H.Badger schrieb: Der Müll, der bei eueren ersten Birding-Stopps so präsent war, hat uns im Herbst in Jordanien auch immer wieder schockiert....
Liebe Bele, lieber Sascha,
genauso ging es mir vor einigen Tagen in den Wetlands des Ambrakischen Golfs in Griechenland! Mitten in der schönsten Natur und Landschaft lagen Unmengen von Plastikmüll rum.... Und auch bei mir standen die Flamingos quasi im "Dreck" 😵
Vielleicht bin ich nicht Hardcore genug, dass mich das nicht stört. Ich fand es ätzend 😠
Aber das nur am Rande - mir gefallen die Grün- und Rotschenkelbilder außerordentlich gut! 🙂 Und auch Deine bisherigen Schilderungen und Fotos machen Laune und Lust auf mehr!
Liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Dillinger796 Beiträge · seit 201508. Jan. 2025 · #22
Hallo Bele,
da komme ich aus dem Urlaub, checke das Forum und entdecke einen Bericht von dir. Mt großer Freude werde ich Ihn verfolgen, auch wenn meine Begeisterung für Vögel sich sehr in Grenzen hält. Schmunzeln mußte ich bei dem Bild der Brücke mit deinen Birderfreunden. Ich als Bauingenieur dachte sofort, selbst in Marokko wird die Betonqualität und der Zustand der Brücken besser kontrolliert als bei uns in Deutschland. Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht und auf deine Erlebnisse.
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201009. Jan. 2025 · #23
jaffles schrieb:Hallo Bele, jetzt muss ich mich auch kurz melden. Finde ich klasse, dass du so einen reinen Birding Trip einstellst. Da bin ich echt daran interessiert, wie so ein Trip abläuft und was man drum herum erlebt. Bin aber ab Samstag erst mal weg und werde dann erst nach unserer Rückkehr fertig lesen können. Danke fürs berichten! LG Claudia
Hi Claudia, da wünsch ich dir einen tollen Urlaub – und der Bericht läuft ja nicht weg! Freu mich dann, wenn du nach der Rückkehr alles nachliest, ich hoffe, ich bin bis dahin fertig 😉 !
H.Badger schrieb:Liebe Bele, da folge ich dir doch höchst interessiert. Über WhatsApp konnte ich bisher ja eher vogelarme Eindrücke genießen. Über das nun "nachgelieferte" Federvieh freue ich mich nun sehr. Der Müll, der bei eueren ersten Birding-Stopps so präsent war, hat uns im Herbst in Jordanien auch immer wieder schockiert.... Da ist die Fokussierung durch ein Spektiv eine willkommene Blickverengung. Also: Danke für deine Mühen und deine gewohnt "flotte Schreibe". Herzlich Sascha
Hallo Sascha, wir haben ja oft genug im Vorfeld über den Tripp geredet 😄 – nun ist er schon wieder vorbei 😐 . Schade, dass Ihr in Jordanien auch so viel Müll hattet. Man fragt sich immer wieder, was die Leute sich dabei denken, wenn sie das Zeug in einen Trockenfluss werfen. Wenn das Wasser kommt, ist alles weg – aus den Augen, aus dem Sinn… 😗 oder so…. 😈 Schön, dass du trotz Unrat mitliest 🤪 !
tigris schrieb:
H.Badger schrieb: Der Müll, der bei eueren ersten Birding-Stopps so präsent war, hat uns im Herbst in Jordanien auch immer wieder schockiert....
Liebe Bele, lieber Sascha, genauso ging es mir vor einigen Tagen in den Wetlands des Ambrakischen Golfs in Griechenland! Mitten in der schönsten Natur und Landschaft lagen Unmengen von Plastikmüll rum.... Und auch bei mir standen die Flamingos quasi im "Dreck" 😵 Vielleicht bin ich nicht Hardcore genug, dass mich das nicht stört. Ich fand es ätzend 😠 Aber das nur am Rande - mir gefallen die Grün- und Rotschenkelbilder außerordentlich gut! 🙂 Und auch Deine bisherigen Schilderungen und Fotos machen Laune und Lust auf mehr! Liebe Grüße Simone
Simone, ich fand es auch ätzend 🤢 – und die anderen auch! Ich war aber sicher die, die am meisten Landschaftsfotos machen wollte, und da fällt einem das dann noch mal mehr auf…. Oje, und in Griechenland ist das auch so 😣 ? Wobei, ich finde auch manchmal morgens auf der Schwäbischen Alb viel Müll von irgendwelchen Partys am Vorabend…. 🤩 😈
Dillinger schrieb:Hallo Bele, da komme ich aus dem Urlaub, checke das Forum und entdecke einen Bericht von dir. Mt großer Freude werde ich Ihn verfolgen, auch wenn meine Begeisterung für Vögel sich sehr in Grenzen hält. Schmunzeln mußte ich bei dem Bild der Brücke mit deinen Birderfreunden. Ich als Bauingenieur dachte sofort, selbst in Marokko wird die Betonqualität und der Zustand der Brücken besser kontrolliert als bei uns in Deutschland. Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht und auf deine Erlebnisse. Liebe Grüße Markus
Tja, Markus, die Vögel kann ich dir leider nicht ersparen 😄 . Über deine Brückengedanken musste jetzt ich wiederum schmunzeln 🙂 !
