BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201629. Dez. 2020 · #121
Ein toller Tag am Latrabjarg oder: Der Tag, an dem Corona wiederkam
Wer in der richtigen Jahreszeit bis hierher noch keine Papageitaucher zu Gesicht bekommen hat, der wird am Latrabjarg reich entschädigt. Nirgendwo soll man so vielen putzigen Puffins so nah kommen können wie an diesen legendären Felsen, wo die Vögel nie bejagt worden und deswegen ohne Scheu sind. Soviel einmal mehr zur Theorie.
Wir tanken im Ort noch einmal voll, es ist an diesem Tag die einzige Gelegenheit, dann geht es vorbei am Wrack der Gardar BA 64, die 1912 in Norwegen für den Walfang erbaut und 1981 ausgemustert wurde. Seitdem rostet das älteste Stahlschiff Islands im Patreksjfördur vor sich hin.
Dann biegen ab auf die 612. Eine staubige Schotterpiste, wohl auch mit einem normalen PkW machbar, aber wir sind froh über Bodenfreiheit und ein paar PS mehr unter der Haube. Die Strecke über die Landzunge ist spektakulär, wir sind relativ früh dran und weit und breit die einzigen Menschen. Eine Gegend, die das Adjektiv "abgeschieden" auch wirklich verdient.
Die Straße ins gefühlte Nirgendwo endet an einem Parkplatz am Leuchtturm Bjargtanga. Nur wenige Meter sind es noch zu den Klippen, die den westlichsten Punkt Islands und damit Europas markieren. Ein ebenso imposanter wie schwindelerregender Anblick, bis zu 450 Meter geht es vertikal in die Tiefe. Für die jungen Puffins bedeutet das einen gewagten Start ins Leben: Verlassen sie im Spätsommer das Nest, muss der erste Flugversuch hinunter zum Meer auf Anhieb klappen.
14 Kilometer sind die Klippen lang, doch die meisten Puffins nisten kundenorientiert direkt in Parkplatznähe.
Etagenwohnung
Es sind allerdings längst nicht so viele, wie wir erwartet hätten. Die Sandaale, Leib- und Magenspeise der Puffins, seien in diesem Jahr an dieser Stelle der Insel nicht so zahlreich wie gewohnt, erklärt uns ein anderer Besucher. Ob das stimmt, weiß ich nicht.
Die anderen Apartments auf den schmalen Felsvorsprüngen, die oft nur eine Handbreit von der Tiefe trennt, sind dagegen restlos ausgebucht. Trottellummen, Eissturmvögel, Dreizehenmöwen und Kormorane veranstalten ein Heidenspektakel.
Wir steigen höher und höher und der Blick wird wunderbar weit, als sich der morgendliche Dunst verzieht. Wir legen uns ins Gras und robben auf dem Bauch näher an die Kante heran, um das Gewicht auf dem unterhöhlten Grund zu verteilen, abends wieder keine Zecken, ein Glück.
Je weiter wir gehen, desto weniger Papageitaucher sehen wir. Dafür zum zweiten Mal nach der Premiere in Schottland die mit den Puffins verwandten Razorbills. Eine schöne Überraschung! Weit aufgesperrt, soll der kräftige, lackschwarze Schnabel vorbeifliegende Möwen verscheuchen, die Räuber sind allgegenwärtig und allzeit bereit. Mich erinnert er an Lakritze.
Wir schlendern zurück in Richtung Parkplatz, hügelabwärts, ein herrlicher Tag und jetzt auch mit Sonnenschein.
Die beste Methode, um Puffins zu betrachten: einfach geduldig stehenbleiben oder ins Gras setzen, keinesfalls proaktiv und zu nah auf die Vögel zugehen. Sie kehren immer wieder zu ihren Bruthöhlen zurück und turnen dann angstfrei und ungestört direkt vor den Augen ihrer Beobachter herum.
Manch einem reicht das leider nicht. Die Isländer bemühen sich redlich, die Laufwege der Touristen in vernünftige Bahnen zu lenken. Mit dezenten Seilen und Hinweisschildern zum Schutz der Natur und manchmal auch dem der Besucher selbst. In diesem Fall für beides. Die Klippen sind am Rand unterhöhlt und brüchig, es sollen schon ganze Abschnitte abgebrochen und Menschen in den Tod gestürzt sein. Bloß gut, dass Mutti das Töchterlein festhält, auch die Schwimmweste hat sie schon vorsorglich an. Na dann... 😣 😈
Ich habe nicht mitbekommen, was sich in meinem Rücken abspielt; bin kein Moralapostel und nicht verantwortlich für anderer Leute Schicksal. Aber ich hätte dieses Verhalten keinesfalls unkommentiert gelassen. Nie sind uns ignorante, verantwortungslose und gefährliche Regelverletzungen so massiv begegnet wie auf Island. 2019 viel mehr noch als in diesem Jahr, denn die Einheimischen benehmen sich besser als viele der ausländischen Gäste, die offenbar mit Vehemenz daran arbeiten, dass immer mehr Verbote nötig werden. Auch diese Eindrücke gehören leider zu einer Reise ins Naturparadies Island.
Die Rückfahrt über die 612 ist grandios, der Blick über die Grönlandsee phantastisch.
Rund um Latrabjarg finden sich einige der schönsten Strände Islands. Nicht schwarz wie sonst üblich auf der Insel, sondern schneeweiß und unberührt, ein Traum.
In der Sonne entfaltet die Landschaft ihre ganze (Farben-)Pracht. Wir brauchen eine gefühlte Ewigkeit für die 60 Kilometer zurück nach Patreksfjördur; was aber natürlich auch egal ist 😎 .
Blick nach Patreksfjördur
Zurück im Ort ergattern wir in einem kleinen Cafe die letzten beiden Plätze, es ist voll und gemütlich und Corona wie immer in den vergangenen Wochen ganz weit weg. Stimmengewirr und Gelächter, das Leben ist normal und schön, zumindest für diesen Moment. Dass es sich schon sehr bald wieder ändert, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Gegen Abend starten wir den zweiten Versuch am Raudisandur (=Roter Sand) Strand am südlichsten Zipfel der Westfjorde. Drumherum war an diesem Tag Sonne, doch in der Bucht hängen weiterhin die Wolken fest. Wie schade.
Im Hintergrund die Steilküste von Latrabjarg
Die Camper sind schon wieder im Grillmodus, und während Thomas zum Aussichtpunkt marschiert, mache ich einen einsamen Spaziergang am weiten Sandstrand, der je nach Lichteinfall orange, gelb, tiefrot und manchmal sogar pink erscheint.
Im Moment ist er eher matt apricotfarben, ich halte angestrengt Ausschau nach einem Fleckchen blau, das der Wind hinübertreiben könnte, doch vergebens.
Mir entgeht dabei, dass zwar keine blaue Stelle naht, aber der Himmel zusehends aufklart.
Plötzlich bricht die Sonne durch, wie aus dem Nichts. Um mich herum leuchtet der Strand. Wir können es kaum glauben, eine ungeahnte Metamorphose binnen weniger Minuten und ein toller Anblick!
Rund eine Stunde gewährt die Sonne eine Audienz, dann zieht sich der Himmel langsam wieder zu.
