H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201606. Feb. 2025 · #61
5. Station: Trondheim
Nachdem wir in den letzten Tagen kaum im Auto gesessen haben, steht heute ein längerer Fahrtag an. Unser Weg führt uns bis nach Trondheim und das sind immerhin knapp 300 Kilometer und rund fünf Stunden Fahrzeit. Wir wählen die E39, die sich über etwa die Hälfte des Wegs an der Küste entlang gen Nordosten zieht. Das Fahren macht hier Spaß: Alles sehr entspannt und schöne Landschaft links und rechts der Straße. Unterbrochen wird die Zeit im Auto einmal mehr durch eine Fährfahrt. Heute bei weitaus besserem Wetter.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unsere Ferienwohnung, die in einem ruhigen Wohnviertel im Osten Trondheims liegt. Eine Straßenbahnhaltestelle ist nahebei und so freuen wir uns darauf, die Stadt ganz entspannt entdecken zu können, ohne horrende Parkgebühren zahlen zu müssen. Das Haus selbst ist wirklich schön.
Die Wohnung erstreckt sich über zwei Etagen und ist stilvoll eingerichtet.
Zwei Tage verbringen wir hier und von diesen tatsächlich mehr Zeit im Inneren der Wohnung, als wir es eigentlich geplant hatten. Zum Glück ist sie so schön und geräumig. Denn das Wetter zeigt sich bei unserem Trondheim-Besuch von seiner wankelmütigen Seite. Wir erreichen die Stadt bei strahlendem Sonnenschein und entspannen erstmal von der langen Fahrt. Da heute unser Hochzeitstag ist, überraschen die Kinder uns damit, dass sie unser Schlafzimmer heimlich dekorieren. Eine süße Geste.
Als wir schließlich unseren Ausflug in die Innenstadt beginnen wollen – nach der Zeit im Auto möchten wir zu Fuß gehen – ziehen bereits Wolken auf. Noch ist es aber trocken und das wird es auch den ganzen Rest des Tages bleiben, so dass einer schönen Entdeckungstour nichts im Wege steht. Trondheim hat für den Besucher einiges zu bieten. Zuerst lenken wir unsere Schritte zum wirklich sehenswerten Nidarosdom.
Er gehört zu den bedeutendsten Kirchen in Norwegen und ist Nationalheiligtum. Im Mittelalter und von 1818 bis 1906 war der Nidarosdom die Krönungsstätte der norwegischen Könige. Hier wurden sieben Könige gekrönt und zehn begraben. Bei Tripadvisor lesen wir: „größer wie der Kölner Dom“ – das ist natürlich in doppelter Hinsicht Quatsch. 😛
Bereits außen ist die Kirche einen genauen Blick wert. Vor allem die Westfassade beeindruckt mit einer Vielzahl figürlicher Darstellungen. Fun Fact: Der Erzengel Michael soll in seinen Gesichtszügen Bob Dylan gleichen. Wir haben es nicht verifiziert.
Aber auch von Innen ist der Dom absolut sehenswert.
Der Rest des Nachmittags wird dazu genutzt, die Stadt mit ihren weiten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Zu nennen sind hier die Gamle Bybro, eine Holzbrücke, die mit schönen Schnitzereien verziehrt ist, und bei sommerlicherem Wetter bestimmt noch reizvoller ist.
Sehenswert sind auch die bunten Speicherhäuser am Fluss Nidelva. Nahebei ist eine öffentliche Slackline gespannt, die wir mit unterschiedlichem Erfolg nutzen. 10 Punkte für die Kinder. Einige weniger für die Erwachsenen. Fotos bleiben hier unter Verschluss.
Abgerundet wird unsere Tour durch einen Spaziergang durch das kleine Viertel Bakklandet. Es entstand im 17. Jahrhundert. Die kleinen Gassen mit ihren bunten Holzhäusern versetzen den Müßiggänger in eine andere Zeit – wenn da nicht diverse Restaurants wären und Autos am Straßenrand stünden.
Zufrieden und gut gefüllt mit neuen Eindrücken verbringen wir einen schönen Abend in unserem Domizil.
