Ja genau, Ende August/Anfang September geht es wieder nach Namibia. Was mich aber natürlich nicht daran hindert, verschiedene weitere Routen für welche Jahre auch immer zu planen 😉 Weil‘s halt einfach Spaß macht!
Den Buchtipp merke ich mir gleich mal, danke!
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202329. Jan. 2025 · #82
😄 😄 😄 ....du hast Recht, es macht einfach Spaß 🙂 Bis August ist es ja auch nicht mehr so lange hin 🤪 Schönen Abend noch.
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202302. Feb. 2025 · #83
15. Dezember
Vanessa muss mal wieder früher aufstehen, als es ihr Körper für zumutbar hält. Wir sitzen schon um acht Uhr im Auto und fahren gen Süden. Uwe kommt heute auch mit.
Wir hätten vielleicht doch südlicher ein Hotel buchen sollen, wenn wir, Wetter hin oder her doch fast jeden Tag in die Richtung fahren. Also an alle, die Mauritius auf ihrer Reisewunschliste haben, sucht euch lieber was in südlicherer Richtung, dann müsst ihr auch nicht so früh aufstehen.
Zunächst wird es immer wolkiger, je weiter wir gen Süden kommen. Aber wir wissen, dass sich das schnell ändern kann und das tut es auch.
Unser Ziel ist das Landschaftsschutzgebiet La Vallèe de Ferney. Wir haben eine zweistündige 4x4 Safari Tour mit einer anschließenden 5 km „Wanderung“ gebucht. Diese Tour wird auf der Website inhaltlich nicht näher beschrieben. Was beschrieben wird, sind geführte Touren die eher als Wanderung zu verstehen sind.
Wir gehen davon aus, dass unser Fahrer gleichzeitig der Guide ist und wir ähnliches erwarten dürfen, wie bei einer Wanderung. Es heißt, die Guides erzählen viel über die Flora und Fauna und man könne unterwegs Falken und andere Vögel so wie Rehe oder Wildschweine sehen. Abgebildet ist ein SUV für diese Tour.
Ihr ahnt sicher schon aufgrund meiner ausführlichen Beschreibung dessen, was an Inhalt suggeriert wurde, dass wir wieder auf eine Mogelpackung reingefallen sind.
Im Ticket-Office erwartet uns bereits die erste Überraschung. Die Tour hatte ich online gebucht, aber noch nicht bezahlt. Im Office heißt es jetzt plötzlich: Heute findet nur die einstündige Tour statt. Ich denke mich laust der Affe, das kann doch echt nicht wahr sein. Wir fahren den weiten Weg für ein einstündige Tour? Warum hält man es auf dieser Insel nicht für nötig, die Kunden über Änderungen zu informieren?
Die zweite Überraschung ist, dass wir nicht mit einem SUV fahren, sondern mit einer Art Pick-up auf dessen Ladeflächen seitlich zur Fahrtrichtung Bänke montiert wurden. Der Fahrer sitzt in einer abgeschlossenen Kabine. Von Wegen wir erfahren etwas über die Flora und Fauna.
Wir sitzen auf der Ladefläche in seitlicher Blickrichtung. Wer sich schon mal im Zug auf einen der seitlichen Klappsitze gesetzt hat, wird wissen, wie unangenehm es für den Rücken ist, seitlich die Schub und Bremskraft auszugleichen. Das ist echt anstrengend und unangenehm. Für uns heute einmal mehr, weil die Wege ziemlich bumpy sind.
Wir erfahren auch, dass die Wanderstrecke die gleiche ist, wie die, die wir fahren und die ersten fünf Kilometer vom Office sind alles andere als schön und ohne jeglichen Schatten. Nach den ersten Kilometern wird die Landschaft dann allerdings wirklich toll. Aber wir fahren lediglich einen steilen Hügel über serpentinenartige Feldwege hoch. Der Fahrer hält nirgends an. Wir sehen nicht ein Tier und erfahren null über das Gebiet oder die Arbeit oder die Tiere. Die Aussicht ist in seitlicher Richtung, wenn wir uns gegenübersitzen auch nicht wirklich gut. Wir sehen immer nur in eine Richtung und unsere Körper versperren zusätzlich die Sicht unseres Gegenübers. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie ich das finde.
Unterwegs sehen wir zwei kleine Wandergruppen, die in die gleiche Richtung laufen, wie wir fahren. Die meisten Strecken sind ohne Schatten und es geht steil bergauf. Die Leute sehen fix und fertig aus.
Wir kommen nach ca. zwanzig Minuten Fahrt oben an, steigen aus und haben eine sehr schöne Aussicht bis runter an die Küste. Unser Fahrer weiß nicht, was er mit uns reden soll. Er steht einfach nur da. Vanessa schlägt ihm eine Brücke und fragt ihn etwas zur Geschichte von Mauritius und dann fängt er an zu erzählen, dass man versucht das Landschaftsschutzgebiet wieder aufzuforsten und endemische Pflanzen und Tiere neu anzusiedeln. Ja gut, das überrascht uns jetzt nicht wirklich.
