Kaum bin ich in den Etosha NP gekommen und habe mich so richtig eingewöhnt, muss ich heute auch schon wieder raus… Vier Tage in diesem Park sind einfach sehr kurz, da hilft mir nur die Aussicht darauf, dass ich in wenigen Wochen nochmals hierher zurückkommen werde. Aber zuvor kann ich mich noch auf einen weiteren Tag im Park freuen. Der Aufenthalt im Camp Halali war diesmal leider nicht so toll, aufgrund einer Mäuseplage wurden die Chalets ständig gesprayt und aufgrund des Geruches bin ich nicht sicher, ob die Dosierung des Mittels gepasst hat… ich rede mir zumindest ein, dass die Kopfschmerzen vom intensiven Blick auf die Tiere kommen!
Unmittelbar nach Gateöffnung fahre ich dann auch schon wieder los, werde aber nochmals kurz hierher zurückkommen, denn vielleicht ist dann auch schon die Diesellieferung, die „stündlich erwartet wird“ eingetroffen. Auch der heutige Tag beginnt mit einer Weißflügeltrappe (Northern Black Korhaan). Doch fasst im gleichen Atemzug fällt meine Aufmerksamkeit auch schon auf eine große Herde Zebras, die vor dem Hintergrund der Etosha Pfanne weidet – auch das ist für mich ein typisches Bild, das ich mit Namibia in Verbindung bringe,… Auch einige Oryx-Antilopen ziehen durch die malerische Landschaft.
Bei Rietfontein, wo es ansonsten sehr ruhig ist, treffe ich wieder auf einige Hyänen. Auch einige Fuchsmangusten huschen herum und zwei Raubadler (Tawny Eagle) kontrollieren die Umgebung.
Einen weiteren Raubadler sehe ich in einem Busch neben einem Weißrückengeier (White-backed Vulture) sitzen.
In einem Baum sitzen ein Steppenfalke (Greater Kestrel) und ein Gleitaar (Black-winged Kite), einige Perlhühner sammeln schon eifrig die Samen auf.
Aus Richtung Pfanne trabt ein Spitzmaulnashorn auf mich zu. Es kommt immer näher und quert direkt vor mir die Pad.
Ein weiterer Artgenosse läuft am Pfannenrand entlang.
Nun fahre ich wieder zurück nach Halali, auch dort möchte ich nochmals zum Wasserloch. Entlang der Piste stoppe ich bei einem Weißscheitelwürger (Southern White-crowned Shrike). Ein weiterer Gleitaar flüstert einer Maus etwas ins Ohr – sie darf mit ihm mitfliegen…
Am Wasserloch von Halali sind einige Impala und ein Marabu anwesend.
Es ist interessant dem großen Vogel zuzusehen, der spielerisch leicht über die Steine tanzt,…
Schließlich kommen auch noch einige Kudus dazu.
Von Halali breche ich ohne neuen Diesel auf – es wird weiter auf die Lieferung gewartet… Am Weg vom Wasserloch zum Auto fotografiere ich noch einen Büffelweber (Red-billed Buffalo Weaver) und einen Kardinalspecht (Cardinal Woodpecker).
Außerdem sitzt ein Grautoko (African Grey Hornbill) malerisch auf einem Ast.
In der Ebene rund um Charitsaub treffe ich wieder auf eine große Zahl an Steppentieren. Zebras und Oryx-Antilopen stehen gut im Licht, Kuhantilopen und Gnus sind in größerer Entfernung auszumachen. Ein Steinböckchen steht im Schatten eines Busches.
Bei Sueda spaziert ein einsamer Flamingo. Zahllose Springböcke, Gnus und Oryx-Antilopen bevölkern das Wasserloch von Salvadora. Auch hier sehe ich Kronenkiebitze und Graurückenlerchen.
Auch hier gibt es schöne Blicke auf die Pfanne… und eine Sabotalerche.
Am Wasserloch von Olifantsbad wachen die Löwen unter dem Solarpanel – ich kann die genaue Zahl der Löwinnen nicht festmachen, es sind aber jedenfalls sechs Raubkatzen vor Ort.
Auch eine größere Gruppe an Kuhantilopen wagt sich nicht ans Wasser.
Das Wasserloch von Gemsbokvlakte ist dafür stark bevölkert, leider sind hier die Lichtverhältnisse sehr mies, sodass ich nur ein Belegfoto einstelle.
Kurz vor Okaukuejo queren einige Weißflügeltrappen die Pad, da muss ich mich jedenfalls einbremsen…
Fortsetzung folgt!
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201917. Mai 2022 · #302
In Okaukuejo geht es für mich nach einem kurzen Servicestopp sofort weiter zum Wasserloch, wo zahlreiche Tiere anzutreffen sind. Zebras, Oryx-Antilopen, Kudus, Springböcke, Gnus und Impala
Immer mehr Tiere strömen zum Wasser und löschen ihren Durst. Auch ein Elefant kommt vorbei. Besonders die Zebras tragen auch den einen oder anderen Kampf aus.
Nun heißt es aber endgültig, den Etosha NP wieder zu verlassen. Ich werde in wenigen Wochen zurück sein und darauf freue ich mich, noch ehe ich jetzt rausfahre… Durch das Andersson’s Gate fahre ich wenige Kilometer Richtung Outjo, wo sich links eine „neue“ Tankstelle befindet – hier halte ich und fülle den Tank auf – endlich… Hier bei dieser Tankstelle zweigt auch der Weg zur Etosha Oberland Lodge ab. Diese Lofdge ist ein wahres Erlebnis. Die relativ neue Lodge liegt großartig am Rand der Etosha-Pfanne und die sehr geräumigen Chalets sind sehr hochwertig ausgeführt, der Gast ist tatsächlich König.
Die Chalets liegen mitunter recht weit vom Haupthaus mit der Rezeption entfernt, entweder man fährt mit dem Auto zu oder borgt sich eines der zur Verfügung stehenden Räder aus. „Mein“ Chalet von der „Gartenseite“ aus betrachtet…
Im Hauptgebäude sind Rezeption und Restaurant sowie Bar und eine kleine Bibliothek untergebracht.
Vor diesem Hauptgebäude befindet sich ein großer Pool mit angeschlossenen Decks, auf denen Sitzgelegenheiten und Liegen stehen. Auf Privatsphäre wird viel Wert gelegt.
Im Lodgeareal laufen zahlreiche Tiere herum, darunter auch sechs Breitmaulnashörner…
Es ist ein besonderes Erlebnis, diese Kolosse hier aus nächster Nähe bei einem kalten Getränk beobachten zu dürfen…
Ich genieße hier den restlichen Nachmittag sehr, vielleicht das ein oder andere Mal zu oft auf den Auslöser gedrückt…
Das Licht wurde natürlich fast minütlich besser und am späteren Nachmittag fällt auch noche eine große Kolonie Blutschnabelweber ein…
Ich kann mich kaum losreißen, auch als die anderen Gäste bereits zum Abendessen gehen, das hervorragend schmeckt, bleibe ich noch kurz bei den Rhinos…
Der wunderbare Tag wird mit einem Trink an der Bar abgerundet. Der Aufenthalt im Etosha NP hat sich wieder einmal mehr als gelohnt, ich bin rundum glücklich!
