Vorgeschichte Teil II - IV
Ich möchte hier nun vom zweiten Teil unserer insgesamt 5 Monate im südlichen Afrika berichten - insgesamt drei Monate im Februar bis Mai 2024 von Johannesburg über Windhoek nach Kapstadt. Der Übersichtlichkeit halber, werde ich den Bericht auf drei Teile in getrennten Threads aufteilen wie folgt:
Johannesburg -> Windhoek
Campingtour durch Namibia
Windhoek -> Kapstadt
Der Bericht zu Teil I unserer Reise (2 Monate von Kapstadt zum Kruger im April - Juni 2022) findet sich hier.
Eine Übersicht der einzelnen Stationen findet sich hier.
Einen Gesamtüberblick über unsere Route sieht man auf der folgenden Karte.

Bevor es mit Teil II - von Johannesburg nach Windhoek losgeht, möchte ich noch ein paar allgemeine Zeilen über diese Reise verlieren.
Bereits vor unserem Abflug nach Südafrika im April 2022 hatten wir eine weitere Reise ins südliche Afrika ins Auge gefasst. Mein/Unser Ziel war es, unsere Sehnsucht nach Reisen in Afrika nach Möglichkeit nicht abreißen zu lassen und lieber früher als später Nägel mit Köpfen zu machen, damit man gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, aus Bequemlichkeit weitere Reisen/Planungen aufzuschieben. Zudem fühle ich mich zugegebenermaßen wohler und lebe positiver, wenn sich am Horizont, auch wenn er noch so weit weg sein mag, eine weitere Reise abzeichnet.
Wir hatten meine Eltern genug angefixt, so dass sie Feuer und Flamme waren, uns auf einer Camping-Tour durch Namibia im Frühjahr 2023 zu begleiten. Die Wahl der Jahreszeit war diesmal bewusst gewählt. Es sollte nicht kalt sein (damit fiel alles ab Ende Mai bis Anfang September weg), nicht Hauptsaison und schön grün (damit fiel September bis Oktober weg) und nicht pervers heiß (damit fiel November bis Februar weg).
Um die Genehmigung der nunmehr nötigen Urlaubsanträge zu vereinfachen (wir brauchten ja die Erlaubnis von vier verschiedenen Arbeitgebern) wollten wir über Ostern 2023 für drei Wochen nach Namibia. K1 wäre dann gute 2 Jahre alt gewesen. Es gab erste grobe Routenideen. Da v.a. Bushcamper manchmal Mangelware sein können (vor allem in Zeiten der allgemeinen Fahrzeugknappheit während Corona) buchten wir daher bereits vor unserer Abreise im April 2022 einen Bushcamper sowie einen Dachzeltcamper bei Savanna für März 2023. Durch unsere frühe Buchung und die noch schwelende Coronathematik erhielten wir hierfür einen sehr fairen Preis mit den Rates vor Corona (weshalb wir auch nicht unseren bevorzugten Anbieter Bushlore wählten).
“Leider” kam diesmal eine weitere Schwangerschaft dazwischen, so dass wir die Buchung bei Savanna - bei gleichbleibenden Konditionen - auf die Osterferien 2024 verschoben. Ob wir die Reise dann tatsächlich mit 2 kleinen Kindern durchziehen wollen würden und könnten, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch vollkommen offen. Nachdem sich abzeichnete, dass wir ein gesundes weiteres Kind hatten und damit auch im Alltag zurecht kamen, konkretisierten wir unsere Pläne für eine weitere Elternzeitreise. Während wir uns beim ersten Kind noch den Luxus von 2x2 Monaten Reise im Abstand von einem halben Jahr während der Elternzeit gönnten (bei Geburt konnte ich jeweils glücklicherweise 4 bzw. 6 Wochen Urlaub nehmen), mussten beim zweiten Kind nicht nur die Auswirkungen auf unsere Finanzen stärker berücksichtigt werden (wir waren zwischenzeitlich umgezogen und hatten deutlich höhere Fixkosten) sondern auch die Auswirkungen einer längeren Abwesenheit auf die Betreuung von K1. Zwei längere Reisen in kurzem Abstand erschienen uns unnötig stressig/aufwändig, insgesamt vier Monate auf Reisen hingegen zu teuer/finanziell einschneidend bzgl. Elterngeld und eine zu lange Abwesenheit von der Kinderbetreuung.
In Bezug auf die Kinderbetreuung hatten wir zunächst auch Bedenken, da an unserem Wohnort absurd hoher Mangel an Betreuungsplätzen herrscht, wir mit viel Glück einen Krippenplatz für K1 bekommen hatten und wussten, dass es viele Einrichtungen gibt, die bei solch langen Abwesenheiten den Platz kündigen. Auch dieses Risiko nahmen wir jedoch zunächst in Kauf, da K1 ab dem Herbst ohnehin in den Kindergarten gehen würde. Tatsächlich war unsere Einrichtungsleitung jedoch von unserem Plan sehr angetan, stellte uns vor keine Probleme und veranlasste sogar eine Streichung des Essensgelds.
Insgesamt einigten wir uns daher auf einen Kompromiss von drei Monaten Elternzeit plus eine Handvoll Urlaubstage.
Als Zeitraum waren die bereits gebuchten 3 Wochen Camper in Namibia fix, das andere Limit stellten die Elterngeldregeln dar. Heraus kamen insgesamt 3 Monate von Ende Februar bis Ende Mai mit Kindern im Alter von 10 Monaten u. 3 Jahren zu Beginn und 13 Monaten/fast 3,5 Jahren bei Rückkehr.
Routenplanung Gesamtreise
Die fixen 3 Wochen Namibia in der Mitte stellten uns routenplanungstechnisch vor erhebliche Herausforderungen. Da sich die Preise für Camper im Vergleich zu unserer Buchung zum Teil verdoppelt hatten, wollten wir die bestehende Buchung als “Schnäppchen” dennoch in jedem Fall mitnehmen.
