Schweden? Ja, kann man auch mal machen!

Reisebericht 86 Antworten · 6'559 Aufrufe · gestartet 11. Jan. 2025 von Papa Kenia
Themenstarter540 Beiträge · seit 201211. Jan. 2025 · #1
Hallo Allerseits!

Besser spät als nie! Ich habe nun doch noch einen Bericht zu Papier (oder auf den Monitor) gebracht.

Wir schreiben das Jahr 2021! Und wir sind noch mitten in der Corona-Zeit.

Trotz meiner Lungenkrankheit habe ich keinen Bock zu Hause rumzusitzen. Ich will nochmal raus.

Da wegen ärztlichem Veto ja nix mehr mit ‚fliegen‘ ist, bleibt also wie in den letzten Jahren wieder nur der Bus. Seit 2018 begnüge ich mich daher mit solchen Best-Ager-on-Tour Rundreisen.

Dieses Mal geht es nach Schweden.

Wer mit dem Norden Europas nichts anfangen kann, braucht erst gar nicht weiterlesen. Klickt einfach dahin, wo es Giraffen oder Wüstenelefanten gibt! Diese Tiere sieht man in Schweden auch mit Sichtungsfee nämlich relativ selten.

Dass dieses die letzte Tour werden würde, hatte ich im Vorfeld bereits geahnt. Dass es aber so hart für mich werden würde, hatte ich nicht vermutet.

Tag 1
Eigentlich war es wie die drei Jahre zuvor. Natürlich kannte ich bereits vor der Buchung die Route auswendig. Da die Hotels der Rundreise ebenfalls bekannt waren, hatte ich mich tagelang intensiv mit den Hotelbeschreibungen und Bewertungen befasst. Es schien wieder alles zu passen. Immerhin war das nunmehr die vierte Tour mit diesem Veranstalter. Bisher hat es meinerseits nie irgendwelche Beanstandungen gegeben.

Es war wie immer. Morgens um sieben Uhr war nicht nur die Welt noch in Ordnung, sondern ich wurde mit einem Shuttlebus direkt vor der Haustür abgeholt. Toll! Ja, lüg ich denn? Mein Lieblingsfahrer Akim stieg aus dem Fahrzeug. Durch die Rundreisen in den Jahren zuvor war er mir bestens bekannt.

Dass Reisende den Fahrer ‚duzen‘ ist völlig normal. Dass Fahrer die Urlauber auch ‚duzen‘ ist eigentlich nicht normal. Wir beide lagen voll auf einer Wellenlänge. Bereits bei unserer ersten Tour hatte ich ihm das ‚du‘ angeboten.

Kurze, aber herzliche Begrüßung. Dann rein in den Shuttle. Knappe Vorstellung bei den bereits im Fahrzeug sitzenden Personen. Und ab ging es wie in den letzten Jahren über die A43 nach Münster.

An einer Autobahnraststätte hatten wir Gelegenheit unsere Blasen zu erleichtern oder wie einige wenige, sich die Lungen noch mal mit Nikotin vollzuhauen. Dieses Laster habe ich Gott sei Dank hinter mir.

Mein Lieblingsfahrer verabschiedete sich: „Wir sehen uns noch! Ich fahre nachher bei euch mit!“

Dann trafen zwei oder drei weitere Zubringerfahrzeuge und auch unser Fünf-Sterne-Super-Luxus-Bus mit ein paar Minuten Verspätung ein. Während die Fahrer der Zubringerfahrzeuge unsere Koffer und Taschen im Reisebus verstauten, konnten wir Gäste nun unsere Plätze in Beschlag nehmen.

Wie in den Jahren zuvor hatte bereits bei der Buchung die Möglichkeit bestanden, sich seinen Wunschplatz auszusuchen. Auf den Sitzen lagen nun wiederum Zettel mit den Namen der Urlauber.

