Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)

Reisebericht 246 Antworten · 81,8k Aufrufe · gestartet 15. Jan. 2013 von Topobär
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200920. Feb. 2013 · #101
11.Tag (Di. 01.01.2013)
Mikumi National Park – Crocodile River Camp

100km

Da die Sylvesterparty ausgefallen war, sprach auch nichts dagegen, zur üblichen Zeit, dass heißt mit Beginn der Dämmerung, aufzustehen. Das sieht dann immer so aus, dass ich zunächst einmal vorsichtig den Kopf durch den nur wenig geöffneten Reißverschluss stecke, um die Umgebung nach Besuchern abzusuchen. Das war heute auch gut so, denn ich schaue einem nur 5m entfernt stehenden Büffel in die Augen. Der Blick eines Büffels ist immer gleich und kann alles bedeuten: stumpfsinnig, gelangweilt, aggressiv, vorsichtig, neugierig – ich werde aus den Viechern einfach nicht schlau.

Wir warten lieber bis sich der Büffel etwas verzogen hat, bevor wir das Zelt verlassen. Heute steht nur eine kurze Etappe an und wir haben ausreichend Zeit. Dann wird in Rekordzeit das Camp abgebaut und wir starten zum Gamedrive. Frühstück fällt wie üblich an solchen Tagen zunächst einmal aus.

In der Umgebung der Campsite gibt es noch weiter Büffel.
MikumiBffel.jpg


Auch ansonsten waren viele Weidegänger auf den Plains zu sehen, aber meist nur in größerer Entfernung. Es war nett, aber ohne erwähnenswerte Höhepunkte.

Unser heute morgen ausgefallenes Frühstück holten wir auf einer sehr schön an der Mwanabogo Road gelegenen puplic picknick site nach. Wir parkten unter einigen großen Bäumen, die uns Schatten spendeten und bauten dort Tisch und Stühle auf. Im Hintergrund eine große Zebraherde und zahlreiche Impalas. Ich liebe solch ein Unterhaltungs-Programm zum Essen.

MikumiPicknickplatz.jpg


Nach dem Essen machten wir uns dann auf den Weg zum Gate, um den Park zu verlassen. Unterwegs sahen wir noch ein einzelnes Löwen-Männchen, welches aber gänzlich unfotogen im hohen Gras schlief. Aber es sind ja nicht nur die großen Tiere, die es in Afrika zu sehen gibt. Die Kleintiere und Vögel sind genauso interessant. Diese zu fotografieren ist aber oftmals besonders schwierig, so dass ich froh war, dass dieser gefiederte Freund brav sitzen blieb, als wir direkt neben ihm anhielten.

MikumiLong-TailedFiscal.jpg

Wenn ich das Bestimmungsbuch richtig interpretiert habe, handelt es sich dabei um einen Long-Tailed Fiscal.

Als abschließendes Urteil über den Mikumi National Park würde ich sagen: Nett. Nichts Besonderes, nichts Spektakuläres, aber doch alles, was die afrikanische Natur so zu bieten hat. Kein Park, wegen dem man extra in den Süden fährt, den man aber auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn man sowieso vorbei kommt.

Dann ging es auf dem TanZam-Highway in Richtung Iringa. Zunächst stand aber ein Versorgungsstop im Ort Mikumi an. Am dringendsten benötigten wir Sprit. Das letzte Mal hatten wir auf der Zufahrt zum Selous Game Reserve getankt und inzwischen war selbst der Zusatztank bis auf ein Viertel lehr. Diese Strecke war im Übrigen die Einzige, auf der wir den Zusatztank anbrechen mussten. Ansonsten sind wir immer mit dem normalen Tankvolumen hingekommen. Insgesamt hat der Wagen im Gelände somit eine Reichweite von ca. 800km.
Auch Obst und Gemüse konnten wir in Mikumi erstehen, bevor es weiter ging. Der TanZam-Highway führt zunächst durch eine grüne Mittelgebirgslandschaft und führt dann hinunter ins tief eingeschnittene Tal des Great Ruaha River. Hier wollten wir die Nacht verbringen.