Wir wollten in jedem Fall einbauen:
Drakensberge
KTP
Westküste Südafrikas
südliches Namibia
Kapregion
Es war klar, dass diese Vorgaben, die weiten Entfernungen und unser weiterhin bestehender Wunsch, Fahrzeiten möglichst kurz und Aufenthalte möglichst lang zu halten, eine Reihe von Kompromissen erforderten. Auch dass wir “nur” ca. einen Monat Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, machte es nicht einfach. Direkt in Windhoek zu starten und danach von dort nach Kapstadt würde bedeuten, über 2 Monate für die Strecke Windhoek - Kapstadt zur Verfügung zu haben, was uns wiederum etwas viel erschien. Zudem ließen sich so die Drakensberge nicht wirklich einbauen.
Irgendwann nagelten wir die Tage im KTP (Buchungsproblematik ist ja bekannt) fest, weil es da noch Verfügbarkeiten gab und bauten außen rum unseren ersten Streckenteil mit Pilanesberg, Drakensbergen, Mokala und KTP.
Zur Routenplanung in Namibia und für den weiteren Weg nach Kapstadt werde ich bei diesen Reiseteilen noch ein paar Ausführungen machen, zur Routenplanung für den Abschnitt Johannesburg/Windhoek weiter unten.
Manchmal merkt man mitten in der Buchungsphase, dass man einen groben Fehler gemacht hat. Hier dämmerte uns irgendwann, dass es viel geschickter gewesen wäre, die Route umzudrehen, d.h. im Februar in Kapstadt zu starten und im Mai in Johannesburg zu enden. So könnten wir das gute Sommerwetter in der Kapregion bzw. an der Westküste nutzen und hätten in Kalahari und den Drakensbergen keine Sommerhitze mehr. Zudem hätten wir so mehr Zeit für die Strecke Windhoek/Johannesburg zur Verfügung. Obwohl wir noch keine Flüge gebucht hatten zu diesem Zeitpunkt, entschieden wir uns schließlich aus Bequemlichkeit dagegen, alles nochmals umzuschmeißen und neu zu planen und zu buchen. Zudem hätte es im dann relevanten Zeitraum im KTP nahezu keine Verfügbarkeiten mehr gegeben.
Auto
Ein weiteres Thema war natürlich das Mietauto. Aufgrund unserer Erfahrungen aus 2022 war klar, dass es mindestens einen Kofferraum von der Größe eines Toyota Avanza/Suzuki Ertiga braucht. Für den KTP aber zugleich einen SUV - der natürlich auch in Namibia bzw. allgemein auf Gravel Roads sinnvoller ist. Das engte die Auswahl ziemlich ein auf Hilux oder Fortuner. Weiteres Problem: wir brauchten eigentlich ein Auto von Johannesburg nach Windhoek und ein weiteres von Windhoek nach Kapstadt. Weiteres Problem: Die meisten “großen” Vermieter bieten keine so langen Zeiträume zur Miete an oder jedenfalls nicht über die Standardsuchmasken. Preislich bewegten wir uns definitiv in Bereichen, wo man über ein eigenes Fahrzeug im südlichen Afrika nachdenken kann. Wenn die bekannten Registrierungsprobleme nicht wären und wir sicherer hätten sein können, es auch in den kommenden Jahren regelmäßig zu nutzen, hätten wir wohl eher diesen Weg gewählt. Aber gerade mit Kindern sind da zu viele Fragezeichen.
Letztlich landeten wir - bekannt und bewährt - bei Bushlore. Hier hatten wir die Option Fortuner oder Hilux, konnten Oneway-Mieten machen und wussten, dass wir gute Fahrzeuge mit allem Nötigen bekommen würden. Hier sprach dann letztlich allein Geld für Hilux und gegen Fortuner. In Summe hätte uns übrigens ein bei Bushlore für den gesamten Reisezeitraum (87 Tage) gemieteter Bushcamper nur wenige hundert Euro mehr gekostet als 2x Hilux inkl. Oneway Fee und der Savanna Bushcamper. Da wir uns aber ohne Unterstützung der Großeltern nicht gleich ins Abenteuer Camping mit 2 Kleinkindern in Afrika stürzen wollten und unser Gepäck in einem normalen Hilux deutlich besser aufgeräumt ist, entschieden wir uns gegen diese Variante (auch wenn man hier natürlich bei den Unterkünften viel hätte sparen können).
Wir hatten also am Ende gemietet:
30 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 74€/Tag
21 Tage Bushcamper von Savanna für 91€/Tag
37 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 86€/Tag
Der Hilux war im ersten Reiseteil manchmal Overkill (zum Teil aber sehr sinnvoll), im letzten Reiseteil öfters Overkill. Hier mangelte es aber schlicht an (vergleichbar oder besser bepreisten) Alternativen für 37 Tage Oneway von Namibia nach Südafrika.
Wir hätten auch einen Kühlschrank für geringen Aufpreis mitmieten können, der über die 2. Batterie versorgt würde, entschieden uns aber letztlich aus Kostengründen dagegen. Dies dürfte rückblickend auch die richtige Entscheidung gewesen sein, da unsere selbst gekaufte Kühlbox schön groß, ausreichend und in Summe deutlich günstiger war.
Die Fahrzeuge von Bushlore waren top. Relativ neue Hilux Automatik, gute Reifen, Schubladensystem im Canopy für mehr Ordnung und genug Stauraum. Sogar Apple Car Play war verfügbar - ungeahnter Luxus in einem Hilux. Wir sind große Hilux-Fans (noch mehr geworden) und liebäugeln auch mit dem Kauf eines Hilux in Deutschland als Reisefahrzeug (auch wenn hier aktuell noch die Vernunft siegt), kennen und mögen also die Fahrweise.
Alternativ zu Bushlore hätten wir übrigens auch noch bei Europcar für 87 Tage durchgehend einen Hilux mieten können (und ihn 3 Wochen ungenutzt in Windhoek stehen lassen). Dies wäre geringfügig (in Summe ca. 500€) günstiger gewesen. Der Mehrpreis für bekannt gute Fahrzeuge und die Zusatzausstattung bei Bushlore war es uns dann aber doch Wert.