Wir waren noch mitten in der Corona Zeit. Der Reiseveranstalter hatte damit geworben, allerneueste Filteranlagen in seine Busflotte eingebaut zu haben und garantierte auch, dass nicht alle Plätze belegt werden würden. Wegen dieser Vorsichtsmaßnahmen würde im Bus keine Maskenpflicht herrschen.

Es waren 31 Urlauber an Bord. In Schweden würde noch ein Reiseleiter hinzusteigen.

Der Platz neben mir blieb frei. Zwei Sitze für mich allein, also so richtig zum Räkeln. Obwohl das eigentlich nicht erforderlich ist, denn diese Reisebusse bieten wirklich sehr viel Beinfreiheit.

Nachdem sich der Fahrer über die Bordanlage gemeldet und als ‚Herbert‘ vorgestellt hatte, stellte er ebenfalls Akim vor. Der hatte auf dem Reiseleitersitz Platz genommen. Die ersten Stationen würde Akim mit uns fahren und dann in Schweden eine andere Tour übernehmen.
Die ersten paar Tage hatte ich nach Ankunft in unseren Hotels noch Gelegenheit genug mich mit ihm zu unterhalten.

Bevor wir jetzt jedoch losfuhren, verteilten Akim und Herbert Frühstücksboxen und schenkten Kaffee aus. Einige Leute waren zu diesem Zeitpunkt bereits ja noch länger unterwegs als ich. Diese lechzten geradezu nach Kaffee.

Endlich setzte sich der Bus Richtung Kiel in Bewegung. Während einer längeren Pause konnten wir hinter Hamburg an einem Rasthof unseren Mittagshunger stillen. Nach einem weiteren Zwischenstopp kamen wir nachmittags in Kiel an. Bisher bin ich nur vom Norwegen-Kai mit einer Fähre der Color-Line in See gestochen. Dieses Mal hielten wir am gegenüberliegenden Schweden-Kai. Schließlich wollten wir ja nach Göteborg.

Wir wurden vom Fahrer darauf hingewiesen, dass alle Dinge, die für eine Nacht benötigt werden, nun unbedingt mitgenommen werden müssen. Reisetaschen und Koffer könnten im Bus bleiben. Der würde im Schiffsrumpf geparkt werden. Aber auch erst wieder zugänglich sein, wenn wir in Göteborg von Bord gefahren sind.

Herbert besorgte für alle Teilnehmer die Tickets. Nachdem diese verteilt waren, begaben sich alle Urlauber ins Gebäude der Stena-Line.

Die Einschiffung erfolgte ungefähr ab 17 Uhr. Da ich schlecht zu Fuß bin, mogelte ich mich durch die Wartenden nach relativ weit vorne. Für eine Einzelperson ist das gar nicht so schwer. Als ich endlich durch den Check-In war, begannen für mich schon Qualen. Die Gangway, in schöner leichter Steigung, nahm und nahm kein Ende. Immer geradeaus bis zum Horizont. Dann schräg links. Letzter Schwenk nach ganz links. Das Empfangskomitee wartete bereits und begrüßte die Ankömmlinge. Ich ging an Bord und ließ mich zunächst in die erstbeste Sitzgelegenheit fallen.

Nachdem ich hier ein paar Minuten meine Module heruntergefahren und meine Lunge hochgefahren hatte, machte ich mich auf die Suche nach meiner Kabine. Gott sei Dank hatte ich nur meinen Rucksack zu schleppen, der neben Kamerazeugs den Inhalt für die nächsten drei Tage beherbergte.

Bei Buchung der Reise waren angeblich keine Außenkabinen buchbar, so dass ich nun mit einer Innenkabine Vorlieb nehmen musste. Das muss aber eine Ausrede gewesen sein. Von den paar Passagieren, die an Bord waren, hat sich ja wohl nicht jeder eine Außenkabine genommen. Was solls? Für die eine Nacht war das völlig in Ordnung.

Schnell noch die Kabine inspizieren und für gut befinden. Alles wie gehabt und wie erwartet. Rucksack ablegen, Kamera schnappen und dann begab ich mich auf das Oberdeck, um die Abfahrt nicht zu verpassen.

