Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201908. Apr. 2022 · #201
Reisetag 40 (10. September 2021) – Kruger NP (rund um Lower Sabie)
Die Zeit vergeht wie im Flug – nur noch zwei Tage hier im Kruger NP. Der Süden des Parks ist aber voraussichtlich der Teil, in dem der Wildreichtum am höchsten ist. Auch aus diesem Grund wollen wir die Zeit hier in Lower Sabie und dann auch noch in Berg-en-Dal natürlich nutzen. Auch diese Nachtruhe war wieder unterbrochen durch Löwengebrüll, immer wieder hörte man diese wunderbaren Rufe durch die Nacht hallen. Der Plan für den heutigen Tag ist, dass wir zunächst entlang des Sabie Flusses nach Skukuza fahren, wo wir uns dann anschließend Zeit im Bird-Hide am Lake Panic nehmen wollen. Sollte die Fahrt nach Skukuza aber zu lange dauern, dann könnten wir auch schon vorher in Skukuza einen kurzen Stopp einlegen, um uns die Beine zu vertreten und einen Cafe zu trinken – denn eine Cafe-Pause pro Tag muss (wo möglich) zumindest sein…
Wir sind wieder bei den Ersten am Gate, das sehr pünktlich geöffnet wird. Die Autos teilen sich dann rasch auf, denn etwa die Hälfte biegt sofort Richtung Crocodile Bridge ab. Wir fahren aber nach rechts und bleiben zunächst einmal am Sabie Fluss. Am Sunset-Dam ist es im Moment noch ruhig, die Hippos grunzen im Wasser vor sich hin, Vögel sind keine Ufer und auch die Krokodile – bis auf ein riesiges Exemplar – haben sich in das Wasser zurückgezogen. Wir müssen hier aber dennoch kurz anhalten, denn eine Hyäne kommt entlang der Straße direkt auf uns zu.
Ich liebe diese Morgenstunde, wenn die Sonne über den Horizont klettert und die Landschaft in schönstes, wärmendes Licht hüllt. Erst jetzt fällt uns der Wassertriel (Water Thick-knee) auf, der am Ufer hockt.
Ein Kappengeier (Hooded Vulture) erhebt sich aus einem Baum und nimmt dabei gleich einen guten Teil der Blätter mit sich. Er landet aber nicht weit entfernt auf einem dürren Ast.
Weit müssen wir nicht fahren, um auch heute wieder „unsere“ Löwen aufgespürt zu haben: Vater und Sohn (?) liegen direkt neben der Straße und gähnen vor sich hin – leider sind die Lichtverhältnisse noch nicht optimal für wirklich gute Bilder…
Die beiden haben offensichtlich in der letzten Nacht nichts gefressen, der ältere Kater macht generell keinen wirklich guten Eindruck mehr… Es geht hier aber Schlag auf Schlag, denn wir stoppen fast permanent, weil immer wieder Tiere sehr nah an der Straße zu sehen sind. Zebra, Kronenducker und Kudu sind zu sehen.
Aber auch zahlreiche verschiedene Vögel meinen es gut mit uns. So sehen wir ein Schopffrankolin (Crested Francolin), ein Swainson’s Frankolin (Swainson’s Spurfowl), einen Gelbkehlpieper (Yellow-throated Longclaw) sowie die omnipräsenten Gabelracken (Lilac-breasted Roller). Sogar einen Milchuhu (Verreaux’s Eagle-Owl) können wir wieder finden – dieser verrät sich durch seine Rufe, die wir wahrnehmen, während wir die anderen Vögel ablichten.
So früh am Morgen hätten wir nicht unbedingt mit einem Elefanten gerechnet – aber eben, als wir einen Schreiseeadler (African Fish Eagle) fotografieren, sehen wir, dass ein Dickhäuter vom Sabie-Fluss Richtung Straße kommt.
Es folgen bald weitere Zebras sowie ein Leopard (!), den ich aber nur der Vollständigkeit halber erwähne, denn der ist schwer auszumachen und zudem extrem scheu… er steht sofort auf und verschwindet im Unterholz.
Wir stoppen zudem noch für weitere Zebras, Giraffen, Impala, Wasserböcke, Kudus, eine Fuchsmanguste und Nyala sowie für eine Kaptaube (Ring-necked Dove), ein weiteres Swainson’s Frankolin und einen weiblichen Cabanisweber (Lesser Masked Weaver) - vielen Dank Maddy!
Der Lake Panic Birdhide ist für mich immer ein Highlight in diesem Park, ich kann stundenlang dort sitzen und schauen, warten, fotografieren… Eigentlich ist das vielleicht sogar der liebste Platz für mich in diesem Park, eine wahre Idylle (wenn nicht lärmende Gesellen rundum die Stimmung trüben). Auch diesmal gibt es hier wieder einiges zu sehen – wenn auch vielleicht weniger als bei früheren Besuchen. Am Weg vom Parkplatz, wo Gott sei Dank nur ein weiteres Auto steht, zum Hide fotografiere ich noch rasch eine Baumagame, die tatsächlich hervorragend getarnt ist.
Im See befinden sich diesmal überraschend viele Flusspferde, auf denen teilweise sogar Gezahnte Pelomedusen ruhen. Insgesamt herrscht hier eine sehr friedliche Stimmung.
Relativ nahe am Ausguck liegt ein großes Krokodil im Schatten.
Besonders fasziniert beobachten wir einen Mangrovenreiher (Green-backed Heron) beim Fischen. Er verharrt lange regungslos am Ufer und schnappt plötzlich blitzschnell zu…
Dabei wird er auch von einem Braunkopfliest (Brown-hooded Kingfisher) beobachtet.
Eine Schwarzkielralle (Black Crake) marschiert ebenso am Ufer entlang wie ein junges Blaustirnblatthühnchen (African Jacana) und ein Angola Schmetterlingsfink (Blue Waxbill). Weitere Schmetterlingsfinken und ein Rosenamarant (Jameson’s Firefinch) sitzen in den umliegenden Büschen.
Zudem sehen wir Weißstirn-Bienenfresser (White-fronted Bee-eater), Graufischer (Pied Kingfisher), Zwergspinte (Little Bee-eater) und Graureiher (Grey Heron). Etwas weiter weg breitet ein Schreiseeadler seine Schwingen aus.
Im Hintergrund wühlen Warzenschweine und zwischenzeitlich kommen sogar ein Buschbock und Wasserböcke zum Trinken.
Wir verbringen gut zwei Stunden hier, es wird uns dabei aber nie langweilig. Getränke und Knabbereien sind dabei das einzige Problem hier ist, dass es am Lake Panic keine angeschlossenen WC’s gibt… Da es inzwischen bereits relativ spät geworden ist, fahren wir gleich weiter nach Skukuza, um dort eine Pause einzulegen, bevor wir am späteren Nachmittag dann wieder entlang des Sabie Flusses nach Lower Sabie zurückfahren wollen. Während der Pause in Skukuza werfe ich natürlich auch einen Blick auf das „neue“ Zughotel, das auf der Brücke über den Sabie-Fluss angelegt wurde. Schaut interessant aus – ob ich da wohnen möchte, weiß ich nicht… Ansonsten bewundern wir im Camp die vielen Baumagamen und einige Vögel, darunter einen Buntastrild (Green-winged Pytilia), einen Orangebrustwürger (Orange-breasted Bushshrike), einen Kap-Brillenvogel (Cape White-eye), einen Gelbschnabeltoko und eine schlafende Bronzeflecktaube.
Bei der Rückfahrt nach Lower Sabie gibt es zunächst einen ordentlichen Verkehrsstau…
Als es dann endlich weiter geht, treffen wir noch auf einige kapitale Kudu-Böcke. Das Geweih einiger der Tiere ist tatsächlich gigantisch. Auch kleinere Gruppen von Elefanten sind immer wieder entlang des Flusses auszumachen – wobei ich es überhaupt nicht schätze, am Nachmittag gegen die Sonne Richtung Osten zu fahren. Da ist die Gefahr, dass plötzlich ein Elefant auf der Straße steht, leider sehr groß…
Bis zum Picknickplatz von Nkuhlu passiert dann eigentlich nichts mehr, natürlich gibt es gelegentlich Tiere zu sehen, aber alle sind relativ weit von der Straße entfernt. Kurz nach dem Picknickplatz, der bereits geschlossen hat, stehen zwei Autos und Straßenrand und natürlich bleiben auch wir stehen… Was dann folgt, werde ich ganz sicher nie wieder vergessen: Ein Leopard marschiert direkt neben der Straße.