Unseren zweiten Trondheim-Tag wollten wir eigentlich in der die Stadt umgebenden Natur verbringen. Leider mag das Wetter aber so gar nicht mitspielen. Das geplante Programm fällt mehr oder weniger dem Dauerregen zum Opfer. Und so bleiben wir lange in der Wohnung, streamen gemeinsam Filme, spielen, schmausen, schmökern, schlafen…
Am Nachmittag treten wir dann doch noch den Gang durch den Regen zur Straßenbahn an. Unser Ziel ist eine Indoor-Minigolfanlage mitten in Trondheim. Hier verbringen wir einige vergnügliche Stunden – für die Kinder ist der Regentag damit am Ende ein ziemlich guter Ferientag: Filme gucken, chillen, Minigolf. Alles besser als Papageitaucher. 😉
Am Abend hört der Regen auf, dunkel wolkig bleibt es trotzdem. Die Trockenheit möchte aber nach der Nässe des Tages genutzt werden. Wir fahren also zum nahen Theisendammen, einem kleinen See am Rand Trondheims, über den ich irgendwo im Netz gelesen hatte, dass es dort Biber geben soll. Die würden wir gern sehen und die Abendstunden sind naturgemäß eine gute Zeit für eine Sichtung. Leider ist der See heute Abend biberfrei und das Wetter lädt auch nicht so recht zur Landschaftsfotografie ein. So verbringen wir die Zeit bei Gesprächen mit netten Anglern, die heute auch keinen Biber gesehen haben, und einem kauzigen Local, der uns detailreich bis ins Intime von seinem Leben und seiner erotischen Verbindung zu Pflanzen erzählt. Reisen bildet. Irgendwann beginnt es wieder zu nieseln. Die Wildlife-Ausbeute ist am Ende mager: Immerhin ein Reh können wir auf dem Ausflug entdecken. Dicke Nager wären uns aber lieber gewesen.
Morgen früh möchte ich noch einen zweiten Versuch wagen, Meister Bockert zu Gesicht zu bekommen.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201606. Feb. 2025 · #62
Hallo Sascha,
einen ganz tollen Bericht schreibst Du da. Das Wetter in Norwegen - das ist der Grund warum ich meist ein anderes Ziel aussuche.
Und kein Kuschelbett am Hochzeitstag. Das wäre beim Bayern Schorsch nicht durchgegangen. 😉
LG Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Dandelion547 Beiträge · seit 201707. Feb. 2025 · #63
Guten Morgen Sascha,
ich hatte dieselben Gedanken wie Gabi: Hochzeitstag und getrennte Betten - das geht gaaaaar nicht! 😉 Und auch ich habe gleich an den lieben Claus gedacht und dass dem das auch überhaupt nicht gefallen würde 😗
Ich finde, trotz des durchwachsenen Wetters unternehmt ihr viel und habt schöne Fotos mitgebracht. Alesund und Trondheim stehen bei unserer geplanten Reise ebenfalls auf dem Plan und jetzt habe ich ja schon einige nette Ideen wie wir unsere Zeit dort verbringen könnten.
Liebe Grüße und bis morgen Abend Kordula 🙂
loeffel1'412 Beiträge · seit 201307. Feb. 2025 · #64
Hallo Sascha,
auch bei diesem - deinem - Norwegenbericht bin ich gerne dabei. Wir haben Norwegen im Rahmen zweier Hurtigruten-Postschiffreisen im Mai 2002 und Februar 2023 besucht. Einige eurer Stationen erkennen wir wieder. Papageitaucher und Adler haben wir im Rahmen dieser Touren zwar keine gesehen (Papageitaucher aber dafür auf Island), dafür aber Mitternachtssonne bzw. Polarlichter satt. Tolle Fotos, da freue ich mich auf mehr 🙂 .
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201608. Feb. 2025 · #65
@ Gabi und Kordula Das geteilte Herz ließ sich durch Verschieben zusammenfügen. 🙂 Was das Wetter angeht: Ja, es ist durchaus abwechslungsreicher als zur Trockenzeit in Namibia. Aber ab jetzt heißt es hier im Bericht mit wenigen Ausnahmen: Sommerwetter pur. Und mit Stadtbesichtigungen ist es bis Oslo auch vorbei: Bühne frei für Natur und Wildlife.
@ Stefan Wie schön,dass ihr auch mitlest! Polarlichter können wir jahreszeitenbedingt nicht bieten - auf meine erste Sichtung muss ich noch warten. Helle Nächte werden aber nun folgen und das titelgebende Schlafdefizit weiter ausbauen.
