ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201017. Juli 2011 · #181
Zum Fotografieren hat uns unser Tour-Guide bereits im Bus erklärt, dass dies erlaubt ist und auch nicht extra kostet (d.h. wir sollten den Himbas nichts dafür geben). Das war vor Ort dann auch völlig unproblematisch, wir haben fotografiert, keiner hat irgendwas gesagt oder gewollt und fertig. Das war schon okay so.
bei unserer Abreise von Gelbingen sagte Andrea noch "heute kommt ein Bus zum Mittag" 😄 das war dann wohl Eurer
du hast das Gefühl beim Himbabesuch sehr gut in Worte gefasst
es war auch für uns befremdlich wie abfällig Andrea von "IHREN" Himbas sprach, die Baby´s als fettgefutterte Budda´s bezeichnete usw.
da spürte man keinerlei Respekt vor der Kultur des anderen Volkes
fotografiert haben wir auch viel, sie hatten es sehr gerne, waren dabei sehr offen und freundlich ein Zwerg war sehr anhänglich wollte immer rumgetragen werden und beschmierte uns schön mit roter Farbe 😄
trotz allem spürte man bei den 2 Kindern, die durch unsere Führerin herbeizitiert wurden um die unterschiedlichen Frisuren von Jungen und Mädchen zu erklären, fast so was wie Angst
eine der Himbafrauen wurde harsch gerügt, ihr Fußschmuck wäre zu eng, sie sollte ihn abnehmen, aber die lachte nur und machte es trotzdem nicht
also es vermittelte schon so ein Gefühl das die Himbas auf Gelbingen unter dem Zepter der Farmbesitzer stehen
ich denke Gelbingen wäre ohne die Himba´s kaum eine Reise wert,
insgesammt war die Atmosphäre auf Gelbingen schon sehr rustikal, nebst Andrea mit ihrer Dauerfluppe im Mundwinkel
ein älteres Ehepaar reiste am Abend an und Andrea sagte zu uns, -wir sollen ihr mal sagen was sie mit den 2 "Alten" jetzt 3 Tage hier machen soll.. 🙄
jede andere Gästefam versucht den Gästen etwas anzubieten, Sundowner Fahrten oder auch begleitete Walks, Lagerfeuer ect...nicht so auf Gelbingen
das Highligt dort sind die Himbas, nur wenn sich die Atmosphäre dort weiter so entwickelt sollten sich die Farmeigentümer bald mal Gedanken machen, wie sie noch Gäste auf die Farm bekommen, zumal es ja auch wirklich schönere Unterkünfte gibt
also jetzt freue ich mich erst mal auf die Fortsetzung, mal schauen ob sich unsere Wege noch mal kreuzen, weil jetzt kommt ja der Etosha, oder 😉
übrigens hast du im Vorfeld schon mit meinem Mann hier im Forum geschrieben 😄 das ist der Rick und auch Piscator hatte uns ja schon im Vorfeld seine Gelbingen Erfahrungen mitgeteilt..wir können es leider nur bestätigen
einen lieben Gruß von Spotty
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201018. Juli 2011 · #183
Spotty schrieb: übrigens hast du im Vorfeld schon mit meinem Mann hier im Forum geschrieben 😄 das ist der Rick einen lieben Gruß von Spotty
Ach nee, ich lach mich schlapp - Rick ist dein Mann ?! Wie klein die Welt doch ist - und das Forum ist ein Dorf 😄 🤪
Echt schade, dass wir uns unterwegs nicht tatsächlich getroffen haben (das am Strand zählt nicht!)- Ihr hättet auf Gelbingen ja ruhig auf uns warten und uns warnen können 😉 !
Und dabei hatte ich beim Routenabgleich mit Rick eher auf Sossusvlei getippt.
Naja, im Etosha haben wir uns sicher nicht gesehen - da war ja alles voller Elefanten, Löwen, Leoparden, Giraffen - wie sollte man sich da über den Weg laufen? 😛
Aber jetzt ernsthaft und zurück nach Gelbingen - das klingt ja noch schlimmer als ich es mir anhand unserer Stippvisite vorgestellt hatte. Zum Glück hatten wir keine ÜN dort!!
Aber alleine der Umweg den wir gemacht haben ärgert mich - ich denke, ich werde dann doch mal an unseren Veranstalter schreiben - muss ja nicht sein, dass sich das andere auch noch antun müssen.....
Sehr geehrte Frau Champagner / Bele, sehr geehrte Damen und Herren,
durch einen Übernachtungsgast auf Gelbingen wurde ich auf Ihre Kritik im Internet aufmerksam gemacht und möchte gerne dazu Stellung nehmen. Mein Name ist Andrea Glismann, ich komme aus Hamburg und bin nun zum zweiten Mal, nach sechs Monaten im Jahr 2010, auf Gelbingen als Praktikantin im Tourismusbereich. Und ich muss sagen, es tut mir sehr weh, was Sie nach einem Tagesbesuch von höchstens zwei Stunden auf Gelbingen über meine Chefin, meine Arbeitskollegen und meine Himbas sagen – ja, ich sage auch „meine Himbas“, denn mittlerweile sind sie ein Teil von mir und meinem Leben geworden. Zu allen Punkten, die angesprochen wurden, werde ich in der Folge meine Sicht der Dinge schildern.
Natürlich kann nicht jeder Mensch einen anderen Menschen mögen – Sympathie und Antipathie sind nicht zu steuern. Wenn Sie die Art und Weise meiner Chefin nicht mögen, ist das Ihr gutes Recht. Ich mag vielleicht Josef Ackermann auch nicht – aber heißt das, dass die Produkte der Deutschen Bank schlecht sind? Demnach finde ich es ungerecht, dass Sie durch Ihre Antipathie meiner Chefin gegenüber gleich das gesamte Konzept der Lodge Gelbingen in Frage stellen.
Gleich an diesem Punkt möchte ich auch in Erinnerung rufen, dass in Namibia die Arbeitslosenquote etwa bei 50 Prozent liegt – von offizieller Seite her. Wenn Sie nun also sagen, dass besser keine Gäste mehr zur Familie Hoth kommen sollten, betrifft das nicht nur diese zwei Personen, die durch ihre Ausbildung sicherlich auf andere Weise für ihren Lebensunterhalt sorgen werden. Auch die fünfzehn Angestellten (Köchinnen, Zimmermädchen, Farmarbeiter und Himba-Guides) würden ihre Arbeit und vorläufig damit ihre Lebensgrundlage verlieren – in dieser Ecker von Namibia keine besonders angenehme Aussicht.
Dazu kommen die zahlreichen Familienmitglieder der Angestellten, die auf deren Einkommen setzen. Zudem müssten die Himbas ebenfalls durch die entfallenden Einnahmen sich eine andere, vielleicht weniger geschützte Einnahmequelle als auf Gelbingen suchen. Keine besonders einfache und angenehme Aufgabe – die Himbas in Swakopmund oder Windhoek werden nicht ohne Grund „lost souls“ genannt.
Ich denke, es ist nicht richtig von Ihnen zu sagen, „muss ja nicht sein, dass andere sich das andere auch noch antun müssen.“ Jedem muss die Chance gegeben werden, sich seine eigenen Meinung zu bilden. In der Hochsaison zwischen Ende Juli und Ende Oktober haben wir hier zahlreiche Menschen zu Besuch, ich würde mindestens von hunderten sprechen. Viele von ihnen Tagesbesucher, die, so wie Sie alle, nur wenige Stunden auf Gelbingen verbringen. Und ich würde nach meiner persönlichen Einschätzung sagen, dass 90 Prozent froh sind, diese Erfahrung gemacht zu haben, einen Einblick in eine andere Welt bekommen zu haben.