Schön, dass Ihr alle dabei seid, auch wenn so eine Vogelreise ja nicht sonderlich spannend ist - ich freue mich auf jeden Fall über alle Mitlesenden und Dankebuttondrückenden! 😘
Wenn nichts dazwischen kommt, geht es hier heute noch weiter!
Kornado323 Beiträge · seit 202009. Jan. 2025 · #24
Hallo Bele, fast hätte ich Deinen Bericht übersehen, weil mich Marokko eigentlich nicht so interessiert. Aber dann ist mir zum Glück der Champagner aufgefallen, und dann muss man natürlich mal genauer hinschauen und mitlesen. Viele Grüße bis bald Peter
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201009. Jan. 2025 · #25
Kornado schrieb:Hallo Bele, fast hätte ich Deinen Bericht übersehen, weil mich Marokko eigentlich nicht so interessiert. Aber dann ist mir zum Glück der Champagner aufgefallen, und dann muss man natürlich mal genauer hinschauen und mitlesen. Viele Grüße bis bald Peter
Peter, mit Champagner lässt sich fast jedes Land schöntrinken 🤪 (sagt eine, die keinen Champagner mag, sondern nur schnell einen Nickname brauchte, als sie gerade aus der Champagne zurückkam.... 😣 ).
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201009. Jan. 2025 · #26
1. Dezember 2024
Wir haben den 1. Dezember und ich werde gleich im Freien bei Vogelgezwitscher frühstücken 🤩 – genau so hab ich mir das gewünscht 🙂 !
Allerdings geht die Sonne hier erst um ca. 8.15 Uhr auf, war für mich als Lerche bedeutet, dass ich schon lange vor dem Frühstück wach bin. Es geht den anderen aber ähnlich, und so streifen wir mit Fernglas und Kamera bewaffnet schon in der Morgendämmerung durch die Anlage und freuen uns über die vielen Piepmätze hier (wobei man bei dem Licht noch nicht so richtig fotografieren konnte, wie man sieht).
Samtkopfgrasmücke - die sind so süß!
Schbätzle
Graubülbül
Das Frühstück ist sehr lecker und zieht sich auch ziemlich.
Es gibt guten Kaffee, so viel man will, Orangensaft, Brot, selber gemachtes Mandelmus, Marmelade, nur die angekündigte Portion Käse ist ein bisschen witzig, das ist einfach eine Ecke „La vache qui rit“ - Streichkäse 😎 . Nach einer Weile werden noch Msemmen, eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen serviert, später dann noch Omelette!
Wir hatten die Frühstückszeit von 8.30 Uhr auf 8.15 Uhr vorverhandelt, trotzdem sitzen wir natürlich ewig lang am Tisch. Pappsatt geht es kurz darauf los zu unserem Tagesausflug in Richtung Norden. Heute besteht theoretisch die Möglichkeit, einen Waldrapp oder vielleicht sogar mehrere zu sehen 😮 😕 🤩 (der Plural von Waldrapp ist laut Duden Waldrappe, man liest aber auch oft Waldrappen – ich hab mich jetzt mal ganz elegant vorm Plural gedrückt 😛 ).
Kreuz = Waldrappgebiet, roter Kreis ganz oben = unser Mittagsstopp und roter Kreis rechts = Paradise Valley, wohin wir dann nach dem Essen gefahren sind.
Wir fahren direkt an der Küste entlang und machen einen ersten Stopp, um zu schauen, wer sich am und überm Wasser tummelt.
Das Wetter ist herrlich und die Aussicht traumhaft.
Für meine Mitreisenden gibt es Möwen im Überfluss, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie jedes Exemplar einzeln bestimmt haben 😗 😎 . Ich denke jetzt mal, dass es vor allem Mittelmeermöwen waren, bin mir aber alles andere als sicher. Auf jeden Fall finde ich es ganz unwissenschaftlich hübsch, wie sie Schatten auf den Strand werfen!
Nebenher genieße ich weiter den Ausblick 😉
In der zweiten Reihe stehend (absichtlich, nicht weil ich aus der ersten wegen Unwissenheit oder schlechtem Benehmen verwiesen wurde 😛 ), muss ich über meine Mitreisende aus der Schweiz (links) schmunzeln 🙂 , sie sagt nämlich lachend über sich selbst: „Ich bin behängt wie ein Weihnachtsbaum 😄 !“. Orni-Christbaumschmuck sozusagen 😗 : Kamera (übrigens auch die SonyRX10M4), Tasche, Trinkflasche, vorne das Fernglas (nicht sichtbar), Stativ und Spektiv (wenn sie damit unterwegs ist, schultert sie diese beiden Teile).
Wir stehen dort eine knappe Stunde – es gibt nämlich nicht nur auf der Seeseite, sondern auch auf der Landseite Vögel zu beobachten. In der Wand entdecken wir – was nicht ganz einfach ist auf Grund ihrer guten Tarnung – Felsenhühner (vier an der Zahl).
Wir fahren ein Stückchen weiter, und schon gibt es die nächsten Sichtungen.
Sperling
Trauersteinschmätzer (dekorativ auf Stromkabel)
und ein Exemplar des wunderschönen Diademrotschwanzes (Nationalvogel Marokkos). Die gibt es auch bei unserer Unterkunft im Garten, aber da habe ich keinen erwischt. Dieser hier lässt sich gleich von allen Seiten ablichten
und fliegt dann noch auf einen etwas dekorativeren Ansitz – wenn da nicht das Gestrüpp im Weg wäre 😣 . Aber egal, er fliegt eh gleich ab.
