MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201308. Dez. 2019 · #1
...ein Kurzbericht über vier Wochen durch das Land
Hallo Fomis,
was gibt es Schöneres als an so einem usseligen Tag -zumindest virtuell- ins südliche Afrika zu reisen. Wenn es euch auch so geht, dann kommt mit nach Sambia.
Vor ein paar Jahren haben wir unseren Mietwagen nach einer Zimbabwetour in Lusaka abgegeben. Der Grenzübergang seinerzeit bei Chirundu als auch Chirundu selbst sowie die Fahrt nach/durch Lusaka haben nicht dazu beigetragen, dass Sambia eines unserer Traumziele wurde. Das kam erst danach…jaja, wenn man zu viele Reiseberichte liest.
Unsere Lieblingsreisezeit ist Oktober/ November. Einerseits eher suboptimal, weil es die heisseste und trockenste Zeit ist, andererseits ideal, weil dann die größte Säugetiermigration der Welt im Gange ist – 10 Millionen Flughunde in Kasanka!
Start der Tour war aus verschiedensten Gründen in Johannesburg. Daraus ergab sich eine „Einweg“-Tour durch Botswana, den Kafue, Süd- und Nordluangwa, Kapishya Hotsprings und Kasanka bis nach Lusaka. Immerhin hatten wir dafür gut vier Wochen Zeit.
Nach einem Tagflug – ging leider nicht anders- kamen wir erst spät abends in Johannesburg- an. Wir übernachten in der Nähe des Flughafens in der President Lodge, die uns sehr gut gefiel. Der Flug an sich war gefühlt anstrengender als in der Nacht. Aber im Nachhinein war es doch irgendwie entspannender am nächsten Tag völlig ausgeruht zu starten.
Für den Weg nach Norden haben wir uns Zeit gelassen und diverse Übernachtungsstops eingelegt. Dabei waren Ziele, die wir schon kannten und gerne nochmal aufsuchen wollten wie Matamba, Kukonje und Senyati. Neu für uns war das Woodlands. Die Stellplätze liegen eng nebeneinander und es war zudem recht voll. Für einen stopover war es allerdings völlig in Ordnung. Zudem entdeckten wir am nächsten Morgen doch einiges an Vögelein.
Prachtfinkenparade im Woodlands Buntastrild, Mosambikgirlitz und Gelbbauchammer
Hallo Mabe, schön, daß Du auf diese Weise von Dir hören läßt. Da ich sicherlich in diesem Leben nicht mehr nach Sambia kommen werde, laße ich es mit Deinem Bericht gemütlich angehen! Liebe Grüße Friederike
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200608. Dez. 2019 · #4
Hallo Mabe,
bei einer Fahrt durch Sambia sind wir auch dabei und sind gespannt, was ihr dort erlebt und gesehen habt. Vögel waren offensichtlich schon einige schöne dabei.
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201308. Dez. 2019 · #5
Wie schön, ein paar Interessenten gibt es doch. Dann will ich mal zusehen, dass wir heute wenigstens noch bis Sambia kommen.
Und ja, Vögelein gab es tatsächlich. Und ein paar wirklich Hübsche!
Es war Vollmond, was hier natürlich besonders gut zur Geltung kommt. Mondaufgang und Sonnenuntergang fielen jedoch zeitlich zusammen. Dabei noch Fotos machen und den Sundowner einnehmen liess schon fast Stress aufkommen…
Die Vollmondnacht war einfach unglaublich und richtig unwirklich hell!
Bei Matamba hatten wir noch frische 10 Grad in der Nacht. Jetzt weiter im Norden wurde es zunehmend wärmer. Kukonje verwöhnte uns bereits mit 38 Grad (tagsüber), wobei es nachts noch halbwegs erträglich abkühlte.
Außer uns schien nur noch ein Camper in dieser tollen Einöde zu verweilen.
Auch Senyati ist uns gut bekannt und immer wieder schön. Eine nette Campsite mit eigenem „Häuschen“, der Pool scheint neu und das Highlight ist natürlich das gut besuchte Wasserloch.
Die Perspektive aus dem Bunker ist einzigartig
Von Senyati ist bewusst nur eine kurze Etappe vorgesehen, steht doch die Grenzüberquerung nach Sambia an. Der Übergang bei Kazanguela ist legendär für sein Chaos und seine Undurchsichtigkeit. Wir fühlen uns dank der zahlreichen Berichte auch hier im Forum gut vorbereitet. Die Anfahrt zur Grenze ist derzeit Großbaustelle. Die Brücke sollte ja eigentlich schon fertig sein, aber das scheint noch zu dauern…
Wir wurden frühzeitig von diversen Schleppern empfangen und entscheiden uns nach kurzer Preisverhandlung doch den Service von zwei ordentlich gekleideten Herrn im blauen Hemd anzunehmen. Die beiden schleusen uns durch das Gewusel, setzen uns in die richtigen Büros, lotsen das Auto an die passende Stelle und machen das gut. Am Ende gibt es noch kurze Nachverhandlungen über den Wechselkurs, den „Beitrag“ für den seltsamen Interpol-Officer und einen überhöhten Versicherungsbeitrag. Am Ende sind wir nach rekordverdächtigen 1:45 Std. durch und alle Beteiligten zufrieden.