Der Guide ist dennoch sehr freundlich. Aber viel zu erzählen hat er nicht. Vanessa fragt ihn ein bisschen was zum Zuckerrohr Anbau und er zeigt uns wo ungefähr die Holländer das erste Mal auf der Insel gelandet sind.
Nach einer viertel Stunde in der Sonne brutzeln und auf der Stelle stehen, steigen wir wieder ins Fahrzeug. Es geht wirklich extrem steil runter und um sehr enge Kurven. Ich hoffe, die Bremsen machen nicht schlapp.
Fast unten angekommen hält der Fahrer kurz an und bricht ein Stück Rinde von einem Baum ab. Sie riecht nach Zimt. Ob es ein Baum ist, dessen Rinde nur so riecht, oder ob es tatsächlich Zimt ist, habe ich nicht verstanden. Sowohl auf dem Weg nach oben als auch nach unten ist es schwierig ein Foto zu machen, welches nicht verwackelt. Das geht im Grunde immer nur, wenn der Fahrer wegen einer Kurve in Zeitlupe fahren muss.
Ungefähr fünf Kilometer vor dem Office, werden wir gefragt, ob wir aussteigen und den Rest laufen möchten. Aber wie bereits beschrieben, ist ausgerechnet dieses Stück Weg überhaupt nicht schön und dazu in der prallen Sonne. Wir lehnen ab und fahren komplett mit zurück.
Das Gebiet an sich ist schon eine Augenweite. Ich finde, das trifft auf den Großteil der ganzen Insel zu. Von dieser „Safari“ rate ich allerdings dringend ab. Die ist das Geld nicht ansatzweise wert.
Über eine Wanderung denke ich anders, denn landschaftlich ist es hier wirklich toll. Allerdings würde ich mich gut darüber informieren, ob es einen schattigen Weg gibt und wie anspruchsvoll die Strecke ist. Ich empfehle möglichst früh am Morgen loslaufen. In der prallen Sonne macht das bestimmt keinen Spaß. Diejenigen, die wir gesehen haben, sahen echt nicht glücklich aus, sondern fix und fertig.
Auf der Website wird für das Restaurant „Ferney Falaise Rouge“ geworben. Es ist nur wenige Fahrminuten entfernt und sieht auf dem Foto sehr einladend aus. Wir haben durchaus Lust im Garten mit Blick aufs Meer zu sitzen und etwas zu trinken. Hunger haben wir noch nicht.
Als wir ankommen, werden wir nach einer Reservierung gefragt. Die haben wir nicht. Aber weil wir eh nichts essen möchten, dürfen wir uns in den Garten setzen. Nur wohin? Da stehen keine Tische und Stühle wie auf der Website abgebildet. Ein paar gammlige Eisengitter-Stühle ohne Polster stehen unter einem Baum. Aber eine andere Familie ist schneller als wir und besetzt diese sofort. Naja, mit kurzen Hosen hätte es auf dem blanken Gitter eh keine Freude gemacht, zu sitzen. Unter einem anderen Baum gibt es ein paar abgesägte Baumstämme, die sich als Hocker eignen. Bequem ist das auch nicht, aber der Blick aufs Meer ist super und unter dem Baum haben wir einen schönen schattigen Platz.
Wir bestellen uns jeder einen alkoholfreien Cocktail und ein Eis. Es dauert lange bis wir unsere Erfrischung haben, aber lecker ist beides. Die Aussicht ist Mega schön, unbequeme Hocker hin oder her, wir genießen es hier zu sein.
Für den Heimweg wünsche ich mir, dass Uwe die Küste entlangfährt. Für diese Strecke brauchen wir ungefähr zweieinhalb Stunden und sie ist wunderschön. Manchmal geht es auch ein bisschen landeinwärts oder durch kleine hübsche Ortschaften. Dafür lohnt sich der Umweg definitiv.
Am frühen Nachmittag sind wir wieder im Hotel zurück. Vanessa geht schwimmen, Uwe und ich betreiben Gehirnjogging beim Schabbeln. Im Lemongras essen wir heute Abend wieder japanisch angehaucht und sehr lecker. Allerdings fühlt sich Vanessa nicht so gut. Ihr Magen rebelliert. Sie isst nur eine kleine Vorspeise.
Auf dem Weg zum Zimmer kommen wir immer an der Bühne mit der Livemusik vorbei. Wir finden ein tolles Plätzchen. Eine junge Frau singt und wird nur von einer Gitarristin begleitet. Die beiden harmonieren fantastisch miteinander und bieten Musik auf sehr hohem Niveau.