Unser eigentliches Ziel, das Baobab Valley Camp machte einen öden, verlassenen und verwahrlosten Eindruck, so dass wir weiter zum nur wenige Kilometer entfernten Crocodile River Camp fuhren. Dort war zwar genauso tote Hose, aber das Camp machte einen äußerst gepflegten Eindruck und man konnte dort in einem Restaurant zu Abend essen.

Eine separate Campsite gibt es nicht. Man kann sich hinstellen, wo man will. Wir wählten einen schattigen Platz direkt am Flussufer, wo wir die restlichen Stunden des Tages mit Lesen verbrachten. Hin und wieder sorgte eine große Gruppe Grüne Meerkatzen für Unterhaltung, die durch die Bäume tobte oder uns neugierig beobachtete. Angenehm war, dass die Affen nicht ein einziges Mal versuchten uns zu beklauen.

CrocodilRiverCamp.jpg


Die Sanitäreinrichtungen des Camps waren sehr einfach aber sauber. Das Personal war sehr freundlich aber zurückhaltend – genauso wie ich es mag.

Nachts hörte man den nahe gelegenen TanZam-Highway und einen Generator.

Im Restaurant gab es deftige Kost mit großen Portionen zum kleinen Preis. Obwohl sehr lecker musste ich vor den Mengen auf meinem Teller kapitulieren.

Im Nachhinein mussten wir aber feststellen, dass es noch besser gewesen wäre, wenn wir an diesem Tag noch bis Iringa weiter gefahren wären. Die Zeit dafür hätten wir allemal gehabt. Bei Iringa sollten wir ein Paar Tage später eine wirklich sehr schöne Unterkunft entdecken und wir hätten aufgrund der kürzeren Anreise mehr Zeit im Ruaha National Park gehabt.

Ihr seht, wir hatten auch ganz entspannte, fast schon langweilige Tage – zumindest diesen einen. 😎
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zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
3'700 Beiträge · seit 200920. Feb. 2013 · #102
Hallo Thomas,

die beiden ersten Fotos finde ich wunderschön! 🙂

Dürfen wir uns auf Tandala freuen?

Vielen Dank fürs Einstellen und mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200920. Feb. 2013 · #103
Hallo Marina,

auf die Gefahr hin, dass ich mich hier als Depp oute: Wer oder was ist Tandala?
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3'700 Beiträge · seit 200920. Feb. 2013 · #104
Hallo Thomas,
Bei Iringa sollten wir ein Paar Tage später eine wirklich sehr schöne Unterkunft entdecken
Ich hatte die Hoffnung, dass Du damit das Tandala Camp meinst...

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1'324 Beiträge · seit 201320. Feb. 2013 · #105
Toller Bericht voller eindrücklicher Erlebnisse.
Das ist eine Ecke von Tanzania, die ich gar nicht kenne, um so mehr macht es Spaß mit Euch zu fahren.

Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
6'369 Beiträge · seit 201120. Feb. 2013 · #107
Hoi Topobär
Topobär schrieb:Als abschießendes Urteil über den Mikumi National Park würde ich sagen: Nett. Nichts Besonderes, nichts Spektakuläres, aber doch alles, was die afrikanische Natur so zu bieten hat. Kein Park, wegen dem man extra in den Süden fährt, den man aber auf jeden Fall mitnehmen sollte, wenn man sowieso vorbei kommt.
So ähnlich seh ich es auch, wenn die Zeit jedoch knapp ist sollte man den Mikumi streichen (jaja, natürlich nicht mit Farbe sondern von der Besuchsliste...) und länger im Ruaha bleiben...meine Meinung!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
8'684 Beiträge · seit 201020. Feb. 2013 · #108
franzicke schrieb:... das Büffelbild ist einfach traumhaft schön!

Grüße Franzicke
Genauso empfinde ich es auch! Und ich stimme auch Topobär zu: man kann diese Ungetüme nicht einschätzen....