Also wieder alle ins Auto, was durchaus eine sportliche Übung ist, denn alle tragen wir ja bekannterweise diverses Zeug mit uns rum und wer in der hinteren Reihe sitzt, muss sich durch die Lücke zwischen Autowand und mittlerer Sitzreihe quetschen. Es gibt aber auf der ganzen Reise kein Gequengel, wer wo sitzt. Irgendwie fügt es sich immer….
Nach ca. einer halben Stunde fahren wir um die Kurve beim Cap Ghir und Jürgen erklärt uns, dass ab hier das Waldrapp-Land beginnt. Rechterhand ist der Parc National de Tamri, linkerhand der Altlantik. Die Waldrappe haben einen guten Geschmack, was Landschaft betrifft 😉 .
Ab sofort schauen wir uns natürlich die Augen aus dem Kopf, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass man die einfach so im Vorbeifahren sehen kann….. 😐 STOPPPPP, da - ein Waldrapp, direkt neben der Straße 🤩 !
Nee oder? Wir halten an, Jürgen ist ein Meister darin, schnell aber kontrolliert zu bremsen und gleichzeitig eine Abstellmöglichkeit für unser Bussle zu finden.
Vorsichtig steigen wir aus und schauen uns um – tatsächlich, da sind sie!
Vier Stück "grasen" ein Stück weit neben der Straße, noch vor dem Zaun zum Naturschutzgebiet. Wir stehen am Straßenrand auf der anderen Seite und können sie super beobachten und fotografieren. Was für ein Glück 😘 ! Es sind unterschiedlich alte Tiere, was man gut am Aussehen erkennen kann.
Die Alten sind die mit der wilden Frisur und der roten Kehle! Wenn das Licht auf das Gefieder trifft, kann man eigentlich nicht mehr von Rappen sprechen!
Zu den vieren fliegt noch ein fünfter ein.
Nach ca. 20 Minuten verkrümeln sie sich langsam weiter nach oben und wir sehen sie in Richtung Meer abfliegen.
Der Tag ist dank der Waldrappe eigentlich schon gelaufen – der Rest ist Zugabe (und dann auch nicht mehr so spektakulär) ! Davon dann im nächsten Kapitel!
ich oute mich mal als stiller Leser. Man hattet Ihr ein Glück mit den Waldrappen. Es sind so wunderschöne Vögel. Mir wäre so ein reiner Birder Trip zu anstrengend. Ich liebe zwar das bunte Federviehzeug auch, aber nur Vögeln hinterher hecheln, muss nicht sein, zumal wir dafür auch nicht ausgerüstet sind.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201010. Jan. 2025 · #28
Botswanadreams schrieb:Hallo Bele, ich oute mich mal als stiller Leser. Man hattet Ihr ein Glück mit den Waldrappen. Es sind so wunderschöne Vögel. Mir wäre so ein reiner Birder Trip zu anstrengend. Ich liebe zwar das bunte Federviehzeug auch, aber nur Vögeln hinterher hecheln, muss nicht sein, zumal wir dafür auch nicht ausgerüstet sind. LG Christa
Guten Abend Christa,
ja, ich konnte mein Waldrapp-Glück auch kaum fassen! Eine kleine Hoffnung, sie zu sehen, hatte ich schon, aber ich dachte, maximal als kleine schwarze Punkte irgendwo am Horizont.
Wegen der Birder-Reise: das kann ich durchaus nachvollziehen. Man steht sich schon sehr viel die Beine in den Bauch, wobei ich das daheim ja teilweise auch mache. Aber die eine Woche ging wirklich schnell rum, es wurde nie langweilig und wir haben auch sehr viele verschiedene Landschaften dadurch gesehen. Und ich hatte natürlich ein riesiges Glück mit der Gruppe, das war wirklich sehr angenehm und wir hatten auch viel Spaß.
So, ich werde mal versuchen, diesen 1. Dezember noch fertig zu schreiben - bis dahin liebe Grüße von Bele
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201010. Jan. 2025 · #29
1. Dezember - Fortsetzung
Weil es hier so schön ist, erkunden wir noch die Steilküste. Hier sitzt ein Raubwürger (algeriensis) weit entfernt auf einem Busch.
Wir pirschen uns vorsichtig heran und können ihn beobachten, wie er Samen zupft, die ihm aber teilweise davongeweht werden.
Ein hübscher Kerl!
Jürgen (unser Reiseleiter) ist auch mit der Kamera unterwegs, was mich etwas beruhigt, da ja auf der Website des Reiseunternehmens steht, man dürfe erst fotografieren, wenn alle beobachtet hätten.
Erstens ist mir nicht klar, wie man das feststellen soll (auch wenn mir klar ist, dass übereifrige Fotografen durchaus nerven können, vor allem wenn sie sofort versuchen, dem Objekt der Begierde möglichst nahe zu kommen) und zweitens stört meine Kamera ja genau so viel oder so wenig wie ein Spektiv, solange ich das (künstliche) Geräusch des Auslösers ausgeschaltet habe und auf Höhe der Beobachter bleibe. Allerdings hatte ich dieses Thema schon vorab in einer Mail mit Jürgen angesprochen und er hatte mich dort schon beruhigt. Dass er aber auch sehr gerne sein neues Objektiv testet (und sich wie ein kleines Kind über gute Fotos freut 🤪 ), passt mir in den Kram. Zudem man sich oft ja auch großflächig übers Gelände verteilt.