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202302. Feb. 2025 · #84
Ihr Lieben, es ist sehr schade, dass es mit den Bildern wieder nicht geklappt hat. Aber obwohl es sehr schöne Fotos zu diesem Tag gibt, habe ich heute keinen Nerv immer wieder von vorne anzufangen und die Bilder rauszusuchen. Ich weiß einfach nicht was das Problem ist. Das kostet zu viel Zeit. Tut mir sehr leid. Liebe Grüße, Silvia
Makalani205 Beiträge · seit 202304. Feb. 2025 · #85
Hallo Silvia, ich freue mich, dass du dich dazu entschieden hast, deinen Reisebericht weiterzuschreiben und verfolge ihn schon die ganze Zeit. Gerne erinnere ich mich dabei an unsere Reise nach Mauritius zu unserer Silberhochzeit in 2014 - Ohje, sind wir schon so lange verheiratet? Im "Pamplemousses Garden" faszinierten mich die Riesenblätter der Wasserlilien, aber auch die anderen Pflanzen waren interessant. Insgesamt fand ich den Urlaub auf Mauritius sehr abwechslungsreich, alles ist mit relativ kurzen Anfahrtswegen zu erreichen und ich liebe das tropische Klima. Ihr habt ja (bis jetzt im Bericht) überwiegend die Natur erkundet, dazu gibt es in der Arte Mediathek (bis 16.04.2025) einen schöne Reportage "Wilde Trauminseln - Mauritius und La Réunion". Dort wird auch über die Wiederaufforstung des Waldes und von den Gekos, die nicht nach Mauritius gehören, berichtet. Schade, dass es mit dem Einfügen deiner Fotos nicht so klappt, hoffentlich bekommst du es doch noch irgendwie hin ... Bin gespannt, wie eure Reise weitergeht und hoffe, das nichts Ernsthaftes passiert ist. Liebe Grüße, Sabine I
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202304. Feb. 2025 · #86
Liebe Sabine, vielen herzlichen Dank für dein Feedback. Ich gebe dir sooo recht: Mauritius ist eine Trauminsel und man kommt tatsächlich überall in relativ kurzer Zeit hin. Es freut mich für dich, dass du selbst auch schon dort gewesen bist. Ich fand den Tourismus okay und war angenehm überrascht darüber, dass es auf der Insel bis auf wenige Ausnahmen kein Müllproblem zu geben scheint. Da hatte ich durchaus meine Befürchtungen. Ich werde heute noch einen Versuch starten, in meinen letzten Beitrag die Bilder einzufügen. Wenn es wieder nicht klappt, belasse ich es aber dabei. Dein Interesse freut mich sehr. Ich selbst kann ganz schwer abschätzen, ob es langweilig ist, meinen Bericht zu lesen.
" Ich selbst kann ganz schwer abschätzen, ob es langweilig ist, meinen Bericht zu lesen "
Ganz und gar nicht, ich lese auch gerne mit. Schade, dass es mit den Fotos nicht klappt. Ist hier niemand, der helfen könnte ?
Liebe Grüße
Makra
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202305. Feb. 2025 · #89
16.– 19.Dezember
Für diesen Abschnitt habe ich leider fast keine Bilder mehr, wenn sie sich denn überhaupt hochladen lassen. Aber hier beschreibe ich den Alptraum am Ende unserer Reise.
Irgendwann in der Nacht schreibt mir Vanessa, dass es ihr gar nicht gut geht. Sie hat Durchfall und meldet sich für den heutigen Ausflug ab.
Schade, denn den machen wir hauptsächlich wegen ihr. Wir besuchen die Plantation Vanille St Julien D`Hotman. Wie der Name schon sagt, ist das eine Vanille Plantage, in St. Julien, zu der man kommt, wenn man von Mahebourg etwa dreißig Minuten in die südliche Richtung fährt. Martin und Daniel unsere Hotelbekanntschaften, haben Vanessa von dieser Plantage erzählt und auch, dass es dort einen Laden gibt, in dem man Produkte aus eigener Herstellung kaufen kann. Vanessa wollte ein paar Geschenke für ihre Freunde kaufen und gibt uns ihre Bestellung mit. Wir praktisch, wenn Mama und Papa sogar noch die Mitbringsel finanzieren.
Wir haben uns online für eine Führung um 13.00 Uhr angemeldet. Vorher ist noch ein Besuch auf dem Montagsmarkt in Mahebourg geplant. Der soll doppelt so groß sein wie der Wochenmarkt.
Mahebourg selbst finden wir nicht schön, ich empfinde diese Stadt als hässlich, aber das denke ich auch über Port Louis und da scheiden sich vielleicht die Geister.
Zunächst ist es gar nicht so leicht, einen Parkplatz zu finden. Wir laufen ein gutes Stück bis runter an die Promenade, wo der Markt aufgebaut ist. Die Häuser wirken vernachlässigt und an vielen Stellen liegen Mülltüten oder alter Hausrat.
Auf dem Markt drängeln und schieben sich die Menschenmassen durch die engen Gänge zwischen den Ständen. Überall sind Plastikplanen als Wetterschutz über die Stände gespannt und das nicht ohne Grund, denn es regnet immer wieder ein bisschen. Zu kaufen gibt es alles, was der Mauritier so im Alltag braucht. Kleidung, Schmuck, Haushaltswaren und Lebensmittel.
Uns ist das zu viel Gedrängel. Wären wir Selbstversorger, würde ich beim Obst und Gemüse zugreifen. Da gibt es Angebote, die ich gerne auf meinem Teller sehen würde. Aber wir brauchen weder Lebensmittel, noch finden wir das sonstige Angebot spannend und das Gedrängel ist schon zweimal nichts für uns.
