Vielen Dank euch beiden. Mit einer Null weniger klingt es schon viel besser 🙂
Blende18.2Themenstarter1'165 Beiträge · seit 201724. Nov. 2024 · #83
Zweisamkeit in der Einsamkeit…
Der Titel dieses sehr kleinen Teilstücks im diesjährigen Bericht passt so gut, weil uns diese Einsamkeit im Kaokoveld unterwegs, ab diesem Punkt der Reise, nochmal mehr bewusst wurde. Endlose scheinende Strecken und Ebenen, weit weg von allem und jedem. 😕
Faszinierend auf der einen Seite, aber zugleich begegnen wir dieser Landschaft auch mit einigem Respekt. Plötzlich ist man nur noch zu zweit da draußen, aber damit stellt sich bei uns auch das Gefühl ein, dass unser eigener Rhythmus den weiteren Weg bestimmt. Pläne sind manchmal dafür da, über den Haufen geworfen zu werden. 😉
Wir stehen auf der Ebene direkt oberhalb des Hoanib und vor uns sehen wir schon das Band des Tsuxub, mit vereinzelten Bäumen im Flussbett. Eigentlich rechnen wir damit, dass es jetzt ähnlich weitergeht, so soll es aber nur für ein kurzes Stück aussehen. Die Landschaft wechselt im Verlauf des Trails, im Vergleich zum Hoanib, drastisch und sehr schnell stehen wir mitten in der Wüste.
>> zwischen Hoanib und Tsuxub <<
Wir haben so geplant, dass nur jeder zweite Tag ein klares Zwischenziel hat und mit diesem Wissen, biegen wir natürlich erstmal links ab, kaum dass wir es in den Tsuxub geschafft haben. Auf der Karte haben wir einen Viewpoint entdeckt und wenn der Weg dahin schon spannend ausschaut… da sind wir meist nicht zu bremsen. 🤪
Der Weg führt durch ein breites Tal, hinauf auf eine kleine Anhöhe und vor uns erstreckt sich ein riesiger Sandkasten.
Natürlich muss man hier anhalten und versuchen die Landschaft auf ein Panorama zu bannen. Mara dokumentiert dann gerne mal mit dem Handy in ihrer eigenen, kleinen Serie. „Fotograf bei der Arbeit“(diese Bilderserie entdecke ich aber erst wieder zurück hier in Deutschland) 😄
>> und das entsprechende Resultat <<
Wir sind völlig fasziniert von diesem Ausblick. Nichts als Wüste und ganz links entdecken wir noch den Hoanib auf seinem Weg zur Küste. Das ist dann der Teil, den man nicht mehr befahren kann. Es ginge noch ein kleines Stück weiter, aber dann beginnt recht schnell der Skeleton Coast Park. Der Blick hat es uns angetan und vom Hoanib ist der Viewpoint auch nur wenige Kilometer entfernt. Durchaus einen Abstecher wert, die Weite vor uns, die Felsen links und rechts hinter uns, einfach stark und sehr beeindruckend. 🤩
Wir machen uns wieder auf in Richtung des Tsuxub und ein kurzes Stück hinter dem Viewpoint finden wir dann auch einen Weg die Böschung hinunter ins Flussbett, wo der weitere Weg ein Stück hindurch führt. Aber die Landschaft hat mit dem Hoanib nichts mehr gemein. Wie so oft überrascht es uns, wie abwechslungsreich Namibias Wüsten sind.
# der schmale Canyon des Hoanib mit seinen großen Bäumen
# beim Viewpoint ist man inmitten einer Sandwüste
# und kaum im Tsuxub angekommen öffnet sich ein breites Tal, einzelne Felsen, die teils ans Erongo erinnern säumen die Ränder und die Vegetation wird zunehmend karger.
Dies alles spielt sich auf wenigen Kilometern ab und über den gesamten Tag gerechnet fahren wir durch 7 verschiedene Landstriche. Beeindruckend! 😎
Irgendwann biegt der Flusslauf nach rechts ab, bzw. kommt der Fluss ja von rechts 😗 , aber wir fahren wieder nach links und folgen dem Trail hoch auf die Ebene. Damit ändert sich die Landschaft ein weiteres Mal, zuerst öffnet sich die Ebene, begleitet von einzelnen Bergen rechterhand, von denen wir uns aber zunehmend weiter entfernen.