Insgesamt verdammt viel Geld trotz viel Entgegenkommens seitens Bushlore.
Wir hatten es im Übrigen auch geschafft, nach Großeinkäufen das gesamte Ladevolumen des Hilux-Canopy nahezu vollständig bis zur Decke auszureizen..
Gepäck
Waren wir 2022 zu dritt noch mit Reisebett, 3 Reisetaschen und 2 Handgepäckrucksäcken gestartet, vergrößerte sich unser Gepäck nun nochmal deutlich. Der Buggy blieb diesmal daheim, dafür kam eine Kraxe mit. Deutlich praktischer, aber auch voluminöser. Zudem musste eine weitere Reisetasche mit. Mit viel Müh und Not und Weglassen von ein bis zwei Dingen hätte man möglicherweise alles in drei Reisetaschen bekommen. Auch hier entschieden wir uns für den Komfort und buchten ein weiteres Gepäckstück, damit wir vier Reisetaschen plus Reisebett mitnehmen konnten.
Zudem war diesmal die Babyschale für K2 mit an Board. Nach unseren Erfahrungen aus 2022 waren wir uns nicht sicher, ob wir für ein noch kleineres Kind (das zudem nicht groß geraten ist) einen akzeptablen Sitz bekommen würden (vor allem bei mehreren getrennten Anmietungen). Zudem wäre unsere heimische Babyschale irgendwann zeitnah nach der Rückkehr auch langsam “alt”, so dass das Risiko von unsichtbaren Beschädigten beim Transport im Flugzeug verschmerzbar erschien. Für K1 hatten wir jeweiles einen Sitz gemietet - hier würde formal bereits eine Sitzerhöhung ausreichen, wir hatten aber insgesamt jeweils vernünftige Sitze mit Rückenlehne und Seitenschutz bekommen.
Wir hatten wieder 2 Handgepäckrucksäcke, für K1 gab es vom Christkind einen Trolley von Stokke (Jetkids). Die Grundidee dahinter war, dass er so trotz ständiger Wechsel “seinen” Koffer mit den Sachen, die ihm am wichtigsten sind, immer bei sich haben konnte beim Fahren. Insgesamt hat sich der Koffer durchaus bewährt, auch im Flugzeug. Er passt in Auto und Flugzeug gut in den Fußraum und es passt alles an Spielkram rein, was man so braucht.
Zudem gab es für K1 eine aufblasbare Reise-Luftmatratze von Stokke (Cloudsleeper). Wir wussten nicht, ob und wie sicher er in unbekannten Einzelbetten schlafen würde und dachten uns, dass er so ohne Rausfallrisiko immer auf derselben Matratze würde schlafen können. Ohne zu Spoilern kann ich an dieser Stelle verraten, dass wir sie genau eine Nacht lang genutzt haben und danach sein Bett immer gut mit Stühlen o.ä. gegen Rausfallen schützen konnten, ohne den Aufwand des Aufblasens der Matratze. Das gestaltete sich nämlich doch nerviger und langwieriger als gedacht..
Sicherheit
Zum Thema Sicherheit hatte ich bei Teil I bereits einiges geschrieben. Auch zur Frage Paranoia bzw. wann Reisen noch erholsam ist, habe ich dort einiges geschrieben. Wir behielten das meiste bei. Zwei Aspekte bereiteten uns aber im Vorfeld der Reise Gedanken:
1. Wie kann ich im Notfall ggf. 10-15.000€ blitzschnell verfügbar machen, damit der Rettungsflieger startet, wenn die Versicherung in Deutschland nicht in die Pötte kommt? Hier hatten wir 2022 eine Auslandsversicherung, die eine Kreditkarte inkludierte, die auf Zuruf von der Versicherung aufgeladen und zur Zahlung verwendet werden konnte (so die Theorie und auch einige positive Berichte). Leider wurde der Service wieder eingestellt. Es gibt leider zu viele Geschichten, in denen deutsche Versicherungen erst Stunden brauchen, ehe Freigaben erteilt werden oder es scheitert am verfügbaren Faxgerät. Hier einfach die Kreditkarte zücken zu können, damit der Flieger starten kann, ist im Zweifelsfall lebensrettend.
2. Gibt es Lösungen gegen das (damals verstärkt aufkommende) Szenario der Entführung zum Geldautomaten?
Für beides wählten wir Revolut als weitere Ergänzung. Für das erste oben genannte Szenario nahmen wir eine rein virtuelle Kreditkarte, die wir mit 15.000€ als Sicherheit aufluden. Die Karte existierte nicht physisch, die Daten hierzu hatten wir (codiert) auf unseren ausgedruckten Listen. Im Notfall hätten wir die Daten wie die einer physischen Karte angeben können bei Rettungsdienst oder Krankenhaus.
Für das zweite Szenario griffen wir auf aufladbare Kreditkarten von Revolut zurück und benutzten primär diese für Abhebungen/Zahlungen in unserem “Fake”-Geldbeutel. Es waren dann immer nur ein paar hundert Euro drauf. Das verschafft natürlich keine 100% Sicherheit, weil die normalen Kreditkarten natürlich auch im Gepäck dabei sind, bietet aber ein mehr an Sicherheit ohne großen Mehraufwand.
Anders als 2022 war diesmal zudem ein Satellitentelefon mit dabei, gemietet (zum wiederholten Mal) bei Satfon.de. Vor allem in Namibia, aber auch in einigen Gegenden Südafrikas würden wir zum Teil längere Zeit jenseits von jeglichem Handyempfang sein. Da gerade mit Kindern - bisweilen auch nachts/abends - Problem auftauchen können, die einer Klärung aus der Ferne benötigen, verschaffte uns das Wissen, jederzeit Personen mit Internet oder medizinischen Background erreichen zu können, ein Gefühl von Sicherheit. Auch hier wäre kaufen nicht viel teurer gewesen als mieten, aber auch hier hat man mit Kindern nicht die Planungssicherheit, um abschätzen zu können, wie oft man es in den nächsten Jahren brauchen wird. Vernünftige Gebrauchte gab es zu der Zeit leider nicht am Markt.
