Einmal Bulldust und zurück!
Es ist 6:30h… die Sonne geht auf. 🙂
https://www.youtube.com/watch?v=-7jvn4sMdGE&list=PL0qo3GMyFMIDdFEnnlu0ZcPgMYmdj4afl&index=10Wir sehen zu, dass wir aus dem Zelt kommen. Heute haben wir durchaus eine recht lange Strecke vor uns und da wollen wir doch zumindest halbwegs zeitig wegkommen. Außerdem war Magnes schon früher wach und hat sich um die Donkeys auf dem Platz gekümmert. 🙂
Die erste halbe Stunde verbringen wir, zusammen mit unseren Campnachbarn, dann doch damit dem tollen Sonnenaufgang anzuschauen. So steht immer jemand mit Handy oder Kamera am Rand des Platzes oder mit Zahnbürste zwischen den Zähnen oder mal kurz stoppen, während man Milch etc. aus dem Kühlschrank holt oder für einen kurzen Plausch oder weil grad ein bunter Vogel von A nach B fliegt. 🤪
So kriegt man die Zeit schon rum, aber der Blick und das Licht ist schon herrlich. Es wäre ein Verbrechen sich dafür nicht die Zeit zu nehmen.
Hier mittig sieht man eine Palmenart, die wir nur Ananas getauft haben.
Während wir unser Frühstück aus Kaffee und Müsli vorbereiten und ein paar Brötchen für unterwegs schmieren, lassen uns die ansässigen Stare nicht aus den Augen, wer weiß denn schon ob nicht doch mal was abfällt. Durch das Licht wirken die Vögel immer wieder andersfarbig, mal heller, intensiv blau, dann wieder dunkel bis lila. Wenn ich durch meine Bilder schaue, sind es aber alles…
Pale-winged Starling – Fahlflügelstar
Der Kaffee ist zwischenzeitlich fertig, wir stellen uns die Stühle in die Sonne und genießen ein „Früstück with a View“, so kann man das mal machen.

Die Stare haben mittlerweile auch eingesehen, dass es nichts zu holen gibt und schauen sich nach Alternativen um. Die Büsche sind voller winzig kleiner, pinken Beeren…
die müssen doch schmecken? – Muss man sich mal genauer anschauen.

Nach einem testenden Blick werden die Beeren für gut befunden und scheinen zu schmecken. In den Büschen ist immer was los und die nächsten paar Minuten gehen „verloren“, schließlich muss man doch mal ein Bild erwischen wo sie gerade eine Beere schnappen. Das gelingt dann auch irgendwann und wir können weitermachen unseren Wagen einzuräumen.

Alles wird wieder verstaut, die Dusche genutzt und parallel werden Zebras fotografiert.
Zebras fotografiert? Gibt es die da?Naja, sowas ähnliches… 😛
Cape Bunting - Kapammer


Wir stellen fest das irgendwann so grob gegen 8:30h die Fliegen rauskommen. Hier sind sie ganz extrem, sobald man in der Sonne steht sitzen gleich ein Dutzend und mehr auf einem drauf und ein ganzer Schwarm steigt auf wenn man sich schüttelt. 🤢
Das ist fies und treibt uns dann auch langsam aus dem Camp. Mit Magnes besprechen wir noch, dass wir in ein paar Tagen gerne die Campsite #4 hätten falls möglich und er verspricht uns, dass er sie reserviert. Bis dahin hat er auch gar keine Buchungen mehr.
„Ich erwarte euch dann und freue mich, wenn ihr da seid!“In dem Zusammenhang kann ich schonmal ein
Zwischenfazit Elephant Song ziehen.
Uns gefällt das Camp sehr gut und das hat zu einem gut Teil auch mit Magnes zu tun, der einfach super nett ist, das Camp top in Schuss hält und sich wirklich um die Gäste kümmert, aber auch gleichzeitig sich zurückhält.
5/5 Sterne schon jetzt.
Er zeigt uns noch seinen Flyer für den Guide-Service, den er anbietet. Wenn man einen Platz im Fahrzeug frei hat, dann begleitet er einen in den Canyon und erklärt einem alles mögliche zu Flora und Fauna. Da ich ihm versprochen habe etwas Werbung zu machen, seht mir das nach… anbei mal sein Flyer, vielleicht hat ja jemand Interesse daran, wenn er mal dort vorbeikommt.
(noch während der Reise habe ich einem anderen Fomi den Tipp per WhatsApp gegeben und dem Feedback nach, hat sich das wohl durchaus gelohnt)
Wir verabschieden uns allesamt, nicht ohne ein kleines Gruppenbild, ihr sollt Magnes ja auch erkennen wenn ihr ihn dort antrefft. Die anderen beiden sind natürlich Sabine & Alex. 😉