Gefahrene Tageskilometer: 136
Schneewie725 Beiträge · seit 201717. Mai 2022 · #303
Ups, die Tierchen sind aber wirklich nah an den Sitzgelegenheiten. 🤩
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Mai 2022 · #304
Guten Morgen, Gabriele - die Tiere können tatsächlich alle frei herumlaufen und kommen mitunter sehr nahe... das ist durchaus spannend! Beste Grüße, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Mai 2022 · #305
Reisetage 70 und 71 (10. und 11. Oktober 2021) –Etosha Oberland Lodge – Vingerklippe
Heute kann ich einmal etwas länger ausruhen und das ist gut so, denn in dieser Lodge kann man es richtig gut aushalten. Gestern hatte ich am Rückweg zu meinem Chalet noch einen kurzen Schreckmoment, denn unmittelbar vor meinem Fahrrad hatte eine Kobra den Weg gekreuzt. Dieses besondere „Erlebnis“ führte dann dazu, dass ich auf eine Freiluftdusche verzichtete und mein Badezimmer aufsuchte… Das Frühstück ist wie das Abendessen gestern hervorragend, es fehlt tatsächlich nichts. Nachdem die letzten Tage ohnehin etwas spartanisch waren, was das Essen betrifft, darf ich mich heute wieder verwöhnen lassen! Um kurz vor 10:00 Uhr habe ich mein Chalet geräumt und ich mache mich auf den Weg Richtung Outjo.
Fazit Etosha Oberland Lodge: Es handelt sich hierbei ja um eine Unterkunft der gehobeneren Preiskategorie; die Lodge bietet aber auch alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Vor allem fällt auch auf, dass die Handwerker beim Bau erstklassige Arbeit geleistet haben. Hier ist nichts schief oder klappert, da sitzt einfach alles… Es wurden hochwertige Einrichtungsgegenstände und Armaturen verbaut, der Gästeservice ist unaufdringlich, aber erstklassig. Auf Privatsphäre wird sehr geachtet. Für mich ist das sicher das beste Hotel, das ich auf meiner Rundreise durch das Südlichen Afrika aufgesucht habe – in jeder Hinsicht großartig! In Outjo darf natürlich ein Besuch der Bäckerei nicht fehlen – hier komme ich, obwohl es einen kurzen Umweg bedeutet – nicht vorbei.
Von Outjo geht es dann das kurze Stück zurück zur Abzweigung auf die C39, der ich bis zur Abzweigung auf die D2743 folge, die mich bis zur Vingerklip Lodge führt. Die C39 ist eine gut ausgebaute Teerstraße und die D2743 ist ebenfalls, bis auf ein ganz kurzes Stück, in einem hervorragenden Zustand, sodass ich bereits nach gute einer Stunde ankomme. Ich bin natürlich froh, dass mein Zimmer schon bereit steht, die Lodge ist gut belegt, aber bei weitem nicht ausgebucht. Den Nachmittag verbringe ich am Pool und im Zimmer – jetzt ist hier auch ein wenig Erholung angesagt. Die Lodge liegt in einer wahrlich wunderbaren Umgebung, inmitten der großartigen Formationen der Ugab-Terrassen.
Die Chalets sind wunderbar angelegt, die gesamte Anlage wirkt sehr gepflegt.
Gegen 16:00 Uhr mache ich mich auf den Weg hinauf zum Eagles Nest, einem Restaurant, das auf einer der Ugab-Terrassen liegt. Ich möchte oben vor dem Abendessen ein wenig herumspazieren und fotografieren. Der Aufstieg ist streckenmäßig nicht sonderlich lang, dafür ist es relativ steil und ein Teil des Weges muss über eine interessante Metall-Leitern-Konstruktion zurückgelegt werden.
Von oben ist der Ausblick grandios – es gibt dort neben dem Restaurant auch ein abseits gelegenes „Honeymoon-Chalet“. Vor allem der Blick auf die Vingerklippe und die umliegenden Terrassen ist absolut lohnend. Aber auch das Areal der Lodge kann man von hier oben gut einsehen.
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und die an sich schon fantastische Landschaft wird in ein wahrlich magisches Licht getaucht. Die Schatten werden immer länger und die Gelb- und Rottöne verschmelzen
Auch die Formation der Vingerklippe tritt immer mehr hervor.
Zum Schluss liegt die gesamte Umgebung im Schatten, nur noch der einsame Felsenturm ist angestrahlt.
Hier oben im Restaurant wird dann ein typischer Braai angerichtet – ein Grillabend in atemberaubender Atmosphäre. Nach dem Essen erfolgt der Abstieg – auch das ist eine spannende Angelegenheit…
Am nächsten Morgen bin ich schon früh unterwegs, zu Fuß laufe ich zur Vingerklippe um hier den Sonnenaufgang zu erleben. Mit einer Taschenlampe spaziere ich durch die Savannenlandschaft, bald jedoch kommt die Sonne Richtung Horizont. Die Landschaft wird wieder ein eindrucksvolles Licht gehüllt…
Die Terrasse mit dem Eagles Nest ist zuerst im Licht, das langsam tiefer wandert… um schließlich alle Terrassen anzustrahlen.
Auch die Vingerklippe verändert, abhängig von der Perspektive ständig ihre Farben.
Langsam spaziere ich zurück zur Lodge.
Ich verbringe diesen Tag in der Lodge, lese viel, reinige meine Kamera und liege auch nur faul am Swimmingpool. Ich bin jetzt immerhin schon mehr als zwei Monate unterwegs, ständig neue Eindrücke ermüden. Körper und Kopf benötigen eine Pause. So entstehen im Laufe dieses Tages auch keine weiteren Fotos, die Kamera liegt im Zimmer, ich kann auch den gefiederten Freunden widerstehen, die uns umlagern. Das Abendessen nehme ich diesmal im großen Restaurant der Lodge ein, ich gehe auch kein zweites Mal zum Eagles Nest hoch. Erst am darauffolgenden Morgen, vor meiner Abreise von diesem herrlichen Platz, entstehen wieder einige Bilder. Jetzt wird der Sonnenaufgang von der Lodge aus festgehalten.
Langsam fallen die Sonnenstrahlen über die Terrasse, auf der sich das Eagles Nest befindet.
Nach dem Frühstück packe ich meine Utensilien zusammen, denn jetzt erfolgt dann die Abreise zum Brandberg. Kurz vor der Abfahrt um 10:00 Uhr entsteht noch ein letztes Bild vom Swimmingpool aus, dann geht es auch für mich wieder weiter.