Zurück am Hotel gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang und Veränderungen. Ein Zettel auf dem Bett, wir sollen zur Rezeption kommen wegen neuer Corona-Maßnahmen. Wie zeitliche Slots beim Frühstück zum Beispiel, weil (wieder) mehr Abstand gefordert ist. Die Normalität, sie war nur ein Traum, banal und dennoch intensiv. Nun hat uns die Realität zumindest ein Stück weit wieder.
Kiboko1'250 Beiträge · seit 200930. Dez. 2020 · #122
Hallo Betti,
spät bin ich auf die Reise aufgesprungen. Ich bin total begeistert von Euren Eindrücken, Bildern und vielen Informationen.
Einige Orte kommen mir sehr bekannt vor. Andere Orte waren nicht auf meiner Reiseroute oder für mich unerreichbar. Der Autovermieter hatte mir eine Rennsemmel (hochmotorisierten Flitzer mit Sportfahrwerk) angedreht. Dafür hat er die Spikes eingespart. Meine Eisländ-Reise war das komplette Kontrastprogramm zu Eurer Reise.
Jetzt lehne ich mich zurück und schaue bei Euch das an, was ich verpasst habe. 😁
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201631. Dez. 2020 · #123
Kiboko schrieb:spät bin ich auf die Reise aufgesprungen. Ich bin total begeistert von Euren Eindrücken, Bildern und vielen Informationen.
Vielen Dank, Bernd, das ist eine schöne Überraschung auf den letzten Metern dieses speziellen Jahres. Allerdings sind wir auch im Reisebericht fast am Ziel 😎
Kiboko schrieb:Der Autovermieter hatte mir eine Rennsemmel (hochmotorisierten Flitzer mit Sportfahrwerk) angedreht. Dafür hat er die Spikes eingespart.
😄 😄 😄 Das ist tatsächlich für Island sehr ungünstig...
Kiboko schrieb:Meine Eisländ-Reise war das komplette Kontrastprogramm zu Eurer Reise. Jetzt lehne ich mich zurück und schaue bei Euch das an, was ich verpasst habe.
Nix mit zurücklehnen, du schreibst ja nun selbst. Sehr schön! Und wenn ich dann demnächst durch bin, lehn ich mich nämlich zurück und schaue, was du mit deinem heißen Schlitten so erreicht hast ... 😎
Allen einen guten Rutsch und ein neues Jahr mit vielen Reisen und glücklichen Tagen! Betti
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201609. Jan. 2021 · #124
Zauberhaftes Snæfellsness, Teil I
Der Snæfellsjökull besitzt magische Kräfte: Er lässt Besucher immer wieder zurückkehren. So will es eine isländische Legende, und sie muss wohl wahr sein. Wie anders wäre zu erklären, dass wir erst kaum ein Jahr zuvor am Fuße des imposanten Vulkans mit seiner weithin sichtbaren Gletscherkappe unterwegs gewesen sind - und nun schon wieder auf dem Weg dorthin?
Sind die Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit auf Island fließend, so gilt das für den Snæfellsjökull ganz besonders. Im Krater des sagenumwobenen Berges begann Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde"; den isländischen Nobelpreisträger Halldor Laxness inspirierte der markante Gipfel zu seinem Roman "Am Gletscher". Nur im Jahr 1993 war die Enttäuschung groß: Die für den 5. November (21.03 Uhr) prognostizierten Landung von Aliens auf dem Gletscher scheiterte. Hunderte Menschen hatten sich aufgemacht, um die Außerirdischen zu begrüßen. Sie warteten vergeblich. Dumm gelaufen. Der Magie des Snæfellsjökull, der bei klarer Sicht sogar aus dem rund 115 Kilometer entfernten Reykjavik zu sehen ist, tat das missglückte Rendezvous dennoch keinen Abbruch.
Der Snæfellsjökull gibt Snæfellsness im Westen von Island seinen Namen. Eine bezaubernde Halbinsel, wo sich auf kleinem Raum (fast) all das findet, was Island so atemberaubend macht: Vulkane, Lavafelder, einsame Fjorde, schroffe Klippen und kleine Fischerorte. Ein Highlight jagt das nächste. Und so war bei der Planung unserer zweiten Island-Tour glasklar, dass wir in diesem Paradies erneut einige Tage verbringen würden. Dass wir 2019 auf der "Schneeberghalbinsel“ - wie beinahe auf der gesamten Reise - ein fast schon unverschämtes Wetterglück gehabt hatten, heizte unsere Begeisterung zusätzlich an.
Nach einem Frühstück mit - gemäß der neuen Corona-Regeln - viel Abstand verabschieden wir uns also von Patreksfjördur und den Westfjorden, die gehalten haben, was wir uns im Vorfeld von ihnen versprochen hatten.
Kleines, aber feines Abschiedskomitee auf dem Weg zur Fähre in den Westfjorden
Die Fähre Baldur ist nach einem Motorschaden in den vergangenen Wochen zum Glück wieder flott und soll uns vom Fischerdorf Brjanslækur nach Stykkisholmur in Snaefellsnes bringen. Das Fährbüro hat wegen Corona geschlossen, doch wir haben online gebucht und bezahlt und die entsprechende Bestätigung auf dem Smartphone. Wir gesellen uns also einfach zu den wartenden Autos, sehen die Fähre punktgenau einlaufen, rollen über die Rampe und zeigen beim Parken die Bestätigung vor. Maske (seit einem Vortag wieder nötig) auf, Eisentreppe rauf, in die abgenutzten Polster gefläzt, fertig.
Zweieinhalb Stunden dauert die Überfahrt vorbei an Schären und der Insel Flatey, wo wir kurz anlegen. Möwen über den Wellen und ferne Puffins, bei gutem Wetter ist das alles wahrscheinlich sehr schön, bei Nieselregen eher trist.
Wir sind froh, als wir da sind und haben es nicht weit zum Grundarfjordur Bed and Breakfast, wo wir im gleichnamigen Ort für zwei Nächte ein unprätentiöses, aber großes und sauberes Zimmer beziehen. Frühstück gibt's im angeschlossenen Cafe und auch Pizza und Pasta, die Inhaber sind Italiener, alles in allem eine sehr gute Wahl. Und das Beste: Der Kirkjufell ist in Sichtweite, ein weiterer magischer Berg auf Snæfellsness, dessen Nähe wir diesmal explizit gesucht haben. Teil II Snæfellsness folgt...
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201709. Jan. 2021 · #125
Mensch Betti... es hört einfach nicht auf mit großartigen Puffin-Bildern 🤩 und das hier werden wir, wenn es irgendwann so weit ist beherzigen:
"Die beste Methode, um Puffins zu betrachten: einfach geduldig stehenbleiben oder ins Gras setzen, keinesfalls proaktiv und zu nah auf die Vögel zugehen. Sie kehren immer wieder zu ihren Bruthöhlen zurück und turnen dann angstfrei und ungestört direkt vor den Augen ihrer Beobachter herum."
Wenn ich die Handy-Fotografen sehe (nicht wegen Handy, aber das ist eben kein Tele, dann akzeptiert das doch 😠), die über die Absperrungen gehen, kommt mir unweigerlich Fan-Randale in Stadien in den Kopf. "Es sind nur ein paar Idioten, die hier für alle das Spiel kaputt machen."