Bis bald in diesem Bericht oder in Büsnau. 🤩 Sascha
PKPapa Kenia541 Beiträge · seit 201210. Feb. 2025 · #66
Hallo Sascha, durfte im Nidaros Dom wieder fotografiert werden? Ich war 2018 und 19 dort. Beide Male herrschte totales Fotografierverbot. Habe mich auch daran gehalten. 2020 hieß es dort „Feuer frei“, weil wegen Corona so wenig Touristen kamen. Alles Gute! Grüße Dieter
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201610. Feb. 2025 · #67
Hallo Dieter, 2024 gab es kein Fotoverbot im Dom. Als wir dort waren, war das Besucheraufkommen auch recht übersichtlich. Vielleicht haben sie es nach Corona nicht wieder eingeführt? Herzlich Sascha
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201610. Feb. 2025 · #68
6. Station: Von Trondheim zum Campingplatz Yttavik
Heute stehe ich vor den anderen auf und schleiche mich auf leisen Sohlen hinaus. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen. Im Frühnebel breche ich zur erneuten Bibersuche an den Theisendammen auf. Von einem Parkplatz aus ist es ein kurzer Fußmarsch durch die noch menschenleere Natur bis zum Seeufer. Ein kleiner Steg führt hinaus auf das Wasser und bietet einen guten Ausblick über das von Nebelschwaden überzogene Nass. Mein Auge muss nicht lange suchen: Nicht weit entfernt zieht tatsächlich ein Biber seine Bahn. 🤩
Zwei Tiere kann ich heute früh beobachten. Mission erfüllt.
Neben den großen Nagern ist der See heute Morgen von einigen Entenarten bevölkert: Pfeifente, Reiherente und Schellente.
Auch ein Grünschenkel fliegt irgendwann ein.
Ornithologisches Highlight sind für mich aber zwei Sterntaucher. Diese schönen Vögel sehe ich zum ersten Mal und wenn ihre Rufe die Stille des frühen Morgens durchschneiden, ist das eine ganz wunderbare Stimmung.
Und zwischendurch und immer wieder: Die Biber.
Zum Frühstück fahre ich zurück zur Ferienwohnung. Dann heißt es zusammenpacken und unbedingt nochmal an den Theisendammen zurückkehren. Die Morgensonne hat den Frühnebel komplett verdrängt, die Temperaturen sind schnell gestiegen und so wird der weitere Morgen und Vormittag für Familienzeit am See genutzt.
Drei von vieren lassen es sich nicht nehmen, ausgiebig zu schwimmen. Auch so stellt man sich einen sommerlichen Skandinavienurlaub vor. Nach dem gestrigen Schmuddeltag ist das ein herrliches Kontrastprogramm – auch wenn nicht allen Familienmitgliedern ganz wohl dabei ist, das kühle Nass mit Enten zu teilen, die sich kaum an Abstandregeln halten mögen… Auch Biber lassen sich aus der Ferne nochmals kurz sehen. Schön, dass wir somit alle den Nager auf der individuellen Sichtungsliste vermerken können. Am späten Vormittag müssen wir uns losreißen. Wir haben schließlich noch eine enorme Strecke zu bewältigen. Heute steht unser Hauptfahrtag in Richtung Norden an. Unser Ziel für eine Nacht ist ein Campingplatz am Straßenrand: Yttervik. Ganze 450 Kilometer trennen uns von unserem Ziel – und das sind in Norwegen schnell mal sechseinhalb Stunden Autofahrt. 😣 Der Weg führt uns zu Beginn sehr schön am Trondheimfjord entlang.
Dann geht es recht stracks gen Norden auf der E6. Die Landschaft verändert sich. Es wird waldiger und es zieht sich durchaus. Dank guter Musik und unserer Switch lässt sich aber auch diese stumpfe Fahrerei und Sitzerei überstehen.
Ein Highlight hält die Fahrt aber für uns bereit. Denn plötzlich steht irgendwann ein Elch am Straßenrand. Mit so einer Zufallssichtung hatten wir gar nicht gerechnet! 🤩 Zu unserem Glück ist der Elch so touristenfreundlich, dass er sich an einer Ausfahrt zu einem Waldweg positioniert hat. Wir biegen also ab, steigen vorsichtig aus dem Wagen – schließlich liegt das Teleobjektiv gut verstaut im Kofferraum – und nähern uns dann Schritt für Schritt dem riesigen Tier, das sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lässt. Immer wieder schaut die Elchkuh zwar zu uns herüber, um dann aber einfach mit dem Futtern fortzufahren. So stehen wir viele Minuten staunend ganz in der Nähe dieses tollen Tiers und können unser Glück gar nicht so recht fassen.