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Pünktlich um 18.45 Uhr legte die Fähre mit Ziel Göteborg ab. Das Wetter spielte mit. Es herrschten angenehme Temperaturen. Die Hafenausfahrt habe ich sehr genossen.

Zum Abendessen traf sich unsere Gruppe vor dem Speisesaal. Alle Teilnehmer waren pünktlich und so konnten wir uns an den uns zugewiesenen Tischen niederlassen.

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Der Speisesaal war fast leer. Zu der Auslastung der Fähre kann ich nur Schätzungen abgeben. Ich vermute, dass irgendwo so um die 200 bis 300 Passagiere an Bord waren.

Trotzdem war das Buffet vom Feinsten und es fehlte an nichts. Das Schönste jedoch waren die kostenlosen alkoholischen Getränke. Wein und Bier waren inkludiert.

Es folgte wie immer auf solchen Rundreisen das erste vorsichtige Abtasten zwischen den Reiseteilnehmern. Wer sich nicht die Namen der anderen merken konnte (wer kann das schon), hatte in den nächsten Tagen noch genügend Gelegenheit.
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Nach dem Abendessen begab ich mich ein weiteres Mal an Deck.

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Danach ging es relativ früh in die Kajüte.

Gute Nacht!

Grüße an alle!
Dieter (Papa Kenia)

2012 Kenia - 2013 Kenia - 2014 Kenia - 2015 Kenia - 2016 Kenia - 2018 Skandinavien - 2019 Norwegen - 2020 Norwegen
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2025
3'883 Beiträge · seit 201111. Jan. 2025 · #2
Hallo Papa Kenia,
wie schön, wieder von dir zu lesen. Schaumermal, ob sich Schweden als Urlaubsland für Nicht-mehr-in-der-Lage-nach-Afrika-fliegende Touris eignet.
Deine Luftprobleme lesen sich jedoch bedenklich.Aber du schaffst das. Da bin ich mir sicher!

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
8'054 Beiträge · seit 200812. Jan. 2025 · #3
Hallo Papa Kenia,

Da bin ich auch dabei! 🙂

Schweden kenne ich nicht besonders ausser Stockholm......

Schönen Abend
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter540 Beiträge · seit 201213. Jan. 2025 · #4
@freshy
Hallo freshy,
schön, dass Du dabei bist. So ein alter Haudegen wie ich lässt sich nicht unterkriegen. Betonung liegt auf „alt“😊
Alles Gute in 2025!

@Annick
Hallo Annick,
dann zeige ich Dir noch das ein oder andere Foto außerhalb von Stockholm!
Auch Dir alles Gute in 2025!

Viele Grüße
Themenstarter540 Beiträge · seit 201213. Jan. 2025 · #5
Tag 2
Auf jeden Sonnenuntergang folgt ein Sonnenaufgang. So auch heute.

Ich bin Frühaufsteher. Also war ich nach dem üblichen morgendlichen Ritual im Bad bereits um kurz nach sechs Uhr an Deck. Es wehte ein lausiges Lüftchen. Um nicht zu sagen, es war schweinekalt und der Wind hob mich fast von den Füßen (ich wiege ja auch nicht viel). Ich beeilte mich, ganz schnell wieder unter Deck zu kommen.

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Um sieben Uhr öffneten sich die Türen zum Speisesaal. Hier war es windstill😊. Heute Morgen gab es keine feste Sitzordnung. Man nahm dort seinen Platz ein, wo gerade frei war. Und das war fast überall.

Das Frühstücksbuffet war reichlich. Es gab nichts, was es nicht gab. Gut gestärkt begab ich mich danach wieder an Deck.

Die Einfahrt nach Schweden war großartig. Es war zwar immer noch windig bis stürmisch, aber die Sonne schien mittlerweile und gab eine wohltuende Wärme ab.

