5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil II JNB -> WDH 2024

Reisebericht 34 Antworten · 2'821 Aufrufe · gestartet 08. Mai 2025 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201608. Mai 2025 · #1
Vorgeschichte Teil II - IV

Ich möchte hier nun vom zweiten Teil unserer insgesamt 5 Monate im südlichen Afrika berichten - insgesamt drei Monate im Februar bis Mai 2024 von Johannesburg über Windhoek nach Kapstadt. Der Übersichtlichkeit halber, werde ich den Bericht auf drei Teile in getrennten Threads aufteilen wie folgt:

Johannesburg -> Windhoek
Campingtour durch Namibia
Windhoek -> Kapstadt

Der Bericht zu Teil I unserer Reise (2 Monate von Kapstadt zum Kruger im April - Juni 2022) findet sich hier.

Eine Übersicht der einzelnen Stationen findet sich hier.

Einen Gesamtüberblick über unsere Route sieht man auf der folgenden Karte.



Bevor es mit Teil II - von Johannesburg nach Windhoek losgeht, möchte ich noch ein paar allgemeine Zeilen über diese Reise verlieren.

Bereits vor unserem Abflug nach Südafrika im April 2022 hatten wir eine weitere Reise ins südliche Afrika ins Auge gefasst. Mein/Unser Ziel war es, unsere Sehnsucht nach Reisen in Afrika nach Möglichkeit nicht abreißen zu lassen und lieber früher als später Nägel mit Köpfen zu machen, damit man gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, aus Bequemlichkeit weitere Reisen/Planungen aufzuschieben. Zudem fühle ich mich zugegebenermaßen wohler und lebe positiver, wenn sich am Horizont, auch wenn er noch so weit weg sein mag, eine weitere Reise abzeichnet.

Wir hatten meine Eltern genug angefixt, so dass sie Feuer und Flamme waren, uns auf einer Camping-Tour durch Namibia im Frühjahr 2023 zu begleiten. Die Wahl der Jahreszeit war diesmal bewusst gewählt. Es sollte nicht kalt sein (damit fiel alles ab Ende Mai bis Anfang September weg), nicht Hauptsaison und schön grün (damit fiel September bis Oktober weg) und nicht pervers heiß (damit fiel November bis Februar weg).

Um die Genehmigung der nunmehr nötigen Urlaubsanträge zu vereinfachen (wir brauchten ja die Erlaubnis von vier verschiedenen Arbeitgebern) wollten wir über Ostern 2023 für drei Wochen nach Namibia. K1 wäre dann gute 2 Jahre alt gewesen. Es gab erste grobe Routenideen. Da v.a. Bushcamper manchmal Mangelware sein können (vor allem in Zeiten der allgemeinen Fahrzeugknappheit während Corona) buchten wir daher bereits vor unserer Abreise im April 2022 einen Bushcamper sowie einen Dachzeltcamper bei Savanna für März 2023. Durch unsere frühe Buchung und die noch schwelende Coronathematik erhielten wir hierfür einen sehr fairen Preis mit den Rates vor Corona (weshalb wir auch nicht unseren bevorzugten Anbieter Bushlore wählten).

“Leider” kam diesmal eine weitere Schwangerschaft dazwischen, so dass wir die Buchung bei Savanna - bei gleichbleibenden Konditionen - auf die Osterferien 2024 verschoben. Ob wir die Reise dann tatsächlich mit 2 kleinen Kindern durchziehen wollen würden und könnten, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch vollkommen offen. Nachdem sich abzeichnete, dass wir ein gesundes weiteres Kind hatten und damit auch im Alltag zurecht kamen, konkretisierten wir unsere Pläne für eine weitere Elternzeitreise. Während wir uns beim ersten Kind noch den Luxus von 2x2 Monaten Reise im Abstand von einem halben Jahr während der Elternzeit gönnten (bei Geburt konnte ich jeweils glücklicherweise 4 bzw. 6 Wochen Urlaub nehmen), mussten beim zweiten Kind nicht nur die Auswirkungen auf unsere Finanzen stärker berücksichtigt werden (wir waren zwischenzeitlich umgezogen und hatten deutlich höhere Fixkosten) sondern auch die Auswirkungen einer längeren Abwesenheit auf die Betreuung von K1. Zwei längere Reisen in kurzem Abstand erschienen uns unnötig stressig/aufwändig, insgesamt vier Monate auf Reisen hingegen zu teuer/finanziell einschneidend bzgl. Elterngeld und eine zu lange Abwesenheit von der Kinderbetreuung.

In Bezug auf die Kinderbetreuung hatten wir zunächst auch Bedenken, da an unserem Wohnort absurd hoher Mangel an Betreuungsplätzen herrscht, wir mit viel Glück einen Krippenplatz für K1 bekommen hatten und wussten, dass es viele Einrichtungen gibt, die bei solch langen Abwesenheiten den Platz kündigen. Auch dieses Risiko nahmen wir jedoch zunächst in Kauf, da K1 ab dem Herbst ohnehin in den Kindergarten gehen würde. Tatsächlich war unsere Einrichtungsleitung jedoch von unserem Plan sehr angetan, stellte uns vor keine Probleme und veranlasste sogar eine Streichung des Essensgelds.

Insgesamt einigten wir uns daher auf einen Kompromiss von drei Monaten Elternzeit plus eine Handvoll Urlaubstage.

Als Zeitraum waren die bereits gebuchten 3 Wochen Camper in Namibia fix, das andere Limit stellten die Elterngeldregeln dar. Heraus kamen insgesamt 3 Monate von Ende Februar bis Ende Mai mit Kindern im Alter von 10 Monaten u. 3 Jahren zu Beginn und 13 Monaten/fast 3,5 Jahren bei Rückkehr.

Routenplanung Gesamtreise

Die fixen 3 Wochen Namibia in der Mitte stellten uns routenplanungstechnisch vor erhebliche Herausforderungen. Da sich die Preise für Camper im Vergleich zu unserer Buchung zum Teil verdoppelt hatten, wollten wir die bestehende Buchung als “Schnäppchen” dennoch in jedem Fall mitnehmen.

Wir wollten in jedem Fall einbauen:
Drakensberge
KTP
Westküste Südafrikas
südliches Namibia
Kapregion

Es war klar, dass diese Vorgaben, die weiten Entfernungen und unser weiterhin bestehender Wunsch, Fahrzeiten möglichst kurz und Aufenthalte möglichst lang zu halten, eine Reihe von Kompromissen erforderten. Auch dass wir “nur” ca. einen Monat Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, machte es nicht einfach. Direkt in Windhoek zu starten und danach von dort nach Kapstadt würde bedeuten, über 2 Monate für die Strecke Windhoek - Kapstadt zur Verfügung zu haben, was uns wiederum etwas viel erschien. Zudem ließen sich so die Drakensberge nicht wirklich einbauen.

Irgendwann nagelten wir die Tage im KTP (Buchungsproblematik ist ja bekannt) fest, weil es da noch Verfügbarkeiten gab und bauten außen rum unseren ersten Streckenteil mit Pilanesberg, Drakensbergen, Mokala und KTP.

Zur Routenplanung in Namibia und für den weiteren Weg nach Kapstadt werde ich bei diesen Reiseteilen noch ein paar Ausführungen machen, zur Routenplanung für den Abschnitt Johannesburg/Windhoek weiter unten.

Manchmal merkt man mitten in der Buchungsphase, dass man einen groben Fehler gemacht hat. Hier dämmerte uns irgendwann, dass es viel geschickter gewesen wäre, die Route umzudrehen, d.h. im Februar in Kapstadt zu starten und im Mai in Johannesburg zu enden. So könnten wir das gute Sommerwetter in der Kapregion bzw. an der Westküste nutzen und hätten in Kalahari und den Drakensbergen keine Sommerhitze mehr. Zudem hätten wir so mehr Zeit für die Strecke Windhoek/Johannesburg zur Verfügung. Obwohl wir noch keine Flüge gebucht hatten zu diesem Zeitpunkt, entschieden wir uns schließlich aus Bequemlichkeit dagegen, alles nochmals umzuschmeißen und neu zu planen und zu buchen. Zudem hätte es im dann relevanten Zeitraum im KTP nahezu keine Verfügbarkeiten mehr gegeben.

Auto

Ein weiteres Thema war natürlich das Mietauto. Aufgrund unserer Erfahrungen aus 2022 war klar, dass es mindestens einen Kofferraum von der Größe eines Toyota Avanza/Suzuki Ertiga braucht. Für den KTP aber zugleich einen SUV - der natürlich auch in Namibia bzw. allgemein auf Gravel Roads sinnvoller ist. Das engte die Auswahl ziemlich ein auf Hilux oder Fortuner. Weiteres Problem: wir brauchten eigentlich ein Auto von Johannesburg nach Windhoek und ein weiteres von Windhoek nach Kapstadt. Weiteres Problem: Die meisten “großen” Vermieter bieten keine so langen Zeiträume zur Miete an oder jedenfalls nicht über die Standardsuchmasken. Preislich bewegten wir uns definitiv in Bereichen, wo man über ein eigenes Fahrzeug im südlichen Afrika nachdenken kann. Wenn die bekannten Registrierungsprobleme nicht wären und wir sicherer hätten sein können, es auch in den kommenden Jahren regelmäßig zu nutzen, hätten wir wohl eher diesen Weg gewählt. Aber gerade mit Kindern sind da zu viele Fragezeichen.

Letztlich landeten wir - bekannt und bewährt - bei Bushlore. Hier hatten wir die Option Fortuner oder Hilux, konnten Oneway-Mieten machen und wussten, dass wir gute Fahrzeuge mit allem Nötigen bekommen würden. Hier sprach dann letztlich allein Geld für Hilux und gegen Fortuner. In Summe hätte uns übrigens ein bei Bushlore für den gesamten Reisezeitraum (87 Tage) gemieteter Bushcamper nur wenige hundert Euro mehr gekostet als 2x Hilux inkl. Oneway Fee und der Savanna Bushcamper. Da wir uns aber ohne Unterstützung der Großeltern nicht gleich ins Abenteuer Camping mit 2 Kleinkindern in Afrika stürzen wollten und unser Gepäck in einem normalen Hilux deutlich besser aufgeräumt ist, entschieden wir uns gegen diese Variante (auch wenn man hier natürlich bei den Unterkünften viel hätte sparen können).

Wir hatten also am Ende gemietet:
30 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 74€/Tag
21 Tage Bushcamper von Savanna für 91€/Tag
37 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 86€/Tag

Der Hilux war im ersten Reiseteil manchmal Overkill (zum Teil aber sehr sinnvoll), im letzten Reiseteil öfters Overkill. Hier mangelte es aber schlicht an (vergleichbar oder besser bepreisten) Alternativen für 37 Tage Oneway von Namibia nach Südafrika.

Wir hätten auch einen Kühlschrank für geringen Aufpreis mitmieten können, der über die 2. Batterie versorgt würde, entschieden uns aber letztlich aus Kostengründen dagegen. Dies dürfte rückblickend auch die richtige Entscheidung gewesen sein, da unsere selbst gekaufte Kühlbox schön groß, ausreichend und in Summe deutlich günstiger war.

Die Fahrzeuge von Bushlore waren top. Relativ neue Hilux Automatik, gute Reifen, Schubladensystem im Canopy für mehr Ordnung und genug Stauraum. Sogar Apple Car Play war verfügbar - ungeahnter Luxus in einem Hilux. Wir sind große Hilux-Fans (noch mehr geworden) und liebäugeln auch mit dem Kauf eines Hilux in Deutschland als Reisefahrzeug (auch wenn hier aktuell noch die Vernunft siegt), kennen und mögen also die Fahrweise.

Alternativ zu Bushlore hätten wir übrigens auch noch bei Europcar für 87 Tage durchgehend einen Hilux mieten können (und ihn 3 Wochen ungenutzt in Windhoek stehen lassen). Dies wäre geringfügig (in Summe ca. 500€) günstiger gewesen. Der Mehrpreis für bekannt gute Fahrzeuge und die Zusatzausstattung bei Bushlore war es uns dann aber doch Wert.

