Wüstenlöwen

110 Antworten · 33,3k Aufrufe · gestartet 04. Mai 2010 von klaus63
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852 Beiträge · seit 200607. Mai 2010 · #21
Hallo!

Stander und Wreight kennen sich. Sie haben ja bereits zusammen einen Problemlöwen erschossen. Stander war dabei, damit eben der "Richtige" erschossen wird.
Auch taucht Wright auf der Spenderliste für
Desertlion auf. Stander hat ein Satphone und kann darüber erreicht werden. Ein kurzes klärendes Gespräch hätte wohl gerreicht.

Es gibt inzwischen in diesem Gebiet viele Probleme. Ich nenne nur mal Schoeman und die Lodge im Fluss, sowie Pieter mit seinen italienischen Freudinnen. Insider wissen sicher was ich damit meine....
Damit es etwas klarer wird, stelle ich diesen Link ein:

http://www.namibian.com.na/index.php?id=28&tx_ttnews[tt_news]=66844&no_cache=1

Der Link geht nur mit kopieren und einfügen,sorry

Christian
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2010
843 Beiträge · seit 200807. Mai 2010 · #22
Hallo Lilytrotter,

vielen Dank für Deine genaue Schilderung!
Das Thema "Jagd in Afrika an und für sich" wollte ich auch nicht aufmachen (da bin ich bedient - danke...).

Da ich die Entwicklung des "Miteinanders" von Wüstenlöwen und Menschen rund um Purros regelmässig zu verfolgen versuche, bin ich nicht verwundert, dass es zu Problemen kommt.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Menschen dort zu wenig Unterstützung bekommen, wenn es um den direkten Schutz ihres Viehs geht.
Ich weiß z. B. nicht, ob sich überhaupt jemand darum kümmert, ihnen beizubringen, wie sie die Tiere schützen können.
Wenn die Löwen einmal gelernt haben, dass es in Purros "easy meat" gibt, ist das fatal.

Ich kann mir vorstellen, dass es aus verschiedenen Gründen (Geld, Manpower, Interesse etc.) sehr schwierig ist, vor Ort Maßnahmen zu treffen, die dieses Miteinander ermöglichen könnten, ohne, dass es bspw. zu Verlusten von Vieh kommt.

Löwen abzuschiessen, ist aber wieder mal die einfachste aller "Lösungen", egal, ob nun jüngere Tiere oder ein ausgewachsenes Männchen. Letzteres hat jedoch für die Sozialstruktur und den Erhalt der Rudel negative Auswirkungen.

Ob es wohl Zufall ist, dass der Schütze z. Zt. im Ausland weilt?
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2010
4'129 Beiträge · seit 200807. Mai 2010 · #23
Hallo, Matou66,
mit Sicherheit ist es kein Zufall …

Danke Christian, für den Link.
Irgendwie hat diese Glückseeligkeit, mit der die Trophäenjäger von ihren Abschüssen berichten, mich sehr nachdenklich gemacht. Eine derartige Gefühlswelt ist mir vollkommen fremd.
Na, dann, Halali.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
33,1k Beiträge · seit 200608. Mai 2010 · #24
Hi Matou,
Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Menschen dort zu wenig Unterstützung bekommen, wenn es um den direkten Schutz ihres Viehs geht.
Na ja, sie bekommen von verschiedenen Organisationen Bargeld (Pauschalbetrag) wenn z.B. ein Rind nachweislich durch einen Löwen getötet wurde. Nachsorge ist wohl besser als Vorsorge.
Ich weiß z. B. nicht, ob sich überhaupt jemand darum kümmert, ihnen beizubringen, wie sie die Tiere schützen können.
Könnte auch schwierig sein als teilweise Halbnomaden irgendwie das Vieh gegen Löwen zu schützen. Es nachts in einen Kraal zu treiben hilft eben auch nur bedingt.

Aber das alles ist natürlich kein Grund einen Löwen illegal zu jagen.

