Kenia 2021: Die Entdeckung der Langsamkeit

Reisebericht 282 Antworten · 31,0k Aufrufe · gestartet 19. Dez. 2021 von Beatnick
608 Beiträge · seit 202024. Jan. 2022 · #101
Das find ich ein wunderschönes Video! Ich musste immer wieder schmunzeln und grinsen und ein "Ach" und "Oh" loswerden.
Themenstarter1'712 Beiträge · seit 201625. Jan. 2022 · #102
Hallo ihr Lieben,
Daxiang schrieb:super Video - vielen Dank fürs Zeigen!
😊 😘
CuF schrieb:….also wennschon es Dein Avatarbild nicht gäbe, wäre es gar nicht so leicht!
Hm, Friederike, du hast bei genauerer Betrachtung natürlich vollkommen recht... Ich meinte tatsächlich die Servale, weil sie so oft im Video vorkommen. Aber ja, die Löwen natürlich auch. Also stimmt wohl beides 🙂
leo1962 schrieb:Urlaub geht leider immer viel zu schnell vorbei…
Seufz... 😣
Sadie schrieb:Welcome back!
Thanx 🙂
Sadie schrieb:Dieses Morgen Licht (?)
Ja, Morgen stimmt. Und sehr grün war es auch, du hattest es ja schon vorausgesagt...
Sadie schrieb:Möchte gerade wieder nach Afrika und denk, für uns geht es im September wieder sehr zivilisiert in den Krüger zurück.
Das klingt sehr gut! Krüger geht immer. Wenn alles gutgeht, sitze ich im September erstmals im Camper (in Namibia) 😣
Cheetah schrieb:Herzlichen Dank für das wunderschöne Video, den einzigartigen Bericht und die grossartigen Bilder.
Wie schön, dass du wieder dabei bist, Magdalena. Und 1.000 Dank für das tolle Lob!
rik m. schrieb:Ich musste immer wieder schmunzeln und grinsen und ein "Ach" und "Oh" loswerden.


Wie schön, rik! Mehr kann man sich nicht wünschen als Reiseberichtler, vielen Dank!

Ich mach mich dann mal ans nächste Kapitel und hoffe, ich werde heute noch damit fertig.

Liebe Grüße,
Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
Themenstarter1'712 Beiträge · seit 201625. Jan. 2022 · #103
20. September: Katzenmorgen in der Mara

Als wir an unserem ersten Morgen im Malaika Camp noch im Dunkeln durch den Reißverschluss unseres Zeltes schlüpfen, werden wir schon erwartet. Der Masai, der in der Nacht mit seinem eindrucksvollen Speer Wache gehalten hat, begleitet uns zum Hauptzelt, dem morgendlichen Treffpunkt mitsamt der zu früher Stunde vor allem für Thomas existenziell wichtigen Kaffeestation.

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Dem nächtlichen Eindringling, der sich hier zu schaffen gemacht hat, konnte der freundliche Krieger aber offenbar nicht Einhalt gebieten. Jedenfalls hat eins der Hippos, die nachts den Mara River verlassen und sich hörbar das satte Grün im Camp einverleiben, den Teppichläufer als gemütliches Terrain für sein Verdauungsschläfchen erkoren und wie zum Beweis seine Hinterlassenschaften auf dem Boden verteilt. Erst kurz vor unserem Erscheinen hat der schwergewichtige Einbrecher den Tatort geräumt und liegt nun sicher wieder zufrieden, satt und ordentlich ausgeschlafen faulenzend im Fluss. Die Heißgetränke kommen daher an diesem Tag leicht verspätet, aber immer noch rechtzeitig genug, dass wir einen wunderbaren Sonnenaufgang direkt an der Zufahrt zum Camp erleben.

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Mal abgesehen von schmatzenden (und rülpsenden 😖) Flusspferden hatten sich beim nächtlichen Buschkonzert Hyänen hervorgetan, und einige Vertreter finden wir nicht allzu weit von unserer Herberge entfernt bei einem zweifelhaften Frühstück, das mir zunächst einmal jeden Appetit verdirbt. Der Kadaver ist schon im Gammelmodus und hinterlässt ein leicht flaues Gefühl in meinem noch leeren Magen.

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Auch ein Löwenrudel war nicht untätig und hat in der Nacht ein Zebra gerissen.

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Viel ist schon nicht mehr dran an den Knochen, das Rudel ist nicht gerade klein und alle Bäuche sind kugelrund.

