DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #1
Hallo zusammen,
Nachdem wir nun schon zum zweiten Mal intensiv das Forum zur Vorbereitung für einen Namibia-Urlaub genutzt haben, wollen wir auch ein klein wenig etwas in Form eines Reiseberichts zurückgeben. Da wir größtenteils wieder der klassischen Ersttäterroute gefolgt sind (der Sohnemann war 2015 auf Grund von Nicht-existenz leider nicht dabei), will ich mich aber kurz halten und einen Eintrag pro "Station" posten statt auf jeden Tag einzeln einzugehen 🙂
In jedem Fall: Vielen Dank an euch alle! Es war ein wunderbarer Urlaub und ohne euch und dieses Forum wäre er wahrscheinlich maximal halb so wunderbar gewesen.
Dann wollen wir mal!
Planung & Route
Reisende: Meine Frau und ich (Ende 30) + Sohn (8 Jahre)
Grundlage für unsere Planung waren die folgenden Maßgaben: • Zeitraum: Sommerschulferien • Klassische Erstäterrunde • Möglichst mehr als eine Übernachtung; wo das nicht gewollt / möglich war: kurze Transferzeiten • Keine Transferfahrten von über 4h (womit dann die Kalahari raus war) • Dieses Mal (noch) keine Malariaprophylaxe (womit dann für uns der Caprivi raus war)
Stopp
Lodge
Übernachtungen
Windhoek
River Crossing Lodge
1
Spreetshoogte Pass
Namibgrens
1
Sesriem
Desert Camp
2
Nördlich von Solitaire
Bushman's Desert Camp
1
Swakopmund
Secret Garden Guesthouse
3
Erongo
Hohenstein Lodge
3
Twyfelfontein
Twyfelfontein Adventure Camp
3
Outjo
Sophienhof Lodge
2
Etosha
Etosha Safari Camp
3
Nördlich von Windhuk
Omatozu
2
Total
21
Ihr seht: Wir haben uns vieeeel Zeit gelassen - und würden es genauso wieder machen 🙂
In diesem Sinne: Ab auf die Pad!
VG, Dennis
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #2
Tag 1: Flug & River Crossing Lodge
Endlich ist es so weit. Der Nachtflug direkt von Frankfurt nach WDH hat zwar eine knappe Stunde Verspätung, aber zum einen ergattern wir eine 4er Reihe für uns 3 alleine und zum anderen holt die Maschine die Stunde im Flug wieder rein. Wir haben halbwegs gut geschlafen und kommen relativ ausgeruht in Windhoek an. Nach den üblichen Erledigungen am Flughafen selbst (insb. SIM Karte und Bargeld) holen wir unser Auto von Europcar ab.
Der Fortuner leistet uns über die nächsten 3 Wochen treue Dienste und ist im besten Sinne unauffällig, wenn auch im Fahrersitz nicht sonderlich bequem. Wir hatten nicht lokal gebucht, da wir keine Lust hatten mit Kind ggf. total übermüdet zu einem lokalen Vermieter zu fahren, um von dort wieder zurück in die River Crossing Lodge zu jetten, um dann nach kurzem Ausruhen abermals nach Windhoek zum Einkaufen zu fahren. "Du machst das komplizierter als es ist" sagt ihr, und ja, ihr habt recht. Würde ich wahrscheinlich beim nächsten Mal anders machen und bei einigermaßen verträglichen Preisen doch lokal buchen. Nichtsdestotrotz: Im zweiten Urlaub wieder keinen Platten und auch sonst keine Auto-Probleme - was will man mehr?
Jetzt erst mal ab in die River Crossing Lodge. Ich werde die einzelnen Lodges jeweils mit Kurz-Bewertung und vorstellen und dann ggf. im Anschluss noch etwas mehr Prosa und Bilder hinterherschieben 🙂
River Crossing Lodge (4/5)
Allgemeine Bewertung Gute Alternative für die erste Nacht in Windhoek mit netter Aussicht.
Hotel und Zimmer Die Anlage ist nicht mehr hochmodern, aber immer noch schön und die Zimmer sind geräumig. Das Personal war professionell freundlich - nicht mehr und nicht weniger.
Essen Sehr gute Küche. Wir hatten Chicken Wings, Oryx Steaks, Suppen und vieles mehr; alles war mit Liebe und Können zubereitet und hat entsprechend gut geschmeckt.
Location Echte Alternative zu den Guesthouses in der Stadt, mit schöner Aussicht. Bis zum Superspar in der Maerua Mall ist es trotzdem nicht weit (ca. 15-20 min).
Aktivitäten Es gibt wohl Wanderwege auf dem Gelände, wir wollten uns allerdings primär vom Flug erholen und haben diese daher nicht genutzt.
Anderes Die Ausschilderung der Zufahrt zur Lodge könnte besser sein, insb. weil eine größere Baustelle am Fuße des Hügels die Sache zusätzlich verkompliziert. Zur Erheiterung der Bauarbeiter haben wir uns natürlich auch prompt für die falsche Abzweigung entschieden 😄
Wir konnten mit Windhoek beim letzten Urlaub nicht besonders viel anfangen und haben uns bewusst für eine Unterkunft außerhalb der Stadt entschieden. Dafür war die River Crossing Lodge eigentlich ideal; 2015 waren wir im Maison Ambre, wo es natürlich deutlich familiärer zuging. Das hatte aber eben auch nicht diesen Ausblick:
Dazu gab es allerhand Vögel. Hier exemplarisch zwei rosy-faced lovebirds.
Unser Sohn fand es ebenfalls sehr nett, insbesondere wegen des weiten Blicks und den ersten Tiersichtungen (eine Herde Kudus war in weiterer Entfernung auch zu sichten).
Aber natürlich war das alles nur ein erster Vorgeschmack auf die weiteren 3 Wochen.