Gefahrene Tageskilometer: 232 / 0
Schneewie725 Beiträge · seit 201718. Mai 2022 · #306
Ich muss den Norden doch mal irgendwann bereisen, Deine gezeigten Bilder machen Lust darauf.
Zum Abendessen erst da hoch laufen/klettern, nicht schlecht.
Dandelion547 Beiträge · seit 201718. Mai 2022 · #307
Guten Morgen lieber Peter,
bei unserer letzten Namibia Reise vergangenen Monat haben wir der Vingerklip Lodge ebenfalls einen Besuch abgestattet, speziell um das Abendessen im Eagles Nest zu erleben. Bei Ankunft wurde uns mitgeteilt, dass für uns keine Reservierung vorliegt und das Abendessen ausgebucht sei. Ich muss anscheinend sehr enttäuscht geguckt haben, denn die überaus nette Dame an der Rezeption griff gleich darauf zum Telefonhörer und teilte uns nach dem Gespräch mit, dass sie mit den Kollegen vereinbart hätte, für uns draußen einen Tisch herzurichten 🤩 Dies war im Endeffekt noch viel schöner und romantischer als ein Tisch im vollbesetzten und dementsprechend lauten Restaurant. Wir wurden 1A betreut und haben jeden Augenblick dieses schönen Abends genossen 🙂
Liebe Grüße Kordula 🙂
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Mai 2022 · #308
Danke, Gabriele! Das solltest du unbedingt tun - hier gibt es unendlich viel zu entdecken. Die Landschaft ist wunderschön... Freut mich, dass dir die Bilder gefallen... glG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Mai 2022 · #309
Schönen Nachmittag. Kordula! Das klingt wunderbar, dass ihr einen Tisch im Freien ergattert habt - im Inneren ist es nämlich doch sehr gedrängt. Ich hatte damals einen Einzeltisch nahe der Theke, da konnte ich mich kaum bewegen... Der Platz ist ja nicht sonderlich groß, außerdem wollen die Gäste, die in die Lodge kommen, natürlich zumindest einmal dort oben essen. Super, dass es euch dort auch so gut gefallen hat! glG Peter
franzicke2'085 Beiträge · seit 201218. Mai 2022 · #310
Hallo Peter, ich war schon sehr gespannt, wie es dir in der Oberland Lodge gefallen hat - wir haben letztes Jahr erstmals Okaukuejo gestrichen und dafür ebenfalls 2 Nächte dort verbracht. Als ich von deiner Cobra-Begegnung gelesen habe, musste ich jetzt doch mal die Daten vergleichen, tatsächlich haben wir uns um einen Tag verpasst, am 08.10. ist ein junges Paar auf dem nächtlichen Heimweg aber auch quasi über die Cobra gestolpert ... Wir waren von Oberland echt begeistert! Aber man sollte vielleicht doch erwähnen, dass die Tiere mit den langen Hörnern dort doch völlig ungeniert gefüttert werden und so quasi als fester Bestandteil zum Sundowner-Ritual gehören. Das fand ich jetzt nicht sooo ... Deine Fotos aber durchaus! Viele Grüße Ingrid
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201919. Mai 2022 · #311
Guten Morgen, Ingrid! Das ist ja spannend, dass ihr fast zur gleichen Zeit in Oberland ward... Ich habe jetzt schon mehrfach beobachtet, dass Nashörner in Lodges mit Luzerne gefüttert werden. Ich weiß natürlich nicht, ob das zwingend nötig ist, weil auf den Farmflächen die Tiere sonst zu wenig Nahrung erhalten würden oder um sie an bestimmte Punkte zu bestimmten Zeiten zu locken... Was mich mehr verwundert / gestört hat war, dass die Weißschwanzgnus große Hauptprobleme hatten - ich habe das auch angesprochen, aber nicht wirklich Antwort darauf bekommen. Aber generell muss man ehrlich sagen, ist das eine wirklich ganz tolle Unterkunft! Beste Grüße, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201919. Mai 2022 · #312
Reisetag 72 (12. Oktober 2021) – Vingerklippe – Brandberg
Heute geht es weiter zu meiner letzten Destination auf diesem Solo-Kurztrip. Der Brandberg ruft. Auch am Brandberg war ich ewig nicht mehr… Es ist irgendwie schade, einmal fahre ich am Brandberg südlich vorbei, dann geht’s wieder der Küste entlang vorbei am Brandberg, ein andermal war ich am Messum-Krater, so blieb dieses mächtige Massiv in den letzten Jahren immer irgendwie „daneben liegen“. Nach dem Frühstück geht es zunächst wieder retour auf der C39, der ich schließlich in westlicher Richtung bis kurz vor Khorixas folge, denn dort ist die Abzweigung auf die C35 in südwestliche Richtung. Ich komme gut voran, die Straßen sind ja toll ausgebaut. Über den kleinen Bergbauort Uis geht es schließlich auf die D2359, die etwas holprig ist, aber natürlich immer noch kein Problem darstellt. Den Brandberg als Gebirgsmassiv sieht man schon vom weitem, aber erst auf den letzten Kilometern hebt sich das Gebirge wunderbar aus der Landschaft ab.
Fazit Vingerklipp Lodge: Auch bei dieser Lodge handelt es sich um eine sehr schöne Anlage, die vor allem mit der herrlichen Umgebung punktet. Auch die Zimmer und die Lodge selbst sind sehr schön, hier fehlt es an nichts. Der Aufstieg zum Eagles Nest und der Rundumblick sind grandios, kulinarisch ist der Braai am Berg in Ordnung, mehr aber auch nicht. Die gesamte Anlage ist sehr gepflegt, man kann sich wohlfühlen. Vor dem Chalet im Schatten zu sitzen und die Giraffen, Kudus und Springböcke am Wasserloch zu beobachten entschleunigt definitiv…
Zwischen Vingerklippe und Brandberg sind rund 200 km zurückzulegen, die Strecke ist in 2,5 Stunden definitiv gut machbar. Ich fahre zunächst direkt zur Lodge, um dort einzuchecken und komme dann zurück, um zu den Felszeichnungen zu wandern. Die Fahrt zur Lodge ist landschaftlich durchaus interessant, man passiert einige interessante Felsformationen. Vor allem die verwitterten Granitkugeln sind sehr interessant – ich weiß, dass ich hierher am nächsten Morgen etwas früher kommen muss, denn dann sollte das Fotolicht perfekt sein… Aber natürlich kann ich es mir auch heute nicht verkneifen das ein- oder andere Mal anzuhalten.
Das 30 km lange Gebirgsmassiv umgibt den mit etwas mehr als 2500 m aufragenden Königsstein höchsten Gipfel des Landes. Für die rundum ansässigen Herero stellt der Berg eine wichtige Stätte dar, das belegen auch die unzähligen Felszeichnungen, die hier zu finden sind. Ich checke in der sehr schöne Lodge ein und bringe meine Utensilien zum Chalet, das etwas entfernt vom Hauptgebäude liegt. Dann komme ich zurück zum Restaurant und genieße einen Cafe mit herrlichem Ausblick, ehe es zurück zum Brandberg geht.