Zunächst scheint es so, als würde er sich von der Straße direkt in das Dickicht begeben, doch plötzlich bleibt er stehen und spaziert dann sogar wieder auf uns zu.
Als die wunderschöne Katze dann auch noch auf einen Baumstamm steigt, kann ich unser Glück kaum fassen – auch unsere Tochter ist völlig aus dem Häuschen.
Hier verharrt er einige Zeit und erst als er alles rund um sich genau inspiziert hat, steigt er völlig entspannt wieder herunter und entfernt sich langsam.
Von der Tierbegegnung her ist das sicher einer der schönsten Momente, die wir bisher erleben durften, vor allem, weil es völlig entspannt ablief und weil ausreichend Zeit war zur Beobachtung. Völlig begeistert fahren wir weiter Richtung Lower Sabie. Doch dieser Abend ist noch nicht vorbei, da verkommt der Raubadler (Tawny Eagle), der malerisch auf einem Baum thront, fast zu einer Nebensächlichkeit.
Wenige Kilometer weiter, sehen wir einen zweiten Leoparden – weit nicht so spektakulär wie jenen zuvor, aber immerhin, er ist da:
Es ist schwierig zu beschreiben, was genau hier an diesem Nachmittag vorgegangen ist, aber innerhalb der kurzen Strecke von rund 30 km haben wir drei Leopardensichtungen, denn kurz vor Lower Sabie sitzt ein weiterer Leo in einem Baum und frisst an seiner Beute:
Wie viele Reisen in das Südliche Afrika habe ich unternommen, ohne einen einzigen Leoparden zu sehen und dann gleich drei dieser wunderschönen Katzen an einem einzigen Nachmittag… Am Sunset Damm steht heute noch ein Wasserbock im schönsten Abendlicht, ein Flusspferd reißt malerisch das Maul weit auf und ein Nimmersatt (Yellow-billed Storch) kommt in den letzten Sonnenstrahlen beim Fressen einem dahinter lauernden Krokodil beträchtlich nahe…
Dieser Tag wird immer etwas Besonderes für uns bleiben, wir werden noch lange darüber sprechen und die Bilder immer wieder gerne ansehen. Vor allem die letzten 30 Kilometer westlich von Lower Sabie werden immer mit den Leoparden in Verbindung stehen… Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass es vermutlich keine Steigerung mehr geben wird an den weiteren Safaritagen. Megahappy kehren wir in das Camp zurück und genießen den lauen Abend auf der Plattform über dem Sabie-Fluss. Afrika ist einfach sooo schön!
Gefahrene Tageskilometer: 136
maddy2'167 Beiträge · seit 200909. Apr. 2022 · #202
Hallo Peter,
Wow, jetzt uebertreibst du es aber mit den Leoparden, das ist ja der helle Wahnsinn!!!!!! 😉 🤩 Und deine Fotos sind auch ganz toll, auch die von den Voegel, und ueberhaupt - alle! Den un-zugeordneten wuerde ich als Lesser Masked Weaver einordnen.
– wobei ich es überhaupt nicht schätze, am Nachmittag gegen die Sonne Richtung Osten zu fahren.
Hmmmm. Wirklich? 😮 Auch wenn auf der suedlichen Halbkugel die Sonne mittags im Norden steht, geht sie aber trotzdem im Westen unter. Bei dir nicht? Weil, du bist ja tatsaechlich gegen Osten gefahren.... Haben dich diese tollen Leopardensichtungen dermassen verwirrt?? 😄 Oder war das nur ein Test um zu sehen, ob wir auch tatsaechlich den Bericht lesen und nicht nur Bilder schauen? 😛
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201909. Apr. 2022 · #203
Schönen Nachmittag, Maddy! Für die Vogelbestimmung: wieder einmal vielen, vielen Dank - du bist großartig! Bzgl. der Sache mit der Sonne gebe ich dir natürlich recht, dass die Sonne auch auf der Südhalbkugel im Westen untergeht... aber: die Straße von Skukuza nach Lower Sabie verläuft zwar tendenziell von Ost nach West - gleichzeitig aber sind gute Teile davon auch Nord - Süd ausgerichtet. Es gibt einige Stellen in dieser Strecke, wo du am Nachmittag tatsächlich große Sichtprobleme hast (ich habe mich hier einfach wirklich blöd ausgedrückt!)... ich hatte schon mehrfach Tiere plötzlich auf der Straße stehen, ohne sie vorher gut erkennen zu können - da trägt natürlich auch der dichte Pflanzenbewuchs dazu bei... das habe ich damit gemeint 😄 Die Leopardensichtungen auf diesem Abschnitt waren tatsächlich überragend, keine Frage - das wird auch nie wieder so kommen, da bin ich überzeugt davon... Beste Grüße, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201909. Apr. 2022 · #204
Der letzte volle Tag im Kruger Nationalpark ist angebrochen. Einerseits sind wir alle drei doch etwas ermüdet von den vielen Tieren, auf der anderen Seite ist jede gute Sichtung natürlich ein überragendes Erlebnis. Außerdem wissen wir, dass die kommenden Tage an der Ostküste überwiegend von der Landschaft bestimmt sein werden, dass Tiersichtungen dort eher zur Ausnahme werden würden. Dennoch freue ich mich schon auf das Gebiet rund um Kosi-Bay, das wir alle drei erstmalig sehen werden… Doch heute ist noch Kruger NP. An diesem Tag verlassen wir das Camp erst gegen 07:30 Uhr, natürlich wollen wir nichts versäumen – wir sind (unsere Tocher vielleicht ausgenommen) keine Langschläfer, das Aufstehen fällt uns also überhaupt nicht schwer. Wir sind aber andererseits auch schon etwas müde, das anstrengende Beobachten hinterlässt langsam seine Spuren… Wir frühstücken zunächst einmal, erst dann soll es losgehen.
Wir wollen zunächst von Lower Sabie entlang der Mativuhlungu Road weiter nach Crocodile Bridge fahren und von dort dann über die S25 nach Berg-en-Dal. Doch bevor wir in südliche Richtung abzweigen, geht es nochmals zurück an den Sabie-Fluss, denn in der Leoparden-Euphorie von gestern haben wir das gekillte Flusspferd auf der gegenüberliegenden Flussseite total vergessen. Vom Flusspferd ist nicht mehr viel übrig, die Löwen haben sich zurückgezogen, dafür lungern dort zahllose vollgefressene Krokodile rund um den Kadaver herum, dazu sind natürlich viele Geier unterwegs…
Auch eine Hyäne ist in der Nähe des Flusses sanft entschlummert.
Am Sunset-Damm liegen die ersten Krokodile neben dem Wasser, auch einige Vögel sind schon unterwegs, darunter auch ein Stelzenläufer (Black-winged Stilt) und weitere Nimmersatt.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher zur Brücke über den Sabie-Fluss, wo ein Flusspferd aus dem Wasser gestiegen ist und grast. Auch ein Elefant schaut hier noch vorbei und auf einem Grashalm sitzt ein Malachiteisvogel (Malachite Kingfisher).
Von hier weg verlassen wir Lower Sabie aber nun endgültig, fahren das kurze Stück zurück, um dann Richtung Süden auf die S82 abzuzweigen. Weit kommen wir nicht, da treffen wir auch heute wieder auf einen Löwen. Ein großer Löwen-Kater liegt im hohen Gras. Wir bleiben stehen und beobachten ihn eine Weile bei der Fellpflege. Erst nach einiger Zeit erhebt er sich und marschiert in östlicher Richtung davon…
Die restliche Strecke bis zur Einmündung in die H4-2 haben wir keine Sichtungen, nämlich überhaupt keine, nicht einmal ein Impala oder irgendein Vogel wird von uns erspäht. Kurz vor der Abzweigung der S130 kommt es dafür knüppeldick: ein Leopard steht auf der Straße – mitten auf der Straße. Wir sind so perplex, dass es braucht, bis wir so zum Stehen kommen, dass aus dem Autofenster ein Foto geschossen werden kann. Natürlich wollen wir auch nicht zu nahe stehen, denn dann wäre das Tier weg, bevor wir irgendeine Chance haben…
Als wir uns dann doch etwas annähern wollen, ist das Vorhersehbare auch geschehen: Der gute Leo ist so schnell verschwunden, wie er zuvor erschienen war. Richtung Crocodile Bridge wird der Verkehr etwas dichter, so viele Autos haben wir in den letzten Tagen nur in den Camps gesehen. Erst unmittelbar auf der großen, weiten Fläche südlich des Gezintfimbi-Damms werden wir wieder fündig – beziehungsweise wir werden durch die Anwesenheit anderer ohnehin darauf hingewiesen: Im Westen liegen, relativ weit von der Straße weg, angeblich drei Geparden – wir können trotz genauer Kontrolle immer nur ein Tier ausmachen.