Dennis
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #3
2. Halt: Namibgrens
Nach einem ordentlichen Frühstück geht es los mit unserem ersten "richtigen" Reisetag. Noch schnell das Lunchpack ausgepackt, Google Maps / Tracks4Africa auf dem Handy eingestellt und ab Richtung Spreetshoogte Pass. Gefühlt ist die asphaltierte Strecke nach dem Verlassen der Stadtgrenzen Windhoeks seit 2015 beträchtlich länger geworden, aber irgendwann lassen wir die geteerten Straßen endlich hinter uns und das Namibia-Gefühl macht sich im Auto breit.
Nach kurzer Eingewöhnung findet auch der Nachwuchs Spaß am leichten (später auch schwerem) Holpern. Hörspiele und sonstiger Zeitvertreib sind in Anbetracht des Nature-Dokumentarfilms der an den Fenstern vorbeizieht unnötig und das wird auch bis zu ein paar sehr langen Tagen im Etosha auch so bleiben. Dazu muss man sagen, dass ich meinem Sohn ca. 1 Jahr vor der Reise meine "alte" Kamera überlassen habe und er seitdem zu einem eifrigen und ausdauerndem Wildlife-Fotografen geworden ist. Die erste Gabelracke des Urlaubs geht z.B. auf sein Konto:
Während die Straße zunehmend schlechter wird, sehen wir in einiger Entfernung Strauße, Paviane, Rinderherden und Kudus. Zu mehr als Beweisfotos - die ich euch hier erspare - reicht es aber leider nicht.
Schlussendlich kommen wir in Namibgrens an. Die wenigen Einträge im Forum, die ich zu der Farm/den Villas gefunden habe sind ja grundsätzlich positiv, die Bilder im Netz schön, aber beides wird der Realität unserer Meinung nach nicht gerecht. Mein Sohn schwärmt auch heute noch vom Gelände und den schönen Villas. Ein frühes, leider zu kurzes Highlight! Für Kinder mehr als Top: Viel Platz, tolle Wanderungen, extrem Nettes Farm-Management.
Namibgrens Guestfarm (5/5)
Allgemeine Bewertung Grandiose Guestfarm zwischen Windhoek und Sesriem. Wir würden einen Umweg in Kauf nehmen, um nochmal hier sein zu können. 1 Nacht ist eigentlich zu wenig. Herrvorragendes Preis/Leistungsverhältnis.
Hotel und Zimmer Unfassbar schöne, geräumige und zweckmäßige Villas. Die Bilder sind schön, die Realität viel schöner! Die beiden Manager Kalf und Sandra waren sehr nett und herzlich.
Essen Richtet sich primär an Selbstversorger, man kann aber Fruehstueck/Abendessen auch im Farmgebäude selbst einnehmen oder sich ein Braai Pack bringen lassen. Wirklich gute Qualität.
Location Liegt direkt vorm Spreetshogte-Pass und ist somit ein perfekter Zwischenstopp zwischen Windhoek und Sesriem.
Aktivitäten Es gibt mehrere sehr schöne Wanderwege auf dem Gelände, welches mit wunderbaren Steinformationen übersäht ist. Ansonsten einfach die Stille und den Sternenhimmel genießen, und die Klippschliefer und Paviane beobachten.
Anderes Zur Farm gehören auch mehrere süße Hunde.
Hier noch ein paar weitere Impressionen 🙂
Pavian denkt über sein Leben nach
Graulärmvogel
Klippschliefer
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #4
3. Halt: Desert Camp (Sesriem)
Nach einem wunderbaren Frühstück und ausgiebigen Streicheleinheiten für die Farmhunde fahren wir weiter. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Wir würden jederzeit einen Umweg machen, um hier nochmal ein paar Tage zu verbringen. Zunächst wartet allerdings der Spreetshoogte Pass. Die Fahrt den Pass hinauf dauert ca. 20 min und ist völlig problemlos. Die Aussicht vom Pass ist genauso überwältigend wie wir sie in Erinnerung haben. Unser Sohn ist auch ganz hin und weg!
Wer zum Geier wohnt hier?
Auf dem weiteren Weg nach Sesriem sehen wir zahlreiche Tiere und die Landschaft verändert sich merklich, bleibt aber wunderschön. Entweder sind wir besser im "spotten" geworden, oder es sind einfach mehr Viecher unterwegs als vor knapp 10 Jahren.
Löffelhunde
Die erste Giraffe
Hörnchen???
Nach dem obligatorischen Stopp in Solitaire (Kuchen war gut, alles andere muss man nicht zwingend probieren) kommen wir am frühen Nachmittag im Desert Camp an. Der Nachwuchs geht (TIPP: mit Neoprenanzug) in den eiskalten Pool, der Rest der Familie ruht sich erst mal aus.
Euch allen brauche ich das ja nicht erzählen, aber es ist hat hätte das Licht in Namibia eine andere Qualität, golden und zäh wie Honig.
Frühstück / Abendessen nehmen wir in der Sossusvlei Lodge ein. Nach der exzellenten, hausgemachten Küche im Namibgrens sicher ein Schritt zurück, aber dafür gibt es eine Menge Auswahl. Würden wir das wieder so halten? Beim Frühstück mit Sicherheit ja, für das Abendessen würden wir uns beim nächsten Mal lieber Grillpakete bestellen. Wir waren in dem Moment aber einfach zu faul zum Kochen 😄 Es ist auf jeden Fall nett die Wahl zu haben.