Wir legten um ein paar Minuten nach neun Uhr in Göteborg an. Bei so wenig Fahrzeugen und Personen ging das Ausschiffen schnell über die Bühne. Um 9:30 Uhr setzte ich meine Füße auf schwedischen Boden. Schnell noch zwei oder drei Bilder geschossen und dann kam auch schon unser Reisebus auf uns zu.

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Als alles überflüssiges Gepäck endgültig im Bus verstaut war und wir unsere Plätze vereinnahmt hatten, setzte sich der Bus in Bewegung.

Bekannte, die ich auf der Skandinavien-Rundfahrt 2018 kennengelernt hatte, und zu denen ich auch heute noch regen Mail- oder Telefonkontakt habe, beglückwünschten mich zu der Entscheidung der Schweden-Rundreise. Sie hatten diese Tour bereits im Jahre 2017 gemacht. Sie drückten mir die Daumen: „Wenn du den Jonas als Reiseleiter bekommst, hast du das große Los gezogen! Der Typ ist der ‚Knaller‘. Viel Glück!“

So war es. Genau dieser ‚Knaller‘ war mit uns eingestiegen. Jonas stellte sich über die Bordanlage vor und gab uns die ersten Informationen zur Rundreise und kommentierte sogleich die Strecke und sehenswerten Gebäude, die links und rechts der Straße zu sehen waren.

Der erste Eindruck von Jonas war positiv. Er schien völlig sympathisch zu sein.

Zunächst fuhren wir bei unserer Stadtrundfahrt auf eine Anhöhe nahe der Stadt. Zur Masthauerkirche, wo wir eine Pause einlegten und ausreichend Gelegenheit hatten, uns die Kirche anzusehen und genügend Fotos zu schießen.

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zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2025
Themenstarter540 Beiträge · seit 201213. Jan. 2025 · #6
Danach ging es weiter mit der Stadtrundfahrt. Der nächste Halt war bei der Oper. Bevor wir ausstiegen, wies uns Jonas auf das rot-weiße Hochhaus ‚Skanskaskrapan‘ hin. Im Volksmund wird es nur ‚Lippenstift‘ genannt.

Vor dort oben muss man eine gigantische Aussicht über Göteborg haben. Leider stand dieses nicht mit auf unserem Plan.

Gegenüber der Oper war eine riesige Baustelle, eingezäunt mit einem Bauzaun. Damit der Zaun nicht mit irgendwelchen Schmierereien und Parolen verschandelt würde, hatte der Stadtrat den Zaun für Profi-Sprayer für die Dauer der Baustelle freigegeben. Man musste sich für eine freie Fläche extra bewerben.

Es waren wirklich sehenswerte Arbeiten dabei.

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Bei der Weiterfahrt kamen wir zum Götaplatsen mit der Poseidon Statue. Rings um den Platz herum befinden sich auch das Theater und das Museum. Anschließend ließ uns unser Fahrer am Gustav-Adolfs-Torg aussteigen. Wir hatten nun Freizeit und konnten auf eigene Faust die nähere Umgebung erkunden und auch mal in die Einkaufspassagen reinschnuppern.

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zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2025
2'610 Beiträge · seit 200713. Jan. 2025 · #7
Hallo Dieter,

ja, Schweden kann man definitiv auch mal machen 😎

Ich freue mich, dass es dir scheinbar ja sehr gefällt. Wäre mein Mann nicht ein "Gegner" des kalten, nordischen Winters gewesen, wäre ich dorthin ausgewandert 😄 . Aber als Urlaubsland haben wir es sehr oft besucht. Uns hat Jämtland/Härjedalen sehr gut gefallen, weil sehr dünn besiedelt und viel Platz für einsame Wanderungen und viele Angelseen.

Ich werde weiter an deiner Reise teilnehmen und mich an deinen Bildern erfreuen.

LG
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Themenstarter540 Beiträge · seit 201213. Jan. 2025 · #8
Hallo Jambotessy,
das Wetter ist das einzige Problem in Skandinavien. Sturm, Kälte und Regen ist auch nicht unbedingt meins. Es geht aber auch anders.