Unweit davon steht eine einsame Giraffe und starrt in Richtung des Raubtieres.
Unweit von uns steht inzwischen eine kleinere Kolonne von sicherlich sieben, acht Wagen – also muss auch hier etwas zu „erben“ sein… Wir schließen uns dem Tross an und sehen die erste Gruppe von Wildhunden bei unserem diesjährigen Besuch.
Es handelt sich tatsächlich um ein großes Rudel, nur einige der Tiere liegen nahe genug an der Straße und sind dadurch nicht von Zweigen verdeckt. Es dauert, bis wir einen Platz finden, der geeignet ist, um von dort aus auch fotografieren zu können.
Wir fahren dann aber bald weiter nach Crocodile Bridge, um dort eine kurze Pause einzulegen, denn es inzwischen kurz nach Mittag und die Hektik bei den Wildhunden ist nicht so unser Ding. Die Fahrt entlang der S25 entpuppt sich lange Zeit als nicht sonderlich gute Wahl, denn es ist sehr ruhig rundum, dafür sind auch kaum andere Autos unterwegs – vermutlich wissen die, wo sich die Tiere hier aufhalten. Irgendwo zwischendurch halte ich kurz und fotografiere zumindest die Landschaft…
Erst als wir schon kurz vor der Abzweigung in die S114 sind, stoßen wir wieder auf Tiere. Wir sehen eine Rotschopftrappe (Red-crested Korhaan) und einige Impala sowie einen Wasserbock.
Vor allem freuen wir uns aber über den Senegalkiebitz (African Wattled Lapwing), der uns hier über den Weg läuft.
Wenig später sehen wir das erste Breitmaulnashorn dieser Reise – oder zumindest Teile davon…
Wir sind so überrascht, dass uns am helllichten Tag eine Hyäne über den Weg läuft, das heißt, direkt entgegenkommt, dass wir nicht wirklich reagieren können und dass somit kein gutes Foto gelingt. Das Tier hat sogar ein Stück Beute im Maul…
Mitten auf der Hauptstraße sehen wir plötzlich eine Hyäne liegen – wir sind der festen Überzeugung, dass es sich dabei um ein totes Tier handelt, das überfahren wurde – aber weit gefehlt… das Muttertier säugt hier am Asphalt ihre Jungen!
Nach der Abzweigung auf die S110 wird die Landschaft noch etwas gebirgiger, immer wieder geht es auf und ab zwischen den Granitkuppen hindurch.
Auch hier treffen wir auf den Kadaver eines Büffels – aber von Löwen ist weit und breit keine Spur – wie wir im Camp später erfahren sollten, waren die Löwen die vergangenen zwei Tage hier vor Ort!
Hier treffen wir schließlich kurz vor dem Matjulu-Wasserloch auf eine Gruppe Büffel. Sie werden von Zebras begleitet.
Wir fahren schließlich auch kurz zum Matjulu Wasserloch, bleiben dort aber nicht sehr lange, denn es haut aus unserer Sicht keinen Sinn auf die Büffel zu warten, denn hier wird das Wasser mittels Tankwagen angekarrt und die Tiere kommen sicher erst, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist… Wir entschließen uns dazu, nun zum Camp von Berg-en-Dal zu fahren, denn auch dieser Tag war wieder sehr ereignisreich… Auf einem Baum sitzt ein Ohrengeier (Lappet-faced Vulture).
Hier sehen wir, schon bei viel besseren Lichtverhältnissen, die ersten Elefanten des heutigen Tages.
Kurz vor dem Camp stoßen wir auf weitere Breitmaulnashörner, denen aber leider das Horn abgetrennt worden war.
Sehr zufrieden kommen wir ins Camp und freuen uns auf unseren letzten Braai, den wir heute zum Abschluss unseres Aufenthaltes im Park vor unserem Chalet zelebrieren wollen…
Gefahrene Tageskilometer: 164 km
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201910. Apr. 2022 · #205
Reisetag 42 (12. September 2021) – Kruger NP – Nelspruit
Heute heißt es Abschied nehmen. Abschied von einem überragend schönen Abenteuer in einer zauberhaften Gegend, Abschied von den vielen Tieren. Wir haben hier unglaublich schöne Tage verbracht und es liegt noch etwa ein halber Tag vor uns, den wir natürlich auch nützen wollen. Die Landschaft im Süden des Kruger Nationalparks gefällt uns besonders gut. Die knorrigen Bäume zwischen den Granitkuppen, ein ungeheuer schönes Landschaftsbild.
Einige Impala stehen in der Morgensonne.
Die Warzenschweine haben schon am frühen Morgen ihre Meinungsverschiedenheiten.
Die Hyänengang tritt vom nächtlichen Jagdausflug die Heimreise an.
Eine Giraffe nimmt schon das Frühstück ein.
Weit müssen wir nicht vom Camp Berg-en-Dal wegfahren und wir sehen auch heute wieder einen Leoparden – aber natürlich kann man nicht erwarten, dass er direkt neben dem Auto auftaucht. Dieser hier hält sich eher im Verborgenen.
Aber die Schabrakenschakale zeigen sich endlich so, dass sie fotografiert werden können – mit ihnen hatten wir bisher im Park noch nicht wirklich Glück gehabt.
Wir sind entlang der S110 unterwegs und fahren von dort noch ein kleines Stück weiter auf der S114 Richtung Crocodile Bridge, wobei wir aber sicher nicht die ganze Strecke bis zum Camp fahren werden. Wir haben aber heute Zeit, denn zu früh wollen wir sicher nicht in Nelspruit aufschlagen, auch wenn der heutige Tag so etwas wie ein Ruhetag sein soll. Wir fotografieren dabei einen Kronenkiebitz (Crowned Lapwing).
Ein mächtiges Breitmaulnashorn ist schon von der Morgenhygiene zurück. Ein Impala-Bock steht daneben.
Die Landschaft entlang des Crocodile Flusses ist sehr schön, nur die riesigen, bewässerten Zuckerrohrfelder auf der gegenüberliegenden Seite, die gelegentlich durchblitzen, gefallen mir weniger. Nach rund eineinhalb Stunden wenden wir und fahren nach Berg-en-Dal zurück, von wo wir nochmals einen kurzen Abstecher zum Matjulu-Wasserloch unternehmen wollen. Entlang der Strecke ist es sehr ruhig, auch die Hyänen, die wir zuvor angetroffen hatten, sind inzwischen verschwunden. Kurz vor Matjulu sehen wir zu unserer Begeisterung ein Löwen-Junges aus dem Unterholz marschieren.
Auch ein zweites Baby ist bald auszumachen.
Wir müssen nicht lange suchen und da sehen wir tatsächlich eine ganze Gruppe der Katzen.
Die Begeisterung ist riesig, denn nun haben wir tatsächlich an jedem einzelnen Tag im Park Löwen sehen dürfen… Wir wissen, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist! Wir bleiben ein wenig stehen und fahren weiter, als andere Autos ankommen. An der Wasserstelle selbst sind keine Tiere anzutreffen, hier gelingt es uns aber einige Vögel zu beobachten, darunter einen wunderschönen Buntastrild (Green-winged Pytilia) und einige Weißstirnspinte (White-fronted Bee-eater), die für Nachwuchs sorgen wollen.
Kurz vor Berg-en-Dal gibt es nochmals zwei Breitmaulnashörner zu sehen, doch diese zeigen uns nur ihr Hinterteil und verschwinden recht rasch.
