Reisebericht

Mauritius, das andere Afrika

von Nacho · begonnen 30. Dez. 2024 · 8 Teile

Teil 130. Dez. 2024
Vom 4.bis 19. Dezember entfliehen wir dem kalten Winterwetter und wärmen uns die Füße auf Mauritius.
Wir entscheiden uns für ein Hotel im Norden, weil ich gelesen habe, dass im Dezember bereits die Regen- und Zyklon-Saison begonnen hat und der Norden windgeschützter ist.
Wir machen tatsächlich die Erfahrung, dass wir mehr Sonne haben als die Urlauber im Süden.
Es regnete alle zwei, drei Tage, aber meist nur in kurzen Schauern, die ich fast als weichen Sprühregen bezeichnen möchte. Mit „Kurz“ meine ich tatsächlich nur fünf bis zehn Minuten. Nur zwei Mal hat es über mehrere Stunden geregnet. Wir empfinden diese Erfrischungen durchaus als angenehm, denn es bleibt trotzdem warm. Wenn es nicht regnet, ist es aber auch ziemlich schwül.

Für uns ist es jetzt im Dezember die bessere Wahl im Norden zu sein, zumal der Urlaub ganz anders verlaufen ist, als gewünscht und geplant.
Wer allerdings nicht in der Regenzeit die Insel besucht, der findet im Süden definitiv die schöneren Landschaften und Strände und hat den besseren Ausgangspunkt für viele Aktivitäten.

Wer sich ein bisschen in die Insel-Idylle reinträumen möchte, der sei herzlich eingeladen, diesen kurzen Bericht zu verfolgen.

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Am 4.Dezember. startet unser Flug von Zürich nach Doha und wir heben pünktlich um 14.30 Uhr ab.
Mit an Bord sind Uwe und ich und unsere 26jährige Tochter Vanessa. Alicia (28) fliegt ab München. In Doha treffen wir uns und fliegen mit der gleichen Anschlussmaschine weiter nach Mauritius.

Warum machen zwei junge Frauen mit Mama und Papa Urlaub?
Uwe und ich sind 60 geworden und um den Stress zu umgehen, (kurz vor Weihnachten) eine große Feier zu organisieren, dachten wir uns: Warum nicht unsere Kinder zu einem schönen Familienurlaub einladen und uns rundum bedienen lassen?

Alicia kommt nur für eine Woche mit und nur unter der Bedingung, dass sie die ganze Zeit am Pool liegen darf. Sie möchte nichts unternehmen. Das respektieren wir natürlich.
Aus diesem Grund haben wir uns für Mauritius entschieden, obwohl wir anderen drei, lieber eine Reise ins „richtige Afrika“ unternommen hätten.

Aber Mauritius bietet sowohl Strand, Sonne und Meer, als auch viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.
Vanessa erklärt uns gleich, dass sie nichts anbrennen lassen wird. Sie will bei jeder Aktivität dabei sein.

Der erste Flug dauert ca. 6,5 Stunden. Unsere Maschinen kommen fast zeitgleich an. Alicia sieht elend aus. Sie hat Migräne. Für sie ist die Wartezeit am Flughafen und der Weiterflug eine einzige Quälerei.

Während Uwe bei Alicia im Wartebereich sitzt, nutzen Vanessa und ich die Gelegenheit uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Meinen Steppmantel lasse ich bei Uwe.
Wir holen uns einen überteuerten Kaffee und leisten uns sogar einen Wrap, in dem in Anbetracht des Preises ein Schatz vergraben sein muss.

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Zum Boarding treffen wir uns wieder mit Uwe und Alicia, aber mein Mann kommt ohne meinen Mantel und der ist meine Überlebensgarantie für den Winter. Mein Gesicht verliert die Farbe.
Uwe hatte mehrmals versucht mich anzurufen, aber jedes Mal, wenn ich das Telefonat annehmen wollte, brach die Verbindung zusammen. Er war sich nicht mehr sicher, ob ich meinen Mantel nicht doch mitgenommen hätte. Nein, hatte ich nicht!
Ich bin müde und empfinde den verlorenen Mantel echt als riesengroßen Verlust, denn ich suche schon länger nach einem anderen und finde nichts, was ihn auch nur ansatzweise ersetzen könnte.
Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass ich ihn wiederbekomme. Das fängt ja schon gut an.

Uwe sieht, dass ich nach Fassung ringe und ihm wird bewusst, dass er etwas unternehmen muss. Er kann aber nicht mehr einfach zurück in den Wartebereich. Er wendet sich ans Sicherheitspersonal, erklärt die Situation und trabt in deren Begleitung davon. Zwanzig Minuten später kommt er mit einem Siegesstrahlen im Gesicht und dem Mantel über dem Arm wieder zurück. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Wir fliegen übrigens mit Emirates Air. Ich kann diese Airline mit der Lufthansa, mit Äthiopien Airline, und Qatar vergleichen.
In dieser Maschine empfinde ich die Sitzbreite und die Beinfreiheit am angenehmsten.
Der Service an Board ist gut. Das Essen wird in Mehrwegplastik und mit richtigem Besteck serviert. Geschmacklich nicht meins, aber das liegt daran, dass ich die Gewürze nicht mag.
Am Unterhaltungsprogramm gibt es nichts auszusetzen.
Die WCs sind sehr sauber, während des gesamten Fluges.
Das Raumklima ist ebenfalls sehr angenehm und nicht zu kalt. Uns stehen kostenlos Decken, Kissen und Kopfhörer zur Verfügung. Der Preis ist ähnlich wie bei Qatar und deutlich günstiger als Lufthansa.

Während des Fluges sagt Uwe zu mir: Ich glaube, ich bekomme einen Gichtanfall.
Bitte nicht! Das bedeutet Schmerzen, schon bei der Berührung mit der Bettdecke, einen geschwollenen Fuß und an Laufen ist dann nicht groß zu denken. In der Regel dauert so ein Anfall gute zwei Wochen, bis er wieder schmerzfrei laufen kann. Das wäre das Ende, bevor der Urlaub überhaupt angefangen hat.