Sonnige Grüße
Christian

P.S. Gerade war hier so ein Artikel (ich glaube in der Travel News - such das nochmal raus), das der Bestand an Wüstenlöwen sich in den letzten Jahren von etwa 40 auf 200 Tiere erhöht hat... das bringt natürlich dann mehr und mehr Probleme mit sich.
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Gast08. Mai 2010 · #25
Hallo Christian,

christian schrieb:
Es gibt inzwischen in diesem Gebiet viele Probleme. Ich nenne nur mal Schoeman und die Lodge im Fluss, sowie Pieter mit seinen italienischen Freudinnen.
Vielen Dank für den Verweis auf den lesenswerten Artikel. Wenn die in dem Artikel genannten Punkte stimmen, dann hoffe ich, dass die Lodge restlos abgerissen und zurückgebaut wird und Pieter de Wet alle Kosten tragen muss. Und ich hoffe dann auch, dass seine Okahirongo Elephant Lodge bei Purros zukünftig von möglichst vielen boykottiert wird.

Wenn die in dem Artikel genannten Punkte stimmen, dann sollte man eventuell deutsche Reiseveranstalter wie AST-Reisen und FTI anschreiben, die die Okahiromgo Elephant Lodge im Programm haben, und fragen, was sie von den skrupellosen Praktiken ihres Geschäftspartners halten.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2010
33,1k Beiträge · seit 200608. Mai 2010 · #26
Hi Guido,
Wenn die in dem Artikel genannten Punkte stimmen, dann sollte man eventuell deutsche Reiseveranstalter wie AST-Reisen und FTI anschreiben, die die Okahirongo Elephant Lodge im Programm haben
Mach mal... wird die wenig interessieren, denn an der Lodge ist ja alles legal und solange sie damit Geld machen. Es gibt ja auch Anbieter die haben weiterhin abbruchreife 1-Sterne-Hotels in der Türkei im Angebot, obwohl sie davon wissen. Aber wenn es Geld bringt. Wichtiger wäre z.B. solche Anbieter wie z.B. Sense of Africa darauf aufmerksam zu machen, dass sie eine möglicherweise illegales Camp (denn die haben das neue "Zelt"camp schon im Angebot) vermarkten. Aber eigentlich müsste auch das NTB darauf achten und die Unterkunft einfach nicht offiziell zulassen.

Ich finde den Artikel etwas undurchsichtig. Erst wird sich auf die Tatsache gestürzt, dass man einen EIA per Gesetz braucht, später kommt dann raus, dass das Gesetz noch nicht in Kraft ist aber eben generell ein Passus in den Local Community-Vetrrägen dazu steht. "Generell" heißt ja nicht, dass er im konkreten Fall drin stand. Also ohne wirklich gut recherchierte Details bin ich was den Inhalt angeht etwas zurückhaltend. Wenn es stimmt ist der Abriss das einzig sinnvolle um ein Exempel zu statuieren.

Sonnige Grüße
Christian
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Gast08. Mai 2010 · #27
Hallo Christian,
travelNAMIBIA schrieb:
Mach mal... wird die wenig interessieren, denn an der Lodge ist ja alles legal und solange sie damit Geld machen. Es gibt ja auch Anbieter die haben weiterhin abbruchreife 1-Sterne-Hotels in der Türkei im Angebot, obwohl sie davon wissen.
Die Sachlage ist hier meines Erachtens etwas anders, als bei deinem Beispiel der Schrottreisen in die Türkei. Die Okahirongo-Lodge vermarktet sich massiv über die Öko-Schiene, siehe der große "EcoLuxury"-Button auf der Website und das ganze Geschwafel von Verantwortung, Natur-Tourismus etc. Und dann errichtet man anscheinend illegal und rücksichtslos eine "Geschwisterlodge" in einem sensiblen Gebiet? Das würde dann deutlich machen, das Umwelt und Verantwortung nur ein aufgesetztes Feigenblatt für das Marketing sind und es ausschließlich um maximalen Profit geht. Bei soviel Verlogenheit befällt mich ein gewisser Würgreiz. Das ganze wie gesagt unter dem Vorbehalt, dass die in dem Artikel genannten Punkte stimmen.
Ich finde den Artikel etwas undurchsichtig. Erst wird sich auf die Tatsache gestürzt, dass man einen EIA per Gesetz braucht, später kommt dann raus, dass das Gesetz noch nicht in Kraft ist aber eben generell ein Passus in den Local Community-Vetrrägen dazu steht. "Generell" heißt ja nicht, dass er im konkreten Fall drin stand.
Am Anfang des Artikel steht "According to the agreement, De Wet was supposed to conduct an environmental impact assessment (EIA) for the new tent lodge development.". Das bedeutet für mich, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht nur üblicherweise in solchen Verträgen steht, sondern in diesem konkreten Vertrag auch explizit drin steht.

