BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201626. Feb. 2020 · #101
Didi on Tour schrieb:Hallo Bettina,
whow - ein traumhafter Bericht mit 1a Fotos genau nach meinem Geschmack - das steigert meine Vorfreude auf unsere Reise in diesem Jahr, die auch mit der Immanuel Wilderness Lodge beginnt und Richtung Caprivi geht. Bin gerne dabei und freue mich auf die nächsten Tage!
Vielen Dank, Didi! Ich freue mich, dass du aufgesprungen bist. Geht auch direkt weiter jetzt 🙂
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201626. Feb. 2020 · #102
Du hast den Farbfilm vergessen...
Wir haben ein Faible für den Etosha-Nationalpark. Zweimal waren wir schon hier und kennen uns immerhin ein bisschen aus. Nun folgt der dritte Streich. Ich mag die Landschaft, die weiß leuchtende Pfanne, vor allem aber war der Park für uns bislang ein Garant für tolle Tierbeobachtungen.
Die rund 350 Kilometer von der Grootberg Lodge zum Andersson Gate sind keine Herausforderung, wir haben uns gegen eine rumplige Fahrt vom Galton Gate zum Okaukuejo Restcamp entschieden, dessen Standort einst Okakwiya hieß: "die Frau, die jedes Jahr ein Kind gebärt". Was in meinem Fall glücklicherweise auch nicht nur ansatzweise zutrifft.
Der weiße Staub im Park ist legendär und kein unvertrautes Bild. Aber diesmal sind wir platt. Trotz aller Vorwarnungen und Bilder, die wir von der Dürre gesehen haben. "Du hast den Farbfilm vergessen, nun glaubt uns kein Mensch, wie schön's hier war, ha-ha, ha-ha" - mir geht's wie weiland Nina Hagen. Und wo ist eigentlich Scotty, wenn man ihn braucht? There's no life on this planet! Denke ich, doch das Gefühl trügt - ein Glück!
Farbtupfer mit Seltenheitswert
Die Elefanten, obwohl nur wenige Meter von uns entfernt, übersehe ich diesem Grau in Grau um ein Haar. Sie sind ein Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten wird. Elefanten noch und nöcher.
Immer schön dran bleiben!
Zur tristen Landschaft gesellt sich tristes Wetter. Es braut sich was zusammen, die Wolken hängen tief. In Hamburg würde ich die Beine in die Hand nehmen. Doch hier passiert nichts, und die Einheimischen winken ab. Alles leere Versprechen, seit Wochen geht es so. Ich verstehe ihren Frust. So ein blödes Wetter, erst sagen und dann nicht machen; das kann ich überhaupt nicht leiden.
Zweimal haben wir im Bush Chalet gewohnt, diesmal ziehen wir ins Waterhole Chalet. Klingt fancy, ist es aber nicht. Ja, es liegt nah beim Wasserloch, doch auch nicht viel näher als unser Bush Chalet 2015. Das war dafür deutlich größer mit noch einem Extraraum und einer kleinen Küchenzeile. Größtes Manko sind die Untermieter. Heerscharen von Mücken - die einzigen der gesamten Reise - belagern unser Quartier. Hinter unserem Häuschen ist ein Kanaldeckel zerbrochen, wohl die Brutstätte der fiesen Viecher, die durch unser geöffnetes Badezimmer hineingelangt sind. Fortan lüften wir nach vorne und werden zu Serienkillern. Wat mutt, dat mutt...
Der erste Gang zum Wasserloch versöhnt, eine große Gruppe Elefanten biegt ums Eck. Ein toller Auftakt mit viel Geplantsche und auch einigem Nachwuchs.
Als die Herde schließlich weiterzieht, verliert eins der Elefantenkinder die Orientierung. Rennt erst der einen vermeintlichen Mutter hinterher,...
...bemerkt dann seinen Irrtum...
...und sprintet mit wehenden Ohren zurück zur echten Mama.
Es ist heiß, als wir am Nachmittag einen ersten kleinen Gamedrive rund um Okaukuejo starten.
Bei Nebrownii, immer eine gute Adresse für Löwen, schnarcht ein Prachtexemplar im spärlichen Schatten eines schütteren Baumes. Wir fahren weiter. Später kehrt die Sonne zurück, und wir auch. Zur rechten Zeit, denn der Löwe rafft sich auf, ...