Nur leider schreibt kaum jemand etwas Positives im Internet. Nach eigener Recherche kann ich die Kritiken für Gelbingen an zwei Händen abzählen (vielleicht helfen Sie mir hier sonst noch einmal auf die Sprünge, das Netz ist ja groß). Für eine fast 10-jährige Symbiose von Himba-Dorf und Lodge ist das doch ein sehr kleiner Anteil.
Nun zu der Kritik am Himba-Dorf selbst. Der Grund, dass Plastikplanen über die Dächer der Hütten gespannt wurden, ist ein recht einfach zu erklärender. Die Regenzeit weicht die Kuhdung-Lehm-Mixtur der Hütten auf und so wird es ziemlich feucht in den Schlafstätten. Keine besonders angenehme Situation. Daher stellen Herr und Frau Hoth Plastikplanen zur Verfügung, die dann über die Dächer gespannt werden können, um so vor Regen zu schützen. In der vergangenen Regensaison 2010/2011 gab es einen Niederschlag von 700 Millimetern. Der normale Durchschnitt liegt bei 280 Millimetern.
Ich kann nicht verstehen, warum dies kritisiert wird. Und sollte mangelndes Verständnis zu diesem Urteil geführt haben – warum haben Sie nicht einfach während Ihres Besuchs gefragt, was der Grund für das Plastik auf den Hütten sein möge? Damit hätte sich Ihnen auch erklärt, warum im Dorf Plastikmüll herumliegt: Weil, wie Sie erlebt haben, die Himbas auf Aufräumen in unserem Sinne keine Lust haben. Das Problem ist, dass es früher auch nicht nötig war. Alles, was die Himbas über ihre Schultern geworfen haben, ist irgendwann verrottet.
Mit den Segnungen der Neuzeit läuft dies leider nicht mehr so einfach ab. Man kann darüber gerne ausführlich und stundenlang mit den Himbas diskutieren, sie werden es nicht tun. Daher kommt einmal die Woche unser Tourguide Immanuel in das Dorf und sammelt den Müll zusammen. Es geht hierbei aber nicht darum, ein gutes Bild für die Touristen herzustellen – ganz im Gegenteil! Die Himbas machen hier was sie wollen und werden nichts für die Touristen machen. Es geht darum, dass das Plastik im Busch herumfliegt und die Ziegen der Himbas oder die Rinder von Herrn Hoth oder Nachbarfarmern es fressen – auch mit tödlichen Folgen.
Wie schon gesagt, die Himbas sind freie Menschen, können jederzeit das Dorf verlassen und werden nichts für die Touristen tun. Es gibt keine Showtänze, es ist den Besuchern nicht erlaubt in die Hütten zu gehen und es werden auch nicht standardmäßig Himba-Babys in die Händen von weißen Europäerinnen gedrückt. Sie leben hier ihren ganz normalen Alltag und sind frei in ihren Entscheidungen. Dazu gehört zum Beispiel auch, nach Belieben die Gäste in ihrem Dorf zu ignorieren. Diese Menschen haben einen ganz feinen Sinn für Emotionen (und einen sehr guten für Humor, nebenbei bemerkt!).
Wenn die Himbas merken, dass Menschen mit gedrückter Stimmung und Unwohlsein in ihr Dorf kommen – welches Interesse sollten sie am Gast haben? Vielmehr wird es so aufgefasst, dass der Gast kein interesse an der reichen und besonderen Himba-Kultur hat. Wer sich mit offenem Herzen in diese andere Welt begibt, wird auch herzlich empfangen. Wer verschlossen und negativ wirkt, macht keinen sympatischen Eindruck. Welchen Grund hätte man da, freundlich zu lächeln?
Das ist bei uns doch nicht anders, oder? Oder lachen wir den ganzen Tag? Auch eher nicht. Und den Kommentar, dass durch das Ausziehen eines Tshirts „wohl noch ein paar Jahre Steinzeit“ generiert werden sollten, finde ich absolut aus dem Zusammenhang gerissen – und ich frage mich, ob Sie überhaupt begriffen haben, was Sie dort gesehen haben. Tagsüber, wenn es warm ist, werden den Kinder die Tshirts ausgezogen. Und nachts, besonders im Winter, wenn es durchaus Minustemperaturen gibt, haben alle Kinder etwas an. Sie sind noch nicht so abgehärtet und stark wie die Erwachsenen – da nehmen die Himbas gerne so etwas wie ein Tshirt in ihre Kultur auf.
Durch den Einfluß der Weißen, der seit 400 Jahren im südlichen Afrika herrscht, ist es nicht verwunderlich, dass die Himbas Dinge aus der „zivilisierten Welt“ in ihre Kultur aufnehmen. So hat beispielsweise jede Frau in unserem Dorf ein Handy. Höchstwahrscheinlich haben Nokia und Co. ihre größten Umsätze in Afrika gemacht – eben weil jeder ein Handy haben möchte. Und man darf hier nicht verwechseln zwischen Dummheit und dem festhalten an bald jahrtausende alten Traditionen. Die Himbas sind nicht blöd und haben den praktischen Nutzen von Dingen aus unserer Welt ziemlich schnell erkannt. Wer kann ihnen das verübeln?
Ansonsten besuchen Sie gerne einmal Opuwo, die Hauptstadt des Kaokovelds, wahlweise an einem Freitag, Samstag oder Sonntag. Dort werden sie noch mehr Einfluss der Zivilisation auf die Himbas finden – in Form von Promille. Keine besonders angenehme Erfahrung. Daher bin ich auch der Meinung, dass hier auf Gelbingen einer der besten Wege für die Himbas gefunden wurde, um am modernen Namiba teilzuhaben. Und dies geht nur über Geld.
Im Otjihereo, der Sprache der Himbas, gibt es übrigens keinen Ausdruck für Geld – es hat nie in ihrer Kultur bestanden. Daher nennen sie es „otjenja“ (gesproche: „otschenscha“) – vom englischen „change“ (Wechselgeld) abgeleitet. Das die Himbas in ihrem Dorf auf der Farm Gelbingen nicht mehr ganz traditionell mit ihren Rindern leben, hat einen einfachen Grund. Volker Hoth ist Rinderzüchter, auf Gelbingen werden reinrassige Brahmanen gezüchtet. Diese Tiere brauchen Platz, Futter und Wasser.
Als die Himbas nun hierher kamen und sagten, sie würden gerne hier bleiben und somit auch am Tourismus teilhaben, wurde abgemacht, dass sie Ziegen halten können, aber ihre Rinder im Kaokoveld lassen – wo ihre Männer sich traditionell um kümmern. Mir ist schleierhaft, wo Ihr Guide „Tulivu“ (dessen Namen ich noch nie gehört habe), diese anderen Informationen herbekommen hat. Vielleicht sollten Sie Ihrem Veranstalter schreiben, dass die Gäste auf den Touren mit umfangreichen und wahrheitsgemäßen Informationen versorgt werden sollten. Ein Laßend kann nicht mehr Tiere tragen, als maximal möglich – und seine Existenz konnte Herr Hoth wegen den Himbas auch nicht aufgeben. Die Farm ist gerade einmal 5.500 Hektar groß, eine kleine Farm für die hiesigen Verhältnisse, die viele Menschen ernähren muss. Die etwa 10.000 Himbas, die es in Namibia noch gibt, haben das gesamte Kaokoveld für ihre Rinder zur Verfügung. Immerhin eine Fläche von 4.898.219 Hektar.
