5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil II JNB -> WDH 2024

Reisebericht 34 Antworten · 2'821 Aufrufe · gestartet 08. Mai 2025 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201613. Mai 2025 · #21
Tag 19. 12.03.2024 Kalahari Trails

Die Nacht war erneut angenehm, heute stand eine weitere längere Transferetappe bis kurz vor dem KTP auf dem Programm.

Wir hatten uns für zwei Nächte im Kalahari Trails entschieden, weil wir hofften, so aus nächster Nähe Erdmännchen beobachten zu können und um auch jenseits des KTP noch etwas Kalahari-Luft zu schnuppern. Da der Preis zudem extrem niedrig war, wagten wir eine Reservierung trotz gemischter Bewertungen im Vorfeld.

Beim Start stellten wir fest, dass die Schraube unseres hinteren Nummernschildes fehlte. Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis wir es verlieren würden. Wir fragten an der Rezeption nach, die fragte mein Manager nach, welcher wiederum in sein Lager ging und suchte. Da er nicht fündig wurde, fing er das telefonieren an und sagte, in ein paar Minuten sollte jemand vorbei kommen. In der Tat kam nach ein paar Minuten ein weiterer Mitarbeiter mit einer Kiste voll Schrauben. Gemeinsam wurde probiert und eine passende gefunden. Man war hier insgesamt sehr bemüht und hilfsbereit, wir konnten aber während unseres gesamten Aufenthalts nur einmal die Anwesenheit von anderen Gästen feststellen.

Da uns an der Rezeption zur Strecke über die N10 geraten worden war (angeblich deutlich schneller als über N14) fuhren wir wieder gen Süden zur N10.

In Groblershoop tankten wir und wollten einen gut beleumundeten Coffe Shop an der Tankstelle oder den Hedgehog Padstal aufsuchen - leider waren wieder beide geschlossen.. Irgendwie haben wir da kein Glück in der Gegend..

Gegen Mittag kamen wir in Upington an und fuhren zur Kalahari Mall für den nächsten Großeinkauf für die folgende Woche. Erneut hatte es um die 40°C. Dann aßen wir im Wimpy (weil es das einzige Lokal mit Blick auf den Parkplatz und unser Auto war). Zudem wollten wir noch Geld holen, hier wurde aus nicht mehr aufklärbaren Gründen diesmal die Revolut Karte nicht akzeptiert, jedoch die Karte einer anderen Bank. Irgendwie hatten wir ein wenig die Zeit verschätzt. Als wir unser Ziel eingaben, wurde uns eine Ankunft um 17:30 Uhr angekündigt.

Glücklicherweise schmolz die Fahrzeit jedoch dahin, so dass wir dann bereits gegen 17:00 Uhr ankamen. Aufgrund der Hitze und der langen Fahrtzeit waren wir extrem platt und nur noch bedingt aufnahmefähig. Hier rächte sich ein wenig unser entspannter Start und der gemütliche Einkauf in Upington.

Der Empfang war nett, aber sehr wortkarg - man musste der betreffenden Dame wirklich alles aus der Nase ziehen. Bei Kalahari Trails handelt es sich um ein Erdmännchenschutz und -forschungsprojekt, das vor vielen Jahren von der seit 2020 verstorbenen Prof. Rasa ins Leben gerufen worden war. Es werden “verwaiste” oder aus anderen Gründen von Menschen gerettete Erdmännchen aufgezogen bzw. aufgepäppelt, bis sie eine eigene neue Familie bilden können und dann ausgewildert. Zudem besuchten immer wieder wilde Erdmännchengruppen das Sanctuary.

Als wir ankamen, wuselten gerade lauter Erdmännchen rund ums Haus und zwischen den Beiden der Anwesenden herum. Hierbei handelte es sich um eine wilde Gruppe, die am Nachmittag vorbeigekommen war. Wir sahen ihnen zu, hatten aber aufgrund Erschöpfung keinen Nerv mehr dazu, die Kameras auszupacken und Fotos zu machen, vor allem weil wir auch beschäftigt waren, unserer Gastgeberin alle relevanten Infos zu unserem Cottage aus der Nase zu ziehen..

Dann fuhren wir ca. 1-2 Kilometer zu unserem Cottage. Es liegt etwas am Hang mit Blick auf das Nossobtal und ein kleines Wasserloch. Gegenüber liegen vereinzelte Farmgebäude auf Botswana-Seite. Von der Straße selbst kriegt man nicht viel mit, dafür ist der Verkehr auch zu dünn, von der Straße auf Botswana Seite sieht man manchmal Staubfahnen oder Nachts Scheinwerfer.

Entgegen mancher Bewertungen war das Haus angenehm herunterklimatisiert und der Kühlschrank lief bereits. Das Haus ist einfach, aber nett eingerichtet und war sehr sauber.

Obwohl es Ende des Sommers war, war die Landschaft knochentrocken. Es hatte in diesem Sommer bisher nahezu gar nicht geregnet, die Regenzeit war hier somit nahezu komplett ausgefallen. Damit zerschlugen sich unsere Hoffnungen auf einen “richtig grünen” KTP mal wieder. Wir hatten bereits das zweite Mal das Pech, in einer Regenzeit unterwegs zu sein, die faktisch nicht existierte. Auch bei unserem letzten Besuch 2019/2020 litt der Park unter einer extremen Dürre. Schon Wahnsinn, wie widerstandsfähig Pflanzen und Tiere hier sein müssen, wenn nahezu regelmäßig eine Regenzeit fast vollkommen ausfällt. Aber natürlich hat so etwas auch starke Auswirkungen auf die Bestandszahlen und Aufenthaltsorte wandernder Tiere..

Da überall Moskitonetze hingen und wir in diesem Urlaub bereits Bekanntschaft mit Mücken gemacht hatten, achteten wir darauf und sahen, dass mit Sonnenuntergang dutzende bis hunderte Mücken die Decke bevölkerten. Nach Einsatz von Peaceful Sleep musste erstmal der Boden gefegt werden. Die Nacht verbrachten wir vorsichtshalber unter den Moskitonetzen.







Am Abend saßen wir noch länger draußen und genossen es, wieder in der Kalahari zu sein. Mit der Taschenlampe sahen wir einen verschreckten Springbock und eine Wildkatze. Von der Botswana-Seite aus waren immer wieder TV-Geräusche und Lichter zu sehen, was natürlich dem Wildnis-Gefühl etwas abträglich war (auch wenn das betreffende Haus sicher 3-400m Luftlinie entfernt liegt).
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #22
Tag 20. 13.03.2024 Kalahari Trails

Die Nacht war dank Klimaanlage angenehm. Auch am Morgen war es draußen noch sehr angenehm. Wir deckten für ein gemütliches Frühstück auf der Terasse, nur um dann festzustellen, dass wir von zig Bienen belagert wurden. Also Flucht nach drinnen..





