...ein Kurzbericht über vier Wochen durch das Land
Hallo Fomis,
was gibt es Schöneres als an so einem usseligen Tag -zumindest virtuell- ins südliche Afrika zu reisen. Wenn es euch auch so geht, dann kommt mit nach Sambia.
Vor ein paar Jahren haben wir unseren Mietwagen nach einer Zimbabwetour in Lusaka abgegeben. Der Grenzübergang seinerzeit bei Chirundu als auch Chirundu selbst sowie die Fahrt nach/durch Lusaka haben nicht dazu beigetragen, dass Sambia eines unserer Traumziele wurde. Das kam erst danach…jaja, wenn man zu viele Reiseberichte liest.
Unsere Lieblingsreisezeit ist Oktober/ November. Einerseits eher suboptimal, weil es die heisseste und trockenste Zeit ist, andererseits ideal, weil dann die größte Säugetiermigration der Welt im Gange ist – 10 Millionen Flughunde in Kasanka!
Start der Tour war aus verschiedensten Gründen in Johannesburg. Daraus ergab sich eine „Einweg“-Tour durch Botswana, den Kafue, Süd- und Nordluangwa, Kapishya Hotsprings und Kasanka bis nach Lusaka. Immerhin hatten wir dafür gut vier Wochen Zeit.
Nach einem Tagflug – ging leider nicht anders- kamen wir erst spät abends in Johannesburg- an. Wir übernachten in der Nähe des Flughafens in der President Lodge, die uns sehr gut gefiel. Der Flug an sich war gefühlt anstrengender als in der Nacht. Aber im Nachhinein war es doch irgendwie entspannender am nächsten Tag völlig ausgeruht zu starten.
Für den Weg nach Norden haben wir uns Zeit gelassen und diverse Übernachtungsstops eingelegt. Dabei waren Ziele, die wir schon kannten und gerne nochmal aufsuchen wollten wie Matamba, Kukonje und Senyati. Neu für uns war das Woodlands. Die Stellplätze liegen eng nebeneinander und es war zudem recht voll. Für einen stopover war es allerdings völlig in Ordnung. Zudem entdeckten wir am nächsten Morgen doch einiges an Vögelein.
Prachtfinkenparade im Woodlands Buntastrild, Mosambikgirlitz und Gelbbauchammer
Senegalamarant und Angola Schmetterlinksfink
Elfenastrild und Granatastrild
Fahrt über die Salzpfanne nach Kukonje
Strichelracke
Teil 208. Dez. 2019
Wie schön, ein paar Interessenten gibt es doch. Dann will ich mal zusehen, dass wir heute wenigstens noch bis Sambia kommen.
Und ja, Vögelein gab es tatsächlich. Und ein paar wirklich Hübsche!
Es war Vollmond, was hier natürlich besonders gut zur Geltung kommt. Mondaufgang und Sonnenuntergang fielen jedoch zeitlich zusammen. Dabei noch Fotos machen und den Sundowner einnehmen liess schon fast Stress aufkommen…
Die Vollmondnacht war einfach unglaublich und richtig unwirklich hell!
Bei Matamba hatten wir noch frische 10 Grad in der Nacht. Jetzt weiter im Norden wurde es zunehmend wärmer. Kukonje verwöhnte uns bereits mit 38 Grad (tagsüber), wobei es nachts noch halbwegs erträglich abkühlte.
Außer uns schien nur noch ein Camper in dieser tollen Einöde zu verweilen.
Auch Senyati ist uns gut bekannt und immer wieder schön. Eine nette Campsite mit eigenem „Häuschen“, der Pool scheint neu und das Highlight ist natürlich das gut besuchte Wasserloch.
Die Perspektive aus dem Bunker ist einzigartig
Von Senyati ist bewusst nur eine kurze Etappe vorgesehen, steht doch die Grenzüberquerung nach Sambia an. Der Übergang bei Kazanguela ist legendär für sein Chaos und seine Undurchsichtigkeit. Wir fühlen uns dank der zahlreichen Berichte auch hier im Forum gut vorbereitet. Die Anfahrt zur Grenze ist derzeit Großbaustelle. Die Brücke sollte ja eigentlich schon fertig sein, aber das scheint noch zu dauern…
Wir wurden frühzeitig von diversen Schleppern empfangen und entscheiden uns nach kurzer Preisverhandlung doch den Service von zwei ordentlich gekleideten Herrn im blauen Hemd anzunehmen. Die beiden schleusen uns durch das Gewusel, setzen uns in die richtigen Büros, lotsen das Auto an die passende Stelle und machen das gut. Am Ende gibt es noch kurze Nachverhandlungen über den Wechselkurs, den „Beitrag“ für den seltsamen Interpol-Officer und einen überhöhten Versicherungsbeitrag. Am Ende sind wir nach rekordverdächtigen 1:45 Std. durch und alle Beteiligten zufrieden.