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Manch einer will dennoch nicht von dem fast schon geplünderten Schatz lassen.

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Wir rollen weiter durch eine Landschaft, in der ich mich auch beim zweiten Besuch kaum zurechtfinde. Muss ich aber ja auch nicht, denn zum Glück kennt Livingstone jeden Stein und bleibt mit uns an allen Tagen fast ausschließlich in dem Gebiet, das für die mir so verhassten Minibusse unerreichbar ist.

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Livingstone nutzt kaum einmal den Funk, verlässt sich ausschließlich auf die Aussagen ihm vertrauter Guides und hat ohnehin den Ehrgeiz, die Tiere selbst zu finden. Zu sehen gibt es eigentlich immer was, und wir genießen es, durch die offene Landschaft zu cruisen. Nie wissend, was möglicherweise hinter dem nächsten Busch oder dem nächsten Baum auf uns wartet.

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Natürlich geben sich auch in der Mara Löwen und Leoparden nicht die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Doch sie ist fraglos ein Katzen-Eldorado - und wird diesem Ruf auch an unserem ersten vollen Tag wieder gerecht.

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Den Löwen vom frühen Morgen folgt eine Geparden-Familie. Eine Mutter mit drei Teenager-Kids.

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Die Youngster sind eine wilde Bande, toben herum und strotzen vor Energie.

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Zum ersten Mal auf dieser Reise kommen einige Autos zusammen, doch sie verteilen sich gut, behindern sich nicht gegenseitig und vor allem nicht die Tiere. Das haben wir leider schon anders erlebt und werden das auch wieder.

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Rund eine halbe Stunde verbringen wir mit der Familie, bis sie sich schließlich unter einen Baum legt.

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Überhaupt verziehen sich die Katzen nun in den Schatten. Es wird ein heißer Tag, das Wasser von den Regenfällen zwei Tage zuvor trocknet zusehends ab.

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Einige Mulden und Tümpel haben sich aber so weit und andauernd mit Wasser gefüllt, dass kleine Feuchtbiotope entstehen. Die ersten Siedler haben sich bereits eingefunden.

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Bei uns ist Frühstückszeit, und wir suchen uns einen schönen Baum, unter dem wir picknicken können. Allerdings nicht diesen,...

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...denn der ist schon besetzt von einem Bateleur, dem für mich schönsten aller Adler. Da wollen wir lieber nicht stören.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2022
560 Beiträge · seit 202125. Jan. 2022 · #104
Hallo liebe Betti!
Vielen Dank für die unglaublich schönen Bilder - der Sonnenaufgang ist der Hammer!!! 🤩
Viele Grüße,
Kathrin
1'523 Beiträge · seit 201125. Jan. 2022 · #105
Guten Abend liebe Betti,

Die Fotos von Thomas und Deine Gedanken dazu sind sowas von toll........ein Genuss... 🙂 🙂

Im Westen der Mara (so ungefähr ab dem Ol Kiombo Airstrip) sind Minibusse weniger ...... 🙂 🙂

vielleicht mit Ausnahme der Crossingpoints vom August bis Ende September nördlich der Mara Serena Lodge (Triangle)

mit dem als Palme verkleideten Funkmasten, die zusammen als Landmark schon von Weitem erkennbar sind und so