Wir landen einigermaßen pünktlich um ca. 9.20 Uhr.
Die Gepäckabholung dauert allerdings extrem lange, weil die A380 so viele Passagiere an Bord hatte.
Am Ende fehlt uns ein Koffer. Der Alptraum eines jeden Fluggastes!
Unser Band läuft nur noch leer. Die letzten Passagiere ziehen ihres Weges und wir stehen da und glauben es nicht.
Das Band läuft immer noch, aber es kommen keine Koffer mehr.
Dann ruft ein Mitarbeiter und macht uns darauf aufmerksam, dass auf dem anderen Band noch ein Koffer sein einsames Dasein fristet. Bingo, das ist unserer! Man hört den Stein plumpsen, der Vanessa von der Seele fällt.

Der Leihwagen wird uns pünktlich an den Flughafen gebracht. Hätte allerdings das Gepäckabholen nicht so elend lange gedauert, hätten wir sicher eine halbe Stunde warten müssen.
Draußen werden wir von 26 Grad und schönstem Sonnenschein umarmt. Die Vögel zwitschern und es geht ein angenehmes Lüftchen.
Mit unserem Gepäck wird es eng im Fahrzeug. Ein Handgepäckkoffer muss mit auf die Rückbank, zwischen die Mädels und einen nimmt Vanessa auf den Schoß.

Dann fahren wir ungefähr noch 1 Std. 20 zum Hotel Lagoon Attitude.
Die Landschaft, die an uns vorüberzieht, begeistert mich wieder wie bei unserem ersten Besuch auf dieser schönen Insel. Überall wachsen große, blühende Bäume und wir fahren durch die eine oder andere Allee. Ich kann mich nicht satt sehen.
Gegen halb eins erreichen wir unser Ziel.
Wir fahren vor, steigen aus und ein Mitarbeiter nimmt uns den Schlüssel ab, versorgt unser Gepäck und parkt das Fahrzeug. Den Schlüssel bekommen wir zurück, wenn wir zum Zimmer gebracht werden.


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Wir sind echt kaputt. Von Haustür zu Haustür waren wir über 26 Std. unterwegs.
Aber jetzt haben wir bereits den 5. Dezember. Fortsetzung folgt.
Teil 231. Dez. 2024
5.Dezember

Nachdem wir unser Auto und das Gepäck in die Hände eines freundlichen Mitarbeiters gegeben haben, gehen wir zur Rezeption und melden uns an.
Wir bekommen einen Welcome Drink und was wir ganz besonders genossen haben, ein feuchtes Handtuch.

Dieses Foto ist ungewollt hier aufgetaucht- Ich kann es Leider nicht löschen
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Dann werden wir zum Hauptpool geführt und uns wird erklärt, wie wir zum Strand kommen. Nun werden wir für eine Stunde uns selbst überlassen, bis unsere Zimmer bezugsbereit sind.

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Wir haben für Uwe und mich ein Doppelzimmer und für die Mädels je ein Einzelzimmer gebucht, damit beide den Urlaub unbeschadet überleben 🤪 . Dafür haben wir auf Komfort verzichtet und nur die einfachen Zimmer mit HP gebucht.

Wir machen einen ersten Rundgang Richtung Strand und was wir sehen, gefällt uns ausgesprochen gut. Das Meer hat einen fantastischen Farbton und die Sonne glitzert auf dem Wasser. Herrlich!
Es ist jetzt ca. 13.00 Uhr und es gibt tatsächlich noch etliche Liegestühle ohne Handtuch. Allerdings geben die kleinen Schirmchen nicht allzu viel Schatten ab.

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Nach einer Stunde werden wir zu unserem Zimmer begleitet. Bei den vielen Wegen, die es gibt, befürchte ich, dass ich unser Zimmer niemals allein finden werde. Mein Orientierungssinn kann mit einem Schaf mithalten, liegt also so ziemlich bei null.

Die Zimmer sind in zweistöckigen Blöcken im nüchternen Beton-Design untergebracht. Unsere Zimmer liegen im gleichen Block. Wir betreten das Zimmer, es wirkt ein bisschen dunkel, weil unser großer Balkon überdacht ist und die Begrünung gibt zusätzlich Schatten.

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Im ersten Moment begeistert das fehlende Licht im Zimmer wenig. Aber tatsächlich sind wir später noch dankbar für das Dach und den Schatten auf dem Balkon. Was mich aber echt enttäuscht, und zwar richtig, ist die Aussicht auf zwei Tennisplätze, samt der dazugehörigen Geräuschkulisse.

Wir haben fast ein Jahr im Voraus drei Zimmer gebucht. Ich schrieb auch dazu, dass wir einen Anlass feiern und habe naiverweise erwartet, dass es dafür den Bonus gäbe, ein Zimmer mit schönerer Aussicht zu bekommen.
Mein Fehler!
Später stellen wir fest, dass es viele von den einfachen Zimmern gibt, die keine schöne Aussicht haben, noch weniger sogar als unseres. Vielleicht war sogar unsere Aussicht von den günstigen Zimmern schon eine von den Schöneren. Wir stören uns auch tatsächlich gar nicht so lange daran, denn das Hotel bietet viele schöne Plätze zum verweilen.

Das Zimmer hat eine angenehme Größe und ist nett eingerichtet. Es gibt auch eine Minibar, und die Möglichkeit Kaffee zubereiten zu können.
Die Zimmer der Mädels, sind relativ identisch mit unserem.

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Aber im Moment zählt eh nur eines: Duschen und die Lebensgeister wieder wecken. Uns sitzt der schlaflose und endloslange Flugtag sehr in den Knochen.

Alicia und Vanessa suchen sich direkt ein nettes Plätzchen am Strand und entspannen sich. Uwe und ich lassen uns in unsere Balkon-Sessel fallen. Ich stelle fest: Wenn wir tief genug in eine halbe Liegeposition reinrutschen, sehen wir den Tennisplatz nicht mehr, sondern nur noch die Baumkronen und Palmwedel. Der Schatten ist also doch nicht soooo schlecht! Es wird auch nicht die ganze Zeit Tennis gespielt.

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Was wir dafür hören, ist Hundegebell und einer jault so gequält, dass es mir das Herz zusammenzieht.
Später erkennen wir, dass ein ganzes freilebendes Rudel das Hotel zu seinem Territorium erklärt hat. Sie werden hier auch mit Futter versorgt, was wir wiederum sehr nett finden.
Uns Gästen gegenüber verhalten sie sich tiefenentspannt.
Aaaaber das Bellen und das gequälte Jaulen hören wir den ganzen Tag. Auch nachts sind die Hunde aktiv und ihre Kommunikation hallt durch die Gänge der Betonblocks. Ich wache fast jede Nacht davon auf.