...schaut beim Wasserloch kurz nach dem Rechten und verschwindet schließlich in der Ferne.
Kurz vor Toreschluss sind wir zurück im Camp. Im Restaurant herrscht Ausnahmezustand. Die Bedienung ist heillos überlastet und genervt, das Essen gehaltlos und fade. Bei unseren vorangegangenen Besuchen rangierte es unter "okay". Doch diesmal sind wir raus und werden uns am nächsten Abend anders behelfen.
Das Wasserloch führt uns allerdings einmal mehr eindrücklich vor Augen, was wir an Okaukuejo schätzen.
Wieder gibt's Elefantenbesuch, eine richtig große Gruppe mit echten Entertainment-Qualitäten.
Wir erleben schöne, ruhige Stunden, was tatsächlich eine besondere Erwähnung wert ist: Alle Anwesenden sind konsequent still. Das haben wir hier auch schon anders erlebt.
Screenshot aus einem Filmchen, das später noch folgt
Den Elefanten folgen die Spitzmäuler, und wie immer können wir uns nur schwer trennen. Doch die Schonzeit ist vorbei, am nächsten Morgen geht es wieder früh raus. Gegen 22 Uhr reißen wir uns los, entledigen uns der restlichen Mücken und schlafen dann beide schnell ein. Ich bin im Safarimodus - dann gelingt das sogar mir.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201126. Feb. 2020 · #103
Liebe Betti,
vielen Dank für das tolle Kapitel von der Grootberg Lodge. Der Hauch von grün im Thal und den Baobab mit Belaubung im Vordergrund ist wunderschön. Das hatten wir im August nicht, waren trotzdem total begeistert.
Und dann Etoscha. Ich habe nach dem letzten Mal, als wir wahrscheinlich das übelste Zimmer im ganzen Camp bekommen haben, geschworen, dass ich nur außerhalb übernachte. Jetzt sind aber ein paar Tage vergangen, Zeit heilt bekanntlich die Wunden und wir haben wieder ein Bush-Chalet gebucht 🤩 . Ich bin gespannt!
Tolle Fotos wie immer und die Eli-Strecke ist ganz ganz schön. Der Kleine mit den Flatterohren ist zum knuddeln. Ich gehe jetzt die Elefantenfilme von Zorilla-Film auf NDR schauen.
jaffles1'312 Beiträge · seit 200626. Feb. 2020 · #104
Hi Bettina,
irgendwann einmal möchte ich auch wieder in die Etosha. Da braucht es aber noch etwas Überzeugungsarbeit 😗 . Die Elefantenkinder sind ja allerliebst 😘 und der Löwe ein Prachtstück - klasse!!!
Freue mich auf die Fortsetzung, liebe Grüße Claudia
Old Women1'543 Beiträge · seit 201327. Feb. 2020 · #105
Hallo Bettina, seit in paar Stunden sind wir wieder in heimischen Gefilden, und ich kann das Wetter hier so gar nicht leiden 🤢 . In Patagonien hatten wir bestes Wetter, strahlenden Sonnenschein, oft um die 20-25 Grad und daher natürlich auch viel staubige Pad, die wir allerdings sehr mögen, frag mich nicht warum 😕 , ist einfach so und wird hier vielen Usern so gehen. Um nicht sofort wieder "Schietwetterblues" zu bekommen habe ich mir eine Dröhnung "Beatnicks Best" verordnet. Da geht es mir gleich besser 😗 ! Koffer kann ich auch noch Morgen auspacken, und so habe ich alles in einem Rutsch gelesen. Ach, wunderschön, und jetzt geht es auch noch in den Etosha, den ich sehr, sehr mag. Tiere fotografieren zu können, das hat mir in meinem Urlaub gefehlt und daher: nur her damit, Bettina, mit den genialen Fotos der Tiere Afrikas. Hach, ich könnte schon wieder los. Lieben Dank, Bettina und Thomas für diesen Reisebericht. Ab sofort bin ich wieder "live" dabei!