Insgesamt verdammt viel Geld trotz viel Entgegenkommens seitens Bushlore.

Wir hatten es im Übrigen auch geschafft, nach Großeinkäufen das gesamte Ladevolumen des Hilux-Canopy nahezu vollständig bis zur Decke auszureizen..


Gepäck

Waren wir 2022 zu dritt noch mit Reisebett, 3 Reisetaschen und 2 Handgepäckrucksäcken gestartet, vergrößerte sich unser Gepäck nun nochmal deutlich. Der Buggy blieb diesmal daheim, dafür kam eine Kraxe mit. Deutlich praktischer, aber auch voluminöser. Zudem musste eine weitere Reisetasche mit. Mit viel Müh und Not und Weglassen von ein bis zwei Dingen hätte man möglicherweise alles in drei Reisetaschen bekommen. Auch hier entschieden wir uns für den Komfort und buchten ein weiteres Gepäckstück, damit wir vier Reisetaschen plus Reisebett mitnehmen konnten.

Zudem war diesmal die Babyschale für K2 mit an Board. Nach unseren Erfahrungen aus 2022 waren wir uns nicht sicher, ob wir für ein noch kleineres Kind (das zudem nicht groß geraten ist) einen akzeptablen Sitz bekommen würden (vor allem bei mehreren getrennten Anmietungen). Zudem wäre unsere heimische Babyschale irgendwann zeitnah nach der Rückkehr auch langsam “alt”, so dass das Risiko von unsichtbaren Beschädigten beim Transport im Flugzeug verschmerzbar erschien. Für K1 hatten wir jeweiles einen Sitz gemietet - hier würde formal bereits eine Sitzerhöhung ausreichen, wir hatten aber insgesamt jeweils vernünftige Sitze mit Rückenlehne und Seitenschutz bekommen.

Wir hatten wieder 2 Handgepäckrucksäcke, für K1 gab es vom Christkind einen Trolley von Stokke (Jetkids). Die Grundidee dahinter war, dass er so trotz ständiger Wechsel “seinen” Koffer mit den Sachen, die ihm am wichtigsten sind, immer bei sich haben konnte beim Fahren. Insgesamt hat sich der Koffer durchaus bewährt, auch im Flugzeug. Er passt in Auto und Flugzeug gut in den Fußraum und es passt alles an Spielkram rein, was man so braucht.

Zudem gab es für K1 eine aufblasbare Reise-Luftmatratze von Stokke (Cloudsleeper). Wir wussten nicht, ob und wie sicher er in unbekannten Einzelbetten schlafen würde und dachten uns, dass er so ohne Rausfallrisiko immer auf derselben Matratze würde schlafen können. Ohne zu Spoilern kann ich an dieser Stelle verraten, dass wir sie genau eine Nacht lang genutzt haben und danach sein Bett immer gut mit Stühlen o.ä. gegen Rausfallen schützen konnten, ohne den Aufwand des Aufblasens der Matratze. Das gestaltete sich nämlich doch nerviger und langwieriger als gedacht..


Sicherheit

Zum Thema Sicherheit hatte ich bei Teil I bereits einiges geschrieben. Auch zur Frage Paranoia bzw. wann Reisen noch erholsam ist, habe ich dort einiges geschrieben. Wir behielten das meiste bei. Zwei Aspekte bereiteten uns aber im Vorfeld der Reise Gedanken:

1. Wie kann ich im Notfall ggf. 10-15.000€ blitzschnell verfügbar machen, damit der Rettungsflieger startet, wenn die Versicherung in Deutschland nicht in die Pötte kommt? Hier hatten wir 2022 eine Auslandsversicherung, die eine Kreditkarte inkludierte, die auf Zuruf von der Versicherung aufgeladen und zur Zahlung verwendet werden konnte (so die Theorie und auch einige positive Berichte). Leider wurde der Service wieder eingestellt. Es gibt leider zu viele Geschichten, in denen deutsche Versicherungen erst Stunden brauchen, ehe Freigaben erteilt werden oder es scheitert am verfügbaren Faxgerät. Hier einfach die Kreditkarte zücken zu können, damit der Flieger starten kann, ist im Zweifelsfall lebensrettend.

2. Gibt es Lösungen gegen das (damals verstärkt aufkommende) Szenario der Entführung zum Geldautomaten?

Für beides wählten wir Revolut als weitere Ergänzung. Für das erste oben genannte Szenario nahmen wir eine rein virtuelle Kreditkarte, die wir mit 15.000€ als Sicherheit aufluden. Die Karte existierte nicht physisch, die Daten hierzu hatten wir (codiert) auf unseren ausgedruckten Listen. Im Notfall hätten wir die Daten wie die einer physischen Karte angeben können bei Rettungsdienst oder Krankenhaus.

Für das zweite Szenario griffen wir auf aufladbare Kreditkarten von Revolut zurück und benutzten primär diese für Abhebungen/Zahlungen in unserem “Fake”-Geldbeutel. Es waren dann immer nur ein paar hundert Euro drauf. Das verschafft natürlich keine 100% Sicherheit, weil die normalen Kreditkarten natürlich auch im Gepäck dabei sind, bietet aber ein mehr an Sicherheit ohne großen Mehraufwand.

Anders als 2022 war diesmal zudem ein Satellitentelefon mit dabei, gemietet (zum wiederholten Mal) bei Satfon.de. Vor allem in Namibia, aber auch in einigen Gegenden Südafrikas würden wir zum Teil längere Zeit jenseits von jeglichem Handyempfang sein. Da gerade mit Kindern - bisweilen auch nachts/abends - Problem auftauchen können, die einer Klärung aus der Ferne benötigen, verschaffte uns das Wissen, jederzeit Personen mit Internet oder medizinischen Background erreichen zu können, ein Gefühl von Sicherheit. Auch hier wäre kaufen nicht viel teurer gewesen als mieten, aber auch hier hat man mit Kindern nicht die Planungssicherheit, um abschätzen zu können, wie oft man es in den nächsten Jahren brauchen wird. Vernünftige Gebrauchte gab es zu der Zeit leider nicht am Markt.


Flüge

Nachdem die Route grob stand, buchten wir - für unsere Verhältnisse relativ kurzfristig - einige Monate vorher Flüge mit Lufthansa von München über Frankfurt nach Johannesburg und von Kapstadt über Frankfurt nach München. Der zeitweise angebotene Direktflug München - Johannesburg erfolgte nur an einzelnen Wochentagen und wir wollten aufgrund der “kurzen” Zeit bis zu unserer Camper-Runde in Namibia möglichst viele Tage nutzen. Der Direktflug Kapstadt - München kam als Tagflug nicht in Frage.

Gezahlt haben wir mit Sitzplatzreservierung und einem zusätzlichen Gepäckstück 3.160€. Dafür okaye Flugzeiten und jeweils einen Nachtflug.

Kamera etc.

Im Vergleich zum ersten Teil 2022 (siehe hier) gab es eine Änderung. Die 70D wurde durch eine EOS R7 ersetzt. Der neue und bessere Autofokus (v.a. auch im Vergleich zur 5D IV) machte sich definitiv bezahlt, das ist einfach eine andere Liga (bzw. 10 Jahre Entwicklungszeit). Tiere/Vögel sind daher i.d.R. mit der R7 fotografiert worden, Landschaft (außer bei Wanderungen/auf Game Drive) mit der 5D IV, bei Wanderungen oder unterwegs war primär die Sony RX100 im Einsatz.

Budget

Es war klar, dass eine dreimonatige Reise zu viert in nochmals andere preisliche Dimensionen vorstoßen würde als eine zweimonatige Reise zu dritt. Ohne Kinder oder mit größeren Kindern hätte man hier mit durchgehendem Camping (mit einigen festen Unterkünften dazwischen) sicher einiges an Geld sparen können. Das erschien uns aber dann doch zu anstrengend. Eigentlich ziehen wir Campen im Afrika festen Unterkünften vor. Allerdings bieten letztere eben eine Reihe an Komfort-Vorteilen, die gerade mit Kindern nicht zu unterschätzen sind - v.a. feste Wände und Platz, sich innerhalb davon zu bewegen, ohne ständig schmutzig zu werden, Platz beim Kochen, ggf. getrennte Schlafräume..

Insgesamt zahlten wir für feste Unterkünfte zwischen 40€ (Kalahari Trails) und 225€ (Klein Aus Vista Eagles Nest) pro Nacht mit einem Schnitt von 88€. Wenn man die Camping-Nächte mit eingerechnet, sinkt der Schnitt auf 79€ pro Nacht.

Bei Campingplätzen waren die Preise zwischen 0 € (Wildcamping im Messum Krater) bzw. 20 € (Mirabib, Blutkuppe) und über 100€ (Namibrand).

Die Autos kosteten uns insgesamt 7.500€ für 86 Miettage, in denen wir ziemlich exakt 10.000 Kilometer fuhren.

Autos u. Unterkünfte machten somit ca. je 40% der Kosten aus, die Flüge 20% (Einkäufe, Eintritte etc. nicht berücksichtigt).

Insgesamt kostete uns der Spaß - ohne Einkäufe, Eintritte u. Diesel - knapp 19.000 €.. Wir rechtfertigten es als Once in a Lifetime Gelegenheit vor uns selbst, zudem waren wir 2023 nicht verreist.. Es hätte bestimmt noch manches Einsparpotential gegeben, aber auch hier wieder: mit Kindern verschieben sich manche Prioritäten.. Mit noch mehr Zeit vor Ort wäre es zudem sicher möglich gewesen, den Tagesschnitt nochmal deutlich zu drücken.

Routenplanung Teil II - Johannesburg - Windhoek

Wir standen vor der Schwierigkeit, dass wir “nur” 29 Tage Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, dabei möglichst lange Strecken vermeiden wollten, Tiere im Pilanesberg sehen wollten, in den Drakensbergen wandern wollten und so viel Zeit wie möglich in der Kalahari verbringen wollten.

Hierzu hatten wir letztlich mehrere 1-Night-Stops als Zwischenübernachtung eingesetzt, um Strecken zu entzerren. Dies erwies sich durchgehend als richtige Entscheidung. Wir blieben nach Ankunft zunächst eine Nacht in Midrand. Auf dem Weg vom Pilanesberg zu den Drakensbergen machten wir für eine Nacht Halt auf Höhe Heidelberg, auf der Strecke von den Drakensbergen nach Mokala in Bloemfontein.

Die längste Etappe waren 380 Kilometer, die kürzeste 36.

Wir überlegten lange, ob wir über das Witsand NR fahren sollten, da es einige Umweg-Kilometer bedeutete und es nahezu keine aktuellen Bewertungen gab. Auch in Namibia suchten wir lange nach einer passenden Unterkunft im Bereich der Kalahari. Auch Pilanesberg passte nicht so wirklich in die Route, war aber unsere einzige Option, einen weiteren Nationalpark mit guten Sichtungschancen mitzunehmen. Hier hätte man vielleicht mit mehr Zeit oder bei Weglassen der Drakensberge eine andere Route nordwestlich von Johannesburg wählen können.

Heraus kam eine wohl etwas ungewöhnliche Kombination/Streckenführung mit folgenden Stationen:

1N Midrand Amohela Guesthose
4N Pilanesberg Mogwase 2 Wild Olives
1N Heidelberg Tree Trust Farm Mahagony Cottage
5N Berg House & Cottages Nr. 2
1N Bloemfontein De Stallen Guesthouse
4N Mokala NP Mosu Lodge LB2D
2N Witsands NR Chalet
2N Kalahari Trails
3N KTP Twee Rivieren FA2/4
3N KTP Mata Mata RF4
2N Aranos Dorsland Cottage

Zur Einstimmung auf diesen Teil vorab ein paar Teaser-Bilder:











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Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201610. Mai 2025 · #2
22.02/23.02.2024 Anreise

Die erste logistische Herausforderung stellte bereits die Anreise zum Flughafen dar.