Am ersten Schalter, der sambesischen Immigration, hing übrigens eine Übersicht mit den aktuellen Preisen. Die freundliche Dame hinter dem Glas macht uns extra darauf aufmerksam- wie nett! Das schützt vor allzu großer Abzocke.
Achtung, alle Papiere genau prüfen. Wir waren plötzlich aus Honduras und geschäftlich unterwegs…
Kaum hat man den Grenzbereich verlassen gibt es eine große Tafel an der Strasse, wo sinngemäß draufsteht: Herzlich Willkommen in Sambia, für ein korruptionsfreies Land… Für die Grenze selbst gilt das also noch nicht
Auf dem Weg durch Livingstone haben wir bei Heartland´s Best top Fleisch und noch eine originale Salami aus den Abruzzen erstanden, die uns lange Freude bereitet hat (echt lecker!).
Teil 309. Dez. 2019
Ein letzter Einkauf in Livingstone. Jetzt wird es wohl erst mal nichts mehr geben, und auf geht´s zum Kafue NP. Die Strasse ist top und es gibt regelmäßig Polizeikontrollen. Auf der ganzen Reise müssen wir einmal den Führerschein und einmal Fahrzeugpapiere vorzeigen. Ansonsten werden wir immer sehr freundlich durchgewunken. Auf den Strassen sind unheimlich viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs.
Gegen Mittag erreichen wir das Dudumwenzi Gate und drücken ordentlich Dollar für den Parkeintritt ab. Dafür bekommen wir aber auch ein schönes Dokument!
Es gibt einen neuen „Schnellweg“ nach Norden, der uns aber zu langweilig erscheint. Wir biegen Richtung Nanzhila ab. Die Piste ist gut, die Landschaft teils verbrannt, teilweise grün. Diverse Antilopen, Hornraben, Warzis und später auch Elefanten sind zu sehen.
Die Streckenführung ist etwas unklar. Es gibt so gut wie keine Beschilderung und Karte und Navi sind sich auch nicht eins. Wir erreichen den Ithezi-Tezi (See) bzw. die weitläufigen Ausläufer und steuern die Hippo Bay Campsite an. Hübsch, nette ablutions, nur der See ist etwas weit weg. Anmelden muss man sich übrigens in der Hippo Lodge.
Unterwegs machen wir erste Bekannschaft mit den TseTse-Fliegen, die zahlreich vorhanden sind, gegen unser elektronisches Abwehrmittel (eine elektrische Fliegenpatsche namens „Voetsie“) im Wagen allerdings nichts ausrichten können: britzel, stink-erledigt.
Nach vier Stunden ereignisloser Fahrt erreichen wir das Kasabushi Camp.
@freshy: das meinte ich z.B. mit den gleichen Bildern 🙂
Hübsch am Fluss (mit Wasser!), sehr nett gestaltet und einiges an Vögeln.
Paradies Fliegenschnäpper
Teil 409. Dez. 2019
Böhm´s Bienenfresser
Kleiner Honiganzeiger
Schneeballwürger
Nachmittags machen wir noch einen kleinen Gamedrive…viele TseTse und Antilopen
Teil 509. Dez. 2019
Heute machen wir trotz recht flachem Kafue eine Bootstour. Eine schöne Flußlandschaft, allerdings nur wenig Getier.
Wassertriel
Kuhreiher
Teil 610. Dez. 2019
Och menno, die webseite wirft mich immer wieder raus, wenn ich mehr als sechs Bilder einstellen will... 😠
Das Camp bzw. die ablutions sind sehr aufwändig gestaltet.
Nach etwas Haushalt…geht´s auf Game drive. Wir haben einen Löwentip bekommen und finden sie tatsächlich. Der Geierbaum direkt an der Strasse ist ein untrügliches Zeichen.
Teil 710. Dez. 2019
Gegen Abend wird das Licht so schön...
leider unscharf, aber irgendwie finde ich es witzig...