Irgendwann reißen wir uns los. Der Elch bleibt vor Ort, wir fahren weiter gen Norden.
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich den Campingplatz Yttervik, der neben der E6 recht schön am Ranfjord liegt. Auf dem Zeltplatz gibt es eine Handvoll Hütten, eine davon haben wir für die nächste Nacht gemietet. Es gibt zwei Schlafzimmer mit Stockbetten (zum selbst beziehen), ein sehr einfaches Bad und ein schönes Wohnzimmer mit offener Küche. Heute wird es Nudeln geben – wir sind ja nicht so die großen Köche…
Wir gehen etwas spazieren, auch wenn das neben der E6 nur eingeschränkt möglich ist und genießen den Blick von unserem Balkon über den Fjord. Nach diesem langen Fahrtag sind wir ganz schön erschöpft.
Dandelion547 Beiträge · seit 201710. Feb. 2025 · #69
Hallo Sascha, da hattet ihr aber einige bemerkenswerte Sichtungen an dem Tag. Ich freue mich für euch, dass die Elchkuh so kooperativ war und brav gewartet hat bis euer Fotoequipment einsatzbereit war. Ich hätte mir den Spaziergang am Ende des Tages geschenkt und mich gleich mit einem Glas guten Weins auf die Terrasse gesetzt 😉
Liebe Grüße Kordula 🙂
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200910. Feb. 2025 · #70
Lieber Sascha,
das Foto vom Grünschenkel mit den Tautropfen an den Grashalmen finde ich sehr gelungen. Aber der Knaller sind natürlich die Sterntaucher im Prachtkleid. Die kenne ich bislang nur im Schlichtkleid, wenn hier mal Einer Station bei uns auf dem Baggersee macht, aber da machen sie natürlich nicht halb so viel her. 😵 Und wenn ich mir dann noch die melancholischen Rufe dazu vorstelle...
Viele Grüße, schön, dass wir uns in Büsnau mal wieder getroffen haben, Matthias
Big_Sven162 Beiträge · seit 200711. Feb. 2025 · #71
Moin Sascha, wieder sehr schöne Fotos und ein toller Bericht. Besonders gefällt mir der Sterntaucher. Mit etwas Glück findet man Stern und auch Prachttaucher an einigen Seen. Das diese aber auf Fotodistanz herankommen ist nicht immer selbstverständlich! Und auch der Elch gefällt. Ich habe ja immer den Verdacht, dass die meisten Elche bei den Skandinaviern in der Kühltruhe liegen. 🙄 Grüße Sven
für Bibersichtungen wäre ich aber auch extra früher als alle anderen aufgestanden. Diese hübschen Tierchen fehlen mir auch noch in meiner Sammlung. Aber auch sonst hattest Du fantastische Sichtungen mit Sterntaucher, Elch und Co. Und diese wie immer wunderbar mit der Kamera eingefangen. Ein Genuss die Bilder anzuschauen. So kann es gerne weitergehen, ich freue mich auf die Fortsetzung!
loeffel1'412 Beiträge · seit 201312. Feb. 2025 · #73
Hallo Sascha, da hattest du aber viel Glück mit dem Wildlife in Norwegen. Biber zu beobachten ist schon toll.
Biber-Interessierte müssen aber nicht unbedingt in die Ferne schweifen. Auch bei uns in Deutschland gibt es sie. Wir haben 2021 während der Corona-Pandemie einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Auf dem Flüsschen Peene unternahmen wir eine abendliche Biber-Safari und sind mit einem kleinen solarbetriebenen Katamaran die Peene entlanggefahren. Neben Bibern gab es auch jede Menge Vögel zu beobachten, z.B. Milane. Rohrweihen, Neuntöter, Kuckucke etc. Die Bootstour und die Stimmung erinnerten uns stark an den Caprivi.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
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H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201612. Feb. 2025 · #74
Danke für eure zahlreichen Stimmen zu diesem afrikafernen Bericht. So macht das Schreiben Spaß!
@ Dandelion Liebe Kordula, nach Bergen, Alesund und Trondheim beginnt nun der echte Natur- und Wildlife-Teil der Reise. Sichtungen haben naturgemäß nicht die Frequenz wie in afrikanischen Nationalparks, aber unterm Strich sind wir sehr zufrieden mit dem, was da noch kommt. Auch wenn der Balkon sehr schön war - nach sechseinhalb Stunden Fahrt war Bewegung Pflichtprogramm.