franzicke2'085 Beiträge · seit 201227. Feb. 2020 · #106
Moin Betti, da wär mir doch tatsächlich euer Auftakt im Etosha durchgegangen - zum Glück noch gefunden bevor es gleich wieder nine-to-seven heißt 🤪 Ich bin beim Etosha ja immer ein bisschen hin&her, aber Namibia so ganz ohne geht eben auch nicht - und schon euer Appetizer hat mich überzeugt: ein paar Tage für Nach-Kaoko ist die richtige Entscheidung! (wunderbare Elefantenkinder-Bilder 😘 ) Schnelle Grüße Ingrid
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201627. Feb. 2020 · #107
Hallo ihr Lieben,
Guggu schrieb:Ich habe nach dem letzten Mal, als wir wahrscheinlich das übelste Zimmer im ganzen Camp bekommen haben, geschworen, dass ich nur außerhalb übernachte. Jetzt sind aber ein paar Tage vergangen, Zeit heilt bekanntlich die Wunden und wir haben wieder ein Bush-Chalet gebucht 🤩 . Ich bin gespannt!
Ich auch! Ich fand die Bush-Chalets beide Male gut. Das am Waterhole jetzt eher nicht so... Mal sehen, was du so an Informationen mitbringst... 🙂
jaffles schrieb:irgendwann einmal möchte ich auch wieder in die Etosha. Da braucht es aber noch etwas Überzeugungsarbeit 😗 .
Aha. Wink verstanden. Ich versuch mal, aber ich verspreche nix... 😎
Old Women schrieb:seit in paar Stunden sind wir wieder in heimischen Gefilden, und ich kann das Wetter hier so gar nicht leiden 🤢 . In Patagonien hatten wir bestes Wetter, strahlenden Sonnenschein, oft um die 20-25 Grad und daher natürlich auch viel staubige Pad, die wir allerdings sehr mögen
Ahhhh, da seid ihr wieder! Welcome back! Ich hatte mich schon gefragt, na, so langsam muss es mal so weit sein. Hui tolles Wetter, sehr gut und nicht selbstverständlich. Ich bin so neugierig, wie's euch gefallen hat, es klingt Begeisterung durch, das freut mich sehr 🙂 Schreibst du bei Gelegenheit einen RB? Eine PN? Na, kommt erstmal in Ruhe wieder an!
Old Women schrieb:Um nicht sofort wieder "Schietwetterblues" zu bekommen habe ich mir eine Dröhnung "Beatnicks Best" verordnet. Ab sofort bin ich wieder "live" dabei!
Sehr gut, ich freu mich! 🤪
franzicke schrieb:Ich bin beim Etosha ja immer ein bisschen hin&her
Warum denn nur??
franzicke schrieb:ein paar Tage für Nach-Kaoko ist die richtige Entscheidung!
Yo, ich denk schon. Schön viele Tiere gucken und deine Löwen kriegste da ja auch 😎
Viele liebe Grüße an alle Mitfahrenden, Mitlesenden und Kommentierer, morgen geht es weiter. Bettina
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201628. Feb. 2020 · #108
Sandsturm
Noch nie hat es uns im Etosha weiter westlich als bis kurz hinter Okondeka verschlagen. Irgendwie sind wir immer vorher irgendwo hängengeblieben. Diesmal wollen wir es unbedingt einmal bis Ozonjuitji m’Bari schaffen, dem Wasserloch mit dem unaussprechlichen Namen, von dem wir viel Gutes gehört und gelesen haben.
Unser erster Weg führt allerdings pünktlich mit Toröffnung (die Zeiten variieren während unseres Aufenthalts an den unterschiedlichen Punkten im Park) erst einmal in Richtung Nebrownii.
An der Strecke führt noch weit vor dem Wasserloch auf der linken Seite ein holpriger kleiner Weg in Richtung Pfanne, der uns bislang unbekannt war und auch nicht beschildert ist. Niemals wären wir darauf gekommen, dort hineinzufahren, doch wir haben beim Abendessen von anderen Gästen einen Tipp erhalten: Bei einem geführten Gamedrive haben sie dort ein schlafendes Rudel Löwen entdeckt. Immerhin dafür war der Besuch im Katastrophen-Restaurant gut...