Nach dem Frühstück fuhren wir nochmal zum Farmhaus. Wir wussten zwar, dass es sich um wilde Erdmännchen handelt, die bereits weiter gezogen sein können, aber vielleicht hatten wir ja etwas Glück und sie waren in der Nähe oder man konnte uns einen Tipp geben. Tatsächlich waren sie nicht weit gekommen und befanden sich wenige hundert Meter vom Farmhaus entfernt. Wir beobachteten und folgten ihnen eine ganze Weile durch die Botanik, wobei sie sich nicht von uns stören ließen und zum Teil zwischen uns durch rannten - auch wenn wir gehalten waren, Abstand zu halten.











Einige nutzen die Gelegenheit, um an einem lecken Wasserrohr (welches am selben Tag repariert wurde) zu trinken.

Dann suchten wir noch die Erdmännchen “in Aufzucht” auf. Aktuell gab es zwei Männchen, die in einem ummauerten Gehege wohnten. Einer hing wohl sehr am anderen, der andere fand so viel Nähe aber offenbar nicht immer toll. Für eine Auswilderung fehlten aber noch mehr Tiere, um eine neue überlebensfähige Truppe zu bilden.













Inzwischen war es auch heute wieder sehr heiß geworden, deutlich über 40°C. Dass unser Plan, gegen Ende des Sommers/Anfang des Herbstes bereits niedrigere Temperaturen in der Kalahari vorzufinden, nicht aufgehen würde, hatten wir bereits in den Tagen vorher realisiert. Zwar deuteten die verfügbaren Klimadaten durchaus in diese Richtung, in mehreren Gesprächen mit Parkmitarbeitern waren diese aber einhellig der Ansicht, dass eigentlich frühestens ab Anfang/Mitte April die 40°C-Grenze regelmäßig unterschritten wird.

Danach fuhren wir wieder zurück zu unserem Cottage und verbrachten den Tag weitestgehend im klimatisierten Haus und spielten dort.

Am Abend machten wir Feuer und grillten. Erneut wurde es ein traumhafter Kalahari-Abend, diesmal ohne TV, aber mit einem vorbeilaufenden Kapfuchs (der erste seit 2017 (!), nachdem wir 2019/2020 trotz in Summe 19 Tagen in der Kalahari keinen einzigen sahen).








Wir hatten heute bereits früher während des Abendessens Peaceful Sleep im Inneren gesprüht und alle Türen/Fenster dicht gehalten, so dass heute deutlich weniger Mücken vorzufinden waren.

Fazit Kalahari Trails:

Die Unterkunft ist ein netter Zwischenstop, wenn man außerhalb des Parks etwas mehr Kalahari - v.a. zu Fuß - kennen lernen möchte und die Chance haben will, Erdmännchen zu sehen oder sich über die aktuelle Forschung dazu zu unterhalten. Es gibt ein Chalet, diverse Campsites und fest installierte Zelte. Diese beiden befinden sich etwas weiter in den Dünen von der Straße weg, wir haben sie aber nicht besucht. Man kann auch geführte Walks buchen, diese sollen sehr gut sein. Wir haben es nicht gemacht, obwohl wir das ursprünglich vorhatten und extra angefragt hatten, wie gut das mit den Kindern geht (problemlos). Für den ersten Morgen hatten wir am Abend vorher aufgrund Erschöpfung schlicht nicht drangedacht (und die Erdmännchen waren ein würdiger Ersatz), für den zweiten Morgen hatten wir es dann wohl schlicht vergessen. Wir hatten etwas “Pech” oder “Planungsfehler” mit der Hitze, die den Bewegungsdrang im Freien doch sehr einschränkte. Wahrscheinlich hätte es rückblickend eine Nacht hier auch getan, nachdem wir ja quasi nebenan unsere nächste Übernachtung hatten. Zumindest etwaige, manchmal zu lesende Bedenken hinsichtlich Sauberkeit und Klimatisierung kann ich hiermit definitiv zerstreuen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #23
Tag 21 14.03.2024 KTP - Twee Revieren

Heute sollte es die wenigen Kilometer bis nach Twee Rivieren gehen. Als der Entschluss feststand, mit zwei kleinen Kindern in unseren “Sehnsuchtspark” zu fahren, machten wir uns natürlich im Vorfeld diverse Gedanken. Neben der grundsätzlichen Frage, ob Nationalparks mit primären Game Drive Fokus überhaupt etwas für kleine Kinder sind, stellt sich diese Frage im KTP angesichts der begrenzten Optionen an Routen und Unterkünften sowie der dünneren Tierpopulation und geringerer Varianz noch mehr. Neben diesen Aspekten spielte für uns jedoch auch die “Notfall-Sicherheit” eine Rolle bei den Planungen.

Gerade mit kleinen Kindern kommt man leider hin und wieder einmal in die Situation, zur Notaufnahme zu müssen - bei gesteigerten und nicht rational messbaren Risiken wie Schlangen oder Skorpionen steigt das entsprechende Sicherheitsbedürfnis (subjektiv unterschiedlich) an. Es gibt diverse Berichte und Verletzungen/Unfällen im Park und dem enormen Zeitaufwand der nötig ist, bis man medizinische Versorgung in/aus Upington erreicht. Daher schlossen wir Nossob als Unterkunftsoption aus, weil es von dort bis nach Twee Rivieren allein 4-5 Stunden sind, zusätzlich zu den 2 Stunden nach Upington. Mata Mata hat natürlich ein ähnliches Problem (wenn auch geringfügig weniger), aber hier mussten wir zwangsweise durch und hofften einfach darauf, dass nicht genau in den drei Tagen etwas schief gehen wird, zudem hatten wir hier als weitere (wenn auch nicht viel schnellere) Option ggf. die Möglichkeit bis Keetmanshoop zu fahren.

Twee Rivieren hat nicht den besten Ruf als attraktivstes Camp, aber es bietet durchaus einige Vorteile - vor allem die Auswahl zwischen zwei Tälern und mehr Unterkunftsverfügbarkeiten. Wir kannten das Camp bis Dato nur vom Durchfahren und Tanken. Daher erschienen uns drei Nächte hier als durchaus angebracht.