Möwen gibt es natürlich auch hier 😗
und weit entfernt ziehen immer wieder Gruppen von Basstölpeln vorbei (ich weiß, für dieses Foto braucht man viel Fantasie und Glauben, aber die Spektivkucker haben sie zweifelsfrei identifiziert!).
Im Gebüsch sind auch Schwarzkehlchen unterwegs, hier ein Mädel.
Ein letzter Blick auf die wilde Brandung des Atlantiks
und dann klettern wir wieder in unseren Bus.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Plage Tamri, und biegen rechts ab. Jürgen lässt uns die Wahl: wollt Ihr erst essen oder schauen? Natürlich wollen wir erst schauen, auch wenn es schon Mittag ist.
Scharf links von der N1 biegen wir auf eine Sandpad und stellen dort das Auto ab.
Wir schlagen uns durch Gebüsch, wo u.a. wieder die netten Samtkopfgrasmücken unterwegs sind (auch hier ist ein Mädel am Start)
und erreichen dann die Stelle, wo der Asif N'Srou das Meer gerade nicht erreicht. Übrigens ist es hier - wie auch vorher an der Steilküste relativ sauber!
Natürlich gibt es hier wieder jede Menge Möwen 😗
und Jürgen weist uns auf eine Korallenmöwe direkt am Wassersaum hin (die linke).
Klaus und ich bewundern die Vögel, wie sie für die Landung schön in den Wind drehen, um sanft ins Wasser zu gleiten.
Das klappt allerdings nicht immer 🤩 - siehe unten rechts.
Hier fliegen auch Waldrappe herum 🤩 - dieses Exemplar ist beringt und besendert.
Nach etwa einer halben Stunde Möwen 😎 😛 marschieren wir mit unserem ganzen Geraffel zurück zum Auto. Nach ein paar Minuten Fahrtzeit erreichen wir die Auberge Imazighen, wo wir uns zum ersten Mal mit einer marokkanischen Speisekarte auseinandersetzen müssen.
Zum Glück haben wir Jürgen dabei, er erklärt uns, was 1/4, 1/2 und 1/1 Spießchen sind. Laut seiner Aussage reicht eine 1/4 Portion locker, einer will es nicht glauben und schafft seine 1/2 Portion kaum. Ich bestelle mir einen gemischten Salat mit Pommes dazu, und auch ich habe zu kämpfen, denn in dem Salat befinden sich schon jede Menge Kartoffeln! Es schmeckt aber alles sehr lecker, teilweise trinken wir frisch gepressten Orangensaft dazu, teilweise Tee, der immer sehr stilvoll serviert wird. Das Essen ist spottbillig - ich ahne jetzt schon, dass ich zu viele Dirham getauscht habe! 😮
Der Rest des Tages ist eigentlich schnell erzählt. Nach dem Essen fahren wir wieder nach Süden, um dann nach Osten ins Gebirge abzubiegen (und halten auch für Vierbeiner 😉 ).
An einer Oase machen wir einen kurzen Stopp –
nicht nur für Vögel, sondern auch für eine Gottesanbeterin und einen Frosch.
Dabei fällt auf, wie sehr sich alle auch an diesen kleinen Sichtungen erfreuen können - ich mag das sehr!
Am Ende falle ich etwas zurück
weil ich noch unbedingt diesen Turmfalken erwischen möchte.
Danach geht die Fahrt weiter ins Paradise Valley, wo wir wenig Vögel sehen, fast nur Zilpzalpe.
Die Landschaft ist aber toll und wir halten uns auch hier eine gute Weile auf, bis Jürgen zum Aufbruch bläst.
Er hat übrigens ein sehr gutes Zeitgefühl bzw. Timing – auf der ganzen Reise hat er es immer geschafft, uns pünktlich zum Abendessen zu unserer Unterkunft zurückzubringen!
Zurück geht es im schönen Abendlicht nach Agadir, wo uns wieder ein sehr gutes Abendessen erwartet.
Unterwegs, ziemlich am Schluss, entdecken wir noch diese Lerche, leider nur durch die getönte Autoscheibe geknipst. Eine Haubenlerche, aber ob es eine Thekla ist, lässt sich so nicht sagen....
Das war ein toller Tag 🙂 mit bestem Wetter, dem Highlight Waldrapp und sehr unterschiedlichen Landschaften: Atlantikküste, Flussdelta, Oasen, Gebirge, Schluchten.
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201014. Jan. 2025 · #30
2. Dezember 2024 : Von Agadir nach Tiznit (Teil 1)
Heute verlassen wir Agadir, unsere nächste Unterkunft ist in Tiznit. Beim Frühstück genießen wir noch einmal die Blütenpracht rund um die Terrasse.
Plötzlich brummt ein riesiger Schwärmer um uns herum. Das ist zwar kein Vogel, aber ich hoffe, dass es okay ist, wenn ich ihm ein bisschen hinterherjage. Er ist schwer zu erwischen, aber für eine ID reicht das Foto: ein Linienschwärmer.