Nach einem Cafe-Stopp im Camp fahren wir schließlich die kurze Strecke zum Malelane-Gate, wo wir den Park verlassen werden. Zum Abschluss des Kruger NP Besuchs queren wir die Brücke über den Crocodile Fluss. Hier sehen wir noch einige Hyänen, die an einem Büffelkadaver fressen. Zudem sind hier auch noch einige Wasserböcke zu sehen.
Fazit Kruger NP: Damit ist nun endgültig die Zeit im Kruger Nationalpark vorbei, wir können auf unglaublich tolle Sichtungen und eine insgesamt wunderbare Zeit zurückblicken. Die Camps, die wir aufgesucht hatten, haben sich alle bewährt, wir würden auch die Route (abhängig natürlich von der Zeit, die uns zur Verfügung steht) wieder so anlegen. Von Norden nach Süden zu fahren hat unserer Meinung nach den Vorteil, dass die Tierdichte hier im Süden noch höher ist, auch landschaftlich gibt es eine Steigerung. Nichtsdestotrotz sind auch die großen, weiten Ebenen im Norden sehr spannend. Die Unterkünfte in den Camps waren gut, teilweise sind die Sanitäranlagen in keinem besonders guten Zustand mehr, aber zumindest in unseren Chalets hat alles problemlos funktioniert. Die Qualität der Restaurants ist in Ordnung, es sind ja überwiegend „größere Gastro-Ketten“ vertreten, die es auch in den Städten gibt. Uns ist aber auch bewusst, dass wir davon profitiert haben, dass die Camps nicht ausgebucht waren, dass es somit auch entlang der Fahrtrouten zu keinen größeren Autoansammlungen bei Sichtungen gekommen ist. Speziell im Süden war das Verkehrsaufkommen aber doch überraschend hoch, das war teilweise aber sicher auch dem Wochenende geschuldet. Wer die Möglichkeit hatte, sollte das vielleicht in seine Planungen miteinbeziehen, da haben wir etwas zu wenig darauf geachtet…
Vom Malelane Gate bis nach Nelspruit (oder Mbombela) ist es nicht sonderlich weit, etwa eine Stunde Fahrzeit ist dafür nötig. Zunächst geht es durch Zuckerrohrplantagen und östlich der Stadt durch eine interessante Landschaft, die an einen Canyon erinnert. In der Stadt angekommen fahren wir zunächst zur Riverside-Mall, um für die kommenden Tage einige Besorgungen zu erledigen. Außerdem tanken wir natürlich auch das Auto wieder voll. Kurz nach 14:00 Uhr treffen wir im Loerie’s Call Guesthouse ein, wo wir schon öfter zu Besuch waren. Hier gefällt es uns sehr gut. Die Unterkunft liegt auf einer Granitkuppe im Osten der Stadt und von hier genießt man einen schönen Blick über die Stadt (die Aufnahmen sind aus dem Jahr 2019 – diesmal habe ich hier keine Fotos geknipst).
Das Restaurant „Orange“, das dem Hotel angeschlossen ist, bietet nicht nur einen grandiosen Blick über die Stadt, sondern vor allem auch ausgezeichnete Speisen… Wir genießen den Nachmittag und den Abend in der schönen Gartenanlage am Pool. Mit dem kommenden Tag werden wir Neuland betreten, denn das Gebiet, das wir von hier aus bereisen, ist uns unbekannt – wir sind schon sehr gespannt, was uns erwarten wird!
Gefahrene Tageskilometer: 134
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201911. Apr. 2022 · #206
Reisetage 43 und 44 (13. und 14. September 2021) – Nelspruit – Pongola – Bootsfahrt Pongola – Cinderera Eco Lodge
Als wir heute aufwachen merken wir, dass es in der Nacht geregnet hat. Zunächst bin ich etwas mürrisch, denn Regen wünscht man sich natürlich nicht unbedingt auf Reisen, vor allem nicht, wenn man auch fotografieren will. Dann rede ich mir aber ein, dass heute ohnedies ein Fahrtag auf uns wartet und dass die Wettersituation an unserem Ziel, dem Pongola Game Reserve, ganz anders sein kann. Da wir die Strecke nicht kennen, wollen wir auch heute nicht zu spät losfahren – lieber früher ankommen und die Zeit vor Ort genießen. Ursprünglich wollten wir durch Swaziland (Eswatini) fahren, doch wir haben Gott sei Dank im Rahmen unserer Planungen davon abgesehen – sonst hätten wir einen PCR-Test zur Einreise benötigt und die Sache wäre eventuell kompliziert geworden. So werden wir heute also dieses kleine Königreich entlang seiner Westgrenze umfahren, um nach Pongola zu gelangen. Wie schon erwähnt, ist diese Strecke für uns Neuland – daher freuen wir uns natürlich umso mehr, zu sehen, was uns nun erwarten wird. Nach einem vorzüglichen Frühstück geht es für uns los. Wir fahren so, wie es uns das GPS rät, über die R40 bis nach Barberton, weiter über die R38 bis nach Badplaas, von dort über die R541 nach Lochiel, wo es dann ein kurzes Stück auf die N17 geht. Die Strecke ist sehr monoton und bald fahren wir durch riesige Monokulturen mit Pinien und Eukalyptus. An manchen Stellen wird der Wald gerodet und große Erntegeräte sind im Einsatz. Stellenweise sind die kahlen Flächen auch abgebrannt. Das Wetter bleibt eher trostlos, denn immer wieder regnet es zwischendurch, auch der Nebel hängt bedrohlich tief. Die Straße ist an sich gut ausgebaut, sodass wir gut vorankommen.
Kurz vor Warburton zweigen wir auf die R33 ab, die uns über Amsterdam nach Piet Retief führt. Hier legen wir im Mugg & Bean eine 40-minütige Pause ein. Südlich von Piet Retief geht es schließlich auf die N2, die uns direkt nach Pongola bringt. Von Mbombela nach Pongola sind insgesamt knapp 400 km zurückzulegen, wir sind also beinahe den gesamten Tag unterwegs, kommen kurz nach 16:00 Uhr an unserem Tagesziel an. Es sind während der Fahrt leider keine Fotos entstanden, es gibt zwar einige Plätze, die eine Aussicht bieten, aber die tiefhängenden Wolken haben das leider verhindert.
Wir melden uns im Pongola Privat Game Reserve an und werden dann auf die gegenüberliegende Straßenseite der N2 begleitet, wo man uns ein Gate öffnet, damit wir zur Nkwazi Lake Lodge fahren können, wo wir ein wunderbares Chalet mit der Nr. 12 beziehen. Die Lodge liegt ganz grandios am Rand eines Berges mit tollem Blick auf die Mündung des Pongola-Flusses. Gerade als wir das Chalet beziehen, zieht ein gewaltiges Gewitter auf und wir genießen den Blick von der Terrasse…
Die Fischerboote flüchten in den Hafen und es herrscht „Weltuntergangsstimmung“.
Doch ebenso schnell wie der Sturm herangezogen ist, lichten sich die Schleier wieder. Langsam können wir die Schönheit der uns umgebenden Landschaft erst erahnen…
Die Fischer kehren wieder auf das Wasser zurück und die Landschaft rundum ist in magisches Licht gehüllt.
Wir bestaunen die wunderbare Umgebung und fahren dann vom Chalet mit dem Auto zum Restaurant der Lodge, wo wir das Abendessen einnehmen, das in Buffetform gereicht wird. Es sitzen insgesamt nur 6 Personen im halboffenen Raum und genießen das vorzügliche Mahl. Nach dem Essen geht es dann bald zurück zum Chalet, denn für den kommenden Morgen haben wir eine Bootsfahrt im Mündungsbereich des Flusses in den Stausee reserviert.
Auch während der Nach hören wir immer wieder Donnergrollen – „hoffentlich kann die Bootsfahrt stattfinden“ sind so meine Gedanken… Früh am Morgen treffen wir uns an der Bootsrampe, dazu müssen wir einen wirklich steilen, ausgewaschenen Weg bergabfahren. Das Wetter ist immer noch nicht optimal, der Himmel ist teils wolkenverhangen. Dennoch wollen wir versuchen, hier einige Vögel aufzuspüren. Gemeinsam mit unserem Guide legen wir los, fahren knappe drei Stunden durch die unglaubliche Landschaft aus Inseln und Wasserarmen. Zwischendurch schafft es aber auch die Sonne immer wieder einige Strahlen bis zu uns zu schicken…
Wir sehen Stelzenläufer (Black-winged Stilt) und zahlreiche Silberreiher (Great Egret).