Das Rudel hat in der Nacht zugeschlagen und weil es ziemlich groß ist, von dem Riss auch schon nicht mehr viel übrig gelassen. Außer uns ist nur ein anderes Auto da, der Weg liegt nicht auf den gängigen Gamedrive-Routen und noch hat sich die Sichtung nicht herumgesprochen.
Langsam setzt sich die Sonne durch und es wird wärmer, wir beobachten die Löwen bei ihrem makabren Frühstück, genießen die Ruhe und die Savannen-Stimmung, die wir so sehr lieben. Ich vermute, es ist das Okondeka-Rudel, bei unserem nächsten Halt Okondeka jedenfalls ist bis auf spärliches Restwasser weit und breit nichts zu sehen.
Rund 50 Kilometer sind es von Okaukuejo zum abgelegenen Ozonjuitji m’Bari. Die Landschaft ist karg und einsam, kein Auto begegnet uns.
Wir orakeln, ob sich diese Wüste wohl jemals wieder von der Dürre erholen kann (sie kann, wie wir ja mittlerweile zum Glück wissen 🙂 ).
Dann schließlich das: Auf einer weiten, sandigen Ebene, mitten im Nichts, wimmelt es von Tieren.
Hunderte von Huftieren ziehen einträchtig in langen Karawanen am Parkplatz vorbei zum Wasserloch. Eine idyllische, aber auch unwirkliche Szenerie, als würde immer derselbe Film in Endlos-Schleife ablaufen.
Nur die schreckhaften Zebras durchbrechen von Zeit zu Zeit die Harmonie und die sanfte Stille. Doch schnell hat sich wieder alles sortiert und der Film beginnt von vorn.
Dann ein Sandsturm. Plötzlich und heftig. Das Autoinnere - zum Glück nicht auch die Karosserie - erhält ein Facelifting. Wir auch. Alles grau gepudert. Draußen verstärkt sich die ohnehin bizarre Atmosphäre - es ist geradezu gespenstisch!
Nach rund eineinhalb Stunden verlassen wir den fremden Planeten und kehren voller Eindrücke in gewohnte Sphären zurück.
Das Flair dieses Wasserlochs ist speziell und war uns den weiten Weg wert, doch es hat Spuren hinterlassen: Die Mittagspause verbringen wir mit der intensiven Reinigung unserer Kameras.
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201428. Feb. 2020 · #109
Hallo Bettina & Thomas,
wenn Etosha nicht schon mein Lieblingspark wäre - spätestens nach diesen Sehnsuchtsbildern wäre er es! Vielen Dank, dass ich mit euch - zumindest virtuell - wieder dort sein kann.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201228. Feb. 2020 · #110
Hallo ihr beiden, ja - das Wasserloch mit dem unaussprechlichen Namen ist wirklich ein Fleckchen wie aus einer anderen Welt, ein magischer Platz. Wunderbar habt ihr die Stimmung eingefangen! Und bei mir kommen natürlich gleich ganz spezielle Erinnerungen hoch - nie nie wieder bleibe ich mit "anem Licht" an einem Wasserloch stehen! Und natürlich zieht es mich auch schon wieder hin ... Schönes Wochenende, liebe Grüße Ingrid & der Ranger
Netti59847 Beiträge · seit 201529. Feb. 2020 · #111
Guten Morgen liebe Bettina, in Okaukuejo blutete beim Anblick der vielen Elefanten mein Herzchen. Ach, jeder der dort schon einmal war wird mich verstehen. Ein magischer Ort. Aber jetzt - so schön das ihr es bis Ozonjuitji m’Bari geschafft habt und ein genauso schönes Erlebnis hattet, wie wir im August. Das bleibt auf immer im Herzen. Ich würde sagen, zusammen mit den Löwen und den tollen Vögeln ein perfekter Vormittag 🙂
Deine Überschrift von gestern trifft es voll - der Farbfilm wurde definitiv vergessen. Davon hören ist eine Sache, aber selber sehen ....