Jetzt noch ein Kritikpunkt (da trau ich mir was als Lodgehopper-Warmduscherin 🤩 😄 ): die Farbe eures Zeltes ist schon ein bisschen heftig, oder? 😎 ! Da ich hoffe, in 2014 mit einem Bodenzelt unterwegs zu sein, schaue ich jetzt genauer hin.... gabs da nichts Naturnahes 😛 ? Nicht dass der Iglu mal zum blauen Tuch für die Büffel wird... 🤩

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2013
6'369 Beiträge · seit 201120. Feb. 2013 · #109
Hoi Schampus
Champagner schrieb:die Farbe eures Zeltes ist schon ein bisschen heftig...
...Nicht dass der Iglu mal zum blauen Tuch für die Büffel wird...
Bei der Farbe hätt ich wenige Angst vor dem Büffel, denn der will gar nicht in die Nähe eines Zeltes kommen an dem es vor Tsetse-Fliegen nur so wimmelt weil die so auf Blau und Schwarz stehen... 😉
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
2'262 Beiträge · seit 201121. Feb. 2013 · #110
Topobär,
nach wie vor ein sehr schöner und interessanter RB wo ich gerne dabei bin.
Die Fotos sind outstanding 😛


@ Bele.
die Farbe eures Zeltes ist schon ein bisschen heftig, oder?
Bis jetzt waren alle Zelte die ich gesehen habe hübsch Nato-Oliv

OT
Da ich hoffe, in 2014 mit einem Bodenzelt unterwegs zu sein, schaue ich jetzt genauer hin....
🤩

Äh hm..., meine Liebe, da müssen wir uns am WE unterhalten. 😉
Da war doch mal was:
zufällig liegen Reiseunterlagen neben mir
LG Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Feb. 2013 · #111
Das Zelt war wie gesagt nicht unseres, sondern gehörte zur Campingausrüstung des Mietwagens.

Mit TseTse-Fliegen hatten wir hinsichtlich der Zeltfarbe nie Probleme, weil die Campsites immer außerhalb der TseTse-Fliegen Gebiete liegen.

Das Problem bei dem Zelt war auch ganz sicher nicht die Farbe, sondern die mangelnde Stabilität und die Wasserdurchlässigkeit bei starkem Regen.

Ich muss in diesem Zusammenhang aber auch sagen, dass ich nicht so der Fan von Zelten in Tarnfarbe bin. Die sehen auf Fotos immer langweilig aus und ich bin immer froh wenn hin und wieder auch ein Farbkleks auf den Bildern ist. Genau aus diesem Grund ist unser eigenes Hilleberg-Expeditionszelt auch knallrot.
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zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2013
25 Beiträge · seit 201221. Feb. 2013 · #112
Hallo Topobär,

nachdem die letzten Wochen voller Arbeit waren, bin ich erst heute wieder ins Forum eingestiegen und habe deinen RB v e r s c h l u n g e n!!
Das ist bisher nahezu die Route, die wir im August fahren wollen, nur umgekehrt. Deshalb bin ich total gespannt wie es bei Euch weitergegangen ist.

Wir wollen allerdings noch in die Uluguru Mountains und überlegen, ob wir Mikumi dann sozusagen rechts liegen lassen.

Ich warte sehr gespannt auf Euren nächsten Etappenbericht.

Grüße Martina
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Feb. 2013 · #113
Hallo Martina,

es freut mich sehr, dass Dir der Reisebericht gefällt und keine Sorge, bis zu Eurer Abreise bin ich mit meinem Bericht ganz sicher fertig. 😄
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607 Beiträge · seit 201021. Feb. 2013 · #114
Hallo H und H,
das ist aber eine interessante Variante: "Mikumi rechts liegen lassen". Wenn ihr vom Ruaha kommt und dann in die Uluguru wollt, dann hätte ich Mikumi links liegen gelassen, bzw. durchgefahren. Habt ihr geplant über Kilosa nördlich um den Mikumi herumzufahren? Da sind auch noch nicht viele unterwegs gewesen.
Ich möchte aber zu bedenken geben, dass der Mikumi für eine Zwischenübernachtung sich sehr gut eignet: anstatt irgendwo zwischen Ruaha und Mikumi zu übernachten, kann man bequem Morgens im Ruaha abfahren und hat am Abend noch Game Drive oder Tiere erleben im Mikumi. Und am Morgen macht man eine kleinen Morgendrive und fährt dann weiter nach Dar oder Selous oder Uluguru. Umgekehrt ist es genau gleich. Vom Ruaha bis Mikumi ist in 6 Stunden Fahrt bequem zu schaffen.
Grüße
Wolfgang
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200922. Feb. 2013 · #115
12. Tag (Mi. 02.01.2013)
Crocodile River Camp – Ruaha National Park