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Falls jemand Angst vor Hunden hat, ist Mauritius definitiv nicht der richtige Urlaubsort. Hier gibt es überall welche, und zwar ganze Rudel. Sie werden auch oft von der Bevölkerung gefüttert.
Nur um die kranken Hunde können sich die Leute nicht kümmern. Da fehlt dann doch das Geld und die lassen sich vermutlich auch nicht so einfach einfangen.

Wie haben niemals jemanden gesehen, der grob mit den Tieren umgegangen wäre. Sie werden überall geduldet.
Auf der Insel sind fast fünfzig Prozent der Bevölkerung Hindus. Sie glauben an Reinkarnation und das bedeutet, dass der Hund oder die Katze, ein Onkel oder die Mutter sein könnte. Das erklärt vielleicht den freundlichen Umgang mit den Tieren.
Ansonsten gibt es gute dreißig Prozent Christen, davon die meisten Katholiken und nicht ganz 20% sind Muslime.

Wir genießen jetzt erst einmal die Ruhe. Die Hunde bellen „nur“ in Intervallen mit vielleicht zwei Stunden Pause dazwischen.
Da besucht uns ein Madagascar Gecko. Guten Tag du hübsches Tier. Während unserer Expetition auf die Koralleninsel Île aux Aigrettes, erfahren wir mehr über diesen hübschen Gecko.

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Ich habe Lust mir einen Kaffee zu kochen. Aber es gibt kein Pulver und auch keine Milch. Ich werfe einen Blick in den Kühlschrank: Leer! Wo gibt es denn sowas? Schade, dann vielleicht morgen. Dann gehen wir halt später am Pool einen Kaffee trinken. Der kostet dann allerdings extra.
Wasser, sowohl mit Blubber, als auch ohne, kann man sich an verschiedenen Stationen selbst so viel holen wie man möchte. Im Zimmer stehen täglich zwei Flaschen bereit.

Uwe stellt fest, dass seine Schmerzen stärker werden. Nachdem er seine Schuhe ausgezogen hat, sehe sogar ich die Schwellung. Er nimmt eine Tablette. Aber wir müssen Magneschoner besorgen, weil sich abzeichnet, dass er die Schmerzmittel dauerhaft für den ganzen Urlaub braucht und damit habe ich nicht gerechnet, als ich unsere Reiseapotheke eingepackt habe.

Wir haben HP gebucht. Bei meiner Recherche erfuhr ich, dass es drei Restaurants gibt und das obligatorische Buffet-Restaurant Benetier welches nicht so toll abschneidet. Man bekommt in den anderen Restaurants aber keinen Tisch ohne Reservierung und oft ist schon ausgebucht, wenn man nachfragt.
Ich habe bereits Monate vorher meine Reservierungs-Wunschliste ans Hotel geschickt und ewig gar keine Antwort bekommen. Nach mehreren Wochen und mehrmaligem Nachhaken hieß es dann, man könne erst eine Woche vorher reservieren. Das tat ich und bekam wieder keine Antwort.

Wir wissen also noch nicht, wo wir heute essen werden. Darum müssen wir uns nachher unbedingt kümmern.
Wir fragen nach und erfahren, dass wir für heute gar keine Reservierung haben, aber im Benetier bekäme man ja immer einen Tisch.
Das kann ich nach der ganzen Schreiberei und dem immer wieder Nachfragen, nicht einfach akzeptieren und trete ein bisschen dominant auf. Nach einer kleinen Diskussion wird uns auf halb neun ein Tisch im Kot Nou reserviert.

Wir nutzen gleich die Gelegenheit für die nächsten Tage, einen Tisch im Coral und Lemongras zu reservieren. Je nachdem wo es uns am besten schmeckt, werden wir dann versuchen den Rest der Woche festzumachen.

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Außerdem hatte ich bereits im Vorfeld für heute Abend die Sonnenuntergangs-Katamaran Fahrt gebucht. Auch vom Bootshaus bekam ich keine Bestätigung, ob es mit der Buchung geklappt hat. Wir gehen aber davon aus. Um 17.00 Uhr sollte die Fahrt stattfinden.

Uwe, Vanessa und ich sind pünktlich da und sehen, dass die Gäste bereits mit einem Floß zum Katamaran gebracht wurden und gerade an Board gehen.
So ein Ärger!
Wir hatten eine falsche Zeitangabe. Die Mitarbeiter sehen uns aber. Sie kommen sogar zurück und holen uns auch noch ab.
Die anderen Gäste haben sich wahrscheinlich sehr über diese Verzögerung geärgert, denn die Sonne wartet nicht mit ihrer Abschiedsvorstellung.

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Wir fahren gefühlte zehn Minuten Richtung Riff und dort ankert die Crew. Wir bewegen uns also zwei Stunden lang nicht vom Fleck…und das wird als Katamaran Fahrt bezeichnet. Es ist ein bisschen langweilig.
Wir sehen die kleinen vorgelagerten Inselchen beim Hotel, sonst den einen oder anderen Wassersportler.

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Aber der Kahn ist echt groß. Es würden locker doppelt oder dreimal so viele Leute draufpassen. Die Crew sorgt für tolle Musik, Getränke gibt es umsonst, was so manch einer hemmungslos ausnutzt, aber keiner verhält sich unangemessen.
Die Stimmung wird immer besser, die ersten Gäste fangen zögerlich an zu tanzen.
Als der Macarena-Song gespielt wird, tanzen Vanessa und eine weitere Frau die Choreo dazu und daraus entsteht ein Flash Mob, bis alle mit Ausnahme von Uwe versuchen ihre Arme zu koordinieren. Das ist sooo lustig.
Es ist eine Riesengaudi. Aus lauter einzelnen Pärchen entsteht eine sehr schöne Gemeinschaft.

Der Sonnenuntergang wird wunderbar romantisch. Die Stimmung ist sensationell.

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Während der Rückfahrt laufen wir auf einen Stein auf. Jetzt wird es spannend und der Steuermann kann zeigen, was er draufhat. Er gibt uns die Anweisung, dass wir uns alle auf die gleiche Seite begeben sollen. Dann rangiert er den Katamaran gefühlte zehn oder fünfzehn Minuten hin und her und bekommt uns wieder frei.