Flüge
Nachdem die Route grob stand, buchten wir - für unsere Verhältnisse relativ kurzfristig - einige Monate vorher Flüge mit Lufthansa von München über Frankfurt nach Johannesburg und von Kapstadt über Frankfurt nach München. Der zeitweise angebotene Direktflug München - Johannesburg erfolgte nur an einzelnen Wochentagen und wir wollten aufgrund der “kurzen” Zeit bis zu unserer Camper-Runde in Namibia möglichst viele Tage nutzen. Der Direktflug Kapstadt - München kam als Tagflug nicht in Frage.
Gezahlt haben wir mit Sitzplatzreservierung und einem zusätzlichen Gepäckstück 3.160€. Dafür okaye Flugzeiten und jeweils einen Nachtflug.
Kamera etc.
Im Vergleich zum ersten Teil 2022 (siehe hier) gab es eine Änderung. Die 70D wurde durch eine EOS R7 ersetzt. Der neue und bessere Autofokus (v.a. auch im Vergleich zur 5D IV) machte sich definitiv bezahlt, das ist einfach eine andere Liga (bzw. 10 Jahre Entwicklungszeit). Tiere/Vögel sind daher i.d.R. mit der R7 fotografiert worden, Landschaft (außer bei Wanderungen/auf Game Drive) mit der 5D IV, bei Wanderungen oder unterwegs war primär die Sony RX100 im Einsatz.
Budget
Es war klar, dass eine dreimonatige Reise zu viert in nochmals andere preisliche Dimensionen vorstoßen würde als eine zweimonatige Reise zu dritt. Ohne Kinder oder mit größeren Kindern hätte man hier mit durchgehendem Camping (mit einigen festen Unterkünften dazwischen) sicher einiges an Geld sparen können. Das erschien uns aber dann doch zu anstrengend. Eigentlich ziehen wir Campen im Afrika festen Unterkünften vor. Allerdings bieten letztere eben eine Reihe an Komfort-Vorteilen, die gerade mit Kindern nicht zu unterschätzen sind - v.a. feste Wände und Platz, sich innerhalb davon zu bewegen, ohne ständig schmutzig zu werden, Platz beim Kochen, ggf. getrennte Schlafräume..
Insgesamt zahlten wir für feste Unterkünfte zwischen 40€ (Kalahari Trails) und 225€ (Klein Aus Vista Eagles Nest) pro Nacht mit einem Schnitt von 88€. Wenn man die Camping-Nächte mit eingerechnet, sinkt der Schnitt auf 79€ pro Nacht.
Bei Campingplätzen waren die Preise zwischen 0 € (Wildcamping im Messum Krater) bzw. 20 € (Mirabib, Blutkuppe) und über 100€ (Namibrand).
Die Autos kosteten uns insgesamt 7.500€ für 86 Miettage, in denen wir ziemlich exakt 10.000 Kilometer fuhren.
Autos u. Unterkünfte machten somit ca. je 40% der Kosten aus, die Flüge 20% (Einkäufe, Eintritte etc. nicht berücksichtigt).
Insgesamt kostete uns der Spaß - ohne Einkäufe, Eintritte u. Diesel - knapp 19.000 €.. Wir rechtfertigten es als Once in a Lifetime Gelegenheit vor uns selbst, zudem waren wir 2023 nicht verreist.. Es hätte bestimmt noch manches Einsparpotential gegeben, aber auch hier wieder: mit Kindern verschieben sich manche Prioritäten.. Mit noch mehr Zeit vor Ort wäre es zudem sicher möglich gewesen, den Tagesschnitt nochmal deutlich zu drücken.
Routenplanung Teil II - Johannesburg - Windhoek
Wir standen vor der Schwierigkeit, dass wir “nur” 29 Tage Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, dabei möglichst lange Strecken vermeiden wollten, Tiere im Pilanesberg sehen wollten, in den Drakensbergen wandern wollten und so viel Zeit wie möglich in der Kalahari verbringen wollten.
Hierzu hatten wir letztlich mehrere 1-Night-Stops als Zwischenübernachtung eingesetzt, um Strecken zu entzerren. Dies erwies sich durchgehend als richtige Entscheidung. Wir blieben nach Ankunft zunächst eine Nacht in Midrand. Auf dem Weg vom Pilanesberg zu den Drakensbergen machten wir für eine Nacht Halt auf Höhe Heidelberg, auf der Strecke von den Drakensbergen nach Mokala in Bloemfontein.
Die längste Etappe waren 380 Kilometer, die kürzeste 36.
Wir überlegten lange, ob wir über das Witsand NR fahren sollten, da es einige Umweg-Kilometer bedeutete und es nahezu keine aktuellen Bewertungen gab. Auch in Namibia suchten wir lange nach einer passenden Unterkunft im Bereich der Kalahari. Auch Pilanesberg passte nicht so wirklich in die Route, war aber unsere einzige Option, einen weiteren Nationalpark mit guten Sichtungschancen mitzunehmen. Hier hätte man vielleicht mit mehr Zeit oder bei Weglassen der Drakensberge eine andere Route nordwestlich von Johannesburg wählen können.
Heraus kam eine wohl etwas ungewöhnliche Kombination/Streckenführung mit folgenden Stationen:
1N Midrand Amohela Guesthose
4N Pilanesberg Mogwase 2 Wild Olives
1N Heidelberg Tree Trust Farm Mahagony Cottage
5N Berg House & Cottages Nr. 2
1N Bloemfontein De Stallen Guesthouse
4N Mokala NP Mosu Lodge LB2D
2N Witsands NR Chalet
2N Kalahari Trails
3N KTP Twee Rivieren FA2/4
3N KTP Mata Mata RF4
2N Aranos Dorsland Cottage
Zur Einstimmung auf diesen Teil vorab ein paar Teaser-Bilder:





Der Bericht ist wie immer "gesonnt", so dass er durch Klick auf das Sonnensymbol auch ohne Kommentare gelesen werden kann.