Wir hatten, wie bereits geschildert, 4 Reisetaschen, 1 Reisebett, 1 Kraxe, 1 Kindersitz und 2 Kinder zu transportieren.



Diese Schwierigkeiten hielten uns im Übrigen auch davon ab, ein Zug-zum-Flug Angebot der Lufthansa anzunehmen. Es hätte für unsere Daten auch die Option gegeben, per Zug nach Frankfurt oder Zürich zu fahren, was uns über 500€ erspart hätte. Auch zeitlich durchaus nicht unattraktiv. Zudem weniger Zeit in engen Fliegern und am Flughafen. Aber die Aussicht, das Gepäck plus Kinder in den Zug zu bringen, dort angemessen zu verstauen und wieder rauszubringen am Zielbahnhof erschien uns nahezu unmöglich. Wir hatten sogar geprüft, ob wir nicht einen Helfer engagieren, der uns sozusagen als Träger zum Flughafen begleitet - was trotz der Zugkosten für den Helfer immer noch deutlich günstiger gewesen wäre. Leider passte es zeitlich aber nicht wirklich mit Hin- und Rückreise etwaiger Helfer, zudem hätten sie auch noch Urlaub nehmen müssen.. Das war dann noch zu viel des Guten, daher der ökologisch zweifelhafte Zubringerflug statt Zug..

Ein Versuch am Abend vorher mit zu 90% final gepackten Sachen ergab, dass wir es ganz knapp passen dürfte (mit Gepäck z.T. auf der Rückbank) alles in unseren Kombi zu bekommen. Ob es tatsächlich reichen würde, konnten wir erst bei Abfahrt feststellen. Das Auto wurde dann am Flughafen von einem Familienmitglied in Empfang genommen und wieder zurückgefahren..

Es war ein Sonntagabend und daher glücklicherweise sehr wenig los am Flughafen. Wir durften als Familie mit kleinen Kindern zum Business-Schalter. Anders als beim letzten Mal begannen jetzt jedoch erst die Diskussionen. Der Mitarbeiter war der Meinung, dass bei einer Infant-Buchung (<2 Jahre) nie ein Gepäckstück frei dabei sei, auch wenn im Tarif des begleitenden Elternteils eines enthalten ist. Auf meinen Verweis auf die entsprechende Homepage der Lufthansa, die ich ihm am Handy zeigen wollte, meinte er nur, wir sollten aufpassen, was wir sagen und er arbeite seit Jahren für die Lufthansa und wisse besser, was gelte und was nicht. Es sei ihm technisch überhaupt nicht möglich, auf ein Infant ein Gepäckstück zu buchen..

Nach einigen Minuten rumklicken geschah dann ein Wunder und wir durften doch alles abgeben. Kraxe und Kindersitz wurden anstandslos als Kleinkindgepäck in einem großen Transportsack akzeptiert.

Die Erfahrung reiht sich leider ein in die extrem große Bandbreite von Erfahrungen mit Lufthansa - von katastrophal bis echt gut. Wir hatten eigentlich schon mehrfach geschworen, nie wieder Lufthansa zu buchen. Leider je nach Strecke jedoch alternativlos, wenn man halbwegs erträgliche Gesamtreisezeiten möchte..

Wir waren rasch durch die Sicherheitskontrolle, dann hieß es leider lange Warten.



Dafür gab es Sandwich und die letzten Brezen für die nächsten 3 Monate. Der Flug nach Frankfurt sollte um 19:00 Uhr gehen. Wir starteten mit ca. 30 Minuten Verspätung bei strömendem Regen und viel Gewackel. In Frankfurt war man (wie meist) ewig unterwegs. Beide Kinder waren aber trotz vorgerückter Stunde noch gut drauf. Hier zeigte sich einer der Vorteile des Stokke-Koffers. Man kann ihn selber ziehen oder sich darauf sitzend ziehen lassen. Da es inzwischen nahezu menschenleer war am Flughafen, war auch genug Platz für allerlei Quatsch.

Die Idealvorstellung war, dass K2 schon in München oder auf dem Zubringerflug einschlafen würde, tatsächlich war es dann aber erst während des langen Wartens in Frankfurt der Fall. Hier sollte es planmäßig um 22:00 Uhr losgehen. Etwas spät, aber man hat nunmal nicht die Auswahl. Irgendwann ging es dann doch los. K1 hatte im Flieger dann doch irgendwann genug vom vielen Reisen und beschloss, erst zu schlafen, wenn wir wieder daheim wären. Dass das für mehrere Monate erstmal nicht der Fall sein würde, überstieg seine Vorstellungskraft. Wir versuchten ihn zum Schlafen zu animieren, er weigerte sich gezielt, aber ohne Geschrei etc. Irgendwann war die Müdigkeit dann doch zu stark, noch bevor es Essen gab. Weshalb man auf einem Nachtflug um ca. 23:00 noch Essen servieren muss, weiß auch nur der Geier.. Abgeräumt war es dann erst gegen 00:30 Uhr..

Insgesamt waren Flug und Schlaf Ok. Die letzten Stunden vom Aufwachen bis zur Landung waren etwas zäh, da die Kinder sich natürlich mehr bewegen wollten. Irgendwann war aber auch dieser Teil vorbei.



Die Immigration - in Johannesburg immer ein wenig ein Glücksspiel bzgl. der Wartezeiten - verlief reibungslos und ohne längere Wartezeiten. Die hatten wir dafür dann beim Gepäck.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201610. Mai 2025 · #3
Tag 1 23.02.2024 Midrand Amohela Guesthouse

Wir wurden von einem Bushlore-Mitarbeiter erwartet und waren die einzigen Gäste im Transfer. Obwohl wir bei Buchung und nochmal einige Tage vor Abflug darum gebeten hatten, für K1 einen Sitz oder eine Sitzerhöhung für den Transfer mitzunehmen, wurde das natürlich vergessen. K2 saß in der Babyschale, was ihr jedoch überhaupt nicht gefiel.. Wir waren froh, als wir schließlich auf den Hof von Bushlore fuhren.

Hier war alles wie immer hochprofessionell. Schon fast traditionell gab es diesmal hier die ersten Kreditkartenprobleme. Wir hatten uns neben den oben beim Thema Sicherheit dargestellten Erwägungen natürlich auch Gedanken zur Frage gemacht, mit welcher Karte die nicht unerheblichen Kautionen geblockt oder die Mietpreise gezahlt werden sollen. Leider verweigerte die DKB bei sämtlichen Kreditkarten die Zahlung.. Hier rettete uns Revolut zum ersten Mal die Buchung..



Das Auto war fast nagelneu, kam aus Namibia und hatte erst 1505km drauf. Die Einführung war sehr ausführlich, engangiert und freundlich. Aus dem deutschen Winter kommend war es mit “nur” knapp 30 Grad dennoch verdammt heiß für uns.. Als ich darauf hinwies, dass der Ersatzreifen, dessen Demontage gerade beschrieben wurde, sich nicht unter dem Auto befand, war man sichtlich überrascht. Als wir erzählten, wo wir überall hinwollten und ich darauf hinwies, dass wir weder Hilift Jack noch Sandmatten oder Spaten brauchen, kam die Frage auf, weshalb wir denn nicht einfach einen Fortuner gemietet haben. Als ich auf den höheren Preis verwies, verschwand der Mitarbeiter und kam kurz darauf mit dem Chef persönlich zurück. Sie diskutierten, welche Fahrzeuge wann wo sein müssten und boten uns schließlich einen Fortuner als Upgrade an - ob aus Mitleid oder Freundlichkeit, who knows.. Wir wussten das Angebot durchaus sehr zu schätzen. Es wäre sogar möglich gewesen, die Sitze im Kofferraum ausbauen zu lassen und im Depot zu lassen. Einzig die Kofferraumgröße in Relation zum Canopy des Hilux machte uns Sorge. Ja, der Kofferraum im Fortuner ist sehr groß, aber wir hatten etwas Sorge, dass es dennoch knapp werden könnte..

Wir mussten uns also entscheiden, übermüdet, mit 2 quengelnden Kleinkindern in der ungewohnten Hitze, welches Auto wir für den nächsten Monat nutzen wollten und entschieden uns schließlich - primär wegen des Kofferraums u. weil die Ausstattung der neuen Hilux im Innenraum doch auch schon sehr PKW-like anmutet, schweren Herzens für den Hilux.

Von Bushlore ging es dann die kurze Strecke zu unserem Gueshouse in Midrand. Wir hatten im Vorfeld einen früheren Checkin angefragt, was kein Problem war. Das Haus liegt in einem tollen Garten, die Apartmens sind groß und sauber. Es gibt Pool und Spielplatz und ein durchschnittliches Frühstück, alles für einen eher unterdurchschnittlichen Preis. Die Gastgeberin ist selbst aus Deutschland ausgewandert.

Wir hatten erstmals - aufgrund eines Hinweises hier im Forum - statt des ersten Großeinkaufs im Supermarkt uns die Einkäufe von PickNPay ins Guesthouse liefern lassen (jedoch nichts frisches, da wir die Kühlmöglichkeiten nicht kannten und das Guesthouse nicht überfordern wollten). Dies klappte grundsätzlich hervorragend. Die Auswahl online (schwankt vermutlich je nach Region) ist gigantisch und man kann in Ruhe alles durchgehen was man braucht. Bei uns waren dies neben Dosen mit Dingen, die man nicht überall bekommt (z.B. Kokosmilch, Kichererbsen), Nussmus, Trockenfrüchte, Windeln, Feuchttüchern, Gläschen, Gries, auch ein Tritt fürs Badezimme, eine Antihaftbeschichtete Pfanne, Schäler, Frischhaltefolie, eine LED Lampe fürs Load Shedding und eine “riesige” 45l Kühlbox. Manche Dinge konnten wir nach Deutschland mitnehmen und nutzen sie weiterhin (etwa die riesige Rolle Frischhaltefolie - auch nach fast einem Jahr daheim ist sie noch nicht leer).

All das war am Morgen bereits zum Guesthouse geliefert worden und wartete auf uns. Leider gab es wohl ein Problem mit einer Ölflasche, die zerbrochen war. Diese und die am schlimmsten “versauten” Artikel hatte man wohl wieder mitgenommen (und von der Rechnung abgezogen), es blieben aber etliche ölige Dosen und eine sehr ölige Küche zurück..

Wir fingen an, das Chaos und unser Gepäck etwas aufzuräumen und reisetauglicher zu verstauen bzw. in unser Auto unterzubringen. Unsere Gastgeberin hatte eine Enkeltochter etwa im Alter von K1, die auch Deutsch konnte. Alle Bemühungen von ihr, die beiden Kinder zu einer Form der Kommunikation zu bringen, scheiterten jedoch an gegenseitiger Schüchternheit.

Dann fuhren wir - nach Beratung durch die Gastgeberin - zum Grey Owl Village. Es gäbe 2 “sehr nahe” Malls, Grey Owl Village und Irene Village. “Nah” hat in Südafrika, auch in Johannesburg, eine andere Bedeutung. Die Fahrtzeit zum Grey Owl Village beträgt ca. 15 Minuten, zur Irene Village Mall knapp 30..

Dort gingen wir ausgehungert und auf der Suche nach einfachen Kalorien zunächst in das erstbeste, vor unseren Augen auftauchende Fastfoodrestaurant (McDonalds) und ließen danach über 100€ für gefühlt eine Handvoll Obst und frische Zutaten zum Essen für die nächsten paar Tage bei Woolworths. Hier sahen wir auch, dass es direkt im “Village” deutlich attraktivere Essensoptionen gegeben hätte, was man aber von außen nicht sah (anders als das große “M”..).