Am ersten Schalter, der sambesischen Immigration, hing übrigens eine Übersicht mit den aktuellen Preisen. Die freundliche Dame hinter dem Glas macht uns extra darauf aufmerksam- wie nett! Das schützt vor allzu großer Abzocke.
Achtung, alle Papiere genau prüfen. Wir waren plötzlich aus Honduras und geschäftlich unterwegs…
Kaum hat man den Grenzbereich verlassen gibt es eine große Tafel an der Strasse, wo sinngemäß draufsteht: Herzlich Willkommen in Sambia, für ein korruptionsfreies Land… Für die Grenze selbst gilt das also noch nicht
Auf dem Weg durch Livingstone haben wir bei Heartland´s Best top Fleisch und noch eine originale Salami aus den Abruzzen erstanden, die uns lange Freude bereitet hat (echt lecker!).
Da Sambia auch noch auf meiner ToDo-Liste steht bin ich natürlich auch dabei! Einmal war ich ja schon an den Vicfalls, darum kenn ich jene Grenze ebenfalls. Aber die ist auch nicht schlimmer als andere Grenzen die ich in Afrika schon überquert habe (Ruanda-Uganda, Ruanda-DR Congo und zurück sowie eben Botswana-Sambia).
Mabe schrieb:Achtung, alle Papiere genau prüfen. Wir waren plötzlich aus Honduras und geschäftlich unterwegs…
Kann ich nur bestätigen, unsere Claudine war plötzlich ein André und hatte ein neues Geburtsdatum und ich hiess neu C. Mario (meine zwei Vornamen sind Claudio und als Zweiter Mario)... 😄
Mabe schrieb:Herzlich Willkommen in Sambia, für ein korruptionsfreies Land… Für die Grenze selbst gilt das also noch nicht
Na ja, es geht auch ohne! Man muss nur hartnäckig genug sein, dann gehts plötzlich und nicht mal langsam... Bei unserer Parallelgruppe hiess es dass man uns das KAZA-Visa nicht ausstellen kann, bei uns hiess es das erst auch, dann hiess es dass der zuständige Mann nicht da wäre und nach einer kleinen aber konsequenten Blockade des Zollbüros tauchte der Typ so plötzlich wie schlecht gelaunt auf und hat uns die KAZA-Visa erteilt! 😉 😄 Ohne dass wir irgendwo irgendwas anderes als das Visa bezahlt hätten!
Und jetzt freu ich mich auf Deine Erlebnisse in Sambia, insbesonders im Osten des Landes!
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #7
Ein letzter Einkauf in Livingstone. Jetzt wird es wohl erst mal nichts mehr geben, und auf geht´s zum Kafue NP. Die Strasse ist top und es gibt regelmäßig Polizeikontrollen. Auf der ganzen Reise müssen wir einmal den Führerschein und einmal Fahrzeugpapiere vorzeigen. Ansonsten werden wir immer sehr freundlich durchgewunken. Auf den Strassen sind unheimlich viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs.
Gegen Mittag erreichen wir das Dudumwenzi Gate und drücken ordentlich Dollar für den Parkeintritt ab. Dafür bekommen wir aber auch ein schönes Dokument!
Es gibt einen neuen „Schnellweg“ nach Norden, der uns aber zu langweilig erscheint. Wir biegen Richtung Nanzhila ab. Die Piste ist gut, die Landschaft teils verbrannt, teilweise grün. Diverse Antilopen, Hornraben, Warzis und später auch Elefanten sind zu sehen.
Die Streckenführung ist etwas unklar. Es gibt so gut wie keine Beschilderung und Karte und Navi sind sich auch nicht eins. Wir erreichen den Ithezi-Tezi (See) bzw. die weitläufigen Ausläufer und steuern die Hippo Bay Campsite an. Hübsch, nette ablutions, nur der See ist etwas weit weg. Anmelden muss man sich übrigens in der Hippo Lodge.
Unterwegs machen wir erste Bekannschaft mit den TseTse-Fliegen, die zahlreich vorhanden sind, gegen unser elektronisches Abwehrmittel (eine elektrische Fliegenpatsche namens „Voetsie“) im Wagen allerdings nichts ausrichten können: britzel, stink-erledigt.
Nach vier Stunden ereignisloser Fahrt erreichen wir das Kasabushi Camp.
@freshy: das meinte ich z.B. mit den gleichen Bildern 🙂
Hübsch am Fluss (mit Wasser!), sehr nett gestaltet und einiges an Vögeln.
Paradies Fliegenschnäpper
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #8
Böhm´s Bienenfresser
Kleiner Honiganzeiger
Schneeballwürger
Nachmittags machen wir noch einen kleinen Gamedrive…viele TseTse und Antilopen
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #9
Hei Picco, schön, dass du auch dabei bist. picco schrieb:
Na ja, es geht auch ohne!