Inzwischen ist es aber stockdunkel und ein kleines Boot kommt uns zu Hilfe, wir sind ja nicht allzu weit weg vom Ufer. Es fährt uns voraus, um den Katamaran in der richtigen Fahrspur zu halten, was gar nicht so einfach zu sein scheint.
Dieses kleine Abenteuer hat der sonst unspektakulären Fahrt bezüglich Aussicht, doch noch ein bisschen Spannung eingehaucht.
In Gefahr waren wir nicht. Zur Not hätte man uns im kleinen Boot nach und nach an Land bringen können.

Um halb neun treffen wir uns mit Alicia und gehen miteinander ins Kot Nou.
Dieses Restaurant hat ein tolles Strandfeeling. Die Küche ist typisch kreolisch. Vanessa ist sehr begeistert. Wir anderen drei mögen alle keinen Koriander, den wir überall als seifig herausschmecken.

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Ich habe übrigens gelernt, dass der seifige Geschmack von Koriander genetisch bedingt ist. Es hat mit einer Variation des 11. Chromosom zu tun. Wer diese hat, für den schmeckt Koriander nach Seife. Das ist also keine Einbildung. Uwe, Alicia und ich gehören also zum Mutanten-Stadel.

Alicia war am Nachmittag am Meer, wo es schön windig war, aber im Schatten zu kühl. Daher hielt es Alicia für eine gute Idee, sich in die Sonne zu legen. Jetzt sieht sie aus wie ein lecker zubereiteter Hummer und damit beginnt schon die nächste Leidensgeschichte. Die Verbrennungen sind heftig. Sie kann froh sein, wenn sich keine Blasen bilden.

Um halb neun können wir das Essen schon gar nicht mehr richtig genießen, weil wir so kaputt sind. Heute sind wir direkt froh drum, dass hier fast überall sehr schnell das Geschirr abgetragen und der nächste Gang serviert wird.

Nach dem Dinner kommen nicht drum herum, ein paar Ehrenrunden durch die Anlage zu laufen, bis wir unseren Zimmerblock wieder gefunden haben. Unser Schrittzähler dankt uns die Bewegung.

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Kaum berühren unsere Körper die Matratzen, schlafen wir schon ein. Aber Alicia spürt den Sonnenbrand, Uwe seinen Fuß und ich bekomme in der Nacht Kopfschmerzen.

Ich glaube, ich muss den Drehbuchautor für diesen Urlaub sprechen. Womöglich befinden wir uns im falschen Film.
Ich will jetzt bitte Urlaub haben und nicht von Krankheiten verfolgt werden!
Teil 304. Jan. 2025
Ihr Lieben, es tut mir sehr leid, dass es mit den Bildern nicht klappen mag. Ich weiß nicht woran es liegt.
Hier kommt der zweite Teil vom 7. Dezember


Über Feld und Wiesenwege fahren wir vorbei an wunderschönen Schirmakazien. Mit ihren flachen Baumkronen erinnern sie mich an die Steppen Afrikas.

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Naja, wir sind ja auch in Afrika, allerdings hat man bei dem Gedanken an ein Inselparadies meistens nur Strand, Palmen und Meer vor Augen.
Mauritius hat da weit mehr im Angebot.

Oft sind die Wege sehr trocken und wir können es auch mit gebührendem Abstand nicht ganz verhindern, dass wir den Staub der voranfahrenden Fahrzeuge schlucken. Wegen der besseren Sicht fahre ich trotzdem mit offenem Visier. Zum Staubschutz trage ich ja immer noch meine Brille.
Die Fahrt macht Mega Spaß!!!

Neben unseren Wegen gibt es Schluchten in denen Palmen, Farne und Bäume wachsen. Wir überqueren Brücken unter denen kleine Bäche vor sich hin gurgeln. Bougainvillea wachsen hier von pink über rosa und orange bis zum dunklen violett und auch verschiedenfarbige Trompetenbäume. Leute, das ist sooo schön, ich kann es nicht ausreichend beschreiben!!!

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Leider fährt unser Guide an allem achtlos vorbei. Wir versuchen eine ganze Weile uns ihm an die Versen zu hängen.
Aber ich werde irgendwann sauer, weil es so unglaublich tolle Szenen gibt, die man schweigend genießen oder fotografieren möchte.

Dann sehe ich sogar einige Hirsche unten in einem Tal und unser Guide fährt weiter….Gibt es sowas?

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Ich klopfe Uwe auf die Schulter und bitte ihn anzuhalten. Der Guide wird es schon merken, wenn keiner mehr hinter ihm fährt. Zwar halten wir auch die anderen auf. Aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Wir, und so wie es aussieht auch diejenigen die hinter uns fahren, genießen den Blick auf die Hirsche einen Moment.
Für scharfe Fotos sind sie leider zu weit weg. Aber ein Beweisfoto bekommt ihr dennoch.

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Unser Guide merkt recht schnell, dass er uns abgehängt hat und wartet, bis wir wieder aufgeholt haben.
Ab jetzt nehmen wir uns die Freiheit, noch sehr oft stehenzubleiben und dieses Paradies einen Momentlang gebührend zu bewundern.

Sogar einen Schwarm mit mindestens acht oder zehn Flughunden sehen wir. Allerdings können wir diese wirklich nicht fotografieren. Dennoch schlägt unser Herz im Dreivierteltakt. Ich bin grenzenlos begeistert, von diesem wunderbaren Stückchen Erde.

Wir sehen immer wieder Rehe und Hirsche, die sich irgendwo im Schatten aufhalten und wir bleiben jedes Mal stehen und freuen uns.

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Fortsetzung folgt
Teil 404. Jan. 2025
3. Teil vom 7. Dezember

Irgendwann heißt es Absteigen. Wir werden aufgefordert dem Guide ein Stück in den Wald zu folgen. Die Vögel zwitschern wie im Paradies, lassen sich aber nicht wirklich sehen.
Der Boden ist sehr verwurzelt, wir stolpern alle mehr oder weniger durchs Gehölz.
Spätestens jetzt ist jeder dankbar, der sich mit Insektenschutz zugekleistert hat.



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Nach ein paar Minuten Fußmarsch stehen wir plötzlich vor einem kleinen Wasserfall. Hier sieht es sehr idyllisch aus mit den Felsen auf denen Flechten wachsen und dazwischen große und kleine Farne. Der Wald sieht mit seinen herumliegenden und mit Moos bewachsenen Baumstämmen verwildert aus. Manche Bäume mit skurrilem Wuchs geben der Kulisse etwas Verwunschenes.
Ich glaube, ich träume!