Dann ging es wieder zurück und noch ein wenig auf den Spielplatz des Guesthouses, bevor es gekaufte Pies und Weintrauben zum Abendessen gab. Hier machten wir auch das erste mal in diesem Urlaub Bekanntschaft mir Load Shedding.. Aktuell war Stufe 4 angesagt, das bedeutete 7,5 Stunden am Tag ohne Strom. Für Licht und TV gabs eine Batterie, für den Rest (z.B. Kühlschrank) nicht. Wir hatten im Vorfeld einiges an Rechercheaufwand darin gesteckt, herauszufinden, welche unserer Unterkünfte über Backup-Lösungen verfügte bzw. in welcher Eskom-Zone sie lag.. Tatsächlich hatten die Südafrikaner (jedenfalls im Tourismusbereich) gut gelernt sich darauf einzustellen, so dass wir die Auswirkungen während unserer Reise fast gar nicht mehr spürten (zum Teil wohl auch, weil aufgrund der nahen Parlamentswahlen eine wundersame Genesung im Eskom-Netz stattfand).
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201610. Mai 2025 · #4
Tag 2 24.02.2024 Pilanesberg/Mogwase

Die Nacht war - zum ersten Mal seit längerem zu viert im Zimmer - in Ordnung gewesen. K1 hatte auf der mitgebrachten Stokke-Matratze geschlafen. Diese wirkte jedoch am Morgen sehr luftleer..

Nach einem durchschnittlichen Frühstück mit French Toast und Müsli ging es für uns leider schon wieder weiter. Hier hätte man es gut auch noch länger ausgehalten. Für unsere nächste Reise im August werden wir möglicherweise wieder die erste Nacht hier verbringen.

Wir fuhren gen Norden und hielten an der Centurion Mall. Ich suchte in der riesigen Mall gemeinsam mit K1 nach dem Game den es hier geben sollte, da wir noch nach einem Hochstuhl, Tupperdosen und Aufbewahrungsboxen schauen wollten. Wir irrten etwas herum, fanden jedoch schließlich den richtigen Laden. Dort wanderte eine Kopie eines Ikea-Hochstuhls, Aufbewahrungsboxen, ein Ball, Sandspielzeug sowie eine überdimensionierte Feuerwehr (die auf wundersame Weise Platz im Koffer auf dem Heimweg nach Deutschland gefunden hat).

K2 war beim Warten inzwischen eingeschlafen, wachte jedoch wieder auf, als wir losfahren wollten. Wir wollten auf der N1 an Pretoria vorbeifahren und direkt auf die N4, um uns die vermeintliche Abkürzung durch Pretoria zu sparen. Laut Google nur 1-2 Minuten länger, aber definitiv stressfreier. Leider landeten wir irgendwie auf der N14 direkt durch Pretoria durch. K2 war vom Fahren alles andere als begeistert und tat dies lautstark kund. Der Verkehr staute sich immer wieder. Es gab diverse Polizeikontrollen, die den Verkehr nochmals verzögerten. K1 war hingegen irgendwann eingeschlafen..

Nachdem wir irgendwann durch waren, fuhren wir auf die N4 und machten Halt bei der Van Gaalen Cheese Farm am Hartbeesport Dam - ein toller Stop unterwegs. Es ist eine schöne Anlage mit Restaurant, Spielplatz, Hüpfburg und Tieren. Wir aßen Käseplatte und Pizza und genossen den angenehmen Wind unter schönen Bäumen. So wirklich überzeugend war der Käse jedoch leider nicht..





Auch die Weiterfahrt begann mit Geschrei, irgendwann war dann die Müdigkeit zu groß und K2 schlief ein. Wir hofften, dass es sich nur um Anpassungsschwierigkeiten handeln würde und machten uns Sorgen, ob unser Plan, mit 2 Kindern tausende Kilometer Auto zu fahren, so gut war.. Das Problem bei derartigen Plänen ist, dass man vorher nie weiß, wie Kinder sich einen Monat später verhalten werden.. Daheim war es beim Autofahren nie ein Riesenproblem. Nicht komplett problemlos, aber meist in Ordnung, wobei wir wenig längere Fahrten unternommen hatten.

Schließlich kamen wir im Mogwase an und fanden unsere Unterkunft Shelleys Sleepover II oder Two Wild Olives. Es handelt sich um ein Grundstück mit 3 oder 4 Ferienwohnungen, die sehr schön eingerichtet und angelegt sind. Man parkt im sicheren Innenhof. Vom Ort selbst bekam man während unserer Anwesenheit nichts mit, es gibt aber wohl an Wochenenden oder Feiertagen manchmal laute Musik aus umliegenden Häusern.

Wir hatten die Unterkunft gewählt, weil sie preislich im Vergleich zu den Unterkünften direkt am Park sehr attraktiv war und etwas kleiner und familiärer wirkte und haben es nicht bereut.



Nach dem Auspacken ging es erst einmal in den Pool, wo K1 seine neue Lieblingsbeschäftigung entdeckte: in den Pool gehen..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #5
Tag 3 25.02.2024 Pilanesberg/Mogwase

Die Nacht war verdammt warm. Es gab zwar Klimaanlage und Ventilatoren, aufgrund Load Sheddings blieben uns aber nur die batteriebetriebenen Ventilatoren. Wir hatten daher alle Fenster offen gelassen. Die Folge in der Früh waren komplett zerstochene Kinder.. Man sieht - aller Anfang ist schwer..

K2 schlief erstmals in einem “großen” Bett, geschützt mit Stühlen und einer Rolle aus Decken, im anderen Zimmer. Dass dies in der Folge immer so gut klappte, war im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen, machte es für uns aber in mancherlei Hinsieht einfacher.

Wir fuhren noch vor dem Frühstück (mit vorbereiteten Overnight Oats) zum Park. Das Gate ist ca. 5 Fahrminuten entfernt. Auch jetzt war K2 alles andere als begeistert und brachte dies zum Ausdruck.. Das konnte ja heiter werden.. Auf dem Schoß ging es dann einigermaßen, aber auch das war nicht immer einfach.

Das Gras im Park stand extrem hoch, zum Teil ca. 1,5 Meter. Zebras verschwanden darin z.B. komplett. Wir sahen dennoch Elefanten, Giraffen, Kudus und Nilpferde.

















Frühstück gab es schließlich im Auto mit Blick auf Giraffen in der Ferne.



Später machten wir noch Halt am Mankwe Dam. Hier ist leider nur der Weg bis zum Hide begehbar gewesen, der Hide selbst war wegen Einsturzgefahr gesperrt. Welch ein Trauerspiel. Wir hatten tolle Erinnerungen an den Hide und hier viele schöne Vogelsichtungen gehabt. Nach dem Brand war er erst relativ frisch wieder eröffnet worden, nun gab es offenbar statische Probleme mit dem Untergrund. Dennoch gab es auch vom Zuweg aus einige Vögel zu sehen.












Ein erster Elefant in der Ferne

Wir setzten uns an einen kleinen Tisch auf dem Weg zwischen Parkplatz und Hide und machten ein zweites Frühstück mit Obst. Dann ging es wieder heim zum Mittagessen (Brot und Reste) und Vorbereitungen fürs Abendessen.

Anschließend fuhren wir nochmals auf eine kurze Runde in den Park. Wieder hatten wir einige schöne Sichtungen, u.a. Wasserböcke, Zebras und ein Nashorn. Leider zeigte K2 nahezu keinerlei Interesse.















Abends kochten wir das vorbereitete Essen (Maghmour u. Nudeln) und cremten alle mit Mückenschutz ein.

K1 ist vom Konzept “Urlaub” noch nicht überzeugt. Es ist für ihn mehr ein Ort als eine Zeit und er möchte immer zum Essen und zum Schlafen “ganz nach Hause” fahren.. Auf unseren Hinweis, dass er dann aber hier nicht mehr in den Pool gehen könnte, meinte er, dass man dann ja nach dem Schlafen wieder hierher könnte zum Baden..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #6
Tag 4 26.02.2024 Pilanesberg/Mogwase

Die heutige Nacht war nicht ganz so heiß und drückend gewesen, es gab auch keine neuen Stiche. Die Temperaturen waren morgens sehr angenehm.

Nach den eher durchwachsenen Erfahrungen mit der Laune von K2 beim Autofahren versuchten wir nun eine neue Variante - 2 Kinder und 1 Erwachsener auf der Rückbank. Das war vom Platz her ganz gut machbar, nur Anlehnen ging nicht wirklich, außer man drehte den Oberkörper. Die Sicht war natürlich auch eingeschränkter. Aber - es funktionierte und wurde in der Folge zu unserer Standardbesetzung. Nachdem sich herausstellte, dass es mit mir hinten und meiner Frau am Steuer nochmal besser funktionierte als andersrum, fuhr meine Frau nahezu die gesamten drei Monate (bei langen Etappen wechselten wir natürlich trotzdem ab) und ich verbrachte die Fahrt hinten in der Mitte.

Wir fuhren gegen 08:00 Uhr erneut in den Park. Die Sichtungen heute waren ähnlich im Vergleich zu Gestern. Impalas, Hippos, kämpfende Giraffen und ein paar Vögel.













Zum Frühstücken machten wir Halt am Pilanesberg Center.

Auf dem weiteren Weg sahen wir einen großen Elefantenbullen.


(hier mal ein Bild von K1)









Dann fuhren wir wieder zurück zu unserem Haus, aßen Toast mit Rührei und gingen in den Pool.

Am Abend fuhren wir nochmals in den Park. Man kannte uns am Gate bereits und begrüßte uns freudig winkend. Es war nun sehr drückend heiß geworden, das Thermometer stand bei knapp 40°C.

Wir bewunderten die Landschaft und das hohe Gras, außer einem Elefanten, einer Gruppe Graulärmvögeln und Libellen schaffte es jedoch nichts auf die SD-Karten.













Auf einem Loop standen 2 Autos. Man sah in einiger Entfernung (ca. 200-300m) einen Gepard laufen. Der Versuch, ihm den Weg abzuschneiden war leider nicht erfolgreich.

Schön war, dass sich K1 zum Teil sehr über die Sichtungen freute, auch wenn seine große Begeisterung Impalas galt. Wir hatten im Vorfeld der Reise sowohl in ein kinderhändetaugliches Fernglas (Pentax Papillio II 6,5x21) sowie eine kleine Kamera investiert (gebrauchte Nikon Coolpix W100). Beides kam nun regelmäßig zum Einsatz, auch wenn es noch etwas Übung im Umgang mit beiden brauchte.. Der Vorteil bzw. die Benutzungsweise eines Fernglases hat er wohl erst kürzlich mit 4 Jahren beim Vögel beobachten im Garten vollends verstanden (“Boah, da sieht man das ja voll nah!”).

Am Abend gewitterte es, jedoch ohne starken Regen. Das sorgte jedoch für eine willkommene Abkühlung.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #7
Tag 5 27.02.2024 Pilanesberg/Mogwase

Der heutige Tag war bewölkt und merklich kühler. Auch heute fuhren wir morgens in den Park. Die Sichtungen waren eher verhalten.







Auf einem Loop trafen wir auf drei Nashörner mit einem kleinen Jungtier. Wir beobachteten sie bestimmt 20 Minuten lang beim Fressen rund um unser Auto. Als sie die Straße direkt vor unserem Auto überqueren wollten und ich mich schon auf eine noch bessere Fotoposition auf der anderen Straßenseite freute, rauschte von vorne ein Safari-Bus heran und veranlasste alle Nashörner, weiter weg in die Wiese zu fliehen.. Der Bus hielt 20 Sekunden, dann ging es weiter. Wir blieben mit einer “zerstörten” Sichtung zurück..











