DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201518. Dez. 2024 · #21
Vielen Dank, Caroline 🙂 Das Erongo Gebirge ist sowieso ein Highlight für uns. Hohenstein hat schon auch seine Macken, aber irgendwie fühlen wir uns da einfach wohl.
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201518. Dez. 2024 · #22
8. Halt: Sophienhof Lodge (Outjo)
Die Sophienhof Lodge haben wir eigentlich nur aus zwei Gründen eingeplant: 1. Keine Transferfahrten >4h 2. Wir wollten nur 3 Nächte im Etosha bleiben
Wir mögen den Etosha sehr, aber jeder Tag dort läuft vor allem auf eines hinaus: Sitzen (pun intended). Mit unserem Sohn im Gepäck waren wir unsicher, ob ihm das auf Dauer gefällt. Selbst im Nachhinein bin ich mir da nicht sicher, aber dazu im nächsten Post mehr.
Die Routenführung ist denkbar simpel: C39. Zwischendurch machen wir aber noch einen kleinen Abstecher zur Vingerklip gemacht, um uns die Beine zu vertreten und eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Außerdem sind die Felsformationen schon beeindruckend:
Mein Sohn und ich haben uns dann noch aufs Eagle Nest hochgetraut, meiner Frau war die Stahltreppe aber ein wenig zu abenteuerlich; die gute hat aber auch ein wenig Höhenangst. Der Blick von oben war es uns allemal Wert.
Es fasziniert uns wieder und wieder, wie die Landschaft sich über wenige 100km verändert. Auf einmal sehen wir lichte Wälder an uns vorbeiziehen und zwischendrin tausende Termitenhügel in den lustigsten Formen. Gegen Nachmittag kommen wir im Sophienhof an und beziehen erst einmal unser Zimmer. Das ist zwar etwas dunkel und gehört vielleicht auch nicht zu den luxuriösesten Unterkünften des Urlaubs, ist aber völlig ausreichend und hat sogar einen Kühlschrank (was man längst nicht von allen Lodges sagen kann).
Spontan melden wir uns zum Gamedrive an, welcher wenige Minuten später auch startet. Am Anfang der drives steht theoretisch ein Besuch bei den zahmen Straußen, inklusive Fütterung und dem Geparden, welcher in einem separaten Gehege lebt. Das alles hat natürlich deutlichen Zoo Charakter und um ehrlich zu sein: Ist nicht so unser Ding. Weil wir die einzigen Gäste im Wagen sind, vereinbaren wir mit dem Guide einfach weiterzufahren.
Springbok
Über den Wiedehopf freuen wir uns besonders!
Sattelstorch
Ein Dik Dik? Fällt mir immer schwer sie von anderen Zwergantilopen zu unterscheiden.
Warzenschwein-Familie
Blesbok - eines meiner absoluten Lieblingsbilder des Urlaubs
Kudu
Streifen-Gnu
Es gab sehr viele Giraffen, mit sehr jungem Nachwuchs
Oryx-Herde
Mopsige Einhörner
Hier nochmal in Pose
Wir sind total geflashed, wie schön die Farm tatsächlich ist. Damit haben wir nicht gerechnet. Die Tiersichtungen sind super, aber auch die Landschaft spielt mit. Hügel, Wälder, Grasebenen - alles dabei, beinahe als hätte sich hier ein Landschaftsarchitekt ausgetobt.
Klar ist: dies hier ist keine Wildnis. Die Tiere leben zwar recht frei, kommen teilweise aber in dieser Gegend eigentlich gar nicht vor und die Größe der Bestände ist in schlechten Zeiten sicherlich nur durch Zufütterung aufrecht zu erhalten. Aber: Für das was es ist, ist es großartig.