@ Fotomatte Lieber Matthias, es freut mich, dass dir das Foto gefällt. Und die Sichtung der Sterntaucher war für mich etwas Besonderes. So schöne Vögel! Es hat mich auch sehr gefreut, dich in Büsnau gesehen und gesprochen zu haben.
@ Big_Sven Lieber Sven, der Theisendammen ist nicht sooo groß, daher war mit etwas Geduld die Fotodistanz zu den Tauchern ganz gut. Wir haben später im Dovrefjell auch Prachttaucher gesehen - da werde ich euch aber das Foto ersparen, denn der Taucher ist ein stecknadelgroßer Fleck auf sehr viel Blau... Der Jagdeifer auf Elche ist uns auf der Reise auch klar untergekommen, als ein lokaler Fotograf auf den Lofoten mit uns über Abschussquoten gesprochen hat...
@ Tina76 Liebe Tina, bist du nicht in Sri Lanka? Danke für das Fotolob! Es ist immer schön, ein so nettes Feedback zu Aufnahmen zu bekommen. 😊
@ loeffel Lieber Stefan, da hast du recht. Wir haben Biber auch in unserer Nähe in der Eifel und sogar aktuell Fraßspuren an der nahen Sieg. Die Nager breiten sich immer weiter aus. Allein sie zu sehen, ist nicht immer einfach. Wie witzig! 2021 haben wir die gleiche Tour auf der Peene gemacht: Auf dem Solarboot mit Ingo. Uns hat es damals auch sehr gut gefallen und wir konnten neben den Bibern auch einige von dir genannte Vögel sehen. Auch wir fanden die Tour sehr Kwando-like. Und dies hat uns dazu motiviert, in diesem Sommer eine ganze Woche im kleinen Hausboot auf der Peene - dem "Amazonas des Nordens" unterwegs zu sein. 🙂
@ all Herzlichen Dank auch an alle Button-Drückerinnen und -Drücker. Es ist schön zu sehen, dass der Bericht gelesen wird.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201513. Feb. 2025 · #75
Eben habe ich deinen RB entdeckt. Wie schön ist es doch deine wunderbaren Fotos anzusehen. Bei Puffins, Biber, Elch ist doch auch ein wenig Safari dabei. Wir sind am Sonntag von Norwegen zurück gekommen und waren bei winterlichem Wetter und tiefen Temperaturen von Bergen bis nach Kirkenes und zurück mit dem Schiff unterwegs. Daher kenne ich nun einige deiner Aufenthalts Orte. Danke dass du uns an eurer Familien Reise teilhaben lässt. Liebe Grüsse von Katrin
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201613. Feb. 2025 · #76
@ Sadie Liebe Katrin, wie schön, dass du nun auch dabei bist! Ein bisschen "Safari" muss immer sein! 🙂 Ihr habt ja bestimmt eine sehr erlebnisreiche Tour hinter euch! Gab es Polarlichter satt? Herzlich Sascha
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201613. Feb. 2025 · #77
7. Station: Von Yttervik nach Å auf den Lofoten
Zum Sonnenaufgang ist die Nacht für mich mal wieder zu Ende – ich weiß auch nicht, warum mein Schlaf in fremden Betten immer so früh enden möchte. Also trete ich im Schummerlicht des anbrechenden Tages auf unseren Balkon und atme tief die frische Fjordluft ein.
Plötzlich durchbricht ein lautes Prusten die Stille. Ein Schritt zum Geländer und ein Blick nach unten ins Wasser enthüllt die Verursacher: Zwei Schweinswale ziehen nur wenige Meter von mir entfernt durch den Fjord. 🤩 Nach einem kurzen Blick springe ich schnell zurück ins Haus, um das passende Objektiv zu holen und die noch dösenden Familienmitglieder über die Sichtung zu informieren. Natürlich wollen alle die Wale sehen und wir haben Glück, denn die zwei Tiere ändern immer wieder ihre Richtung und lassen sich so von uns allen beobachten und dokumentarisch festhalten.
Whale-Watching vom Balkon aus – was für ein unverhoffter Start in den neuen Tag!
Nach einem gemeinsamen Frühstück verstauen wir einmal mehr unsere Sachen im Auto. Yttervik war schließlich nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu den Lofoten. Heute sind es noch 245 Kilometer und etwa dreieinhalb Stunden Fahrt bis zur Fähre in Bodø, die uns auf die Lofoten bringen wird. Die Fähre habe ich sicherheitshalber vorgebucht und so müssen wir gegen Mittag am Hafen sein. Das sorgt für eine frühe Abfahrt in Yttervik.
