour verklären.......... 😛 😛 🙂
BMW
franzicke2'085 Beiträge · seit 201210. März 2013 · #140
... o mein Gott - das ist echt die volle Packung! Wahrscheinlich musst du dich immer noch vom Schreiben erholen - wenn du dir den Tag für den Bericht nochmal vor Augen geführt hast ... aber ich glaube, die Fangemeinde wäre bereit für eine Fortsetzung. Mal ne blöde Frage: hattet ihr mit so nem Wetter gerechnet? Ich hab ja trotz allem den Eindruck, dass ihr das ganz gut weg gesteckt habt. Ich glaub, ich hätte Anfälle gekriegt ... Sehr gespannte Grüße Franzicke