So verhält es sich leider in so vielen Situationen und Gegenden. Faroer-Inseln haben vieles abgesperrt, lassen in manche Gegenden nur noch die Leute inkl. Begleitung durch einen Ranger rein. Das natürlich für teuer Geld, aber der Grund waren die Touris, die die unberührte Natur zugemüllt haben. Bei uns hier haben wir Eisvögel entdeckt. Die Fotografen die man dort trifft und teils dort wohnen erzählten von einem Brutpaar, bei dem es ähnlich war, die Leute sind mit Handys die Böschung runter (die Bruthöhle lag 2min vom Ausflugsparkplatz weg) und haben in die Bruthöhle fotografiert... die Vögel können nicht weg und die Elterntiere haben irgendwann die Brut abgebrochen. 🤢 🙁
Mal abgesehen von den Puffins gefallen mir die Bilder des "Roten Strands" sehr gut, aber mein Favourit ist dieses hier:
TinuHH898 Beiträge · seit 201610. Jan. 2021 · #126
Moin Ihr Lieben!
Ich bin auch noch kurzfristig dazu gestoßen. Wunderbar, mal was ganz anderes. Gewohnt tolle Bilder. Da kommen Erinnerungen hoch! 2009 waren wir auf Island, seit dem nicht mehr. Zwei Wochen rund um die Insel, das war ganz schön stressig, würde ich so nicht mehr machen. Aber es war großartig!
Dass sich die Touristen immer wieder über Regeln, Ge- und Verbote hinwegsetzen, ist leider überall zu beobachten. Ich erinnere mich an unsere Reise nach Irland, 1987! Damals gab es rund um die Cliffs of Moher keine Zäune, Schilder ee tc. Wenn man sich aktuelle Bilder ansieht, dann ist das offensichtlich alles strikt reglementiert. Warum wohl?
Also, ich freue mich auf die Fortsetzung dieses erfrischenden Berichts.
@Zugvogel547 Beiträge · seit 201410. Jan. 2021 · #127
Hallo Betti
Kürzlich habe auch ich deinen Island-Bericht noch entdeckt und ihn heute gleich verschlungen 🤩 . Du weckst viele schöne Erinnerungen, waren wir doch 2010 für 4 Wochen dort (als Studenten mit eigenem Auto und Zelt). Seither haben wir uns im 'Sommer' nicht mehr zurückgetraut, vor allem, weil man immer wieder von den grösser werdenden Touristenmassen hört.
Dieses Jahr wollten wir aber auch nochmals hin (da unsere Zimbabwe-Reise nicht stattfinden konnte), hatten aber erst im September Urlaub und dann war Island bereits wieder 'zu' für Touristen bzw. waren die Coronarichtlinien wieder so streng, dass eine Reise keinen Sinn machte... 🙁
Übrigens kann ich euch Island im Winter auch sehr empfehlen: Nordlichter, gefrorene Wasserfälle, Islandpferde im Schneegestöber und menschenleer 🙂 Das würde euch Fotografen sicherlich auch sehr gefallen! Dazu günstigere Unterkunftspreise...
Ich freue mich auf die Fortsetzung! 🙂 Und wünsche noch einen schönen Sonntag!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201611. Jan. 2021 · #128
Guten Morgen ihr Lieben,
und erst einmal vielen, vielen Dank, dass einige auch im neuen Jahr (noch) dabei sind!
Blende18.2 schrieb:und das hier werden wir, wenn es irgendwann so weit ist beherzigen: "Die beste Methode, um Puffins zu betrachten: einfach geduldig stehenbleiben oder ins Gras setzen, keinesfalls proaktiv und zu nah auf die Vögel zugehen. Sie kehren immer wieder zu ihren Bruthöhlen zurück und turnen dann angstfrei und ungestört direkt vor den Augen ihrer Beobachter herum."
Sehr gut! Hoffentlich klappt's dann auch 😉 😄 Du weißt, der Vorführeffekt...
Blende18.2 schrieb:Wenn ich die Handy-Fotografen sehe, kommt mir unweigerlich Fan-Randale in Stadien in den Kopf. "Es sind nur ein paar Idioten, die hier für alle das Spiel kaputt machen."
Hammer, genau daran habe ich auch gedacht!!!
Blende18.2 schrieb:lassen in manche Gegenden nur noch die Leute inkl. Begleitung durch einen Ranger rein. Das natürlich für teuer Geld, aber der Grund waren die Touris, die die unberührte Natur zugemüllt haben.
So ist es. Und dann sind die Touris sauer, reden von Abzocke und wollen da nicht mehr hin. But the damage is done. Das ist einfach nicht begreifbar für mich, dass die Menschen diese simplen Zusammenhänge nicht begreifen (wollen).
Blende18.2 schrieb:Bei uns hier haben wir Eisvögel entdeckt. die Leute sind mit Handys die Böschung runter und haben in die Bruthöhle fotografiert... die Vögel können nicht weg und die Elterntiere haben irgendwann die Brut abgebrochen.
Au man 🙁 Das ist wirklich nicht auszuhalten... und einfach nur schlimm.
TinuHH schrieb:Ich bin auch noch kurzfristig dazu gestoßen.
Sehr schön! Moin Martin und viele Grüße zum Kiez 🙂
TinuHH schrieb:Gewohnt tolle Bilder.
Danke! 😊
TinuHH schrieb:2009 waren wir auf Island, seit dem nicht mehr. Zwei Wochen rund um die Insel, das war ganz schön stressig, würde ich so nicht mehr machen. Aber es war großartig!
2009 dürfte es noch ruhiger gewesen sein als heute in einem normalen Sommer, denke ich. Das Reisetempo ist ja immer so ein Thema. Wir haben in den vergangenen Jahren zusehends entschleunigt und fühlen uns wohler damit.
TinuHH schrieb:Irland, 1987! Damals gab es rund um die Cliffs of Moher keine Zäune, Schilder ee tc. Wenn man sich aktuelle Bilder ansieht, dann ist das offensichtlich alles strikt reglementiert. Warum wohl?
🙁 S.o. auch die Antwort an Robin. Der Mensch macht sich leider alles selbst kaputt. Es geht nur mit Gebühren, Zäunen, Verboten, Strafen, (kostspieligen) Guides. Davon bin ich überzeugt nach allem, was ich auf all unseren Reisen in den vergangenen Jahren so erlebt und beobachtet habe...
PM kommt!
@Zugvogel schrieb:Du weckst viele schöne Erinnerungen, waren wir doch 2010 für 4 Wochen dort (als Studenten mit eigenem Auto und Zelt). Seither haben wir uns im 'Sommer' nicht mehr zurückgetraut, vor allem, weil man immer wieder von den grösser werdenden Touristenmassen hört.
Hi Stefanie und danke! Wart ihr 4 Wochen im Winter dort mit Zelt? 😮 Oder damals im Sommer und dann nochmal im Winter? Das mit den Touristenmassen stimmt leider grundsätzlich. Ich bin dennoch der Meinung, dass man ihnen meistenteils ganz gut entgehen kann, wenn man sich an den Hot Spots in den Randzeiten aufhält (davon gibt es im isländischen Sommer mit den langen Tagen ja jede Menge) - oder vielleicht auch gar nicht. Ihr fahrt doch (anders als wir) über Stock und Stein und campt gerne. Für euch müsste das Hochland wie gemalt sein (und dort sind die Massen ja nicht so sehr).
@Zugvogel schrieb:Dieses Jahr wollten wir aber auch nochmals hin (da unsere Zimbabwe-Reise nicht stattfinden konnte), hatten aber erst im September Urlaub und dann war Island bereits wieder 'zu' für Touristen bzw. waren die Coronarichtlinien wieder so streng, dass eine Reise keinen Sinn machte... 🙁
Ja, blöd 🙁 Ziemliche Lotterie beim Reisen in Corona-Zeiten. Mit Island hatten wir echt Glück, aber zwei Reisen schieben wir nun auch schon vor uns her und eine ist komplett ausgefallen.