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Wenn nur die Mücken nicht wären, die mir bestätigen, dass dies alles real ist.
Das Wasser sieht allerdings mehr nach einem trüben Tümpel aus als nach einem Gewässer, welches zum Baden einlädt. Da möchte niemand reinsteigen. Macht auch nichts, das tut der Atmosphäre keinen Abbruch.

Die Wolken am Himmel ziehen sich immer mehr zu. Ich hoffe, es bleibt trocken.

Als wir wieder auf unseren Bikes sitzen, brennen meine Augen plötzlich wie Feuer, von jetzt auf nachher.
Ich kann sie nicht mehr öffnen und sie tränen wie verrückt. Es ist echt schlimm. Anstatt die Landschaft um mich herum genießen zu können, muss ich die Augen geschlossen halten. Ganze Tränenbäche rinnen mir über die Wangen.

Was ist das jetzt wieder? Das kann doch echt nicht wahr sein!
Ich habe Angst, dass ich mir einen Zug eingefangen habe und die nächsten Tage die Augen gar nicht mehr öffnen kann.

In diesem Urlaub scheint gewaltig der Wurm drin zu sein. Wir sind sonst keine Familie, in der wir ständig irgendwelche Zipperlein haben.

Das Brennen ist echt schlimm. Ich tupfe permanent die Tränen weg.
Von der Umgebung sehe ich nichts mehr.

Zurück am Ausgangspunkt lässt das Brennen nach. Im Taschentuch sehe ich mit Schreck wie viel Staub es mir aus den Augen gespült hat. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.

Tja, Dummheit muss bestraft werden, oder?
Hätte ich mal das Visier geschlossen. Das ist mir eine Lehre.
Die Tendenz zu brennenden Augen, bleibt mir für den ganzen Urlaub.

Ich muss auch zu Hause Feuchtigkeitstropfen für die Augen nehmen. Aber ich werde in diesen zwei Wochen die zehnfache Menge brauchen und das ist nicht übertrieben formuliert. Wenigstens helfen sie!
Nur reichen meine mitgebrachten Tropfen unter diesen Umständen nicht.
Wir müssen ein zweites Mal in die Apotheke. Wenn das so weitergeht, bekommen wir bis zum Ende unseres Urlaubs eine Bonuskarte, werden mit Namen begrüßt und bekommen den roten Teppich ausgerollt.

Wir verabschieden uns von unserem Guide und von diesem wunderschönen Reservat, in dem ich noch viel lieber gewandert als gefahren wäre.

Kaum sitzen wir im Auto, öffnen sich die Schleusen des Himmels. Es kommt runter wie aus Kübeln. Wir müssen einen Moment warten, bis der Regen nachlässt, weil der Scheibenwischer gar nicht hinterherkommt.

Je weiter wir in den Norden kommen, desto mehr reißt die Wolkendecke wieder auf. Wir fahren einem teilweise doppelten Regenbogen entgegen, der wie eine Brücke über den sattgrünen Baumwipfeln aussieht. Soooo schön!!!

Bis wir wieder im Hotel sind, ist es bereits 18.00 Uhr und die Sonne scheint bei strahlendblauem Himmel.
Während wir weg waren, hat es hier geregnet.

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Also haben wir neben all dem Pech, das uns verfolgt, doch auch ein bisschen Glück.
Wobei der heutige Tag kaum zu toppen ist. Das denke ich zumindest heute. Der morgige Tag wird mich erneut in pures Entzücken versetzen.

Unser Tisch im Coral ist erst auf 21.00 Uhr reserviert worden. Wir haben seit dem Frühstück nichts gegessen.
Eine frühere Tischreservierung bekamen wir nicht, außer im Benetier. Nein Danke, da überbrücken wir lieber unseren kleinen Hunger mit einem Latte Macchiato, zumindest Vanessa und ich.

Zur Rezeption müssen wir auch noch gehen und uns für morgen ein Lunchpaket bestellen. Wir haben eine geführte Wanderung gebucht. Uwe muss passen, aber zum Glück habe ich noch Vanessa. Wir werden um 7.00 Uhr abgeholt, also schon vor dem Frühstück.

Die nette Dame an der Rezeption bietet uns ein early Frühstück in abgespeckter Version an. Na, da freuen wir uns und hören uns nicht „Nein sagen“.

Anschließend gehen wir Duschen und machen uns fertig fürs Dinner im Coral.
Wir müssen erst mal suchen, wo das überhaupt ist. Vanessa meint es schon gesehen zu haben und wir finden es tatsächlich auf Anhieb.

Wowww, allein das Ambiente ist hier eine Augenweite und das Essen toppt unsere Erwartungen bei Weitem. Gäste mit HP müssen übrigens in den Restaurants nichts draufzahlen. Wasser ist auch in allen Restaurants gratis.

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Vanessa spricht fließend Englisch und lässt gewaltig ihren Charm sprühen. Das Service Personal ist ganz angetan von ihr und lässt sich auf unseren Spaß ein. Wir haben es sooo lustig und das Personal auch. Es ist ein total schöner Abend, nach einem ebenso schönen Tag.

Wir fackeln gar nicht lange rum und reservieren für die kommende Woche gleich an drei Abenden einen Tisch.

Uwe und Alicia möchten nach dem Dinner gleich wieder aufs Zimmer gehen. Uwe spürt, dass er seinen Fuß heute zu viel belastet hat.

Vanessa und ich sind noch nicht bereit, diesen schönen Tag zu beenden. Wir lassen ihn wieder am Pool bei der Live-Musik ausklingen. Jeden Tag treten andere Künstler auf und jeder hat seinen eigenen Stil, seine eigene Musikrichtung. Die können hier echt gut Singen. Um elf packt die Band wieder zusammen und ich schlafe heute mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht ein.
Teil 505. Jan. 2025
8. Dezember Teil 2



Ich bin so erleichtert, als ich endlich aussteigen kann. Die Hitze schlägt mir sofort entgegen, nachdem ich unsere rollende Gefriertruhe verlasse. Auf den Fotos ahnt man wegen des bewölkten Himmels gar nicht wie heiß es wirklich ist, aber ab und zu bricht die Sonne durch die Wolkendecke und dann brutzelt es ordentlich. Es gibt immer wieder kurze Schauer, gefolgt von sonnigen Abschnitten, was die Luft unglaublich schwül macht.