Am nächsten Morgen geht es dann - natürlich - ab in die Dünen. Wir fahren selbst nach langem Hadern nur bis zum 2x4 Parkplatz und nehmen dann das Shuttle (welches auf dem Rückweg prompt selber stecken bleibt :D). Nur für die anderen Dummies, die das so wie wir vielleicht noch nicht verstanden haben: Morgens kann man OHNE zu zahlen einfach am Checkpoint vorbeifahren. Gezahlt wird dann rauswärts. Am 4x4 Parkplatz angekommen spulen wir das übliche Programm ab: Hoch auf Big Daddy, durch das Dead Vlei zurück zum Shuttle und erschöpft nach Hause. Beim obligatorischen Dünen-Hüpfen von Big Daddy ins Vlei kugelt sich mein Sohn beinahe den Arm aus, hat dafür aber immerhin die Bedeutung des Satzes "Nicht so schnell!!!" verinnerlicht. Wir hatten uns schon im Krankenhaus gesehen. Auf dem Weg zum Shuttle entdeckt meine Frau noch einen sand diver Gecko. Gute 80% der Sichtungen werden auf dieser Reise auf ihr Konto gehen, was verwunderlich ist, da sie als Einzige in der Familie eine Brille hat und braucht. Kann kein Straßenschild auf mehr als 50m erkennen, aber Geckos von 3km Entfernung: Make it make sense 😄 TIPP: Kämen wir nochmal ins Sossusvlei, würden wir wohl vom 2x4 Parkplatz ins Dead Vlei laufen und die Kraxelei auf Big Daddy auslassen. Die Landschaft hat uns sehr gut gefallen und es waren auch zahlreiche Antilopen (vor allem Oryxe) unterwegs. Für Ersttäter ist aber natürlich auch die Aussicht von oben was feines.
Bevor wir am nächsten Morgen wieder aufbrechen, machen wir noch einen Abstecher in den Sesriem Canyon. Auf Grund der Beschreibungen hier im Forum und insb. auch auf Google/Tripadvisor hatte ich dazu keine großen Erwartungen, welche dann auch prompt übertroffen wurden. Wir fanden es wirklich nett!
Zuvor aber noch die TLDR Bewertung des Desert Camps:
Desert Camp (4/5)
Allgemeine Bewertung Praktische Lodge in sehr guter Lage.
Hotel und Zimmer Zimmer sind eher zweckmäßig designed, aber schön genug und sauber. Die Lodge liegt an einem pittoresken Felsen am Rande der Namib.
Essen Im Camp selber gibt es nur eine Bar (Kein Kaffee!) und an jedem Zimmer die Möglichkeit zum selber grillen. Dazu können auch Braai Packs bestellt werden. Zusätzlich kann man Frühstück/Abendessen in der großen Schwesterlodge (Sossusvlei Lodge, 5min mit dem Auto) einnehmen.
Location 3km vom Gate zu Sossusvlei. Das macht die üblichen Aktivitäten im Park bequem zugänglich.
Aktivitäten Über die Lodge lassen sich die üblichen Ausflüge zum Sossusvlei, aber auch Ballonfahrten/Rundflüge buchen. Das kann natürlich auch alles in Eigenregie übernommen werden: Insb. für die übliche Sossusvlei Runde würden wir auch empfehlen das Geld zu sparen und zumindest bis zum 2x4 Parkplatz selbst zu fahren und dann das Shuttle zu nehmen. Der Sesriem Canyon ist ebenfalls einen kurzen Besuch wert.
Anderes Wir waren vor 10 Jahren in der Schwester-Lodge und auf der Abrechnung waren immer noch unsere alten Posten vermerkt, was dann beim Bezahlen zu einiger Verwirrung geführt hat. Es war aber alles korrekt 🙂
Dennis
JohannaHen132 Beiträge · seit 202312. Dez. 2024 · #5
DG schrieb: Dazu muss man sagen, dass ich meinem Sohn ca. 1 Jahr vor der Reise meine "alte" Kamera überlassen habe und er seitdem zu einem eifrigen und ausdauerndem Wildlife-Fotografen geworden ist. Die erste Gabelracke des Urlaubs geht z.B. auf sein Konto:
Hallo Dennis,
für 8 Jahre macht er das ja schon richtig klasse, Respekt! Ich fahre gerne mit, du legt ja ein ganz schönes Tempo vor 😄
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #7
@Johanna: Vielen Dank, das Kompliment gebe ich gerne an ihn weiter. Hier zuhause "jagen" wir meistens Eisvoegel, da sind die Racken ein Klacks dagegen 😄 Den Bericht schiebe ich schon seit Monaten vor mir her, aber sobald man mal ins schreiben kommt geht es eigentlich ganz flott.
@Wini: Dankeschoen!
Schoen, dass ihr beide dabei seid 🙂
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201512. Dez. 2024 · #8
4. Halt: Bushman's Desert Camp
Die kurze Fahrt nach Norden verlief relativ ereignislos. Allerdings verpassten wir beim ersten Versuch die richtige Abfahrt; T4A war hier im Zusammenspiel mit dem iPhone GPS wohl nicht zu exakt und so richtig gut ausgeschildert… ach egal 😄 Das Bushman's stand nur auf der Liste, weil wir die lange Fahrt von Sesriem nach Swakopmund auflockern wollten und noch weiter nördlich kommt ja nicht mehr viel, was keinen größeren Umweg bedeutet hätte (das Rostock Ritz wäre eine Alternative). Es sollte auch unsere letzte "einzelne" Übernachtung der Reise sein.
Der Kontakt mit Yuri vorab war extrem nett; leider waren sie und Boesman (die Besitzer) zu unserem Besuch aber nicht vor Ort. Die Farm/Campsite/Lodge selbst war schlicht und trotzdem schön! Direkt beim Hineinfahren sahen wir eine größere Herde Oryx-Antilopen, welche nachts von Hartmann's mountain zebras abgelöst wurden. Sie trauen sich offenbar nicht an die Wasserstelle heran, solange die Oryxe da sind.