Wenn Einsamkeit so nach Deinem Geschmack ist, dann wird Dir der Schluss dieses 2. Tages garantiert nicht gefallen 😊 Ich habe jedenfalls die Krise gekriegt. 😊

Viele Grüße
Dieter
Themenstarter540 Beiträge · seit 201213. Jan. 2025 · #9
Nachmittags fuhren wir nach Marstand. Vom Färjeläge ‚Fähranleger‘ wollten wir auf die vorgelagerte kleine Insel. Das heißt, wir wollten gar nicht. Wir mussten. Das stand schließlich so in unseren Buchungsunterlagen. Es bestand die Möglichkeit, hier die Carlsten Festung zu besichtigen.

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Trotz meiner Lungenkrankheit war ich bisher relativ locker mit der Maske umgegangen (schließlich waren wir noch voll in der Corona-Zeit). Als ich diese Fähre betrat, hatte ich jedoch keine Hemmungen, mir dieses schicke Teil wieder ganz schnell über Mund und Nase zu ziehen. Irgendwie kam ich mir vor wie bei einer Viehzählung in einem eingezäunten Gatter zu Zeiten von Wyatt Earp, aus dem es kein Entkommen gab. Einheimische und Touristen ohne Ende. Wo war ich denn hier gelandet? Dicht gedrängt standen nicht nur gefühlt Hunderte Schulter an Schulter. Es war wirklich so!

Die Überfahrt dauerte höchstens drei oder vier Minuten. Ich war froh, als wir endlich von der Fähre konnten.

Sinngemäß stand im Reiseprospekt: ‚Die gemütlichen Gassen laden zu einem Bummel ein? ‚Hallo??‘ Da war nix mit gemütlichen Gassen.

Ich dachte, ich bin auf der Cranger-Kirmes gelandet. Hully Gully in allen Gassen. Ist denn wirklich ganz Schweden hier und heute und dieser Insel anwesend? Gibt es kein anderes Ausflugsziel? Hilfe!!

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Mir war sofort klar, dass ich hier nicht lange bleiben werden. Die Festung konnte mich mal. Kaffeedurst trieb mich zunächst in ein nettes Café, das von der Promenade etwas zurückversetzt lag. Hier suchte ich mir einen ruhigen Platz in der Sonne und genoss, abseits des Trubels, in Ruhe ein Stück Kuchen bei einer Tasse Kaffee.

Ich weiß nicht mehr, wann ich mich in die Schlange auf die Fähre eingereiht habe. Es ging sehr diszipliniert zu. Meine Maske setzte ich auch schnellstens wieder auf. Nach wenigen Minuten waren wir wieder an Land und ich beobachtete aus einiger Entfernung diesen Trubel. Das brauch‘ ich im Urlaub kein zweites Mal.

Gegen 18 Uhr waren alle Mitreisenden wieder am Bus. Einige begeistert, andere teilten meine Meinung.

Es ging nun nach Stenungsund. Zu unserer ersten Unterkunft an Land während der Rundreise. Es handelte sich um einen Yachtclub. Das Hotel liegt, wie es sich für einen ordentlichen Yacht-Club gehört, direkt am Wasser. Ich bekam ein Zweibett-Zimmer. Es war top ausgestattet und relativ groß. Das Bad war sehr ansprechend und absolut sauber. Das Abendessen, welches es vom Buffet gab, war ebenfalls voll in Ordnung. Heute Abend kamen beim ‚dinnieren‘ auch die ersten intensiveren Gespräche zustande.

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Mit vollem Bauch vertrat ich mir bei angenehmer Luft noch ein wenig die Beine vor dem Hotel, bevor ich voller Hoffnung an die Bar ging, um zu testen, ob die Bierpreise in Schweden günstiger sind als in Norwegen. Doch das war ein frommer Wunschtraum. Über die Alkoholpreise ist man sich in ganz Skandinavien wohl einig.