Nach etwa 100 Kilometern Fahrt erreichen wir den Polarkreis. Trotz der gebuchten Fähre halten wir natürlich an und spazieren bei wunderbarem Wetter ein wenig herum. Denn für uns alle vier ist es das erste Mal, dass wir diesen Grad überqueren. Unsere Kleine baut ein Steintürmchen, das sich zu vielen seiner Art gesellt und verkündet: „Ich war hier“. Insgesamt ist der Ort eher eine „gefühlte Attraktion“.
Abgesehen von ein paar Infotafeln gibt es hier ein Besucherzentrum, das sich bei näherem Betrachten aber als Souvenirshop und Café entpuppt. Den Besuch sparen wir uns gegebenenfalls für den Rückweg auf.
Durch einmal mehr schöne Landschaft setzen wir den Weg gen Bodø fort und erreichen das Städtchen mehr als pünktlich.
So haben wir noch viel Zeit, den Hafen zu entdecken oder einfach in der strahlenden Sonne zu sitzen. Ob das Vorbuchen letztendlich nötig war, kann ich gar nicht einschätzen. Auf der Vorbucherspur warten nur wenige Fahrzeuge. Alle anderen kommen auch mit. Beruhigend war es am Ende aber schon, einen sicheren Platz zu haben. Pünktlich nähert sich die Fähre dem Hafen.
Nach dem Entladen fahren wir an Bord und suchen uns einen Platz im Aufenthaltsraum. Die Fahrt wird etwa drei Stunden dauern. Freunde haben uns vor der Überfahrt gewarnt, die bei entsprechendem Seegang ihren Tribut fordern könnte. Wir haben aber Glück: Es ist beinahe windstill und das Meer ist optimal ruhig. Und so genießen wir die Fahrt bei Hotdogs und schönen Blicken auf das Festland und die vorgelagerten Inseln.
Immer wieder lassen sich über die Wasseroberfläche fliegende Trottellummen und Papageitaucher beobachten. Das eigentliche Highlight ist jedoch die Inselkette selbst, die irgendwann am Horizont erscheint.
Immer wieder liest man, dass die Lofoten so wirken würden, als würden die Alpen einfach aus dem Meer wachsen. Ein Bild, das, bei der Annäherung von See aus, sehr nachvollziehbar gewählt ist. Überaus beeindruckend ragen die schroffen Felswände der Lofotwand viele hundert Meter hinauf in den Himmel. Sich diesem Panorama zu nähern, gehört für uns zu den bleibenden Eindrücken dieser Reise.
H.Badger schrieb: Liebe Tina, bist du nicht in Sri Lanka?
Lieber Sascha, noch nicht. Aber fast auf der Zielgeraden. Ab morgen entfliehen wir der Kälte hier. 🙂 Dein Tipp und der von Loeffel mit den Bibersichtungen und den Kwando-liken Bootstouren an der Peene habe ich mir ansonsten direkt mal notiert. Das klingt wirklich super! So, sehe gerade. Es gibt schon ein neues Kapitel von Dir zu lesen. Das schaffe ich noch vor dem Urlaub. 😉
casimodo4'529 Beiträge · seit 200713. Feb. 2025 · #79
Hi Sascha,
da sitzt der H.Badger unter fast blauem Himmel im T-Shirt 🤩 😎 auf der norwegischen Terrasse und verdaut die zahlreichen Sichtungen 😎
Es macht ziemlich viel Spaß mit Euch mitzureisen! Eure Mädels werden sich später bestimmt oft über die Reiseerlebnisse mit ihren tollen Eltern freuen und gerna daran zurückerinnern 🙂
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201615. Feb. 2025 · #80
@ Tina76 Etwas verspätet: Wir wünschen euch eine ganz tolle Zeit in Sri Lanka! Bringt mindestens so tolle Eindrücke mit, wie beim ersten Mal! 🤩
@ Casimodo Lieber Carsten, von neun Grad Spitzentemperatur waren wir die ganze Zeit über ziemlich weit entfernt. 😎 Es waren meist deutlich über 20 Grad mit Spitzenwerten gerade auf den Lofoten. Da war das T-Shirt oft Kleidungsstück der Wahl. Aber schneeüberzuckerte Gipfel wären auch etwas Feines gewesen... Auf Norwegen haben die Kids tatsächlich auch schon wieder Lust! 🙂