Am Ufer können wir Nyala und Großriedböcke erkennen.
Vorbei an abgestorbenen Bäumen, auf denen Rotkopfschwalben (Wire-tailed Swallow) sitzen, bekommen wir auch Ibisse (African Sacred Ibis), Braune Sichler (Glossy Ibis) und Teichrallen (Common Moorhen) zu Gesicht.
Besonders schön finden wir die zahlreichen Purpurreiher (Purple Heron), denen wir begegnen. Sie fliegen aber meist sehr rasch auf und davon, wenn wir uns nahen…
Zudem sehen wir eine große Zahl an teilweise wirklich riesigen Krokodilen, die auf den Sandbänken liegen.
Darüber hinaus freuen wir uns über den Anblick von Witwenpfeifgänsen (White-faced Whistling Duck) und Graufischern (Pied Kingfisher).
Ein großes Krokodil gleitet fast lautlos ins Wasser.
Zu guter Letzt gelingen uns noch Bilder eines Klaffschnabels (African Openbill), ehe wir wieder anlegen.
Wir haben hier doch eine ganze Reihe an Tieren gesehen, auch wenn die Rahmenbedingungen wetterbedingt nicht unbedingt die besten waren – aber das kann man sich nicht immer aussuchen. Nach der Bootsfahrt fahren wir zurück zu unserem Chalet, packen die Reisetaschen und erst dann geht es zum Restaurant, wo wir das Frühstück einnehmen. Nach einem reichlichen Essen mit ausgezeichnetem Cafe treten wir unsere Fahrt von Pongola nach Manguzi (Kosi Bay) an.
Fazit Nkwazi Lake Lodge / Pongola: Sehr schön gelegene Lodge in einem privaten Reservat. Von den einzeln stehenden Chalets genießt man einen großartigen Blick auf den Mündungsbereich des Pongola Flusses, wo zahlreiche Vögel leben. Rezeption und Restaurant / Bar befinden sich ein Stück von den Chalets entfernt. Das Abendessen und das Frühstück sind köstlich. Wir wären hier gerne einen Tag länger geblieben – für eine Zwischenübernachtung ist die Anlage eigentlich fast zu schade.
Die Fahrt von Pongola nach Manguzi verläuft unspektakulär. Zunächst geht es ein Stück der N2 südwärts, ehe wir nach Jozini abzweigen. Dabei fährt man immer entlang des riesigen Pongola-Dammes und umrundet diesen auf der Südseite. Von Jozini geht es dann durch zahllose Dörfer, vorbei am Tembe Elephant Park, immer Richtung Grenze von Mozambique. Rund 100 km nordöstlich von Jozini erreicht man schließlich die Stadt Manguzi, von wo man auf eine unbefestigte Straße Richtung Küste und damit zur Cinderera Eco Lodge abzweigt. Hier werden wir drei Nächte verbringen, um die Schönheiten von Kosi-Bay zu entdecken. Wir sind in den kommenden drei Tagen die einzigen Gäste in der Lodge und werden von Pam und Bill, dem älteren Besitzerehepaar, und einigen Angestellten verwöhnt. Die Ausflüge von der Lodge bestreiten wir mit Patrick, einem Tsonga-Guide, der seine Heimat mit voller Begeisterung vorstellt! Hier haben wir zwischendurch auch Zeit für uns, wir können diese grandiose Landschaft genießen. Die Cinderera Eco Lodge liegt sehr einsam in einer wunderbaren Landschaft, es gibt hier nur zwei Zimmer für die Gäste – ein Familienzimmer (das wir bewohnen) und ein Doppelzimmer. Die Bilder der Lodge zeigen, dass Pam und Bill sehr darauf geachtet haben, authentisch einzurichten. Überall in der Lodge sind afrikanische Masken zu sehen, sogar die Stühle und Tische wurden selbst hergestellt.
Am letzten Bild befindet sich ein Gelbbüschel Zwergbärtling (Yellow-rumped Tinkerbird), ein häufiger Gast an der Vogeltränke der Lodge. Den restlichen Nachmittag verbringen wir in der wunderschönen Umgebung der Lodge, spazieren ein wenig herum und besprechen mit Patrick das Programm der beiden folgenden Tage. Am Abend verwöhnt uns Pam mit einem großartigen Essen.
Wir haben uns in der Nkwazi Lake Lodge auch sehr wohl gefühlt, hatten zum Glück 3 Nächte da. Es ist schön zu lesen, dass das Essen immer noch so gut ist 😉
Liebe Grüße
Makra
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201911. Apr. 2022 · #208
Liebe Makra, das freut mich, dass ihr euch da wohlgefühlt habt - ist tatsächlich eine wunderbare Lodge; auch die Bar mit dem traumhaften Ausblick sucht ihresgleichen, auch der Pool ist toll gelegen (leider zu kalt, als wir da waren...) 😄 Ja, das Essen dort ist ebenfalls eine Wucht - drei Tage macht sicher Sinn und die kann man gut füllen, auch mal mit ein wenig Abschalten zwischendurch. glG Peter
Luigi15 schrieb: Ja, das Essen dort ist ebenfalls eine Wucht - drei Tage macht sicher Sinn und die kann man gut füllen, auch mal mit ein wenig Abschalten zwischendurch.
Genau das haben wir gemacht und dafür war es herrlich. Den Pool konnten wir alleine genießen, es war sehr wenig los. Wir fanden auch das Personal ausgesprochen nett und zuvorkommend. Die Köchin kam öfter an den Tisch und wir hatten viel Spaß - und den Eindruck, dass die Portionen immer größer wurden ....
Liebe Grüße
Makra
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201911. Apr. 2022 · #210
Liebe Makra, ich kann dich da voll verstehen - wir haben uns geärgert, dass wir nur für eine Nacht gebucht hatten - es hätte zwar Platz gegeben, es war ja nichts los - aber wir hatten natürlich die Folgequartiere bereits vorausgebucht... da müssen wir einfach noch einmal hinfahren, es gibt ja auch rundherum genug zu sehen... Es ist immer schön, wenn man einen Platz findet, an dem man sich so richtig wohlfühlen kann! Liebe Grüße, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201912. Apr. 2022 · #211
Reisetag 45 (15. September 2021) – Cinderera Eco Lodge / Kosi Bay
Vor einigen Jahren habe ich ein Bild in einer Zeitungsbeilage von den Fischfallen der Tsonga in den Seen von Kosi Bay gesehen – seither ist es mein sehnlichster Wunsch, diese interessanten Gebilde selbst vor Ort zu sehen. Die Gegend rund um Kosi Bay im Nordosten Südafrikas war aber nie entlang einer der von mir/uns gewählten Route und so dauerte es bis zum vergangenen September…
Wir verbrachten eine gute, ruhige Nacht in der Lodge und nach dem köstlichen Frühstück treffen wir Patrick, der mit seiner Familie selbst eine dieser Fischfallen betreut – er wird in den kommenden beiden Tagen mit uns die Gegend besuchen. Patrick arbeitet seit vielen Jahren mit Pam und Bill zusammen, sie vertrauen ihm und er ist froh, hier ein „Zubrot“ verdienen zu können. Von der Lodge fahren wir zunächst mit unserem Auto zum zweiten See, wo sich der Großteil der Fischfallen ausbreitet. Wir freuen uns, endlich mit Allrad fahren zu können, denn hier geht es teils durch recht tiefen Sand. Nach rund 20-minütiger Fahrt durch eine schöne Landschaft haben wir den „Parkplatz“ am See erreicht. Nun müssen wir mit einem selbstgebauten Floss über einen kleinen Kanal übersetzen, um dann auf der Landzunge zwischen den Seen zum Fischkraal zu spazieren.
Die Landschaft ist bezaubernd schön, über uns hängen immer noch Restwolken der Front, die an den beiden Vortagen hier durchgezogen ist. Die Tsonga (eine zahlenmäßig kleines Volk, das aus der Verbindung von Zulu und Bewohnern Mozambiques hervorgegangen ist), die hier fischen, haben über die Kanäle teilweise auch kleine Stege gebaut.