Zunächst mussten wir jedoch die kurze Strecke bis zum Park hinter uns bringen. Als es ans Einladen ging, musste ich feststellen, dass wir hinten einen Platten hatten.. Wenigstens hatten wir heute keinen Fahrtstress. Also auf eine ebene Fläche gerollt und bei bereits deutlich über 30°C zunächst Kindersitze demontiert, um an das Werkzeug unter der Rückbank zu kommen, das sehr tief in den Inneren des Canopyaufbaus versteckte Blech als Unterlage für den Wagenheber im Sand zu Tage gefördert und angefangen zu kurbeln. Jeder Wagenheber ist ja etwas anders und immerhin hatte ich so gut aufgepasst bzw. so viel Erfahrung, dass alle Werkzeuge parat waren und richtig positioniert waren. Dennoch war es irgendwie verdammt anstregend, den Wagen zu heben und sehr langwierig. Nach einiger Zeit kam ein aktuell dort tätiger/forschender Mitarbeiter vorbei und drängte seine Hilfe auf. Er löste dann auch schnell mein “Schwierigkeits”-Problem. Ich hatte schlicht vergessen, die Stange zum hochpumpen des Wagenhebers mit der Stange, die man für das Herabsenken des unter dem Wagen befindlichen Ersatzrades befindet, zu verlängern.. Mit entsprechendem Hebel ging es natürlich ratzfatz..

Dann machten wir uns auf den Weg die ca. 20km bis zum Gate hinter uns zu bringen. Nach wenigen Minuten war K2 eingeschlafen. Da plötzlich lauter Meldungen unserer Handys eintrafen (wir somit endlich mal wieder guten Empfang hatten) und K2 idealerweise etwas länger als nur 20-30 Minuten schlafen sollte, hielten wir unter einem Baum am Straßenrand für eine Pause an. Diese Zeit nutzten wir für die (vergebliche) Suche nach Antworten darauf, warum die Revolut-Kreditkarte in Upington nicht akzeptiert worden war und warum die DKB-Kreditkarte bie Bushlore nicht akzeptiert worden war - schließlich wollten wir beide Karten auch die nächsten noch über 2 Monate gern zuverlässig verwenden..

Als wir schließlich am Park ankamen und eincheckten, war es bereits mittag. Wir reisten (bewusst) noch nicht aus. Wir waren schließlich 3 Tage in Twee Rivieren und könnten es jederzeit machen, falls etwas sein sollte und wir wieder nach Upington müssten, war es ohne Ausreisestempel deutlich einfacher.

Da wir noch nicht einchecken konnten, suchten wir erstmals in unserem KTP-Leben das Restaurant auf und aßen bei fast schon zu stark klimatisierten Temperaturen halbwegs vernünftig zu Mittag.

Schließlich konnten wir einchecken und erhielten den Schlüssel zu unserem Familienchalet. Es gibt sicher schönere Unterkünfte bei Sanparks und im Park, aber auch schlechtere. An Sauberkeit etc. war nichts zu bemängeln. Innendrin gab es ausreichend Platz.

Nach dem Auspacken machten wir uns auf die Suche nach einer Lösung für unseren platten Reifen. Beim Technical Service war man sehr hilfsbereit. Es wurde nach einem Loch gesucht und zuhilfenahme zahlreicher kundiger Augen, jedoch konnte niemand ein Loch finden. Daher wurde das Ventil als möglicher Grund gefunden. Glücklicherweise war ein Ersatzventil vorhanden, welches sofort eingebaut wurde. Testweise wurde der Reifen voll aufgepumpt und wir sollten den Verlauf beobachten (gut, dass wir immer ein Manometer im Gepäck haben). Tatsächlich war dies (oder Sand/Dreck im Ventil) wohl die Ursache gewesen; der Druck blieb ab da durchgehend konstant.

Danach fuhren wir auf einen ersten Game Drive ins Nossob-Tal. Hier hatten wir viele wunderbare Erinnerungen, da mit Rooiputs eine unserer absoluten Lieblings-Campsites im südlichen Afrika hier liegt und wir eine Reihe toller Sichtungen hier hatten.

Auch hier war jedoch erschreckend zu sehen, wie trocken und kahl alles war. Ein paar vereinzelte grüne Blätter im Flussbett zeugten davon, dass es wenigstens ein paar Mal geregnet haben dürfte. Die Fahrt war zunächst wenig ergiebig - ein paar Strauße und eine Gruppe Gnus.







Kurz vor Kji Kji fanden wir jedoch (neben 2 oder 3 Autos) ein Löwenpärchen, das gerade in Paarungslaune war. Als wir kamen, hatten sie sich gerade nach einer Runde wieder hingelegt, so dass man sie gerade noch sehen konnte. Wir beschlossen zu versuchen, die Kinder so lange bei Laune zu halten, bis sie wieder aufstehen würden. Trotz hoher Temperaturen hielten die Kinder die knappe halbe Stunde Warten still durch. Vielleicht spürten sie auch unsere Vorfreude. Auch sie sahen ja, dass da irgendwas größeres im Gras nebenan lag.







Glücklicherweise kann man nach Mating Couples die Uhr stelle, so dass wir beide nach einiger Zeit in AKtion sahen - leider gerade in einer Position, wo sie von einem kleinen Busch halb verdeckt waren.







Insgesamt waren wir jedoch sehr zufrieden, bereits bei der ersten Ausfahrt die erste offizielle Löwensichtung für K2 abhaken zu können (Kurzer Einschub: Wir hatten natürlich bereits vor der ersten Reise mit dem Gedanken gespielt, für die Kinder Lifelists mit Säugetieren und Vögeln anzufangen - wer weiß wie viele Chancen auf manche Sichtungen man im späteren Leben noch hat. Es ist aber natürlich fraglich, ob und wie man eine solche Sichtung tatsächlich zählen kann..).





Anschließend ging es zurück nach Twee Rivieren. Wir kochten Nudeln und freuten uns an einer Fuchsmangustenmama mit Kind, die jeden Abend vorbeischaute und offenbar auf Abfälle scharf war.



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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #24
Tag 22 15.03.2024 KTP - Twee Rivieren

Ab heute gibt es für die gesamte Zeit im KTP leider keine Aufzeichnungen mehr - nur noch GPS Daten, Bilder und Erinnerungen. Leider schwindet in Parks immer etwas die Bereitschaft oder Zeit, sich für so etwas Zeit zu nehmen. Ich weiß, dass viele gerade dann genauere Aufzeichnungen über Strecken, Zeiten und Sichtungen führen - das haben wir auch teilweise gemacht - aber irgendwie ist hier ein Muster erkennbar, dass das mit Kindern bei uns immer unter geht..
Gegen 06:45 Uhr ging es los Richtung Nossob-Tal. Gleich zu Beginn sahen wir einen jungen Falken. Die Landschaft war im Morgenlicht mit all dem Staub der vorausfahrenden Fahrzeuge mal wieder traumhaft.





Im schönsten Gegenlicht sahen wir Gnus.







