makis schrieb:Gleichzeitig betonte sie noch einmal, dass Namibia sich nicht an gegenseitigen Schuldzuweisungen beteiligen werde.
Was aktuell euphemistisch "Friedensverhandlungen" genannt wird, meint effektiv die Kapitulation der Ukraine. Putin schließt aus, über die Rückgabe der völkerrechtswidrig besetzten Gebiete zu verhandeln und macht es zur Vorbedingung, dass anerkannt wird, dass diese Gebiete dauerhaft russisch sind. Wenn ich Dir in Namibia rechtswidrig 10.000 Euro klaue, dann möchtest Du sicher auch, dass der namibische Staat sagt: "Wir machen da keine Schuldzuweisungen". Und Du sollst Dich bitte mit mir zusammensetzen, ob ich Dir vielleicht 5.000 Euro zurückgeben würde, wenn Du anerkennst, dass die anderen 5.000 Euro jetzt rechtmäßig mir gehören. Genau das ist Eure Position. Und die ist erbärmlich.
Abchasien, Südossetien, Krim, Donbass, Ukraine: Wann immer ihm die Gelegenheit günstig schien, hat Putin militärisch zugeschlagen und sich Gebiete gesichert. Wieder und wieder und wieder. Wenn er jetzt mit dem Überfall auf die Ukraine auch wieder fette Beute macht, dann hat er Motiv und Motivation, um weiter zu machen. Es ist dann ja offenkundig erfolgreich.
2 Punkte über die im Westen kaum einer offen spricht:
Die 3 baltischen Staaten sind zwar NATO-Gebiet, wären für die NATO aber schwer zu verteidigen. Es gibt nur einen schmalen Korridor nach Polen, den Russland bei einem Angriff schließen würde. Und dann fehlt sowohl der Anschluss an das NATO-Kerngebiet als auch in den kleinen baltischen Staaten das, was man strategische Tiefe nennt. In Litauen ist die Hauptstadt und das Machtzentrum Vilnius z.B. kein 30 km von der Grenze zu Belarus entfernt. Das ist bei einem russischen Angriff nicht zu verteidigen.
Die viel gerühmte NATO-Beistandklausel nach §5 sieht mitnichten einen verpflichtenden militärischen Beistand vor, sondern jedes NATO-Land ist zum Beistand verpflichtet, entscheidet aber souverän, in welcher Form es Beistand leisten will. In weniger als 2 Jahren könnte in den USA wieder Trump oder ein Trumpist an der Macht sein und gar keine Lust haben, Europa zu verteidigen. Wenn er im Angriffsfall auf das Baltikum eine Packung Pflaster und ein aufmunterndes Schreiben schickt "Ich drück' Euch ganz fest die Daumen", dann war es das und wäre im Übrigen vollkommen konform zum NATO-Vertrag.
Deshalb möchte ich, dass Putin jetzt verliert und endlich gestoppt wird. Der Westen hat dem Treiben Putins viel zu lange zu gesehen. In Russland singt man bei offiziellen Anlässen mit Teilnahme Putins bereits wieder, dass bald die rote Flagge über Berlin wehen wird.
Immer wieder fordert Namibia, dass es vom Westen auf Augenhöhe behandelt wird. Das geht halt nicht, wenn Namibia sich wegduckt. Jeden Cent von meinem Steuergeld sehe ich in der Ukraine derzeit besser angelegt als in Namibia.
Grüße, Thorsten (Hetzer)