Nun machen wir uns auf den Weg nach Süden. Plötzlich ruft Klaus ziemlich genau an dieser Stelle: „Wiedehopf!“ 🤩
Ähh, wo hat er den jetzt gesehen 😐 ? "Naja, da rechts ist er abgeflogen und zwar irgendwo nach da links. " Jügen lenkt sofort auf den Seitenstreifen, macht ein Wendemanöver und schon verfolgen wir das Phantom. Jürgen verlässt sich dabei auf die Angaben der anderen uns lässt sich lotsen, perfektes Teamwork 🙂 !
Ich sitze staunend im Auto und kann nichts Hilfreiches zu der Aktion beitragen 😗 . Wir biegen auf eine Spur in einen riesigen Acker ab oder was immer das ist, denn da ist der Wiedehopf angeblich reingeflogen. Keine Spur von ihm! Spätestens jetzt hätte ich aufgegeben, aber das gibt es bei den Profis natürlich nicht. Wieder raus aus dem Acker und langsam zurück Richtung Straße, da muss er doch irgendwo sein. Leute, so ein Vogel kann schnell und weit fliegen, warum soll der noch irgendwo hier sein 😕 ?
Weil….. 😎
Da sitzt er doch tatsächlich an einem Totholz und schaut in die Gegend!
Allerdings lässt er uns wenig Zeit für ein Beweisfoto – dann ist er tatsächlich verschwunden. Aber die Hartnäckigkeit wurde belohnt und für mich ist das mal wieder ein bisschen Magie: da fliegt ein kleiner brauner Punkt von uns weg, er kann ÜBERALL sein, und meine Birderprofis finden ihn! 🤩
Unsere erste Station auf der Strecke ist der Qued Massa Nationalpark.
Auf der Anfahrt machen wir erst einen Stopp, dessen Grund ich nicht mehr weiß,
und dann einen an einer sehr schönen Stelle, wo man einen tollen Blick über den Qued Massa hat.
Meine Spezialisten sehen natürlich unendlich viel in weiter Ferne,
ich begnüge mich mit den Vögeln, die in der Nähe sind, wobei das leider immer noch weit genug weg ist, um nur schlechte Fotos zu machen 😣 .
Kampfläufer (nur für die Statistik und weil Matte ihn mir extra noch bestimmen musste – ich kann Limis einfach nicht! Laut seiner Aussage gibt es ja nur 3 mit roten Beinen, wobei er da wohl die meint, die sich sehr ähneln – für mich sind das genau 2 zu viel 🙄 😊 ).
Den hier (ich denke, den zählt er nicht zu den dreien dazu) kenn ich wenigstens aus dem südlichen Afrika – ein Stelzenläufer!
Am Fluss entlang fahren wir weiter Richtung Mündung und kommen durch ein Dorf, in dem es die Chance auf Steinkäuze gibt. Die sehen wir nicht, aber ein Schwarzkehlchen,
einen Senegal-Tschagra (auch wenn ich leider eine schlechte Position habe, und ihn nur mit Gebüsch oder Mauer erwische)
und den bereits bekannten Diadem-Rotschwanz.
Wir erreichen den Parkplatz und sind hier ganz alleine, ich meine mich daran zu erinnern, dass nur ein anderes Auto hier stand.
Als wir mit unserem ganzen Equipement aufbrechen und uns damit als Birder outen, sprechen uns zwei junge Männer an. Jügen fragt, ob Hussein hier sei, der hätte ihm schon öfters als Quasi-Guide gedient. Nein, den kennen sie nicht, aber ob wir Interessen an einem Nightjar haben. Was für eine Frage, wer hätte daran kein Interesse? Nur: ist das jetzt ein Witz oder eine ernstgemeinte Frage 😕 ?
Jürgen, der grundsätzlich immer offen und optimistisch und mit einer Art kindlicher Neugier gesegnet ist, meint: "Kommt, lasst uns das versuchen, mehr als verlieren können wir nicht. Seid Ihr einverstanden?" Na klar, no risk no fun. Auf die Frage, wie weit es dahin sei, bekommen wir keine schlüssige Antwort, aber da geht es auch schon los. Durch ein Tor und nur ein paar Minuten lang durch ein bisschen Busch und stehen wir angeblich vor ihm! Aha – ich sehe erstmal wieder gar nichts 🙄 , aber nachdem man mir (und auch anderen, ich bin zum Glück nicht allein mit meiner Blindheit) geduldig erklärt hat, wo ich hinschauen muss, entdecke ich die wunderschöne Rothals-Nachtschwalbe .
Erst machen wir ein paar Witzchen, dass sie wohl ausgestopft sei, aber dann können wir ein Augenblinzeln erkennen. Die zwei jungen Männer achten sehr darauf, dass wir dem Vogel nicht zu nahekommen, und als alle genug Fotos gemacht haben, treten wir den Rückweg an. Na, da hat sich unsere Neugier aber gelohnt – auch für die Guides, denn wir legen für ein großzügiges Trinkgeld zusammen.
Nun geht es an einer weiteren Schautafel vorbei
in der prallen Sonne am Fluss entlang
Richtung Mündung (man kann im Hintergrund den Sandstrand erkennen).