Relevant wäre allerdings noch, wieviel da nun wirklich gemauert wurde, denn unabhängig vom EIA gab es offensichtlich nur eine Genehmigung für ein Zeltcamp. Ich habe bisher nur eine Computer-Visualisierung einer einzelnen Wohneinheit gesehen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2010
33,1k Beiträge · seit 200608. Mai 2010 · #28
Hi Guido,

ja, so eine Computeranimation kenne ich auch und da sieht es außer dem Dach nicht besonders zeltartig aus.

Das Bild ist z.B. hier auch zu sehen.
http://www.rotunda.ch/Afrika/Namibia/Safari+Lodges+Camps/Okahirongo+River+Camp.htm

Sonnige Grüße
Christian
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4'129 Beiträge · seit 200809. Mai 2010 · #29
letzter Eintrag von
http://www.desertlion.info/news.html

8 May 2010. Leonardo's satellite collar. The satellite GPS collar suddenly stopped transmitting on 5 May 2010. The last location was recorded at 00h00 on 5 May 2010. The collar was then either destroyed or moved indoors. Our efforts to locate the collar has not been successful.


Schade, der Herr Wright hat natürlich trotz persönlicher Abwesenheit einen verlängerten Arm in seinem Camp...

@ christian:
P. Stander arbeitet natürlich mit mehreren Lodges und Safari Companies zusammen, das ist ja auch im Sinne seines Projektes, alle in der Region tätigen und lebenden Menschen und gerade die professionellen Jäger, denen er die „Abschüsse“ als Nebeneffekt seiner Arbeit quasi „heranzüchtet“, mit einzubeziehen. Und die wiederum helfen ihm, bei Bedarf. So hat jeder was davon. Onjima (s.u.: Nachtrag) und Okahirongo Lodge sind meines Wissens die einzigen, die exclusiv und hochpreisig, Safaris anbieten, bei denen die Gäste für einen bestimmten Zeitraum den Zoologen bei seiner Arbeit begleiten dürfen.
Und dass sich P.Stander auf seiner Seite brav für einmal erfolgten Support von Didimala Safaris in 2007 bedankt, heißt noch nichts. Man sieht es an dem jetzigen „Unfall“: Menschliches Verhalten ist nicht immer verlässlich.

Gruß lilytrotter


Nachtrag: Name ist falsch. richtig ist: Ondjamba Safaris
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 09. Mai 2010
2'338 Beiträge · seit 200709. Mai 2010 · #30
Hallo

Lilytrotter schrieb:

Ein Löwe, der von Philip Stander extra an Fahrzeuge gewöhnt wurde, damit die Bevölkerung von Purros am finanziellen Segen des Tourismus teilnehmen kann. Ein Löwe, der offensichtlich ein GPS-Halsband trug.
Der Gedanke dahinter, das Hoarusib Rudel an Fahrzeuge zu gewöhnen, war der, dass sich mehr Touristen dort aufhalten werden, wenn die Löwen sich gelassen (normalerweise sind sie sehr scheu!) im Gebiet der Hoarusib Floodplains zeigen. Diese Rechnung begann gerade aufzugehen.