Wir rollen mit Alex & Sabine vom Platz ins Tal hinunter und nur ein paar hundert Meter zum Gate der Concession.
Hier sind wir um 9:12h, einfach eine Info für uns, damit wir so ein wenig besser Zeiten etc. irgendwann mal nachvollziehen können.
Tipp#8 ist für die Leute, die auch Tagebuch führen. Wir schicken uns ganz oft
kleine Infos wie Namen, KM-Angaben oder Zeiten einfach per WhatsApp. Auch ohne Verbindung sind die Nachrichten im Speicher und werden dann eben beim nächsten Mal Netz getauscht. Das haben wir unterwegs besser zu Hand als das Reise-Tagebuch, weil wir dort ja erst am Ende des Tages oder nach ein paar Tagen weiterschreiben und sonst alles durcheinander ist. 🙂
Da wir heute ja nur nach Sesfontein wollen und dann wieder zurück in die Concession besprechen wir das schonmal direkt am Gate, dass unser Permit dann ja noch gültig ist und wir auch keinen Tag mehr nachzahlen müssen, da wir heute die Concession im Westen auch wieder verlassen werden.
Sabine & Alex übernehmen die Führung in Richtung Sesfontein und Magnes hatte uns noch den Tipp mitgegeben, dass wir uns einfach immer ganz links halten sollen, da gäbe es wohl eine Fahrspur die um den Bulldust drumherum führt und die versuchen wir natürlich zu finden.
SAFETY FIRST… was es mit diesem Bulldust auf sich hat wissen wir ja immer noch nicht so recht. 😕
So der Plan, aber irgendwann stehen wir an einer Böschung und da gibt es diverse Spuren hoch, alles etwas unübersichtlich. Alex entscheidet sich für eine der Spuren, wir nehmen die etwas näher bei uns und dann staubt es auch schon los und der Wagen wühlt und schwimmt durch die Staubrinnen.
AHA – so ist das also. 😮 🙄
Man sieht teilweise nix mehr, sobald wir hinter die Beiden geraten und durch ihre Staubfahne fahren. Ich schließe ganz schnell die Lüftung und Mara sucht sich irgendeine Spur, die halbwegs funktioniert.
Es geht im Endeffekt besser als gedacht, aber der Adrenalinpegel ist auf Anschlag. nach ersten Versuchen kann man da nicht unbedingt langsam durchschleichen, gefühlt hilft es, im Gegensatz zu Tiefsand, tatsächlich mehr, mit etwas Schwung durch die Fahrrinnen zu pflügen.
Aber seht selbst… 😗
https://www.youtube.com/watch?v=Ceom-dt6e_cNach diesem Abenteuer heißt es erstmal runterkommen. Zum Glück war das restliche Stück bis zur D3707 dann wieder fester und gut befahrbarer Untergrund. An irgendeinem Laden wollten Sabine & Alex noch vorbei, wir fahren also erstmal alleine zur Tankstelle vor, oder eher zum Marktplatz. Denn hier ist einiges los und
JA, es gibt Diesel 😎 und auch mehr als genug, denn der Tankwagen war gerade erst wieder da, wie von Magnes in Erfahrung gebracht. Der Supermarkt ist am Anfang des Weges, dort tummeln sich einige Leute und kaum stehen wir an der Tankstelle und der Diesel läuft kommen diverse Verkäufer auf uns zu.
Peter, der mich in ein Gespräch verwickeln will, kann ich direkt sagen, dass wir schon Makalani Nüsse gekauft haben und er zieht sich wieder etwas zurück. Zwei Damen bieten allerhand Ketten oder Armbänder aus großen Körben an. Mara schaut durch die Auslage und ich lehne dankend ab, Mara schaut ja schon. Der Unterschied ist einfach, dass alles nicht so aufdringlich ist wie in Kamanjab z.B., also schauen wir auch gerne durch die Auslage. Für zwei Armbänder entscheidet sich Mara. Ein Armband in den Vereinsfarben vom BVB, schwarz-gelb... da kann man ja nicht Nein sagen. Über das blau-weiße müssen wir aber noch sprechen. 😄