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Zunächst laufen wir über Feldwege in Richtung Meer und am Strand entlang. Die Wellen schwappen an den meisten Stellen ein bisschen ungezügelt ans Ufer. Das wären keine Badestrände für Kinder.
Aber hier und da sehen wir Angler auf Felsen stehen, die versuchen ihr Fischstäbchen einzutüten.

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Wir laufen auf sandig weichen Boden durch sehr kleine Dörfer und begegnen fast mehr Hunden als Menschen.
Unser Guide kennt diese Tour wie seine Westentasche und auch die Tiere.

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An den meisten Rudeln können wir entspannt vorbeilaufen. Eines reagiert territorial und gibt uns zu verstehen, dass wir hier unerwünscht sind.
Wir machen einen großen Bogen um sie und unser Guide läuft beschützend vor uns her.
Ernstgemeint aggressiv waren die Hunde aber nicht wirklich. Sie wollten uns nur unmissverständlich warnen.

Etwas später bellt uns eine Hündin drohend an. Wir können aber auch ihr im großen Bogen ausweichen.
Unser Guide macht uns darauf aufmerksam, dass in einer kleinen Mulde in ihrer Nähe einige Welpen liegen.
Aha, daher weht der Wind. Aufmerksame Mama!
Als sie sich beruhigt hat und sieht, dass wir ihre Komfortzone respektieren, zieht sie sich erst zurück und kommt dann noch mal etwas zögerlicher und deutlich freundlicher bellend, ein paar Schritte auf uns zu.
Ganz nach dem Motto: „Leute, falls ihr aber was zum Fressen für mich habt, bin ich durchaus diskussionsbereit.“

Wir sind noch keine halbe Stunde unterwegs, als es anfängt zu regnen. Ich ziehe mein Cape über und fühle mich augenblicklich unwiderstehlich sexy. 🤩

Der Regen ist weich und warm. Meine Brillengläser laufen an, jetzt wäre ein Satz Scheibenwischer gut. Die Luft kühlt allerdings nicht ab. Nach ein paar Minuten ist der Schauer auch schon wieder vorbei und die Sonne grillt uns die Schwarte. Es wird brutal heiß und schwül.

Nun ändert sich die Laufrichtung, weg vom Meer auf einen Wald zu. Wir tauchen in eine ganz andere Welt ein.
So stelle ich mir einen Dschungel vor.
Dicke Baumwurzeln sind eins geworden mit dem Waldboden. Es läuft sich weich wie auf Wolken, aber wir müssen schon achtgeben, wo wir hintreten, damit wir nicht über die Wurzeln und Stöcke stolpern.

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Diesen märchenhaften Wald kann man mit Worten kaum beschreiben.
Hier gibt es wahnsinnig schöne und teils riesengroße Bäume.
Unter anderem sehen wir auch einen mächtigen Mandelbaum. Auch mit Wildäpfeln wächst hier einer, oder Beerensträucher und andere Fruchtstände. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hinschauen soll. Das hier flasht mich total.
Hier möchte ich bleiben. Am besten für immer.

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Die Vögel singen sich die Seele aus dem Leib. Über uns rauscht das Laub, wenn eine Brise durch die Baumwipfel weht.
Die Sonne schickt ihre Strahlen durch die Löcher im Blätterdach und lässt Lichtpunkte über den Boden tanzen.
Auf dem Laub und den Gräsern glitzern Regentropfen.
Am Boden liegen große Blätter, die sich an den Rändern eingerollt haben und in denen sich wie in Schalen das Wasser gesammelt hat. Sie sehen aus wie Miniatur-Vogeltränken.

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Zwischen abgestorbenen und moosbewachsenen Baumstämmen und Wurzeln breiten sich Farne aus und geben dem Wald etwas Märchenhaftes.

Wir klettern über umgestürzte Bäume oder kriechen unter querwachsenden Ästen durch.

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Irgendwann ändert sich die Vegetation. Der weiche Waldboden verabschiedet sich und macht Platz für Lavagestein.

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Ohne dass wir es gemerkt hätten, haben wir uns wieder der Küste genähert. Eine hohe Mauer aus Natursteinen versperrt uns die Sicht auf den Ozean, aber wir hören lautstarkes, wildes Tosen und die respekteinflößende Kraft des Wassers wie es gegen die Felsen schmettert.

Fortsetzung folgt...
Teil 606. Jan. 2025
8. Dezember Teil 3

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Immer mehr verdichtet sich das Lavagestein, bis kein weicher Boden mehr zu sehen ist. Scharfkantig und grobporig mahnt es uns aufzupassen, dass wir nicht stolpern und uns verletzen. Für mich ist diese Etappe eine kleine Herausforderung.

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Von einem Bandscheibenvorfall ist mir eine Gefühlsstörung im Fuß geblieben. Sie beeinträchtigt mich im Alltag kaum, aber jetzt merke ich, dass ich nicht gut einschätzen kann, wie hoch ich meinen Fuß bzw. mein Bein anhebe, wenn ich einen größeren Lavabrocken besteigen muss. Ich knicke häufig um und muss immer wieder prüfen, ob ich sicher stehe, bevor ich den nächsten Schritt mache.
Ein paar Mal muss ich, so peinlich es auch ist, ein helfendes Händchen annehmen.

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Irgendwann kommt der Moment in dem die Mauer zu Ende ist und wir freien Blick auf die wilde Westküste haben. Mit roher Gewalt kracht das Wasser, ehrfurchtsgebietend gegen die Steilküste.
Riesige Wellen fordern Respekt ein. Aber der Rhythmus der Brandung zieht uns in seinen Bann. Fasziniert sehen wir dabei zu wie die Wellen anrollen, sich aufbäumen und wieder zurückziehen.

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Vanessa wagt sich für mein Empfinden ein bisschen weit an die Felskante und bekommt prompt einen ordentlichen Guss Weichspüler ab. Sie war nicht ernsthaft in Gefahr, aber von dieser Erfrischung wird sie ein Weilchen was haben, bis die Klamotten wieder trocken sind.

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Wir laufen ein ganzes Stück am Rand dieser Steilküste entlang. An einer Stelle hat es ziemlich viel Müll angespült.
Das ist allerdings der einzige Ort, an dem wir auffällig viel Müll sehen. Viele Urlaubsparadiese haben mit immensen Müllproblemen zu kämpfen, so dass schon fürchtete, Mauritius könnte auch betroffen sein. Ich finde aber, es hält sich sehr in Grenzen. Wobei wir auf abgelegenen, wenig besuchten Wegen unterwegs sind. Vielleicht sieht es an anderen Orten anders aus.