Ich möchte hier nun vom zweiten Teil unserer insgesamt 5 Monate im südlichen Afrika berichten - insgesamt drei Monate im Februar bis Mai 2024 von Johannesburg über Windhoek nach Kapstadt. Der Übersichtlichkeit halber, werde ich den Bericht auf drei Teile in getrennten Threads aufteilen wie folgt:
Johannesburg -> Windhoek
Campingtour durch Namibia
Windhoek -> Kapstadt
Der Bericht zu Teil I unserer Reise (2 Monate von Kapstadt zum Kruger im April - Juni 2022) findet sich hier.
Eine Übersicht der einzelnen Stationen findet sich hier.
Einen Gesamtüberblick über unsere Route sieht man auf der folgenden Karte.
Bevor es mit Teil II - von Johannesburg nach Windhoek losgeht, möchte ich noch ein paar allgemeine Zeilen über diese Reise verlieren.
Bereits vor unserem Abflug nach Südafrika im April 2022 hatten wir eine weitere Reise ins südliche Afrika ins Auge gefasst. Mein/Unser Ziel war es, unsere Sehnsucht nach Reisen in Afrika nach Möglichkeit nicht abreißen zu lassen und lieber früher als später Nägel mit Köpfen zu machen, damit man gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, aus Bequemlichkeit weitere Reisen/Planungen aufzuschieben. Zudem fühle ich mich zugegebenermaßen wohler und lebe positiver, wenn sich am Horizont, auch wenn er noch so weit weg sein mag, eine weitere Reise abzeichnet.
Wir hatten meine Eltern genug angefixt, so dass sie Feuer und Flamme waren, uns auf einer Camping-Tour durch Namibia im Frühjahr 2023 zu begleiten. Die Wahl der Jahreszeit war diesmal bewusst gewählt. Es sollte nicht kalt sein (damit fiel alles ab Ende Mai bis Anfang September weg), nicht Hauptsaison und schön grün (damit fiel September bis Oktober weg) und nicht pervers heiß (damit fiel November bis Februar weg).
Um die Genehmigung der nunmehr nötigen Urlaubsanträge zu vereinfachen (wir brauchten ja die Erlaubnis von vier verschiedenen Arbeitgebern) wollten wir über Ostern 2023 für drei Wochen nach Namibia. K1 wäre dann gute 2 Jahre alt gewesen. Es gab erste grobe Routenideen. Da v.a. Bushcamper manchmal Mangelware sein können (vor allem in Zeiten der allgemeinen Fahrzeugknappheit während Corona) buchten wir daher bereits vor unserer Abreise im April 2022 einen Bushcamper sowie einen Dachzeltcamper bei Savanna für März 2023. Durch unsere frühe Buchung und die noch schwelende Coronathematik erhielten wir hierfür einen sehr fairen Preis mit den Rates vor Corona (weshalb wir auch nicht unseren bevorzugten Anbieter Bushlore wählten).
“Leider” kam diesmal eine weitere Schwangerschaft dazwischen, so dass wir die Buchung bei Savanna - bei gleichbleibenden Konditionen - auf die Osterferien 2024 verschoben. Ob wir die Reise dann tatsächlich mit 2 kleinen Kindern durchziehen wollen würden und könnten, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch vollkommen offen. Nachdem sich abzeichnete, dass wir ein gesundes weiteres Kind hatten und damit auch im Alltag zurecht kamen, konkretisierten wir unsere Pläne für eine weitere Elternzeitreise. Während wir uns beim ersten Kind noch den Luxus von 2x2 Monaten Reise im Abstand von einem halben Jahr während der Elternzeit gönnten (bei Geburt konnte ich jeweils glücklicherweise 4 bzw. 6 Wochen Urlaub nehmen), mussten beim zweiten Kind nicht nur die Auswirkungen auf unsere Finanzen stärker berücksichtigt werden (wir waren zwischenzeitlich umgezogen und hatten deutlich höhere Fixkosten) sondern auch die Auswirkungen einer längeren Abwesenheit auf die Betreuung von K1. Zwei längere Reisen in kurzem Abstand erschienen uns unnötig stressig/aufwändig, insgesamt vier Monate auf Reisen hingegen zu teuer/finanziell einschneidend bzgl. Elterngeld und eine zu lange Abwesenheit von der Kinderbetreuung.
In Bezug auf die Kinderbetreuung hatten wir zunächst auch Bedenken, da an unserem Wohnort absurd hoher Mangel an Betreuungsplätzen herrscht, wir mit viel Glück einen Krippenplatz für K1 bekommen hatten und wussten, dass es viele Einrichtungen gibt, die bei solch langen Abwesenheiten den Platz kündigen. Auch dieses Risiko nahmen wir jedoch zunächst in Kauf, da K1 ab dem Herbst ohnehin in den Kindergarten gehen würde. Tatsächlich war unsere Einrichtungsleitung jedoch von unserem Plan sehr angetan, stellte uns vor keine Probleme und veranlasste sogar eine Streichung des Essensgelds.
Insgesamt einigten wir uns daher auf einen Kompromiss von drei Monaten Elternzeit plus eine Handvoll Urlaubstage.
Als Zeitraum waren die bereits gebuchten 3 Wochen Camper in Namibia fix, das andere Limit stellten die Elterngeldregeln dar. Heraus kamen insgesamt 3 Monate von Ende Februar bis Ende Mai mit Kindern im Alter von 10 Monaten u. 3 Jahren zu Beginn und 13 Monaten/fast 3,5 Jahren bei Rückkehr.
Routenplanung Gesamtreise
Die fixen 3 Wochen Namibia in der Mitte stellten uns routenplanungstechnisch vor erhebliche Herausforderungen. Da sich die Preise für Camper im Vergleich zu unserer Buchung zum Teil verdoppelt hatten, wollten wir die bestehende Buchung als “Schnäppchen” dennoch in jedem Fall mitnehmen.