Kurz darauf gab es die irgendwie vor allem in diesem Teil anzutreffenden Red Hartebeest.



Anschließend noch etwas Federvieh.





Am Melkvlei Picknickplatz frühstückten wir, dann ging es wieder retour.





Hier waren Springböcke die einzigen relevanten Sichtungen.

Am Nachmittag ging es nochmal für einen kleinen Drive in Nossob-Tal bis Kji Kji - jedoch ohne große Sichtungen..



Am Abend besuchten uns erneut die Fuchsmangusten.





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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #25
Tag 23 16.03.2024 KTP - Twee Rivieren

Heute Morgen ging es Richtung Auob-Tal bis Auchterlonie. Neben toller Landschaft gab es zunächst vor allem Federvieh.









Dann trafen wir auf unsere ersten Giraffen - soweit südlich im Auob-Tal hätten wir sie überhaupt nicht erwartet.





Es folgten ein Sekretär und ein weiterer Falke.





Am Auchterlonie Picknickplatz gab es dann erstmal wieder Frühstück. Hier wirkte es im Tal leicht grüner als anderswo.





Über die untere Dünenstraße ging es hinüber ins Nossob-Tal. Dort trafen wir auf ein paar kleine Stauße und Erdhörnchen, ansonsten wieder relativ tote Hose.









Auf einen Nachmittags-Drive verzichteten wir wohl aufgrund der längeren Fahrt am Morgen - so genau kann ich das aber nicht mehr nachvollziehen..

Wir hatten von Kalahari Trails die Info erhalten, dass wir wohl die Platte zum Unterlegen unseres Wagenhebers vergessen hatten.. Da wir ja quasi nebenan waren, sicherte ich zu, diese zu holen - was wir dann wohl an diesem Nachmittag erledigten. Ebenso - da es unser letzter Tag in Twee Rivieren war - ging es zum Grenzposten zum Auschecken.

Fazit Twee Rivieren:

Gegen das Camp selbst kann man m.E. relativ wenig sagen. Auch die Straßen in der Gegend wirkten nicht voller als anderswo. Die Campsite war jedoch nicht voll besetzt - die armen Camper taten einem bei den Temperaturen zum Teil aber auch wirklich leid.. Die Sichtungen waren leider im großen und ganzen doch eher bescheiden. Hier schlug wohl die Trockenheit zu, zudem haben zugegebenermaßen nicht den ganzen Tag unterwegs verbracht und kamen maximal bis Auchterlonie und Melkvlei. Wir waren nie zu Gate-Öffnung gestartet, aber doch zumindest 30-40 Minuten danach..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #26
Tag 24 17.03.2024 KTP - Mata Mata

Heute ging es frühmorgens los Richtung Mata Mata. Zunächst sahen wir ein Steinböckchen, dann ein Oryx.









Auch heute bestätigte sich der Eindruck, dass das Auob-Tal wohl mehr Regen abbekommen hatte. Zum Teil kam es dem Traum einer “grünen” Kalahari schon nahe.







Wir sahen eine Riesentrappe und schließlich einige Autos am Straßenrand. Nach einigen Erklärungen sahen auch wir - und nach einigen Erklärungen auch K2 - den Leoparden am oberen Klippenrand.





Da nach einigem Warten nicht damit zu rechnen war, dass er sich bald Richtung Tal bewegen würde, fuhren wir weiter und trafen auf Sekretär, Oryx und Raubadler.













Kurz darauf trafen wir auf einige Giraffen und Erdhörnchen.









Am Kamqua Picknickplatz wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wenige Kilometer weiter Löwen am Straßenrand liegen würden. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und fuhren weiter.

Eine junge Löwenfamilie lag mitten auf der Straße. Sie lagen offenbar schon länger dort, es gab daher trotzdem zu keinem Zeitpunkt einen richtigen Stau, sondern es lief alles sehr gesittet ab (von 1-2 uneinsichtigen Fahrern abgesehen).







Wir fuhren vorbei, wendeten und fuhren dann nochmal zurück zum Picknickplatz für eine Pause.





Anschließend ging es - wieder vorbei an den Löwen - ohne größere Unterbrechungen bis nach Mata Mata.

In Mata Mata hatten wir zunächst ein normales 4er Chalet gebucht. Als eine 4er Riverfront Chalet verfügbar wurde, schlugen wir zu, auch wenn der Preis schlucken lässt und neben den Eagles Nest Chalets in Aus die teuerste Übernachtung unserer Reise war.

Die Unterkünfte sind aber auch wirklich klasse. Sie sind modern gebaut und sehr geräumig. Unser Chalet lag sehr gut zum Wasserloch positioniert, so dass man durchgehend von der Terasse aus sehen konnte, was so passiert.









Am Abend verzichteten wir auf einen Game Drive und feuerten dafür den Grill in Ruhe an.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #27
Tag 25 18.03.2024 KTP - Mata Mata

Die Nacht bescherte unseren Kindern leider eine neue Mückenerfahrung. Obwohl wir aufgrund der allgemeinen Trockenheit (es gibt auch keine Rasensprenger o.ä. in Mata Mata) nie damit gerechnet hätten, waren beide am nächsten Morgen extrem zerstochen. Vor allem bei K1 entzündeten sich die Stiche zum Teil und wurden richtig dick. Ich vermute, dass sich im Kondenswasser der Klimaanlagen hier Mücken bilden. Unsere Gastgeber bei unserer nächsten Unterkunft erzählten uns später, dass sie erst einige Tage zuvor Gäste hatten, die in Mata Mata ebenfalls sehr zerstochen worden waren..

Heute morgen ging es wie die letzten Tage früh los. Als erstes trafen wir auf ein Paar von Kampfadlern, kurz darauf auf zwei Giraffen.







Es folgten Erdhörnchen, Oryx und Springböcke.









Da ansonsten nicht mehr viel los war und ich so ein Gefühl hatte, fuhren wir noch weiter bis zum Melkvlei Picknickplatz - in der Hoffnung, die Löwen von Gestern nochmal zu sehen.

Heute hatten wir noch mehr Glück. Die Löwenfamilie wurde gefunden und lag diesmal nicht (jedenfalls nicht alle) auf der Straße, sondern ein paar Meter daneben. So ließen sie sich deutlich besser und von mehr als 1-2 Fahrzeugen gleichzeitig beobachten.















Auch unser Wunsch nach Löwen Cubs könnte man durch diese Sichtung fast als erfüllt betrachten.

Irgendwann rissen wir uns los und fuhren weiter bis zum Picknickplatz.

Dann ging es wieder zurück, mit einem kurzen Stop bei den Löwen aus anderer Blickrichtung.