Ist es nicht so, dass überall, wo der Mensch eingreift, das Gleichgewicht gestört wird? In diesem Fall wurde scheinbar ein Löwenrudel an die Gegenwart von Fahrzeugen (und damit auch an Menschen) gewöhnt. Das ist nach meinem Dafürhalten ein grober Fehler gewesen, denn diese Tiere verhalten sich komplett anders als ihre wilden Artgenossen und werden zur leichten Beute für Jäger.

Ein Kenner der “Löwenszene” hat uns einmal erklärt, weshalb die Erforschung von Löwen auch ihre Schattenseite hat: Wenn einem Löwen ein Halsband verpasst wird, gebärdet er sich plötzlich komplett anders als zuvor. Er versucht pausenlos und tagelang, den Fremdkörper abzustreifen und verhält sich so abartig und störend, dass die Familienmitglieder ihn oftmals verstossen und er ist gezwungen, in ein anderes Gebiet abwandern, was zur Folge hat, dass er zum Problemlöwen wird, welcher dann halt auch mal ein Haustier oder einen Menschen anfällt.

Kann es sein, dass man mit dieser sicherlich gutgemeinten Aktion dem Löwen Leonardo einen “Bärendienst” erwiesen hat und ihn so zur leichten Beute des Jägers gemacht hat ?

Die Bilder und Videos über die Jagd finde ich übrigens mehr als abstoßend. Besonders die überglücklichen Gesichter der Beteiligten machen mich sehr bestürzt.

Nachdenkliche Grüsse

Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
33,1k Beiträge · seit 200609. Mai 2010 · #31
Hi Erika,
Kann es sein, dass man mit dieser sicherlich gutgemeinten Aktion dem Löwen Leonardo einen “Bärendienst” erwiesen hat und ihn so zur leichten Beute des Jägers gemacht hat ?
Die Jagd auf Löwen ist ohnehin - auch wenn es viele (v.a. die tapferen Löwenjäger) als DAS Abenteuer und DIE Herausforderung sehen wollen - die mit Abstand am leichtesten zu bejagende Großwildtierart in Namibia bzw. Afrika. Ich denke da wäre es egal ob es ein vielleicht an Menschen eher gewöhntes Tier oder sonst ein "wilder" Löwe gewesen wäre.

Sonnige Grüße
Christian
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852 Beiträge · seit 200609. Mai 2010 · #32
Hallo!

Namibia sieht zwar in manchen Gegenden wild aus, ist es aber nicht. Jeder nutzt es auf seine Weise. Nehmen wir wir mal die Firma Schoeman. Sie sind schon sehr lange im Geschäft. Die Gäste werden in kleinen Flugzeugen zu den Zielen geflogen. Sie wollen Exclusivität. Sie wollen Tiere. Auch Löwen. Das einige Tiere Halsbänder tragen, hat dabei nicht in erste Linie den Zweck dem Wohl des Tieres zu dienen. Schoeman wird , wenn Gäste einfliegen über die genaue Position der Tiere informiert. Beim abendlichen Gamedrive werden dann die Löwen "zufällig" entdeckt. Was für ein Erlebnis, was für eine Wildnis! So möchte es der Gast und dafür zahlt er. So ist das nun mal . Der Löwe muss sich seine Existentensberechtigung erkaufen. Wenn er Probleme macht, die Dersertlion nicht beheben kann, wird er erschossen. Diese Trophäe wird vorher Weltweit ausgeschrieben, das Geld aufgeteilt. Klingt hart, das ist aber die Realität. Dersertlion hat es geschafft damit eine kleine Löwenpopulation zu erhalten. Und es ist kein Zoo, da die Tiere sich selbst ernähren. Löwen in nicht eingezäumten Gebieten gibt es in größeren Mengen sonst nur noch in Tanzania( Z.B. Selous Katavi Serengeti Ruaha) Moz(Niassa) Kenia( da kenn ich mich nicht aus) und noch ein paar anderen Gebieten. Auch Etosha ist eingezäunt...gäbe es keine Halsbänder wären wohl alle Löwen in der Namib auf die ein oder andere Art verschwunden.