eine gute Orientierungshilfe bieten... 😄 😄 😄

LG.................BMW
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2022
1'835 Beiträge · seit 201525. Jan. 2022 · #106
Einfach nur herrlich! Danke euch…
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
137 Beiträge · seit 201026. Jan. 2022 · #107
Hallo Betti,
nun muss ich mich doch mal aktiv melden, bisher war ich stille Mitleserin Deines tollen Berichts.
Die Gepardenmama mit den 3 Jungen haben wir (wahrscheinlich) vor gut einem Jahr (Jahreswechsel 20/21) diverse Male gesehen, und es freut mich sehr, dass es offenbar alle 3 geschafft und sich so gut entwickelt haben. Ursprünglich waren es 4, eins ist einem Löwenangriff zum Opfer gefallen, war sehr traurig damals, anfangs haben wir noch alle 4 durch die Gegend ziehen sahen.
Du weckst große Reiselust, vor allem darauf, andere, vielleicht nicht so gängige Gegenden in Kenia zu erforschen. Mal sehen, ob es zum nächsten Jahreswechsel wieder nach Ostafrika geht, diesmal gab es "nur" Italien, bei den vielen Unwägbarkeiten.
Herzliche Grüße
Gitta
2'085 Beiträge · seit 201226. Jan. 2022 · #108
Oh my Goooood - mein Betti, was geht denn hier?
Natürlich hab ich schon vom schönsten Ende der Welt hier mal reingespickelt, aber jetzt war's dann doch mal Zeit für den großen Rechner. Mal wieder ganz großes Kino - und ein kleines bisschen zwickt's natürlich in der Löwenherz-Gegend. Also, stark sein und nachlesen ... und dann bin ich natürlich auch sehr sehr gespannt auf die neuesten Eindrücke!
Viele viele Grüße - noch ziemlich sehr im Wiedereinfindungsprozess 🤪
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
661 Beiträge · seit 201526. Jan. 2022 · #110
Nein Amboseli mit dem Kilimandscharo im Hintergrund 🙂. Wunderschöne Aufnahme.
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2022
Themenstarter1'712 Beiträge · seit 201627. Jan. 2022 · #112
Guten Abend ihr Lieben,
Katma1722 schrieb:der Sonnenaufgang ist der Hammer!!!
Merci, Kathrin! 😊 In dieser Hinsicht hatten wir - anders als bei unserer ersten Reise in die Mara - einigermaßen Glück.
BMW schrieb:Die Fotos von Thomas und Deine Gedanken dazu sind sowas von toll........ein Genuss...
Das freut uns beide! Danke! Und auch für die Orientierungshilfe. An diesen Funkmast kann ich mich erinnern. Aber finden würde ich ihn nicht...
Sadie schrieb:Einfach nur herrlich! Danke euch…
🙂 Danke dir!
Salome schrieb:Die Gepardenmama mit den 3 Jungen haben wir (wahrscheinlich) vor gut einem Jahr (Jahreswechsel 20/21) diverse Male gesehen, und es freut mich sehr, dass es offenbar alle 3 geschafft und sich so gut entwickelt haben. Ursprünglich waren es 4, eins ist einem Löwenangriff zum Opfer gefallen, war sehr traurig damals, anfangs haben wir noch alle 4 durch die Gegend ziehen sahen.
Toll, dass du dich meldest, Gitta! Ja, drei ist schon mal eine echt gute Zahl. Gerade die Cheetahs haben es so schwer. Bis kurz vor unserer Anreise hatte es zwei kleine Gepardenbabys in der Gegend gegeben, sie haben es leider auch nicht geschafft. Das war traurig zu hören.
franzicke schrieb:Mal wieder ganz großes Kino - und ein kleines bisschen zwickt's natürlich in der Löwenherz-Gegend. Also, stark sein und nachlesen ... und dann bin ich natürlich auch sehr sehr gespannt auf die neuesten Eindrücke! Viele viele Grüße - noch ziemlich sehr im Wiedereinfindungsprozess
Ingriiiiiiid, u are back! My goodness! 😘 Welcome home, bin auch noch nicht wieder ganz im Hier und Jetzt. Der ganze Corona-Kram war so schön weit weg... Wir hören uns und ich freue mich natürlich, dass du auch hier mitreist. 🙂
Malbec schrieb:Nein Amboseli mit dem Kilimandscharo im Hintergrund 🙂. Wunderschöne Aufnahme.
Danke für die Aufklärung - und das Lob!
casimodo schrieb:Waah, meinte ich auch. Ich muss hin zum Lernen 😉
Tja, mein Lieber, den Kili solltest du schon erkennen, wenn du dann davorstehst 😎 . Ich verlass' mich da aber ganz auf deine Esmeralda, die wird ihn dir dann zeigen. 😉 😛 😘

Liebe Grüße, ich schreib dann mal weiter,
Betti
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Themenstarter1'712 Beiträge · seit 201628. Jan. 2022 · #113
20. September: Aus Fünf mach Vier

In der Masai Mara leben die Popstars unter den wilden Tieren. Viele haben es zu Ruhm und Ehren gebracht, sind Protagonisten bekannter Dokus und haben dabei Namen erhalten, die ich mir in aller Regel nicht merken kann oder will. Die Gepardin Malaika bildet in dieser Hinsicht eine Ausnahme, ist sie nicht zuletzt die Namensgeberin unseres Camps und zudem eine VIP unter den Berühmtheiten. Daran komme sogar ich nicht vorbei.