Die übrige Fahrt zurück war bis auf ein Paar Löffelhunde, die sich offenbar in der Uhrzeit vertan hatten, ereignislos.



Zurück im Chalet kam plötzlich von K1 beim rumkruscheln “Was ist das denn?”.. Bei genauerer Betrachtung stellte sich “das da” als Fledermaus heraus. Sie wurde unter genauer Beobachtung nach draußen auf das Fensterbrett befördert, wo sie sich etwas bewegte, aber sichtlich erschöpft war.



Dann ging es nochmals auf Game Drive.

Außer einem Schakal und einem Pale Chanting Goshawk war jedoch primär die Landschaft der Star.











Heute wurde abends gekocht und mit Blick auf das Wasserloch und einige Schakale gespeist.

Dann brachten wir die Kinder ins Bett (zuvor kam wieder Peaceful Sleep zum Einsatz). Zum Glück leider ich unter starker FOMO (Fear of Missing Out) bei Unterkünften mit Blick aufs Wasserloch. Ich habe daher während des Umziehens und Zähneputzens immer mal wieder aus den Fenstern einen Blick RicDahtung Wasserloch geworfen. Dies zahlte sich diesmal aus. In der Ferne sah ich eine Bewegung und ging sicherheitshalber das Fernglas holen, bevor es final ins Bett ging.

Die Begegung stellte sich als 2 Löwendamen heraus, die gerade auf dem Weg zum Wasserloch waren zum Trinken. Daher wurden schnell alle alarmiert und gemeinsam ging es auf die Terasse zum kucken. Nach einiger Zeit hatten sie genug und verzogen sich ein paar Meter zurück ans andere Flussufer. Wir verzogen uns ebenfalls in die Schlafzimmer - natürlich diesmal mit etwas zu Seite gezogenen Vorhängen. Beim Vorlesen und Einschlafbegleitung konnte so immer ein Blick aufs Wasserloch geworfen werden, wohin die beiden Damen schließlich auch erneut gingen und sich dort niederließen. Allein hierfür - ins Bett bringen und parallel Löwen beobachten - hatte sich der Preis für die River Front Chalets definitiv gelohnt; sicher eine der interessantesten Wildlife-Erfahrungen bisher.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201615. Mai 2025 · #28
Tag 26 19.03.2024 KTP - Mata Mata

Am heutigen Tag ging es wie gehabt morgens los - leider waren die beiden Löwendamen von Gestern Abend nicht mehr in Sicht.

Wir sahen zunächst einen Tawny Eagle und dann einen Falken beim Verzehr seiner nicht mehr identifizierbaren gefiederten Beute.





Ansonsten war die Fahrt bis Kamqua ohne relevante Sichtungen. Dort machte uns jedoch eine südafrikanische Familie auf eine Puffotter aufmerksam, die sich unter einem der Picknicktische befand.. Sie saßen am Nachbartisch und behielten die Schlange im Auge und warnten alle Neuankömmlinge. Auch für K2 war das natürlich sehr interessant (wobei wir natürlich einen sicheren Abstand wahrten).



Irgendwann wollten jedoch alle aufbrechen, also wurden Zettel und Steine gesucht, um etwaige Neuankömmlinge auf dem dann menschenleeren Picknickplatz zu warnen. Schlangen scheinen die Picknickplätze leider durchaus anzuziehen, wie die häufigen Sichtungen vermuten lassen (auch wir hatten schon einmal eine ähnliche Sichtung in Melkvlei). Vermutlich ziehen die menschlichen Hinterlassenschaften Mäuse und Ratten an, die wiederum die Schlangen anziehen.

Auch der Rückweg zurück war zunächst sehr tierarm. Bewegung kam erst in die Sache, als wir auf Höhe der Abzweigung zum Kalahari Tented Camp zwei Löwenmännchen von der Düne herunterspazieren sahen. Sie liefen genau auf uns zu, so dass wir sie in Ruhe herankommen sahen und auf der gegenüberliegenden Seite weitergehen ließen. Leider war es heute ziemlich diesig, so dass das Licht nicht sehr berauschend war.











Auch diese Sichtung war in weniger als fünf Minuten vorbei - manchmal ist das Glück dann doch auf der eigenen Seite.

Auf der gegenüberliegenden Talseite sahen wir schließlich, wie sich zwei Löwendamen zu den beiden Herren gesellten (mutmaßlich unsere Besucherinnen von gestern Abend), bevor alle zusammen hinter den Dünen verschwanden.

Nachmittags ging es nochmal auf einen kleinen Drive. Hier sahen wir Springböcke, Oryx und Erdhörnchen.













Wir sahen einen weiteren Lannerfalken und dann zwei Schakale. Dann waren unsere Game Drives für diesen Besuchs im Park vorbei.

Fazit KTP:

Grundsätzlich ist es unseres Erachtens ein Park, der auch gut mit (vielleicht auch nur etwas safari-erfahrenen und geduldigen) Kindern besucht werden kann. Allein aufgrund der Infrastruktur ist es aber natürlich deutlich anstrengender und weniger kinderfreundlich. Hinzu kommt die geringere Tierdichte und dass man meist immer wieder dieselben Arten sieht. Mit Leere und Weite können Kinder halt nur bedingt viel anfangen. Je nachdem wie viel Katzen man findet, können diese natürlich Highlights für Kinder sein - aber so etwas ist nunmal Null planbar und vor allem durch möglichst lange und weite Game Drives zu optimieren - was wiederum Kindern nur bedingt zuträglich ist. Bei uns kam als weiteres “Problem” die Hitze hinzu. Wir hatten im Maximum 48°C beim Starten des Autos am Nachmittag und keinen Tag unter 40°C. Unsere Kinder haben das toll und ohne merkbare Einschränkungen mitgemacht, aber wohl auch prim-r weil man oft in klimatisiertem Bereich unterwegs war. Auch im Auto fuhr man natürlich eher klimatisiert, als mit offenen Fenstern (was dem Wildnis-Erlebnis abträglich, der Staublage im Auto aber natürlich zuträglich ist - früher hatten wir Leute mit geschlossenen Fenstern auf Game Drives belächelt und hatten kein Problem damit, bei >40°C mehrere Stunden an einem Wasserloch zu warten. All das ist mit Kindern natürlich nichts mehr. In Bezug auf die Kindertauglichkeit des Parks daher mein Fazit: Wenn man weiß, worauf man sich einlässt (also sowohl in Bezug auf den Park als auch auch seine Kinder) und eine kühlere Jahreszeit wählt, spricht nichts dagegen (Wir hatten bzgl. der Temperaturen wohl einfach die vorhandenen Daten falsch interpretiert) Es gibt ohne Zweifel Parks, die mit Kindern geeigneter sind. Wir sind froh, dass wir es dennoch gemacht haben und wollen die Erfahrungen nicht missen, auch weil natürlich die Verbindung unseres Lieblingsparks mit den eigenen Kindern nochmal eine besondere emotionale Komponente hat.