Auch sonst ist das Gelände sehr schön und die Farmrundfahrt/wanderung am nächsten Morgen hat uns auch gut gefallen (war aber nicht gerade preiswert). Mit welchen Mitteln (mehrere 100m tiefe Brunnen) hier dem kargen Land ein Auskommen abgetrotzt wird, ist schon beeindruckend.
Zu allem Überfluss vergaßen wir hier auch noch ein Ladekabel (nicht weiter schlimm), das uns die Angestellten aber mit den nächsten Gästen nach Swakopmund hinterherschickten. Vielen Dank nochmal dafür an alle Beteiligten 🙂
Bushman's Desert Camp (4/5)
Allgemeine Bewertung Gute Option für Selbstversorger
Hotel und Zimmer Die Zimmer sind überraschend hübsch mit einem tollen Blick auf das Wasserloch. Tagsüber kommen Oryx und nachts Zebras zu Besuch. Das Hauptgebäude ist "quirky" und sauber, aber nichts wirklich bemerkenswertes. Die Angestellten waren sehr freundlich, aber ein wenig zurückhaltend.
Essen Zum Frühstück gibt es Kekse und Kaffee. Ansonsten kann man (nach Voranmeldung) ein Braai-Pack kaufen. Das war in unserem Fall aber leider nicht zum Weiterempfehlen (Brot und Fleisch TK). Die Unterkunft richtet sich hauptsächlich an Selbstversorger und hat nur für den "Notfall" ein paar Sachen da.
Location Zwischen Sesriem und Swakopmund; einzige Alternative, die ähnlich günstig liegt, wäre das Rostock Ritz. Alle anderen mir bekannten Optionen sind ein deutlicherer Umweg ODER noch recht nahe an Sesriem dran.
Aktivitäten Guided Tour zu empfehlen; haben einiges (fuer uns) Neues gelernt und die Landschaft ist schön, wenn auch nicht phänomenal fantastisch;
Sonstiges Für grünohrige Lodge-Hopper wie uns ist das Bushman's eher nicht das richtige, insbesondere bzgl. der Verpflegung. Mit einem Kühlschrank im Kofferraum wäre es deutlich angenehmer gewesen. Das ist aber weniger dem Bushman's anzukreiden, als unseren Erwartungen. Von daher fiel mir die Bewertung hier etwas schwerer - wir waren einfach nicht die Zielgruppe.
Nach der oben Erwähnten Tour packten wir unsere 7 Sachen und machten uns auf nach Swakopmund. TIPP: Hier können wir nur bestätigen, was die alten Hasen im Forum sagen: Fahrt bloß nicht die C14 durch. In unserem Falle nicht, weil wir 2015 mit dem Straßenzustand schlechte Erfahrungen gemacht hätten, sondern weil der Mini-Umweg über die Permit Roads parallel zur D1998 und dann weiter zur C28 einfach viel, viel schöner waren. Leider haben wir hier zu wenig Bilder gemacht :/
Nur für ein paar Giraffen nahe der Ganab Station hat es gereicht.
Hallo Dennis , schön , daß du nun doch ein wenig ausführlicher berichtest , denn es ist immer interessant , wie jeder das so erlebt . Deine Fotos sind einfach nur toll . Bitte schreibe gerne noch ausführlicher und _- FOTOS, FOTOS , FOTOS LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201513. Dez. 2024 · #10
Danke für die lieben Worte, Conny. Mehr Fotos kriegen wir hin 🙂
Na, so einen Bericht lasse ich mir nicht entgehen. Eine schöne Tour habt ihr euch da zusammengestellt. Freue mich auch auf weitere Bilder 🙂
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201513. Dez. 2024 · #12
@Melanie: Willkommen an Bord. Ich hatte deinen Bericht im Ramp-up zu unserer eigenen Reise auch super gerne mitgelesen 🙂
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201513. Dez. 2024 · #13
5. Halt: Secret Garden Guesthouse - Swakopmund
Die letzten Kilometer auf der C28 ziehen sich wenig, mit dem immer gleichen Ausblick und dem "stärkeren" Verkehr. Wenigstens ist die Pad gut und schließlich verändert sich auch die Landschaft beinahe schlagartig. Wenn das Thermometer sinkt und der gerade noch blaue Himmel auf einmal wolkenverhangen schlechte Laune schiebt, dann weiß man, dass man in Swakopmund angekommen ist.
Wir haben uns im Secret Garden Guesthouse einquartiert, das - zugegeben - nicht dieselbe Reputation hat, wie zum Beispiel Meike's, aber einen für uns doch entscheidenden Vorteil: Es ist zu Fuß ca. 15 min näher am Strand. Das mag für die meisten nicht besonders wichtig sein, im namibischen Winter zumal, aber wir und vor allem unser Sohn lieben das Meer. Nachdem wir unser Gepäck verstaut haben, machen wir uns daher erst mal auf zum Wasser und verbringen dort die ein oder andere Stunde. Womit, kann ich euch eigentlich gar nicht so genau sagen, aber ich bin sicher, wir haben uns irgendwann auch den Pier angeguckt. Den größten Teil der Zeit relaxen wir einfach (dick eingepackt) und schauen den Wellen zu. Ab und an nerven uns die Nussverkäufer (bei aller Sympathie für deren schwierigen Lebensumstände), die sich auch mit dem zehnten "Nein, danke" nicht abschütteln lassen. Wir gehen dazu über "Already got one" zu sagen, was die Erfolgsquote auf 100% steigen lässt.
Es wird langsam Zeit fürs Abendessen. Wir haben uns für das Ankersplatz Restaurant entschieden und sind nicht enttäuscht. Nette Musik, leckeres Essen, freundlicher Service. Es hat uns gut genug gefallen, dass wir am letzten Abend wiederkommen.