@Zugvogel schrieb:Übrigens kann ich euch Island im Winter auch sehr empfehlen: Nordlichter, gefrorene Wasserfälle, Islandpferde im Schneegestöber und menschenleer
Vielen Dank für die sehr schönen Bilder! So ganz mit der Tiefkühlung hab ich's nicht 😉 Aber September/Oktober wäre noch einmal eine Option. Vorher wäre ich aber gerne nochmal im Juni oder Juli dort. Nicht wegen der Puffins (davon hatten wir nun erst einmal reichlich 😉 ), sondern wegen der Mitternachtssonne, die sich uns diesmal kaum gezeigt hat. Ich bin echt scharf auf die langen Nächte und ihr Licht.
Ich denke, später geht es noch weiter. Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Tag, Betti
@Zugvogel547 Beiträge · seit 201411. Jan. 2021 · #129
Beatnick schrieb:
Hi Stefanie und danke! Wart ihr 4 Wochen im Winter dort mit Zelt? 😮 Oder damals im Sommer und dann nochmal im Winter? Das mit den Touristenmassen stimmt leider grundsätzlich. Ich bin dennoch der Meinung, dass man ihnen meistenteils ganz gut entgehen kann, wenn man sich an den Hot Spots in den Randzeiten aufhält (davon gibt es im isländischen Sommer mit den langen Tagen ja jede Menge) - oder vielleicht auch gar nicht. Ihr fahrt doch (anders als wir) über Stock und Stein und campt gerne. Für euch müsste das Hochland wie gemalt sein (und dort sind die Massen ja nicht so sehr).
Hallo Betti
Die 4 Wochen 2010 waren im Spätsommer (Mitte August - Mitte September) in Island mit dem Zelt, danach waren wir im Winter 2014 nochmals 2 Wochen dort (in festen Unterkünften mit Hotpot 😄 ).
Ja das isländische Hochland steht noch an. Wenn nur die 4x4-Mieten ins Island nicht so teuer wären... 😗
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201615. Jan. 2021 · #130
Zauberhaftes Snæfellsness, Teil II
Es genügt auf Snaefellsnes, einfach nur den Straßen Nummer 54 und 56 zu folgen. Die Eindrücke sind grandios. Im Snæfellsjökull-Nationalpark führt zudem eine Straße um den namensgebenden Vulkan und die Spitze der Halbinsel herum. Es gibt viel zu sehen - und viel zu tun. Wir klettern durch einen Bach in die Felsspalte Raudfeldsgja, erforschen bizarre Lavafelder, die Hänge des Snaefellsjökull und treffen haufenweise Trolle.
Kirkjufell: 2019 hatten wir eine Nacht im Hafenstädtchen Stykkisholmur und zwei Nächte in Hellnar auf der Südseite der Halbinsel verbracht. Stykkisholmur ist mit rund 1200 Einwohnern der größte Ort auf Snaefellsnes und liegt mit Blick auf die vorgelagerten Schären idyllisch. Hervorragende Fischrestaurants (für mich Vegetarierin egal) sind ein weiteres Plus, doch alles in allem zieht es uns auf Island eher in die Natur. Das Fosshotel Hellnar hat sich der ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben und uns richtig gut gefallen. Skandinavisch cooles Styling, weiter Blick über die Klippen und den Nordatlantik, perfekte Lage direkt am Fuße des Snæfellsjökull und des Stapafell, eines markanten pyramidenförmigen Berges. Diesmal wollten wir dennoch auf die nördliche Seite. Der Grund hieß Kirkjufell.
Der symmetrische "Kirchberg" ist das Topmodel unter den isländischen Bergen und nicht erst seit "Game of Thrones" einer der wohl meist fotografierten Orte Islands. Entsprechend überlaufen ist es dort. Wir hoffen diesmal auf deutlich weniger Besucher als 2019, als es sehr viel Geduld und auch Glück brauchte, um ihn gemeinsam mit dem Kirkjufellsfoss, aber ohne die vielen Foto-Trolle auf ein Bild zu bannen.
Tatsächlich ist der zumindest in Corona-Zeiten überdimensioniert wirkende Parkplatz diesmal fast vollständig verwaist. Aus den erhofften Fotos zum Sonnenauf- oder -untergang wird allerdings trotz der Unterkunft im benachbarten Grundarfjordur nichts: Die Sonne zeigt sich kaum. Beim nächsten Mal dann 😎 .
Snaefellsjökull: 1.833 m hoch und bei klarer Sicht beinahe omnipräsent. So wie im Traumsommer 2019. Ein Jahr später ist er schüchtern und meist in Wolken gehüllt. Weshalb der Prophet (näher) zum Berg kommen muss. Unterhalb des Gletschers führt die steile F570 von Olafsvik im Norden nach Arnarstapi im Süden. 2019 durften wir die Straße mit dem PkW nicht befahren, diesmal holen wir das nach. Mit Schwung die Auffahrt hoch, dann jäh gestoppt. Die Frau vor uns auf dem Mountainbike taumelt, doch sie schafft es. Hut ab!
Eine tolle Strecke, einigermaßen einsam und wild, aber gut machbar. Die letzten Meter zum Gipfel sind abgesperrt und geführten Gletscherwanderungen vorbehalten. Aber man kommt schon ziemlich nah ran an die Schneekuppe.
Blick hinunter auf den Stapafell, links das Örtchen Arnarstapi
Svödufoss: Es gibt spektakulärere Wasserfälle auf Island. Aber dieser - wenn auch mittlerweile zwischen Olafsvik und Rif ausgeschildert - ist (noch) nicht sehr bekannt und die Lage am Fuße des Snæfellsjökull herrlich. Ein Schotterweg führt an Pferdeweiden vorbei zu einem Parkplatz. Wer will, kann über einen ausgetretenen Pfad an der Seite nach oben. Bei schönem Wetter ein toller Platz mit Blick auf den Gletscher. Kaum Trolle weit und breit.
Skardsvik Beach: Kleine, traumhafte Bucht mit goldenem Sand, eine Rarität auf der Insel. Weiter auf der zusehends ruppiger werdenden Schotterpiste geht's zum Öndverdarnes-Leuchtturm an den Steilklippen. Bis dahin haben wir es 2019 mit dem PkW - obwohl erlaubt - aber nicht geschafft (oder auch nicht mehr schaffen wollen).
Djupalonssandur: Noch ein toller Strand, diesmal schwarz und umgeben von Lavaformationen. Bei einem Schiffsunglück kamen 1948 vor der Küste 14 Seeleute ums Leben, fünf überlebten. Die rostigen Überbleibsel liegen im Sand verstreut und stehen als Mahnmal unter Denkmalschutz. Wie an allen markanten, leicht erreichbaren Punkten stoppen hier viele Reisebusse. Wer aber hinter dem schwarzen Strand dem Küstenweg zu Fuß folgt, wird mit Einsamkeit, weiteren Stränden und weitem Blick belohnt. Wir haben von dort oben sogar Orcas beobachten können.