Ein Stück weiter ist die Idylle wieder in Ordnung.
Die nächste Abbruchkante lädt mich dazu ein, einen Blick über die Kante in die Tiefe zu werfen. Es sieht an dieser Stelle auch nicht gefährlich aus.
Aber just in dem Moment, in dem ich meinen Kopf nach vorne strecke, schwappt eine sehr hohe Welle hoch und ich bekomme zur Freude meiner Tochter auch eine Dusche ab, die sich gewaschen hat.
Im ersten Moment bekomme ich Schnappatmung, weil das Wasser nicht gerade Badewannentemperatur hat. Aber zwei Minuten später bin ich fast froh um diese Erfrischung in Anbetracht sengenden und schwülen Hitze. Aufgrund der Wolken vermutet man gar nicht wie heiß es wirklich ist.

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Wir kommen auf dieser Wanderung von einem emotionalen Rausch in den nächsten.
Die Felsenbrücke Pont Naturell, ist auch so ein Auslöser für einen emotionalen Ausbruch.
Wunderschön hat das Meer seine Handschrift in die Felsen gemeißelt. Wir stehen sprachlos da und staunen.

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Vanessa wagt es sogar, die Brücke zu betreten. Unser Guide meint, sie sei breiter als sie aussieht. Ich habe mich nicht einmal in ihre Nähe getraut und hoffe sehr, dass keine Welle hoch genug herankommt, um sie von da oben runterzuspülen.

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Unsere erste Etappe endet an einem Parkplatz mit Toilette. Die ist jetzt auch nötig.
Aber Puhh….die stinkt mir schon aus ein paar Meter Entfernung entgegen. Ich zögere, aber was soll ich tun, wenn der Tank nun mal voll ist?
Hilft nix: Augen zu, ein letztes Mal tief Luftholen, schnell machen und dabei möglichst nichts anfassen.

Mir wird wegen Sauerstoffmangel ein bisschen schummrig. Eine Stimme in meinem Kopf sagt: „Du musst Atmen!“ Die andere antwortet: „Auf keinen Fall, Atmen wird total überbewertet. Mach einfach schneller“….Ha, Ha…Dann kann ich nicht mehr und schnappe nach Luft.

Das hätte ich besser nicht getan. Ich rieche den fürchterlichen Gestank nicht nur, ich bin sicher, ich kann ihn sogar schmecken. Allerdings animiert mich das in Sachen „Schneller machen" dazu, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Die Hose wird zugeknöpft während ich im Schweinsgalopp nach draußen renne. Ich muss ein paar Meter Abstand zwischen mich und die Fäkaliensammelstelle bringen und einige Atemzüge tief Luft holen, bevor mein Gesicht wieder eine gesunde Farbe annimmt.

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Unser Schwertransporter wartet schon auf uns. Wir steigen ein und ich fühle mich wieder wie in einer Gefriertruhe.
So verschwitzt wie wir sind, habe ich fast schon panische Angst davor, dass wir uns jetzt zu allen Wehwehchen, die uns eh schon plagen, eine saftige Erkältung einfangen.
Teil 709. Jan. 2025
Nun fahren wir ein Viertel Stündchen und machen dann irgendwo auf einer Wiese Pause, um unser Lunch zu verspeisen. Der Platz ist aber leider nicht so schön, dass man gerne länger bleiben würde.
Wir geben also recht schnell zu verstehen, dass es weitergehen kann.

Nach einem weiteren Viertel Stündchen hält unser Fahrer am Rand eines Zuckerrohrfeldes an. Wir steigen schockgefrostet aus der Fresh Box aus und sind dankbar für die Hitze, die uns schnell wieder auf Betriebstemperatur bringt.

Wir laufen ein Stück und nähern uns wieder der Küste. Diesmal führt uns der Weg auf eine Art Plateau. Es ist mit lichtem Wald bewachsen und ermöglicht uns einen schönen Blick von oben auf die Küste. Auch hier ist das Meer aufgewühlt und rau. Die Wellen verpassen dem Strand eine ordentliche Tracht Prügel.

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Der Panoramablick ist schon sehr schön und wieder ganz anders, als das, was wir bisher gesehen haben.

Heute bin ich sehr damit beschäftigt, meine Umgebung wahrzunehmen und meinen Erinnerungsspeicher zu füllen, sodass meine Füße ganz von allein laufen. Nur ein oder zwei Mal muss ich mein Betriebssystem auf Hechelmodus umstellen.

Unser Weg dreht wieder ab Richtung landeinwärts.
Wir begehen einige Feldwege und befinden uns bald im nächsten Wald. Er ist nicht so märchenhaft wie unser Dschungel am Anfang, aber auf seine Weise auch sehr schön. Vor allem der weiche Boden ist ein Träumchen.
An manchen Stellen kämpfen wir uns auch ein weinig durchs Dickicht.

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Ein bisschen heikel wird es, als wir auf einem sehr schmalen Rand um einen Felsen laufen, welcher sich in der Meeresbrandung befindet. Hier möchte ich nicht abrutschen.
Dann laufen wir an einem Schilffeld vorbei und wieder in einen Wald hinein.

Plötzlich tut sich ohne Vorankündigung ein richtiges Paradies vor uns auf. Wir stehen vor einem wahnsinnig idyllischen Wasserfall. Wie cool ist das denn bitte? Ich fühle mich wie im Traum.

Ein schmaler Fluss oder breiter Bach fließt ruhig und seicht vor sich hin und stürzt sich ein paar Meter weiter in die Tiefe. Die Vögel machen sich mit ihrem Gesang bemerkbar, ohne sich zu zeigen. Ihr melodisches Gezwitscher setzt diesem perfekten Moment das Krönchen auf. Dieser märchenhafte Augenblick wird sich unvergesslich in meiner Seele verankern.

Der Wasserfall, der übrigens den herzigen Namen „Mmamazell“ trägt, wäre mein Highlight während dieser Wanderung gewesen, wenn es nicht schon der Dschungel, das Meer oder Pont Naturell gewesen wären. Was wir heute erlebt und gesehen haben, war eine einzige Aneinanderreihung von Highlights.