Es ist bereits dunkel, als wir wieder bei den Villen ankommen. Wir genießen eine warme Dusche und gehen dann direkt zum Abendessen. Heute gibt es Rindersteak vom Grill mit Knoblauchbrot und einigen anderen Beilagen, sowie einer Suppe. Die Köchin Cecile stellt selbst alles ausführlich vor. Wir finden sie sofort sehr sympathisch, allerdings eher auf eine eiserne Mary Poppins Art. Man muss sie vermutlich kennenlernen um zu verstehen, was ich meine. Sympathisch hin oder her, wichtig ist auf dem Teller. Es ist das beste Essen unserer Reise. Das Steak perfekt, die Suppe schmackhaft. Noch nie in unserem Leben haben wir so ein gutes Knoblauchbrot gegessen. Alles ohne Chichi (obwohl wir beim Essen auch ab und an gerne Chichi mögen 😉 ), aber ehrlich, bodenständig, gekonnt und einfach mit viel Liebe lecker auf den Teller gebracht. Das sagen wir Cecile auch, als sie etwas später nochmal vorbeischaut, was sie mit einem hochgezogenen Mundwinkel und einem Nicken quittiert, sich insgeheim aber, glaube ich, doch sehr freut.
Pappsatt vereinbaren wir noch einen Guided Walk für den nächsten Morgen und fallen dann ins Bett.
Das Frühstück kann zwar mit dem Abendessen nicht ganz mithalten, ist aber ebenfalls sehr gut. Direkt danach werden wir vom Guide auch schon abgeholt. Am Tag zuvor hatten wir vereinbart, dass wir gerne Landschaft und Tiere zu Fuß erkunden wollen (soweit aus Sicherheitsgründen möglich), das scheint dem Guten allerdings niemand gesagt zu haben. So lernen wir zunächst eine Menge über den Farmbetrieb, was ja auch sehr interessant ist. Als wir erklären, dass wir gerne noch ein wenig mehr vom Farmgelände selbst sehen würden, wir flugs umgestellt und wir laufen zum farmeigenen Wasserreservoir. Dort sehen wir neben dem Hippo auch eine Menge Vögel, u.A. eine große Eule. Die hatte sich kurz zuvor mit ca. 20 Graulärmvögeln angelegt und als wir neugierig näher kommen, ist es ihr endgültig zu viel und sie zieht Leine. Vermutlich ist es ein Fleckenuhu, nur leider verschwindet er bevor wir ein Bild machen können. Die kleine Enttäuschung können wir gut verdauen, weil uns jetzt ein paar Bienenfresser in ihren Bann ziehen.
Webervögel
Schwalbenschwanzspint oder auch Swallow-tailed Bee-Eater
Rüppells Papagei
Einsames Hippo 🙁
Nun müssen wir uns schon wieder auf den Rückweg machen. Tipp daher: sehr genau absprechen, was der Schwerpunkt des Guided Walks sein soll und den Guide ggf. mutig darauf hinweisen 😄
Für den Nachmittag entscheiden wir uns spontan für einen weiteren Game Drive. Da wir dieses Mal allerdings nicht alleine im Auto sitzen, kommen wir an der Straußen- und Gepardenfütterung nicht vorbei. Die ganze Sache hält sich sowohl aus Tierwohlüberlegungen als auch zeitlich im Rahmen und fällt deswegen nicht zu sehr ins Gewicht. Bilder vom Geparden haben wir dann natürlich trotzdem gemacht, auch wenn ich das nicht als "echtes" Sighting zählen würde. Nach ca. 20min ist der Spuk vorbei und die Fahrt übers Farmgelände kann fortgesetzt werden, wobei wir dieses Mal die Kamera weitestgehend im Rucksack lassen und einfach nur genießen.
Zum Abendessen gibt es heute Springbok-Auflauf. Was soll ich euch sagen, Cecile hat es einfach drauf. Göttlich. Mich würde mal interessieren, ob das nur uns so ging, oder andere eine ähnliche Erfahrung gemacht haben?