Freu mich auf den Nachmittag - wieder Elefanten? 😉 😉 LG von der Netti
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201601. März 2020 · #112
Guten Morgen ihr Lieben,
Daxiang schrieb:wenn Etosha nicht schon mein Lieblingspark wäre - spätestens nach diesen Sehnsuchtsbildern wäre er es! Vielen Dank, dass ich mit euch - zumindest virtuell - wieder dort sein kann.
sehr gerne, Konni, ich beame mich bei dem Hamburger Dauerregen in den vergangenen Wochen gedanklich auch dorthin zurück, ist einfach immer wieder schön. Wobei, dort regnet es ja auch - zum Glück. 🤪 Schön, dass du weiterhin so eine verlässliche Reisegefährtin bist und liebe Grüße an Silke und eure Vierbeiner-Bande.
franzicke schrieb:Und bei mir kommen natürlich gleich ganz spezielle Erinnerungen hoch - nie nie wieder bleibe ich mit "anem Licht" an einem Wasserloch stehen!
Jaja, da war doch was 😉 Das mit dem Licht ist uns übrigens auch ein paarmal passiert, aber unfreiwillig. Einfach aus die Karre und nicht dran gedacht 🙄 Ist immer gut gegangen, aber ich musste jedes Mal an euch denken...
Netti59 schrieb:in Okaukuejo blutete beim Anblick der vielen Elefanten mein Herzchen. Ein magischer Ort.
Das finde ich auch, Netti. Für mich alternativlos, dort zu übernachten.
Netti59 schrieb:Deine Überschrift von gestern trifft es voll - der Farbfilm wurde definitiv vergessen. Davon hören ist eine Sache, aber selber sehen ....
Absolut, aber ein Glück, dass das nunmehr Geschichte ist. Wir haben seinerzeit den Regen gebracht 😉 (späteres Kapitel)
Ich wünsch euch einen schönen Sonntag, morgen geht es hier weiter! Liebe Grüße, Bettina
regsal423 Beiträge · seit 201301. März 2020 · #113
Liebe Bettina,
Das Wasserloch Ozonjuitji m‘Bari ist unser Lieblingswasserloch. 🙂 wir haben dort jedesmal Unmengen von Tieren beobachten können. Einmal haben wir sogar 2 Löwen beobachtet, wie sie ein Oryx angegriffen haben und ihn gequält haben bis zum bitteren Ende...., bei unsere letzten Reise im November, kamen noch 4 Elefanten und 2 Hornträger dazu. Wir sind ewig dort geblieben und haben die Zeit ganz vergessen. 😉 Vielen Dank für die schönen Bilder! Liebe Grüsse Regina
Reiseberichte:
2015 - von Kapstadt nach Windhoek durch den KTP
2017 - der Leopard kommt nur am Sonntag...
2019 - Namibia Nov.2019 - auf der Suche der Lone Men
2021 - vom Winde verweht - Skeleton Coast Campingtour
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201602. März 2020 · #114
regsal schrieb:Das Wasserloch Ozonjuitji m‘Bari ist unser Lieblingswasserloch. 🙂 wir haben dort jedesmal Unmengen von Tieren beobachten können. Einmal haben wir sogar 2 Löwen beobachtet, wie sie ein Oryx angegriffen haben und ihn gequält haben bis zum bitteren Ende...., bei unsere letzten Reise im November, kamen noch 4 Elefanten und 2 Hornträger dazu. Wir sind ewig dort geblieben und haben die Zeit ganz vergessen. 😉
Verständlich, Regina, wir kehren sicherlich auch wieder dorthin zurück. Ein Kill ist natürlich schon sehr speziell und ein Riesenglücksfall, aber das Wasserloch scheint ein guter Garant für eine Vielzahl von Sichtungen unterschiedlichster Art zu sein. So, geht gleich weiter hier 🙂
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201602. März 2020 · #115
Sturköpfe
Ich verfüge leider über eine ganze Reihe schlechter Eigenschaften. Sie alle zu benennen, führt sicher zu weit. Habe ich mir einmal ein Urteil gebildet, bin ich schwer umzustimmen. Meinungsstark, könnte man im besten Fall sagen. Halsstarrig, lautet wohl die Alternative. Klingt nicht so toll. Kommt der Wahrheit aber mindestens genauso nah. An diesem Nachmittag lasse ich mich allerdings eines Besseren belehren. Was selten genug geschieht.
Wir starten die zweite Hälfte des Tages mit einem Rundgang übers Campgelände. Bei unseren ersten beiden Besuchen in Okaukuejo war die Suche nach Vögeln sehr ergiebig, doch diesmal ist die Ausbeute bescheiden.