In Kasabushi gibt es drei Stellplätze, die aber allesamt hinreichend weit auseinander liegen. An einem Abend sind alle Plätze belegt. Außer den schreienden Kindern auf Platz drei bekommen wir allerdings nichts mit. Als Ruhe ist, hören wir etwas, was sich wie junge winselnde Hunde anhört. Am nächsten Tag erklärt man uns, dass das wohl Flughunde waren…
Teil 810. Dez. 2019
Wir verlassen Kasabushi und fahren auf dem weiteren Weg nach Norden den Shishembe Loop.
Die Wegweiser sind ja von der Idee her ganz nett, man kann nur leider nichts mehr drauf entziffern.
An den letzten Wasserstellen gibt es zahlreiche Antilopen und anderes Getier.
Bei der Ausfahrt aus dem Park müssen wir noch unsere Campinggebühr nachzahlen, zusätzlich zum bereits gezahlten Parkeintritt und den tatsächlichen Übernachtungskosten. Wir wussten das ja vorher….
Ziel ist Roys Restcamp, das bereits auf der anderen Seite des Kafue (tolle Brücke, wird gerade repariert) liegt. Die Brückenzufahrt wird von Militär (?) bewacht und wir werden freundlich nach Geschenken gefragt. Es ist aber völlig in Ordnung, dass wir „leider“ nichts dabei haben.
Die Zufahrt zum Camp sieht etwas heruntergekommen aus. Es liegt Bauschutt und ein paar Planen rum, eine Wellblechhütte steht am Weg. Roy´s entpuppt sich aber als nettes Camp in schöner Flußlage, mit freundlichen Campbetreibern und nächtlichem Elefantenbesuch.
Kandelaberbaum
Gen Abend drehen wir noch eine Runde über den Mukuwenzi River Loop. Dabei müssen wir noch zweimal an dem Militärposten vorbei. Wir winken uns jeweils fröhlich zu.
Teil 910. Dez. 2019
Fazit südlicher Kafue: Es war staubtrocken. Der Kafue hatte gerade noch so viel Wasser, dass wir mit einem flachen Boot – begrenzt- fahren konnten. Beim Dudumwenzi Gate /südlicher Parkteil ist das Wild sehr scheu. Es hiess, das wären Auswirkungen vom poaching.
Der Ithezi Tezi See sieht mit den toten Bäumen schon sehr nett aus. Aber das Wasser war einfach zu weit weg. Das Hippo Bay Camp ist ansonsten nett gelegen.
Kasabushi hat uns als Camp total gut gefallen. Wir haben dort eine Karte mit ein paar Gamedrive-Empfehlungen bekommen. Wir hatten aber irgendwie keine Lust weit zu fahren und haben viel Zeit im Camp verbracht, was auch sehr schön war. Der Shishembe Loop bietet sich an, wenn man sowieso bei der Hook Bridge im Norden raus will. Dort gibt es eine Vielzahl von Wegen, durch ausgetrocknete Flüsschen, verschiedene Vegetationen. Das Wild war hier deutlich zugänglicher und konzentrierte sich an den wenigen verbliebenen Wasserpfützen. Nur hier haben wir andere Selbstfahrer gesehen (zwei). Ansonsten noch zwei offene Safarifahrzeuge von einer Lodge. Die armen Passagiere. Es waren nur zwei, der eine total vermummt, der andere den TseTse schutzlos ausgeliefert. Die TseTse Fliegen sind schon eine Pest. Wir fahren so gerne mit offenem Fenster, was hier in weiten Teilen nicht ging. Bei den Fotostops kamen natürlich immer ein paar Biester ins Auto…
Ach so, noch ein kurzer Nachtrag zum Grenzübergang bei Kazanguela: Wir hatten vorher auf der Botswana-Seite bei den Shops diverse Geldwechsler aufgesucht. Kwacha gab es dort jedoch nicht. Inmitten der Grenzgebäude gibt es einen Automaten, der sogar funktionierte. Leider nimmt das Gerät pauschal rund 5 Euro Gebühr 🙁 Ansonsten kommt man auch gut mit Dollar, Pula oder gar Rand zurecht. Ist nur eine Frage des Wechselkurses...