@Lilytrotter
Zitat:
Onjima und Okahirongo sind meines Wissens die einzigen, die exclusiv und hochpreisig, Safaris anbieten, bei denen die Gäste für einen bestimmten Zeitraum den Zoologen bei seiner Arbeit begleiten dürfen.

Das ist mir neu.Kannst du da eine Quelle nennen? Stander bietet Reisen an . Für jeden. Wenn ich den Link finde, poste ich Ihn. Uns ist das zu hochpreisig. 4 Nächte
kosten für 2 Personen 8000$ ab Swakop. Bei 9 Teilnehmern.Im Zelt mit Verpflegung. Eigentlich billig, wenn man das mit so manch anderem Anbieter vergleicht.

Christian

Ergänzung:Da wo die Löwen nicht eingezäunt existieren, dazu rechne ich auch die BOT-Seite des KTP, gibt es sogenannte Pufferzonen. In diesen Zonen gibt es Trophäenjagd.Halsbänder wohl eher nicht.
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zuletzt bearbeitet 09. Mai 2010
4'129 Beiträge · seit 200809. Mai 2010 · #33
@ Erika
Natürlich ist überall, wo der Mensch eingreift, das Gleichgewicht mehr oder weniger gestört. Auch die Natur selbst „stört“ das Gleichgewicht immer wieder.

Hier wurde zwar ein Löwenrudel an die Gegenwart von Fahrzeugen, NICHT aber an Menschen! gewöhnt. Das mag im Angesicht kriminellen Handelns eines einzelnen Homo Sapiens ein Fehler gewesen sein, doch nicht an und für sich, denn mit so etwas muss der Löwenforscher nicht rechnen. Die Gewöhnungsarbeit geschah in Absprache mit der Gemeinde Purros, die sich wünschten ein wenig mehr von den Löwen, durch höhere Touristenzahlen, zu profitieren.

Dass diese Tiere sich komplett anders als ihre Artgenossen ohne Halsband verhalten würden, ist durch Beobachtungen des Zoologen P. Stander nicht bestätigt - und der arbeitet Jahrein, Jahraus vor Ort. Im Gegenteil, sie bleiben nach einer sehr kurzen Gewöhnungsphase gelassen und normal. Die Löwen bleiben genauso wild und dem Menschen gegenüber ebenso scheu wie zuvor, sehr scheu.

In diesem Fall geht es ja auch nicht darum, ob der Löwe hätte fliehen können, sondern darum, dass sich ein Kenner der Gegend, ein professioneller Jäger einer Lüge bedient, so tut, als könne er keinen erwachsenen Mähnenlöwen von einem weiblichen Löwen unterscheiden und in einem Gebiet gejagt hat, dass von seinem genehmigten Jagdgebiet mehr als 100 km entfernt war (er hatte derzeit für den Abschuss einer Löwin in der Anabeb Conservancy eine Genehmigung und für nichts Anderes).

Und wie Christian schon erwähnte, ist es für einen Trophäenjager keine besonders große Herausforderung einen Löwen zu schießen. Denn sie haben keine Fressfeinde und fliehen deshalb nicht. Sie verlassen nur den Ort, wenn sie sich gestört fühlen. Das macht ihre Jagd relativ anspruchslos. Die Trophäenjäger ernähren ihr Ego nur von dem königlichen Ruf des Löwen.