Oder wie wäre Ihre Entscheidung in so einem Falle gewesen? Hätte Herr Hoth die Himbas überhaupt aufnehmen müssen? Durch die Nähe zum Etosha-Park wäre ein wirtschaftliches Überleben mit Sicherheit auch ohne Himbas möglich. Aber was machen die Himbas dann? Andrea und Volker Hoth haben meiner Meinung nach die Himbas nicht aus geschäftsgierigen Gründen auf ihr Land aufgenommen, sondern weil sie ein Herz für diese besonderen Menschen haben. Volker Hoth spricht fließend Otjiherero – wie kann man ein größeres Interesse an einer Kultur zeigen, als deren Sprache zu erlernen und zu pflegen? Und bedenken Sie auch, dass die Hochsaison von Ende Juli bis maximal Anfang November geht, die Zeit, in der Einnahmen für das Dorf gemacht werden können.
In der übrigen Zeit hat Europa entweder keine Urlaubszeit oder schreckliche Angst vor der Malaria-Gefahr zwischen Januar und Mai. In dieser Zeit kommen keine Gäste. In dieser Zeit kommen keine Einnahmen für das Essen, welches die Himbas benötigen. Und trotzdem haben die Himbas immer ihr Maismehl, ihren Zucker, ihren Tee, ihren Kaffee, ihren Schnupftabak, ihr Wasser aus dem Bassin auf der Farm, ihren Strom um den Handyakku aufzuladen.
Wenn Herr und Frau Hoth wirklich geschäftstüchtig wären, sollten sie die Himbas in der Zeit ohne Einnahmen wegschicken, zurück ins Kaokoveld. Aber das tun sie nicht. Das wäre Kolonialzeit-Stil. Aber dies ist nicht der Fall. Ich denke gegenteilig, dass Herr und Frau Hoth ständig aus ihrer eigenen Tasche Geld zusteuern müssen, da die Eintrittsgelder der Tagesbesucher kaum den Hunger der Sippe stillen können.
Übrigens, die Frau „mit Schürzchen und albernen Kunstfellapplikationen darauf“ (wobei eine Schürze mit Leopardenmusterdruck für mich wenig albern ist) hat eine von fünf Uniformen an, die es hier im Land für Lodges gibt. Ich selbst war mit Volker Hoth im Windhoeker Geschäft und habe die Auswahl gesehen. Da ist die Uniform der Angestellten von Gelbingen noch eine der hübschesten. Aber auch dies liegt nur im Auge des Betrachters.
Eine letzte Anmerkung zum Schluss: Das Armband, das Sie den Himbas abgekauft haben, ist nicht aus Holz, sondern sicher aus Melonen- oder Kürbiskernen gefertigt - oder vielleicht eines der besonderen Plastikarmbänder, die die Himbas aus den alten Wasserleitungen der Farm schnitzen. Die Himbas sind hier absolute Vorreiter im Recycling. Bitte beachten Sie, sollte es sich um ein Kern-Armband handeln, dass diese Kerne nicht behandelt sind – wenn Ihnen also viel am Armband liegt und Sie lange davon gut haben möchten, kommen Sie bitte damit nicht zu viel mit Wasser in Berührung (die Kerne quellen sonst auf).
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Schreiben anderen Menschen klar machen, dass die hier geäußerten Punkte (natürlich!) im Auge des Betrachters stattgefunden haben – aber es gibt mehrere Augen, die verschiedene Sichtweisen haben. Und meine ganz große Bitte, sollten dies zukünftige Namibier-Urlauber lesen, die über einen Besuch eines Himba-Dorfes (sei es in Kamanjab oder im Kaokoveld) nachdenken: Wenn Sie etwas nicht verstehen, bitte fragen Sie! Nur so können Mißverständnissen vorgebeugt und Ihr Aufenthalt bei den Himbas zu einer lebensbegleitenden Erinnerung werden.
Mit herzlichen Grüßen aus Kamanjab, Andrea Glismann
www.namdrea.blogspot.com
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #185
Liebe Andrea,
ich finde es schön und auch bewundernswert, wie Sie sich für "Ihr" Projekt einsetzen. Ich habe ja auch erwähnt, dass ich die Idee an sich gut finde und jedem den Gewinn, den er daraus zieht (materieller und immaterieller Art) von Herzen gönne.
Auch möchte ich betonen, dass wir uns durchaus herzlich und aufgeschlossen den Himbas gegenüber gezeigt haben - und dass ich sicher bin, dass wir diese Welt, bzw. dieses Arrangement nicht verstehen. Trotzdem ist da dieses ungute Gefühl zurückgeblieben (übrigens bei allen aus unserer Gruppe) - und wie Sie vielleicht gelesen haben, ging es anderen Besuchern auch so. Auch Übernachtungsgästen hat vorallem die Art Ihrer Chefin nicht zugesagt.
Zu den Rindern: ich habe wie gesagt gedacht, ich hätte unseren Guide (dessen Namen ich natürlich anonymisiert habe, wie auch die Namen aller meiner Mitreisenden!) so verstanden, dass die Himbas nicht alle Rinder auf der Farm behalten durften. Nach Ihren Aussagen durften sie (aus nachvollziehbaren Gründen) keinerlei Rinder behalten. Das ist ja nun kein so großer Unterschied und spielt auch keine Rolle bei meinem Unwohlsein. Ansonsten weiß ich nicht, welche Fehlinformationen unser Guide uns sonst noch gegeben haben sollte..???? Ich halte ihn für sehr kompetent! Übrigens hat nicht er etwa schlechte Stimmung gemacht - ich hatte sogar das Gefühl, dass er sich mit Ihrer Chefin gut versteht!
Die Aufklärung über die Dächer hat ja schon Gerd gegeben - ich hatte mir das natürlich auch so gedacht. Parallel hatte ich aber Fotos von einem Himbadorf zur selben Jahreszeit gesehen, und da sahen die Hütten wesentlich gepflegter aus....Das hat für mich ins Ganze (negative) Bild gepasst. Wenn es aber dem Wohle der Bewohner dient ist das okay. Warum wir öfters nicht nachgefragt haben? Erstens sprach die Frau nur Englisch, und das sprechen manche von uns nicht so gut (eigentlich hieß es, dass Andrea die Tour auf Deutsch führt, keine Ahnung, warum das dann nicht so war) und zweitens machte sie auch keinen so gesprächigen Eindruck, sondern spulte eben ihren Text herunter.
Was mir - und anderen - nicht gefallen hat ist der Ton, wie mit und vorallem über die Himbas gesprochen wurde. Ich denke, dies hat bei vielen einen negativen Eindruck hinterlassen. Und nicht etwa die Himbas selber mit ihrem Plastikmüll, denn dass sich so etwas nicht vermeiden lässt, versteht jeder.
Mein Armband werde ich noch einmal genau anschauen - ich hatte auch schon an Plastik gedacht 😉 . Kerne sind es definitiv nicht, die sind in der Halskette, die ich auch gekauft habe, die aber schrecklich kratzt und deshalb nicht getragen wird 🙂
Grüße von Bele
P.S.: Vielleicht lohnt es sich aber doch - schon alleine aus geschäftlichen Gründen - über die in verschiedenen Beiträgen geäußerte Kritik - auch wenn sie in manchen Fällen aus Ärger oder Enttäuschung etwas überzogen daher kommen mag - nachzudenken?
eggitom1'247 Beiträge · seit 200920. Juli 2011 · #186
Ich habe immer geglaubt - und das auch mehrfach geäussert - dass sich ein Forum dieser Art für sachliche Diskussionen nicht eignet. Ich wurde soeben eines Besseren belehrt: wenn man (oder in diesem Fall eben frau) will, geht es. Meine Hochachtung den beiden Damen, die fähig und willens sind, sachlich und ohne Polemik zu reflektieren!!