Einen ähnlichen Sonderstatus wie die mittlerweile verstorbene Katze besitzen fünf ihrer Artgenossen, die jahrelang unter Sammelbegriffen wie "Fast Five" oder "Fünf Musketiere" firmierten. Formerly known as "Fab Five" ist aus dem Quintett vor einiger Zeit ein Quartett geworden, ein Tier hatte die Boy-Band verlassen und lebte bis vor kurzem als Solist abseits des ganz großen Rampenlichts. Mittlerweile ist es leider gestorben beziehungsweise offenbar von anderen Katzen getötet worden.

Der Gepard auf dem Foto ist einer der "Fab Four", nicht der Solist
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Warum die Erfolgsgruppe zerbrach, ist ungeklärt. Vielleicht war eine Frau im Spiel, ein Klassiker, man weiß es nicht. Ruhm und Reputation des nunmehr dezimierten Katzen-Clans, den wir 2018 noch in voller Mannstärke angetroffen haben, hat die Trennung allerdings keinen Abbruch getan. Und auch nicht der erfolgreichen Jagdstrategie nach dem Motto "Einer für alle und alle für einen". Wie anders wäre es zu erklären, dass die Brüder, die nur teilweise tatsächlich welche sind, an diesem Morgen gleich zwei Gnus zur Strecke gebracht haben.

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Erst tapern die Cheetahs zwischen den beiden Rissen hin und her, fressen mal hier, mal dort und haben alle Mühe, sich die Geier vom Hals zu halten, die fette Beute wittern und wie lästige Groupies gleich scharenweise einfliegen.

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Schließlich geben sie den ersten Kadaver auf, lassen den Dingen ihren Lauf. "Oh my Gooood", sagt Livingstone beim Anblick des ebenso chaotischen wie lautstarken Flügelwirrwarrs, das sich nun vor uns auftürmt.

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Die Vögel gehen sich rücksichtslos an, manchmal fliegen sogar Blutspritzer und nach dem Öffnen bestimmter Körperteile auch Dinge, über die ich so kurz nach dem beschaulichen Busch-Frühstück lieber nicht nachdenken möchte.

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Es ist fast schwierig zu entscheiden, was spannender ist: Die Katzen an dem einen Kill oder die überspannten Aasfresser am anderen.

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Die Entscheidung wird uns abgenommen. In beeindruckendem Tempo zerhäckseln die Geier die Überbleibsel und ziehen dann wenige Meter weiter zum nächsten Tatort.

Dort wiederholt sich das Spiel. Die Katzen, mittlerweile kugelrund, zieren sich erst, ihre Beute herauszurücken. Doch schließlich ziehen sie sich zurück - und die Geier schlagen gnadenlos zu.

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Längst ist es heißer Mittag, und die Geparde suchen Schatten. Der nächstbeste findet sich unter den Autos, die glücklicherweise nicht ansatzweise so zahlreich sind wie im August 2018, als wir mehr als 70 (!) Jeeps im Umfeld der tierischen Stars zählten. Doch kaum nähern sich die Cheetahs, springen die Motoren an, und sie kehren träge um.

Die Guides dürfen nicht zulassen, dass sich Tiere unter das Auto legen, erklärt uns Livingstone, und die Katzen tun mir leid, wie sie da so vollgefuttert und hechelnd in der gleißenden Sonne sitzen, den verlockenden Schatten direkt vor der blutverschmierten Nase. Aber es ist sicher besser so, und schließlich verzieht sich das Quartett ins Gebüsch. Augen zu, Ende der Show.

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Auch wir brauchen dringend eine Pause, wir verbringen sie wie fast immer im Camp.

Karte (vielen Dank an Robin!) von der Masai Mara, beim Kreuz das Malaika Camp.
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Wir sind spät dran, doch hier bekommt man sein Essen, wie es gerade passt, das ist extrem praktisch, auf Safari sowieso. Das Mittagessen gibt es in einem separaten, schlichten Zelt direkt am Fluss, hinter uns ziehen Zebras durch und vor uns baden die Hippos im Mara River. Eine friedliche, relaxte Stimmung.

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Um 16 Uhr geht es weiter, doch wir kommen nicht wirklich weit.

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Noch in Campnähe sehen wir eine Bewegung im Gras - Servale! Eine Mutter mit zwei Jungtieren, so eine Situation hatten wir noch nicht und wir freuen uns sehr darüber.

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Lange beobachten wir das kleine Familienidyll, bis sich die Mama zur Jagd verabschiedet und der Nachwuchs in einem Erdloch verschwindet.

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Mit Sonnenuntergang...