Teil 1010. Dez. 2019
Über eine top Strasse geht es nun zunächst nach Mumbwa, wo wir auf dem örtlichen Markt Tomaten, Bananen, Kartoffeln und Zwiebeln erstehen. Hier fällt man natürlich sofort auf, aber wir werden weder angestarrt, noch irgendwie angequatscht. Auch auf dem Markt selbst haben wir nicht das Gefühl, dass man uns etwas andrehen will oder überzogene Preise von uns verlangt. Die Marktstände haben fast alle das gleiche Angebot. Auf meine Frage nach Kartoffeln hat man mich direkt zu einem passenden Stand geführt. Irgendwie arbeiten die anscheinend alle zusammen...
Wir biegen in Mumbwa links ab, Richtung McBride´s Camp. Die Streckenführung ist nicht offensichtlich, wir folgen erfolgreich dem Navi.
Für die nächsten 30 km wird die Strasse grottenschlecht und wir wären zu Fuß schneller...
Diese Holzkohlensäcke stehen wirklich überall rum...
Ob hier die Säcke eingesammelt oder ausgeliefert wurden, hat sich uns nicht erschlossen...
Vereinzelt könnte man jetzt noch mal Tomaten nachkaufen.
Für die 90 km von Mumbwa nach McBride´s brauchen wir rund drei Stunden! Das ehemalige Gate ist verlassen, wir sind etwas irritiert. Später erfahren wir, dass es keinen offiziellen Parkeingang auf dieser Seite gibt. Die Parkgebühren zahlen wir später im Camp.
Teil 1111. Dez. 2019
Die Campsite ist etwas abseits vom „Lodge“betrieb mit Gemeinschaftslapa, „Internetcafe“ und weiteren Sitzmöglichkeiten (sehr nett!). Hier hat ein Hippo seinen Schlafplatz nebenan, die Vögel werden mit Käse gefüttert und der berühmte Löwenforscher Chris verleiht dem Ganzen einen besonderen Charme.
Den kurzen Weg zur Campsite kann man zumindest am Tage zu Fuss gehen. Im Dunkeln begleitet uns jemand vom Personal.
An der Campsite brüten Bienenfresser und die Buschböckchen kommen regelmäßig vorbei. Man hat einen schönen Blick in Richtung Kafue und auch die Freiluftsanitäranlagen sind prima.
Die lange Anfahrt hat sich voll gelohnt – hier kann man es aushalten!
An der Vogeltränke kommen regelmäßig diverse Vögelein vorbei, u.a. auch ein Schalowi-Turako, so ziemlich der schönste Vogel den ich je gesehen habe!– und just in diesem Moment haben wir keine Kamera dabei (ärger!)
Schlichtbartvogel
Halsbandbartvogel
Roter Tropfenastrild
Weißbauch-Nektarvogel
Rubinkehl-Nektarvogel
Weißbrauenrötel
Aber auch sonst wird uns nicht langweilig…
z.B. mit der Ginsterkatze am Abend...
Teil 1211. Dez. 2019
Als einzige „Aktivität“ bei Mc Bride´s haben wir einen dreistündigen Morning-Walk gemacht, bei dem wir viel über die Flora erfahren und ein Hippo aufschreckt haben. Es werden aber auch Bootstouren angeboten.
Schote des Mahagonibaums
Irgendwann müssen wir auch diesen schönen Ort verlassen. Für unsere Verhältnisse relativ früh (7.30 Uhr) suchen wir auf dem Weg noch die HotSprings. Man soll drin baden können, aber das was wir finden lädt nicht unbedingt dazu ein.
Unterwegs geht es durch verschiedene Waldformen
Jetzt nehmen wir auch wahr, dass es unterwegs einen riesigen Freiluftknast gibt, bei dem die Delinquenten dafür sorgen, die Region landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Auch ausgedehnte Ackerflächen eines Großkonzerns liegen auf dem Weg.
Nach knapp dreieinhalb Stunden machen wir erneut einen kurzen Tomaten-Bananen-Einkaufsstop in Mumbwa (sehr lecker) und schauen uns auf dem Weg nach Lusaka Fringilla Farms an. Das Camp spricht uns allerdings nicht an und auch der Fleischverkauf ist nichts für unsere Nasen.
Der Verkehr, insbesondere LKW, nimmt deutlich zu, wir kürzen im Gewusel von Lusaka geschickt im Norden über die Kazangula Road ab und füllen unsere Vorräte in der East Park Mall auf.