Wir wollten in jedem Fall einbauen:
Drakensberge
KTP
Westküste Südafrikas
südliches Namibia
Kapregion
Es war klar, dass diese Vorgaben, die weiten Entfernungen und unser weiterhin bestehender Wunsch, Fahrzeiten möglichst kurz und Aufenthalte möglichst lang zu halten, eine Reihe von Kompromissen erforderten. Auch dass wir “nur” ca. einen Monat Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, machte es nicht einfach. Direkt in Windhoek zu starten und danach von dort nach Kapstadt würde bedeuten, über 2 Monate für die Strecke Windhoek - Kapstadt zur Verfügung zu haben, was uns wiederum etwas viel erschien. Zudem ließen sich so die Drakensberge nicht wirklich einbauen.
Irgendwann nagelten wir die Tage im KTP (Buchungsproblematik ist ja bekannt) fest, weil es da noch Verfügbarkeiten gab und bauten außen rum unseren ersten Streckenteil mit Pilanesberg, Drakensbergen, Mokala und KTP.
Zur Routenplanung in Namibia und für den weiteren Weg nach Kapstadt werde ich bei diesen Reiseteilen noch ein paar Ausführungen machen, zur Routenplanung für den Abschnitt Johannesburg/Windhoek weiter unten.
Manchmal merkt man mitten in der Buchungsphase, dass man einen groben Fehler gemacht hat. Hier dämmerte uns irgendwann, dass es viel geschickter gewesen wäre, die Route umzudrehen, d.h. im Februar in Kapstadt zu starten und im Mai in Johannesburg zu enden. So könnten wir das gute Sommerwetter in der Kapregion bzw. an der Westküste nutzen und hätten in Kalahari und den Drakensbergen keine Sommerhitze mehr. Zudem hätten wir so mehr Zeit für die Strecke Windhoek/Johannesburg zur Verfügung. Obwohl wir noch keine Flüge gebucht hatten zu diesem Zeitpunkt, entschieden wir uns schließlich aus Bequemlichkeit dagegen, alles nochmals umzuschmeißen und neu zu planen und zu buchen. Zudem hätte es im dann relevanten Zeitraum im KTP nahezu keine Verfügbarkeiten mehr gegeben.
Auto
Ein weiteres Thema war natürlich das Mietauto. Aufgrund unserer Erfahrungen aus 2022 war klar, dass es mindestens einen Kofferraum von der Größe eines Toyota Avanza/Suzuki Ertiga braucht. Für den KTP aber zugleich einen SUV - der natürlich auch in Namibia bzw. allgemein auf Gravel Roads sinnvoller ist. Das engte die Auswahl ziemlich ein auf Hilux oder Fortuner. Weiteres Problem: wir brauchten eigentlich ein Auto von Johannesburg nach Windhoek und ein weiteres von Windhoek nach Kapstadt. Weiteres Problem: Die meisten “großen” Vermieter bieten keine so langen Zeiträume zur Miete an oder jedenfalls nicht über die Standardsuchmasken. Preislich bewegten wir uns definitiv in Bereichen, wo man über ein eigenes Fahrzeug im südlichen Afrika nachdenken kann. Wenn die bekannten Registrierungsprobleme nicht wären und wir sicherer hätten sein können, es auch in den kommenden Jahren regelmäßig zu nutzen, hätten wir wohl eher diesen Weg gewählt. Aber gerade mit Kindern sind da zu viele Fragezeichen.
Letztlich landeten wir - bekannt und bewährt - bei Bushlore. Hier hatten wir die Option Fortuner oder Hilux, konnten Oneway-Mieten machen und wussten, dass wir gute Fahrzeuge mit allem Nötigen bekommen würden. Hier sprach dann letztlich allein Geld für Hilux und gegen Fortuner. In Summe hätte uns übrigens ein bei Bushlore für den gesamten Reisezeitraum (87 Tage) gemieteter Bushcamper nur wenige hundert Euro mehr gekostet als 2x Hilux inkl. Oneway Fee und der Savanna Bushcamper. Da wir uns aber ohne Unterstützung der Großeltern nicht gleich ins Abenteuer Camping mit 2 Kleinkindern in Afrika stürzen wollten und unser Gepäck in einem normalen Hilux deutlich besser aufgeräumt ist, entschieden wir uns gegen diese Variante (auch wenn man hier natürlich bei den Unterkünften viel hätte sparen können).
Wir hatten also am Ende gemietet:
30 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 74€/Tag
21 Tage Bushcamper von Savanna für 91€/Tag
37 Tage Hilux von Bushlore, inkl. Oneway Fee für 86€/Tag
Der Hilux war im ersten Reiseteil manchmal Overkill (zum Teil aber sehr sinnvoll), im letzten Reiseteil öfters Overkill. Hier mangelte es aber schlicht an (vergleichbar oder besser bepreisten) Alternativen für 37 Tage Oneway von Namibia nach Südafrika.
Wir hätten auch einen Kühlschrank für geringen Aufpreis mitmieten können, der über die 2. Batterie versorgt würde, entschieden uns aber letztlich aus Kostengründen dagegen. Dies dürfte rückblickend auch die richtige Entscheidung gewesen sein, da unsere selbst gekaufte Kühlbox schön groß, ausreichend und in Summe deutlich günstiger war.
Die Fahrzeuge von Bushlore waren top. Relativ neue Hilux Automatik, gute Reifen, Schubladensystem im Canopy für mehr Ordnung und genug Stauraum. Sogar Apple Car Play war verfügbar - ungeahnter Luxus in einem Hilux. Wir sind große Hilux-Fans (noch mehr geworden) und liebäugeln auch mit dem Kauf eines Hilux in Deutschland als Reisefahrzeug (auch wenn hier aktuell noch die Vernunft siegt), kennen und mögen also die Fahrweise.
Alternativ zu Bushlore hätten wir übrigens auch noch bei Europcar für 87 Tage durchgehend einen Hilux mieten können (und ihn 3 Wochen ungenutzt in Windhoek stehen lassen). Dies wäre geringfügig (in Summe ca. 500€) günstiger gewesen. Der Mehrpreis für bekannt gute Fahrzeuge und die Zusatzausstattung bei Bushlore war es uns dann aber doch Wert.