Londrangar-Basalt-Klippen: In den bis zu 75 m hohen Küstenklippen nisten Tausende Vögel. Möwen, Kormorane, Trottellummen, volles Haus. Es gibt einen Parkplatz in der Nähe der Aussichtsplattform und einen am Besucherzentrum. Von dort führt ein Spaziergang über die Lavazunge mit ihrer Mooslandschaft und den Felsforma..., äh, Trollen. Allesamt versteinert und stumm. Anders als die Vögel. Die kreischen, was das Zeug hält. Und das Meer rauscht so schön.
Blick von der Aussichtsplattform. Ganz hinten im Bild das Besucherzentrum. Dazwischen liegt ein kleiner Küsten-Wanderweg.
Hellnar und Arnarstapi mit Küstenwanderweg: Im winzigen Dörfchen Hellnar mit seiner schönen Küste haben wir 2019 übernachtet.
Hellnar, ganz links im Bild das Fosshotel
Direkt in den Klippen liegt das lässige Fjöruhusid. Kleines Cafe, große Terrasse, Daumen hoch! Kaffee, hausgemachte Suppe und ganz viel Atmosphäre. Die Klippen stehen unter Naturschutz, ein 2,5 Kilometer langer schmaler Küstenpfad führt zum benachbarten Arnarstapi. Lavafelder, Meerblick, Felsen in der Brandung und Seevögel - ein toller Weg!
Arnarstapi ("Adlerfelsen") mit seinem winzigen Hafen war einst ein wichtiger Handelsposten und ist heute vor allem eine Feriensiedlung. Hier ist der Küstenwanderweg nicht mehr einsam, in Hellnar schon eher. Auf dem Parkplatz ein Food-Truck mit Fish & Chips. Riesige Portionen, für isländische Verhältnisse günstig - und legendär. Der pfiffige Betreiber hatte vor einigen Jahren die Idee, da kannte die Fisch-Pommes-Kombi auf der Insel kein Schw..., äh, Troll. Touristen bissen an, Einheimische erst recht. Die Schlangen waren lang, die Kasse klingelte - und tut es noch. Das Geheimnis der grandiosen Pommes-Würzmischung habe ich leider trotz mehrfachen Besuchs nicht lüften können.
Berühmteste Felsformation in der Gegend von Arnarstapi: der Gatklettur ("Lochfelsen")
Kirche von Budir: Die kleine Kirche von 1848 ist eine der ältesten Holzkirchen Islands, die umliegende Landschaft mit Bergen, Meer und einem alten Lavafeld tut ihr Übriges. Ein hübsches Ding und aus allen möglichen Perspektiven ziemlich fotogen.
Budirkirkja, im Hintergrund der Snæfellsjökull
Bjarnafoss: Nicht weit von Budir stürzt der hübsche Bjarnafoss spektakulär den Berghang hinab, sein Dunst ist schon von Weitem zu sehen. Liegt am und auf dem Weg. Praktisch für eine Stippvisite. Wer - anders als wir - zu ihm hochsteigen will, muss ein wenig mehr Zeit einplanen.
Raudfeldsgja-Schlucht: Die Zeiten, als diese verborgene Schlucht ein Geheimtipp war, sind lange vorbei. Vom auch in Corona-Zeiten gut gefüllten Parkplatz ist es nur ein kurzer Weg bis zum Eingang über einen Bach und durch eine schmale Felsspalte. Dahinter verbirgt sich ein Wunderland mit grün bemoosten Felswänden und einem kleinen Wasserfall.
Mystisch, mystisch: Der Eingang zur Schlucht
Die Brüder Raudfeldur und Sölvi sollen hier mit der Tochter des Halbtrolls Bardur gespielt haben. Der Sage nach verschwand sie dabei auf mysteriöse Weise. Aus lauter Wut hat Bardur die Brüder in die Schlucht gestürzt. Noch heute sollen ihre Geister hier ihr Unwesen treiben. Auf Island muss man auf alles gefasst sein.
Klettermaxe können hinter dem Wasserfall noch tiefer in die Schlucht vordringen. Wir waren nicht entsprechend ausgerüstet (nass!) und zudem defensiv (glitschig!). So oder so am besten früh da sein.
Ytri Tunga Strand: Weißer Strand, dessen Beliebtheit - obwohl nicht ausgeschildert - zusehends wächst. Das dürfte nicht nur an der schönen Kulisse, sondern vor allem an den Robben liegen, die hier bräsig herumliegen. Die besten Monate sind Juni und Juli.
Sie ist ein Model und sie sieht gut aus...
Ohnehin ist der Ytri Tunga tierreich. Eiderenten, Austernfischer, ein ferner Orca und die allgegenwärtigen Krias.
Auf dem Golfplatz in der Nähe sind Sportler in Not. Vogelplage statt Putten. Ganze Schwärme attackieren sie auf dem gepflegten Grün, das die Vögel für sich beanspruchen. Da hilft nur eins: den Schläger hoch genommen und die Beine in die Hand! Ganz schön t(d)rollig, diese Krias!
Küstenseeschwalben stürzen sich während der Brutzeit auf alles, was sich bewegt - sogar auf Autos. Diese Exemplare sind glücklicherweise auf Fisch und nicht auf unseren Skalp aus.
Berserkjahraun: Das Beste kommt zum Schluss. Berserkjahraun. Der Name sagt alles. Ein von Kraterreihen durchsetztes Lavafeld, wild und ungezähmt, das wir 2019 nicht auf dem Zettel und eher zufällig bei unserer Fahrt über die Straße 56 entdeckt hatten. Spontan stoppten wir an einem Parkplatz und machten einen kleinen Spaziergang durch diese raue und dabei so zauberhafte Landschaft, ohne genau zu wissen, wie sie eigentlich heißt und woher sie rührt.
Ein Jahr später hatten wir uns etwas schlau gemacht. Vor 4000 Jahren brachen vier benachbarte Schlackenkrater in kurzen Intervallen aus. Die Lava ergoss sich teilweise direkt bis ins Meer und staute Flüsse zu zwei märchenhaften Seen auf: den Selvallavatn und den Kothraunsvatn.
Diese Mondlandschaft kann auf einer wenige Kilometer langen Piste durchfahren werden. Auf der Straße 558 ("Berserkjahraunsvegur") rumpeln wir entlang der Kraterreihe, die dieser faszinierenden Umgebung ihr Gesicht gegeben hat. Nur wenige Meter vom makellosen Asphalt entfernt fühlen wir uns abgeschieden wie im Hochland.
Wundersame Lavatürme und butterweiche Moospolster, eine bizarre Landschaft in gedeckten Tönen.
Dazwischen die roten Krater, die sich über Pfade ersteigen lassen. Der Blick von oben reicht bis zum Meer. Es ist atemberaubend - und für mich eine der schönsten Entdeckungen auf Island.
Aufstieg zum Krater,...
...den wir 2019 nur von unten bewundert haben (hinten rechts).
Und der Blick von oben
Zurück auf der Straße 56 und auf Asphalt, machen wir beim Parkplatz einen letzten Halt. Ganz in der Nähe - wenn auch von der Straße aus nicht zu sehen - liegt links der Sheep's Waterfall, der so heißt, weil sich häufig Schafe in die dahinterliegende kleine Höhle zurückziehen.
An diesem Tag ist das nicht der Fall, und so haben wir den Blick durch den Wasservorhang ganz für uns.
Danach heißt es Abschied nehmen von Snaefellsness, wenn auch noch nicht von Island. Doch das letzte Kapitel und damit das Ende dieser Reise rückt unweigerlich näher...