Auch das schönste Abendessen muss einmal zu Ende gehen, weswegen wir uns schließlich in unser Zimmer zurückziehen. Dort wartet schon ein kleiner Schock in Form einer ziemlich großen Spinne auf uns. Sie sieht ziemlich "gefährlich" aus! Deshalb entscheiden wir sie nicht selbst einzufangen, sondern lieber an der Rezeption um Hilfe zu bitten. Der freundliche Mitarbeiter schaut zwar ein wenig skeptisch, folgt uns aber zurück zur Villa. Als wir dort ankommen, wirft er einen Blick auf die Spinne und schüttelt nur den Kopf. Dann nimmt er die Spinne sacht in beide Hände und setzt sie etwas weiter draußen wieder aus. "Ist ganz harmlos", sagt er noch. Tja, jetzt sind wir schlauer 😄
Der nächste Tag ist gleich in zweifacher Hinsicht etwas Besonderes: Zum einen fahren wir heute in den Etosha und zum anderen ist es der Geburtstag meines Sohnes. Das hatten auch die Angestellten des Sophienhofs mitbekommen und einen riesigen Kuchen besorgt. Cecilia lässt es sich nicht nehmen ihn persönlich zu überreichen und dem Nachwuchs ein Ständchen zu singen 🙂 Der Kuchen ist allerdings viel zu groß für uns drei, weshalb wir ihn mit den Angestellten und einer weiteren Familie teilen.
Fazit: Wer auch immer einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Etosha einlegen will und sich damit arrangieren kann, dass er nicht in der puren Wildnis übernachtet, dem können wir die Sophienhof Lodge nur ans Herz legen 🙂 Auch zum Birding ist es ein Paradies!
Dennis
Yoda911873 Beiträge · seit 201619. Dez. 2024 · #23
Dass der Blesbok ein Lieblingsfoto ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir hatten bei inzwischen drei Namibia-Urlauben noch keinen vor der Linse. Aber auch der Storch hat Model-Qualitäten. Neidisch bin ich auch auf das Milchstrassenfoto mit Baum. Kannst Du da ein bisschen zu den Fotoeinstellungen verraten?
Ansonsten warten wir gespannt auf die Fortsetzung.
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201519. Dez. 2024 · #25
@Yoda: Vielen Dank 🙂 Wenn ich mich nicht irre, dann findet man den Blesbok eigentlich auch nur im Caprivi. Die Herde wurde durch die Farmbesitzer angesiedelt. Außerhalb haben wir auch noch nie einen gespotted. Die Sophienhof Lodge war generell ein Vogel-Paradies. Wir haben auch zahlreiche Raubvögel gesehen (u.A. Schlangenadler), die es nicht in den Bericht geschafft haben. Man könnte dort sehr gut Birding spezifische Touren anbieten; dafür sind die Guides aber momentan nicht ausgebildet.
Bzgl. des Milchstraßenfotos: Ich fotografiere mit einer Fuji X-T5 und habe für dieses Bild das Viltrox 13mm benutzt. Das Endprodukt sind eigentlich zwei Belichtungen. Die erste war auf die Milchstraße fokussiert, Shutterspeed 20s, f/1.6. Die zweite SOLLTE eigentlich auf den Baum fokussiert sein, was ich leider ein wenig verbockt habe und war ca. 25s f/1.4. Das habe ich dann in der Bildbearbeitung übereinandergelegt. Könnte ich das Foto nochmal machen, würde ich das zweite Bild: 1) Besser fokussieren 😄 2) Mit deutlich höherem f-stppp arbeiten (e.g. f/8) und lieber noch länger belichten. Dann wäre das Ergebnis schärfer geworden. Es gibt auch eine tolle App, die einem bei der Planung hilft: Photopills. Da kann man zum Beispiel die Sonnen- / Mond- / Milchstraßen Auf- und Untergangszeiten ablesen. Wirklich ein gutes Investment von 10$. Hoffe das hilft 🙂
@Lotusblume: Schön, dass du mitliest 🙂 Geht mir genauso. Seit das Wetter schlechter wird, wird die Sehnsucht nach Namibia bei mir auf jeden Fall größer!