Springbok-Pie
Limonade oder Diesel-Additiv; so genau kann das bei dem Geschmack dieses Gebräus keiner sagen
Da der Wunsch aufkam, mehr Details zu schreiben, verpacke ich die Lodge Bewertungen ab jetzt nicht mehr im Tripadvisor Format, sondern drangsaliere euch mit Prosa 🙂 Eine numerische Bewertung gibt’s trotzdem:
Secret Garden Guesthouse (4/5).
Für das Guesthouse spricht, wie oben schon angemerkt in allererster Linie die super Lage. Nah am Strand und der Innenstadt und mit dem "Trading Post" auch einen sehr netten Coffeeshop nebenan.
Die Zimmer sind dafür nichts Besonderes und etwas in die Jahre gekommen, insgesamt aber völlig ok! Nur der Ablauf in der Dusche kommt mit den Warmwassermassen nicht hinterher. Die Gastgeber wirken zunächst etwas grummelig, wir haben uns dann aber nach ca. zwei Tagen Tauzeit doch länger und nett unterhalten. So viel haben wir beim letzten Besuch nicht über Stadtpolitik und das Leben hier definitiv nicht erfahren. Die Anlage an sich ist schön grün, Parkmöglichkeiten gibt es gegenüber und nachts passt hier auch ein Wächter auf.
Das Frühstück war gut bis sehr gut. Bei sehr frühen Touren wird nach Absprache auch ein Frühstücks- bzw. Brunch-Pack vorbereitet.
Alles in allem also eine super praktische Basis für die üblichen Ausflüge in Swakopmund und Walvis Bay.
Dafür ist man schließlich in Swakopmund (das Wetter kanns im Juli zumindest nicht sein). Auf dem Programm für den ersten vollen Tag steht die obligatorische Little 5 Tour. Wir sind mit Tommy's und zwei Fahrzeugen unterwegs, was insofern praktisch ist, als es einem der beiden Fahrer (unserem) erlaubt, sich ganz auf die Tiersuche zu konzentrieren, während der andere die Stories und Infos ans Volk bringt. Es war zwar wirklich kalt und wir hatten auch nicht ganz so viel Sichtungsglück wie 2015, aber trotzdem: wir finden es wieder ganz toll. Besonders gefällt mir, dass die Guides sehr deutlich machen, dass man nicht im Zoo ist und also gefälligst nichts anfasst, keinem Tier Weg versperrt oder durch laute Geräusche und schnelle Bewegungen verschreckt. 2015 wollte noch die Hälfte der Teilnehmer das arme Chamäleon streicheln..
Namibgecko
Namaqua Chamäleon
Zwergpuffotter
Ein Tractrac Chat?
Zusätzlich sehen wir noch eine Blindschleiche und einen weiteren Sand Diver Gecko. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie unterschiedlich die Dünenlandschaft hier zu der rund um das Sossusvlei ist. Sand ist Sand, sollte man meinen, hätte aber unrecht.
Nach ausgiebigem Dünenhüpfen und einer Mittelrasanten Dünenfahrt tuckern wir wieder in die Stadt. Auf Empfehlung von Andrew lassen wir uns beim Happie Den Varta Caravan in der Nähe des Aquariums rausschmeissen. Boy oh Boy! Das waren wahrscheinlich die besten Calamari meines Lebens! Danke, Andrew!
Nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir für den Rest des Nachmittags einen kleinen Abstecher zum Swakopmund Estuary hinter dem Tiger Reef Hotel; Strandspaziergang und Flamingos gucken 🙂 Die Bilder sind hier leider eher mäßig geworden, aber der Strand ist sehr schön.
Nach einer durchaus erholsamen Nacht, in der es offenbar geregnet hat (Spoiler: es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir über Regen sprechen), machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf den Weg nach Walvis Bay, Endziel Pelican Point. Wir sind ohnehin schon etwas spät dran, als zu allem Überfluss auch noch der große Bruder von "Nebel" über die Straße zieht. Mit deutschem Nebel hat das jedenfalls nichts zu tun. Man sieht quasi nichts mehr, außer den Scheinwerfern der entgegenkommenden Autos. Faszinierend. Ab und zu tauchen wir aus den Bodenwolken auf, nur um 500m weiter in ihnen zu versinken. Ich könnte mir selbst in den Hintern treten, dass wir nicht früher gestartet sind, denn am liebsten würde ich anhalten und Fotos machen. Es sieht einfach grandios aus, wie die Nebelbänke über die Dünen ziehen! Aber, hach, keine Zeit.
In Walvis Bay angekommen, bekommen wir eine kleine Einweisung, haben dann aber noch Zeit uns im und vor dem Laden ein wenig umzusehen, bevor es los geht.
Pelikan
Vorarbeiter-Pelikane
Die Fahrt zum Pelican Point ist selbst schon ein kleines Highlight und es gibt viel zu sehen.
Schabracken-Schakale machen offenbar mehrtätige Ausflüge auf die Halbinsel
Zwerpelzrobben
Greater Flamingos
Wir hatten uns im Vorfeld schon etwas Sorgen, ob der niedrigen Temperaturen gemacht. Lassen wir die Schuhe und Socken im Kanu an, oder doch lieber Barfuß? Vor Ort entscheiden wir uns spontan für Barfuß, obwohl die Luft wirklich bitter kalt ist. Siehe da: Der Sand ist eigentlich ganz erträglich. Auch im Kanu selber erleiden unsere Füße keine Erfrierungen! Im Vergleich zu 2015 scheint sich die ganze Unternehmung aber um das 10x vergrößert zu haben. Die Robben scheint es nicht groß zu stören, von Scheuheit keine Spur; aber ganz so nah wie damals fühlen wir uns der Natur heute nicht. Trotzdem ist das Paddeln an sich super schön. Die 3 Wale, die offenbar kurz hinter einem der Ausflugsboote auftauchen verpassen wir leider.