@ christian
NA, das hab ich wohl so gedacht und es war wohl mal so und es ist schon wieder alles veraltet.
http://www.desertlion.info/ecotourism.html

Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 09. Mai 2010
852 Beiträge · seit 200609. Mai 2010 · #34
Also die Safaris gehen über die Kunene Conservancy Safaris. Für Preise usw. unten das Pdf.doc anklicken. Übrigens haben dort auch einige Ellies Halsbänder...aber anderes Projekt. 😄 Kann auch gebucht werden.
http://www.kcs-namibia.com.na/safaris.html
Ich denke hier verdienen die Projekte direkt ohne Zwischenhändler und ohne Werbung in Foren.
Privatsafaris sind das aber wohl auch nicht 😉

christian
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zuletzt bearbeitet 09. Mai 2010
4'129 Beiträge · seit 200809. Mai 2010 · #35
Noch mal @christian

Mir tröpfelte da noch was durch meine langsamen Gehirnwindungen.
Du schreibst:
„Das einige Tiere Halsbänder tragen, hat dabei nicht in erster Linie den Zweck dem Wohl des Tieres zu dienen. Schoeman wird, wenn Gäste einfliegen über die genaue Position der Tiere informiert. Beim abendlichen Gamedrive werden dann die Löwen "zufällig" entdeckt.“

Interpretiere ich das jetzt falsch? -Meinst Du damit, dass der Firma Schoemann Positionen von Löwen aus dem Löwenprojekt bekanntgegeben werden??
Von wem sollten die die aktuellen GPS-Positionen dieser Löwen kriegen?
Da kommt doch niemand ran, außer P. Stander selber!


- Und zur Fa. Schoemann: Waren es nicht auch die, deren Guide mit dem blauen Helicopter (kenianisches Kennzeichen) ohne Genehmigung am 22.4. auf der geschützten Mercury Island vor Lüderitz gelandet ist, um dann wieder nach Ostafrika abzuzischen?
Ja, das Land ist groß und ziemlich leer und vieles wird nicht bemerkt, aber manches eben doch.

Gruß lilytrotter


Übrigens:

Ondjamba Safaris (ich schrieb zuvor fälschlicherweise "Onjima", werd ich verbessern) bieten diese Tour doch noch an:
http://www.ondjamba.com.na/safaris-5_de.html

Okahirongo Lodge wirbt auf ihrer Seite mit Touren zum Desert Lion Project: http://www.okahirongolodge.com/Project.html
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 10. Mai 2010
852 Beiträge · seit 200610. Mai 2010 · #36
Hallo!

Zitat:
Interpretiere ich das jetzt falsch? -Meinst Du damit, dass der Firma Schoemann Positionen von Löwen aus dem Löwenprojekt bekanntgegeben werden??
Von wem sollten die die aktuellen GPS-Positionen dieser Löwen kriegen?
Da kommt doch niemand ran, außer P. Stander selber!

Ja, das meine Ich!

Zu den anderen Dingen kann ich nichts sagen .

Meine Einschätzung zu Schoeman nehme ich nur zurück, wenn mir hier jemand das Gegenteil beweist! Stander und Schoeman arbeiten zusammen! Zu Schoeman habe ich noch mehr Infos.
Aber eins ist klar, sollte sich meine Info als falsch herraustellen gebe ich einen aus!

Christian
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2'338 Beiträge · seit 200710. Mai 2010 · #37
Hallo

1986 unternahmen wir mit Louw Schoeman eine Safari in den nördlichen Skelettküsten Park. Damals war das wohl etwas von Exklusivsten, was man in Namibia überhaupt buchen konnte. Wir waren tief beeindruckt von dem was wir in jenen paar Tagen mit ihm erleben durften. Und da unsere Gruppe nur aus einigen wenigen Leuten bestand, hatten wir das Gefühl, an etwas teilgenommen zu haben, was vor uns nur wenige Menschen gesehen hatten, da Louw damals als einziger das Recht hatte, mit Touristen dieses abgeschiedene Gebiet zu besuchen. Er war extrem darauf bedacht, die Umwelt zu schonen, nirgends Spuren zu hinterlassen und verwischte sogar mit einem Besen Autospuren, um alles jungfräulich zu hinterlassen.