Insgesamt verdammt viel Geld trotz viel Entgegenkommens seitens Bushlore.
Wir hatten es im Übrigen auch geschafft, nach Großeinkäufen das gesamte Ladevolumen des Hilux-Canopy nahezu vollständig bis zur Decke auszureizen..
Gepäck
Waren wir 2022 zu dritt noch mit Reisebett, 3 Reisetaschen und 2 Handgepäckrucksäcken gestartet, vergrößerte sich unser Gepäck nun nochmal deutlich. Der Buggy blieb diesmal daheim, dafür kam eine Kraxe mit. Deutlich praktischer, aber auch voluminöser. Zudem musste eine weitere Reisetasche mit. Mit viel Müh und Not und Weglassen von ein bis zwei Dingen hätte man möglicherweise alles in drei Reisetaschen bekommen. Auch hier entschieden wir uns für den Komfort und buchten ein weiteres Gepäckstück, damit wir vier Reisetaschen plus Reisebett mitnehmen konnten.
Zudem war diesmal die Babyschale für K2 mit an Board. Nach unseren Erfahrungen aus 2022 waren wir uns nicht sicher, ob wir für ein noch kleineres Kind (das zudem nicht groß geraten ist) einen akzeptablen Sitz bekommen würden (vor allem bei mehreren getrennten Anmietungen). Zudem wäre unsere heimische Babyschale irgendwann zeitnah nach der Rückkehr auch langsam “alt”, so dass das Risiko von unsichtbaren Beschädigten beim Transport im Flugzeug verschmerzbar erschien. Für K1 hatten wir jeweiles einen Sitz gemietet - hier würde formal bereits eine Sitzerhöhung ausreichen, wir hatten aber insgesamt jeweils vernünftige Sitze mit Rückenlehne und Seitenschutz bekommen.
Wir hatten wieder 2 Handgepäckrucksäcke, für K1 gab es vom Christkind einen Trolley von Stokke (Jetkids). Die Grundidee dahinter war, dass er so trotz ständiger Wechsel “seinen” Koffer mit den Sachen, die ihm am wichtigsten sind, immer bei sich haben konnte beim Fahren. Insgesamt hat sich der Koffer durchaus bewährt, auch im Flugzeug. Er passt in Auto und Flugzeug gut in den Fußraum und es passt alles an Spielkram rein, was man so braucht.
Zudem gab es für K1 eine aufblasbare Reise-Luftmatratze von Stokke (Cloudsleeper). Wir wussten nicht, ob und wie sicher er in unbekannten Einzelbetten schlafen würde und dachten uns, dass er so ohne Rausfallrisiko immer auf derselben Matratze würde schlafen können. Ohne zu Spoilern kann ich an dieser Stelle verraten, dass wir sie genau eine Nacht lang genutzt haben und danach sein Bett immer gut mit Stühlen o.ä. gegen Rausfallen schützen konnten, ohne den Aufwand des Aufblasens der Matratze. Das gestaltete sich nämlich doch nerviger und langwieriger als gedacht..
Sicherheit
Zum Thema Sicherheit hatte ich bei Teil I bereits einiges geschrieben. Auch zur Frage Paranoia bzw. wann Reisen noch erholsam ist, habe ich dort einiges geschrieben. Wir behielten das meiste bei. Zwei Aspekte bereiteten uns aber im Vorfeld der Reise Gedanken:
1. Wie kann ich im Notfall ggf. 10-15.000€ blitzschnell verfügbar machen, damit der Rettungsflieger startet, wenn die Versicherung in Deutschland nicht in die Pötte kommt? Hier hatten wir 2022 eine Auslandsversicherung, die eine Kreditkarte inkludierte, die auf Zuruf von der Versicherung aufgeladen und zur Zahlung verwendet werden konnte (so die Theorie und auch einige positive Berichte). Leider wurde der Service wieder eingestellt. Es gibt leider zu viele Geschichten, in denen deutsche Versicherungen erst Stunden brauchen, ehe Freigaben erteilt werden oder es scheitert am verfügbaren Faxgerät. Hier einfach die Kreditkarte zücken zu können, damit der Flieger starten kann, ist im Zweifelsfall lebensrettend.
2. Gibt es Lösungen gegen das (damals verstärkt aufkommende) Szenario der Entführung zum Geldautomaten?
Für beides wählten wir Revolut als weitere Ergänzung. Für das erste oben genannte Szenario nahmen wir eine rein virtuelle Kreditkarte, die wir mit 15.000€ als Sicherheit aufluden. Die Karte existierte nicht physisch, die Daten hierzu hatten wir (codiert) auf unseren ausgedruckten Listen. Im Notfall hätten wir die Daten wie die einer physischen Karte angeben können bei Rettungsdienst oder Krankenhaus.
Für das zweite Szenario griffen wir auf aufladbare Kreditkarten von Revolut zurück und benutzten primär diese für Abhebungen/Zahlungen in unserem “Fake”-Geldbeutel. Es waren dann immer nur ein paar hundert Euro drauf. Das verschafft natürlich keine 100% Sicherheit, weil die normalen Kreditkarten natürlich auch im Gepäck dabei sind, bietet aber ein mehr an Sicherheit ohne großen Mehraufwand.
Anders als 2022 war diesmal zudem ein Satellitentelefon mit dabei, gemietet (zum wiederholten Mal) bei Satfon.de. Vor allem in Namibia, aber auch in einigen Gegenden Südafrikas würden wir zum Teil längere Zeit jenseits von jeglichem Handyempfang sein. Da gerade mit Kindern - bisweilen auch nachts/abends - Problem auftauchen können, die einer Klärung aus der Ferne benötigen, verschaffte uns das Wissen, jederzeit Personen mit Internet oder medizinischen Background erreichen zu können, ein Gefühl von Sicherheit. Auch hier wäre kaufen nicht viel teurer gewesen als mieten, aber auch hier hat man mit Kindern nicht die Planungssicherheit, um abschätzen zu können, wie oft man es in den nächsten Jahren brauchen wird. Vernünftige Gebrauchte gab es zu der Zeit leider nicht am Markt.