Um zu den Felszeichnungen, etwa zur berühmten „White Lady“, zu gelangen, muss man zunächst den Eintritt bezahlen und einen Guide abholen. Erst mit Guide ist es gestattet, sich zum Berg aufzumachen. Gemeinsam mit dem Guide spaziere ich durch die schöne Landschaft, es ist natürlich relativ heiß jetzt am frühen Nachmittag, aber es weht ständig eine Brise und wir kommen gut voran. Etwa 40 Minuten sollte man veranschlagen, um vom Besucherzentrum vor White Lady zu gelangen. Etwas mühsam ist es nur dann, wenn man durch den stellenweise recht tiefen Sand und Schotter ausgetrockneter Flussbette stapft. Während ich die Felsbilder fotografiere, sitzt der Guide im Schatten.
Die Bilder sind leider bereits sehr blass, das hängt vermutlich auch damit zusammen (so wird es jedenfalls kolportiert), dass früher von Fotografen Flüssigkeiten aufgebracht wurden, um einen besseren Kontrast zu erzielen…
Bei genauerem Hinsehen erkennt man unglaublich detailgetreu gemalte Tiere und Personen, an denen sogar Körperschmuck zu erkennen ist… eine unglaubliche künstlerische Leistung der San. Ich verbringe hier rund eine halbe Stunde und dann spazieren wir langsam wieder zurück zum Parkplatz. Von hier aus gibt es auch für einen kurzen Moment die Möglichkeit den Königsstein, Namibias höchsten Gipfel, zu sehen.
Zurück in der Lodge verbringe ich den restlichen Nachmittag am Pool, gegen Abend, mit den angenehmeren Temperaturen, spaziere ich auch ein wenig herum. Dabei beobachte ich einen Damara Rotschnabeltoko und einige Erdmännchen.
Gegen Abend verfärbt sich die Landschaft, als die Sonne hinter dem Brandberg verschwindet – die Konturen treten besonders schön hervor. Die Felsen rund um die Lodge beginnen richtiggehend zu glühen…
Das Abendessen nehme ich im Restaurant an, das Oryx-Steak ist in Ordnung, ich habe aber schon wesentlich besser gegessen. Aber man kommt vermutlich nicht wegen des Restaurants hierher. Die Nacht ist sehr angenehm, ich genieße die kühlen Temperaturen in meinem Chalet.
Gefahrene Kilometer: 282
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201920. Mai 2022 · #313
Reisetage 73 und 74 (13. und 14. Oktober 2021) – Brandberg – Windhoek
Dieser Morgen beginnt mit einem kurzen Schockmoment – ich stehe unter der Dusche und bleibe staubtrocken. Elefanten haben während der Nacht die Leitungen zu meinem Chalet gekappt, die Spuren der Verwüstung sind deutlich auszunehmen. Ich muss wirklich gut geschlafen haben, aber davon habe ich nichts mitbekommen.
Ich trete also ohne mich zu waschen die Fahrt nach Windhoek an, denn ich muss mich heute etwas beeilen, schließlich muss ich einen PCR-Test ablegen, um am kommenden Tag nach Südafrika zurückfliegen zu dürfen… Zum Frühstück habe ich Cafe und ein Käsebrot geordert, das wurde mir auch so vorbereitet. Ich will nämlich nicht warten, dass die eigentliche Frühstückszeit beginnt, da würde ich zu viel Zeit verschwenden. Da mein Flug am kommenden Tag Windhoek kurz nach Mittag verlassen wird, benötige ich den Test spätestens am Vormittag des nächsten Tages. Ich habe mir im Vorfeld echt Gedanken darüber gemacht, Claudia von der Casa Piccola hatte mir aber bestätigt, dass der Rücklauf der Tests in dieser Zeit gut möglich sei…
Fazit White Lady Lodge Brandberg: Sehr schön gelegene und gepflegte Lodge in unmittelbarer Nähe zum Brandberg. Die Chalets sind klein und schon etwas in die Jahre gekommen, funktionell eingerichtet. Es gibt hier keinen Luxus, aber es fehlt eigentlich auch nichts. Das Preis-/Leistungsverhältnis finde ich gut, der Pool an heißen Tagen in dieser staubigen Gegend ein absoluter Genuss… Die „Übeltäter“ dieser Nacht, die Wüstenelefanten, sind inzwischen weitergezogen, langsam kommt die Sonne Richtung Horizont und ich genieße nochmals dieses Schauspiel, dass sich die Felsen langsam verfärben.
Ich verlasse also kurz nach Sonnenaufgang die White Lady Lodge am Brandberg und trete meine Fahrt nach Windhoek an. Einige Male muss ich einfach anhalten, das Farbenspiel in der Landschaft ist zu schön, um es einfach links liegen zu lassen.
Um diese Zeit ist der Brandberg tatsächlich ein wunderschönes Gebirge und man versteht die Bedeutung für die Bewohner, die hier einen magischen Ort sehen.
Ein letzter Blick zurück und schon geht es wieder zurück über Uis nach Windhoek.
Von Uis fahre ich entlang der C36 und Omaruru bis nach Wilhelmstal, wo ich auf die B2 aus Swakopmund treffe. Dieser folge ich nun für wenige Kilometer bis nach Okahandja. Obwohl ich einigermaßen auf die Zeit achten muss, kann ich es mir nicht verkneifen, im kleinen Cafe gegenüber dem Holzschnitzermarkt zu halten – das muss sein, wenn ich da vorbeikomme. In Windhoek fahre ich direkt zur Casa Piccola, wo Claudia bereits als Unterlagen zum PCR-Test vorbereitet hat. Ich habe ihr im Vorfeld eine Passkopie gemailt und sie hat alle Formulare ausgefüllt – welch ein toller Service! Auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön dafür! Von der Casa Piccola geht es dann wieder in die Innenstadt, wo sich das Testcenter unmittelbar neben einer Tankstelle befindet – zuerst muss ich das unscheinbare weiße Zelt sogar suchen. Dort lege ich meinen Test ab und hoffe, das Ergebnis möglichst bald in Händen zu haben. Die durchschnittliche Rücklaufzeit wird mit 7 bis 8 Stunden angegeben, wobei es (so die Auskunft im Testcenter) wenig Sinn macht, mehr für den Test zu zahlen, um ein rascheres Ergebnis zu bekommen, denn es würde „ohnehin möglichst rasch ausgewertet“… mal sehen! Ich habe nun den kompletten Nachmittag über Zeit, mich in Windhoek rumzutreiben. Das ist natürlich relativ viel Zeit, denn ich habe kein so wirkliches Ziel. Ich streife also einfach durch das historische Zentrum und fotografiere die touristischen Highlights.