Sehen tun wir ingesamt nicht viel und wir drehen deshalb an dieser Stelle auch wieder um, zumal die Sonne unbarmherzig auf uns niederbrennt, aber es ist ein sehr schöner Spaziergang.
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201014. Jan. 2025 · #31
2. Dezember 2024 : Von Agadir nach Tiznit (Teil 2)
Danach fahren wir Richtung Sidi-Wassay und überqueren dabei den Fluss.
Hier müssen wir natürlich auch anhalten und wenn man den Müll ausblendet, ist das ein sehr schönes Fleckchen Erde
und zudem tummeln sich hier sehr viele Vögel, u.a.
ein Seidenreiher
eine Bekassine
sowie zwei Flussregenpfeifer (hier einer davon).
Die Fahrt geht weiter Richtung Meer. Kurz vorher halten wir noch einmal an dieser Stelle hier an.
Da sitzt ein Turmfalke, aber um den geht es nicht!
Jürgen meint, hier hätte er letztes Jahr Triele gesehen. Wir gehen zu Fuß ein Stück Richtung Meer und siehe da 🤩 :
Kurz darauf erreichen wir das Meer und machen auf der Terrasse des Campingplatzes mit tollem Blick aufs Wasser Mittagspause.
Die anderen essen Fischplatte, ich wähle eine vegetarische Pizza. Alles schmeckt sehr gut und zwischendurch gehe ich runter ans Wasser.
Klar gibt es hier auch Möwen 😉 und es macht richtig Spaß, sie zu beobachten.
Vor allem aber die niedlichen Sanderlinge haben es mir angetan. Die kleinen, gerade mal 20cm langen Kerlchen wuseln hin und her und vor und zurück.
Nach einem letzten Blick auf den türkisfarbenen Atlantik mit seinen beeindruckenden Wellen geht es zurück und wieder auf die Brücke über den Qued Massa.
Gaanz weit weg sehen wir einen Gleitaar (fürs Protokoll)
und recht nah eine Gruppe von Flamingos, Weißstörchen, Löfflern (das sind die schlafenden auf einem Bein) und Braunen Sichlern.
Die Sichler erschrecken sich an irgendetwas und fliegen direkt auf uns zu, was die Löffler sogar kurz zum Aufblicken bringt!
Tja, und da ist dann noch die Bekassine von vorhin. Ich rede ihr innerlich zu, doch bitte mal einen Meter nach rechts zu gehen – aber nichts zu machen! Der Plastikkanistermüll muss leider mit aufs Foto 🤢 !
Jürgen schaut auf die Uhr – wir müssen los, denn wir haben noch etwa eine Stunde Fahrt vor uns.
Gegen Abend erreichen wir das große Stadttor von Tiznit (das kleine sei zwar näher an unserer Unterkunft, aber sehr eng, meint Jürgen)
und durch schmale Gassen mit hohen Mauern
erreichen wir ein unscheinbares Holztor, hinter dem sich unsere wunderschöne Unterkunft Riad Janoub befindet.
Vögele gibt es hier natürlich auch:
Wir beziehen unsere großzügigen Zimmer, die alles haben, was man sich wünscht, und genießen später das Abendessen in diesem schönen Ambiente.
Mit dem Vegetarisch klappt es dieses Mal nicht, wobei ich inzwischen denke, dass hier ähnlich gedacht wird wie im südlichen Afrika: Hühnchen und Fisch ist vegetarisch 😎 . Die ganze Mahlzeit wird von Fisch dominiert, aus dem Vorspeisensalat schauen Tentakel von Tintenfischen hervor 🤢 und die Tagine zur Hauptspeise besteht – so vermuten wir – aus einem Knochenfisch, was auch anderen ein bisschen Probleme bereitet. Zum Glück ist in so einer Tagine aber auch viel Gemüse und so werde ich gut satt. Der Knüller ist dann der Nachtisch: Tartelette au Citron. Zum Niederknien 😘 !
Auch heute war es wieder ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag 🙂 ! Noch schnell die Sichtungsliste bearbeiten und dann ab ins Bettchen!
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200914. Jan. 2025 · #33
Liebe Bele,
nur fürs Protokoll: die Angabe, es gibt nur drei Limis (nicht Limmis, Frau Lehrerin) mit roten Füßen bezieht sich natürlich auf hiesige Gefilde, also Deutschland und umzu, und deshalb zählt der Stelzenläufer tatsächlich nicht dazu. Es sind dies der Rotschenkel (ach was? ), der Dunkle Wasserläufer und eben der Kampfläufer.
Und wenn Du öfters bei so professionellen Birdingtrips dabei bist, lernst auch Du die Limis zu unterscheiden. Man muss dazu gar nicht so weit fahren, Federsee oder natürlich Bodensee reicht zur passenden Zeit völlig aus. 😎
Dein Birding-Trip gefällt mir schon jetzt richtig gut! Den ganzen Tag Vögeln hinterherjagen, wäre auch genau meins. Vor allem, wenn es so viele verschiedene Arten zu sehen und damit - vermutlich auch für Dich - viele neue Lifer gibt. Mit den Cracks unterwegs zu sein, macht dazu sicher Spaß. Davon kann man ja eigentlich nur profitieren und dazu lernen. 😎 Tolle Sichtungen hattet Ihr auf jeden Fall schon in den ersten beiden Tagen! Der Waldrapp ist ein absolut faszinierendes Tier mit seiner zotteligen Matte. 🤩 Und auch die Nachtschwalbe finde ich genial. Ich bin gespannt, was Dir noch so vor die Kamera fliegt.