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Bis dann!
Grüße
Dieter
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2025
2'610 Beiträge · seit 200713. Jan. 2025 · #10
Hallo Dieter,
hattest Recht - nix für mich 😎

LG
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Themenstarter540 Beiträge · seit 201215. Jan. 2025 · #11
Tag 3

Ich hatte sehr gut geschlafen und kam auch ohne Wecker frühzeitig aus dem Bett. Vor dem Hotel machte ich heute erst die ersten Fotos. Zu dieser Stunde waren noch nicht allzu viele Gäste auf den Beinen und so gelang es mir, fast touristenlose Bilder zu schießen.

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Nachdem sich unsere Gruppe am Frühstücksbuffet gestärkt hatte und alle Koffer und Taschen wieder im Bus verstaut waren, fuhren wir nach Fjällbacka. Ein kleiner, malerischer Fischerort. Hier war seinerzeit „Ronja Räubertocher“ verfilmt worden. Wir parkten den Bus knapp außerhalb des Ortes und gingen zu Fuß zum Wasser hinunter. Das war wirklich Bilderbuch-Schweden, wie man es sich vorstellt.

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Es gibt ein Ingrid-Bergmann-Denkmal. Welches zu Ehren der Schauspielerin errichtet wurde, da sie in diesem Ort mehrere ihrer Urlaube verbracht hat. Angeblich wurde auch ihre Asche hier ins Meer gestreut.

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Die ganz Abenteuerlichen aus unserer Truppe konnten noch einen halsbrecherischen Weg nach oben auf den Berg Vetteberget nehmen. Zwischen zwei Felswänden kann man über Geröll und Felsbrocken aller Größen nach oben klettern. Die Aussicht von oben soll großartig sein. Ich nahm mit der Aussicht hier unten am Wasser vorlieb. Die war schon toll genug. Das reichte mir. Und meine Knochen bleiben heile.

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zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2025
Themenstarter540 Beiträge · seit 201216. Jan. 2025 · #12
Nächster Halt unserer heutigen Tour waren die Felszeichnungen von Tanumshede. Sie sind geschätzte 3000 Jahre alt. Die Unesco hat sie zum Weltkulturerbe erklärt.

Vom Parkplatz aus war es eine ziemliche Strecke zu den Steinen mit den Ritzungen. Das wollte ich meiner Lunge nicht zumuten und konzentrierte mich sofort auf das Museum und die Außenanlagen. Zumal unser Reiseleiter uns mitgeteilt hatte, dass wir das Museum und die Außenanlagen ebenfalls besichtigen werden. Also hatte ich hier schon mal einen Vorsprung. Felsenmalereien hatte ich in Norwegen, in Alta, schon genug bewundern können.

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Die Außenanlagen waren ganz nett anzusehen. Wesentlich beeindruckender fand ich allerdings letztes Jahr „Maihaugen“ in Norwegen. Das Museum war überschaubar. Nachdem ich das Gelände abgelaufen hatte, ging ich zurück ins Gebäude. Hier gönnte ich mir ein Stückchen Kuchen mit einem Pott Kaffee. Nach geraumer Zeit setzten sich zwei Ehepaare zu mir und wir unterhielten uns angeregt.
zuletzt bearbeitet 17. Jan. 2025
985 Beiträge · seit 202316. Jan. 2025 · #13
Hallo Papa Kenia,
ich melde mich mal, weil ich weiß, dass es verunsichernd ist, ob ein RB auf Interesse stößt, wenn sich kaum jemand meldet. Mit Schweden habe ich mich noch gar nicht auseinandergesetzt. Ich bin ein Frostbeutel. Da ist dieses Land nicht mein erster Gedanke, wenn ich mir Urlaub vorstelle. Aber landschaftlich hat Schweden schon was zu bieten. Bin gespannt auf deine Fotos wenn es primär um Flora und Fauna geht.
Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
Themenstarter540 Beiträge · seit 201216. Jan. 2025 · #14
Hallo Silvia,
vielen Dank für Deinen Eintrag.