Langsam bahnt sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken, während wir entlang der Seen spazieren. Patrick erklärt uns die verschiedenen Pflanzen und zeigt uns auch, wie die Shrimps, die als Fischköder verwendet werden, gefangen werden.
Patrick zeigt uns auch, wie die Fischfallen hergestellt werden. Kunstvoll sind die Holz-Stöcke mit den Fasern, die aus Mangroven gewonnen werden, verknüpft.
Das Wasser hier ist kristallklar, es ist auch so warm, dass wir keine Probleme haben, zu den Fischfallen von Patricks Familie zu waten.
Wir erhalten eine genaue Einführung, wie die Fallen funktionieren und wie genial eine derartige Konstruktion eigentlich aufgebaut ist.
Von hier spazieren wir dann gemeinsam zum Haus von Patrick, das auf einem Hügel direkt oberhalb des Sees liegt. Der Ausblick von hier ist fantastisch – wir sind begeistert.
Andererseits ist die Lage natürlich auch ein erheblicher Nachteil für die Kinder, die täglich einen enorm weiten Schulweg zurückzulegen haben – ebenso wird es kaum möglich sein, sich hier am Nachmittag mal kurz mit Freunden zu treffen… Patrick arbeitet in seinem Clan auch als „Heiler“ – dazu hat er gier seine eigene Hütte aufgebaut, in der ihn die „Klienten“ aufsuchen.
Dazu braucht er allerlei Naturmedizin, die er selbst herstellt und die in dieser Hütte lagert – eine völlig andere Welt tut sich hier auf… Vor einem Jahr wurde vor der Küste ein toter Wal angeschwemmt – natürlich wird auch das Öl als Medizin gewonnen, dazu wurden die Wirbel hierher zur Hütte transportiert.
Wir klettern weiter den Hügel hoch und lassen den Blick über die traumhafte Landschaft schweifen…
Wir verkosten den „Monkeyapple“ vom Calabash-Baum – eine wunderbare süßsaure Frucht mit ziemlich großen Kernen.
Über eine riesige Sanddüne klettern wir zum Indischen Ozean hinunter – diese unberührte Küste ist einzigartig bezaubernd.
Vereinzelt stehen heimische Angler am Strand, ansonsten ist hier keine Menschenseele.
Wir setzen uns in den Sand und verzehren das aus der Lodge mitgebrachte Lunch – hier schmeckt es nochmals besser, vor dieser unglaublichen Kulisse. Unzählige Krabben bevölkern den Strand, sie laufen immer parallel zueinander und sind äußerst flink.
Wir wagen uns bis zur Hüfte in die Fluten, das Wasser hat eine angenehme Temperatur. Uns war bewusst, dass wir die hier brütenden Schildkröten nicht sehen werden, dazu sind wir rund zwei Monate zu früh unterwegs.
Nach mehr als zwei Stunden brechen wir wieder auf und machen uns auf den Rückweg. Wir sehen eine große Zahl verschiedener Schmetterlinge, die meist viel schneller sind als ich…
Vorbei an den Fischfallen geht es schließlich wieder zurück zum Auto.
Am späteren Nachmittag treffen wir wieder in der Lodge ein und sind begeistert von dieser Umgebung – schon jetzt wissen wir, dass sich die Fahrt hierher mehr als gelohnt hat. Auch heute kredenzt Pam wieder ein köstliches Mahl – sie bereitet Essen immer landestypisch zu und heute erhalten wir ein Fischgericht aus Mozambique…
Es reut mich gerade etwas, die Gegend um Kosi Bay nicht in die Route für unseren nächsten Urlaub eingebaut zu haben..
Wahnsinn was ihr für Sichtungen im Kruger hattet. Die Ecke zwischen Lower Sabie und Skukuza hatte aber auch bei unserem letzten Besuch dort eine geradezu absurd hohe Leopardendichte, irgendwann wurde es sogar fast nervig, weil jeder LiT, von dem man nur eine Schwanzspitze sieht, natürlich sofort Verkehrschaos produziert.. Ihr hattet aber definitiv die spektakuläreren Sichtungen. Auf unsere erste Wildhundsichtung müssen wir leider weiter warten.
Ein kurzer Korrekturvorschlag zu deinem Cape-White Eye: ich nehme an, die richtige Übersetzung dürfte Kapbrillenvogel sein, der Oranje White Eye ist nämlich eine andere Spezies 🙂
brisen407 Beiträge · seit 201512. Apr. 2022 · #213
Luigi15 schrieb:Reisetage 43 und 44 (13. und 14. September 2021) – Nelspruit – Pongola – Bootsfahrt Pongola – Cinderera Eco Lodge .....Da wir die Strecke nicht kennen, wollen wir auch heute nicht zu spät losfahren – lieber früher ankommen und die Zeit vor Ort genießen. ....Wie schon erwähnt, ist diese Strecke für uns Neuland – daher freuen wir uns natürlich umso mehr, zu sehen, was uns nun erwarten wird.
Lieber Peter Gerne habe ich euch, auch ohne Fotos, auf der Strecke Mbombela-Pongola begleitet. Genau diese Streckenführung habe ich mir auch rausgeschrieben. In wenigen Wochen werden wir von Piet Retief nach Berg-en-Dal dort durchfahren. Wir hoffen auf besseres Wetter, vielleicht reichts dann auch für das eine oder andere Foto. 😉
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201913. Apr. 2022 · #214
Einen schönen Abend in die Runde! @ brisen: ich hoffe für euch, dass ihr entlang dieser Strecke besseres Wetter haben werdet - die Straße ist durchgängig gut ausgebaut und es gibt einige Stellen, an denen man schöne Ausblicke auf die umliegenden Landschaften hat! Ich hoffe ihr stellt dann einige der Bilder hier im Forum ein... bei uns wars leider nichts an diesem Streckenabschnitt - ist auch so zu akzeptieren! Was besucht ihr in KZN? Jedenfalls jetzt schon mal gute Reise! @fidel: Die Gegend rund um Cosi Bay ist magisch - unbedingt einbauen in eine Reise, da gibts wirklich genug zu entdecken. Die Sichtungen im Süden des Kruger waren sehr gut - das wissen wir, das wird nicht immer so sein; aber da hab ich zudem eine weitere perfekte Gelegenheit versemmelt, denn an dem Nachmittag, an dem wir die drei Leos gesehen haben, gabs dazwischen noch eine Hyäne, die mit einem getöteten Leo im Maul herumgelaufen ist - ich weiß nicht wie das passieren konnte, wir haben das aber leider nur kurz gesehen, weil ich anfangs nicht verstanden habe, warum die Autos bei einer fressenden Hyäne stehen bleiben - da war ich wirklich doof... Deinen Korrekturvorschlag - danke dafür - habe ich schon abgearbeitet! Beste Grüße euch beiden, danke fürs Mitlesen! glG Peter
Sadie1'835 Beiträge · seit 201513. Apr. 2022 · #215
Hallo, habe soeben deine wunderbaren Fotos vom Krüger bestaunt und sehr genossen. So viele tolle Aufnahmen auch von den gefiederten Freunden. Wir waren etwa zwei Wochen vor euch dort und haben uns auch über die vielen Leoparden Sichtungen gewundert. Als Gauteng noch im Lockdown war, haben wir in den ersten Tagen um Lower Sabie mehr Leo’s als Löwen gesehen, und das ist uns bei 3 Besuchen noch nie vorher gelungen. Die schöne Leoparden Sichtung von der du erzählst ist aber eine Leo Frau! Wir hatten das Glück sie an einem Morgen als erste zu entdecken, na ja, sie war ja nicht wirklich schwierig zu sehen, da sie auf der Straße lag und sich in Elefanten Urin und Kot wälzte! Ein besonders seltsames Verhalten. Wir glauben das war zur Tarnung fürs Jagen. Ich erkannte die Leopardin an ihren krummen und zerfetzten Ohren wieder. Dieses Mädel sahen wir ein paar Mal auch auf den Ästen. So klein ist die Welt dass man nun bestimmte Leos erkennet! Haha.