Flüge
Nachdem die Route grob stand, buchten wir - für unsere Verhältnisse relativ kurzfristig - einige Monate vorher Flüge mit Lufthansa von München über Frankfurt nach Johannesburg und von Kapstadt über Frankfurt nach München. Der zeitweise angebotene Direktflug München - Johannesburg erfolgte nur an einzelnen Wochentagen und wir wollten aufgrund der “kurzen” Zeit bis zu unserer Camper-Runde in Namibia möglichst viele Tage nutzen. Der Direktflug Kapstadt - München kam als Tagflug nicht in Frage.
Gezahlt haben wir mit Sitzplatzreservierung und einem zusätzlichen Gepäckstück 3.160€. Dafür okaye Flugzeiten und jeweils einen Nachtflug.
Kamera etc.
Im Vergleich zum ersten Teil 2022 (siehe hier) gab es eine Änderung. Die 70D wurde durch eine EOS R7 ersetzt. Der neue und bessere Autofokus (v.a. auch im Vergleich zur 5D IV) machte sich definitiv bezahlt, das ist einfach eine andere Liga (bzw. 10 Jahre Entwicklungszeit). Tiere/Vögel sind daher i.d.R. mit der R7 fotografiert worden, Landschaft (außer bei Wanderungen/auf Game Drive) mit der 5D IV, bei Wanderungen oder unterwegs war primär die Sony RX100 im Einsatz.
Budget
Es war klar, dass eine dreimonatige Reise zu viert in nochmals andere preisliche Dimensionen vorstoßen würde als eine zweimonatige Reise zu dritt. Ohne Kinder oder mit größeren Kindern hätte man hier mit durchgehendem Camping (mit einigen festen Unterkünften dazwischen) sicher einiges an Geld sparen können. Das erschien uns aber dann doch zu anstrengend. Eigentlich ziehen wir Campen im Afrika festen Unterkünften vor. Allerdings bieten letztere eben eine Reihe an Komfort-Vorteilen, die gerade mit Kindern nicht zu unterschätzen sind - v.a. feste Wände und Platz, sich innerhalb davon zu bewegen, ohne ständig schmutzig zu werden, Platz beim Kochen, ggf. getrennte Schlafräume..
Insgesamt zahlten wir für feste Unterkünfte zwischen 40€ (Kalahari Trails) und 225€ (Klein Aus Vista Eagles Nest) pro Nacht mit einem Schnitt von 88€. Wenn man die Camping-Nächte mit eingerechnet, sinkt der Schnitt auf 79€ pro Nacht.
Bei Campingplätzen waren die Preise zwischen 0 € (Wildcamping im Messum Krater) bzw. 20 € (Mirabib, Blutkuppe) und über 100€ (Namibrand).
Die Autos kosteten uns insgesamt 7.500€ für 86 Miettage, in denen wir ziemlich exakt 10.000 Kilometer fuhren.
Autos u. Unterkünfte machten somit ca. je 40% der Kosten aus, die Flüge 20% (Einkäufe, Eintritte etc. nicht berücksichtigt).
Insgesamt kostete uns der Spaß - ohne Einkäufe, Eintritte u. Diesel - knapp 19.000 €.. Wir rechtfertigten es als Once in a Lifetime Gelegenheit vor uns selbst, zudem waren wir 2023 nicht verreist.. Es hätte bestimmt noch manches Einsparpotential gegeben, aber auch hier wieder: mit Kindern verschieben sich manche Prioritäten.. Mit noch mehr Zeit vor Ort wäre es zudem sicher möglich gewesen, den Tagesschnitt nochmal deutlich zu drücken.
Routenplanung Teil II - Johannesburg - Windhoek
Wir standen vor der Schwierigkeit, dass wir “nur” 29 Tage Zeit hatten, um von Johannesburg nach Windhoek zu gelangen, dabei möglichst lange Strecken vermeiden wollten, Tiere im Pilanesberg sehen wollten, in den Drakensbergen wandern wollten und so viel Zeit wie möglich in der Kalahari verbringen wollten.
Hierzu hatten wir letztlich mehrere 1-Night-Stops als Zwischenübernachtung eingesetzt, um Strecken zu entzerren. Dies erwies sich durchgehend als richtige Entscheidung. Wir blieben nach Ankunft zunächst eine Nacht in Midrand. Auf dem Weg vom Pilanesberg zu den Drakensbergen machten wir für eine Nacht Halt auf Höhe Heidelberg, auf der Strecke von den Drakensbergen nach Mokala in Bloemfontein.
Die längste Etappe waren 380 Kilometer, die kürzeste 36.
Wir überlegten lange, ob wir über das Witsand NR fahren sollten, da es einige Umweg-Kilometer bedeutete und es nahezu keine aktuellen Bewertungen gab. Auch in Namibia suchten wir lange nach einer passenden Unterkunft im Bereich der Kalahari. Auch Pilanesberg passte nicht so wirklich in die Route, war aber unsere einzige Option, einen weiteren Nationalpark mit guten Sichtungschancen mitzunehmen. Hier hätte man vielleicht mit mehr Zeit oder bei Weglassen der Drakensberge eine andere Route nordwestlich von Johannesburg wählen können.
Heraus kam eine wohl etwas ungewöhnliche Kombination/Streckenführung mit folgenden Stationen:
1N Midrand Amohela Guesthose
4N Pilanesberg Mogwase 2 Wild Olives
1N Heidelberg Tree Trust Farm Mahagony Cottage
5N Berg House & Cottages Nr. 2
1N Bloemfontein De Stallen Guesthouse
4N Mokala NP Mosu Lodge LB2D
2N Witsands NR Chalet
2N Kalahari Trails
3N KTP Twee Rivieren FA2/4
3N KTP Mata Mata RF4
2N Aranos Dorsland Cottage
Zur Einstimmung auf diesen Teil vorab ein paar Teaser-Bilder:
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