Wir folgen teils nur noch recht vage erkennbaren Fahrspuren und das ein oder andere Mal verzweigen sich die Spuren. Mhhh, wir halten uns einfach links, da wir den, laut Karte, am weitesten westlich liegenden Pfad folgen wollen zum Eingang des Puros Canyon. Zumeist entscheiden wir also anhand…
„Ich glaube da ist nur mal ein Auto abgebogen und hier könnten sogar mal zwei bis drei Wagen hergefahren sein?!!" 🤪
Die Richtung stimmt und es wird immer trostloser, bis wir auf einer Ebene stehen, auf der unser Blick, egal in welche Richtung, im Nichts landet. Irgendwann verliert sich das Gelände in Hitzeschlieren und wir sind hier irgendwie hingeraten und folgen einer einzelnen Spur im harten Boden die gefühlt nirgends hinführt. So ungefähr würde ich die Gegend und den Eindruck den sie hinterlassen hat beschreiben.
Kein Wunder das wir uns sogar schon freuen, als eine unwirtliche Stein- und Geröllwüste diesen Landstrich wieder ablöst. 😁 Es ist nicht viel, aber wenigstens ein klein wenig Abwechslung für das Auge und am Horizont lassen sich Berge erahnen, unser nächstes Ziel, zumindest davon ausgegangen, dass es für einen Canyon eben auch Berge braucht.
Die Berge kommen wesentlich schneller näher als wir gedacht hätten und als wir dann auch noch ein paar kleine Hütten entdecken, wissen wir, dass wir genau richtig und auf Spur sind. Das muss das New Schoemans Camp sein, dass am westlichen Eingang des Puros Canyons liegt.
Von hier aus öffnet sich vor uns ein breites Tal, in dem auch der hier aus dem Canyon kommende Hoarusib seine Spuren hinterlassen hat und sein trockenes Band schlängelt sich durch den Sand. Bis hierhin eine ruhige und entspannte Fahrt, einmal quer durch verschiedene Arten von Wüste… anbei einmal musikalisch untermalt.
Kaum biegen wir von der Sandebene in den Canyon ab staunen wir nicht schlecht… er ist grün und unsere Reifen greifen in teilweise nassen, festen Boden. Der erste Blick in den Canyon raubt uns schon den Atem und so viel sei vorweg genommen, er hat uns völlig fasziniert und in seinen Bann gezogen.
take-off1'674 Beiträge · seit 201224. Nov. 2024 · #84
Hallo Robin & Mara, schön beschrieben und durch die Drohnenaufnahmen wundervoll dokumentiert. Dies ist wahrlich ein wunderschönes Fleckchen Erde, das auch wir schon öfters befahren durften. Und so wie ihr es beschreibt ... es ist die Einsamkeit ... die Weite.
Hallo ans Forum, wir sind gerade zurück aus dem Kaoko, den jungen Elefanten geht es ausgezeichnet. Wir sind auf die grosse Famiie bei Amspoort getroffen, 3 kleine und 6 Erwachsene Elefanten. Hat inzwischen gut Wasser und Grünzeug. Wir sind dann nördlich von Orupempe in heftige Regenfälle geraten. Man erzählte uns das 3 Touristenfahrzeuge abgesoffen sind. Bei Opuwo gabs Tote. So nötig wie der Regen dort ist, so wars zu heftig. Grüsse in der Hoffnung dass der Bericht noch weitergeht.... Ich hätte noch ein tolles Handyvideo von den ELefanten, wie kann ich das Hochladen (habe das noch nie gemacht)? Ist eine Handydatei mp3.
irgendwie war mir Euer Bericht durchgerutscht. Aber es gibt nie ein zu spät und ich habe jetzt endlich aufgeschlossen. Aber wann geht es denn weiter??? Jetzt bin ich total geflasht von den schönen Aufnahmen und der wie immer herrlichen Erzählung und plötzlich Stille... Bitte, bitte weiterschreiben! Elephant Song... Ich bekomme solche Sehnsucht!!! Wir waren jetzt 2x dort. Einmal 2017, bevor sie es wieder aufgebaut haben. Da war alles Ruine, kein Mensch weit und breit, kein Wasser, kein nix. Fast etwas unheimlich. Und dann 2021 mit der neuen Infrastruktur und den süßen kleinen Häuschen... Ach, wir lieben diesen magischen Ort. Ganz liebe Grüße,
Ad Rian229 Beiträge · seit 202207. Apr. 2025 · #93
Robin und Mara waren Anfang des Jahres noch viel weiter im Süden und verarbeiten wahrscheinlich heute noch die Eindrücke dieser Reise. Die werden sich bestimmt bald wieder melden.
RORoman-9112 Beiträge · seit 201712. Apr. 2025 · #94
Es ist einfach der Wahnsinn wie stark sich Sehnsuchtsgefühle zeigen können wenn ich Eure tollen Bilder sehe. Hoanib, Horuasib und das Kaokoveld haben uns völlig in ihren Bann gezogen.