Kurz darauf trafen wir in der Nähe des Mankwe Dams auf eine größere Elefantenherde auf dem Zuweg. Sie lief herum und aß, die kleinen Elefanten machten jede Menge Blödsinn. Wir genossen die Sichtung sehr, da die Elefanten tiefenentspannt waren und die Kleinen (Elefanten) frech und mutig. Auch hier kam jedoch erneut ein (anderer) Safari-Bus angerauscht, drängte die Elefanten zur Seite und fuhr weiter.. Manch einer wird sich erinnern - es ging letztes Jahr ein Video von einem Elefanten, der einen solchen Safaribus am Mankwe-Dam hochhob und fallen ließ, viral. Das Video war wenige Wochen nach unserem Aufenthalt aufgenommen worden. So wenig Respekt, wie die Fahrweise der Fahrer hier den Tieren gegenüber zeigt, war es letztlich nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passieren musste.

(Bereits 2017 wurde uns unsere allererste Sichtung einer braunen Hyäne überhaupt hier im Park durch einen herbei rauschenden Safari-Bus kaputt gemacht..)













Am Damm selbst sahen wir einige Vögel und eine Schildkröte (ich finde es immer noch faszinierend, dass es im Englischen so viele verschiedene Wörter für Schildkröten gibt je nach Lebensraum und im Deutschen nur ein Wort).













Dann fuhren wir zum Pilanesberg Center zum Mittagessen. Direkt am Wasserloch war gerade ein großer Elefantenbulle zu sehen.







Einige Vögel - sogar ein Helmperlhuhn - waren auf Essensreste erpicht und sprangen auf den Bänken und Tischen herum, was natürlich eine schöne Unterhaltung für die Kinder bot.







Auf der Fahrt nach draußen sahen wir erneut ein Nashorn.



Am Nachmittag ging es nochmal zum Pool, auch wenn es deutlich kühler war. Dann fuhren wir nochmal kurz im Ort einkaufen. Es gibt einen Shoprite, der - wie der gesamte Ort - sehr lebhaft “afrikanisch” ist, auch in Bezug auf die Auswahl.

Abends gab es einen längeren (Loadshedding-unabhängigen) Stromausfall. Wir kamen damit dank Gas-Herd gut zurecht.

(Auch die Recherche, über welche Art von Herd eine Unterkunft benötigt, spielt bei Reisen zu Loadshedding-Zeiten leider eine nicht komplett untergeordnete Rolle, wenn man nicht nur grillen möchte - auch hier haben aber nahezu alle Unterkünfte bewusst auf Gas umgestellt).

Fazit Pilanesberg:

Der Park hat einen nicht immer perfekten Ruf. Während unserer Reisezeit (zudem unter der Woche) war es zu keinem Zeitpunkt irgendwo voll, eher im Gegenteil. Der Park ist landschaftlich abwechslungsreich und interessant und man sieht doch jede Menge Tiere. Das extrem hohe Gras machte Sichtungen von kleineren Tieren oder Katzen schwierig. Mit Ausnahme eines Geparden in der Ferne haben wir somit bei bisher insgesamt 7 Nächten im Park noch keine Katzen zu Gesicht bekommen, obwohl sie offenbar oft genug gesehen werden. Die Hauptverbindungsstraßen, die mal geteert waren, sind in einem bemitleidenswerten Zustand. Wir hatten sie aber noch schlimmer in Erinnerung.. Der Rest der Wege war in gutem Zustand. Sehr schade war, dass der Mankwe Dam weiterhin gesperrt ist.

Gerade die überschaubare Größe und dennoch große Tiervielfalt macht den Park m.E. zu einem optimalen Park für Reisende mit kleineren Kindern. Auch unsere Unterkunft würden wir sofort wieder buchen. Wir hatten alternativ das The Kingdom Resort ins Auge gefasst, hier sollten die Kinder aber nahezu voll zahlen, was preislich dann definitiv zu viel für das Gebotene war.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #8
Tag 6 28.02.2024 Heidelberg Tree Trust Farm

Für heute stand der erste Teil unseres “Transfers” in die Drakensberge auf dem Programm. Ohne Kinder wohl keine Strecke, die man mit einer Zwischenübernachtung unterbrechen würde, wir wollten aber wann immer es sich anbot, auf viel Autofahren bzw. lange Strecken verzichten und übernachteten daher auf halber Strecke bei Heidelberg - auch weil wir eine aus unserer Sicht passende Option für eine Zwischenübernachtung gefunden hatten.

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und machten uns wieder auf den Weg zurück nach Süden.



Wir hatten im Vorfeld diverse Optionen als Zwischenstop rausgesucht. Als sehr an Menschheitsgeschichte interessierte Personen wäre eigentlich die Craddle of Humankind von der Lage her ein perfekter Zwischenstop gewesen - zudem beim mittlerweile fünften Südafrikaaufenthalt langsam mal fällig. Wir haben lange rumgelesen und überlegt, kamen aber schließlich zur Erkenntnis, dass es wohl mit zwei kleinen Kindern nicht wirklich genug Ruhe gäbe, um Texte u. Exponate zu würdigen. Zwar waren wir mit K1 in ähnlichem Alter wie nun K2 in Griechenland in vielen Museen und historischen Stätten, aber ein Kind <1 ist nunmal leichter für 1-2 Stunden abzulenken als zwei Kleinkinder..

Wir entschieden uns schließlich für einen Stop im Leafy Greens Café auf der Casalinga Farm in der Nähe des Lanseria Flughafens. Dort sollte es hervorragendes vegetarisches Essen geben. Die Anlage ist sehr schön angelegt, es gibt einiges an Essensoptionen, eine Rösterei, Farmladen etc. Unter der Woche mittags war es jedoch komplett leer. Wir fanden unser geplantes Ziel und waren dort die einzigen Gäste.

Es gab sehr leckere Burger und Smoothies, danach gingen wir noch ein wenig in der Anlage spazieren und besuchten den Spielplatz. Insgesamt ein sehr zu empfehlender Stop, wenn man in der Gegend ist.







Danach ging es - zunächst auf Landstraße - weiter oben um Johannesburg rum durch diverse Vororte, dann auf der N3 mit durchaus nicht wenig Verkehr. Wir hatten auf der “Tree Trust Farm” südlich von Heidelberg eine Hütte gebucht. Es gibt dort eine Hand voll Blockhütten und auch ein normales Cottage, alles mit schöner Aussicht und inmitten von allerlei Tieren wie Pferden, Schweinen, Ziegen und Hühnern.



Unsere Hütte ist nett eingerichtet, allerdings ist die Sauberkeit zumindest optimierungsfähig und die Ausstattung ist etwas unvollständig. Es gibt einen Pool, der allerdings auch bezüglich der Sauberkeit nur mäßig einladend wirkte. Es war immer wieder leicht bewölkt bzw. diesig und nicht so heiß wie die letzten Tage. Sobald allerdings die Sonne herauskam, brannte sie erbarmungslos.

Wir sahen uns auf der Farm um und machten uns dann auf einen kleinen Spaziergang von 3-4km durch attraktive Farmlandschaft. K1 lief problemlos mit bzw. voraus - insoweit bemerkenswert, als er daheim bisweilen sehr fußfaul war. Südafrika überrascht insoweit mit seiner Vielfalt immer wieder aufs Neue.









Abends gab es eine schöne Lichtstimmung, allerdings wurde es ohne Sonne bald recht frisch.



Diese Übernachtung war - wie mich meine Frau in Vorbereitung auf unsere nächste Reise erinnerte - auch eine der wenigen Orte, wo wir uns in Bezug auf gefühlte Sicherheit nicht ganz wohl fühlten. Häuser und Parkplätze sind direkt von der Straße aus einsehbar (auch wenn diese ca. 100m entfernt ist). Schutzmaßnahmen in irgendeiner Form gab es nicht. Wir waren außer einem dauerhaft in einer der Hütten wohnenden Paar die einzigen Gäste. Es ist traurig, dass allein diese Eigenschaften ausreichen, um sich Gedanken zu machen, die zahlreichen Vorfälle machen es aber nunmal nicht einfach..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #9
Tag 7 29.02.2024 Berg House & Cottages

Die Nacht war - nach den zum Teil sehr heißen Nächten in Pilanesberg - überraschend frisch mit ca. 11 Grad. Das erste Highlight des Tages war ein Schwein, dass sich von seinem Gehege offenbar den Weg zu unserem Haus gesucht hatte und vor unserem Fenster herumlief. Noch während wir frühstückten, wurde es von einem Farmarbeiter wieder zurückgetrieben zu seinem Partner.


(Hier schön zu sehen, wie sie eigentlich gern zusammen kommen würden, aber leider durch einen gemeinen Zaun getrennt werden)

Dann besuchten wir nochmals sämtliche Tiere der Farm, ehe wir uns wieder auf die nahe N3 begaben.







Die weitere Fahrt auf der N3 war langweilig und ereignislos. Das spannendste, was wir K1 bieten konnten, waren Windräder (die findet er nämlich auch zuhause sehr spannend).





Es gibt nichts außer Farmland. In Harrismith machten wir am Bergview Tankstellenkomplex Mittagspause. Es gibt diverse Restaurantoptionen und wirkliche Alternativen gibt es in der Gegend nicht. Für uns gab es leckere Wraps von KAUI.

Danach wollen wir noch für die nächsten Tage im Berg House & Cottages einkaufen. Wir haben dort zwar Frühstück inkludiert, aber aus Kostengründen nur für einen Teil der Nächte Abendessen gebucht. Leider war der eigentlich angesteuerte PickNPay geschlossen. Der angebliche vorhandene Spar war nicht auffindbar, es blieb also Shoprite. Hier war es extrem voll, es gab keine Einkaufswagen mehr und die Auswahl war sehr begrenzt. Gut, dass wir nicht für mehrere Tage Großeinkauf machen mussten.

Ab hier ging es landschaftlich immer attraktiver auf guter Landstraße weiter, vorbei am Sterkfontein Dam. Für einen Stop am View Point hats leider nicht gereicht, da dort gerade eine größere Gruppe von Personen rumstand, die uns nicht komplett geheuer war.







Lediglich an zwei Stellen war die Straße infolge der starken Regenfälle im Sommer weggespült und es gab eine Ampelregelung. Die letzten 3 Kilometer ging es recht steil auf Schotterweg den Berg hinauf. Hier waren wir froh, einen Hilux zu haben und nicht jeden Tag mit einem Auto ohne Bodenfreiheit langsam rauf- und runterzuckeln zu müssen. Man kommt auch mit normalen Autos rauf, es ist nur nochmals langwieriger.

Die Anlage besteht aus einer Reihe schön gestalteter Häuser unterschiedlicher Größe, die großzügig verteilt sind. Wir hatten ein das "Thunzi Cottage 2" mit zwei Räumen und zwei Bädern gebucht, das echt toll war. Fotos habe ich leider nicht wirklich..

Während des Auspackens kam eine Reihe von frei herumlaufenden Zwergponys.



Die Ponys waren sehr nett anzuschauen und sorgten anfangs für freudige Überraschung, sie wurden jedoch bald sehr aufdringlich. Sie stellten sich in den Weg und versuchten ins Haus zu gelangen. Wir mussten die Tür schließen und gegen Ponys verteidigen.



Die Stimmung schwankte zwischen amüsiert und panisch. Als eines der Ponys meine Frau kräftig in die Wade biss, war die Meinung über die Ponys definitiv erstmal im Keller. Die Folge war ein großer, für mehrere Tage schmerzender blauer Fleck..

Irgendwann gelang es uns, sie auf Abstand zu bringen und alles fertig auszuladen. Später beobachteten wir, was die Geheimwaffe gegen die Ponys ist: ein erhobener Besenstiel.. Alle MitarbeiterInnen mussten nur kurz einen Besen hochheben und schon trollten sich die Ponys. Zur Ehrenrettung der Gastgeber sei gesagt, dass uns beim Checkin bereits proaktiv gesagt wurde, dass wir Bescheid geben sollten, wenn die Ponys uns belästigen sollten. Mit Ausnahme dieses einen extremen Vorfalls kamen sie auch an den weiteren Tagen zwar immer mal wieder zum Kucken vorbei, verschwanden aber bei deutlichen Ansagen (oder dem Anblick des Besenstiels..) immer wieder rasch.