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201523. Dez. 2024 · #26
9. Halt: Etosha Safari Camp
Vom Sophienhof fahren wir erst einmal nach Outjo zum Tanken und um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Outjo scheint uns ein sehr aufgeräumtes, sauberes und modernes (?) kleines Städtchen zu sein. Mehr noch als Windhoek oder Swakopmund. Der Eindruck kann aber auch trügen, weil wir maximal 1h dort verbringen und nur 2-3 der größten Straßen befahren. Wie dem auch sei, der Spar ist relativ gut sortiert, aber natürlich weit entfernt von den Superspars in Swakopmund/Windoek. Trotzdem finden wir, was wir brauchen und kaufen in der Bäckerei gegenüber noch ein paar Snacks für unterwegs.
Dann geht es direkt über die (zu) gut ausgebaute Teerstraße C38 in den Etosha. Am Anderson Gate erwerben wir den Permit direkt für die nächsten 2 Tage. Wie überall sind die Sicherheitsleute der Nationalparks desinteressiert, aber freundlich.
Heute wollen wir uns den "Westen" anschauen, fahren also mit kurzem Zwischenhalt in Okaukuejo über Okondeka nach Grunewald und wieder zurück zum Anderson Gate. Die größte Ausbeute haben wir aber in Ombika und am Okaukuejo Wasserloch.
Kaum im Park, läuft uns auch schon der erste Eli vor die Linse; was für ein Geburtstagsgeschenk!
Zebras am Okaukuejo Wasserloch
Springböcke sind auch nie weit
Streitende Springböcke
Eine Gnu-Herde zuckelt über 15 Minuten aufs Wasserloch zu
Die Gackeltrappe sehen wir auf dem Weg nach Westen; von allen Trappen hat die Gackeltrappe auf jeden Fall den besten Namen, finden wir
Nur ein Schild-Rabe
Die Riesentrappe erinnert uns noch mehr an Dinos als die Strauße
Ein blasser Steppenfalke?
Mit den Rhinos haben wir viel Glück dieses Mal; wir sichten mindestens 20. Exemplarisch dieses Modell vom Ombika Wasserloch
Nochmal in Okaukuejo
Wie auch 2015 gefällt uns der "westliche" Teil des zentralen Etosha zwar, aber spannende Sichtungen sind Mangelware. Unser Sohn ist einerseits begeistert von den vielen Tieren, andererseits sind die Strecken weit und die Pad schlecht. Zum ersten Mal in diesem Urlaub fragt er nach seinen Kopfhörern, um sich die Zeit mit einem Hörspiel zu vertreiben.
Zum späten Nachmittag hin machen wir uns auf den Weg ins Etosha Safari Camp. Rein von der Exklusivität her, sicherlich die einfachste Unterkunft der Reise. Das macht uns aber nichts aus, bis wir unser nett eingerichtetes Zimmer betreten. Die Fenster sind auf Kipp, die Klimaanlage aus und das Licht teilweise an. Wir beginnen zu zählen, hören aber 20 Sekunden später wieder auf. Es sind einfach zu viele. Zu viele Moskitos. Es müssen mehrere 100 sein. Nachdem wir den Rest der Reise keine einzige Mücke gesehen haben, gibt es jetzt die geballte Ladung. Schnell ist klar, trotz Mückennetz: Hier können wir nicht schlafen. Wir packen erst einmal nicht aus und entscheiden essen zu gehen. Vorher sagen wir bei der Rezeption Bescheid, dass wir so nicht schlafen können. Dort wird uns nach anfänglichem Unverständnis zugesagt ein Swat (pun intended) Team vorbeizuschicken und die Biester auszuräuchern. Klingt nicht gesund, aber immer noch besser als mit den ganzen Stechmücken den Raum zu teilen.
Hier muss ich mal ne Lanze brechen für das Safari Camp. Ja, es ist nicht super luxuriös und auch nicht über die Maßen gepflegt und es sind zu viele Leute; aber die Atmosphäre am Abend mit der Live Musik, dem Lagerfeuer und dem erstaunlich ordentlichen Essen ist wirklich schön. Jetzt nicht falsch verstehen, die Qualität des Essens ist jetzt nichts Besonderes, aber eben auch nicht bedeutend schlechter als zum Beispiel im Adventure Camp, wo wir das doppelte gezahlt haben.