Sturm, Regen und Kälte sind auch nicht meins. Ich liebe Hitze! Und das kann Skandinavien auch. Manchmal.

Es ist mir völlig klar, dass dieser Bericht auch eigentlich nicht in dieses Forum gehört. In der Corona-Zeit, als niemand reisen konnte/wollte/durfte, haben einige Mitglieder RB aus vergangenen Zeiten über Schweden, Island, Schottland, Grönland etc. zu Papier gebracht. Aus diesem Grunde habe ich das auch getan.

Es gibt einige Mitglieder hier im Forum die wissen, warum, wieso, weshalb es mich nach Norden verschlägt. Für Dich zum besseren Verständnis: Namibia-Forum: Mit dem Reisebus zum Nordkap In der Einleitung steht alles!

Dass meine Berichte nicht die meisten Leser haben, ist mir auch bewusst. Das war schon bei den Kenia-Berichten so. Demotiviert mich aber nicht! Selbstmordgedanken bekomme ich auch nicht😊.

Alles Gute für Dich und viele Grüße
Dieter
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2025
Themenstarter540 Beiträge · seit 201216. Jan. 2025 · #15
Dann war Zeit zum Aufbruch. Kurz vor 15 Uhr kamen wir am nächsten Ziel an. Häverud. Angeblich Europas einzige Stelle, wo Wasser-, Schiene- und Asphaltstraße sich kreuzen.

Der Dalslandkanal besteht aus mehreren Kanälen, die den Vänern-See (größter See Schwedens) und mehrere andere Seen in der Nähe verbindet. Hier vor Häverud gibt es eine 4stufige Schleuse.

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Nach ein paar Fotos mit Blick auf die Brücken und Kanäle fuhren wir hinunter zum Wasser.

Wir hatten ausreichend Zeit uns die Gegend, die Schleusen und das ganz Drumherum anzuschauen. Es gibt hier noch eine Fischrösterei, ein Kanalmuseum, Cafés sowieso und Souvenirshops.

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Irgendwann rief dann der Bus wieder nach uns. Auf dem Weg dorthin gönnte ich mir noch ein leckeres Eis. Bei diesen Temperaturen schmeckte es noch mal so gut!

Dann starteten wir Richtung Lidköping zur Unterkunft für die zweite Übernachtung in Schweden.

Warum es von Lidköping und/oder unserem Hotel überhaupt kein einziges Foto gibt, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Bei mir eigentlich kaum vorstellbar. Vielleicht hatte ich einen Dauerkrampf in meinem Auslöser-Finger.

Das Hotel war – obwohl Ausstattung und Sauberkeit top waren –, nicht ganz so mein Ding. Alle Singles bekamen im obersten Stock ihr Zimmer. Immerhin gab es hier einen Fahrstuhl. Auf den ersten Blick schien das Zimmer in Ordnung zu sein. Das Bad auch. Aber die Hitze! Eigentlich bin ich ja hitzeresistent. In diesem geschätzten 18 m² Backofen bekam ich jedoch Schnappatmung. Als ich das Fenster öffnete, erschrak ich zunächst. Die beiden Tauben auch. Ich hatte zwei Tauben aufgescheucht, die außen auf der Fensterbank saßen. Und wo diese zwei Tauben waren, haben vorher wohl hunderte gesessen. Die Fensterbank nach außen war vollgekackt bis zum geht nicht mehr. Also Luke wieder dicht. Wer weiß, welche Bazillen ich mir hier sonst noch einfange. Dann lieber heute Nacht schwitzen und im eigenen Saft schmoren.

Zum Abendessen trafen wir uns in der Hotelhalle. „Schwitzt ihr auch so? Das ist vielleicht eine Affenhitze im Zimmer!“ Das entsprach der Tatsache.