Fotos von Märkten, machen sich aber immer gut im Album und so drücken auch wir ein paar Mal auf den Auslöser. Aber wir sind wirklich Stadt-Flüchter und möchten so schnell wie möglich raus aus dem Gewusel.
Jetzt sind wir aber für die Vanilleplantage eine Stunde zu früh dran und ein sinnvoller Zeitfüller fällt uns auf die Schnelle nicht ein. Es regnet auch wieder. Wir fahren einfach mal zur Plantage, vielleicht können wir eine frühere Führung mitmachen, die übrigens kostenlos ist.
Wieder ist es problematisch einen Parkplatz zu finden. Nach ein bisschen hin und her und nachfragen im Laden der Plantage, werden wir gebeten, direkt im Hof zu parken. Wie praktisch, direkt vor der Tür.
Auch dass wir eine Stunde zu früh dran sind, ist kein Problem. Eine Mitarbeiterin kommt gleich mit Regenschirmen raus und so bilden wir zusammen mit einer Schweizerin eine Dreier Gruppe. Im Minutentakt geht der Schirm auf und zu. Aber das stört hier niemanden, auch uns nicht. Insgesamt arbeiten neun Leute in diesem Bio-Betrieb. Hier werden die Vanilleblüten sogar von Hand bestäubt. Neben Mangos, Zitrusfrüchten, Ananas, Papaya und Passionsfrucht werden auch Kräuter, Gewürze, Kaffee und Kakao angebaut. Die Produkte werden zu Marmeladen und Chutneys verarbeitet, es gibt diverse Gewürzmischungen und natürlich kann man auch Vanillestangen kaufen. Die Produkte sind nicht billig, aber hausgemacht und in Bioqualität und das Geld kommt ohne einen Zwischenhändler dem Betrieb zugute.
Die Führung dauert etwa eine Stunde. Wir dürfen an Kräutern riechen oder sie auch probieren und sehen diverse Pflanzen, die wir noch nicht kennen. Natürlich laufen wir auch durchs Gewächshaus mit der Vanillezucht.
Anschließend werden wir in einem herzigen Verköstigungsraum gebracht und dürfen die verschiedenen Fruchtzubereitungen probieren und vom Zuckerrübensaft mit einem Spritzer Zitrone. Ich habe den Saft nicht probiert, aber die Schweizerin und Uwe fanden ihn lecker. Die Marmeladen waren für meinen Geschmack eher Chutneys mit diversen, typisch mauretanischen Gewürzen.
Nach der Verköstigung gehen wir in den Laden. Wir dürfen an verschiedenen Gewürzen schnuppern und lernen etwas über die Konservierung von Vanille. Im Laden gibt es einige Stangen, die bereits 25 Jahre alt sind.
Möchte man Vanillestangen kaufen, werden Packungen angeboten, die für ein ganzes Leben reichen würden und diese haben dann natürlich auch ihren Preis. Wenn man aber nach einer kleineren Menge fragt, zaubert die Verkäuferin eine kleine Packung mit zehn oder fünfzehn Stangen aus der Schublade. Das haben uns Daniel und Martin verraten.
Bis wir Vanessas Wunschliste abgearbeitet und auch für uns zwei Gläser Kokos-Marmelade (eher eine relativ trockene Kokosmasse), ein Fläschchen Vanilleextrakt, und zwei Gewürzpackungen zusammen haben, lassen wir an die 100 Euro liegen.
Das klingt viel. Aber wir haben schon mehr Geld für weniger Genuss auf der Insel ausgegeben. Die Führung war echt klasse. Niemand war im Laden aufdringlich. Wir hätten ohne weiteres gehen können, ohne etwas zu kaufen. Die Führung war informativ und die Verköstigung war auch ein schönes Erlebnis. Hier sehen wir das Geld gut investiert. Fünfzehn Stangen Bio-Bourbon-Vanille bekommt man auch bei uns nicht geschenkt.
Zurück im Hotel fühlt sich Uwe auch nicht mehr so gut. Im grummelt auch der Bauch und die beschleunigte Verdauung setzt ein.
Zum Abendessen lässt sich Vanessa gar nicht blicken und Uwe isst auch fast nichts. In der Nacht rollt der Donnergott sicher acht Mal laut grollend durchs Badezimmer, dass du meinst die Wände wackeln. Für mich ist genauso wenig an Schlaf zu denken wie für Uwe. Er tut mir leid, das muss sehr erschöpfend sein.
Am Morgen traut er sich mit mir zum Frühstück, hält sich aber sehr zurück. Vanessa meldet sich etwas später und wir beschließen in die Apotheke zu fahren und Medikamente und Elektrolyte für beide zu holen. Wir lassen ordentlich Geld liegen und kaufen alles, was helfen könnte. Bei Uwe schlagen die Medis ein klein wenig an, aber nur ein bisschen, bei Vanessa so gut wie gar nicht.