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201019. Jan. 2025 · #35
H.Badger schrieb: Das ist ja eine tolle Sichtung! 🤩 🤩 🤩 Und natürlich auch die Waldrappe und Triele. So langsam nimmt das Ganze ja richtig Fahrt auf! Weiter gern dabei Sascha
Hmpfff, ich fürchte, wir haben das meiste Pulver schon verschossen 😊 - auf jeden Fall, was die fotografierbaren Sichtungen angeht. Gerade der jetzt kommende Tag wird sehr ruhig – wobei es da etwas Unerwartetes zu sehen gab, wenn auch ohne Flügel, dafür mit 4 Beinen…. 😉 . Schön, dass du weiterhin dabei bist! 🙂
fotomatte schrieb:Liebe Bele, nur fürs Protokoll: die Angabe, es gibt nur drei Limis (nicht Limmis, Frau Lehrerin) mit roten Füßen bezieht sich natürlich auf hiesige Gefilde, also Deutschland und umzu, und deshalb zählt der Stelzenläufer tatsächlich nicht dazu. Es sind dies der Rotschenkel (ach was? ), der Dunkle Wasserläufer und eben der Kampfläufer.
Tatsächlich hatte ich das dann nach deiner Erklärung neulich so auch nachgelesen – danke für die Bestätigung 😘 , vielleicht kann ich es mir für die Zukunft merken…. 🙄
Und wenn Du öfters bei so professionellen Birdingtrips dabei bist, lernst auch Du die Limis zu unterscheiden. Man muss dazu gar nicht so weit fahren, Federsee oder natürlich Bodensee reicht zur passenden Zeit völlig aus. 😎
Ja schaunmermal im Mai - ich freu mich schon, und die anderen sicher auch - aber ein Spektiv hab ich da auch nicht dabei…. 😗
Ich fühle mich gut unterhalten, mach weiter so.
Na wenigstens etwas 😄 – ich werde versuchen, weiterhin Schreibfehler für dich einzubauen 😛 !
Liebe Grüße, Matte
Liebe Grüße zurück!
tina76 schrieb:Liebe Bele, Dein Birding-Trip gefällt mir schon jetzt richtig gut! Den ganzen Tag Vögeln hinterherjagen, wäre auch genau meins. Vor allem, wenn es so viele verschiedene Arten zu sehen und damit - vermutlich auch für Dich - viele neue Lifer gibt. Mit den Cracks unterwegs zu sein, macht dazu sicher Spaß. Davon kann man ja eigentlich nur profitieren und dazu lernen. 😎
Das stimmt auf jeden Fall – das hat mir auch sehr gut gefallen!
Tolle Sichtungen hattet Ihr auf jeden Fall schon in den ersten beiden Tagen! Der Waldrapp ist ein absolut faszinierendes Tier mit seiner zotteligen Matte. 🤩 Und auch die Nachtschwalbe finde ich genial. Ich bin gespannt, was Dir noch so vor die Kamera fliegt.
Siehe mein Kommentar bei Sascha – aus meiner Erinnerung raus (hab noch nicht alle Fotos sortiert) kam da nicht mehr soooo viel 😐 . Aber egal, schön war es trotzdem, alleine schon wegen des Wetters 🙂 . Danke fürs Mitlesen! 😘
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201019. Jan. 2025 · #36
3. Dezember 2026 - Tiznit / Fahrt in den Antiatlas (Teil1)
Nach einer erholsamen Nacht in dem tollen Zimmer erwartet uns ein opulentes Frühstück. Es zieht sich allerdings sehr, da der Kellner die einzelnen Komponenten in aller Seelenruhe mit kleinen Pausen dazwischen serviert 🙄 . Im Übermut nehme ich auch eine Suppe, die wohl von Berbern gerne morgens in der kalten Wüste genossen wird. Okay, sie macht definitiv warm und satt, es ist eine Art Graupensuppe. Das Problem: man hat danach nur noch wenig Platz für all die anderen Köstlichkeiten! Memo an mich: morgen keine Suppe nehmen!
Entsprechend spät starten wir auf unsere Tour in den Antiatlas. Unser Ziel sind die Wadis rund um die Oase Ait Mansour.
Gleich vorab: die Vogelausbeute wird heute recht gering sein, zumindest was fotografierbares Material betrifft, aber auch sonst gab es meines Wissens nicht sooo viel zu sehen. Sehr beeindruckend ist aber die Landschaft 🤩 , durch die uns Jürgen sicher wie immer kutschiert.
Leider kann ich die genaue Strecke nicht mehr nachvollziehen, wir sind auf jeden Fall sehr viel gefahren, was aber gar nicht negativ gemeint sein soll. Bisschen schwierig war es, die Landschaft aus dem Auto heraus zu fotografieren, denn man konnte ja nicht ständig anhalten deshalb und manchmal ging es auch gar nicht, weil die Straße eng war und man nicht wusste, ob hinter uns etwas kommt. Daher haben manche Landschaftfotos etwas komische Farben wegen der getönten Fensterscheiben.