Jetzt freue ich mich, dass es (hoffentlich) demnächst mit dem Tagebuch weitergeht 😉
danke für ihren ausführlichen Bericht und das Engagement, wie sie für dieses Projekt leben und kämpen
zur Kritik im Internet kann ich nur sagen es gibt sehr wohl viele, viele positive Kritiken, gerade auch hier im Forum wird sich auch ausgetauscht wie toll manche Lodges, Gastgeber, Landschaften und Erlebnisse sind.
dazu gibt es ja auch immer noch die einzelnen Hotelbewertungen im Netz 😉
es ist auch nur dieses ungute Gefühl was sich breit machte, auch nicht nur bei uns, sondern auch bei den Urlaubs-Bekanntschaften welche wir auf der Farm hatten, die ebenso bei den Himbas waren
möglicherweise kann man ja noch mal drüber nachdenken, warum es so entsteht und was man daran ändern kann
die Baby´s wurden uns weißen Touri´s auch nicht in die Hand gedrückt, falls das irgendwie falsch rüber kam der Zwerg war sehr aufgeschlossen und suchte den Kontakt immer wieder von sich aus und wollte auf den Arm 🙂
die Planen und Folien über den Hütten erklären sich natürlich, bei dem schlimmen Regen dieses Jahr, das ist sicher nicht das Problem für das Empfinden
wie gesagt, nehmen sie diese hier geschriebenen Worte doch als Anregung, nicht nur als böse gemeinte Kritik
und mal ehrlich, Chefin hin oder her, etwas mehr Respekt, sollte man sowohl den Gästen und auch den Himbas gegenüber zollen, wenigstens nicht öffentlich abfällig die nächsten Gäste reden!! sonst bekommt man das Gefühl, wenn du hier den Rücken drehst, wirst DU niedergemacht
dann kommt evtl auch alles Andere wieder etwas anders rüber
und es macht das Engagement der anderen Mitarbeiter um einen Guten Eindruck auf Gelbinge evtl. zunichte
viele Grüße Spotty
casimodo4'528 Beiträge · seit 200720. Juli 2011 · #188
Hallo,
ich hatte eben gerade die gleichen Gedanken wie Eggitom. Ihr habt meinen absoluten Respekt für die sachliche Darstellung Eurer Sichtweisen über das Himba Projekt auf Gelbingen.
Wir haben vor ca. 15 Jahren auf einer Pauschalrundreise in Thailand erstmals über die grundsätzliche Thematik "Touris treffen Naturvölker" nachgedacht. Nach dem Erlebtem beschlossen wir, solche organisierten Besuche in Zukunft sein zu lassen.
Ich habe dabei einfach ein ungutes Gefühl. Und grundsätzlich zerstört das Zusammentreffen unserer Kultur mit der Kultur von Naturvölkern diese Stück für Stück. Das ist jedenfalls meine Überzeugung.
Trotzdem finde ich die Einstellung von Andrea hochehrenwert und bewundere ihr Engagement dafür.
Auch fände ich es schade, wenn dieser supertolle und witzige Reisebericht mit irgendeiner unschönen Diskussion enden würde. Das hast Du Champagner nicht verdient.
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #189
casimodo schrieb:
Auch fände ich es schade, wenn dieser supertolle und witzige Reisebericht mit irgendeiner unschönen Diskussion enden würde.
Viele Grüße Carsten
@carsten und alle anderen:
Ich empfinde dies hier nicht als eine unschöne Diskussion sondern als ein sehr interessanter Austausch von Ansichten und Argumenten. Nicht ohne Grund habe ich viel Zeit gebraucht, um den Himba-Teil zu schreiben - man kann das Thema aus so vielen Richtungen betrachten.
Mein Reisebericht endet deshalb sicher nicht vorzeitig - Teil 2 vom 8.5.11 ist sogar schon getippt, nur die Fotos fehlen noch. Da ich jetzt aber gleich wieder zur Arbeit flitzen werde, wird es sicher heute abend, bis ich das ganze Zeig hochladen kann.
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #191
Carsten, ich hoffe, dass die Hauptargumente ausgetauscht sind. sollte dies nicht der Fall sein, bitte ich diejenigen, die noch etwas dazu sagen möchten, dies in einem anderen/neuen Thread zu tun, damit meiner nicht künstlich aufgeblasen wird!
casimodo4'528 Beiträge · seit 200720. Juli 2011 · #192
Hi Champagner,
gute Idee. Freue mich auf die Fortsetzung Deines Berichtes. Ich kann leider erst im nächsten Frühjahr wieder einen Afrika Bericht schreiben 🙁 Und Namibia erst im übernächsten Jahr 🙁 🙁
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #193
8. Mai 2011, Sonntagnachmittag - Von Farm Gelbingen nach Okaukuejo
Wir verlassen Gelbingen kurz nach 12 Uhr und machen uns auf den Weg nach Outjo. Kurz nach der Farm läuft eine Riesentrappe eine ganze Zeit lang direkt vor unserem Bus her und entschließt sich dann aber doch zu starten. Das sind schon ganz besondere Vögel, über die ich mich jedesmal freue, wenn ich sie sehe...:)
Auch ein Sekretär setzt elegant zur Landung an:
In Outjo wird noch mal Diesel und Geld getankt. Tulivu sorgt dafür, dass die Scheiben des Busses wieder sauber werden (wie schon öfters auf dieser Reise) – die Tarnfarbe an den Seiten darf bleiben.
Leider sind die Läden geschlossen – es ist immer noch Sonntag! 😐 Schade, denn jetzt ist mein Jagdtrieb erwacht – ich brauche unbedingt eine Tischdecke! Immerhin bekomme ich eine süße SMS von meinen Söhnen zum Muttertag! 😘
Außerdem blüht es farbenfroh in Outjo!
Unterwegs wird endgültig geklärt, wer denn nun morgen im Bus mit Tulivu und wer mit einem offenen Fahrzeug mit Guide, das Tulivu organisieren wird (muss man extra bezahlen) den Park unsicher machen möchte. In irgendeinen sauren Apfel muss ich wohl beißen: Achim + Damen wollen den Geländewagen nehmen, Birgit den Bus. Hmm, na ja, um ehrlich zu sein, ich (bzw. wir, meine Schwester und mein Mann ja auch) haben uns schon lange für den Bus entschieden. Nun muss man die Kröte Birgit (huiiii, das klingt jetzt aber ganz besonders fies....😗 ) eben schlucken.😃 Mit uns werden noch logischerweise Herbert, ihr Mann, sowie Martin unterwegs sein.
Im Geländewagen werden Achim, Elke, Sabine, Detlef und Andrea unendlich mehr Tiere als wir sehen, denn ihr Guide wird ganz andere Wege fahren können als wir mit dem Bus, er kennt sich natürlich viel besser aus und überhaupt, damals im Krüger / in der Serengeti / im XY-Park war das nämlich soooo..... Ja nee, is klar, wenn Achim das so sagt, wird das schon stimmen.....! 😄 🤪
Kurz vor dem Anderson Gate sehen wir Blessböcke, die hier angesiedelt wurden.
Dann endlich – es ist mittlerweile schon 16 Uhr - sind wir am Eingang zum sagenumwobenen Park.
Nicht weit hinter dem Gate sehen wir am Ombika-Wasserloch das, was ich mir eigentlich vom Etosha NP erhofft hatte (neben vielen anderen Dingen): Ein fröhliches Durcheinander von verschiedenen Tieren: Zebras, Springböcke, Gnus – leider keine Giraffen – aber man wird ja bescheiden....😗
Auf dem Parkplatz des Wasserlochs steht der Schrecken aller Se.... 😉 nein, nicht Serengetis sondern aller Selbstfahrer: ein riesengroßer, blendend weißer Touribus – vollbesetzt! Zu Zweit auf eine Sitzbank gequetscht kämpft jeder um den besten Platz fürs Foto.😮 Tja, nun sind wir es, die mitleidig auf diese Truppe hinunter-, bzw. hinüberschauen – es ist doch alles relativ im Leben: Serengeti findet uns schrecklich, wir finden diese Riesenbusse schrecklich – hmmm, was finden die wohl schrecklich? Vermutlich die intoleranten Individualtouristen....😜 😛
Aber darum geht’s ja gerade gar nicht 🤨 – Tulivu rangiert unsere Kiste so, dass er kurz von Fenster zu Fenster mit dem anderen Fahrer reden kann. Eigentlich hätte ich gerne ein paar gute Fotos von der Arche Noah ohne den weißen Bus gemacht, aber das Glück sollte nur von kurzer Dauer sein! Tulivu kämpft mit der Gangschaltung, stöhnt ein bisschen und braust ohne eine Erklärung los.