Unabhängig von der Kinderthematik war es natürlich traurig zu sehen, wie trocken der Park ist. Bereits 2019/2020 hatten wir das Gefühl, im Vergleich zu anderen Zeiten “nichts” zu sehen. Damals sahen wir in knapp zwei Wochen im Park nahezu keine Kleintiere, keine Wildkatzen, keine Kapfüchse, kaum Greifvögel und Eulen und nahezu keine sonstigen Vögel. Dafür an vielen Orten die Reste verhungerter und verdursteter Tiere. Diesmal war es etwas besser, man merkt aber doch sehr die schlechten Regenjahre davor. Hier wären objektive Daten natürlich wünschenswert. Vor Ort und in der ersten Erinnerung wirkte es eigentlich ganz in Ordnung, was die Sichtungen angeht. Erst jetzt beim Schreiben des Berichts und dem Abgleich von Fotos und Fahrzeiten wurde klar, wie wenig wir eigentlich tatsächlich auf unseren Drives sahen. Vieles ist natürlich immer eine Frage der Wahrnehmung und wofür man anhält für ein Foto (oder eine Notiz). Andere Reiseberichte aus derselben Zeit sind teils ähnlich, teils mit deutlich mehr Sichtungsglück. Unter solchen trockenen Bedingungen ist es mutmaßlich einfach nochmal deutlich mehr Aufwand, sich gute Sichtungen zu erarbeiten - etwas das mit Kindern nicht in gleichem Maße möglich ist. In Bezug auf Löwen konnten wir wohl zufrieden sein, einen Leoparden gab es in der Ferne. Ansonsten in Bezug auf Katzen (oder Hyänen oder Eulen) leider Fehlanzeige..

Was unsere Hoffnung auf “Grün” betrifft, gab es zumindest an einigen Stellen den Eindruck einer grünen Kalahari. Auf Fotos in Social Media sah man später, dass wir in diesem Jahr einfach ca. einen Monat zu früh waren - vor allem Ende April gab es wohl stärkere Regenfälle und sattes Grün (hätten wir unsere Reise doch mal andersrum geplant..).
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201616. Mai 2025 · #29
Tag 27 20.03.2024 Aranos - Dorsland Cottage

Heute stand unser Abschied aus dem Park und unser erster innerafrikanischer Grenzübertritt mit Kindern an. Wir packten fertig und fuhren zum Auschecken und Grenzposten. Auf einen letzten Game Drive verzichteten wir aufgrund der ungewissen Dauer unseres Grenzübertritts und der weiteren Fahrtstrecke.

Insgesamt war der Grenzübertritt leider überraschend langwierig. Wir mussten dank namibischem Fahrzeug keine Carbon Tax zahlen, ansonsten wurde alles aber sehr gründlich geprüft. Auch die Zöllnerin, die unser Fahrzeug prüfte, war sehr kritisch. Offenbar war es aktuell untersagt Holz, Obst, Fleisch, Milch- oder Milchprodukte einzuführen. Sie inspizierte unseren Kofferraum und beanstandete/konfiszierte die offene Milchtüte (was uns zu umfangreichen Erklärungen gegenüber K1 über Rechte von Staaten führte), ansonsten gab es wohl nichts zu beanstanden. In Summe hatten wir deutlich über eine Stunde gebraucht.

Da wir nun in Namibia waren, war es leider auch vorbei mit unserem mobilen Internet (unabhängig vom nur sporadischen Empfang) und wir konnten keine Updates von meinen Eltern erhalten, mit denen wir uns ja in wenigen Tagen in Windhoek treffen wollten (und bei denen mal wieder Streiks im Raum standen).

Kurz nach der Grenze fuhren wir zum Kalahari Farmstall. Die Anlage macht zwar einen schönen Eindruck, außer Kunsthandwerk und Fleisch gab es jedoch rein gar nichts zu kaufen, so dass wir unverrichteter Dinge weiterfuhren.

Kurz danach bogen wir auf die D1022 ab. Diese Straße ist zwar eine offizielle D-Straße, führt aber als Sandstraße quer über die Dünen, teilweise durchaus tiefsandiger. Es handelt sich jedoch definitiv um eine der schönsten Straßen Namibias. Leider war es bewölkt, so dass die Farben nicht so wirklich rauskamen. Natürlich sprang zeitnah die ABS-Warnleuchte an, ein Klassiker bei Hilux und Sandfahrten. Die zweispurige Strecke quer zu den Dünen ist leider, verglichen mit anderen attraktiven Straßen Namibias, mit 20-30km recht kurz.





Anschließend ging es auf sehr gutem Gravel (nach all den negativen Meldungen der letzten Zeit und der abgelegenen Ecke nicht zu erwarten) schnell weiter bis kurz vor Aranos. Wir waren deutlich schneller, als von Tracks4Africa veranschlagt, so dass wir kurz vor unserem Ziel nochmal ein Päuschen am Straßenrand einlegten.





Dann fuhren wir zur Farm, auf der unser Cottage stehen sollte. Wir fanden des Cottage, jedoch niemanden der uns begrüßen konnte/wollte. Wir standen etwas blöd rum, bis ein Farmmitarbeiter kam und uns mit Händen und Füßen mitteilte, dass wir ins Haus gehen könnten, was wir dann auch taten. Das Cottage ist echt toll eingerichtet und hat sehr viel Charme.













Nach einiger Zeit kamen die Schwiegereltern unseres Vermieters, die eine Farm “nebenan” betreiben und in der Abwesenheit die Gäste betreuen. Unser Vermieter selbst arbeitet grundsätzlich auf der Farm, aber auch von unterwegs. Die Kinder sind meist auf der Farm und haben Fernunterricht. Die Ehefrau hat einen gut laufenden Salon in Swakopmund und pendelt zwischen dort und Aranos..

Das Cottage ist das “alte” Farmhaus, in dem bis in die 70er Jahre u.a. der Schwiegervater unser Vermieters aufwuchs.

Wir erhielten ein tolles, vorbestelltes Braii-Paket mit Fleisch und Wurst aus eigener Herstellung sowie diverses Gemüse. Dieses wurde am Abend beim Grillen verarbeitet und war extrem lecker.

Insgesamt ist es auch hier extrem trocken. Nach Schilderung unser Gastgeber hatten sie seit der Regenzeit 2022/2023 nur wenige Millimeter Regen. Es sei möglich, mit knapp 400mm Regen wirtschaftlich zu überleben, aber es komme natürlich auch sehr drauf an, in wann und in welchen Abständen der Regen kommt.