Es war heute nicht nur warm, es war sogar richtig heiß. Bisher hatten wir nicht ein Wölkchen am Himmel gesehen. Das wird sich aber bald ändern.

Als sich alle Teilnehmer vor dem Hotel eingefunden hatten, marschierten wir zu einem knapp 10 Minuten entfernten griechischem Restaurant, welches nur für unsere Reisegruppe geöffnet hatte.

Das Essen hat wohl allen geschmeckt. Es gab keine Meckerei. Meiner Meinung nach gab es hierfür auch keinen Grund.

Nach dem Abendessen suchten sich einige Leute noch eine geöffnete Lokalität, um sich einen Absacker zu gönnen. Das erwies sich als gar nicht so einfach, da in Schweden viele Restaurants sonntags geschlossen bleiben. Immerhin fanden wir recht nah beim Hotel eine Pizzeria, wo wir uns einen Absacker gönnten.

Die erste Nacht in diesem Hotel war doch erträglicher als zunächst befürchtet.

Bis dann! Grüße
Dieter
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2025
221 Beiträge · seit 201416. Jan. 2025 · #16
Hallo Dieter,

ich finde es ganz schön zur Abwechslung was über Schweden zu lesen. Wenn man aus gesundheitlichen Gründen keine Fernreisen mehr machen kann ist das eine nette Alternative.

Grüße & Alles Gute
Peter
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2025
Themenstarter540 Beiträge · seit 201217. Jan. 2025 · #17
Hallo Peter,
danke für Deinen Eintrag. Schön, dass Du dabei bist.
Man muss sich halt den Gegebenheiten anpassen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.

Alles Gute und viele Grüße
Dieter
985 Beiträge · seit 202317. Jan. 2025 · #18
Hallo Dieter,
dass du ohne Selbstmordgedanken schreiben kannst, ist ja schon mal ein guter Anfang 😄
Früher oder später werden wir alle Abschied von Afrika nehmen müssen, es sei denn jemand möchte auswandern. Ich mag noch gar nicht daran denken.

Vielleicht denken wir dann: Der Dieter hatte doch so eine tolle Alternative, wo war das noch...? 🙂

Ich lese deinen Bericht gerne mit. Werde halt nicht immer einen Kommentar abliefern.

Danke dass du dir die Mühe machst.
Liebe Grüße
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35 Beiträge · seit 201917. Jan. 2025 · #19
Hallo Dieter,
ich lese Deinen Bericht auch mit Interesse mit.
Wir verbringen seit vielen Jahren unsere (Haupt-)Urlaube in Schweden, da finde ich es immer interessant, wie das Land auf Andere wirkt.
An der Westküste waren wir allerdings seit vielen Jahren nicht mehr. Wäre eigentlich ein Grund mal wieder hinzufahren.
Viele Grüße
Wolfgang
P.S. An Alle, die befürchten in Schweden frieren zu müssen: im Juli und August ist es dort erheblich heißer als in Namibia!
Themenstarter540 Beiträge · seit 201218. Jan. 2025 · #20
@Nacho
Früher oder später werden wir alle Abschied von Afrika nehmen müssen, es sei denn jemand möchte auswandern. Ich mag noch gar nicht daran denken.
Hallo Silvia,
dann genieß Afrika so lange es geht!
vielleicht denken wir dann: Der Dieter hatte doch so eine tolle Alternative, wo war das noch...? 🙂
Ich bin gerührt! 🥹 Danke!


@Wolfgang1956
Wir verbringen seit vielen Jahren unsere (Haupt-)Urlaube in Schweden, da finde ich es immer interessant, wie das Land auf Andere wirkt.
Hallo Wolfgang!
Schweden ist mit seinen Wäldern und Seen wirklich ein faszinierendes Land. Kann verstehen, dass es Euch da immer mal wieder hin verschlägt. Und Schweden kann sogar richtig „heiß“ im Sommer!

Schönes Wochenende Euch Beiden!
Grüße
Dieter
zuletzt bearbeitet 18. Jan. 2025