310km

Über den Tagesbeginn gibt es nichts Besonderes zu berichten. Zügig haben wir das Camp abgebaut und gefrühstückt. Dann sind wir wieder „on the road“. Zunächst verläuft die Straße weiterhin im Tal entlang des Great Ruaha River und später entlang eines Nebenflusses, dem Lukosi River. Dann geht es aber steil hoch in die Berge. Die Strecke weist guten Asphalt auf und stellt auch ansonsten keine großartigen Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Trotzdem sehen wir eine Vielzahl von verunfallten Fahrzeugen. In erster Linie LKW, die umgekippt oder die Böschung heruntergestürzt sind. Einige der Autowracks sehen nicht so aus, als hätte die Besatzung den Unfall überlebt.

Das Wetter ändert sich hier in den Bergen rasch. Es hat zugezogen, die Wolken hängen tief zwischen den Gipfeln, es gibt immer mal wieder Regenschauer und die Temperaturen kommen erstmals bei dieser Reise in einen angenehmen Bereich.

Unzählige Felsblöcke sind in der Landschaft verstreut, sicherlich ein Paradies für jeden Boulderer, würde er sich mal hierher verirren.

An einem der größeren Blöcke, ein Gruß aus unserer Heimatstadt.
Continental-Werbung.jpg


In Ilula werden wir an einer Polizei-Kontrolle angehalten. Kleiner Smalltalk und Führerschein vorzeigen. Dann studiert der Polizist die Behörden-Sticker, von denen annähernd ein Dutzend unser Auto schmücken und findet tatsächlich einen, dessen Gültigkeit abgelaufen ist. Keine Ahnung wofür der jetzt genau ist, aber das Ablaufdatum liegt tatsächlich schon ein paar Wochen zurück und das Bußgeld soll 30.000,-TSH betragen. Zur Klärung des Sachverhaltes rufen wir im Office unseres Vermieters an, der dann die Sache direkt mit dem Polizisten bespricht. Der Vorgang wird dann voll in unserem Sinne geregelt. Der Polizist erklärt uns, dass wir aufgrund der Tatsache, dass es ein Mietwagen ist, nicht für das Versäumnis verantwortlich seien und deshalb ohne Bußgeld weiterfahren können. 🙂

Hier passt vielleicht ganz gut ein generelles Statement zum Thema Polizeikontrollen in Tansania: Es gibt sehr viele Polizeikontrollen in Tansania. In jedem größeren Dorf stehen Polizisten und sind kräftig dabei, Autos zu kontrollieren. Es hatte für mich jedoch den Anschein, dass sich die Polizei primär auf den gewerblichen Verkehr konzentriert, denn in erster Linie wurden Lastwagen, Busse und Dala Dalas angehalten. Wir wurden nur sehr selten herausgewunken und wenn dann hatten wir immer den Eindruck, als hätten die Beamte in letzter Zeit einen Intensivkurs in Tourismus-Marketing erhalten. Immer nett und freundlich, immer korrekt. Meist mussten wir noch nicht einmal den Führerschein vorzeigen sondern es wurde nur ein wenig geplaudert und uns eine angenehme Weiterreise gewünscht. Korruption oder Abzocke gab es noch nicht einmal ansatzweise.

In Iringa deckten wir uns mit allem ein, was wir für unseren Aufenthalt im Ruaha Nationalpark brauchten – Diesel, Lebensmittel und Bargeld. Obwohl Iringa eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern ist, mussten wir ganz schön suchen, bis wir in einer Nebenstraße einen kleinen Supermarkt fanden. Die im Reiseführer genannte Bäckerei gab es nicht mehr, dafür bekommt man jetzt frisches Brot auf der Tankstelle am Kreisel in der Innenstadt. Erfolgreich waren wir beim Bargeld. Die Barclays Bank spuckte 400.000,-TSH pro Maestrocard aus. Das reichte dann für den Rest der Reise.