Es ist nicht mehr dran zu denken, das Hotel zu verlassen. Heute ist schon der siebzehnte. Am neunzehnten Fliegen wir wieder zurück und ich fürchte mich mit jeder Stunde mehr davor, mich anzustecken. Es wäre ja sehr unwahrscheinlich, dass es mich nicht erwischt, wenn wir uns das Badezimmer teilen. Die beiden haben bis zum Abflug wahrscheinlich das Schlimmste hinter sich und bei mir könnte es am Abreisetag akut werden. Das wäre eine Grande Katastrophe.
Während Uwe und Vanessa sich kaum aus dem Zimmer trauen, muss ich mir allein die Zeit totschlagen. Ich schlendere ein wenig auf dem Hotelgelände herum, sitze mal in dieser Ecke, mal in jener, trinke mal Kaffee und mal Fruchtsaft und hoffe, dass dieser Urlaub bald vorbei ist. Morgen habe ich meinen 60igsten Geburtstag. Den habe ich mir auch anders vorgestellt.
Vanessa hat ohne mein Wissen an der Rezeption nachgefragt, ob sie eine Geburtstagstorte für mich bestellen könnte. Ihr wurde geantwortet, dass das sowieso gemacht wird.
Am 18. sitze ich mit Uwe im Poolbereich und bestelle mir etwas zu trinken. Eine Mitarbeiterin weiß, dass ich Geburtstag habe und fragt beiläufig, wo wir am Abend essen werden. Als wir dann am Abend beim Essen sind, scheint niemand etwas von meinem Geburtstag zu wissen und es gibt auch keine Torte.
im Übrigen weihnachtet es jeden Tag ein bisschen mehr im Hotel.
Aber das Bett in unserem Zimmer wurde sehr schön dekoriert. Da hat sich das Zimmermädchen echt bemüht.
Naja, der Geburtstag reiht sich ein in einen Urlaub voller Pleiten, Pech und Pannen. Gott sei Dank fliegen wir morgen wieder nach Hause. Mir reicht es jetzt. Uwe und Vanessa fühlen sich leider immer noch nicht so gut. Sie essen fast nichts. Bei mir ist noch kein Bauchgrummeln zu verspüren und ich hoffe inständig, dass es morgen nicht damit losgeht.
Es ist der neunzehnte und Abflugtag. Mir geht es immer noch gut, Vanessa wieder schlechter und Uwe hat genau wie Vanessa drei Tage lang alles gegeben, was er in sich hatte. Beide fühlen sich schlapp.
Wir kommen am Flughafen an und geben auf dem Parkplatz unser Auto ab. Das verläuft zügig und ohne Reklamation. Vanessa ist ein Häuflein Elend. Ich würde ihr so gerne helfen und es tut mir so leid, dass es ihr während des langen Fluges mit Zwischenlandung in Dubai so miserabel geht.
Wir betreten das Flughafengebäude. Uwe und ich möchten am Kiosk direkt neben der Eingangstür noch Getränke und einen Snack kaufen, weil wir das Flugzeugessen alle drei nicht mögen. Vanessa geht direkt durch zum Gate, weil sie sich auf die Bank legen möchte. Sie sieht leichenbleich aus.
Uwe und ich stellen uns am Kiosk an, vor uns sind vielleicht sieben Leute. Nach ein paar Minuten Warten sehe ich, wie er sich am Tresen festhält und schwankt, dann fängt er an zu kippen, ich will ihn aufhalten, aber er ist zu schwer, ich kann ihn nicht halten und rufe um Hilfe. Sofort sind drei oder vier Leute da, die helfen ihn aufzufangen, damit er nicht auf den Boden knallt.
Er liegt da, mit weit offenen Augen, regt sich nicht mehr und ist nicht mehr ansprechbar. Er sieht tot aus. Ich gerate in eine Art Schockstarre, kann nichts denken oder tun. Ich denke auch nicht daran, seinen Puls zu fühlen. Diffus höre ich jemanden sagen: Er liegt nicht gut, er muss in die stabile Seitenlage.
Jemand zieht Uwe zur Seite und ein anderer fragt, ob er die Sanitäter rufen soll, das interpretiere ich zumindest, denn ich verstehe fast kein englisch und kann mich nicht ausreichend verständigen. Aber ich stimme zu.
Zwei, Drei Minuten, stehen die Menschen um uns herum und ich kniee am Boden neben Uwe und warte einfach… auf was auch immer. Dann plötzlich, als hätte jemand einen Knopf gedrückt kommt Uwe wieder zu sich, setzt sich peinlich berührt auf, fragt, ob er ohnmächtig war, bedankt sich bei den umstehenden Leuten und meint: Es ist alles in Ordnung. „Es geht mir gut. Ich bin nur dehydriert und unterzuckert. Ich brauche nur eine Cola und muss raus an die frische Luft“.
Wir ziehen Uwe auf einen Stuhl, denn dieser Kiosk hat Tische und Stühle, die ganz nah am Tresen stehen. Irgendjemand drückt Uwe eine Flasche Wasser in die Hand. Er öffnet sie, will sich aber nicht hinsetzen, sondern raus gehen. Ihm ist es sichtlich unangenehm sich so geschwächt zeigen zu müssen. Wieder verlangt er nur nach einer Cola, weil er sich unterzuckert, fühlt. Ich fühle mich mit dieser Situation so überfordert und hilflos und schimpfe fast schon mit ihm, dass ich ihm die Cola kaufe, aber dass er jetzt gefälligst erst mal sitzen bleiben und auf die Sanitäter warten soll. Dann drehe ich mich um und drängle mich vor, um die Cola zu kaufen, niemand motzt.