Vor Ort ist auch Martinus, sowas kennt man schon. Er sammelt für die Jugendmannschaft aus Sesfontein für ein U15 Turnier in Swakopmund. Bei solchen Sammelaktionen wissen wir leider nie was dran ist. Wir kennen noch aus 2017 bei einer Schulexkursion aus erster Hand durch Gespräche mit den Lehrern und später mit einem der Väter, dass die Kids da wirklich unterwegs sind. Also grundsätzlich Fake ist das auch nicht zwingend.
Wir versuchen wenigstens etwas mehr in Erfahrung zu bringen ob es den Verein gibt etc. Also fragen wir die Tankwärterin nach dem Clubnamen.
„Unser Club hier ist der Rhino FC.“Martinus, wie heißt der Verein.
„Rhino FC“, und was für ein Logo hat der. Er überlegt kurz und fragt ob wir 5 Minuten haben? – Klar haben wir. 😐
Er spurtet los und verschwindet im Dorf und kommt ein paar Minuten später fix und fertig wieder, weil er den ganzen Weg gerannt ist um sein Vereinstrikot zu holen. 🤪

Wir unterstützen mit einer kleinen Spende für so viel Einsatz und etwas Wegzehrung für die Jugendmannschaft. Wieder zu Hause habe ich mal geschaut und es gab zumindest an dem Datum ein Jugendturnier in Swakopmund, aber da ich kein Facebook habe, weiß ich nicht was dran war.
Vielleicht wieder alles falsch gemacht, vielleicht einen guten Zweck unterstützt. 😊
Last but not least kommt Peter noch einmal zu mir und fragt ganz nett nach, ob wir nicht doch eine Nuss abnehmen könnten, ihm wäre damit geholfen. Und ganz ehrlich, bei so einer offenen Frage kann ich nicht nein sagen. Wir nehmen eine für Maras Bruder und Familie mit. Suchen uns eine schöne Nuss raus die für drei Namen geeignet ist und haben ein weiteres, schönes Mitbringsel. 🙂
Zwischenzeitlich kommen auch Alex & Sabine an der Tankstelle an, wir verabschieden uns nur noch kurz, Nummern haben wir eh‘ schon ausgetauscht und ein Treffen in der Schweiz oder Deutschland ist fix geplant.
(und findet schon ganz bald statt) 😎
Getankt haben wir
(nach den letzten 280 Kilometern ab Palmwag, durch die Concession, Crowther's Trail bis Sesfontein) insgesamt 42 Liter für 888 NAM Dollar, für den Fall, dass die Info jemandem bzgl. Spritpreise, Verbrauch und Planung weiterhilft.
Und während die beiden tanken und sich Ketten und Armbänder anschauen, machen wir uns wieder auf, in Richtung Abzweig zum Hoanib.

Auf dem Rückweg übernehme ich das Steuer, diesmal montieren wir die GoPro hinten tief ans Auto, das sieht im Bulldust bestimmt spektakulär aus, aber ich halte mich diesmal ganz rechts und siehe da… in diese Richtung kann man direkt vom Start weg den richtigen Spuren folgen und plötzlich sind wir schon hinter dem Bulldust ohne durch zu müssen.
Also kein spannendes Videomaterial, stattdessen halten wir für ein paar Panoramen der Okongoro und Okambonde Plains.
Rechts vom Bulldust
Blick in die Okongoro Plains
Zurück am Gate werden wir direkt erkannt und durchgewunken.
Auf geht es einmal den Hoanib entlang von Ost nach West ganz durch bis zur Amspoort Gorge. Vielleicht finden wir ja heute den Wüstenlöwen… wir glauben da nicht wirklich dran, wissen wir doch, dass man eher mit Glück mal die Spuren findet. Aber er war ja da gestern und Magnes wusste auch, dass er in der Nähe des Camps war…
… ich glaube Cliffhanger nennt man sowas. 😛
Lieben Gruß,
Robin & Mara