Wäre ich ein Vogel, ich würde auch vor der Trockenheit fliehen. Andere haben die Möglichkeit nicht, wie diese beiden Oryxe, die ihre recht mageren Körper im Wasserloch kühlen.
Hinter dem Tor führt unser erster Weg zu den Löwen, die wir am Morgen in der kleinen Straße in Richtung Pfanne gefunden haben. Sie sind noch da, aber in den spärlichen Schatten geflohen. Nur eine einzelne Löwin wacht in der Hitze des Tages eifersüchtig über die kümmerlichen Reste des Risses.
Ihre Artgenossen rühren sich wenig, und wenn, geht das auch noch ins Auge: Eins der Tiere tritt sich einen langen Dorn in die Pfote. Autsch, das tut schon beim Zuschauen weh!
Die Sichtung ist längst kein Geheimtipp mehr und durch die Nähe zum Camp auch für viele andere der erste Anlaufpunkt. Wir haben keinen schlechten Platz, doch Atmosphäre wie Action waren am Morgen besser. Als dann noch ein dicker Safari-Truck auf dem für seine Ausmaße viel zu schmalen Weg rangiert, treten wir den Rückzug an.
Ich hege eine ausgesprochene Abneigung gegen diese lauten, staubaufwirbelnden Ungetüme, die ich mit einem Gefängnistransport assoziiere. Kaum kommt der Koloss schnaufend zum Stehen, schieben sich die Kameras durch die winzigen Luken, die wohl eigentlich Fenster sein sollen. Nein, ich kann sie nicht leiden, diese Dinger, die zum Glück eher selten unsere Wege kreuzen. Das steht fest und daran ist auch nicht zu rütteln.
Bei Nebrownii ist es herrlich ruhig. Allerdings auch, was Tiere angeht 🙁 . Der Monstertruck kommt angefahren, nix zu sehen, schon sind sie weg und wir wieder allein. Wir überlegen, wohin jetzt, da registriere ich in der Ferne einen Fleck. Er ist dick, bewegt sich und läuft schließlich an unserem Auto vorbei ins Erdgeschoss der Nebrownii-Wellness-Oase.
Dem Peeling folgt ein Drink oben an der Bar, mit Blick auf das wohl knackigste Hinterteil, das sich mir je präsentiert hat (sorry, Thomas B)).
Wir steuern Gemsbokvlakte an, ...
... unterwegs begegnen wir endlich Vögeln und natürlich dem Monstertruck, der uns fast zu verfolgen scheint. Er rollt in Richtung Olifantsbad, wir nicht, uns wird die Zeit zu knapp.
Wir sind außerdem beschäftigt: Wieder stehen wir allein am Wasserloch, wieder erscheint ein Fleck am Horizont; das nächste Spitzmaul, deutlich magerer als sein Artgenosse zuvor in Nebrownii, aber wieder so schön!
Zufrieden kehren wir um, voller Eindrücke und mit ausreichend Zeit. Denken wir. Doch dann ist Sense. Ich habe oft davon gehört, jetzt stecken wir mittendrin: Ein Elefant blockiert die Straße und in wenigen Minuten ist in Okaukuejo Toreschluss - was nun? Im Auto vor uns herrscht Ratlosigkeit, bei uns auch. Thomas guckt nervös auf die Uhr und dann auf mich, doch es nutzt nichts: rien ne va plus! Eine große Elefantengruppe hat mittlerweile die Straße überquert und ist weitergezogen, der Riese hat seine Aufgabe mit Bravour erfüllt. Doch er macht keine Anstalten, das Feld zu räumen. Keine Ahnung, warum. Wahrscheinlich, weil er es kann. Ein sturer Hund, dieser Elefant - er ist mir irgendwie sympathisch.
Weitere Wagen sind mittlerweile hinter uns und wir damit immerhin nicht allein mit der Misere. Innerlich arbeite ich bereits an meiner (Aus-)Rede zur Verspätung am Tor. Dann ein vertraut unangenehmes Brummen: Die "Knackis" kommen! Checken kurz die Lage, überholen uns und setzen sich an die Spitze der Bewegung. Der Truck rollt vor und zurück, es geht Gigant gegen Gigant, doch der Elefant bleibt cool: Du kannst nicht vorbei!