Ich beginne beim Garten des „Tintenpalastes“, wo die Jacaranda-Bäume in Vollblüte stehen. Ein wirklich hübscher Anblick. Vorbei an der Christuskirche spaziere ich weiter zur Alten Feste, die einen sehr trostlosen Eindruck hinterlässt.
An die „neuen“ Monumente muss ich mich erst gewöhnen… Anschließend spaziere ich noch weiter in die Independence Avenue und zum „Metoritenbrunnen“.
Ich spaziere auch noch entlang anderer Straßen im Zentrum, aber da ich kein Souvenirjäger bin, wird mir da relativ rasch langweilig. Schließlich fahre ich wieder zurück zur Casa Piccola und genieße den Rest des Nachmittags in der beschaulichen Atmosphäre des schönen Gartens dort. Zum Abendessen fahre ich in Joe’s Beerhouse, auch dort war ich jetzt schon Jahre nicht mehr. Ich bin etwas schockiert vom Massenauflauf dort, alle Tische sind gut gefüllt. Mir ist das – schließlich möchte ich noch weiterreisen – in Zeiten wie diesen etwas unangenehm, denn als Einzelreisender muss ich meinen Tisch mit anderen teilen. Also wirklich wohl fühle ich mich nicht… Ich bleibe so kurz wie möglich, trinke mein Bier und esse eine Kleinigkeit. Bereits um kurz nach 22:00 Uhr erhalte ich ein SMS mit dem negativen PCR-Testergebnis, jetzt kann ich gut schlafen – jetzt steht einem Rückflug nach Johannesburg nichts im Weg! Am Morgen kann ich etwas länger schlafen, dann gehe ich in das Büro, wo das PCR-Testergebnis bereits ausgedruckt vorbereitet ist. Nach einem guten Frühstück packe ich meine Sachen zusammen und fahre langsam Richtung Flughafen – hier komme ich natürlich viel zu früh an, denn mein Rückflug hebt erst kurz nach 13:00 Uhr ab. Was solls, ich sitze also, nachdem ich das Auto zurückgegeben habe, ein wenig herum und beobachte die Leute und lasse mir die schöne namibische Sonne auf den Bauch scheinen… Der Flug mit Airlink zurück nach Johannesburg ist sehr pünktlich. Die Einreise ist sehr unspektakulär. Mit dem Hotelshuttle fahre ich zum Garden Court Hotel, wo ich ein letztes Mal einchecke… Am kommenden Morgen werde ich meine beiden Freunde abholen und dann brechen wir auf zu Teil D meiner „außergewöhnlichen“ Reise…
Gefahrene Kilometer: 414
Schneewie725 Beiträge · seit 201720. Mai 2022 · #314
In Joes Beerhouse werden wir unsere Urlaubsreise in Namibia beginnen. Wir treffen uns dort mit dem Reiseveranstalter, der uns alle Infos gibt und am nächsten Tag dürfen wir dann los.
Vor dem Abendessen haben wir noch eine Stadtrundfahrt durch Windhuk, daher danke für die Bilder, dann kann ich mir das schon ein wenig vorstellen.
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201920. Mai 2022 · #315
Guten Morgen, Gabriele! Viele Gruppen beginnen und beenden in Joes Beerhouse ihre Reise, das ist ein ganz gängiger, uriger Treffpunkt! Das passt schon, es gibt gutes Bier und die Speisen sind gewöhnlich auch in Ordnung. Windhoek ist ein netter Flecken Erde, stark gewachsen in den letzten Jahren und leider nicht mehr sooo beschaulich wie früher. Einige moderne Bauten mit dem Charme der Nordkorea-Architektur stehen nun im historischen Zentrum... Ich wünsche euch jedenfalls eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse! glG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201920. Mai 2022 · #316
Guten Morgen, Gabriele! Viele Gruppen beginnen und/oder beenden in Joes Beerhouse ihre Reise, das ist ein ganz gängiger, uriger Treffpunkt! Das passt schon, es gibt gutes Bier und die Speisen sind gewöhnlich auch in Ordnung. Windhoek ist ein netter Flecken Erde, stark gewachsen in den letzten Jahren und leider nicht mehr sooo beschaulich wie früher. Einige moderne Bauten mit dem Charme der Nordkorea-Architektur stehen nun im historischen Zentrum... Ich wünsche euch jedenfalls eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse! glG Peter
Schneewie725 Beiträge · seit 201720. Mai 2022 · #317
Peter, wir sind auch schon sehr gespannt. Nach 3 Reisen in SA nun Namibia kennenzulernen. Aber bis Ende September dauert noch so lange. ..... 😉
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201923. Mai 2022 · #318
Teil D
Reisetag 75 und 76 (15. und 16. Oktober 2021) – Johannesburg OR Tambo – Pretoria – Sun City (incl. Pilanesberg NP)
Diese Nacht ist nicht wirklich gut, immer wieder wache ich auf und wälze mich im Bett. Ich sehne den Morgen herbei, dann kann ich endlich aufstehen. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, hoffentlich passen alle Planungen zu dieser Reise, die über drei Länder führen wird und wo ich aufgrund der Pandemie-Regelungen natürlich nie sicher sein kann, dass auch alle klappt. Die Einreise von Südafrika nach Namibia sollte klappen, denn die PCR-Tests gelten in Namibia für eine Woche. So können auch meine Freunde ihre aus Österreich mitgeführten Resultate verwenden… Hoffentlich holt mich der Fahrer von Bushlore zeitgerecht ab, damit ich pünktlich am Flughafen bin… und viele andere Dinge schwirren in meinem Kopf rum!
Bereits um 8:00 Uhr sitze ich beim Frühstück, meine Reisetasche ist längst gepackt – um 8:40 Uhr soll der Fahrer von Bushlore da sein, dann geht es gemeinsam zum Flughafen. Wir treffen dort kurz vor 09:00 Uhr ein und ich sitze zum dritten Mal unter der Statue von OR Tambo und warte – fast schon eine liebgewonnene Zeremonie, ich freue mich auf die Ankunft meiner beiden Freunde. Die kommenden Tage werde ich mit zwei wirklich tollen Menschen unterwegs sein, die mich beruflich schon seit vielen Jahren begleiten. Beide in der Zwischenzeit im wohlverdienten Ruhestand, haben sie meinen Lebensweg ganz entscheidend mitgestaltet und es ist großartig, hier ein wenig zurückgeben zu können. Sie kommen mit Swiss über Zürich und die Maschine ist pünktlich gelandet, wie ich später erfahren sollte, gestaltet sich aber die Einreise etwas zäh.