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...machen wir uns auf den kurzen Rückweg zum Camp, ganz erfüllt von diesem schönen Tag. Schon jetzt freuen wir uns auf den nächsten.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2022
1'823 Beiträge · seit 201628. Jan. 2022 · #114
Hallo Betti,
einmal mehr sooo schöne Bilder! Und dazu ein unterhaltsamer Text. Danke dafür!
Auf eure Sichtungen kann man ja richtig neidisch sein. Die Servale bei Sonnenuntergang - ein Traum!
Das weckt die Lust, auch einmal wieder ins östliche Afrika zu reisen, die Kinder sind ja vielleicht bald alt genug, auch auf einer geführten Tour Spaß zu haben. Wenn da nur zur Sommer(ferien)zeit nicht diese Automassen die Mara durchflügen würden... Aber die Sichtungsqualität spricht natürlich für sich...

Herzlich
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
768 Beiträge · seit 201728. Jan. 2022 · #115
Hallo Betti, was für ein tolles Video! Die Tierkinder sind allerliebst und die kleinen Servals haben es mir besonders angetan! Danke für‘s Zeigen!
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
1'166 Beiträge · seit 201728. Jan. 2022 · #116
Traumhafte schöne Sichtungen und Bilder davon... hach, was schön!!! 🙂

Die Begegnungen in Gänze sind schon der Hammer, die kleinen Servale natürlich ganz besonders. Eines würde mich allerdings interessieren, und vielleicht hast du da etwas mitbekommen. In keinem Jahr habe ich auf diversesten Plattformen mehr Servalcubs gesehen, als zu eurer Reisezeit. Immer Kenia, immer Masai Mara. Ich hatte so die Vermutung, es müsste irgendwo einen Sichtungsspot geben, wo man die recht safe entdeckt und die Guides wissen das. Jetzt sehe ich deine Kätzchen hier und frage mich ob du das bestätigen kannst. 😉


Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
6'369 Beiträge · seit 201128. Jan. 2022 · #117
Hoi Betti
Beatnick schrieb:Formerly known as "Fab Five" ist aus dem Quintett mittlerweile ein Quartett geworden, ein Tier hat die Boy-Band verlassen und lebt gesund und munter als Solist nunmehr abseits des ganz großen Rampenlichts.
Leider stimmt das nicht mehr so ganz...die vier haben ihn meines Wissens vor einigen Tagen getötet... 😕
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2022
1'835 Beiträge · seit 201528. Jan. 2022 · #118
@Robin,
Obschon wir am Liebsten selber fahren, hatte ich letztes Jahr zwei Masai Guides angeheuert denn ihre Kenntnisse des Gebietes ist einfach unschlagbar. Beide, George und Ken, sind in Talek aufgewachsen und leben dort mit ihren Familien. Die kennen jeden Baum, jeden Hügel, jedes Bachbett, ja jeden Busch und wissen genau die Reviere der Katzen. Wir waren so erstaunt wie leicht sie alle Katzen finden, bei uns im Auto hatten sie keinen Funk, nur hie und da ein Telefon Gespräch. So kann ich mir gut vorstellen, dass es Serval Reviere gibt die allen Masai Guides bekannt sind und die von andern Guides auch besucht werden.
Der Begriff “Gewohnheitstier” stammt doch sicher von “am selben Ort zur (fast)selben Zeit “ ab, denke ich. So wie wir Menschen halten sich die Tiere ja auch an gewisse Routinen, wie es uns die 4 Brüder sehr deutlich gezeigt haben. Hast du meinen RB auf safaritalk gelesen?
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
2'397 Beiträge · seit 201128. Jan. 2022 · #119
Hallo Betti,
es ist mal wieder Zeit für ein wow, wow, wow! Servaljunge - keine alltägliche Sichtung. Wir hatten jedenfalls noch nie eins. Selbst erwachsene Tiere hatten wir nur 2x, glaube ich.
Vielen Dank und lG aus Puerto,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2022
Themenstarter1'712 Beiträge · seit 201628. Jan. 2022 · #120
Hallo ihr Lieben,
H.Badger schrieb:Wenn da nur zur Sommer(ferien)zeit nicht diese Automassen die Mara durchflügen würden... Aber die Sichtungsqualität spricht natürlich für sich...
Hi Sascha, vielen Dank! Ja, das stimmt schon. Aber ich bin ehrlich: Ich würde keinesfalls mehr in der von dir genannten Zeit in die Mara fahren. Einmal und nie wieder. Sichtungen hin oder her.
Enilorac65 schrieb:Die Tierkinder sind allerliebst und die kleinen Servals haben es mir besonders angetan!
Mir auch. 🙂
Blende18.2 schrieb:In keinem Jahr habe ich auf diversesten Plattformen mehr Servalcubs gesehen, als zu eurer Reisezeit. Immer Kenia, immer Masai Mara. Ich hatte so die Vermutung, es müsste irgendwo einen Sichtungsspot geben, wo man die recht safe entdeckt und die Guides wissen das. Jetzt sehe ich deine Kätzchen hier und frage mich ob du das bestätigen kannst.
Interessante Frage. Bei der Beantwortung werde ich schon ein bisschen dem Fazit vorgreifen (müssen), aber das macht ja nichts. Also, deine Beobachtung stimmt definitiv. In der Zeit gab es ungewöhnlich viele Servalfamilien, besonders im Umfeld des Camps, und damit ziemlich zentral. Das ist kein grundsätzlicher Serval-Spot, der permanent und verlässlich liefert. Aber das war diesmal deshalb so, weil sich wiederum in dem Zeitraum die Löwen in dieser Region der Mara rar machten. Ohne ersichtlichen Grund, denn die Herden waren da, aber die Servale nutzten jedenfalls die Abstinenz ihrer Feinde und zogen zumindest vorübergehend in unsere Nachbarschaft. Es gab nur rund 500 Meter weiter eine weitere Servalfamilie, ebenfalls eine Mutter mit zwei Kids, jünger als die auf den Fotos (das sind die im Video, kommen im RB am übernächsten Tag).