Es war ein langer Tag und auf dem Weg zurück zu unserem Bett hoffen wir, dass er nicht noch länger wird. Aber - siehe da - es ist nichts mehr zu sehen. Ein paar Mücken liegen verendet auf dem Boden und ein chemischer Geruch liegt in der Luft. Ansonsten herrliche mückenfreie Stille. Wir schalten die AC an und werden sie auch für unseren restlichen Aufenthalt nicht mehr aus machen (was uns so auch von der Rezeption empfohlen wurde). Jetzt noch etwas umständlich das Lager aufbauen und Augen zu.
Heute soll unser längster Tag im Etosha werden. Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns direkt auf in den Park und steuern nach einem weiteren Abstecher zum Okaukuejo Wasserloch Richtung Halali.
Nochmal in Okaukuejo vorbei
Dann ab nach Osten
Einsamer Bulle
Giraffe beim Brunch
Bei Sueda sehen wir einige Autos stehen. Gerade als wir ankommen, parken einige Wagen aus und fahren davon. Geduldig scannen wir den Horizont und entdecken zur allgemeinen Freude einen Leoparden im Baum, der gerade aus der Baumkrone herunterklettert, um es sich in einer Astgabel gemütlich zu machen. Wir bleiben für eine Weile und schauen ihm beim Mittagessen zu.
Nach ca. 30 Minuten klettert er wieder nach oben und wir ziehen weiter, weil wir mittlerweile selber einen Löwen… äh Leo-Hunger haben.
Eine Cola und ein paar leckere Lunch-Boxes später schauen wir beim Halali Wasserloch vorbei. Da kündigt sich gerade mit Schnauben und Trompeten (oder so) eine große Elefanten Familie an. Von alter Matriarchin bis Mini-Fant ist alles dabei - toll!
Im Hintergrund ist auch eine Menge los, weil sich dort ständig die Zebras zanken, so wie gestern die Springböcke.
Ein Hornbill versteckt sich nur 1 Meter entfernt im Gebüsch
Ein Blick auf die Uhr zwingt uns dazu uns endlich loszureißen, schließlich müssen wir vor Einbruch der Nacht wieder den Park verlassen. Wir fahren beinahe dieselbe Strecke zurück, die wir auch auf dem Hinweg gewählt hatten. Wir haben eine leise Hoffnung, dass der Leo immer noch da ist und Tatsache: mittlerweile ist er zwar aus dem Baum geklettert und lümmelt auf dem Boden herum, aber dort sieht man ihn fast noch besser.
Später sehen wir noch einen Sekretär (einer der Lieblingsvögel meiner Frau), grummlige Elefanten und kämpfende Giraffen. Was haben die denn alle so schlechte Laune hier???
Das Vorher-Bild einer Hautcreme Werbung
Am Abend buchen wir für den nächsten Tag noch eine Guided Tour, vielleicht sieht der Guid ja mehr als wir? (Spoiler Alert: Der Guide nicht, die Guides aber schon)
Es ist früh und kalt. Wir packen uns dick ein und schlottern trotzdem schon auf der Fahrt zum Tor. Vor uns sitzen ein französischer Vater mit Tochter in KURZEN HOSEN! Wir erbarmen uns und bieten den beiden eine zusätzliche Decke an. Die sind zwar nicht so schön isoliert wie im Adventure Camp, aber besser als nichts.
Wir verstehen jetzt auch besser, wie das im Etosha mit den Guides funktioniert. Ich bin mir sicher, dass das jedem anderen schon vorher klar war und es ist ja auch total logisch. Die Guides sehen nicht mehr als wir (bzw. meine Frau, mittlerweile hauptberufliche Tier-Spotterin), aber sie stehen im ständigen Austausch über Funk. Und so wird schon wenige Minuten nachdem wir in den Park hineinfahren klar, dass wir auf der "Jagd" nach einem Löwenpärchen sind. Unser Guide fährt daher mit einer geradezu kriminellen Geschwindigkeit über die wirklich, WIRKLICH schlechte Straße. Ich schließe teilweise die Augen und drücke einfach nur die Daumen, dass wir da heil wieder rauskommen. Dafür kommen wir mit als erste bei den Löwen an.