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201717. Jan. 2021 · #131
Beatnick schrieb:Zauberhaftes Snæfellsness, Teil II
Skardsvik Beach: Kleine, traumhafte Bucht mit goldenem Sand, eine Rarität auf der Insel. Weiter auf der zusehends ruppiger werdenden Schotterpiste geht's zum Öndverdarnes-Leuchtturm an den Steilklippen. Bis dahin haben wir es 2019 mit dem PkW - obwohl erlaubt - aber nicht geschafft (oder auch nicht mehr schaffen wollen).
Bis zu deinem Bericht wusste ich gar nicht, dass es auf Island normale Sandstrände hat. 😊 😗
Aber sag' mal, hast du von hinten angefangen den letzten Part zu schreiben? Ich hatte den schon einmal kurz überflogen, aber ohne ihn schon zu lesen aus Zeitmangel und irgendwie sind am Anfang ganz viele tolle Sachen dazu gekommen, die ich vorher nicht gesehen habe. 🤨
Auf jeden Fall wieder sehr schön, auch diese Lavazunge mit der Wanderung zwischen Aussichtspunkt und Station. Das Bild dazu erinnert mich sofort an Irlands Bloody Foreland. Mit dem Unterschied, dass in Irlands Norden viele solche Spots völlig vereinsamt sind. Sehr schön für uns, wie wir zumeist völlig alleine dort im bissigen Wind und Regenschauern standen.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201218. Jan. 2021 · #132
Liebe Betti, im Moment bin ich noch sooo aufgefüllt mit den Eindrücke aus Namibia (und der Schreibtisch ist auch schon wieder voll), dass ich mich nur ganz schwer auf was anderes/neues einlassen kann. Aber natürlich bin ich trotzdem schon mal im Schnelldurchlauf über eure letzten Etappen in Island gehuscht. Ein durch und durch grandioser Bericht - man müsste eigentlich nur noch buchen und die Route direkt nachfahren. Das wird bei uns eher nicht der Fall sein, aber ich nehm das mal als Inspiration für das andere Ziel im hohen Norden, das wir dann im Frühsommer ansteuern (und das so langsam auch mal geplant werden müsste). In diesem Sinne, vielste Grüße Ingrid
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Jan. 2021 · #133
Good morning!
leider komme ich im Moment kaum dazu, mal in Ruhe ins Forum zu schauen, geschweige denn, den RB wirklich voranzutreiben. Ende nächster Woche soll es aber vollbracht sein. So zumindest der Plan... 😣
Blende18.2 schrieb:Aber sag' mal, hast du von hinten angefangen den letzten Part zu schreiben?
Äh, ja, tatsächlich. Erst vorne ein paar Bilder, dann ein paar hinten und dann nach und nach die Mitte geschlossen. Keine Ahnung, warum. Vielleicht der verzweifelte Wunsch nach Abwechslung im Lockdown 😉
Blende18.2 schrieb:diese Lavazunge mit der Wanderung zwischen Aussichtspunkt und Station. Das Bild dazu erinnert mich sofort an Irlands Bloody Foreland. Mit dem Unterschied, dass in Irlands Norden viele solche Spots völlig vereinsamt sind.
Das ist leider genau da nicht der Fall, aber die kleine Wanderung macht wiederum kaum jemand. Hängen alle an der Aussichtsplattform rum. Es gibt andere Orte in meiner Auflistung, die ich schöner finde. Aber man kommt eh dran vorbei...
Blende18.2 schrieb:Sehr schön für uns, wie wir zumeist völlig alleine dort im bissigen Wind und Regenschauern standen.
😣 😄 Ich will trotzdem auch mal nach Irland - irgendwann, wenn das Leben normal weitergeht...
franzicke schrieb:im Moment bin ich noch sooo aufgefüllt mit den Eindrücke aus Namibia (und der Schreibtisch ist auch schon wieder voll), dass ich mich nur ganz schwer auf was anderes/neues einlassen kann.
Verständlich...
franzicke schrieb:Ein durch und durch grandioser Bericht - man müsste eigentlich nur noch buchen und die Route direkt nachfahren. Das wird bei uns eher nicht der Fall sein, aber ich nehm das mal als Inspiration für das andere Ziel im hohen Norden, das wir dann im Frühsommer ansteuern (und das so langsam auch mal geplant werden müsste).
😊 Danke! Und viel Spaß beim Planen! Ich habe ungefähr die nächsten fünf Jahre durchgeplant 😉 Du weißt, der Topf...
Liebe Grüße, am Wochenende sollte es weiter- und auf die Zielgerade gehen.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201625. Jan. 2021 · #134
Schlussakkord in Mordor
Wie schnell drei Wochen vergehen. Denke ich auf dem Weg in Richtung Reykjanes. Auf der Halbinsel verbringen wir unsere letzte Nacht, bevor wir zu einer denkbar unchristlichen Zeit im Morgengrauen nach Hause fliegen. Was schade ist. Wie gerne würde ich noch bleiben - ein nur allzu bekanntes Gefühl am Ende all unserer Touren. Fernweh, schon bevor die Reise zu Ende ist - das muss mir erst mal einer nachmachen. 😣
Isländische Erinnerungen: Am Raudisandur
An Reykjavik, wo wir im Vorjahr eine grandiose Zeit hatten, rauschen wir diesmal vorbei. Lieber kein Stadtbesuch in Zeiten von Corona.
Fast alle Reisenden kennen Reykjanes. Schließlich liegt hier ganz im Südwesten der internationale Flughafen Keflavik. Ansonsten wird die Halbinsel oft übersehen. Was ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, denn im Sommer 2019 war die erste halbe Stunde auf Island nach unserer Ankunft in Keflavik ein kleiner Schock. Das sollte mein Sehnsuchtsort sein? Endlose schwarze Lavafelder, karg, öde, trostlos: Wir sind in Mordor gelandet! Der Anblick wirkte jedenfalls wie eine eiskalte Dusche auf mein enthusiastisches Gemüt. Der Reiz von Reykjanes, einer der vulkanisch aktivsten Regionen Island, und seine triste Schönheit erschlossen sich mir erst auf den zweiten Blick.
Wir übernachten wie im Vorjahr in Vogar. Einem Ort, der nicht gerade durch architektonische Pracht besticht, sondern vor allem durch seine praktische Lage nur gut 35 Kilometer von Reykjavik und rund 15 Kilometer vom Flughafen entfernt. Von hier ist es auch zur wohl beliebtesten Attraktion der Insel nicht weit: der Blauen Lagune. Ihr warmes, mineralreiches Wasser, quasi ein Abfallprodukt des benachbarten Geothermalkraftwerks, soll Heilkraft haben und wahre Wunder wirken. Was ich so nicht bestätigen kann. Jedenfalls entstieg ich den Thermalbecken 2019 nach Ablauf unseres mühsam erkämpften Zeitfensters nicht gerade als Venus von Milo - trotz Gratis-Gesichtspackung, die das einzig erschwingliche an dieser ansonsten kostspieligen Veranstaltung blieb.
Andere mögen zu anderen Schlüssen kommen: Für uns war diese durchgetaktete Massenabfertigung bei unserer zweiten Reise 2020 keine Wiederholung wert. Wer sich zu einem Besuch des vermeintlich verheißungsvollen, wenn auch nicht durchweg sauberen Spa entschließt, muss früh dran sein und monatelang vorher reservieren - oder auf bereits erwähnte Alternativen wie am Myvatn zurückgreifen.