Wir haben diese erste Familie wirklich per Zufall entdeckt, weil wir eine Bewegung im Gras sahen, aber grundsätzlich ist es natürlich so: Steht irgendwo ein Auto, folgen weitere. Die guten Guides (muss kein Masai sein, kann aber natürlich) stehen eh in Kontakt und tauschen sich aus. Will frei übersetzt heißen: Wenn einer die Tiere findet, sind sie kein Geheimnis mehr. Das ist definitiv Fluch und Segen zugleich, vor allem für die Tiere. Es hat schon alles auch ein bisschen mit Glück zu tun, aber Fortune und Skills wie Fährtenlesen sind längst nicht so nötig wie z.B, in Tsavo, wo wir gerade erst waren. Findet man dort etwas, hat man es für sich allein. Aber die Suche ist ungleich schwieriger.

Ich behaupte einmal: Wenn in der (ja ziemlich kleinen) Mara besondere Sichtungen da sind, wie beispielsweise kleine Servale, dann werden die Gäste, die in der Zeit da sind, sie auch zu sehen bekommen. Fraglich ist dann eben nur, wie gut und wie "exklusiv". In dieser Hinsicht war ein Glück (also doch 😉 ) für uns, dass wir so nah dran wohnten und morgens und abends direkt vorbeischauen konnten. Ziehen die Tiere um, geht das Spiel von vorne los. Manchmal verschwinden sie dann eben auch. In der Serengeti oder tief im Busch, aber im Allgemeinen stehen die Chancen schon sehr, sehr gut. Bei den meisten Löwenrudeln ohnehin, denn sie haben feste Reviere (wie die Leoparden auch, aber die sind natürlich umtriebiger und die Reviere größer) und die Guides wissen genau, wo sie sind und ob es z.B. gerade Nachwuchs gibt.

Die Masai-Guides haben übrigens (nach eigenen Angaben und auch denen unseres Guides, der kein Masai ist) den Vorteil, dass sie Hinweise von den Rangern (ebenfalls Masai) bekommen. Die scannen eben immer alles und sind zuallererst im Bilde, wenn sich irgendwo etwas tut, und diese Information wird oft auch erstmal im kleinen Kreis gehalten. Wir haben uns dennoch bewusst für unseren Guide entschieden, aber das führt nun zu weit. Mehr Informationen folgen sicher auch noch im Bericht.
picco schrieb:Leider stimmt das nicht mehr so ganz...die vier haben ihn meines Wissens vor einigen Tagen getötet...
Oh no! 🙁 Das ist ja ein Jammer. Danke für den wenn auch traurigen Hinweis, ich habe im Text einen Vermerk gemacht.
KarstenB schrieb:es ist mal wieder Zeit für ein wow, wow, wow! Servaljunge - keine alltägliche Sichtung.
Vielen Dank, Karsten! Wir haben uns auch sehr darüber gefreut. 🙂

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Betti
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zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2022