Als ich es habe und mich ihm wieder zuwende, verliert er erneut das Bewusstsein. Die Wasserflasche fällt ihm aus der Hand und ergießt sich über den Boden. Ein paar Leute halten ihn fest, damit er nicht vom Stuhl fällt. Ich habe eine Heiden Angst um ihn und finde, dass die Sanitäter sehr lange brauchen.
Wieder gefühlt zwei oder drei Minuten später, kommt er zu sich und ist nicht mehr zu halten. Er nimmt mir die Cola aus der Hand, kippt sie auf Ex und Hopp runter und steht auf, um rauszugehen. Ich kann nichts anderes tun als ihn zu stützen und mitzugehen. Die Sauerei mit dem vergossenen Wasser vergesse ich völlig und denke auch nicht daran, irgendjemanden zu danken oder bescheid zu sagen, wo uns die Sanitäter finden.
Draußen gibt es direkt neben der Tür eine Bank. Da setzen wir uns hin. Uwe erholt sich tatsächlich ein wenig, sieht schon besser aus und jetzt kommen auch die Sanitäter. Uwe wiederholt, dass er aufgrund des Magen-Darm-Infektes nur dehydriert und unterzuckert ist, weil er noch nichts gegessen hat. Die Sanis messen den Blutdruck und Blutzucker und beide Werte sind nicht alarmierend.
Nachdem es Uwe sichtlich besser geht, denke ich an Vanessa, sie hat den gleichen Infekt, ihr geht es hundeelend. Was wenn sie am Gate auch kollabiert? Was wenn man sie zu einem Arzt bringen muss und wir sie nicht finden und nicht wissen wo sie ist?
Die Sanitäter wollen Uwe ins Krankenhaus oder zu einem Arzt bringen. Er weigert sich. Jetzt reden sie auf mich ein, ich soll Uwe anscheinend davon überzeugen zu kooperieren. Ich verstehe weder was sie sagen, kann es nur erahnen, noch kann ich mich verständigen. Wieder fühle ich mich hoffnungslos überfordert. Uwe lässt sich auch von mir nicht überzeugen, wenn er etwas nicht will.
Er fühlt sich ja auch tatsächlich besser und hält diese Maßnahme für übertrieben. Außerdem würde eine Fahrt zum Arzt bedeuten, dass für uns alle drei das Ticket verfallen würde. Wir könnten Vanessa in ihrem Zustand auf keinen Fall allein fliegen lassen. Ich kann aber auch nicht abschätzen, ob Uwe wirklich nur wegen dem Infekt so geschwächt ist. Es ist naheliegend, aber ich kann nicht ausschließen, dass er nicht doch etwas ernsthafteres hat. Es ist eine Scheiß Situation und ich fühle mich schrecklich.
Die Sanis geben auf und lassen Uwe seinen Willen, wenn auch kopfschüttelnd. Wir bleiben noch eine Weile sitzen. Dann gehen wir zum Gate und schauen nach Vanessa. Sie liegt auf der Bank, hat die Augen zu und versucht sich zu entspannen. Wir kaufen noch ein paar Getränke und dann ist auch schon das Boarding.
Vanessa schleppt sich regelrecht ins Flugzeug. Wir sind noch nicht in der Luft wird es ihr schlecht. Sie lässt sich einen Spuckbeutel geben und bekommt ein Getränk, was ihr gegen die Übelkeit helfen soll. Dann wird sie fiebrig und bekommt Schüttelforst. Wir decken sie mit vier Decken zu. Sie versucht zu schlafen, aber in unserer Ecke sitzt regelrecht ein ganzer Kindergarten und die Kleinen sind teilweise sehr quengelig.
Beim Landeanflug auf Dubai merke ich, dass ich Migräne bekomme. Medikamente helfen bei mir normalerweise nicht. Migräne bedeutet in der Regel Totalausfall mit Erbrechen. Uwe geht es wieder gut. Er holt mir einen Becher Kaffee und ich versuche diesen zu trinken, bevor es mir schlecht wird. Die Ursache für Migräne sind bei mir Verspannungen und ich denke, da könnte eine Magnesiumtablette helfen. Das habe ich noch nie ausprobiert, aber schaden kann es auch nicht. Also werfe ich eine ein. Tatsächlich geht es mir wieder einigermaßen gut, bevor wir weiterfliegen.
In Zürich warten wir wieder ewig auf unsere Koffer. Unser Fahrer ruft uns zwei Mal an, weil er sich nicht erklären kann, warum das so lange dauert. Nach einer weiteren Stunde Fahrt setzen wir Vanessa an ihrer Haustür ab.