Ja, da bin ich ganz bei dir. Ist halt auch ne Frage der persönlichen Abwägung...
picco schrieb:
Einmal war ich ja schon an den Vicfalls, darum kenn ich jene Grenze ebenfalls. Aber die ist auch nicht schlimmer als andere Grenzen die ich in Afrika schon überquert habe (Ruanda-Uganda, Ruanda-DR Congo und zurück sowie eben Botswana-Sambia).
Hast du die Grenzen selber mit (Miet)Wagen überquert? Ich hatte deine Reiseberichte so in Erinnerung, dass du mit geführten Touren unterwegs bist. Das reine Ein-/Ausstempeln der Pässe ist das geringste Problem. Mit dem Wagen kommt dann noch ggf. Import/Export, Zoll, Strassengebühren, Versicherung und die ominöse Interpol dazu .
Im Bericht geht´s dann heute Abend weiter
Gruß
Mabe
Topobär5'479 Beiträge · seit 200909. Dez. 2019 · #10
Hallo Mabe,
die Flughunde von Kasanka gehören bei mir zur obersten Priorität, dessen was ich in Afrika noch erleben will. Da ich im Oktober/November leider keinen längeren Urlaub nehmen kann, muss das leider noch bis zur Rente warten. Da freut es mich um so mehr, jetzt in Deinem Reisebereicht davon lesen zu können.
freshy3'883 Beiträge · seit 201109. Dez. 2019 · #11
Hallo Mabe, interessant, dass du im Kasabushi Camp Tsetsefliegen und hübsche Vögel hattest. Wir hatten von beidem nichts. Ich fand es (trotzdem) sehr schön dort. Nachdem wir nicht ins KaingU Camp fahren konnten, wären wir gerne einen Tag länger dort geblieben. Hattet ihr in Livingstone keine Mückenplage?
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #12
@freshy Nein, im Kasabushi Camp selbst hatten wir keine TseTse. Interessanterweise gab es auf der ganzen Tour IN den Camps keine. Aber wehe, man hat das Campgelände verlassen.
Mücken gab es ein paar wenige, meistens in den Duschen. Sofern diese dunkel und "geschlossen " waren. Alle open air ablutions waren nahezu insektenfrei.
picco6'369 Beiträge · seit 201109. Dez. 2019 · #14
Hoi Mabe
Mabe schrieb:Hast du die Grenzen selber mit (Miet)Wagen überquert? Ich hatte deine Reiseberichte so in Erinnerung, dass du mit geführten Touren unterwegs bist.
Du liegst natürlich richtig! Wir waren immer mit professionellem Fahrer unterwegs, der die Auto-Verzollung und das ganze Gedöns drum herum gemacht hat. Wir haben uns nur um unser Gepäck und die Pässe/Visa gekümmert.
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #15
CuF schrieb
gegen diesen Vogel kommen selbst Paradiesfliegenschnäpper, Honiganzeiger, Bienenfresser und Schneeballwürger nicht an............
Das ist übrigens ein Schwarzgesichtstsetseschnäpper (Weibchen), adulte Form 🙂
Topobär schrieb
...muss das leider noch bis zur Rente warten. Da freut es mich um so mehr, jetzt in Deinem Reisebereicht davon lesen zu können.
Wir müssen jetzt erst mal drei Wochen durch das Land hinter uns bringen...aber bis zu deiner Rente wird es nicht dauern. Versprochen.
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201309. Dez. 2019 · #16
Heute machen wir trotz recht flachem Kafue eine Bootstour. Eine schöne Flußlandschaft, allerdings nur wenig Getier.
Wassertriel
Kuhreiher
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201310. Dez. 2019 · #17
Och menno, die webseite wirft mich immer wieder raus, wenn ich mehr als sechs Bilder einstellen will... 😠
Das Camp bzw. die ablutions sind sehr aufwändig gestaltet.
Nach etwas Haushalt…geht´s auf Game drive. Wir haben einen Löwentip bekommen und finden sie tatsächlich. Der Geierbaum direkt an der Strasse ist ein untrügliches Zeichen.
MabeThemenstarter1'068 Beiträge · seit 201310. Dez. 2019 · #18
Gegen Abend wird das Licht so schön...
leider unscharf, aber irgendwie finde ich es witzig...
In Kasabushi gibt es drei Stellplätze, die aber allesamt hinreichend weit auseinander liegen. An einem Abend sind alle Plätze belegt. Außer den schreienden Kindern auf Platz drei bekommen wir allerdings nichts mit. Als Ruhe ist, hören wir etwas, was sich wie junge winselnde Hunde anhört. Am nächsten Tag erklärt man uns, dass das wohl Flughunde waren…
freshy3'883 Beiträge · seit 201110. Dez. 2019 · #19
Hallo Mabe, schöne Tierfotos hast du eingestellt. Außer einem Elefanten in der Nacht haben wir im Kasabushicamp an Land kein Wild zu sehen bekommen.
Wenn du die Fotos vorher reduzierst (300 - 500 KB), kannst du mehr als 6 Fotos gleichzeitig einstellen. Ich habe außerdem zwischendurch hochgeladen und dann unter "Änderungen" einen zweiten Schwung Fotos eingefügt.