Das Camp kommt in Sicht – aber Tulivu meint nur: "Checken wir später ein, okeeee?" Gut, wenn er meint...?! Er düst weiter grobe Richtung Okondeka am Flugplatz vorbei...Hmmm, ziemlich öde Gegend. Tulivu knurrt irgendwas vor sich hin, schaut durch sein allgegenwärtiges Fernglas und wendet wieder. Jetzt geht’s Richtung Leeubron. Auf dem Weg steht ein anderes Fahrzeug und schaut in eine Gruppe von Bäumen. Na gut, Bäume haben wir schon ausreichend gesehen, sogar fotografiert.😐 Tulivu schaut durchs Fernglas und bittet uns, genau unter diesen einen Baum zu schauen. Ohh, wie süüüß 😘 😘 (und wie unscharf)!
Zur Erklärung: man sieht mit bloßen Augen so gut wie nichts von diesem, nein diesen Löwen! 😎 Ich zoome mit viel Gewackel die Familie heran.
Es sind Mama,
Papa und Sohn!
Leider sehr, sehr weit weg, so dass keine richtig guten Fotos gelingen. Immerhin schafft es mein Objektiv ("Bele, hol du die Löwen mal her") ein paar Bilder einigermaßen mit Löwe zu füllen,
bei anderen dominieren dann doch die Büsche und Bäume.
Durch das anstrengende Schauen durch Sucher bzw. Fernglas wird das Vergnügen etwas gemildert – irgendwie muss ich an unsere Wüstenelefanten denken – die habe ich auch erst so richtig erkennen können, als ich meine Fotos abends am Laptop angeschaut habe....😳
Aber trotzdem – wir haben Löwen gesehen!!! Drei Stück! Das muss man als popelige Gruppenreisende erst mal schaffen! 🙂
Und die waren nicht nur müde, wie es Löwen so oft sind,
sondern haben sogar rumgeblödelt!
Boah, was wird das morgen erst geben, wenn wir heute schon in so kurzer Zeit drei Löwen gesehen haben? Man kann sich das ja leicht hochrechnen.... 😄
Voller Raubkatzen-Adrenalin geht es nun zurück ins Camp!
Nur - was wird uns da zimmertechnisch erwarten? Ich habe den großen Vorteil, dass ich dank mancher Berichte im Forum nichts, oder soll ich sagen das Schlimmste erwarte. Daher bin ich angenehm überrascht: ein wenn auch kleines, aber sauberes Zimmer, ein großes Bett mit einem sehr geräumigen, funktionstüchtigem Moskitonetz, ein bisschen Ablagefläche, ein Bad, das völlig okay ist, wartet auf mich.:) Außerdem gibt es genug (künstliche) Lichtquellen, die Aussicht dagegen ist eher suboptimal (= nicht vorhanden).
Nachdem ich binnen Minuten mein übliches Chaos im ganzen Zimmer verbreitet habe, suche ich noch schnell den Weg zum Wasserloch – DER Sensation in Okaukuejo! Wegen diesem Wasserloch habe ich eine Rundreise gesucht und schlussendlich auch gebucht, bei der man genau dort übernachtet – und nicht außerhalb des Parks! Ich finde es: aha, ein Loch mit Wasser drin – drum herum......Gras.... und Gras.... und ein bisschen Baum und Büsche.... ach ja, und Bänke, auf denen man seine Geduld üben kann! 😊
Dazu habe ich aber jetzt keine Zeit, das Essen ruft und so sage ich den vielen Tieren (ja, es gibt dort ein riesiges Siedelwebernest mit unzähligen trällernden Bewohnern, die einem - wenn’s dumm läuft - auf den Kopf kacken!) tschüss und mache mich auf den Weg zum Essen.
Dort habe ich – manchen Schreibern im Forum sei Dank - keinerlei Hoffnung, irgend etwas Essbares zu finden - und werde positiv überrascht. Es war sicher kein Sternekoch am Werk, aber was man sich am Büffet holen kann, schmeckt mir großteils und ich würde sagen, hier findet jeder etwas.
Während des Essens erfahre ich von meiner Schwester, dass Herbert wohl eine Art Zusammenbruch hatte – er findet das Zimmer so schrecklich, dass er meint, es nicht ertragen zu können, dort zwei Nächte zu verbringen. 🤩 Ich bekomme am Rande mit, dass Tulivu mit ihm spricht – keine Ahnung, wie das Gespräch verlief, aber Herbert hat Okaukuejo auf jeden Fall überlebt – so viel kann ich schon verraten! 😉
Ich mache mir so meine Gedanken – vielleicht sollte er nicht so still sein und alles in sich reinfressen – das tut auf die Dauer nicht gut. Okay, er schreibt stundenlang in sein Tagebuch, auch während der Fahrt, aber kann dies ein echtes "Von-der-Seele-reden" ersetzen? Komisch, bisher kam er mir immer so gelassen vor. 😐 Und eigentlich kann ich nicht verstehen, was an den Zimmern so schlecht sein soll...... Angeblich – so hat meine Schwester gehört – ist es die Enge (hatten wir nicht schon engere Quartiere?) und die fehlende Sicht (okay, da stimme ich zu). Die kleine böse Stimme in mir fragt sich, ob ihm vielleicht seine Frau ein bisschen auf die Nerven geht??? 😎 😗
Nach dem Essen schleppe ich alle Traumreisenden zum Wasserloch, das wegen Überfüllung geschlossen ist! Ist doch klar, dass erst in der Dunkelheit die interessanten Tiere kommen! Wir bemühen uns also, die unzähligen Moskitos abzuwehren und hoffen, dass wir trotzdem nicht den Auftritt irgendeines Vierbeiners verpassen. Wir machen uns aber unnötig Sorgen – es kommt nichts und niemand!
Also beenden wir den Tag eben in der Bar – dort erinnert uns Detlef daran, dass die Reise ihrem Ende zugeht und er versucht das Gespräch auf ein gemeinsames kleines Geschenk für Tulivu zu bringen. Wir sind alle der Meinung, dass er wirklich ein besonders guter Guide ist – immer nett, lustig, höflich, stets ist alles super organisiert, Extrawünsche werden erfüllt, zusätzliche Ausflüge arrangiert, unser Wohl ist ihm immer sehr sehr wichtig. Gerne würden wir ihm eine Erinnerung an uns überreichen. Meine Schwester hat eine nette Idee – sie verbringt ja viel Zeit mit Tulivu beim Rauchen und hat festgestellt, dass er nur Streichhölzer, aber kein Feuerzeug besitzt. Das wäre doch etwas, was in Windhoek leicht zu bekommen sein müsste.