An den Strassen kann man nicht nur Gemüse kaufen. Manchmal sind auch Steinhaufen im Angebot
Gute 10 Stunden nach Abfahrt erreichen wir das Pioneer Camp. Alleine für die letzte , sehr holperige Zufahrt brauchen wir fast 30 Minuten. Hier ist der Strom weg und Dunkelduschen angesagt. Das Camp bietet ausreichend Platz, ist trockenheitsbedingt leider etwas staubig. Außer uns sind noch drei andere Camper dort, die wir fast alle auf der weiteren Reise noch mal wieder treffen werden.
Wir gönnen uns ein Essen im Restaurant (mittel), und sehen noch zwei Eulen in der Dämmerung.
Teil 1311. Dez. 2019
In der Nähe vom Pioneer liegt die Waterfalls Mall. Dort wird noch mal vollgetankt und die letzten Lücken im Vorrat gestopft. Einkaufen wird so bald wohl nicht wieder gehen…
Rund um Lusaka fallen uns die Betonsteinproduzenten/- händler auf. Unzählige, die irgendwie alle gleich aussehen und offensichtlich fest in türkischer Hand sind.
Ebenfalls auffallend sind riesige Gebäudekomplexe mit chinesischen Schriftzeichen. Manchmal steht auch in englisch etwas von chinese-zambian cooperation angeschrieben, sie sehen jedoch alle irgendwie leer und verlassen aus.
Die Great East Road erfreut uns mit diversen und tiefen Schlaglöchern, sowie ordentlich Bodenschwellen in der Nähe der zahlreichen Ortschaften und Dörfer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit reduziert sich entsprechend.
Mangel an Telefonkarten/Airtime herrscht jedenfalls nicht.
Ein erster Blick auf den Luangwa...und einen erschreckend niedrigen Wasserstand
Die Brücke über den Luangwa ist beeindruckend, die Zufahrt bewacht. Nur ein Fahrzeug darf jeweils passieren. Die armen Soldaten, die darüber wachen, haben zwar Schatten, was aber bei 40 Grad auch nur bedingt hilft. Sie fragen höflich nach kaltem Wasser.
Danach wird die Strasse top (die Chinesen) und die letzten Kilometer bis Petauke und der Chimwemwe Lodge fliegen nur so dahin. Wir wollen auf dem Weg in den Südluangwa noch einen Zwischenstop einlegen. Der Strom fällt des öfteren aus, so dass auch die Auswahl im Restaurant begrenzt ist und wir zeitweise im Dunkeln sitzen. Schließlich werden wir zum Essen gerufen, die Teller stehen mit Frischhaltefolie umspannt auf dem Tisch…. Na, es ist halbwegs lecker. Auf ein warmes Getränk (kein Strom- kein Kühlschrank) verzichten wir.
Für die Nacht hatten wir ein Chalet vorgesehen. Es sieht nett aus, allerdings ist darin die Luft so stickig, dass wir doch im Camper vor der Tür schlafen. Hier haben wir auch kaltes Bier.
Teil 1412. Dez. 2019
Na, dann geht es jetzt mal weiter...
Heute soll es in den Süd- Luangwa gehen. Wir entscheiden uns auf der Hauptstrasse zu bleiben und über Chipata zu fahren. Chipata nehmen wir als ungemütlichen Grenzort mit viel zwielichtigen Gestalten wahr. Tanken und check des Supermarktangebotes und dann flugs auf top Strasse die letzten zwei Stunden nach Mfuwe, dem Tor zum Park.
Im Wildlife Camp beziehen wir einen wunderschönen Stellplatz am Ufer. Das Camp ist voll belegt (Feiertag). Die Plätze sind aber auch hier ausreichend weit auseinander, so dass man sich kaum ins Gehege kommt.
Es gibt sogar etwas Regen.
Das Vergnügen ist aber nur von kurzer Dauer, die Luft danach schon irgendwie frischer.
Hier macht es einfach Spass, auf den (Rest)Luangwa zu blicken, das Kommen und Gehen der Tiere zu beobachten und die Himmelstimmungen zu genießen.
Entgegen unserer Gewohnheiten gehen wir auf Frühpirsch. Um 5.30 Uhr verlassen wir das Camp, 30 Minuten muss man bis zum Parkeingang rechnen. Nach dem üblichen Parkeingangsritual und einigen Dollars später erkunden wir den SLNP.