Sie geht noch am gleichen Tag ins Krankenhaus, in die Notfallpraxis. Dort erwischt sie einen Arzt, der „Durchfall“ googelt und verschreibt ihr ein freiverkäufliches Medikament. Aber tatsächlich hilft es ihr und sie fühlt sich schon am nächsten Tag besser. Uwe hat den Infekt am nächsten Tag auch überstanden, aber mit der Gicht macht er noch bis Ende Januar rum. Ich bin komplett von dem Magen-Darm-Infekt verschont geblieben.
Ihr Lieben, das war der Alptraum am Ende unseres Urlaubs. Wir haben es alle drei ohne bleibende Schäden überlebt.
So viele Herausforderungen dieser Urlaub auch mit sich gebracht hat: Dafür kann die Insel nichts. Mauritius ist wirklich wunderschön, sowohl die Strände als auch das Land. Die Idylle an vielen Orten konnte ich hoffentlich mit meinen Fotos ein bisschen anschaulich machen.
Danke euch allen, die ihr den Bericht gelesen habt, fürs Danke-Button-Drücken, für die Kommentare und die Ermutigung, mit dem Schreiben nicht aufzuhören.
freshy3'883 Beiträge · seit 201105. Feb. 2025 · #90
Du liebe Güte, trotz der beschriebenen Exotik und Schönheit von Mauritius, diesen Urlaub möchte ich nicht erleben! Danke fürs Berichten! Ich nehme an, dass du dich zwischenzeitlich von dem Horror erholt hast.
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202305. Feb. 2025 · #91
Hallo liebe freshy, ja, dieser Horror ist mittlerweile Geschichte. Neue Energie habe ich aber trotzdem irgendwie schöpfen können, denn im Arbeitsleben habe ich immer noch eine tiefenentspannte Gelassenheit wenn es turbulent wird. Vielleicht gerade deshalb, weil ich erlebt habe, was es bedeutet, wenn das Leben die Belastungsgrenze wirklich überschreitet. Gegen mein Flughafenerlebnis sind die alltäglichen Herausforderungen, auch wenn es mal schwierig wird, kleine Problemchen.
Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass ich Ende dieses Jahres meinen Job verlieren werde. Dann bin ich 61 Jahre alt. Meine Chefs sind herzensgute Menschen, ich habe totale Freiheit meinen Job so zu machen, wie ich es für richtig halte und ich habe ein Dream Team an meiner Seite. Der Verlust fühlt sich an, als würde man seinen besten Freund verlieren und dennoch ist es nicht ansatzweise so schlimm wie der Moment in dem ich dachte, Uwe wäre tot. Insofern nehme ich eine große Dankbarkeit für das was mir heute geschenkt ist, mit aus dieser Erfahrung.
Danke dir liebe Freshy fürs Lesen und für deine verständnisvollen Worte.
SISilvy298 Beiträge · seit 200705. Feb. 2025 · #92
Hallo von Silvia zu Silvia,
ich habe deinen Bericht mit großem Interesse gelesen. Ich bin ja Namibia-Fan, wollte aber immer gerne mal nach Mauritius aber mein Mann streikte. Nun machen wir alterbedingt keine Fernreisen mehr, daher hat mich dein Bericht sehr interessiert. Ach ja, so einen Urlaub, in dem einiges schief läuft, hatten wir auch schon aber nicht mit so einem dramatischen Abschluß. Du hast es so spannend beschrieben, dass ich die Luft angehalten habe. Trotzdem kann sich keiner wirklich vorstellen, was du mitgemacht hast. Auf jeden Fall wird dir dein 60. Geburtstag immer in Erinnerung bleiben und die unangenehmen Dinge geraten in den Hintergrund.
Alles Gute und noch viele schöne Reisen (mit Berichten im Forum) wünscht dir Silvia aus München
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202305. Feb. 2025 · #93
Liebe Silvia, Danke dir für deine sehr lieben Worte. Namibia ist auch zu unserem Herzensland geworden und wir dürfen uns ja auf ein Comeback im Mai freuen. Ich denke tatsächlich auch hier und da schon daran, dass es irgendwann mit Fernreisen oder sogar grundsätzlich mit Reisen vorbei sein wird. Dann müssen wir die Bilder in unserem Kopf wachrufen, unsere Fotobücher zur Hand nehmen und im Forum Reiseberichte lesen 🙂 Danke, dass du meinen Bericht mitgelesen und kommentiert hast. Das hat mich sehr gefreut. Liebe Grüße, Silvia
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201605. Feb. 2025 · #94
Liebe Silvia,
danke für Deinen Bericht über Mauritius. Ich habe ihn immer mitverfolgt, wenn Du etwas geschrieben hast. Es haben sicherlich viele Leute Deinen Bericht gelesen, die sich - wie ich auch - kaum oder nicht gemeldet haben.
Daher jetzt zum Schluß ein DANKE.
Dein Erlebnis am Flughafen ist greulich. Aber ich glaube es war gut, dass sich Dein Mann durchgesetzt habt und Ihr nach Hause geflogen seit.
Ich hoffe, dass Deine nächste Reise ein Volltreffer wird.