Anschließend begutachteten wir die Anlage, genossen die Aussicht und suchten erstmals den wirklich traumhaft angelegten Pool auf.



















Abends kochten wir selber. Die Küche ist zwar winzig, aber relativ vollständig ausgestattet.

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Tag 8 01.03.2024 Berg House & Cottages

Die Nacht war ruhig und entgegen anfänglicher Befürchtungen ob des nahenden Herbstes und der Höhe nicht kalt (auch etwa im Vergleich zur Nacht davor in Heidelberg). Das Frühstück wird in kleinen Schälchen und Körben abgepackt gebracht, lediglich den Kaffee/Tee muss man sich mit dem gelieferten Material noch selbst brauen. Es gab Eier, Speck, Brot, Marmelade, Muffins und frisches Obst. Für uns Selbstversorger ein unbekannter Luxus.

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Royal Natal NP mit dem Plan, den Tugela Gorge Hike als “Klassiker” in Angriff zu nehmen. Wir wollten einfach mal probieren, wie weit wir kommen würden und wie es mit Wandern und den beiden Kindern laufen würde.

Das gebrachte Frühstück und die Anfahrt von ca. 20 Minuten zum Park verhinderten einen “richtig frühen” Start. Es war daher bereits verhältnismäßig warm, als wir starteten. Anfangs lief K1 nach anfänglichem Murren selbst, K2 war in der Trage.





Der Weg ging erst durch Wald, dann aber meist ungeschützt das Tal entlang. Im Wald hörten wir irgendwann Paviane rufen und auch immer wieder durchs die Büsche laufen. Kein besonders beruhigenedes Gefühl. Irgendwann sahen wir sie dann, wie sie vor uns auf dem Weg liefen. Sie ignorierten uns jedoch völlig bzw. flohen, als wir näher kamen, in den Wald. Irgendwann wechselte K2 in die Kraxe.









Wir liefen weiter, irgendwann stellten wir jedoch fest, dass es in der Sonne schlicht zu heiß war, um die Wanderung bis zum Ende zu gehen. Auch vorher schon war der Blick auf das Amphitheater und seine Gipfel mehr als nur spektakulär. Wir drehten daher um. Insgesamt waren wir für solch warmes Wetter (mit dem wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten) zu spät gestartet und kamen zudem mit K1 natürlich deutlich langsamer voran.













Irgendwann wechselte K2 in die Kraxe und K1 lief wieder selber. Aus Sorge vor Schlangen im hohen Gras lief immer einer von den Erwachsenen voraus.

Unten am Fluss machten wir nochmals Pause und verzehrten unsere verbliebene Brotzeit.






(auf dem Rückweg außerhalb des Parks)


(zum Glück hatten wir Brotzeit dabei)

Zurück am Cottage gab es nochmal etwa Essen, bevor es erneut zum Pool ging.



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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #11
Tag 9 02.03.2024 Berg House & Cottages

Am heutigen Tag fuhren wir nach dem Frühstück erneut zum Royal Natal NP. Ziel heute war der deutlich kürzere Cascades Hike mit Option, ggf. noch ein wenig weiter zu gehen.


(auf dem Weg zum Royal Natal, man sieht den nahenden Herbst)

Nachdem gestern am Parkplatz nur 2-3 Autos standen, war heute deutlich mehr los aufgrund des Wochenendes. Der Weg bis zu den Wasserfällen ist zum Glück größtenteils schattig, denn auch heute war es wieder heiß. K1 lief tapfer bis zu den Wasserfällen.











Hier kann man auf diversen Ebenen im Wasser planschen oder im untersten Becken sogar Schwimmen. Leider waren wir schlecht vorbereitet und hatten keine Badesachen dabei, für ein Bad in Unterwäsche war uns zu viel los.

Es war sogar einiges geboten. Eine Gruppe von ca. 20-30 Südafrikanern, anhand der Tshirts entweder auf Betriebs- oder Vereinsausflug, war ebenfalls am Baden - und das mit so unendlich viel mehr Spaß und Energie, als es (Vorsicht, Klischee) etwa unter Europäern vorstellbar wäre. Irgendwann wurde nicht nur gelacht und gerufen, sondern im Wasser tanzend Lieder angestimmt. Das hatte zwar mit “Naturgenuss” natürlich nicht mehr viel zun tun, war aber ein schönes Erlebnis.

Irgendwann hatten wir davon genug und beschlossen, noch weiter zum Lookout Rock. Hier war es wieder heiß und sonnig, aber die Aussicht war erneut fantastisch. Hier war K2 wieder für einige Zeit in der Kraxe.







Aufgrund eines Tipps durch andere Wanderer bogen wir vom Lookout Rock nochmals einige Meter ab und fanden so ein wunderbar schattiges Plätzchen direkt am Mahai River.





Danach gingen wir wieder runter und legten nochmals einen Stop an den Cascades ein und gönnten K1 ein Bad und Planschen im Wasser, auch wenn er den Rückweg von dort zum Auto dann ohne Hose (aber mit Windel, keine Sorge) zurücklegen musste.











Blick auf die Tiger Falls


(hier sieht man das untere, "tiefe" Becken)

Zurück am Cottage - heute etwas später - wurde nicht mehr viel gemacht, später genossen wir den Sonnenuntergang von einer Bank am höchsten Punkt der Anlage aus.


(die meisten Ponys waren auf Weiden weggesperrt)















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Themenstarter925 Beiträge · seit 201611. Mai 2025 · #12
Tag 10 03.03.2024 Berg House & Cottages

Nach den beiden anstrengenden Tagen wollten wir heute einen bewusst “faulen” Tag einlegen. Zudem fanden wir es gestern doch recht voll und rechneten damit, dass es heute am Sonntag mindestens ebenso voll sein dürfte. Wir taten zunächst nichts und hatten Zeit zum Spielen. Gegen Mittag wurden ein paar Vögel abgelichtet.


(mal wieder ein neugieriger Besucher)





Nachmittags ging es nochmals an den Pool, ehe wir uns zu einem Spaziergang entlang des “Leopard Hikes”. Es gibt diverse kleinere Wanderungen/Spaziergänge von der Anlage aus, für die es eine Karte gibt. Zudem findet man die Tracks auf den einschlägigen Portalen.

Was folgte, war einer dieser Abende, die vielleicht nur leidenschaftliche Fotografen nachvollziehen können - es wird alles einfach immer besser und schöner und man könnte tausende von Fotos schießen.













Der Weg ging zunächst leicht bergab den Hügel entlang, dann überquerte er einen kleinen Bach in einem kleinen Tal.





Hier waren wir überrascht, einen Süßwasserkrebs zu finden - womit wir hier in den Bergen überhaupt nicht gerechnet hätten. Zudem gab es einen kleinen Frosch zu bewundern.





Auf einem kleinen Felsplateau machten wir eine kurze Pause, dann schlängelte der Weg sich langsam wieder zurück.









Die Aussicht Richtung Drakensberge war, vor allem mit dem Abendlicht, einfach unglaublich.













Auch der weitere Weg hielt wunderbares Licht bereit.









Die letzten Strahlen der Sonne sahen wir schließlich vom Aussichtshügel aus hinter dem Amphitheater verschwinden.









(Ich bitte die Bilder-Flut zu entschuldigen, aber entscheiden fällt mir grundsätzlich schwer..)
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201612. Mai 2025 · #13
Tag 11 04.03.2024 Berg House & Cottages

Für heute wollten wir nochmals zu den Cascades um zu Baden. Heute war deutlich weniger los. An den Cascades waren wir zunächst alleine, später kam ein amerikanisches Paar vorbei.









Wir badeten und kletterten über die Felsen. Als die amerikanische Frau im untersten Becken schwamm, sahen wir plötzlich eine grüne Schlange direkt hinter ihrem Rücken vorbeischwimmen.. Wir warnten sie, sich nicht zu bewegen und die Schlange verschwand im Ufergebüsch.

Nachträglich haben wir sie als mutmaßlich harmlose Green Water Snake identifiziert, zunächst war es jedoch natürlich ein gewisser Schock und mal wieder eine Warnung, dass man inmitten der Natur stets vorsichtig sein sollte.








Irgendwann hatten wir genug und gingen bzw. fuhren wieder zurück.





Am Abend gewitterte es und regnete kräftig, was auch für eine gewisse Abkühlung sorgte.

Fazit Berg House & Cottages

Die Häuser liegen traumhaft, die Entfernung zu den Wanderungen im Park ist überschaubar. Frühstück und Abendessen waren lecker und abwechslungsreich. Dass wir an einigen Tagen Dinner vor Ort gebucht hatten, trug sicherlich mit zum erhöhten Entspannungsfaktor bei, da man sich nicht im schönsten Licht des Tages darum kümmern muss, dass das Essen rechtzeitig vor dem Schlafengehen auf den Tisch kommt.

Mit dem Thendele Camp kann man zwar direkt zu Fuß los und ist nochmal näher dran, dafür ist die Aussicht vom Berg House auch spektakulär und man hat mehr Luxus. Der Royal Natal bietet extrem viele Möglichkeiten für spektakuläre Wanderungen in diversen Schwierigkeiten, hier kann man sehr gut mehrere Tage verbringen. Wir können uns auch sehr gut vorstellen, hier für einige Tage zu Zelten, da Campsites im Park auch sehr schön liegen.

Ob und wie es mit dem Wandern mit 2 kleinen Kindern klappen würde, war für uns zum Zeitpunkt von Buchung und Planung komplett offen gewesen. Wir waren vor der Geburt von K2 öfters mit K1 in der Trage wandern, jedoch seit der Geburt nicht mehr. K1 gehörte eigentlich eher zu den Fußfauleren. Wir waren jedoch optimistisch, dass eine spannende Umgebung und interessante Wege ihn sicher motivieren würden. Die Kraxe hatten wir erst kurz zuvor gekauft und - da Winter - nur auf 1-2 Spaziergängen ausprobiert. Wir hatten Sie eigentlich für K1 gedacht - letztlich (so viel Spoilern muss erlaubt sein) - wurde sie hier in der Drakensbergen zum letzten Mal von K1 benutzt, den er mutierte zu einem Viel-Wanderer mit unseres Erachtens zum Teil beachtlicher Ausdauer (dazu später mehr). Hier hatte also das “einfach mal machen” im Urlaub dazu geführt, dass er seither sehr gerne und ausdauernd wandert (so lange der Weg spannend ist..).

So grün sind die Drakensberge natürlich traumhaft. Wenn man sich andere Berichte ansieht, hatten wir wohl für Spätsommer/Frühherbst außergewöhnlich stabiles und gutes Wetter mit nur einem Gewitter. Man hat jedoch aus der “Ferne” gut gesehen, dass sich fast jeden Nachmittag/Abend über den Gipfeln selbst Gewitterwolken bildeten. Ich denke, dass der Südherbst eine ziemlich perfekte Zeit für die Drakensberge sein dürfte. Noch grün, nicht mehr zu heiß, weniger Gewitterrisiko und trotzdem tagsüber warm genug zum Baden in Flüssen oder Pools.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201612. Mai 2025 · #14
Tag 12. 05.03.2024 Bloemfontein - De Stallen Guest House

Für heute stand die erste richtig große Transferetappe auf dem Programm, insgesamt ließ sich so etwas aufgrund der Entfernungen und der begrenzten Zeit bis wir in Namibia sein mussten, leider nicht vermeiden. Bloemfontein lag halbwegs in der Mitte zwischen Drakensbergen und Mokala und bot sich aufgrund der zahlreichen Übernachtungsoptionen an. Wir schwanken anfangs zunächst, ob wir die Route über die R26 (Fouriesburg - Ficksburg - Ladybrand) entlang der Grenze zu Lesotho oder “oben rum” über die N5 wählen sollten. Die R26 versprach eine deutlich attraktivere Strecke, aber - laut Google - geringfügig längere Fahrtzeit. Vor allem aber war der Zustand der Strecke nicht belastbar feststellbar; sie war wohl in der Vergangenheit sehr stark Pothole-belastet, wurde aber - in Teilen - erneuert. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten und der von vornherein längeren Fahrzeit entschieden wir uns für die “langweilige” N5. Ohne Kinder wären wir sicher über die R26, vor allem weil es ein paar sehr spannend aussehende Ecken dort gibt und man sonst nie dort vorbeikommt, aber mit Kindern ist man manchmal lieber planbarer und bequemer unterwegs.