Nach vielen Umarmungen und einem ersten Smalltalk geht es hinauf in den ersten Stockwerk der Ankunftshalle, wo es einige ATM’s gibt, um die herum es gewöhnlich wesentlich ruhiger ist als im Erdgeschoss. Ich schätze es nicht sonderlich, wenn ich so extrem aufpassen muss beim Geld Ziehen. Anschließend marschieren wir mit Sack und Pack zum Bushlore-Auto, das uns nun zum Depot bringen wird, wo wir unseren fahrbaren Untersatz für die kommenden Wochen abholen. Das Depot liegt bereits etwas nördlich des Zentrums und so müssen wir keinen Weg umsonst zurücklegen…
Nach einer knappen halben Stunde stehen wir vor unserem Landcruiser, einem „alten Herren“ mit etwas mehr als 115.000 km am Tacho. Das Auto ist also bereits gut eingefahren und man sieht, dass es auch schon mehrfach im Busch unterwegs war – auf Kratzer müssen wir nicht mehr achten…. Wir checken routinemäßig alle Tools, vor allem die Ersatzreifen und lassen zwei zusätzliche Benzinkanister auf das Dach schnallen. Alles scheint in wunderbarer Ordnung und so können wir auch bald loslegen – jetzt beginnt Teil D meiner Reise so richtig. Die beiden Begleiter kennen Namibia, einer von ihnen war auch mit mir schon in Botswana unterwegs, sie sind also durchaus mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Südafrika kennen sie jedoch nicht, sodass wir beschließen, eine kurze Rundfahrt durch Pretoria zu unternehmen, auf dem Weg vom Flughafen nach Sun City kein besonders großer Umweg. Wir fahren zunächst zum Church Square und spazieren dort ein klein wenig herum, das heißt, die beiden Freunde spazieren herum, ich bleibe mehr beim Auto, denn wir haben all unser Gepäck recht offensichtlich im Wagen liegen… Dennoch entstehen hier die ersten Bilder.
Anschließend geht es von diesem zentralen Platz mit der Paul Kruger Statue, dem Parlamentsgebäude der Südafrikanischen Republik, dem Justizplast und dem Hauptpostamt zum Melrose Haus, wo der Friedensvertrag zwischen Briten und Buren unterzeichnet wurde und das heute ein schönes Beispiel für die viktorianische Architektur in der Stadt darstellt.
Von hier fahren wir weiter zu den Union Buildings, die, von Sir Herbert Baker errichtet, die Amtsräume des Präsidenten der Republik und den Sitz der Südafrikanischen Regierung beherbergen. Von hier oben genießt man einen wunderbaren Blick über die Stadt, auch die Parkanlage mit der riesigen Statue von Nelson Mandela lädt zu einem Besuch ein.
Im Oktober findet man in Pretoria ein Meer von blühenden Jacaranda-Bäumen, die Stadt ist in violett gehüllt.
Von hier geht es schließlich noch hoch zum Voortrekker-Monument, von dem aus man ebenfalls einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen kann. Der Granitbau erinnert an die „Voortrekker“, Buren die die Kapkolonie ab 1835 verließen, um das Binnenland zu erobern. Ich möchte hier bitte keine politische Diskussion lostreten…
Von hier fahren wir auf direktem Weg nach Sun City, wo wir die ersten beiden Nächte im „Cabanas Hotel“ verbringen werden. Der Grund, weshalb wir hier und nicht im Pilanesberg NP nächtigen liegt schlicht darin, dass einer meiner beiden Freude ein leidenschaftlicher Golfer ist, der hier gerne eine Runde auf südafrikanischem Grün absolvieren würde… Zum Nachdem wir eingecheckt haben, gehen wir zum Einstand am Abend in das Steakhouse im Soho Hotel. Das Essen schmeckt vorzüglich und auch der Rotwein ist ein Gedicht. Da die beiden sehr müde sind, wird das heute ein kurzer Abend…
Wir entschließen uns dazu, zu dritt nach dem Frühstück in den Pilanesberg NP zu fahren. Nach dem Vormittagsgamedrive werden wir nach Sun City zurückkehren, wo eben einer der beiden Freunde den Nachmittag für Golf nutzen wird. Mit meinem anderen Freund ist eine nachmittägliche Pirschfahrt eingeplant. Der Pilanesberg NP befindet sich praktisch Tür an Tür mit Sun City und deshalb ist es leicht, hin und her zu fahren.
Ich werde die Beschreibung des Besuches in diesem Park kurz halten, da ein detailreicher Bericht ohnehin in Teil A meiner Reise zu finden ist. Dennoch möchte ich zwei wesentliche Sichtungen erwähnen, die erneut verdeutlichen, weshalb ein Besuch dieses Parks so viel Spaß macht… Wir zahlen den Eintritt und schon startet die erste Safari. Auch heute sind wenige Autos unterwegs, an der Kassa ist nur eine Person vor uns. Vielleicht sind einige schon früher gekommen, aber auch im Park hält sich der Auflauf in Grenzen. Das Wetter ist wieder grandios, ein richtig schöner Tag. Die ersten Tiere, die wir im Pilanesberg NP antreffen sind Löwen – ich betone dies deshalb, weil wir während dieser Rundreise das Sichtungsglück hinsichtlich dieser Großkatzen tatsächlich gepachtet zu haben scheinen. Überall treffen wir auf Löwen – so eben auch hier: Ein Löwenkater ist mit einer Katze im Paarungsmodus. Das einzige Problem dabei, wir sind relativ spät unterwegs und die Sonne steht inzwischen einigermaßen hoch. Die Straße, von der aus wir die Szene beobachten, lässt leider keinen idealeren Standort zu. Wir fahren zwar hin und her, aber wir haben immer ein wenig Gegenlicht…
Der zweite „Schönheitsfehler“ ist, dass die Löwin einen Sender trägt. Nicht auf allen Bildern ist das Ding um den Hals zu erkennen, aber es stört mich einfach, ich habe das ohnehin auch schon festgehalten. Aber das ist natürlich jammern auf hohem Niveau, denn es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, diese wunderschönen Geschöpfe in der Natur zu erleben und sie bei der Fortpflanzung zu sehen, ist natürlich nicht alltäglich. Wir sind begeistert und halten uns hier einige Zeit auf. Weitere Löwinnen sind in einiger Entfernung unter einem Baum auszumachen, aber für ein Foto doch zu weit entfernt.
In der Sonne wird es den beiden dann offenbar zu heiß und sie trotten ein Stück weiter – nicht ohne dazwischen wieder innezuhalten und zu kopulieren – bis sie schließlich hinter einem Busch fast gänzlich verschwunden sind.