Im Anschluss gibt es heißen Tee, Kakao, Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen. Danach genießen wir noch ein wenig das Meer und lassen uns von der jetzt kräftigeren Sonne wärmen. Zurück in Swakopmund bummeln wir durch die Stadt und kaufen im Superspar nochmal Vorräte für die nächsten paar Tage.
Nach einem weiteren, leckeren Abendessen im Ankerplatz fallen wir müde, aber glücklich ins Bett.
Dennis
Enilorac65768 Beiträge · seit 201713. Dez. 2024 · #14
Hallo Dennis, ich bin auch noch zugestiegen. Ein schöner Bericht, welcher Erinnerungen weckt. Das Foto mit der Gabelrake ist deinem Sohn sehr gut gelungen. Liebe Grüsse, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201514. Dez. 2024 · #15
Hi Carolin, Vielen Dank. Das Kompliment gebe ich gerne weiter 😊
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201515. Dez. 2024 · #16
6. Halt: Hohenstein Lodge - Erongo Gebirge
Während den Planungen zu dieser Reise hatten wir viele Alternativ-Routen in Betracht gezogen. Tiefer ins Damaraland übers Madisa Camp, Twyfelfontein und Palmwag oder Brandberg, Huab Lodge und Hobatere. Schlussendlich haben wir uns aber wieder fürs Erongo entschieden und hier wieder für die Hohenstein Lodge, in der wir schon 2015 waren. Es gibt, denke ich, für jeden ein paar Orte auf der Welt zu denen man ganz fern jeder Rationalität eine "Beziehung" aufbaut. Die Hohenstein Lodge ist so ein Ort für uns und ich bin froh, dass meine Frau mich überzeugt hat nochmal hierher zu kommen.
Ja, es gibt Gästefarmen mit herzlicheren Service. Ja, es gibt Lodges mit mehr Luxus. Ja, die Spitzkoppe ist objektiv betrachtet schöner.
Und doch!
Wie die komplette Erde mit Glimmer durchsetzt ist, und mit jedem Schritt funkelt. Wie das trockenen Gras von innen heraus zu leuchten scheint und mit seiner sanften Unschärfe die knorrigen Bäumen in Szene setzt. Wie hinter alledem der Hohenstein selbst in den Himmel ragt, bucklig und gedrungen, eher Bösewicht, als strahlender Held.
Aber nochmal zum Anfang zurück. Von Swakopmund aus fahren wir nach langem Hin und Her nicht an der Küste entlang und über die D1918 wie ursprünglich angedacht, sondern direkt über die B9 und dann am Crystals Market links ab. Der erste Teil der Strecke ist entsprechend langweilig, aber wir hatten einfach keine Lust auf den Umweg.
Bei unserer Ankunft werden wir freundlich empfangen und zu unserem Zimmer geführt, welches frisch renoviert ist. Wirklich sehr schick!
Ca. eine halbe Stunde später, wir haben bereits ausgepackt und teilweise geduscht, klopft eine Angestellte an unsere Tür, man hätte da einen Fehler gemacht: die renovierten Einheiten seien nicht für Familien vorgesehen. Meine Frage, ob die alten Zimmer denn größer oder billiger sind, wird verneint. Vielmehr gäbe es eine "Internal Policy" diesbezüglich. Long story short, ich lasse meine innere Karen von der Leine und mache (sehr freundlich) deutlich, dass ich den Manager sprechen möchte. Der wäre erst am späten Nachmittag wieder da. Tja, dann warten wir gerne so lange. Niemand sollte das Thema Zimmerwechsel für den Rest unseres Aufenthalts noch einmal erwähnen.
Nach einem ersten Abendspaziergang lassen wir uns das wirklich (!) leckere Essen schmecken und kuscheln uns danach in unser modernes, extra breites Bett.
Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem ebenso leckeren Frühstück zu einer größeren Wanderung auf: Der "Kudu"-Trail ist einer der schönste Wanderwege, den wir je gegangen sind. Ein gewisses Maß an Fitness sollte man allerdings mitbringen, denn es geht teilweise steil bergauf/ab. Schlängelt sich der Weg zunächst einem kleinen Trockenfluss entlang, führt er wenig später nach oben in die Berge und der Blick öffnet sich. Leider sollte heute und die nächsten Tage eine Menge Du(n)st in der Luft liegen und den Hohenstein verhüllen. Trotzdem ist der Ausblick toll. Entlang des gut ausgeschilderten Trails entdecken wir Paviane, Kudus, Springböcke, Strauße und anderes Getier. Meine Frau entdeckt in weiter Ferne sogar einen Caracal (Beweisfoto vorhanden, aber zu pixelig für den Bericht). Zurück in der Lodge will uns einer der Guides erst gar nicht glauben, bis er das Foto sieht. Seit 3 Jahren hätte er auf dem Gelände keinen mehr gesehen. Kein Wunder, sage ich, er ist ja auch nicht mit meiner Frau unterwegs.
Rußnektarvogel
Siedelwebervogel
Manguste, aber welche?
Weiß einer, was das genau ist?
Springbock
Gelbschnabel-Toko
Straußen-Weibchen
Unsere beiden Highlights kommen zum Schluss. Zunächst spotten wir einen Perlkauz ein paar Meter neben dem Weg.
Dann begegnen wir dem hiesigen, sehr scheuen Giraffen-Paar. Das sind, gerade so zu Fuß, schon einfach magische Momente.
Den nächsten Tag verbringen wir hauptsächlich damit, Fünfe gerade sein zu lassen und machen nur kleinere Spaziergänge. Ansonsten beobachten wir die Felsenratte vor unserem Zimmer, liegen am Pool, lesen und genießen einfach nur hier zu sein.