Am Abend zieht es zu und es fallen ein paar Tropfen, mehr jedoch nicht.

Unsere Gastgeberfamilie hatte ihren Hund - Ben - auf der Farm zurückgelassen. Es handelt sich um einen noch sehr jungen Australian Shepard. Zudem gibt es noch einen großen Wachhund, der nachts das Gelände kontrolliert. Leider ist Ben noch absolut unerzogen, neugierig und verspielt und offenbar überglücklich, dass seine Langeweile durch neue Besucher bekämpft wird. Er versuchte immer wieder, überall hinzukommen, hinter K1 herlaufen und ihn abzuschlecken. Zum Teil war leider fast etwas grenzwertig, auch wenn wir versuchen, so etwas mit Humor zu nehmen.

Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201616. Mai 2025 · #30
Tag 28 21.03.2024 Aranos - Dorsland Cottage

Am Morgen waren die Temperaturen sehr angenehm, ein paar kleinere Wolken waren zu sehen. Wir frühstückten ausgiebig mit Speck udn Rührei auf der Terasse. Leider nervte Ben wieder etwas und lag immer entweder unter dem Tisch oder auf unseren Füßen.

Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang durch die Dünen für knapp 2 Stunden. Hierfür gibt es im Haus auch Wegbeschreibungen. Die Landschaft ist schlicht traumhaft..





Auf dem Rückweg sehen wir Pferde (reinblütige Araber), die hier gehalten werden und sich auf dem gesamten (riesigen) Farmgelände frei bewegen können.



Am Nachmittag besuchen uns unsere Gastgeber wieder und neben uns mit auf eine Farmrundfahrt in ihrem Auto, da sie einige Dämme und Wasserreservoirs kontrollieren müssen. Wir erfahren sehr viel über das Leben auf einer abgelegenen Farm und die alltäglichen und größeren Probleme. Es sind unglaublich nette Gastgeber.

Es geht in einem Tempo, das ich mich niemals getraut hätte durch sandige Wege zu fahren, quer durch die Farm. Bereits nach 1-2 Gattern hätten wir uns komplett verfahren. Wir sahen Schafherden und Oryx sowie eine Schildkröte. Auch die Kinder hatten großen Spaß.

Dann fuhren wir zum Sundowner auf eine schöne Düne.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201616. Mai 2025 · #31
Tag 29 22.03.2024 Krumhuk

Heute müssen wir leider dieses tolle Fleckchen Land wieder verlassen. Ich kann es nur mehr als empfehlen für einen Stop zwischen Windhoek und KTP. Sollten wir beim nächsten KTP-Besuch über Windhoek fahren, wäre ein Zwischenstop hier definitiv gesetzt.

Dafür stand heute für K1 und K2 das Wiedersehen mit Oma und Opa auf der Agenda. Die Fahrt bis nach Windhoek war relativ unproblematisch, wir fuhren entspannt fast in einem Rutsch durch und kamen um kurz vor 2 an.



Es handelt sich um eine sehr schöne Farm mit toller Aussicht. Unser Haus war sehr geräumig und sauber, zudem sehr gut ausgestattet. Leider ist die Organisation manchmal etwas anstrengend, da die Rezeption oft nicht besetzt ist und immer erst jemand angerufen werden muss. Die Zuständigkeiten sind auf viele Köpfe verteilt (die je nach Schichten auch noch wechseln), so dass manche Information auch unter geht. Alle sind jedoch sehr freundlich und bemüht. Vom anthroposophischen Überbau merkt man vor Ort nichts.





Meine Eltern waren bei unserer Ankunft noch in Windhoek zum Bummeln, nachdem sie am Tag vorher in Namibia angekommen waren. Wir luden aus und machten Brotzeit, dann gab es ein großes Wiedersehen.

Dann ging es ans finale Ausräumen unseres Autos, da wir dieses am nächsten Tag bei Bushlore abgeben mussten, um auf den Bushcamper von Savanna zu wechseln. Zudem machen wir uns an das Erstellen einer Einkaufsliste für den nächsten Tag. Da es zudem viel zu erzählen gibt, sind wir nur mäßig produktiv.



Wir haben uns zum Abendessen angemeldet, welches sehr lecker war, jedoch das Fleisch etwas zäh.

Mit unserer Ankunft in Windhoek endet Teil II dieses Berichts - bevor es mit Teil III - mit dem Bushcamper durch Namibia - weitergeht. Vorher gibts aber selbstverständlich noch ein kleines Fazit
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201616. Mai 2025 · #32
Fazit Teil II - Johannesburg/Windhoek

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Bezug aufs Autofahren sind wir gut in unsere Reise “reingekommen” und haben uns alle gut mit den Bedingungen arrangiert. Wie bereits eingangs erwähnt, mag die Routenführung etwas ungewöhnlich sein, im großen und ganzen hat sie jedoch denke ich ganz gut funktioniert. Das einzige mal “verschätzt” hatten wir uns beim Zeitbedarf für die Etappe Witsands - Kalahari Trails. Die Strecken sind weit und man hätte sicher gut an noch mehr Ecken unterwegs noch mehr Station machen können (Clarens/Golden Gate, Lesotho, die Gegend nördlich von Lesotho, Riemvasmark, Kalahari in Namibia..). Aber dafür bräuchte man noch mehr Zeit..

Pilanesberg war ein guter Beginn, um entspannt und ohne zeitlichen oder Entfernungsdruck reinzukommen und sich zu finden. Hier hatten wir uns vielleicht etwas mehr an Sichtungen erhofft, aber zu hohes Gras und die praktischen Probleme bei Safari mit kleinen Kindern und Selbstversorgung (Uhrzeiten/Fahrzeiten etc.) verhindert dies. Auch lernten wir dort schnell, dass es mit 2 Kindern im Auto nochmals deutlich schwieriger ist, Tiere zu beobachten oder zu fotografieren. Hier muss man natürlich auch die eigenen Ansprüche runterfahren - auch das kostet aber erstmal Überwindung/Zeit.

Die Drakensberge haben uns mehr als nur begeistert, hier waren wir dann auch positiv überrascht, wie gut das Wandern mit 2 Kindern funktionierte. Dass es schönstes Sommerwetter war, spielte natürlich sicher auch in die positive Gesamtwahrnehmung mit rein.

Mokala ist wie immer herrlich entspannt und war gerade mit Kindern ein guter Stop, da es hier wenig Druck für besondere Sichtungen o.ä. gibt.