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201913. Apr. 2022 · #216
Guten Morgen, Sadie - das ist ja interessant, was du vom Verhalten dieser Leopardin schreibst... vermutlich wird sie dann tatsächlich einen anderen Geruch ausströmen und leichter an Tiere herankommen. Klingt völlig plausibel! Die vielen Leos haben uns auch etwas irritiert - die sind ja sehr territorial und so kleine Territorien hätte ich kaum für möglich gehalten. Es ist zudem sehr interessant, dass man einzelne Tiere in den Bildern wiedererkennt - da weiß man dann, was sie weiter machen und wo sie sich rumtreiben. Ich hoffe ihr hattet auch eine schöne Reise mit vielen tollen Sichtungen. Vielen Dank für das Kompliment bzgl. der Fotos, das freut mich! Ich wünsche dir einen guten Tag, glG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201913. Apr. 2022 · #217
Reisetag 46 (16. September 2021) – Cinderera Eco Lodge / Kosi Bay
Auch an diesem Tag sind wir in der Region Kosi-Bay unterwegs. Am Vormittag wollen wir gemeinsam mit Patrick zum „Kosi-Mouth“, der Mündung des Flusssystems in das Meer. Die Region um die vier See ist rund 10.000 ha groß und ein Naturschutzgebiet, das Teil des Greater St. Lucia Wetlandparks ist (iSimangaliso Nationalpark) und damit wieder zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Die Region südlich von Mozambique liegt dabei etwas abseits der touristischen Routen und ist dementsprechend noch weniger besucht. Nach dem vorzüglichen Frühstück brechen wir wieder mit unserem Auto auf und fahren zunächst zu einem großartigen Aussichtspunkt, von dem aus man über die vier Seen der Region blicken kann. Auch das System der Fischreusen ist von hier oben wunderbar zu sehen. Für mich ist der Blick von hier über die Landschaft einer der schönsten, die ich mir vorstellen kann.
Auch Richtung Kosi-Mouth sehen wir von hier – da wollen wir nun hin!
Vorbei an einem Fischkraal und einigen dahinterstehenden Flamingos spazieren wir zunächst durch einen kleinen Wald, der sich bald lichtet.
Hier stehen wir im Mündungsdelta der vier Seen in den Indischen Ozean. Eine wahrhaft wunderschöne Landschaft, die uns umgibt.
Ein Labyrinth an kleineren und größeren Kanälen und ein mäandrierender Flusslauf, der unmittelbar vor Erreichen des Meeres von den Sandmassen aufgestaut wird.
Auch hier sehen wir wieder einige einheimische Fischer, sonst aber keinerlei weitere Personen.
Wir verweilen einige Zeit am Meer, ehe wir wieder zurück zum Auto spazieren. Wir legen einen Zwischenstopp in der Lodge ein, wo Pam einen leckeren Thunfischsalat kredenzt. Von hier geht es am Nachmittag zum dritten See, wo wir eine mehrstündige Bootsfahrt unternehmen wollen. Da sehr starker Wind aufkommt, können wir jedoch nicht in den vierten See einfahren, da die Wellen einfach zu hoch sind. Dieser See ist bekannt für die Bambuspalmen (Raffia-Palmen), die endemisch nur hier vorkommen.
Einige der Palmen sehen wir aber auch vom dritten See aus, so können wir uns wenigstens vorstellen, was uns dort erwartet hätte. Die Bootsfahrt unternehmen wir gemeinsam mit einer südafrikanischen Familie – Eltern mit zwei jungen Mädels. Wir verstehen uns auf Anhieb sehr gut miteinander und genießen einen großartigen Nachmittag. Aber der Reihe nach: Die Seen werden natürlich nicht nur zum Fischen genutzt, sie sind vielmehr auch der Lebensraum zahlreicher Vögel, die hier ein wahres Paradies vorfinden. Uns haben es besonders die farbenprächtigen Flamingos angetan, die in großen Schwärmen auf den Seen zu finden sind. Es sind hier überwiegend Rosa-Flamingos (Greater Flamingo) zu bestaunen.
Die Vögel stapfen zwischen den Fischfallen herum und suchen nach Krabben und Shrimps.
Sobald wir ihnen zu nahe kommen, beginnen sie im Wasser zu laufen, um sich schließlich zu erheben. Das ist ein großartiges Schauspiel, das wir erleben dürfen.
Es dauert aber nicht lange, und schon gleiten die ersten Vögel wieder über das Wasser, wo sie sich fast geräuschlos niederlassen…
Wir sehen aber nicht nur Flamingos an diesem Nachmittag, während der Fahrt durch die Verbindungskanäle kommen wir auch einem Seidenreiher (Little Egret) sehr nahe. Einen Purpurreiher (Purple Heron) sehen wir über uns hinwegfliegen.
Im dritten See sind auch Flusspferde zu beobachten, die Tiere haben sich hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt und sind deshalb auch weniger aggressiv – dennoch darf man ihnen nicht zu nahe kommen.
Wir sehen wieder zahlreiche Fischfallen und sind fasziniert, als auf einem der Zäune ein Schreiseeadler (African Fish Eagle) sitzt. Der große Vogel lässt das Boot sehr naher antreiben und wir können das Tier gut beobachten.
Schließlich stoppen wir noch bei einem der Fischer, der eben dabei ist, seine Reusen zu kontrollieren und kaufen ihm einen der frisch gefangenen Fische ab, die die südafrikanische Familie mitnehmen will, um ihn am Abend zu grillen.
Wir stoppen zudem noch kurz, damit die Mädels ihre Taucherbrillen und Schnorchel nicht umsonst mitgebracht haben. Währenddessen bestaunen wir die Vegetation entlang der Seen.
Der Bootsausflug ist sehr empfehlenswert, wir genießen die Zeit auf den Seen in vollen Zügen. Die landschaftliche Schönheit der Region ist atemberaubend und wir werden sicher wieder einmal hierher zurückkehren, vielleicht im November oder Anfang Dezember, wenn die Schildkröten zur Eiablage an Land kommen. Nun geht es aber wieder zurück zur Lodge, wo wir noch einmal von Pam und ihrer Kochkunst verwöhnt werden. Die Tage hier in Kosi Bay vergehen wie im Flug, morgen müssen wir bereits wieder weiterziehen…
Gefahrene Tageskilometer: 44
brisen407 Beiträge · seit 201513. Apr. 2022 · #218
Luigi15 schrieb:Einen schönen Abend in die Runde! @ brisen: ich hoffe für euch, dass ihr entlang dieser Strecke besseres Wetter haben werdet - die Straße ist durchgängig gut ausgebaut und es gibt einige Stellen, an denen man schöne Ausblicke auf die umliegenden Landschaften hat! Ich hoffe ihr stellt dann einige der Bilder hier im Forum ein... bei uns wars leider nichts an diesem Streckenabschnitt - ist auch so zu akzeptieren! Was besucht ihr in KZN? Jedenfalls jetzt schon mal gute Reise!
Lieber Peter Danke für die guten Wünsche und dein Interesse an unserer Reise. Wenn während unserer Reise das Wetter schlecht sein sollte, dann bitte auf dieser Strecke. Wir dürfen übrigens 40% deiner Reisetage in Südafrika verbringen. Unser Flug geht via Johannesburg nach Durban und von dort nach Ballito (1 N), Mtunzini wegen der Raffiapalmen (1N), Saint Lucia (3 N), Imfolozi (2 N), Hluhluwe (1 N), Ndumo (2 N), Mkuze (2 N), Piet Retief (1 N) und dann in den Krüger (20 N) und über Haenertburg (1N) und Schrikkloof bei Bela-Bela (2 N) in den Pilanesberg (4 N) und via Johannesburg zurück in die Schweiz. Meine Reiseberichte finden in einem andern Forum statt. Ich weiss noch nicht, ob ich auch hier etwas einstellen werde.