Leider sind sie ziemlich weit weg. Dafür bekommen wir zwischendurch eine, äh, Show geboten. Ansonsten sind sie sehr faul und wir fahren nach ca. 1h weiter. Wir sehen noch ein paar Nashörner und anderes Getier, aber die Bilder werden leider nicht besonders.
Dafür gibt’s noch eine Gabelracke und einen Tawny Eagle (?).
Gabelracke
Im Flug; leider nicht ganz scharf
Tawny Eagle
Martial Eagle
Die ca. vierstündige Fahrt ist dann auch fast schon wieder um und unser Guide steuert nach Hause. Ich muss sagen: besonders bemüht oder gesprächig war er nicht. Da hatten wir uns mehr Hintergründe, Infos oder wenigstens Small Talk gewünscht. Vielleicht hatte er einfach keinen guten Tag.
Wir essen zu Mittag und entspannen ein paar Stunden am Pool.
Ein Bulbul
Und jetzt? Sollen wir nochmal selber in den Park? Der Sohnemann hat eine klare Meinung: Logo!
Dieses Mal fahren wir via Ondongab nach Gemsbokvlakte, Olifantsbad und dann über die mit Abstand beste Pad unseres Etosha Besuchs zurück Richtung Ombika. Die Strecke ist wunderschön und soooo viel angenehmer zu fahren. Eine Wohltat. Bei Olifantsbad machen wir auch noch die Sichtung des Urlaubs: Raubkatzen-Alarm!!!
Kleiner Scherz. Aber wir sind tatsächlich sehr stolz die kleine Wildcat entdeckt zu haben - hauptsächlich weil die Impala Herde am Wasserloch unfassbar nervös war und immer wieder in ihre Richtung guckte. Impalas sind offenbar nicht die schlauesten Tiere; die Katze reichte ihnen gerade so bis zum Knöchel 😄
Schließlich finden wir nach den Löwen noch ein weiteres Tierpaar, dass sich lieb hat, allerdings auf etwas jugendfreiere Art und Weise.
Und so geht unser Besuch im Etosha auch schon wieder zu Ende. Hätte man doch 4 Nächte bleiben und sie auf zwei Lodges aufteilen sollen? Wahrscheinlich schon, denn der Nachwuchs hat alles klaglos mitgemacht und sich für die vielen Tiere schwer begeistern können. Das Etosha Safari Camp können wir als Base an sich empfehlen. Die Location sehr nahe am Gate ist gut und der Rest war auch ok. Wir würden aber im Zweifel vielleicht doch lieber das Village oder die Safari Lodge bevorzugen.
LG und frohe Weihnachten, Dennis
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201510. Jan. 2025 · #27
10. Halt: Omatozu Safari Camp
Heute ist mal wieder Abreisetag. Wir packen in Ruhe unsere Sachen und checken aus. Statt einer weiteren morgentlichen Pirschfahrt im Etosha entscheiden wir uns nach längerem Abwägen für einen kleinen Umweg auf der Route zum nächsten Ziel. Statt langweilig nur die B2 bis zu Omatozu zu fahren, nehmen wir die D2414 und fahren durch Erindi. Zum Glück! Was für eine schöne Strecke. Die Pad ist durchgehend ein Traum, es fühlt sich an als würden wir auf Wolken fahren. Und die Landschaft spielt ebenfalls mit. Leider haben wir nicht öfter angehalten, deshalb nur zwei unzulängliche Beweisbilder.
Wie schon öfter im Forum beschrieben, wird man am Eingang zum Erindi nach dem Ziel gefragt und am Ende auch wieder aus einer Liste ausgetragen. Ansonsten sind die Security Leute freundlich und aufmerksam. Das Gelände selber ist ebenfalls sehr schön und wir sehen Giraffen, Elefanten und verschiedene Antilopen.