Wir fahren nun weiter durch den wunderschönen Nationalpark und genießen die Tierwelt. Meine beiden Freunde sind fest am Fotografieren, ich lehne mich an diesem Vormittag eher zurück. Gegen Mittag fahren wir retour nach Sun City. Ich spaziere im Resort ein wenig herum und bewundere die wunderschöne Anlage. Es sind einigermaßen viele Leute unterwegs, wir sehen einige Damen-Mannschaften, die hier ein Turnier (Volleyball?) austragen, zudem läuft auch ein großes Golfevent. Dennoch kann ich einen recht guten Eindruck von Sun City, dem Casino-Eldorado gewinnen…
Hier gibt es sogar eine große Vogelvoliere, durch die man spazieren kann und sogar am Golfplatz sind Wildtiere unterwegs…
Ich bleibe durchaus einige Zeit in der Voliere, denn hier gibt es auch Vögel, die man gewöhnlich in Südafrika nicht antreffen wird… Konzipiert ist die Anlage nach einer „Lost City“, einem Palast im Dschungel… Dazu wurde sogar ein riesiges Wellenbad angelegt…
Einer der beiden Freunde bleibt zum Golfspiel am Nachmittag in der Anlage zurück, ich fahre mit dem anderen wieder in den Pilanesberg Nationalpark zurück. Auch am Nachmittag haben wir ein sehr eindrückliches Erlebnis, als wir am Mankwe Damm stehen, um die Flusspferde zu beobachten, nähert sich uns eine Herde Elefanten. Die Dickhäuter stehen plötzlich rund um das Auto und beginnen zu trinken
Wir beobachten die Tiere über eine relativ lange Zeit, können eigentlich gar nicht anders, den der Rückweg ist blockiert. Als die Herde abzieht, fahren wir wieder retour zum Gate, wo wir auf die obligaten Nashörner treffen…
Im Resort essen wir heute direkt am Swimmingpool des Cabanas Hotels eine Pizza, dazu gibt es ein, zwei Bier. Der Anfang zu diesem letzten Teil meiner Reise ist also durchaus gelungen. Morgen steht ein langer Fahrtag nach Upington an und dann geht es bereits weiter nach Namibia!
Gefahrene Tageskilometer: 176
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201924. Mai 2022 · #319
Reisetage 77 und 78 (17. und 18. Oktober 2021) – Sun City – Upington – Fishriver Canyon
Auch heute sitzen sehr viele Personen beim Frühstück, das Damen-Turnier, zu dem Mannschaften aus ganz Südafrika angereist sind, dürfte immer noch stattfinden – jedenfalls sind viele sehr große Mädels am Buffet, gekleidet in einheitlichen Trainingsanzügen, die sie eindeutig Sportsteams zuordnen lassen. Wir nehmen eine Kleinigkeit zu uns und sind vor allem entsetzt darüber, dass alles fein säuberlich in Plastik verpackt ist – jeder Apfel, jede Scheibe Käse, sogar die Weintrauben sind in kleinen Mengen abgepackt – auf Nachfrage erklärt man uns, dass das eine COVID-Vorschrift sei. Wir können uns nur annähernd ausmalen, was hier allein beim Frühstück an Müll anfällt – auch die Cafe- und Saftbecher sind Einwegprodukte…
Wir nehmen lieber weniger und verlassen verwundert das Hotel. Zunächst fahren wir zurück auf die R556, der wir nach Ledig folgen. Dort zweigen wir in südliche Richtung auf die R565 ab, die ebenso gut ausgebaut ist. Vorbei an Phokeng geht es schließlich auf die R52 Richtung Koster. Immer wieder fahren wir an Gold- und vor allem Platinminen vorbei und große Lastkraftwägen sind auf der Straße unterwegs. Die Gegend ist Reich an wertvollen Mineralien, der Bergbau dominiert das Landschaftsbild.
Wir haben uns ausgemacht, dass wir uns beim Fahren abwechseln, spätestens nach 2 Stunden gibt es jeweils einen Fahrerwechsel. So kommen wir zügig voran. Wir haben im Vorfeld viele Überlegungen angestellt, uns dann aber führ die Fahrt auf dieser Route entschieden, wohlwissend, dass wir zwei oder drei relativ lange Fahretappen haben werden – aber ein sicher geöffneter Grenzübergang ist uns einfach wichtiger… Über Koster geht es weiter nach Lichtenburg, die Landschaft ändert sich dabei kaum, außer dass die Abraumhalden langsam verschwinden und die Savannenlandschaft dominiert. Über Lichtenburg und Biesiesvlei erreichen wir schließlich die N14, die uns direkt bis an unser Tagesziel bringen wird.
Die weiteren größeren Orte entlang der Strecke sind Delareyville, Vryburg und schließlich Kuruman, wo wir nicht nur das Auto wieder auftanken, sondern auch einen Cafe-Stopp einlegen. Natürlich gibt es auch hier wieder Bilder vom Kuruman-Eye, der gewaltigen Süßwasserquelle, aber die Bilder dazu habe ich auch bereits in Teil A der Reise gezeigt. Um es kurz zu machen, um 17:00 Uhr erreichen wir nach einer rund 9stündigen Fahrt die Stadt Upington, wo wir direkt am Oranje Fluss im Waterfront Guesthouse einchecken. Wir fahren danach noch einmal kurz in die Kalahari-Mall, um einige Erfrischungen für die nächsten Tage zu besorgen, auch das Auto wird natürlich wieder aufgefüllt.
Hier am Oranje fühle ich mich jedes Mal sehr wohl, ich komme gerne hierher in diese Oase am Fluss, die von der trockenen Landschaft der Kalahari eingeschlossen wird. Vorallem westlich von Kuruman wird die Landschaft mit jedem Kilometer trockner, größere Bäume verschwinden allmählich und werden durch Büsche abgelöst, deren Bestand auch immer lichter wird. Langsam aber sicher gewinnt die Wüste Oberhand und dann ist es einfach schön, die Weinreben und die anderen Bewässerungskulturen zu sehen, die genau anzeigen, dass der Oranje und damit das Wasser nicht mehr weit sind. Der größte Fluss Südafrikas führt nicht sehr viel Wasser, dennoch sieht man Boote fahren, Kinder schwimmen.
Langsam legt geht die Sonne dem Horizont entgegen und wir sitzen bei einem kühlen Bier auf der Terrasse und genießen.
Nur hin und wieder wird die Stille durch ein Boot oder kreischende Kinder durchbrochen. Das Abendessen nehmen wir im Guesthouse ein, wir haben das im Vorfeld so vereinbart, der Besitzer grillt für uns und wir genießen den famosen Braai, zu dem auch viele gute Salate gereicht werden. Einige Bergbauarbeiter, die in den Salzfeldern Richtung Kgalagadi NP arbeiten, gesellen sich zu uns und erzählen vom harten Leben fern der Familien.
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns vom Waterfront Guesthouse, wir werden am Ende der Reise nochmals hierher zurückkehren – noch gestern Abend haben wir wieder einen Braai vorbestellt… Ich freue mich schon sehr, heute wieder nach Namibia zurückkehren zu können, die letzten Tage in diesem Land haben mir extrem gut gefallen.
Fazit Waterfront Guesthouse: Dieses familiär geführte Guesthouse steht neben weiteren Gästehäusern am Ufer des Oranje, unmittelbar am Stadtrand von Upington. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet, das Haus ist nicht luxuriös, aber sehr sauber und ich fühle mich hier immer sehr wohl. Die Betreiberfamilie und ihre „Helferlein“ sind sehr um den Gast bemüht, das Essen – sowohl Abendessen wie auch Frühstück – sind ausgezeichnet.