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201914. Apr. 2022 · #219
Guten Morgen, brisen! 40 Tage in diesem schönen Land sind ja auch nicht gerade wenig - da könnt ihr eine wundervolle Tour unternehmen und die Route kling verheißungsvoll! Wir haben in Mkuze leider wenig gesehen - waren aber nur kurz dort. St. Lucia ist genial - da kommen gleich nach Ostern dann auch die Bilder von mir, das war wirklich gut, Imfolozi ebenfalls - ein Träumchen... Vielleicht habt ihr Zeit auf dem Weg bei der Emdoneni-Lodge vorbei zu fahren, die haben ein Aufzuchtprogramm für die Kleinkatzen (Karakal, Serval, Wildkatzen) - das ist ebenfalls wirklich gut... Hinsichtlich eurer Reiseberichte habe ich mich im "anderen Forum" auch schon schlau gemacht - großartige Bilder, einfach wunderbar. Danke für den Link... Wünsche euch erholsame Osterfeiertage, alles Gute, Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201914. Apr. 2022 · #220
Reisetage 47 und (17. und 18. September 2021) – Nibela Lake Lodge
Heute heißt es wieder Abschied nehmen – ein Abschied, der uns durchaus schwer fällt, denn der Aufenthalt bei Pam und Bill war wunderschön, die beiden extrem freundliche Gastgeber. Wir fühlen uns hier wohl, der Platz strahlt etwas Besonderes aus (und ich bin alles andere als esoterisch angehaucht). Wenn man eine Reise plant, erkundigt man sich natürlich im Vorfeld über die Quartiere, die besucht werden sollen – aber hier haben wir einen Glücksgriff gemacht, für uns hat es hervorragend gepasst! Nach dem Frühstück verabschieden wir uns und fahren die sandige Rumpelpiste zurück Richtung Manzini.
In Manguzi tanken wir zur Vorsicht unser Auto voll und dann geht es in südlicher Richtung weiter, wobei das erste Tagesziel das Mkuze Game Reserve sein soll, an dem wir ja ohnehin fast direkt vorbeifahren. Dieses Reservat habe ich vor Jahren einmal besucht, aber meine Erinnerungen daran sind nicht wirklich präsent. Wir wollen etwa vier Stunden hier verbringen, das geht sich am heutigen Tag mit der kurzen Fahrstrecke gut aus. Die Zufahrt von der Ostseite ist etwas holprig, in der Straße sind teils gewaltige Löcher, außerdem lässt die Beschilderung zu wünschen übrig, denn je näher man dem Ziel kommt, desto weniger Hinweistafeln sind angebracht. Im Mkuze Game Reserve selbst ist das Straßensystem hervorragend ausgebaut, alle Strecken sind in einem guten Zustand, die Rezeption, wo man die Eintrittskarte kauft ist sehr modern angelegt. Leider ist das Unterholz im Game Reserve aber zumeist sehr dicht, sodass die Tierbeobachtung äußerst schwierig ist. Wir müssen relativ lange suchen, bis wir die ersten Tiere entdecken. Zunächst sehen wir ausschließlich einige Rotducker, die aber meist schneller sind als ich – ich weiß nicht, ob es an der Tagesverfassung liegt, aber ein richtig gutes Bild will nicht gelingen.
Wir stoppen an zwei See, besuchen sogar einen Birdhide – aber überall das gleiche Resultat: Gähnende Leere! Landschaftlich ist der Park aber sehr schön, hier macht es definitiv Sinn, einen längeren Aufenthalt einzuplanen.
Zwischendurch „stolpern“ wir über einen Nyala und ein Kräuselhauben-Perlhuhn (Crested Guinea Fowl).
An einem Wasserloch sehen wir dann weitere Tiere, auch hier ist es eine Gruppe Nyala, die sich beobachten lässt – wir sind schon fast so etwas wie erleichtert…
Eine Gezähnte Pelomeduse mit Schlammpackung am Rücken ist ebenso zu sehen wie einige Vögel: Ein Angola Schmetterlingsfink (Blue Waxbill) und eine Spiegelwida (White-winged Widowbird) (danke, Maddy!).
Zudem sehen wir auch noch eine Schildkröte…
Wir sind ein wenig enttäuscht, dass wir hier in Mkuze nicht mehr sehen, auf der anderen Seite sind wir aber nur kurz zu Besuch – sozusagen auf der Durchfahrt. Also geht es für uns auf der holprigen Piste wieder zurück zur Hauptstraße R22, der wir weiter nach Süden folgen. In der Zwischenzeit hat es sich leider wieder eingetrübt und es beginnt leicht zu regnen…
Die Strecke von der Cinderera Lodge bis zur Nibela Lake Lodge ist nur rund 200 km lang, da ist aber der Ausflug in den Mkuze-Park miteingerechnet. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir unser Ziel, eine Lodge, die an der Spitze einer Halbinsel im St. Lucia See liegt. Die Lage an sich ist sehr vielversprechend, vor allem wird die Gegend hier als Vogelparadies beschrieben. Wir checken an der Rezeption ein und beziehen unsere Bungalows, die über einen Treppelweg zu erreichen sind, der in einigen Metern Höhe durch einen wunderbaren, dichten Wald führt. Wir sind begeistert von der Artenvielfalt der hier wachsenden Pflanzen.
Auch diese Lodge ist kaum gebucht, es sind nur wenige der Chalets belegt, beim Abendessen sitzen gerade einmal acht Personen im Speisesaal. Warum ich das erwähne: Es erhärtet sich bei uns bald der Verdacht, dass man bedingt durch die geringe Belegung auch den Service auf ein Minimum zurückgefahren hat…
Es ist immer schwierig, bei der Beurteilung von Unterkünften gerecht zu sein – aber ich muss ganz klar festhalten, dass wir mit diesem Hotel nicht wirklich zufrieden sind. Das trifft natürlich nur auf uns zu, auf unsere Bedürfnisse – andere Gäste können das ganz anders empfinden. Zumindest beim Abendessen empfinden das einige Gäste aber genauso wie wir, denn es gibt zahlreiche Reklamationen (teils lautstark) über die Qualität der Speisen. Wir sind besonders darüber verwundert, dass sich der Manager dann beispielsweise bei uns dafür rechtfertigt, dass sich zwei Gäste aus Durban, die neben uns am Tisch sitzen, beschwert hatten… Irgendwie komisch, denn damit wollen wir nun wirklich nichts zu tun haben!
Wir haben die Lodge unter anderem deshalb gebucht, weil ich hier Vögel fotografieren wollte – es wird ja explizit mit „Vogelparadies“ geworben. Als ich am darauffolgenden Morgen aber zum „Birdhide“ aufbreche, kann ich diesen zunächst nicht finden – das hängt aber nicht mit der Beschilderung zusammen, sondern damit, dass ich die Bretterbude, die weit weg vom Teich steht, nicht als solchen erkannt habe…
Dass das Wetter nicht mitspielt, dafür kann niemand etwas. Der Wasserspiegel des Sees war so stark gestiegen, dass die Bootsstege teils überschwemmt waren – aus diesem Grund wurden vorsorglich alle Aktivitäten mit Booten abgesagt… Während unserer beiden Tage vor Ort hat es annähernd durchgeregnet – an Vogelfotografie war also ohnehin nicht unbedingt zu denken. Ich war in den Regenpausen wirklich unentwegt auf der Suche, aber besonders erfolgreich war ich leider nicht: Lediglich einen Wollhalsstorch (Woolly-necked Stork), einen Hagedasch Ibis (Hadada Ibis), einen Streifenkopf-Heckensänger (Bearded Scrub Robin), eine Sambesi Rußmeise (Southern Black Tit) und einen Meisenschnäpper (Grey Tit-Flycatcher) kann ich erspähen. Den letzten Vogel hat Maddy erfolgreich als Braunkopf Tropfenvogel (Eastern Nikator) klassifiziert - vielen Dank dafür, das ist eine Premierensichtung für mich!
Die Grünen Meerkatzen sind ständig in der Lodge unterwegs, sie stört auch der regen nicht sonderlich.
Als pünktlich zu unserer Abreise der Regen endet und die Wolken aufreißen, fliegen große Gruppen Pelikane auf den See hinaus.
Wir hatten uns im Vorfeld sehr auf den Aufenthalt in der Nibela Lake Lodge gefreut – im Nachhinein betrachtet war es für uns die Lodge, von der wir in vielerlei Hinsicht enttäuscht sein sollten. Auch im Preis-/Leistungsverhältnis gibt es unserer Meinung nach eine Schieflage. Das ist schade, denn die Zimmer sind schön, die Lage der Chalets (wenn die Aussicht auch noch gegeben ist), wunderbar. Wir kommen uns in dieser Anlage aber eher als Störfaktor vor… Wir haben hier aber wenigstens viel Zeit um uns auszuruhen, zu lesen , die Kamera-Ausrüstung zu putzen, mehr oder weniger tiefsinnige Gespräche zu führen. 😄 Im Nachhinein betrachtet ist es einfach eine erholsame Pause.