Wenn man nicht unter Zeitdruck steht, dann gibt es eigentlich keinen Grund nicht diese 30-60 min extra zu investieren. Wir sind sehr froh uns dazu entschieden zu haben. Kurz bevor wir in Omatozu ankommen, sehen wir dicke, dunkle Wolken am Horizont; das ist (für uns) neu. Wir meinen sogar in der Ferne Regenschauer erkennen zu können, verwerfen den Gedanken aber wieder, es ist schließlich Anfang August!
Omatozu selber wirkt auf den ersten (und auf den zweiten) Blick extrem aufgeräumt. Der Boden im und rund ums Camp wird wie im Zen-Garten gerecht und auch sonst wirkt alles unfassbar ordentlich. Die Zelte sind hübsch und haben eine Heizung, allerdings sollten die Badezimmer mal erneuert werden. Für WCs und Duschen aus den 90ern sind die Preise von Omatozu definitiv zu hoch. Die Begrüßung durch das Personal ist freundlich aber schüchtern und so wird unser Kontakt die nächsten zwei Tage auch bleiben, trotz unserer Versuche das ein oder andere Gespräch zu beginnen.
Zum Abendessen gibt es gute Steaks. Alles ist lecker, haut uns aber auch nicht vom Hocker. Die Dining Area ist kaum nach draußen abgeschirmt, weswegen es abends schon sehr kalt wird und uns graut bereits vor den klimatischen Bedingungen beim Fruehstueck! Es gibt zwar einen Kamin, der wird jedoch für den gesamten Aufenthalt nicht angeschürt.
Nach einer angenehmen Nacht und dem erwartet kaltem (aber guten) Frühstück, machen wir uns auf eine kleine Wanderung durch die Camp Area. Es erinnert uns ein wenig an Namibgrens, ohne ganz dessen Wow-Faktor zu errreichen. Trotzdem ist es eine tolle Route!
Den Rest des Tages faulenzen wir einfach mal. Beim Abendessen erkundigen wir uns nach den beworbenen Self-Drives. Wir sind leicht verwundert, dass für den "Permit" tatsächlich nochmal Gebühren erhoben werden (~20 EUR pro Wagen und Tag!). Mal ganz ehrlich: Das Camp ist wirklich schön, aber Preis/Leistung stimmt nicht und wir fühlen uns ein wenig ausgenutzt. Wie dem auch sei, wir haben ja 2 Nächte hier gebucht und irgendetwas müssen wir ja machen 😄
Zunächst trauen wir uns nur an den 2x4 Trail heran. Es offenbart sich eine super schöne, erstaunlich diverse Landschaft, die auch unsere Wandererfahrung vom Vortag übertrifft. Zudem sehen wir eine Menge Tiere insb. Giraffen und Antilopen und auch eine Strichelracke.
Strichelracke
Die Wolken hatten sich seit unserer Ankunft immer weiter verdichtet, was eine herausragende Lichtstimmung erzeugt. Das macht fotografisch schon mehr her, als der immer blaue Himmel 🙂
Wir sehen in der Ferne ein Gnu, das, völlig außer Rand und Band, durch die Gegend springt. Wir kratzen uns am Kopf - Ist da etwa ein Leo in der Nähe oder wurde es von einer Schlange gebissen? Kurze Sekunden später ist uns die Ursache allerdings klar: Es fängt tatsächlich an zu regnen. Das Gnu ist völlig außer sich vor Freude und wir auch, weil wir damit zu dieser Jahreszeit wirklich nicht damit gerechnet hatten.