Parallel dazu entwickelt sich nun aber eine Diskussion um das Trinkgeld für unseren Tour-Guide. Hierzu gibt es in den Reiseunterlagen eine Empfehlung pro Tag und Nase. Nach und nach hört man heraus, dass Achim und sein Clan dies für völlig übertrieben hält.🤔 Er rechnet uns dies und jenes vor, Preis/Leistungsverhältnis, Einkommen eines Namibiers, und so weiter und so fort (nur sein Einkommen legt er nicht offen 😛 ) – und lässt uns wissen, dass er nie im Leben daran denkt, so viel zu geben. Wir anderen sind da eher anderer Meinung, wobei es durchaus Abstufungen gibt. Aber niemand sagt so rigoros wie er, dass er das ganz anders handhaben wird.....Ich finde es okay, dass jeder seinen eigenen Betrag festlegen will – aber der herablassende Ton, in dem Achim argumentiert, finde ich mal wieder unmöglich! 😠 Die Stimmung wird etwas frostig – und Detlef’s liebgemeinte Idee eines gemeinsamen Geschenks ist damit leider auch gestorben. 🙁
Kurze Zeit später verziehen wir uns alle in unsere Betten..... und ich bin insgeheim froh, dass ich morgen nicht mit Achim im gleichen Fahrzeug sitzen muss!😂
Sollte übrigens jemand im obigen Text leicht zynischen Untertöne in Sachen Etosha entdeckt haben: dies klärt sich morgen auf!
Serengeti354 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #194
"Auf dem Parkplatz des Wasserlochs steht der Schrecken aller Se.... 😉 nein, nicht Serengetis sondern aller Selbstfahrer: ein riesengroßer, blendend weißer Touribus – vollbesetzt! Zu Zweit auf eine Sitzbank gequetscht kämpft jeder um den besten Platz fürs Foto.😮 Tja, nun sind wir es, die mitleidig auf diese Truppe hinunter-, bzw. hinüberschauen – es ist doch alles relativ im Leben: Serengeti findet uns schrecklich, wir finden diese Riesenbusse schrecklich – hmmm, was finden die wohl schrecklich? Vermutlich die intoleranten Individualtouristen....😜 😛 "
Bingo !
Aber jetzt hatte ich mich in den letzten Fortsetzungen doch so artig benommen, oder nicht? Na ja 3 Busbegegnungen habe ich noch in Petto!:P
LG Serengeti
P.S. Löwensichtung war schon mal klasse. Den Herrn Löwen haben wir leider nicht gesehen.
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #195
Serengeti schrieb:
Den Herrn Löwen haben wir leider nicht gesehen.
Der ist für Busgruppen reserviert, hast du das nicht gewusst? 😛
Meine kleinen Spitzen dir gegenüber sind übrigens nie böse gemeint - sie bieten sich für eine "freche Gosch" wie mich aber manchmal einfach zu sehr an als dass ich widerstehen könnte 😉
Serengeti354 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #196
Nullo Problemo mit der Goschn. 🙂
Wenns der Busgruppenlöwe war, hat der sich auch bewegt oder hat der Veranstalter sein Requisitenkammerl geplündert?
LG Serengeti
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201020. Juli 2011 · #197
Serengeti schrieb: Wenns der Busgruppenlöwe war, hat der sich auch bewegt oder hat der Veranstalter sein Requisitenkammerl geplündert?
LG Serengeti
.....und er bewegte sich doch!....
Ich gebe zu, dass er auf mindestens einem Bild gewisse Ähnlichkeit mit den verstaubten ausgestopften Tiere hat, die wir zur Zeit aus dem Bio-Saal entsorgen müssen 😉
Aber trotz intensiver Suche konnte meine Schwester die Kulissenschieber auch in diesem Fall nicht entdecken!
Hallo Champagner, du machst deinem Namen alle Ehre: Dein Bericht sprudelt und perlt ja förmlich aus deiner "Feder" - was für ein Vergnügen, dieses Tagebuch zu lesen! Seit Tagen lauere ich jetzt auf jede Fortsetzung, die bei aller Ausführlichkeit leider doch jedes Mal zu kurz ist. In der Vorfreude auf unsere bevorstehende Namibia/Botsuana (Selbstfahrer-)Reise kann ich gar nicht genug Reisebericht bekommen und viele Stellen erinnern mich an die Busrundreise, die mein Mann und ich 2007 zum "Reinschnuppern" unternommen haben. Ich nenne sie jetzt nicht Hummeldumm-Reise weil ich finde, dass der Buchtitel doch inzwischen zu oft missbraucht wird 😉 Also vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Fotos und weiter so (aber bald!!!!) LG Africa-Fan Birgit
ChampagnerThemenstarter8'683 Beiträge · seit 201023. Juli 2011 · #199
Montag, 9.Mai 2011 – unser Tag im Etosha-NP
Geplante Abfahrt von beiden Gruppen ist 6.45 Uhr. Zu nachtschlafender Zeit erscheinen wir daher zum Frühstück. Und wieder gibt es keine Enttäuschung: auf dem Büffet findet man genug Dinge, die schmecken – und vor allem die Stelle, wo man sich frische Eier, Omelettes oder Rührei in verschiedenen Varianten zubereiten lassen kann, hat es uns angetan. Selbst ich, die eigentlich Eierspeisen zum Frühstück hartnäckig verweigert, wird schwach und gönnt sich ein buntes Omelette. Schließlich braucht man für die Begegnung mit Elefanten, Nashörnern und Raubkatzen ja viel Kraft! 😄
Leider kommt das Fahrzeug, das Tulivu von einer Lodge außerhalb des Parks geordert hat, etwas später als geplant, aber irgendwann sind alle verstaut und es kann losgehen. Der Wagen ist nur die 5 Leutchen aus unserer Gruppe reserviert und so hat jeder einen guten Platz – das wurde von Tulivu vorab so klargemacht. Die Freiluftfahrer winken nonchalant bei der Abfahrt - und hinterlassen eine Staubfahne.
Wir restlichen Sechs richten es uns gemütlich in unserem Bus ein – meine Schwester übernimmt den Platz von Achim ganz vorne neben dem Fahrer.
Und los geht's zu der langersehnten Pirschfahrt!
7.31 Uhr: ein Wasserloch – Tulivu sucht mit seinem Fernglas den Horizont ab, während wir gebannt auf die Elefantenherde warten, die sicher gleich auf halb zwei auftauchen wird. Fehlanzeige!
8.09 Uhr: Ein Wasserloch – wir warten und spähen – nichts!
8.41 Uhr: Ein Wasserloch - Tiersichtung:Fehlanzeige!
Martin sächselt von hinten: "Nuuu guud, dann fodografier isch mal die scheeene Landschafd, neexde Woche geh isch donn in den Laibzischer Dierbarg und fieg die Elefonden und Nosherner schbäder mid Foddoschob in die Wosserlecher ein."
Ich liebe seinen trockenen Humor! (Und das meine ich jetzt ganz ernst!)