1987, also ein Jahr später unternahmen wir nochmals eine Safari und zwar mit Louw’s Sohn André. Da sah es schon ein wenig anders aus. Wir wurden mit dem Flugzeug in Swakopmund abgeholt und dann ging’s via einige Schlaufen Tiefflug über die Robben in Cape Cross (wir hatten Angst, dass der Pilot mit den Flügeln das Wasser berührte) ab ins Kaokoveld. Es war viel Action dabei und manchmal fast gefährlich, was da geboten wurde. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir so tief in den Flusstälern flogen, dass man das Gefühl hatte, die Flügel würden die Felswände streifen oder an den Beinaheunfall, als sich ein Fahrzeug während einer halsbrecherischen Dünenfahrt fast überschlug und die Passagiere panikartig vom Wagendach sprangen.. Die 5 Tage waren ein riesiges Abenteuer und sehr spektakulär gestaltet. Was war geschehen? Man hatte sich den Wünschen der Gäste angepasst, welche für ihr teures Geld auch was Spezielles erleben wollten.

“Einem Himba kann man vielleicht beibringen, dass ein Elefant schützenswert ist, aber niemals würde er verstehen, dass man Löwen schützen soll, da diese das Vieh fressen und das ist nun mal für einen Himba das Wertvollste, was er besitzt“. Diese Worte stammen nicht von mir, sondern von André Schoeman. P. Stander hat das bestimmt auch gewusst und trotzdem hat er Löwen an den Rand eines bewohntes Gebiet gelockt und dort, mit welchen Tricks auch immer, sesshaft gemacht. Mag ja sein, dass die Himbas entschädigt werden, wenn Löwen ihre Tiere reissen, aber der grosse Kuchen wird doch ganz klar anderweitig aufgeteilt. Diese verlogene und fiese Verkaufsstrategie unter dem Deckmäntelchen von Umweltschutz, Tierschutz , Oekotourismus und Bevölkerungsschutz oder Community-Entwicklung kann ich schon gar nicht mehr hören. Hier werden ganz klar Löwen für eigene, finanzielle Interessen missbraucht. Oder kann mir einer einen anderen einigermaßen plausiblen Grund nennen, wieso diese Tiere ausgerechnet dort hin gelockt wurden? Und dann kommt das grosse Wehklagen mit gegenseitiger Schuldzuschiebung, wenn mal was schief geht.

War es nicht eher so, dass man der Bevölkerung von Purros dieses Projekt mit einigen Versprechungen aufschwatzte? Sie sind sehr arm und unterentwickelt und halt mit allem einverstanden, was ihnen ein besseres Leben verspricht, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein.

Ich möchte Mr. Standers nichts unterstellen, aber auch er möchte ja nicht am Hungertuch nagen, deshalb ist er auch bereit, mit Löwenjägern und Safariunternehmern zusammen zu arbeiten oder selbst mit Touris auf Safari zu gehen. Irgendwo ist meistens eine dunkle Kehrseite dahinter und absahnen tun eh nur immer die Falschen.

Ich glaube, Vater Schoeman würde sich im Grab umdrehen, wenn er erfahren würde, was in letzter Zeit alles passiert ist.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
852 Beiträge · seit 200610. Mai 2010 · #38
Hallo Erika!

Um 1986 muss es da wirklich sehr abenteuerlich gewesen . Ich stimme Dir in vielen Punkten zu.
Nur in einem möchte ich widersprechen. Die Löwen sind nicht angelockt worden . Es ist ihr natürliches Habitat.
Würde es Desertlion nicht geben, würden die Löwen vom Menschen verdrängt. Siehe auch den Löwen Adolf, der vermutlich von Einheimischen erschossen wurde. Insofern finde ich die Arbeit von Desertlion nicht schlecht. Negativ finde ich die Tourismusentwicklung mit immer mehr Lodgen und eine Jagd die ethische Regeln nicht einhält. Siehe Didimala-Safaris.

Christian
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4'129 Beiträge · seit 200810. Mai 2010 · #39
@christian
Nun verstehe ich das.