Die Strecke von Iringa zum Ruaha National Park zeichnete sich durch schöne Landschaft und nerviges Wellblech aus. Hin und wieder kamen wir durch kleine Dörfer. Afrikanisches Landleben wie aus dem Bilderbuch.

Da es von den außerhalb des Nationalparks gelegenen Unterkünften ca. 1h Fahrzeit bis in den Park sind, kamen die für uns nicht in Frage. Weiter zum Gate. Dieses war anscheinend nagelneu gemacht. Pikobello saubere Sanitäranlagen. Wir checkten für zwei Nächte ein und konnten alles mit VISA bezahlen.

Da es erst kurz nach Mittag war, wollten wir zunächst zur Campsite um uns dort einzurichten und dann am Nachmittag zu einem ersten Gamedrive aufbrechen. Um zur Campsite zu gelangen mussten wir, nachdem wir den Great Ruaha River auf einer Brücke überquert hatten, noch den Mdonya River in einer Furt passieren. Dabei schreckten wir ein Hippo auf.

RuahaHippo.jpg


Die Campsite befindet sich nur wenige Kilometer östlich vom Park Headquarter direkt auf dem Hochufer des Great Ruaha Rivers. Toiletten und Duschen sind vorhanden, sauber und funktionieren ausgezeichnet. Es gibt einen großen Haufen Brennholz von dem man sich bedienen kann - diesen Service hatten wir so noch nicht erlebt und waren begeistert.

RuahaCampsite.jpg


Da wir ja noch den gesamten morgigen Tag und auch Übermorgen noch den ganzen Vormittag Zeit haben, wollen wir heuten nur einen kurzen Nachmittags-Gamedrive machen. Im Schatten „unseres“ Baums, lässt sich die Zeit bis dahin ganz prächtig vertrödeln.

Gegen 16:00Uhr brechen wir auf. Unser Ziel sind die Ruaha Plains, welche sich östlich der Campsite entlang des Flusses erstrecken.

RuahaRiverPlains.jpg


Hier zeigt sich schon, dass es eine Menge Elefanten im Park gibt. Die sind zum Glück recht entspannt, so dass man ziemlich dicht an Sie heranfahren kann, ohne dass sie sich gestört fühlen. Wir fahren zunächst zum Fluss und folgen diesem am Ufer entlang – wieder sehen wir viele Elefanten.

RuahatrinkenderElefant.jpg


Aber es gibt natürlich auch noch andere Tiere. Wie an fast allen afrikanischen Flüssen sehen wir Fischadler, wobei aber nur die wenigsten so schön posieren, wie dieses prächtige Exemplar.

RuahaFischadler.jpg


Wir kommen an einem Hippo Pool vorbei. Hier sind wir nur wenige Meter von den Kolossen entfernt. Zu ärgerlich, dass gerade jetzt ausgesprochen schlechte Lichtverhältnisse herrschen. Das extreme Gegenlicht, kombiniert mit vielen Licht/Schatten-Wechseln durch die Bäume und Reflexionen auf der Wasseroberfläche, lässt kein akzeptables Foto zustande kommen. Hier müssen wir morgen Vormittag noch einmal hin.

Wir entfernen uns etwas vom Fluss und fahren durch eine saftig-grüne Parklandschaft mit großen Wiesen und einzelnen darauf verteilten Büschen und Bäumen. Sieht fast so aus, als hätte ein englischer Landschaftsplaner das Ganze entworfen.

Wenn man genauer hinsieht finden sich aber auch hier überall Spuren des hohen Elefantenbestandes. Allein am heutigen Tag haben wir weit über einhundert der Dickhäuter gesehen.

RuahaBaobabmitLoch.jpg

Elefanten haben Baobabs zum fressen gern.