Eine Stippvisite bei der Blauen Lagune lohnt trotzdem. Denn direkt neben dem Wellness-Tempel ist ein Teil der Lagune mit ihrem milchig-blauen Wasser inmitten des zerklüfteten Lavafeldes "Illahraun" ("Lava des Bösen") frei zugänglich. Spektakulär, fotogen - und gratis. 🙂
Westlich davon liegt das Hochtemperaturgebiet Gunnuhver. Hochaktiv, dampfend und ziemlich düster. Nach einer Explosion in einer der heißen Schlammquellen im Jahr 2014 musste das Gebiet zeitweise gesperrt werden, es zischt, raucht und blubbert gewaltig. Ganz besonders in Islands größtem Schlammloch mit einem Durchmesser von 20 (!) Metern. Die Midlina, die Brücke zwischen den Kontinenten in der Nähe, haben wir ausgelassen. Die Drift der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten verbreitert den Graben jedes Jahr um circa zwei Zentimeter.
Endzeit-Stimmung bei Gunnuhver 2019
Besser als das trostlose Gunnuhver und sogar richtig gut gefällt uns Seltun. Weshalb wir unseren ersten Besuch von 2019 ein Jahr später bei glücklicherweise viel besserem Wetter wiederholt haben. Das Schwefelfeld liegt zwischen den Städten Grindavik und Hafnarfjördur an der Straße 42. Kurz davor schimmert der Graenavatn, ein kleiner See in einem Explosionskrater, intensiv türkisblau.
Unter dem Hochtemperaturgebiet brodelt der Vulkan, der keine Rücksicht auf feine Nasen nimmt. Es stinkt nach faulen Eiern - Augen auf und durch.
Holzstege führen vorbei an bunter Erde und blubberndem Schlamm. Das Gebiet ist nicht ganz so imposant wie Hverir am Myvatn, aber imposant genug.
20 Minuten, dann sind wir durch. Doch wir wollen noch auf den Berg, der Seltun überragt. Er ist steil und der Untergrund rutschig, eine Kette zum Hochziehen, damit klappt's. Der Blick von oben ist groß. Als sich die Sonne verzieht, machen wir das auch.
Der See Kleifarvatn in die eine...
...und der Graenavatn in die andere Richtung.
In Vogar wohnen wir wieder im Motel Arctic Wind. Nette Besitzer, die gegenüber eine neue Pizzeria betreiben, blitzsaubere Zimmer und eine tolle Gemeinschaftsküche, perfekt ausgestattet. Wir plündern unsere Fresskiste. Resteessen mit Pasta, Brot und Tütensuppe, zwei Schweizer sind gerade angekommen und warten auf ihr Testergebnis. Fünf Tage später müssen sie einen weiteren Test absolvieren. Die Dinge ändern sich, und kurz darauf sowieso. Island macht die Schotten dicht. Zumindest so gut wie.
Für uns endet die Reise am nächsten Morgen um Fünf mit der Autoabgabe, dem Transfer zum Flughafen und schließlich dem Rückflug. Alles unkompliziert, wie die gesamte Tour, auf der Corona so weit weg war. Für eine kurze, tolle Zeit, glücklich und unbeschwert, in einem faszinierenden, berauschenden Land, das uns beiden so sehr ans Herz gewachsen ist. Takk fyrir, Island! Und auch takk fyrir an alle, die mitgelesen und uns virtuell begleitet haben!
ganz ganz toller Bericht in jeder Beziehung..............und die letzte Foto drückt Deine ganze
Gefühlslage besser aus als es Worte könnten........... 🙂 🙂 🙂
LG...................BMW
casimodo4'528 Beiträge · seit 200726. Jan. 2021 · #136
Hallo innen Norden,
wie schon fertig ? 🙁 🤩
Danke für den gewohnt einzigartigen Bericht 😘 So langsam wird es schwer, die öder Zeit zu überbrücken, oder ? euer bericht hat es auf jeden Fall einfacher gemacht ! ich hoffe, Ihr habt bald wieder von etwas Neuem zu berichten 😣
speed66751 Beiträge · seit 201126. Jan. 2021 · #137
Hallo Betti,
auch wenn noch ein Fazit kommt, an der Stelle schonmal ein ganz herzliches Danke! "spektakulär, fotogen - und gratis"... trifft auf deine Erzählungen allemal auch zu. Es hat uns ganz viel Freude bereitet mitzureisen, danke für´s Durchhalten und wir werden sicher deine Zeilen nicht zum letzten Mal gelesen haben.
Beste Grüße von Süd nach Nord, Nette und Frank
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201626. Jan. 2021 · #138
Hallo ihr Lieben,
BMW schrieb:ganz ganz toller Bericht in jeder Beziehung..............und die letzte Foto drückt Deine ganze Gefühlslage besser aus als es Worte könnten...........
Vielen Dank! Ja, wir waren sehr verliebt, der Troll und ich. Er wollte aber nicht mit nach Hamburg, und jetzt führen wir eine Fernbeziehung...
casimodo schrieb:Danke für den gewohnt einzigartigen Bericht 😘
😘 😘
casimodo schrieb:So langsam wird es schwer, die öder Zeit zu überbrücken, oder ?
Aaaaaallerdings... 🙁
casimodo schrieb:ich hoffe, Ihr habt bald wieder von etwas Neuem zu berichten 😣
Tja, das wäre wirklich schön... Liebe Grüße in den Süden!
speed66 schrieb:"spektakulär, fotogen - und gratis"... trifft auf deine Erzählungen allemal auch zu. Es hat uns ganz viel Freude bereitet mitzureisen, danke für´s Durchhalten und wir werden sicher deine Zeilen nicht zum letzten Mal gelesen haben.
1000 Dank ihr beiden, das tut natürlich sehr, sehr gut! Ich freue mich sehr, dass du immer so treu dabei bist, Nette!
Das Fazit schaffe ich wohl leider erst am Wochenende. Liebe Grüße und bleibt gesund, Betti
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201601. Feb. 2021 · #139
Das Fazit: Eine tolle Reise und ein großer Wunsch
Diese Reise überhaupt antreten zu können, war alles andere als selbstverständlich - und hatte mit Timing und Zufall zu tun. Andalusien fiel aus, Island ließ uns rein und wir schlugen kurzerhand zu.
Auch wenn die Insel nicht wie leergefegt war, weil die Isländer ihre Ferien im eigenen Land verbrachten, so war die Qualität des Reisens doch eine andere als beispielsweise im Jahr zuvor. Erst wenige Wochen waren bei unserer Ankunft verstrichen, seit sich Island dem internationalen Tourismus zumindest in Teilen wieder geöffnet hatte. Die Hotspots waren deutlich weniger überlaufen und vor allem keine der mir so verhassten Reisebusse unterwegs. Das zu erleben, war sicherlich ein Privileg. Von Glück möchte ich nicht sprechen. Dafür war uns das Unglück, das Corona mit sich brachte, viel zu bewusst.
Einsam am Raudisandur
Dennoch: Auf Island, zu der Zeit fast frei von aktiven Fällen, war Corona praktisch kein Thema - und rückte auch für uns angenehm in den Hintergrund. Drei Wochen dauerte unsere Realitätsflucht. Es hätten auch sechs sein dürfen. Angebote wie "In einer Woche rund um Island" oder "Die Höhepunkte Islands in 9 Tagen" gibt es zuhauf. Natürlich ist das möglich. Aber sinnvoll? Eher nicht.