Da ich wie gesagt nicht genau weiß, wo wir lang gefahren sind, zeige ich jetzt einfach nur die Bilder und benamse die Tiere (wie haben nämlich nicht nur wegen Vögeln angehalten 😎 ). Viel passiert ist ansonsten auch nicht, wir haben nicht mal zu Mittag gegessen, sondern uns nur von Keksen und Nüssen ernährt, was aber auf Grund des Frühstücks völlig ausreichend war.
Unser erster Stopp - typische Birderposen:
Wen hat Jürgen da im Visier?
Einen Trauersteinschmätzer!
Hier können wir auch sehr schön die Haubenlerchen beobachten - ob es nun Theklas sind, mag ich nicht zu sagen, die Bestimmung ist schwierig (vielleicht weiß das ja jemand besser als ich). Nett sind sie allemal mit ihren kecken Frisuren, auch wenn ich ja nicht sooo sehr auf Lerchen stehen, haben sie mir doch schon viele plötzliche Stopps und lange Wartezeiten auf meinen Touren mit Matthias im südlichen Afrika beschert 😗 😛 ).
Was nun folgt ist eine wunderschöne Fahrt hoch ins Gebirge mit toller Fernsicht.
Wir schrauben uns immer weiter hoch, bis wir kurz vor der Passhöhe einen Stopp machen und den Ausblick genießen.
Oben angekommen entdeckt zunächst Kerstin und mit etwas Verzögerung wir alle etwas, was uns sehr erstaunt und auch für Jügen in seinen 20 Jahren als Reiseleiter in Marokko eine Erstsichtung bedeutet:
Na, was seht Ihr? 😉
Es sind drei der gefährdeten und in Marokko wohl stark gefährdeten (laut IUCN Red List) Curvier-Gazellen, die auf dem Bergrücken ihr Frühstück zu sich nehmen, Natürlich sehr weit weg - aber egal! 🤩
Bei unserem nächsten Stopp gibt es eine Blaumerle, die gar nicht blau, da das Weibchen ist 😛 . Das Setting ist auch wieder sehr idyllisch (und auch sehr weit entfernt wie das meiste hier in Marokko 😣 ), meine Kamera macht gefühlt 100 Bilder, auf denen die Stahlstange rechts vorne knackscharf ist, der Rest entsprechend nicht 😈 ).
Sie schnappt sich - mal wieder nur ein Beweisfoto 😊 - einen Linienschwämer, also so einen Brummer, den wir neulich morgens beim Frühstück gesehen haben.
Eine Dreiviertelstunde später dann unsere ersten Steinlerchen:
und die entsprechenden steinige Landschaft dazu 😉
Weiter geht die Fahrt durch die ständig wechselnde Landschaft:
Beim nächsten Stopp
fotografiere ich überhaupt keinen Vogel, sondern einen hübschen Schmetterling, der die einzige kleine gelbe Blüte weit und breit gefunden hat
ChampagnerThemenstarter8'667 Beiträge · seit 201019. Jan. 2025 · #37
3. Dezember 2026 - Tiznit / Fahrt in den Antiatlas - Teil 2
Auf der Weiterfahrt und bei unserem nächsten Stopp können wir die verheerenden Auswirkungen des Hochwassers von September 2024 erkennen. Fotos habe ich kaum davon gemacht, aber überall sieht man weggeschwemmt Straßenränder und teilweise auch zerstörte Häuser (auf diesem Bild kann man eines erkennen).
Zwischendurch mal wieder ein Vogel: Palmtaube
Und vermutlich eine Steinlerche:
Wieder wechselt das Landschaftsbild:
Wir fahren durch die endlos scheinende Oase Ait Mansour - hier wäre ein Stopp sicher toll gewesen, aber wir sind schon recht spät dran und da Jürgen diese Strecke zum ersten Mal fährt, kann er schlecht einschätzen, wie lange wir noch nach Hause brauchen werden, bzw. das Navi ist der Meinung, dass es noch lange dauert (und es hat auch Recht):
Bei unserem vorletzten Stopp in einem Wadi
fliegt zwar einiges herum, aber abgesehen von dem Hausammerpärchen kann ich keinen Vogel ablichten:
Immer wieder sind wir erstaunt, was in solch einer kargen Landschaft blüht:
Letzter Stopp - bereits gegen Abend - an diesem Aussichtspunkt
Hier lässt sich zu meiner großen Freude sogar noch ein Distelfalter blicken!
Nun aber nichts wie heim - dort wartet wieder ein sehr gutes Abendessen (für mich tatsächlich vegetarisch!) auf uns!
Morgen werden wir in unsere nächste und gleichzeitig letzte Unterkunft weiterfahren, wo wir dann 3 Nächte bleiben werden. Wir sind gespannt!
sphinx1'624 Beiträge · seit 201520. Jan. 2025 · #40
Liebe Bele, beim Anblick Deiner Bilder spüre ich wieder die intensive Sonne und die Wärme. Etwas was mir momentan etwas fehlt. Schöne Erinnerungen weckst Du an unsere Tour im letzten Jahr, die uns auch in die von Dir bereisten Gegend brachte - vielen Dank. Mir hat die Landschaft so gut gefallen, dass ich umbedingt bald wieder dorthin möchte. Der Gazellen Population rund um Tafraoute geht es wohl zur Zeit ziemlich gut, laut dem El Malara Besitzer. Wir haben sie zweimal dort gesehen. Liebe Grüße, Elisabeth