LG Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Liebe Silvia, Ich habe richtig Gänsehaut am Ende eurer Reise bekommen. Ein Horror, wenn 2 von 3 Leuten so schlecht beieinander sind und so eine lange Heimreise ansteht. Dazu dann noch Verständigungsprobleme und die Angst, nicht zu wissen, was los ist, ob es wirklich „nur“ vom Darminfekt kommt… Ich verstehe total, dass du in dieser Situation einfach überfordert warst. Ich denke, die wenigsten hier wären total abgebrüht gewesen, schließlich war das alles andere als alltäglich!
Eine Reise, bei der man einfach nur froh ist, dass sie zu Ende ist! Aber mit viel Vorfreude auf die nächste Reise und die wird sicher viel schöner!
Danke, dass du den Bericht trotz aller technischer Probleme fertig geschrieben hast.
Lg, Melanie
casimodo4'528 Beiträge · seit 200706. Feb. 2025 · #96
Hallo Silvia,
Horror, wirklich Horror 🙁 Ich möchte mir das gar nicht vorstellen.....
Viele Grüße und von Herzen alles Gute für Euch Casimodo
Trollkind243 Beiträge · seit 202106. Feb. 2025 · #97
Guten Morgen Silvia, auch ich habe Deinen Bericht interessiert verfolgt. Da kann man nur sagen: Ende gut, alles gut! Nicht jeder Urlaub verläuft so, wie man sich das vorstellt. Da ist Eure Erfahrung ein gutes Beispiel dafür. Ich wünsche Euch, dass Euer Pech jetzt aufgebraucht ist und der nächste Urlaub von gesundheitlichen Problemen verschont bleibt. Liebe Grüße Kirsten
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202306. Feb. 2025 · #98
Liebe Gabi, ja, diesmal war es die richtige Entscheidung nicht zum Arzt zu gehen und die Flüge nicht zu opfern. Nachdem so schnell eine Besserung zu sehen war, dachte ich auch zu 98% , dass Uwe "nur" Kreislaufprobleme hatte. Ich wollte auch lieber nach Hause fliegen, als den Umweg über ein Krankenhaus zu machen. Doch sein Vater hatte mit Mitte fünfzig einen Schlaganfall und einige Jahre später einen zweiten der ihn zum Pflegefall machte. Von der körperlichen Konstitution her, gehört Uwe sehr wahrscheinlich auch zur Risikogruppe. Dieses Wissen hat viel mit meiner Panik zu tun. Man möchte solche Situationen nicht erleben und solche schweren Entscheidungen einfach nicht treffen müssen.
Aber jetzt ist alles vorbei und auch längst wieder gut. Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass sich so etwas wiederholt. Danke dir liebe Gabi für dein Mitgefühl und deine netten Worte. Liebe Grüße, Silvia
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202306. Feb. 2025 · #99
Liebe Melanie, Danke auch dir für deine lieben Worte, für dein Mitlesen und dafür dass du immer mal wieder einen Kommentar geschrieben hast. Feedbacks sind wichtig um sich zu motivieren, den Zeitaufwand und den Ärger mit der Technik auf sich zu nehmen und es nimmt die Unsicherheit, ob der Bericht für die Leser überhaupt interessant ist. Zumal ich hier im Namibia Forum geschrieben habe, wo man eigentlich etwas spannendes übers Wildlife lesen und schöne Tierfotos sehen möchte. Ich hab ja fast nur über Botanik und über unsere Problemchen geschrieben.
Aber wie ich vorhin schon Gabi geschrieben habe, ist nicht davon auszugehen, dass sich so ein furchtbarer Urlaub wiederholt. Wobei ja auch schöne Tage dabei waren und traumhafte Landschaften. Aber wenn so vieles schief läuft, liegt schon ein dunkler Schatten über allem und da sind dann auch Tage dabei, an denen man es nicht schafft den Frust in die Schublade zu stecken.
Für mich gehörte das Schreiben des Berichtes tatsächlich auch ein bisschen zum Verarbeitungsprozess. So gesehen, wart ihr alle meine Therapeuten die zugehört und ab und zu mal einen Kommentar eingeworfen habt 😁
Viele liebe Grüße und ein dickes Dankeschön, Silvia
NachoThemenstarter973 Beiträge · seit 202306. Feb. 2025 · #100
Hallo Casimodo, es freut mich, dass du auch mitgelesen hast. Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Mitgefühl. Euer KTP-Reisebericht vom Februar 24 hat mich unglaublich angezündet, so dass wir für Februar 26 auch neun Tage KTP gebucht haben, bzw. noch auf die Bestätigung warten. Wir lassen die Unterkünfte buchen und haben zwar Wünsche geäußert, nehmen letztendlich aber was wir bekommen. Vor der Selbstversorgung graut es mir schon ein bisschen, wegen der Kühlung und weil ich gar nicht recht weiß, wie ich vernünftig einkaufen muss. Wir waren im Urlaub noch nie Selbstversorger.
Jedenfalls lese ich eure Reiseberichte immer wieder sehr gerne. Eure Norwegen- Impressionen sind übrigens auch sehr schön anzusehen. Mit Kälte mag ich mich im Moment aber noch nicht für den Urlaub anfreunden. Doch eure Fotos sind fantastisch.