Witsand war interessant, mal dort gewesen zu sein, aber spätestens ab hier merkte man die Auswirkungen der hohen Temperaturen auf den Tagesablauf und die möglichen Aktivitäten.

Rückblickend hätte im Kalahari Trails wohl eine Nacht gereicht, aber das weiß man natürlich vorher nicht.
Im KTP war die Verteilung unserer Stationen so denke ich in Ordnung, auch wenn wir im Auob-Tal letztlich deutlich mehr Sichtungen hatten. Zur Kindertauglichkeit hatte ich bereits beim KTP-Fazit einiges geschrieben.

Etwas schade war, dass wir in der Kalahari auf namibischer Seite nicht noch mehr Zeit hatten, hier hätte es noch einige andere schöne Strecken oder Unterkünfte gegeben.

Als Hauptmanko würde ich konstatieren, dass die Reisezeit für die Strecke mit Kindern definitiv nicht optimal war. Im Pilanesberg und in den Drakensbergen war es voll in Ordnung und erträglich, aber wenn das Thermometer tagsüber nie mehr unter 40°C geht, schränkt es die Möglichkeiten unnötig ein. Hier ist es etwas schade, wenn man sich tagsüber eigentlich nur noch in klimatisierten Räumen aufhalten kann. Insofern klassischer Planungsfehler..

Unser Auto war eine gute Wahl und ließ uns zu keinem Zeitpunkt im Stich. Zum Teil hätten wir wohl in kein anderes Auto all unser Zeug gebracht. Ich habe bei den Bildern beim nochmaligen Durchsehen gesehen, dass wir letztlich ja sogar mit 2 Kühlboxen unterwegs waren, da wir eine “normal” dimensionierte von Bushlore dabei hatten. Das half uns aber auch, unsere großen Mengen an frischem Obst etc., die wir täglich “brauchten”, gut durchzubringen. Apple Carplay war ein willkommenes Zusatzfeature für die Navigation (die wir im übrigen meist mit Waze durchführten, in den Parks kam klassisch unser Navi mit T4A zum Einsatz). Natürlich kann man eine solche Reise sicher auch mit weniger Gepäck durchführen (und wir sind eigentlich durch langjährige Erfahrung sowieso schon sehr streng bei unseren Packlisten), aber gerade mit Kraxe, Windelvorrat für 2 Kinder, Küchenkram, Hochstuhl, oft Vorräte/Einkäufe für eine Woche oder mehr, Kleidung für verschiedenste Klimazonen usw. kommt dann doch einiges zusammen. Insoweit war es auch eine durchaus bewusste Entscheidung, mit “mehr Gepäck” unterwegs zu sein.

Anders als noch 2022 bei Teil I der Reise gab es abgesehen von Mückenstichen keinerlei gesundheitliche Probleme, was sicher auch ein wenig mit Glück zu tun hat.

Weiter geht es nun für Interessierte mit Teil III hier auf unserer Campingrunde durch Namibia.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 16. Mai 2025
5'048 Beiträge · seit 201405. Juni 2025 · #33
Hi Fidel,

gestern Abend habe ich mir endlich die Zeit genommen und den 2ten Teil in einem Rutsch gelesen.

In meinem Bericht hattest du ja folgendes geschrieben:
Wir waren in Twee Rivieren wohl für einige Nächte eure Nachbarn - ich hatte anfangs so ne Vermutung, euer Schild am Auto dann aber erst in Mata Mata gesehen wo ihr gerade am wegfahren wart.

Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Sichtungen vom selben Ort aus sein können. Wir waren bzgl. der Fahrzeiten u. Uhrzeiten wegen der Kinder eingeschränkter (und im Auto schlechter konzentriert), aber auch so hattet ihr meinem Gefühl nach ein deutlich bessere Augen 🙂
Also ich finde, ihr hattet tolle Sichtungen! Bei der Sichtung an der Kamqua PS haben wir uns wohl knapp verpasst:
Dort machte uns jedoch eine südafrikanische Familie auf eine Puffotter aufmerksam, die sich unter einem der Picknicktische befand.. Sie saßen am Nachbartisch und behielten die Schlange im Auge und warnten alle Neuankömmlinge. Auch für K2 war das natürlich sehr interessant (wobei wir natürlich einen sicheren Abstand wahrten).

1.jpg


Irgendwann wollten jedoch alle aufbrechen, also wurden Zettel und Steine gesucht, um etwaige Neuankömmlinge auf dem dann menschenleeren Picknickplatz zu warnen.
Wir haben den Zettel gefunden und die Puffotter lag auch noch da.

2.jpg


3.jpg


Vielen Dank für den schönen Bericht - ich werde mir demnächst natürlich auch noch Teil 1 und 3 anschauen!

Liebe Grüße
Konni
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zuletzt bearbeitet 05. Juni 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Juni 2025 · #34
Hallo Konni,

dass du dich an meinen Post von vor mutmaßlich fast einem Jahr noch erinnerst 🙂 Ich glaube, eure Art den Park zu bereisen (so wie ich es aus deinen Berichten mitnehme), ist kaum mit der Art und Weise, wie wir ihn mit den Kindern bereist haben, zu vergleichen - ihr deckt viel längere Strecken und Zeiten ab als wir es je konnten. Da es ist dann vermutlich nur normal, dass ihr in Summe mehr zu Sehen bekamt. Wir hängen halt irgendwie immer noch den Erinnerungen an einen Traum-Aufenthalt im November 2017 mit unglaublichen Sichtungen nach, so dass die Latte sehr hoch hängt.. Jeder unserer weiteren Aufenthalte fiel in einen Zeitraum mit nahezu ausgefallener Regenzeit..

Sehr lustig, dass ihr auch noch die Puffotter samt Zettel fandet und gut zu wissen, dass er noch vorhanden war.

Viele Grüße
fidel
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
5'048 Beiträge · seit 201406. Juni 2025 · #35
Ich glaube, eure Art den Park zu bereisen (so wie ich es aus deinen Berichten mitnehme), ist kaum mit der Art und Weise, wie wir ihn mit den Kindern bereist haben, zu vergleichen - ihr deckt viel längere Strecken und Zeiten ab als wir es je konnten.
Hi Fidel,
was unsere Gamedrives im Park betrifft, sind wir eh ein bisschen "speziell". Wir sind meist von Toröffnung bis Schließung im Park unterwegs und die Pausen verbringen wir meist an Wasserlöchern.
Sehr lustig, dass ihr auch noch die Puffotter samt Zettel fandet und gut zu wissen, dass er noch vorhanden war.
Ich denke, dass wir nur kurz nach euch da waren. Laut meinem Tagebuch müsste es so gegen 12:45 Uhr gewesen sein.

Liebe Grüße
Konni
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