Wir hatten anfangs auch überlegt, den Golden Gate NP mit einzubauen. Der Park sollte bereist mehrfach in Routen eingebaut werden und fiel letztlich immer hinten runter. Auch hier waren es u.a. zeitliche Probleme, die uns von einem Stop abhielten. Der Kompromiss war, dann wenigstens auf diese Route einmal durch den Park durchzufahren für einen ersten Eindruck. Wir wählten daher die Route durch den Park anstatt zurück nach Harrismith, auch wenn uns dieser Umweg ein paar Minuten Zeit kosten sollte.

Da wir nicht wussten, wie gut wir durchkommen würden und wie gut die Kinder es mitmachen, war unser Plan, direkt nach dem Aufstehen zu starten und in einem ersten Rutsch soweit zu kommen wie möglich. Wir ließen uns daher unser Frühstück als Paket vorbereiten und brachen direkt nach dem Aufstehen auf.

Von hier fuhren wir direkt bis zum Glen Reenen Rest Camp ohne Komplikationen durch. Die Fahrt durch den Park ist sehr schön, verglichen mit den Drakensbergen oder auch anderen Teilen Südafrikas haute es uns aber nicht wirklich vom Hocker. Wir würden natürlich dennoch gerne mal ein paar Nächte hier verbringen (bevorzugt ganz oben in den Blockhütten), da es sich hier bekanntermaßen super wandern lässt, die Landschaft natürlich trotzdem toll ist und es von Johannesburg aus leicht erreichbar ist. Bilder haben wir unterwegs leider keine gemacht.

In Glen Reenen verzehrten wir unsere Frühstücks-Pakete und tranken leckeren Kaffee bei einem Kaffeestand.

Dann ging es über Clarens und Betlehem weiter Richtung Bloemfontein. Ich hatte mir diverse Stop-Optionen für eine Pause mit Kindern herausgesucht (viel gab es natürlich nicht, da man größtenteils durch leeres Farmland fährt - damit die Recherche nicht umsonst war: Panerottis Pizza in Betlehem, Waterval Padstal bei Senekal und Jakkalsdrift Padstal bei Winburg). In Betlehem war es noch zu früh, letztlich fuhren wir den kleinen Umweg zum Jakkalsdrift Padstal, sahen uns etwas um, aßen Pommes und tranken Cola. Gelohnt hatte sich der Umweg aber nicht wirklich. Der Spielplatz war fast komplett verfallen, der Padstall nicht besser/sympatischer als jeder 0815-Tankstellenshop.

Dann ging es auf den letzten Teil bis nach Bloemfontein. Die Stadt machte einen sehr geordneten und sauberen Eindruck. Sie wird ja auch oft als sehr langweilig und bieder beschrieben. Wir fanden es etwas schade, nicht mehr Zeit zum Kennenlernen zu haben, nachdem es doch eine der größten Städte Südafrikas ist. Am meisten gereizt hätte uns als große Tolkien-Fans natürlich irgendetwas mit Bezug zu JRR Tolkien - leider gibt es dazu überhaupt nichts und die Stadt nutzt das touristische Potential hiervon überhaupt nicht aus.

Als Unterkunft hatten wir uns für ein kleines Guesthouse mit Apartments am Stadtrand ausgesucht, das auch ein paar Tiere für einen fairen Preis versprach. Die Unterkunft ist großzügig angelegt, es gibt einen netten Spielplatz und diverse Tiere in Gehegen. Unser Apartment war schön groß, bei der Sauberkeit wäre noch etwas Luft nach Oben gewesen. Tatsächlich hielten wir uns jedoch kaum dort auf. Neben dem Sofa lag eine riesige, tote Spinne (kann sie jemand identifizieren?).







Nach dem Ausladen und einem ersten Erkunden machten wir uns auf zur (empfehlenswerten) Langenhoofen Mall für einen größeren Einkauf (das letzte Mal in einem großen, gut sortierten Supermarkt war auf dem Weg nach Pilanesberg gewesen) bei Woolworts, Spar und Dis-Chem. Danach nutzten wir die Gelegenheit, beim fünften Südafrika-Besuch zum ersten Mal einen Ocean Basket zum Abendessen auszuprobieren (was wir wieder tun würden - deutlich besser als andere Fastfood-Ketten). Als wir fertig waren, wurde es bereits dunkel, so dass wir zu unserer ersten “Dunkelheitsfahrt” kamen, jedoch ohne jegliche Probleme. Für irgendwelche weiteren interessanten Orte in Bloemfontein (etwa den offenbar sehr schönen Park auf einem Hügel) fehlte somit auch etwas die Zeit..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #15
Tag 13 06.03.2024 Mokala - Mosu Lodge

Die Nacht war angenehm. Am nächsten Morgen frühstückten wir mit der umfangreichen zur Verfügung gestellten Auswahl an Rusks und Cornflakes, sortierten die Einkäufe vom gestrigen Tag und besuchten nochmal ausgiebiger die Tiere des Guesthouse. Dann ging es noch etwas auf den Spielplatz, bis es zu heiß wurde und wir aufbrachen.

Wir fuhren zunächst die N8 weiter und sahen an einem See in Autobahnnähe zahlreiche Flamingos.

Bei Petrusburg bogen wir auf Landstraße ab um über Koffiefontein und Jacobsdal “quer durch” zum Mokala zu fahren. So würden wir Kimberley umgehen und noch etwas mehr unbekannte Ecken sehen. Die Straße war in Ordnung, zum Teil aber sehr schlaglochlastig. Dennoch war es so vermutlich auch eine Ticken schneller als über Kimberley.

Wir fuhren in einem Rutsch durch bis zum Gate. Hier gab es von Rangern mit tollen, gesponserten Sonnenbrillen eine sehr ausführliche Erklärung zu den Regeln im Park. Das ist grundsätzlich eine sehr gute Idee und würde manch besser besuchtem Park sicher gut tun.

Wir hatten in der Mosu Lodge einen der Luxury-Bungalows gebucht. Hier ist in der Beschreibung bei Sanparks angegeben, dass 2 Erwachsene + 2 Kinder dort schlafen können. Das System lässt einen aber kein Kind hinzufügen. Die Rückfrage per Mail im Park-Office ergab, dass wir das Kind entweder vor Ort hinzufügen und zahlen können oder sie es gleich vorab erledigen können (was für uns natürlich bequemer war).







Natürlich hätten wir eines der Baumhäuser im Park vorgezogen - diese sind aber strikt nur für 2 Personen und zudem nicht wirklich für Kinder geeignet..
Wir hatten vorab Nr. 1 o. 2 angefragt, leider befanden diese sich gerade in der Renovierung, so dass wir Nr. 3 erhielten. Das Cottage zählt sicher zu den schöneren und besser ausgestatteten im Sanparks-Universum. Man sieht das Wasserloch leider nur von ein paar Stellen der Terasse aus, wenn man unter der Bäumen durchschaut - soo viel weiter weg als bei Nr. 1 u. 2 ist es aber auch nicht.



Dadurch, dass man nicht am Haus selbst parkt und unser Haus ganz am Ende des Weges ist, zieht sich das Ausladen (auch aufgrund unserer Gepäckmassen) natürlich etwas. Wir erkunden ein wenig das Camp. Der Pool ist eine 6 auf der Sauberkeitsskala von 1-10 und liegt leider ohne jeden Schatten (auch außenrum) in der prallen Sonne, Sitzmöglichkeiten gibt es zudem auch keine.

Am Abend brechen wir zu einem ersten Game Drive Richtung Stofdam Bird Hide auf. Diesen Hide hatten wir von unserem letzten Besuch 2017 in sehr guter Erinnerung, da hier immer etwas los war.











Das Grün ist traumhaft, wenigstens hier hat es offenbar ausreichend geregnet. Wir sehen eine ganz Reihe verschiedener Tiere. Anders als noch 2017 weisen sie diesmal auch keine stark ausgeprägten Fluchtanreize auf, sondern verhalten sich so, wie auch in den meisten anderen Parks.











Wieder zurück war alles etwas unnötig stressig, da wir recht spät zurückkamen und noch nichts fürs Abendessen vorbereitet hatten. Dann schläft K1 ewig nicht ein.. vermutlich zu viel Schläfchen auf der Fahrt hierher..

Die Temperaturen waren heute durchwegs sehr angenehm mit knapp unter 30°C. Am Abend saßen wir noch länger draußen und bewunderten den mondlosen Sternenhimmel und die Milchstraße, der hier heute sensationell war - locker unter den “top 5” der Sternenhimmel unserer bisherigen Reisen..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #16
Tag 14 07.03.2024 Mokala NP - Mosu Lodge

Wir starteten mit eingepacktem Müsli, Joghurt und Obst gegen 07:15 Uhr gen Norden bis zur Kameldooring Picnicsite.

Wir sehen Zebras und in größerer Entfernung zwei Nashörner. Der Kontrast aus rotem Sand, grünem Gras und blauem Himmel ist einfach traumhaft.. Wie schön wäre es, wenn auch Kalahari und Namibia uns so grün erwarten würden..











Am Picknickplatz frühstückten wir in aller Ruhe und suchten nach Spuren im Sand.

Anschließend fuhren wir den Loop weiter zurück. Wir sehen kämpfende Tsessebe, ansonsten nichts spannendes.



Am Nachmittag wurde es extrem heiß. Da K2 erst spät eingeschlafen war zum Mittagsschlaf, machte ich mich alleine mit K1 auf zum Game Drive. Dieser war leider nur mäßig ergibig.

Zweimal endeten Loops auf gesperrten Straßen, was bei Tracks4Africa leider nur in der höchsten Zoom-Stufe erkennbar war, so dass wir zweimal umdrehen und Loops zurückfahren mussten.

Das spiegelt ein wenig unsere Erfahrungen mit dem Park aus 2017 wieder. Auch hier hatten wir den Eindruck dass die Beschreibungen/Karten der zulässigen und gesperrten Wege deutlich besser gemacht werden könnten. Es war auch nicht immer klar erkennbar, welcher Weg gesperrt ist und welcher nicht. An einem anderen Tag fuhren wir einen Loop, bei dem der Weg immer verwaschener und ausgespülter wurde, bis es einige richtig schlammige Stellen gab. Hier mussten dann erstmals sogar Allrad einsetzen. Als wir am Ende des Loops ankamen, stellten wir fest, dass er aus der anderen Richtung gesperrt war.. Hier wäre definitiv noch Luft nach Oben für den Park. Ansonsten - wenn wir schon beim Thema Straßen sind - hatten wir aufgrund der vielen Berichte über den schlechten Straßenzustand aus den letzten Jahren - mit viel schlimmerem gerechnet. Das meiste hätte man sicher auch mit einem normalen Auto fahren können, insgesamt waren die Wege alle in einem ordentlichen Zustand.







Wir sahen Kudus und Hartebeest sowie Tsessebe (die auseinander zu halten ist irgendwie nicht ganz trivial, wenn man sie nicht gerade frontal von vorne sieht..).
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zuletzt bearbeitet 13. Mai 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #17
Tag 15 08.03.2024 Mokala NP - Mosu Lodge

Für den heutigen Morning Drive hatten wir uns Overnight Oats vorbereitet. Wir fuhren zunächst Richtung Stofdam Bird Hide und sahen unterwegs Mangusten, Helmperlhühner, Büffel und einen Mountain Reedbuck.











Am Hide frühstückten wir unsere Oats (wie waren die einzigen Gäste) und vbekamen Besuch von einem einsamen Büffel und korrespondierenden Webern.