Das kann natürlich sein, dass P.Stander Positionen seiner beobachteten Löwen an ausgesuchte Safariunternehmen gibt, die seine Arbeit unterstützen und gegebenenfalls auch ihm helfen. Er ist ja bei bestimmten Aktionen total auf deren Hilfe angewiesen. Wenn er Hilfe braucht, kommen eben diese Companies mit Leuten und Fahrzeugen und arbeiten nächtelang mit.

Ich denke, es ist nichts Verwerfliches daran, dass die betreffenden Safariunternehmen auf diese Weise erfolgreich Löwen finden und ihre fotografierende Kundschaft zufriedenstellen (die Löwen dort sind nämlich verdammt schwer zu finden, weil sie am Tage so scheu sind).
Allerdings denke ich, dass der Stander nur den Löwen Halsbänder anlegt, die für seine wissenschaftliche Arbeit von Interesse sind (Aufzeichnung von Wanderung, Jagd, Revier, Rudelzugehörigkeit, Rudelwechsel usw.).
Wie Du schon sagst, die Löwen müssen sich ihre Existenz ein bisschen mitverdienen, indem sie sich beobachten lassen. Anders kann das Projekt ja gar nicht existieren: Stander muss alle einbeziehen und will alle einbeziehen, er braucht die Anderen und die ihn. Er muss mit dieser Zusammenarbeit auch Geldquellen erschließen, denn sein Projekt steckt in permanenter Geldnot; - Alles, was zum Beispiel die neuen GPS-Collars angeht, ist verdammt teuer, aber auch besonders effektiv: - hätte z.B. Leonardo noch ein altes Radio-Collar gehabt, hätte man nie seinen Abschussort und den weiteren Verbleib des Senders erfahren!
P. Stander ist auf Spenden aus aller Welt angewiesen und muss permanent „betteln“ gehen, obwohl andererseits sein Projekt weltberühmt ist und die Weltpresse bei ihm Schlange steht.

@Erika
Danke für Deinen interessanten Erlebnisbericht!
Und gleichzeitig ist es auch bitter zu lesen, was sich verändert hat, wirklich schade.

Auch ich habe so meine Zweifel, ob ein solches Projekt nicht ab einer gewissen Population zu viele unbeherrschbare Probleme bereitet. Das zu beurteilen vermag ich nicht.
Aber ich bin mir sicher, dass P. Stander nicht die Löwen in die Nähe von Purros gelockt hat, die waren schon seit Jahren in den Hoarusib Floodplains. Das was er trainiert hat, ist, dass sie nicht verschwinden, wenn Autos auftauchen.
Und er geht auch nicht mit Touris auf Safari, die Safariunternehmen besuchen ihn quasi (mit vorheriger Anmeldung, denn man weiß nie, wo er gerade ist) und die Touris dürfen ihn für 4(?)Tage bei seiner Arbeit begleiten, das ist alles. Aber schon exclusiv genug.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
2'338 Beiträge · seit 200710. Mai 2010 · #40
Hallo

Anlocken war vielleicht ein überspitzter Ausdruck, aber so wie ich verstanden habe, wurden die Löwen im Huarosibtal an Autos gewöhnt, was doch sicher nicht reicht, um Löwen zum Bleiben zu bewegen. Nur endlos mit dem Auto hin und her fahren bringt doch auch nicht unbedingt viel, oder? Da muss schon mehr dahinter gewesen sein. Ich weiss, dass zum Beispiel in Kenia früher auch solche Aktionen stattfanden. Man hatte die Tiere mehr oder weniger immer an der selben Stelle gefüttert und damit erreicht, dass sie gar nicht mehr weit wanderten, da sie gelernt hatten, wie sie ohne grossen Aufwand zu Fressen bekamen. So kamen die Safarigäste bombensicher zu ihren heiß ersehnten Löwenkillfotos.

Aber eigentlich weiss ja keiner von uns genau, was wirklich um Leonardo geschah, und weshalb es möglich war, ihn abzuknallen. Jeder von uns da seine eigene Mutmassung und Theorie. Jedenfalls war es nett, mit euch zu plaudern. 😘


Schönen Abend und Grüessli

Erika.
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html