Wir kommen gut voran - weder Elefantenherden noch lästige Löwenrudel blockieren die Pad oder wollen die Straße überqueren. Think positiv! 😉
Dummerweise sind aber einige Strecken immer noch auf Grund der Regenzeit XXL 2011 gesperrt, so dass wir öfters umdrehen und die einsamen Pisten wieder zurückfahren müssen. Okay, so sieht man die Tiere eben aus einer anderen Perspektive nicht 😊
Tulivu scheint das alles auch ein bisschen zu nerven, er wendet den Bus recht ruppig, wenn es nicht mehr weitergeht oder entscheidet sich an Kreuzungen im allerletzten Moment für eine Richtung. Dabei passiert etwas Unerfreuliches: Herbert, der seinen Platz quasi gegenüber des Treppenabgangs hat, passt bei einem Manöver unseres Guides nicht auf und wird aus seinem Sitz geschleudert! 🤩 Das ist ganz schön viel Masse, was da in Bewegung kommt und ich – die ja direkt hinter der Treppe sitzt - kann ihn nur noch knapp davor bewahren, dass er die Treppe komplett hinunterrollt. Puhh, wir haben alle einen Riesenschreck bekommen!! 😮
Der Gute ist ja jenseits der 70 (schätze ich mal – Schwesterherz, was meinst du?) und in diesem Alter sind die Knochen doch schon etwas spröde.... Offensichtlich hat er sich aber nicht ernsthaft verletzt – nur ist ihm das alles schrecklich unangenehm und peinlich... Seine Frau, die sich besorgt um ihn kümmert macht es ihm damit nicht leichter. Unwirsch winkt er ab ....bloß keine Aufmerksamkeit erregen. 😵
Leider wird Birgits Redeschwall, der seit der Abfahrt am Morgen über Tulivu und leider auch über uns, die im vorderen Bereich sitzen, niedergeht, durch diesen Schreck nur kurzzeitig unterbrochen. 😠
Anscheinend fehlt das Regulativ Achim, der ja selber oft die Konversation neben Tulivu übernommen hat, und Birgit weiß diese Lücke sehr effektiv mit ihren sinnerfüllten Redebeiträgen und Fragen auf Hochbayrisch zu füllen. So erfährt man mehr oder weniger interessante Details 😗 aus dem südlichen und auch östlichen Afrika, ("woast, Tulivu, letzdes Joahr im Krüüüger.... domols in der Serrrrengeeetiiii..... Tuliivuhu, am Vigdoria See..."). Außerdem teilen wir – ob wir wollen oder nicht - ihr erneutes Staunen über den bedauerlichen Mangel an namibischen Schirmakazien.😳
Noch schwerer zu ertragen sind aber ihre Versuche, nichts ahnende Tiere am Wegesrand auf uns aufmerksam zu machen. Sie versteht sich offensichtlich als Vogelflüsterin: um den Weißbürzelsinghabicht (danke, dass es dich hier auch gibt – ich liebe bekanntermaßen deinen Namen!) dazu zu bewegen, direkt in unsere Kameras zu schauen, gurrt, säuselt und trällert sie aus dem geöffneten Schiebefenster. Wahhhh, muss das sein? Man weiß nicht so recht: soll man drüber lachen oder sich ein bisschen fremdschämen?? Wie gut, dass keine anderen Fahrzeuge in Hörweite sind....:P
Sie selbst bemerkt unsere Mienen überhaupt nicht und macht unbeirrt weiter - dabei verdrehen Schwesterlein und ich gemeinsam doch heftig die Augen und können uns ein Grinsen nicht verkneifen. Und ich meine sogar, ein unterdrücktes Kichern von Tulivu an dieser Stelle zu hören.... 🤪
Der Habicht schaut übrigens erst in unsere Richtung, als Tulivu seinen Vogelstimmen-I-Pod in Gang setzte: "Das wäre jetzt die Gesang von die Weißbürzelsinghabichtmännchen – okeee?"
Aber genug gelästert – und nebenbei bemerkt werde ich an den letzten beiden Tagen auch noch zwei positive Seiten an Birgit entdecken!
Warum sind wir gleich noch mal hier? 😕 Ach ja, Tiere, Big Five, da war doch was! Wir sehen unterwegs immer mal wieder die üblichen Little Thousand:
Jede Menge Gnus
Viele schöne Oryxe – und endlich mal Zeit, sie genau zu studieren. Wir bewundern eine große Herde von diesen stattlichen Tieren mit den spitzen Hörnern, die mir etwas überdimensioniert erscheinen. Und ich frage mich einmal mehr: wozu brauchen sie die nur?
Später sehen wir eine Oryx-Mama mit ihrem Baby
Bei meinen ausgiebigen Oryx-Studien stelle ich fest, dass diese Tiere mir immer mehr gefallen und solch eine Antilope auch sehr gut zu meiner Giraffe im Garten passen würde!😄
Wir bewundern schön gemusterte Hinterteile und Köpfe
Die Schabrakenschakel jagen mit Erfolg nach irgendetwas Fressbarem – sie lecken sich genüsslich mit geschlossenen Augen die Lippen!
Ein Steenbock
Zwei verschiedene Raubvögel (hmm, Mike, kannst mir helfen?)Edit: danke Maddy und Nenette! (Siehe unten in ihrem Beiträgen)
Ein Huhn, dessen Namen mir nicht mehr einfallen will (wer kann mir hier helfen? Auch Mike?)
Ein süßes Zebrafohlen mit Mama und Freund Springbock
10.24 Uhr: Und wieder ein Wasserloch – uns fallen beinahe die Augen aus dem Kopf vor lauter Suchen - Tiersichtung:Fehlanzeige! Martin zückt seine Kamera..... 😉
Das Highlight des Vormittag bildet das erfolglose Werben eines Schwarznasenimpala-Bocks 😘 .
Die Dame (O-Ton Tulivu) mag wohl nicht so recht.
Er röhrt sich seinen Frust lauthals von der Seele
Dann eben nicht, denkt Herr Schwarznasen-Impala und tritt den Rückzug an.😊
Dann eben nicht – das denken nun auch wir, denn Tulivu erklärt lapidar, dass auch wir den Rückzug antreten. Wir können nicht bis nach Halali zum Mittagsessen fahren, denn er weiß angeblich nicht, welche Straßen befahrbar sind. Hmmm???? 😐 Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass die Hauptstrecken frei sind. Außerdem quatscht er doch ständig mit den anderen Guides, die müssen das doch wissen. Leichter Groll steigt in mir hoch und ich frage nach, warum das nicht möglich sein soll. Allerdings bekomme ich keine klare Antwort.
Später hält ihm auch meine Schwester die Etosha-Karte unter die Nase und fragt nach. Auch sie bekommt nur die Auskunft, dass unklar sei, wo man fahren könne und dass man nun ins Quartier zurückkehrt. Mir kommt es eher so vor, als ob er die Mittagspause lieber in seinem Zimmer im Camp halten möchte... Zum erstenmal auf der Reise bin ich so richtig schlecht gelaunt und bruddel vor mich hin. 😠
Ich will jetzt nicht zurück nach Okaukuejo auf den selben Wegen – die Fahrerei heute früh war schon unergiebig genug, ich möchte wenigstens ein anderes Camp sehen, wenn schon keine aufregenden Tiere! Meine leises Gemecker bringt nichts – wir werden in Okaukuejo abgesetzt und haben Pause bis um 14.30 Uhr.
Ja super! Zwei Stunden – wie sollen wir die rumbringen? SOA Traumreise..... 🙁
Wir drei kaufen uns am Kiosk etwas zum Essen und setzen uns damit auf die Liegen am Pool. Wenigstens ist schönes Wetter und wir faulenzen ein bisschen rum.
In mir grummelt es: sicher ist die Achim-Truppe jetzt in Halali, sieht dort 10 Elefanten, 2 Nashörner und 5 Löwen. Oder so ähnlich.... Während ich meinen finsteren und mit Neid erfüllten Gedanken nachhänge beobachte ich eine Gruppe, die aus einem Geländefahrzeug aussteigt und sich in einem der Pavillions in der Nähe des Pools niederlässt. Komisch, dass Detlef hier im Etosha einen Doppelgänger hat.... ups, Achim auch, und Sabine mit ihren langen Haaren .... kann das Zufall sein? 😎
Mooooment, das sind doch unsere 5 Abtrünnigen! Aha, also scheint es tatsächlich eher unüblich zu sein, bis nach Halali und zurück zu fahren. Und vielleicht macht es tatsächlich Sinn, über Mittag eine Pause einzulegen? Meine schlechte Laune macht sich langsam vom Acker. Die Frischluftfahrer werden von Ihrem Guide verköstigt und hängen dann auch ein bisschen in der Gegend herum.