Anschließend beschlossen wir, heute einmal in den nördlichen Teil vorzustoßen. Hier gibt es deutlich mehr offene Flächen, wohingegen der Süden durch (sehr offenes) Buschland und Wald gekennzeichnet ist.





Zunächst sahen wir auch wieder Büffel und Zebras. Wir fuhren bis Lilydale und dort den Vaalsdam Loop. Dieser war fahrtechnisch zum Teil grenzwertig, aber wenig ergiebig.

Auf offener Fläche sahen wir anschließend jedoch zunächst eine große Gruppe Strauße, dann eine Riesenherde Oryx und eine Riesenherde Elands - alle rannten vor einer uns nicht ersichtlichen Gefahr davon (schon bevor wir in der Nähe waren). Wir sahen sie daher nur kurz bzw. aus großer Ferne - was in Anbetracht der Größe der Herden sehr schade war. Ich weiß nicht, ob wir zuvor schon einmal eine solch große Gruppe Elands gesehen hatten, Oryx jedoch definitiv nicht - es mussten ca. 50 Tiere sein.







Auch der Rückweg zeigte einmal wieder, weshalb der Park so besonders ist. Wir sahen innerhalb weniger Kilometer sowohl Roan als auch Sable Antilopen.





Kurz vor dem Camp kamen nochmals Zebras und eine Giraffe dazu.





Heute war es erneut sehr heiß (oder das, was wir zu dem Zeitpunkt noch für “heiß” hielten) mit knapp 40°C. Wir aßen Müsli zu Mittag und verbrachten dann einige Zeit im klimatisierten Haus. K1 und ich wollten dann irgendwann den Pool ausprobieren, jedoch ließ die Sauberkeit bei genauerer Betrachtung doch etwas zu wünschen übrig. Die Wasseroberfläche war übersät mit toten Insekten. Wir beließen es also dabei, die Beine ins Wasser hängen zu lassen.

Am Abend verzichteten wir auf einen Game Drive, nachdem wir bereits am Vormittag länger unterwegs waren und grillten leckere Lammkoteletts mit Nudelsalat.

Der heutige Abend hielt, während wir auf der Terasse saßen und lasen, ein weiteres Highlight bereit - klickende Elands. Das Camp ist bekannt dafür als einer der besten Orte, um das Klicken der Elands hören zu können. Dabei handelt es sich um das Geräusch der Gelenke, das v.a. bei männlichen Elands beim Gehen auftritt. Wir hörten es zuerst und sahen die Elands dann im Licht der Taschenlampe in der Nähe des Zauns. Definitiv ein Wildlife-Highlight!
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #18
Tag 16 09.03.2024 Mokala NP - Mosu Lodge

Für den heutigen Tag gibt es aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen keine Aufzeichnungen - es bleiben also nur GPS-Daten und Bilder, um der Erinnerung auf die Sprünge zu helfen.

Wir fuhren morgens mit vollgepackter Kühlbox erneut gen Norden Richtung Kameldooring Picnicplatz.

Unterwegs sahen wir Büffel, Zebras, Gnus, eine Pin-tailed Whydah und Impalas.











Wir genossen erneut das Frühstück auf dem wunderbaren Picknickplatz unter schattigen Kameldornbäumen.



Auf dem Rückweg trafen wir auf einen Steppenfalken, Elands und eine weitere Roan Antilope.







Am späten Nachmittag brachen wir nochmals zu einer Runde durch die Umgebung auf. Auch diese war wieder recht produktiv. Springböcke, Kudus, Gnus, Oryx, Warzenschweine, Riedböcke, Tsessebes und Giraffen landeten auf der SD Karte.











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Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #19
Tag 17 10.03.2024 Witsand NR

Heute stand leider der Abschied vom Mokala NP auf dem Tagesplan. Wir hätten es hier gut noch ein paar Tage ausgehalten. Wir schliefen aus (mehr oder weniger) und frühstückten gemütlich. Die letzten Vögel im Camp wurden fotografiert, bei der Ausfahrt gab es nochmals Oryx und Tsessebe.











Fazit Mokala:

Der Park ist ein wenig so etwas die der “Dauer-Geheimtipp”. Es gibt keine großen Raubtiere außer Braunen Hyänen und Schakalen. Dafür gibt es eine enorme Vielfalt an Antilopenarten, auch exotischerer Art. Auf einige seltsame Züchtungen wie etwa schwarzen Springböcken, die als Restbestände von Jagdfarmen übernommen worden waren, verzichtet man inzwischen wohl bewusst. Die Landschaft ist vielfältig und traumhaft, die Wege sind von wenigen Ausnahmen abgesehen in Ordnung und wohl - zumindest zu unserer Besuchszeit - auch mit einem normalen Wagen zu befahren. Etwas nervig ist die bereits angesprochene manchmal vorherrschende Unklarheit darüber, welcher Weg (für wen) gesperrt ist oder nicht bzw. eine etwas verbesserungswürdige Beschilderung/Kartenlage.

Am Camp selbst gibt es wenig zu meckern, es wäre natürlich toll, wenn der Pool sauberer wäre und das Restaurant wiedereröffnen würde.. Die Unterkünfte am Zaun bieten eine schöne Aussicht, immer wieder sieht man Tiere vorbeilaufen.

Ich habe versucht, durch die Fenster der in Renovierung befindlichen Unterkünfte (Arbeiten fanden während unseres Aufenthalts aber nicht statt) zu spicken, konnte jedoch keinen Unterschied sehen.

Insgesamt ist der Park wundervoll zum runterkommen. Man sieht viele Tiere, ist in traumhafter Natur und ist ansonsten eher abgeschieden. Die Campsite können wir aus eigener Erfahrung 2017 ebenfalls sehr empfehlen, die Baumhäuser sind nicht ohne Grund lange im Voraus ausgebucht. Ansonsten ist es meines Erachtens ein Park, der selten ausgebucht ist.

Dann verließen wir den Park durch das Gate im Süden und fuhren über durchschnittliche Gravel Roads Richtung Douglas.



Nach vielen Kilometern im staubigen Nichts hatten wir nicht nicht damit gerechnet, dass Douglas ein sehr attraktiver, lebendiger Ort mit einem echt gut sortierten Spar ist (in dem wir kurz einkauften). Es wurde wieder sehr heiß - erstmals überschritten wir die 40°C Marke und hielten es für erforderlich, dies festzuhalten (das Thermometer sollte allein an diesem Tag noch ein paar Grad weiter nach oben klettern..).



Bei Campbell ging es auf die N8. Ich hatte mir für Griekvastad zwei Essens Optionen notiert - das Proviand Restaurant im Ort und einen TakeAway links von der Tankstelle. Leider hatte beides zu..

Kurz danach ging es erneut für ca. 40km auf Gravel zum Witsand NR. Die Straße ist in Ordnung, aber man braucht insgesamt schon seine Zeit von der N8, so dass es als reiner Zwischenstop eher mäßig geeignet ist.

Lustigerweise hielt, während wir auch eine Pinkelpause machten, ein Pickup aus der Gegenrichtung neben uns, der mit hohem Tempo unterwegs war. Hinten drauf saßen ca. 5-10 (weiße) junge Männer oben ohne, ohne Mütze und sichtlich betrunken bei über 40°C.. So verbringt also die Jugend hier ihre freien Tage 🙂 Sie fragten nett, ob wir Hilfe brauchen und fuhren dann weiter.

Schließlich kamen wir im Nature Reserve an. Die Unterkünfte sind in der Nähe des Eingangs zum Reserve und es sind ihrer doch recht viele. Während unseres Aufenthalts waren wir nahezu alleine im Camp, es ist schwer vorstellbar, dass es hier einmal voll ist bzw. wie es dann wirkt.

Unser Haus war sehr interessant angelegt - Küche und Wohnzimmer befanden sich in einem Gebäude, Bad und die beiden Schlafzimmer jeweils in einem anderen Gebäude, die sich um einen gemeinsamen Innenhof schlossen. Dieser war zum Busch hin offen. Sowohl Ausstattung als auch Sauberkeit waren in Ordnung - hier hatten wir im Vorfeld aufgrund sehr weniger und stark divergierender Berichte aus den letzten Jahren etwas Bedenken. Vor der Terasse war eine Vogeltränke, welche die wohl am meisten besuchte und produktivste Vogeltränke war, die wir bisher je gesehen hatten. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, den ganzen Tag lang (auch diverse Säuger bei Nacht).









Wir hatten das Witsand NR gewählt, weil wir zwischen KTP und Mokala in jedem Fall einen Zwischenstop haben wollten. Wir hatten auch geprüft, ob eine bzw. mehrere Übernachtungen bei Maverick Safaris westlich von Kimberley etwas wäre - hier kann man wohl sensationelle Night Drives machen - allerdings wurde auf unsere Anfragen nie reagiert. Somit blieben ein reiner Funktionsstop in Upington oder das Kennenlernen eines bisher unbekannten, seltener besuchten Reserves zur Auswahl. Hier siegte dann letztlich die Neugier.

Nach den ersten Erkunden der Umgebung fuhren wir zum Bird Hide. Dieser ist sehr schön angelegt. Er befindet sich unterirdisch mit Augenhöhe auf der Wasseroberfläche. Leider war er im Vergleich zu unserer privaten Vogeltränke nur mäßig produktiv.

















Dann fuhren wir weiter zum Viewpoint, wo man die Dünen sehen konnte. Ganz nett, aber jetzt auch nicht überwältigend. Die Hitze machte allen deutlich zu schaffen..










Nach dem Abendessen saßen wir, nachdem die Kinder im Bett waren, noch länger draußen in unserem Hof. Man hörte immer wieder Tiere rascheln und sich bewegen. Wir sahen beim Leuchten um die Ecken sogar ein Oryx davon rennen und hörten immer wieder die Geräusche von Warzenschweinen im Gebüsch, sahen sie jedoch nie.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #20
Tag 18 11.03.2024 Witsand NR

Die Nacht war überraschend frisch - morgens hatte es weniger als 20 Grad. K1 war bereits früher wach als der Rest, so dass wir auf der Terasse saßen und gemeinsam die Vögel an der Tränke beobachteten.















Dann frühstückten wir gemütlich und erhielten Besuch von einem Buschbock - was K2 sehr faszinierte.



Anschließend fuhren wir zu einem weiteren Viewpoint. Obwohl es noch nicht einmal 10:00 Uhr war, war es bereits wieder extrem heiß. Hier kommt man direkt an die Dünen und kann hinauflaufen - was schließlich nur K1 und ich taten. Der Weg durch den Sand in der Hitze war extrem anstrengend. Oben bot sich eine nette Aussicht, soo spektakulär ist es aber auch nicht.











Den Rest des Tages verbrachten wir größtenteils im klimatisierten Haus, da es draußen zu heiß war, um irgendwas sinnvolles zu unternehmen. Es gibt hier ein paar Wanderungen, die aber aufgrund der Hitze für uns ausschieden. Nachmittags machten wir einen kurzen Spaziergang zum Pool, stellten jedoch fest, dass auch dieser Pool mit Insekten übersät und damit leider nur wenig einladend war. Auch hier blieb es also beim Abkühlen der Füße. Ansonsten ist der Pool grundsätzlich sehr nett angelegt und war auch sauber.





Fazit Witsand NR:

Der Park ist landschaftlich interessant und bietet wohl durchaus noch mehr Möglichkeiten, sich zu Fuß zu bewegen. Hiervon konnten wir leider aufgrund der Hitze keinen Gebrauch machen. Der Bird Hide ist toll angelegt, hier kann man sicher auch viel Zeit verbringen. Unser Haus bot wenig Grund zur Klage. Es gewinnt keinen Schönheitspreis, muss sich aber hinter Sanparks-Standard nicht verstecken. Ich würde es eher Leuten empfehlen, die mal was neues entdecken wollen als als bloßen Zwischenstop - dafür ist nämlich der Weg zu N8 oder N5 doch etwas zu weit..
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