Das Licht wird immer besser. Auf einer großen freien Fläche halten wir an, setzen uns aufs Autodach und lassen die Umgebung auf uns wirken. Auf der großen Wiese in Richtung Fluss sind zwei Löffelhunde auf der Nahrungssuche. Leider sind Sie recht weit weg und kommen auch nicht näher, weshalb das Foto eigentlich nicht ganz meinen Ansprüchen genügt. Da es aber die einzigen Löffelhunde dieser Reise bleiben werden, will ich Euch das Foto nicht vorenthalten.

RuahaLffelhunde.jpg


Kurz darauf erscheint zwischen den Büschen auf der anderen Seite des Weges ein Serval. Leider ist er genauso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht ist und ich Schlafmütze war mal wieder zu langsam mit der Kamera. 😠

In der Zwischenzeit ist auch ein einzelner Elefantenbulle immer näher gekommen. Er nimmt keinerlei Notiz von uns und ist auch ansonsten so ins Fressen vertieft, dass er glatt über einen umgestürzten Baum stolpert.

RuahastolpernderElefant.jpg


Zum Sundowner lassen wir noch einmal den Motor an und fahren zum Flussufer. Schnell wieder auf’s Autodach geklettert – diesmal mit Bier und Savannah – dann kann der Tag ausklingen.

RuahaSonnenuntergang.jpg


Im letzten Büchsenlicht kommen wir auf die Campsite zurück. Da es hier nicht mehr ganz so heiß wie in den vergangenen Tagen ist, kann ich mich erstmals aufraffen, ein Campfire zu entzünden.

Dann wird gekocht. Heute gibt’s Spaghetti Bolognese mit echtem Parmesan, den wir extra aus Deutschland mitgenommen haben. Ich liebe Parmesan.

Leider wird das Abendessen etwas durch die vielen Insekten gestört, die sich von unseren Lampen angezogen fühlen. Andererseits möchte man aber auch nicht völlig im Dunkeln essen, sondern sehen, was sich so alles auf dem Teller befindet. 😵

Etwas später besucht uns noch ein kleiner Genet, den wir im Licht der Taschenlampe gut beobachten können. Als Untermalung begleiten uns den ganzen Abend über, bis zum ins Bett gehen, die Geräusche der Hippos.
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zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
1'324 Beiträge · seit 201322. Feb. 2013 · #116
Herrlicher Platz am Fluß.
Wunderschöne Tierbilder.

Euer Joe
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1'523 Beiträge · seit 201122. Feb. 2013 · #117
Guten Abend Topobär,

Für alle, die Spaghetti mit Parmesan mögen.....Pick and Pay im Auas-center
hat Parmesan in der Dose (Fallini Formaggi/Italia)...
Der Vorteil ist, er braucht nicht gekühlt zu werden und ist Fridge-unabhängig,
und kann also verfallsunabhängig "eingesetzt" werden:) 🙂 😛 😛

mit Grüssen,

BMW
6'369 Beiträge · seit 201122. Feb. 2013 · #118
Hoi Topobär

Echt, der Ruaha ist einfach ein Traum!!!
Wird Zeit dort endlich wieder hinzugehen!!!
Wunderschöne Fotos, noch schöner wirken sie dadurch das ich ja weis dass es da wirklich so ausschaut...😃
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
8'054 Beiträge · seit 200822. Feb. 2013 · #119
Coucou Topobär,

Langsam mache ich mir auch schon Gedanken dieses Ziel auf meine Wunschliste zu setzen.B)

Dein Bericht gibt echt Lust das Land zu bereisen.:)

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200922. Feb. 2013 · #120
@Joe:
Uns hat es am Fluss auch sehr gut gefallen, weshalb wir erst spät zum Gamedrive aufgebrochen sind.

@BMW:
Wo ist denn das Auas-Center? Bist Du Dir sicher, dass es sich dabei tatsächlich um Parmesan gehandelt hat? Normalerweise gibt es Parmesan immer nur aus der Kühlung, alles andere ist geriebener Hardkäse, z.B. Granna Padano.

@Picco:
Ich genieße es auch immer, Reiseberichte über Gegenden zu lesen, die ich auch schon bereist habe.

@Annick:
Sag blos, Du warst noch nie in Tansania. Hätte nicht gedacht, dass es noch weiße Flecken auf Deiner Afrika-Reisekarte gibt.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"