Einigermaßen mit meinem Schicksal versöhnt schaue ich noch schnell beim Wasserloch vorbei – still und schwarz ruht der See - Tiersichtungen Fehlanzeige! (Hatte ich aber auch nicht wirklich erwartet - ich wollte mir nur hinterher nichts vorwerfen müssen 😄 )
Um 14.30 Uhr steige ich wieder in unseren Bus – voller Optimismus, dass jetzt sicher alles anders wird! 🤪
Der Rest ist schnell erzählt: wir fahren zum Sprokieswoud (Märchenwald) und bestaunen die ulkig wirkenden Moringa-Bäumen, die bei Nacht sicherlich wie Geister wirken.
Auf der Fahrt dorthin sehen wir große Zebraherden auf endlos scheinenden Grasflächen
und eine Gruppe, die sich abwechselnd ausgiebig am Straßenrand im Staub wälzt.
Hier wird Birgit wieder aktiv, auch mit Huftieren scheint sie gerne zu kommunizieren: "Geehhh du Hübscher, drah die mol um, schau här, ja so is er brav, bist a Feiner."
Grrrr, 😠 meine Toleranzfähigkeit wird auf eine harte Probe gestellt. In meiner Erinnerung hat Birgit an diesem Tag ununterbrochen entweder mit Tulivu oder mit den Tieren am Wegesrand geplaudert..... wie viele Wörter hat eine Frau gleich noch mal pro Tag zur Verfügung? Habs vergessen, aber Birgit hat ihren Vorrat garantiert schon am Vormittag aufgebraucht. Aber warte, klar, sie bekommt ja noch Herberts Kontingent noch dazu, der schweigt ja den ganzen Tag (Anmerkung der Verfasserin: da können jetzt nur Leute lachen, die das Theaterstück "Caveman" gesehen haben! 😎 ).
Die niedlichen Erdhörnchen lenken mich ein wenig von meinem Kummer ab.(Die würden mir im Garten auch gut gefallen - wir hätten sogar noch ein paar Gänge für sie, die damals unsere "Gott-hab-sie-seelig"-Kaninchen gegraben haben ;))
Auf der Rückfahrt genieße ich noch mal kurz das Etosha-Feeling meiner Träume: mehrere Tierarten grasen dort in friedlicher Koexistenz, ja, sogar Giraffen sind dabei!
Und eine kreuzt sogar unseren Weg – na bitte, geht doch!
Ja, so habe ich mir das vorgestellt – nur eben viel öfter ...und vielleicht zur Abwechslung auch mal mit ein paar Elefanten (an das Wort Nashorn denke ich nicht mal 😉 ). Aber nein - jetzt wird es Zeit, ins Camp zurück zu kehren – rien ne va plus... Unterwegs sehen wir noch riesige Herden von Springböcken, die ihrem Namen alle Ehre machen und in riesigen Sätzen dem Sonnenuntergang entgegen hüpfen - leider gibt es keine Fotos davon.
Ganz zum Schluss entdeckt unser Guide noch zwei verschiedene Geier-Arten für uns (nur eine Art konnte ich noch einigermaßen fotografieren).
Dann muss er aber ordentlich auf die Tube drücken, dass wir noch rechtzeitig ins Camp zurück kommen!
Als wir aussteigen, falle ich erst mal meiner Schwester um den Hals und wir trösten uns gegenseitig ein bisschen: die Ausbeute war doch nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Dies war also der langersehnte Tag im Etosha-Park – wir sind enttäuscht, das gebe ich ehrlich zu! Jetzt werden viele sagen: ihr wart ja auch viel zu kurz dort. Ja, klar, das weiß ich – aber ich denke, wir hatten außerdem ziemliches Pech mit der langen Regenzeit, das war so nicht geplant - und keinesfalls hatte ich mir die Wasserlöcher so leergefegt vorgestellt!
Beim Abendessen gleichen die beiden Gruppen die Tiersichtungen sowie die Streckenführung ab – viel Unterschied gab es nicht (außer dass unsere Tour nichts gekostet hat 😛 ). Die anderen hatten wohl noch ein paar Erdmännchen gesehen, worum ich sie sehr beneide - falls es wirklich stimmt (Erdhörnchen wurden nämlich des Öfteren gerne mit Erdmännchen verwechselt). Außerdem gab es Sekt und Mittagessen – das war’s dann auch schon.
Tulivu gibt uns nach dem Essen mit geheimnisvoller Stimme den Tipp, nach 22 Uhr noch ans Wasserloch zu kommen. 😎 Aha, ich vermute mal, dass an den Vortagen doch Tiere gesichtet worden waren. Also verteile ich mein No-Bite großzügig auf meinem Körper, ziehe mich warm und mückendicht an, drapiere ein großes Halstuch um den Kopf und setzte mich derart vermummt voller Erwartung auf eine Bank.
Sabine, Elke und Birgit erscheinen kurz darauf ebenfalls, allerdings erkennen sie mich in meiner Verkleidung nicht. Ich höre, dass sie auf Tulivu warten? Häää, wieso das? 😮 Ich warte auf Elefanten und Co.! Ungern gebe mich zu erkennen, aber die Neugier lässt mir keine Ruhe: "Wieso wartet Ihr auf Tulivu?" Kichernd erklären sie mir: Na das ist doch klar, er hat uns ans Wasserloch bestellt, um zusammen den restlichen Alkohol aus dem Buskühlschrank zu vernichten!" 😁
Wie bitte?? Ich versteh überhaupt nichts mehr.... Um diese Zeit geht Tulivu normalerweise schon lange seinem Privatvergnügen nach, außerdem ist das hier ein Wasserloch und keine Bar – da braucht man alberne Touris mit Plastikbechern in der Hand wirklich nicht. Oh Mann, wo bin ich da nur hineingeraten? 😮 Sogar Detlef und Andrea tauchen noch auf und haben den gleichen Verdacht. Sie kichern aber wenigstens nicht wie liebestolle Teenager.....
Es ist nun schon lange nach 22 Uhr und das Damen-Trio macht sich enttäuscht auf den Weg zurück aufs Zimmer – da hat Tulivu ihnen doch tatsächlich einen Korb gegeben! 😛
Nun gut, warum soll es ihnen anders gehen als mir? Ich bin sehr müde und nicke immer wieder auf meiner Bank ein, dann schrecke ich wieder auf, weil ich irgendwo weit weg Tierlaute höre. Aber Nashorn, Elefant und Co. geben MIR einen Korb! Also ab ins Bett – und wenn ich irgend etwas Positives zu meinem Wasserloch-Sit-In sagen soll, dann fällt mir nur dies ein: mich hat kein einziges der unzähligen Moskitos gestochen!!
Fazit des Tages: dazu zitiere ich einfach mal nur den Dialog von Gerd und mir im August 2010:
Champagner schrieb:
Echt, dort gibt es so viele Tiere [....] ? Sicher nicht Anfang Mai! Ich gehe mit der Erwartung nach Namibia, ein paar Zebras, vielleicht noch einige Giraffen und wenn wir viel Glück haben, einen Elefanten am Horizont zu sehen - alles was dann mehr wird, betrachte ich als ein großes Glück und Geschenk. [...]
Bele /Schampus
gglink schrieb:
Hallo Bele,
dann würde ich gerne Deine Augen sehen, wenn Ihr in der Etoscha [...] ward.
Schade, dass ich da nicht dabei bin.
Viel Spaß [...]
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste Gerd
Gerd, hast Du schon mal was von weiblicher Intuition gehört???
maddy2'167 Beiträge · seit 200923. Juli 2011 · #200
Hallo Bele,
Auch von mir endlich mal ein herzliches dankeschoen fuer deinen klasse Bericht!
Der erste Raubvogel ist ein Black-shouldered Kite, Elanus caeruleus (Gleitaar), der zweite weiss ich nicht, ist schwierig so von hinten! Das Huhn ist eine Double-banded Sandgrouse, Pterocles bicinctus (Nachtflughuhn).