Über die N10 geht es bei uns auf direktem Weg zur Grenze in Nakop / Ariamsvlei. Die Grenze ist rasch erreicht, liegt nur rund eine Stunde von Upington entfernt. Die Abfertigung auf südafrikanischer Seite geht zügig vor sich, innerhalb weniger Minuten können wir passieren. An der Grenze halten sich absolut keine Menschen auf, lediglich ein LKW muss abgefertigt werden. Die Strecke zwischen den Grenzposten ist hier relativ lang, wir denken uns schon, ob wir vielleicht irgendwo vergessen haben zu stoppen… Doch dann taucht Ariamsvlei und damit der namibische Teil der Grenze, vor uns auf. Wir gehen hinein und landen vor zwei sehr jungen Damen, die unsere Pässe nehmen. Meine beiden Freunde erhalten den Stempel und sind praktisch fertig – bei mir heißt es jedoch „one moment“… eine der beiden nimmt den Pass und bringt ihn aus dem Raum. Ich frage „problem?“ – die Antwort, „wenn es ein Problem gibt, dann werden wir es ihnen sagen…“ OK! Jetzt weiß ich, großes Problem… Was ist passiert?!
Das erfahre ich nach einer längeren Wartezeit, denn ich muss zum „Head-Officer“ in einen Nebenraum. Dieser schaut mich von oben bis unten an und erklärt mir, dass er mir die Einreise verweigert… Auf die Frage nach dem warum, sagt er, dass ich das Einreiseformular falsch ausgefüllt hätte und dass ein Visa-Vergehen vorliegen würde, ich mir die Einreise also unrechtmäßig erschleichen wolle… Zunächst denke ich daran, ob er vielleicht einfach nur Geld will – doch das kommt mir dann auch etwas eigenartig vor, denn so dreist würde das wohl kaum sein können… Das Problem: Ich arbeite zwischenzeitlich immer wieder mal als Reiseleiter in Namibia und erhalte dann ein reguläres Arbeitsvisum – so sind auch mehrere dieser Visa im Pass eingestempelt. Da ich nun mit zwei Personen unterwegs bin, aber über kein Visum verfüge – der Officer aber der festen Annahme ist, dass ich als Guide arbeiten würde, wird es kompliziert… Ich beteuere, dass wir Freunde sind und nur „Urlaub“ machen wollen, also keine Arbeit vorliegen würde. Dieser Aussage wird aber kein Glauben geschenkt… Ich diskutiere wild, aber es nützt nichts. Dann muss ich den Raum verlassen und er bespricht sich mit meinen beiden Freunden, zunächst gemeinsam, dann werden sie einzeln vernommen. Da beide sehr gut Englisch sprechen, ist zumindest die Kommunikation kein Problem! Kurzum, wir werden immer wieder einzeln in sein Zimmer gerufen, dazwischen wird auch schon mal telefoniert – mit wem entzieht sich meiner Kenntnis. Wir vergeuden hier mehr als zwei Stunden mit Wartezeit und Diskussion. Zum Schluss muss ich noch mal in den Raum und er fordert mich auf, die linke Hand auszustrecken. Auf meinem Handrücken platziert er einen Kugelschreiber – wohl eine Art namibischer Lügendetektor?! Meine Hand bleibt jedenfalls gänzlich ruhig, mit Zittern läuft bei mir nichts. Die Posse endet damit, dass er sagt, er dürfe mir die Einreise nicht verweigern, er glaube mir jedoch kein Wort, ich würde lügen – wir drei sollen hier rasch verschwinden. Er stempelt persönlich den Pass und das wars dann. Diese Einlage werde ich nie vergessen, die Nerven waren doch recht ordentlich angespannt. Auch meine beiden Freunde waren immer blasser geworden, unsere Reise, die gerade erst begonnen hatte, hätte hier jäh enden können…
Wir fahren nun zügig weiter nach Karasburg, denn in der Zwischenzeit ist es bereits Mittag. In Karasburg tanken wir das Auto wieder voll und trinken an der Tankstelle Cafe und Wasser. Dieses der Tankstelle angeschlossene „Restaurant“ ist ganz speziell, denn mitten im Raum steht eine alte Singer-Nähmaschine, auf der fleißig gearbeitet wird. Im Nachhinein ärgere ich mich, davon kein Foto geschossen zu haben. Anschließend geht es weiter über Grünau Richtung Fischfluss-Canyon. Nach diesem Erlebnis am Vormittag haben wir wenig Lust zu fotografieren, wir wollen vielmehr bald unser Tagesziel, die Gondwana Canyon Lodge, erreichen.
Ein- oder zweimal halten wir kurz an, dann fahren wir jedoch zügig weiter. Vorbei an der Einfahrt zum Fischfluss-Canyon erreichen wir schließlich die Canyon Lodge, die wunderbar eingebettet in dieser grandiosen Umgebung liegt.
Die einzelnen Chalets stehen großartig eingebettet in der bizarren Landschaft aus Granitkugeln, sogar ein Swimmingpool ist hier angelegt. In einem parkähnlichen Garten stehen viele Sukkulenten.
Wir machen uns in unseren beiden Häuschen breit und spazieren durch die Anlage, jeder muss für sich die Erlebnisse des Vormittags verdauen.
Ich setze mich auf einen Stein und beobachte die Klippschliefer, die in großer Zahl zwischen den Granitblöcken herumhuschen. Sie klettern aber auch flink in den Bäumer herum.
Eine Felsagame ist so gut getarnt, dass sie sich kaum vom Untergrund abhebt.
In den Akazienbäumen tummeln sich auch einige Vögel, darunter einige Mahali-Weber (White-browed Sparrow-Weaver) und ein Weißrücken-Mausvogel (White-backed Mousebird) kontrolliert die Wasserversorgung.
Am späteren Nachmittag nehmen wir ein Bier aus dem Kühlschrank unseres Autos und marschieren auf eine der Hügelkuppen, um die Schönheit der Landschaft zu genießen. Inzwischen ist unser Puls wieder einigermaßen im Normalbereich und wir genießen es, hier sein zu dürfen.
Die Felskuppen sind wild zerklüftet, erst von oben lässt sich ein guter Überblick gewinnen.
Mit der untergehenden Sonne verfärbt sich die wunderbare namibische Wüstenlandschaft, wir sind wieder im Urlaubsmodus.
Das Abendessen genießen wir im Restaurant der Lodge, dazu trinken wir heute wieder eine gute Flasche Pinotage - Gesprächsthema bleibt aber weiter der Grenzübertritt...
Gefahrene Tageskilometer: 785 / 401
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201424. Mai 2022 · #320
Hi Peter,
das was ihr in Ariamsvlei erlebt habt, war ja im wahrsten Sinne des Wortes eine "Grenzerfahrung"! Zum Glück hast du dann doch noch den Stempel bekommen - aber so was braucht man wirklich nicht!