Der Fahrer lässt den Motor aufheulen. Ein tiefer, bedrohlicher Ton, und er wirkt - kurz, aber immerhin lang genug. Der Elefant dreht widerwillig ab, der Truck fährt los und Thomas bellt: "Bleib dran!" Lasse ich mir nicht zweimal sagen und klemme mich an die Stoßstange meines Vordermannes. Wir schaffen es gerade noch, hinter unserer kleinen Karawane schließt das Tor. Ich bin erleichtert und dankbar. Wer hat eigentlich jemals etwas gegen Monstertrucks gesagt? Ich jedenfalls bin Fan. Naja, zumindest für ein paar Stunden 😉
Wir boykottieren das Chaos-Restaurant und behelfen uns mit Stullen und Knabbereien aus dem campeigenen Shop. Chips zum Abendbrot, ich könnte mich glatt dran gewöhnen. Am Wasserloch schmeckt sowieso alles dreimal so gut.
Den Schlusspunkt setzen - wie könnte es anders sein - mehr Spitzmäuler.
Mein Liebling ist an diesem Tag nicht nur der dicke Laster, sondern auch ein Spitzmaul, das neugierig bis zum Zaun tapert, der Camp und Wasserloch voneinander trennt. Man könnte eine Stecknadel fallen hören, als das Tier minutenlang direkt vor uns verharrt. So stark, so verletzlich, so kostbar. Uns geht es wie wohl allen in diesem besonderen Moment: Was den Schutz dieser Tiere betrifft, können wir nicht halsstarrig genug sein.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201302. März 2020 · #117
Hallo Betti,
Dem Peeling folgt ein Drink oben an der Bar, mit Blick auf das wohl knackigste Hinterteil, das sich mir je präsentiert hat (sorry, Thomas B)).
Da musste ich jetzt herzhaft lachen, Bettina. Wunderbar frech geschrieben 🤩 , genau so mag ich es. Die Tierfotos, eins schöner als das andere, geben einen guten Überblick über diesen Nachmittag im Etosha Nationalpark. Love it!!! 😘 Mein Bild des Tages ist die abendliche Stimmung am Wasserloch von Okaukuejo. Spätestens jetzt will jeder, der noch nicht in Afrika war, genau diesen Anblick haben, den ihr dort gehabt habt. Ich habe auch Dutzende von diesen Fotos, jedoch nicht annähernd so schön getroffen, wie Thomas es geschafft hat, und dabei ist es doch eigentlich ganz einfach, denn die Sonnenuntergänge dort sind einfach wunderschön, und wenn sich dann später noch die Nashörner im Wasser spiegeln.......Ich darf da gar nicht weiter drüber nachdenken 😐 .
DAdakdak33 Beiträge · seit 201802. März 2020 · #118
Text, Fotos, Video – ganz großes Kino!
Gruß Bea
casimodo4'528 Beiträge · seit 200702. März 2020 · #119
Mein Liebling ist an diesem Tag nicht nur der dicke Laster, sondern auch ein Spitzmaul, das neugierig bis zum Zaun tapert, der Camp und Wasserloch voneinander trennt. Man könnte eine Stecknadel fallen hören, als das Tier minutenlang direkt vor uns verharrt. So stark, so verletzlich, so kostbar. Uns geht es wie wohl allen in diesem besonderen Moment: Was den Schutz dieser Tiere betrifft, können wir nicht halsstarrig genug sein.
Schluck, Seufz
Ich glaube, ich muss einfach jetzt bald nach Afrika 😕 Und Euer Bericht macht es nicht besser 😘
Oh wie schön ist Afrika !!!!!!! Lese schon die ganze Zeit begeistert mit und freue mich immer mehr auf unsere Reise im April. Spitzkoppe und Etosha haben wir auch wieder auf dem Plan - dazwischen das Kaokoveld . Ich hoffe nur , daß alles befahrbar ist und der blöde Coronavirus nicht alles über den Haufen schmeißt . Mir schweben schon bestimmte Bilder im Kopf , die ich machen möchte - aber die werden nie so grandios werden wie eure Fotos - man kann ja fast neidisch werden . Auch dein Schreibstil ist sehr schön zu lesen . Danke und schnell weiterschreiben . LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
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