Die grandiose Natur, ihre Vielfalt zu entdecken und zu begreifen, kostet Zeit. Hinzu kommt der Faktor Wetter. 2019 hatten wir großes Glück und in den 15 Tagen fast durchgehend Sonne. So wolkenlos blau hat sich uns der Himmel diesmal kaum gezeigt. Immerhin blieb es oft genug so trocken, dass wir unserer Aktivitäten durchziehen konnten. Doch vor allem die erhoffte Mitternachtssonne ließ uns im Stich. Was schade war.
Mitternachtssonne am späten Abend am Jökulsarlon - so richtig will sie nicht.
Interessanterweise hatten wir oft gutes Wetter in den Bereichen der Insel, die wir noch nicht kannten (Hvitserkur, Latrabjarg, Westfjorde) und Regen an den Plätzen, die wir im Vorjahr wolkenfrei erlebt hatten (Myvatn, Snaefellsnes). Das war immerhin akzeptabel 😉 .
Hvitserkur bei Sonnenschein
Die Isländer hatten insgesamt einen harten Winter hinter sich mit viel Schnee und großer Kälte. Schotterpisten waren teilweise erst kurz vor unserem Abflug freigegeben worden. Der Sommer fiel dann alles in allem normal aus - anders als der Traumsommer 2019 mit Wärme und Sonne, den wir bei unserer Premiere erwischt hatten. Einige Wochen nach unserer Rückkehr 2020 gab es dann ein zweiwöchiges Hoch mit stahlblauem Himmel und Sonnenschein satt. Nur hatte sich da das Corona-Zeitfenster schon wieder geschlossen.
Grundsätzlich ist Island immer schön. Aber sobald die Sonne scheint, explodieren die Farben. Gerade dann ist der Suchtfaktor immens. Wir hatten im vorletzten Sommer zu viel davon und sind wohl abhängig fürs Leben.
Traumsommer auf Island 2019 - Sonne satt
Zu den Besonderheiten der zweiten Reise zählen unsere intensiven Begegnungen mit den Puffins. Wir wussten, wir würden sie in dieser Jahreszeit sehen. Ahnten aber nicht, an wie vielen Orten und wie zahlreich. Viele Stunden haben wir mit und bei ihnen verbracht; es war keine Minute zuviel.
Unverhoffte Begegnung: Polarfuchs in Mödrudalur
Über die Route hatte ich mir viele Gedanken gemacht. Viel im Netz gestöbert und gelesen. Das hat sich ausgezahlt. Die Strecken waren entspannt und die relativ großzügigen Zeitfenster haben uns die nötigen Puffer geboten, um überall bei akzeptablen Wetterbedingungen das zu unternehmen, was wir uns vorgenommen hatten. Noch immer gibt es in diesem kleinen Land wahnsinnig viel zu entdecken, die Wunschliste ist nicht kürzer, sondern eher länger geworden...
Thomas bei der Arbeit am Aldeyjarfoss
Was waren die Höhepunkte? Ehrlich gesagt alles. Island ist ein Gesamtkunstwerk von atemberaubender Schönheit.
Auch wir sind dem Charme der legendären Westfjorde erlegen, wo die Uhren spürbar anders ticken und der Massentourismus noch nicht gnadenlos zugeschlagen hat.
Ganz schön viel Wasser: Dynjandi im Herzen der Westfjorde
Doch das Hochland, die Südküste, die zauberhafte Halbinsel Snaefellsnes - all das hat seinen eigenen Reiz. Die wohl größte Überraschung waren die stillen Ostfjorde mit ihrer wilden, ungezähmten Natur; vielleicht einer der letzten Geheimtipps der Insel, die schwer damit zu kämpfen hat, dass ihr die vielen einzigartigen Naturwunder nicht zum Verhängnis werden. Corona hat der Landschaft eine Atempause verschafft, die sie wohl dringend benötigt. Die Spuren des Massentourismus sind dennoch unübersehbar, auch in einem zwangsläufig viel ruhigerem Reisejahr.
Landmannalaugar im Hochland
Diamond Beach
Haifoss
Unser Toyota RAV4 war der perfekte Wegbegleiter und wir haben es genossen, auch abseits der makellosen Asphaltstraßen unterwegs zu sein. Die Folgen sind einigermaßen fatal, denn nun sind wir für alles andere verdorben. Dumm nur, dass gerade das Auto in einem der teuersten Reiseländer der Erde finanziell extrem ins Kontor schlägt. Da müssen wir nun durch, auch bei einer dritten Island-Reise.
Unterwegs in den Westfjorden
Mit Island geht es uns wie mit Afrika: Je öfter wir dort waren, desto häufiger wollen wir hin. Und so werden hoffentlich noch viele Reisen auf die Insel aus Feuer und Eis folgen. In Kombination mit Färöer, mit weiteren Touren ins einsame Hochland, mit Neuentdeckungen und Wiederholungen. Zu anderen Jahreszeiten mit anderen Möglichkeiten. Mitternachtssonne, Nordlichter und Eishöhlen, da geht noch einiges.
Unterwegs im Hochland
Schreit nach einer Wiederholung: Pakgil
Mein Traum wäre eine Reise der Nase nach. Den Wetterbericht checken und los. Der Sonne hinterher, zumindest dem Licht. Als Nicht-Camper und in der Hauptreisezeit leider ein aussichtsloses Unterfangen.
Vor allem aber träume ich von einer Zeit ohne Corona. Vom Reisen überhaupt. Von Freiheit und sorglosen Plänen. Namibia und Südafrika sind gebucht, beides schieben wir vor uns her. Noch keine Lücke gefunden, die der Job verträgt. Es gibt Schlimmeres. Natürlich. Aber schön ist auch anders.
Ich hoffe, dass sich die Dinge bald zum Guten wenden. Der Stillstand aufhört, die Welt sich weiterdreht, uns offensteht. Es nicht eine Laune des Schicksals ist oder besonderem Wagemut geschuldet, dass eine Reise stattfindet. Die Neiddebatte endet und auch die um die Moral. Auf Island war die Welt in Ordnung, Corona kein Thema. Für eine kurze Zeit. Eine Wohltat!
Normalität. Alltag. Gesundheit. Und Reisen; nach Island, nach Afrika, nach Frankreich oder auch nur zwei Haustüren weiter. Zur Party von Freunden, zu einem Forumstreffen. Das wünsche ich mir. Und euch.
SISilvy298 Beiträge · seit 200701. Feb. 2021 · #140
Hallo Beate,
was für grandiose Fotos!! Ihr seid natürlich richtige Profis. Danke auch für deinen tollen Bericht, den ich in dieser reiselosen Zeit sehr gerne gelesen habe und der mich wieder mal von Island träumen lies.
Ich habe daraufhin mein Fotobuch von Island angeschaut....na ja, ich knipse eben nur, das kann man nicht mit euren Fotos vergleichen. Wir waren mit einer organisierten Wanderreise in Island und haben dadurch auch einige Stellen erwandert, wo eben keine Touristenbusse hinkommen können - es war einfach traumhaft schön. Wir hatten noch eine Woche Ostgrönland angehängt, auch zum Wandern und einmalige Landschaft. Seitdem will ich unbedingt nochmal hin, denn die Puffins haben wir um einige Tage versäumt. Sie waren gerade weggeflogen, keine Ahnung wohin??