Als wir uns schon wieder dem Camp nähern (es ist ca. 14.30 Uhr) entscheiden wir uns spontant doch noch den 4x4 Trail zu fahren. Was soll schon groß passieren? Wir biegen ab und fahren den gut sichtbaren Pfeilen nach. Nee, halt, da stimmt was nicht. Nach ein paar Kurven und Pfeilen merken wir, dass wir den Trail falsch herum fahren. Ach egal, ist ja eigentlich egal, oder? Pustekuchen 😄 In den nächsten 2 Stunden kommen wir mehrfach in Situationen, in denen ganz und gar nicht klar ist, wohin wir eigentlich abbiegen müssen. Mit einbrechender Dunkelheit und wieder einsetzendem Regen wird uns dann doch etwas Bange. Schließlich landen wir in einer scheinbaren Sackgasse. Der Boden ist extrem sandig und es hat wieder zu regnen begonnen. Dieses Mal waren wir uns eigentlich sicher, richtig gefahren zu sein. Meine Frau steigt aus und kundschaftet den Weg entlang. Schließlich wird klar: Wir sind richtig. Mitten aus dem Sandbecken, dass beidseitig mit dichten Gestrüpp gesäumt ist, geht ein kleiner Weg steil bergauf nach rechts ab. Würde man hier richtig herum fahren, wäre das deutlich einfacher. Wir nehmen unseren Mut zusammen und probieren es einfach. Siehe da, alles kein Problem, das Auto hat offenbar viel mehr auf dem Kasten als sein Fahrer 😉
Insgesamt halten wir fest: Eine wirklich schöne Strecke, die man dringend richtig herum fahren sollte. Für erfahrene Offroader mit Sicherheit ein absolutes Kinderspiel, für Anfänger genau richtig zum Erfahrung sammeln.
Nach einem weiteren ordentlichen Abendessen / Übernachtung und Frühstück steht unsere letzte größere Fahrt an. Es geht ohne besondere Vorkommnisse zurück Richtung Windhoek. Wir fahren etwas zu früh los und müssen uns dann im Stellenbosch, wo wir eine Reservierung zum Mittagessen haben noch die Zeit vertreiben. Schließlich machen wir uns auf den Weg zum Flughafen und geben überpünktlich unseren Wagen ab, der nicht besonders gründlich durchgecheckt wird (wir sind allerdings auch sichtbar pfeglich mit ihm umgegangen). Im Airport selber kaufen wir noch ein paar kleine Souvenirs und eine letzte Tüte Biltong.
Der Flug ist dann ziemlich "on time" und schweren Herzens verabschieden wir uns von Namibia.
Dieses Mal haben wir leider keine 4er Reihe für uns und ich mache praktisch die ganze Nacht kein Auge zu. Naja, der Urlaub war es allemal wert, sind wir uns alle drei einig.
Damit endet der eigentliche Reisebericht. Ich werde in den nächsten Tagen noch eine wirklich (!) kurze Review aller Unterkünfte, ein allgemeines Fazit sowie ein paar Tipps bzgl der Reise mit Kindern (inkl. der Meinung des Sohnemanns) nachschieben.
Vielen Dank nochmal an das Forum für die große Hilfe bei der Planung! Und besonders vielen Dank an alle "Mitfahrenden" 🙂 Es ist deutlich mehr Aufwand einen Reisebericht zu schreiben, als ich am Anfang dachte. Es hat zwar viel Spaß gemacht und im Grunde schreibt man den Bericht ja auch für sich selbst, aber trotzdem hat mich jeder Kommentar und jedes Danke immer motiviert weiter zu schreiben.
VG, Dennis
JohannaHen132 Beiträge · seit 202311. Jan. 2025 · #28
Hallo Dennis,
vielen Dank für den schönen Bericht, der gespickt war von vielen tollen Fotos! Mein Favorit aus dem letzten Abschnitt ist dieses hier:
Es hat Spaß gemacht mitzufahren und euch bei der Reise zu begleiten! 🙂 Bin gespannt auf euer Fazit, das wird wohl sehr positiv ausfallen?
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Johanna
jekabemu324 Beiträge · seit 201811. Jan. 2025 · #29
danke auch von mir für den schönen Reisebericht und die Fotos. du hast. ich teilweise an Orte geführt wo ich schon war und tolle Erinnerungen hoch geholt.
Enilorac65768 Beiträge · seit 201711. Jan. 2025 · #30
Hallo Dennis, vielen Dank für diesen schönen Reisebericht! Toll, dass euer Sohn die Reise so gut mitgemacht hat. Solche Erlebnisse als Familie schweissen zusammen und ihr werdet euch oft daran zurückerinnern. Liebe Grüsse, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200811. Jan. 2025 · #31