Gegen Nachmittag starten wir zu einer Sundowner Fahrt und bekommen neben der schönen Landschaft und vielen Tieren auch die örtlichen Felsenmalereien zu sehen. Die können zwar mit denen in Twyfelfontein nicht mithalten, aber der Ausflug war trotzdem empfehlenswert.
Viele werden nicht nachvollziehen können, warum oder wofür man drei Nächte in der Hohenstein Lodge verbringen sollte - für uns steht fest: Wir kommen wieder.
Dennis
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201516. Dez. 2024 · #17
7. Halt: Twyfelfontein Adventure Camp
Heute steht uns die längste Transferstrecke bevor. Wobei die tatsächlich gefahrenen Kilometer (ca. 240) für namibische Verhältnisse und im Vergleich zum üblichen Tagespensum einiger anderer Forumsmitglieder ja geradezu eine kleine Spazierfahrt ist. Wir fahren über die D1930 mit Blick auf die Spitzkoppe Richtung Uis. Die Pad ist heute eine Qual und bessert sich auch nur abschnittsweise über die nächsten 4 Stunden.
In Uis angekommen steuern wir zunächst die Tankstelle an und lassen auch den Reifendruck überprüfen. Die freundliche Dame stellt fest, dass die Reifen viel zu stark aufgepumpt waren (hatten wir nicht bemerkt) und lässt überall Luft ab. Ich schaue ungläubig auf die Anzeige des Kompressors, aber ja, sie hat Recht. Zum Mittagessen setzen wir uns ins "Cactus & Coffee". Die Atmosphäre ist sehr nett, das Essen und der Kaffee leider gerade so "ok".
Über die weiterhin furchtbare C35 und später die D2612 geht es zum Adventure Camp. Ca. 45 min vor dem Ziel kommen wir an einer atemberaubend schönen, Ebene mit goldgelbem Gras vorbei, eingerahmt von schroffen Hügeln. Leider ist die "Straße" hier auf Grund von Bauarbeiten (?) nur einspurig und hinter uns sind noch zwei weitere Fahrzeuge, so dass ich nicht anhalten möchte.
Es ist schon späterer Nachmittag (wir haben in Uis etwas länger Halt gemacht) als wir im Camp ankommen. Zur nächsten Episode muss ich etwas ausholen: Zum ursprünglichen Buchungszeitpunkt gab es die von uns gewünschte Zimmerkategorie nur für 2 Nächte, weshalb wir uns für die dritte Nacht in der niedrigeren Zimmerkategorie eingebucht hatten (beides via hotels.com). Später gab es dann doch noch ein freies Premium Zelt für die dritte Nacht, weshalb wir eine entsprechende Umbuchung vornamen. Wir hatten also zwei getrennte Buchungen derselben Zimmerkategorie für drei konsekutive Nächte. Weil ich mir schon dachte, dass das verwirrend sein könnte, schrieb ich dem Customer Service diesbzgl. eine Nachricht. Dort wurde mir versprochen, dass die Buchungen zusammengelegt und wir in ein Premium Family Tent gebucht wurden. Ihr könnt es euch sicher denken, vor Ort wusste niemand von irgendetwas und es gab ein riesiges hin und her zwischen den Angestellten, wie das nun zu handhaben sei. Die Family Tents waren alle belegt und somit ohnehin keine Option. Zunächst wollte man uns downgraden (haben wir dankend abgelehnt), dann zwischen verschiedenen Zimmernummern hin und her schicken. Das wäre für uns ok gewesen. Allerdings war das auch nicht genehm, wegen des erneuten Aufbaus eines dritten Bettes (für meinen Sohn). Schlussendlich sind wir doch alle drei Nächte im selben Zelt geblieben 😄 Mein Learning: Lieber direkt buchen, wenn irgendwie möglich und lieber nicht auf die Aussagen des Customer Service vertrauen.
Davon abgesehen ist der erste (optische) Eindruck sowohl von den Zimmern als auch vom Camp selber wirklich sehr positiv. Die Glamping Zelte liegen geschützt an ein Felsmassiv geschmiegt und sind sehr klassisch eingerichtet, quasi gemäß einer romantisierten Version der Afrika-Expeditionen des 19. u. fruehen 20. Jahrhunderts. Authentisch oder nicht, uns gefällt es 🙂 Die restliche Anlage ist im selben Stil gehalten und ebenfalls gut gelungen.
Noch vor dem Abendessen 'klettern' wir Treppe und Wanderpfädchen hinauf auf den Sundowner Felsen. Eines der absoluten Highlights der Reise. Der Blick ist gigantisch und zu alledem wird da oben abends auch noch eine "Bar" geöffnet (allerdings mit limitierter Getränkeauswahl).
Das anschließende Abendessen ist dem Preis der Lodge leider nicht angemessen und etwas lieblos gestaltet. Das Fleisch vom Grill ist konsistent über die drei Tage zu etwa gleichen Teilen roh und verbrannt (dasselbe Stück) und das Buffet uninspiriert. Kein Vergleich zu Hohenstein (immerhin auch eine Ondili Lodge) oder anderen Unterkünften auf dieser Reise.