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Dieser Feenwald mit Wasserfall ist die letzte Station unserer Wanderung. Jetzt ist es aber auch gut mit Laufen. Glücklich und angenehm erschöpft lassen wir uns wieder in die Sitze unseres Schock Frosters fallen und zum Hotel zurückfahren.

Unseren Guide setzen wir unterwegs ab, bedanken uns und verabschieden uns aufs Herzlichste. Unsere Wertschätzung zeigen wir ihm in Währungsform.
Eine Stunde später sind wir im Hotel zurück. Der Fahrer bekommt selbstverständlich auch sein Trinkgeld.

Insgesamt sind wir 14 km bei 32 Grad mit unbarmherzig schwüler Luft gelaufen. Mein Schrittzähler meldet zufrieden mehr als 22.000 Schritte.

Ohne Guide hätten wir niemals diese traumhaften, einsamen Wege gefunden, geschweige denn den Wasserfall.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Zuerst freuen wir uns auf die Dusche. Aus Ermangelung einer Tischreservierung essen wir später im Benetier.

Während ich den Tag zusammen mit Uwe auf dem Zimmer ausklingen lasse und ihm begeistert von diesem wunderschönen Tag erzähle, zieht es Vanessa wieder in die Gesellschaft derer, die den Barkeeper auf Trab halten.

Ich sage jetzt aber „Gute Nacht, ihr Lieben!“
Teil 818. Jan. 2025
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Ich bin absolut begeistert, Vanessa findet: Naja, sind halt Bäume und Blätter und ein paar Blumen…. Sie ist jetzt nicht unbedingt gelangweilt, aber meinen Enthusiasmus kann sie gerade nicht so teilen.

Im Viertel-Stunden-Takt scheint die Sonne und dann regnet es wieder.
Der Schirm geht auf und zu und auf und zu…
Das stört uns aber überhaupt nicht. Unser „Baldachin“ sieht sogar noch gut als Foto-Accessoire aus.

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Wir laufen durch eine tolle Allee und an einem Seerosenteich vorbei.

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Hier im Norden vermisse ich ein bisschen die Vögel. Ich höre sie zwar oft, aber außer den Webervögeln bekomme ich kaum einen vors Gesicht. Hier im Park zeigen sich ein paar mehr. Leider sind sie in der Regel zu weit weg, als dass wir sie mit dem Handy fotografieren können.

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Ein Stück weiter kommen wir an ein Gehege mit Riesenschildkröten, die sich gerade beim Mittagstisch befinden. Auch ein paar Antilopen sind in einem sehr kleinen Gehege zu sehen. Ich finde nicht, dass es diese Tiere hier braucht und schon gar nicht in dieser Haltungsform. Ich glaube auch nicht, dass sie eine echte Bereicherung fürs Publikum sind und dass sie jemand vermissen würde, wären sie nicht da.

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Kurz vor Ende unseres Rundgangs kommen wir an einen See mit einer Bauminsel. Dieses Bild sieht märchenhaft aus und erinnert ein bisschen an einen Mangroven Wald. Einige porentief weiße Enten machen die Idylle perfekt.
Nach ungefähr zwei Stunden suchen wir den Ausgang und laufen dazu ein bisschen planlos hin und her, bis wir die richtige Richtung gefunden haben.

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Heute spüre ich, dass Vanessa unzufrieden wird. Sie nörgelt relativ oft an mir herum. Ich denke, wir sind an einem Punkt, an dem man sagen könnte: Wir haben eine Überdosis Mama-Tochter-Beziehung und brauchen ein bisschen Abstand.

Ihr fehlt jemand im gleichen Alter. Hier im Hotel gibt es überall nur Pärchen. Ich glaube, sie leidet gerade darunter, Single zu sein.
Außerdem ist sie auch ein Typ, der ein gewisses Abenteuerbedürfnis hat und immer nur mit Mama, etwas auf gemütlich zu machen, ist halt auf Dauer wirklich nicht so prickelnd.

Für Morgen haben wir eine geführte Foto-Tour gebucht. Es sollte zum Rochester Waterfall gehen, zum La Roche qui pleure Beach (den haben wir zum Glück schon beim Wandern gesehen), zum Gris Gris Beach, zum Maconde Viewpoint und zum La Prairie Beach.
Vanessa äußert aber, dass sie die Aktivität nicht mitmachen möchte, weil sie eine Elternauszeit braucht.
Aufgrund des Wetters wurden wir angerufen und vom Veranstalter gefragt, ob wir trotz vorhergesagtem Regen die Tour machen möchten.
Das kommt unserer Situation entgegen und ich sage ab. Uwe kann nicht so weit laufen, Vanessa mag nicht und ich kann mich nicht ausreichend verständigen, um einen ganzen Tag allein mit einem Guide unterwegs zu sein. So fällt die Tour leider im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser.
Heute denke ich noch, wir können sie vielleicht in ein paar Tagen nachholen und haben dann eventuell sogar schöneres Wetter.

Am späten Nachmittag machen Uwe und ich uns auf die Suche nach Alicia. Die wird irgendwo ein gemütliches Plätzchen gefunden haben und es sich gut gehen lassen.
Sie reist heute Abend wieder ab. Ihr Taxi ist auf 18.30 Uhr bestellt. Wir werden also nicht mehr zusammen zu Abend essen.
Wir finden sie und setzen uns noch ein Weilchen zu ihr. Dann kommt der Moment des Abschieds. Sie steigt ins Taxi und ist weg.

Im Hotel gibt es heute ein Gala-Dinner, welches vom Benetier ausgerichtet wird und von den Gästen im Netz gar nicht so schlecht bewertet wird.
Normalerweise findet es am Strand statt. Aber aufgrund des Wetters, wird es ins Restaurant verlegt. Das nimmt dem Anlass schon sehr viel Atmosphäre.
Ich staune aber darüber, wie sich die Mitarbeiter ins Zeug gelegt und eine Schippe draufgelegt haben. Das habe ich so gar nicht erwartet, nachdem das Restaurant an den anderen Abenden, doch eher Kantinenqualität hatte. Aber heute verdient die Crew großes Lob.

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Auf dem Weg zum Zimmer stelle ich fest, dass ich wieder als Mückenzapfanlage missbraucht wurde. Diese Drecksviecher verfolgen mich bis nach Mauritius, ich habe ja auch den ganzen Sommer noch nicht genug gelitten.

Nichts desto trotz werde ich heute Nacht von schönen Bäumen träumen.

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