Wir hatten noch von Deutschland aus einen Nature Drive (don't call it Elephant Tracking :D) gebucht, welcher sehr früh am nächsten Morgen starten sollte, deshalb gehen wir dann auch zügig ins Bett. Bauartbedingt (sprich: Zeltwände) wird es nachts etwas, ähm, frisch. Mit den guten Bettdecken und ordentlicher Kleidung stellt das aber kein Problem dar; das Aufstehen schon eher. Nach einem kleinen Frühstück fahren wir los. Die vorab verteilten Ponchos sind ziemlich luxuriös isoliert, was bei dem schneidenden, frostigen Fahrtwind auch wirklich willkommen ist. Zunächst geht es den Huab entlang. Immer wieder hält unser Guide an, etwa um den geneigten Gästen auch die heimische Flora (lecker Mopane Blätter :D) näherzubringen, oder für Tiersichtungen. Das klare Ziel der kleinen Expedition sind natürlich die Wüstenelefanten, welche sich vorerst aber nicht blicken lassen. Dafür gefällt uns das Trockenflussbett und die restliche Tierwelt umso besser:
Ohrengeier
Nach ca. 2 Stunden Fahrt gebe ich innerlich schon die Hoffnung auf. Auch andere Fahrzeuge (bzw. deren Fahrer) scheinen ratlos. Ist halt auch kein Zoo, von daher wäre es nicht das Ende der Welt gewesen ohne Sichtung nach Hause zu fahren; die Natur hat uns trotzdem schon sehr beeindruckt. Dann aber entdeckt unser Guide in einiger Entfernung: Spuren. Diesen folgen wir durch zahlreiche Seitenarme und über mehrere Ebenen hinweg, um sie mal wieder zu verlieren und mal unverhofft wiederzufinden. Mittlerweile sind 3h vergangen, als uns endlich ein anderes Fahrzeug entgegen kommt und es ist klar: Etwas weiter vorne ist die Herde.
Es ist wirklich wunderbar diesen besonderen Tieren beim Staubbaden und sonstigen Aktivitäten zuzusehen und irgendwie fühlt es sich "verdienter" an, als zum Beispiel unsere späteren Begegnungen im Etosha, was natürlich totaler Quatsch ist, weil wir selbst ja nichts getan haben, außer im Auto zu sitzen. Es gab offenbar auch Nachwuchs, der zum Zeitpunkt unserer Reise gerade mal 4 Monate alt ist - Niedlichkeits-Overload!
Ungefähr 1 Stunde später reißen wir uns los und fahren zurück zum Camp, wo schon das Mittagessen auf uns wartet. An dieser Stelle muss ich die Guides/das Camp Management wirklich loben, denn wir sind mehr als 1h länger unterwegs, als die ursprünglich anvisierte Dauer des Nature Drives. Das finde ich nicht selbstverständlich!
Die folgenden Stunden verbringen wir damit uns auszuruhen und im Pool zu plantschen, der im Übrigen noch kälter ist, als der im Desert Camp, auch wenn das physikalisch unmöglich sein sollte ohne Phasenübergang zum Eis. Außerdem beobachten wir die putzigen Klippschliefer, die sich zahlreich in der Umgebung tummeln.
Nach dem erneut enttäuschenden Abendessen ziehen wir uns dicke Jacken über und bewundern den Sternenhimmel. Das hat unser Sohn in Deutschland so noch nie gesehen. Zwar ist es nicht das erste Mal auf dieser Reise, dass wir die namibische Nacht bewundern, aber heute strahlen die Sterne und die Milchstraße besonders hell.
Der Sonnenaufgang am Morgen darauf ist wunderschön und ich kämpfe mit mir, mich schnell anzuziehen und mit der Kamera auf den Sundowner Felsen zu kraxeln (ist das dann eigentlich ein Sun-upper Felsen?), kann mich aber einfach nicht überwinden und öffne stattdessen nur die Vorhänge. Heute wollen wir uns die Felszeichnungen in Twyfelfontein selbst ansehen, ist ja ohnehin "um die Ecke". Alles in allem sind wir auch sehr positiv überrascht, insbesondere von der Qualität der Führung. Wir stellen viele Fragen und bekommen vom Guide viele Antworten - so soll es sein. Die Felsgravuren selbst sind vielleicht nicht so spektakulär wie ein Besuch im MOMA in New York, aber wenn man versucht sich in den genauen Zeitpunkt ihrer Entstehung hinzuversetzen, fühlt man schon eine gewisse Ehrfurcht.
Das Ganze dauert auch nicht viel länger als eine Stunde und den Rest des Tages faulenzen wir 🙂
Damit neigt sich unsere Zeit in Twyfelfontein auch schon wieder dem Ende zu. Das Adventure Camp hinterlässt uns zwiegespalten. Zum einen sind da die tollen Zelte und der fantastische Ausblick vom Hausberg, zum anderen das sehr mediokre Essen und der hohe Preis. Auch der Service könnte angesichts der geringen Größe des Camps persönlicher sein. Von daher würden wir beim nächsten Mal vermutlich eine andere Gelegenheit suchen, die Trockenflüsse zu erkunden, bereuen unseren Aufenthalt im Adventure Camp aber keineswegs.
Dennis
JohannaHen132 Beiträge · seit 202317. Dez. 2024 · #18
Hallo Dennis,
schön, dass du jetzt sogar etwas ausführlicher berichtest 🙂 Macht wirklich Spaß zu lesen, auch die Fotos sind super. Insbesondere die Sternenbilder sind super gelungen 😮
Liebe Grüße
DGDGThemenstarter84 Beiträge · seit 201517. Dez. 2024 · #19
Hi Johanna,
vielen Dank 🙂 tatsächlich hab ich mich im Nachhinein ein wenig über die Nachtaufnahmen geärgert, weil ich ein paar Fehler beim Fokussieren / Belichten des Vordergrundes gemacht habe, die im Nachhinein nicht mehr zu korrigieren sind. Da zeigt sich die fehlende Übung 😄 Es freut mich, dass sie dir trotzdem gefallen!
Enilorac65768 Beiträge · seit 201717. Dez. 2024 · #20
Hallo Dennis, die Fotos vom Sternenhimmel sind genial! Uns hat es auf der Hohenstein-Lodge auch sehr gut gefallen. Die Lage und das feine Essen, wirklich grossartig. Also ich kann gut nachvollziehen, dass ihr es dort länger als eine Nacht ausgehalten habt;-) Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)