Ein Geierbaum ist immer ein gutes Zeichen
ein solches Bild nimmt dem König der Tiere vielleicht etwas die Würde...
aber ich wollte doch mal zeigen, was so mit den Hinterlassenschaften passiert. Einen gewissen Nährwert scheint das Ganze noch zu haben
Teil 1512. Dez. 2019
Der Süd-Luangwa zeigt sich von seiner freundlichen Seite, auch die Landschaften sind sehr ansprechend.
Für einen ersten Eindruck reicht uns das. Beim späten Frühstück (10.00 Uhr) schmilzt die Butter bei 37 Grad.
Den Mittag hängen wir ab, besuchen den Pool, geniessen den Ausblick und beobachten das lokale Hippo
...oder schauen mal beim lokalen Hide vorbei.
Ein fliegender Händler (aus Mfuwe mit dem Fahrrad!) bietet Gemüse an. Wie wir später feststellen, sind mindestens zwei Händler im Camp unterwegs. Achtung- Preise verhandeln!
Am Abend machen wir kurzerhand einen organisierten Nightdrive, d.h. Start am Nachmittag und Sundownerstop mit Pelikanen. Soweit ganz nett.
Die Leopardensuche in der Dunkelheit ist jedoch ein zweifelhaftes Vergnügen mit relativ vielen Fahrzeugen. Es gibt zwar eine Hyäne, eine huschende Ginsterkatze und tatsächlich einen Leo.
Aber nee, dann lieber am Tage und alleine und zur Not ohne Leoparden
Teil 1613. Dez. 2019
Die Morgenpirsch starten wir heute etwas später…wunderschöne Landschaften, viele Wege, die zumindest jetzt in der Trockenzeit für mehr als ausreichende Pirschmöglichkeiten sorgen. Ein paar Lodgefahrzeuge, ein paar Selbstfahrer…in diesem riesigen Park ist Platz für alle.
Gen Nachmittag fahren wir den River Loop und treffen auf Büffel
Hyänen
nochmal die Löwen - dick und rund
unzählige Karminspinte
und schließlich auf Wildhunde 🤩
Leider müssen wir das gate um 18.00 Uhr verlassen…da wird gerade das Licht wieder so schön.
Teil 1713. Dez. 2019
Ich kürze jetzt mal etwas ein und beschreibe nicht jeden Tag...
Die Tage im Wildlife Camp gingen viel zu schnell vorbei, hier kann man es auch sehr gut aushalten.
Ein kurzer letzter Tank- und Gemüsekaufstop in Mfuwe und wir ziehen ein Camp weiter nach Zikomo, um den Nsefu-Sektor, den östlich des Luangwa gelegenen Teils des Parks, zu erkunden. Bereits auf dem Weg zum Camp sehen wir Giraffen und viele Büffel!
Ein erster gamedrive am Nachmittag ist ebenfalls sehr vielversprechend. Kein anderes Fahrzeug, viele Wege und sehr abwechslungsreich.
In der Nacht waren Elefanten im Camp (friedlich) und beim Frühstück unterhalten uns diverse Vögelein. Lustigerweise fliegen alle dieselbe Leberwurstbaumblüte an
Brillenweber
Die Morgenpirsch beschert uns u.a. Giraffen
erneut Karminspinte
einen GrauRiesen(king)fischer mit Frischfang
Zwergspinte
und Wildhunde 🤩 🤩
Zufällig fahren wir auf dem Rückweg ins Camp eine Abkürzung, die nur jetzt in der Trockenzeit befahrbar ist. Leider ist dieser Weg den Zikomo-Safari-Fahrzeugen vorbehalten. Schade, das würde doch glatt 20 Minuten und Geschaukel einsparen.
Teil 1813. Dez. 2019
Am Nachmittag fahren wir zu den heissen Quellen und staunen nicht schlecht als uns im Park ein vollgestopftes Minibus-Sammeltaxi entgegenkommt, auf dem oben auch noch ein Sofa befestigt ist (leider ohne Foto). Der Park dient halt auch als Transitstrecke.
Während in Luangwanähe eine eher dichte Vegetationvorherrscht, wird es hier trocken und baumlos...
Wir sehen eine Horde wunderschöner Kronenkraniche,
Sattelstörche etc.
Die Landschaft ist mit dem Wasser und dem Grün sehr lieblich. Komisch, hab ich gar kein Bild gemacht…
Teil 1913. Dez. 2019
An den Quellen werden wir erneut von Wildhunden 🤩 🤩 🤩 überrascht. Nicht schlecht, drei mal Wildhunde in zwei Tagen…
Auf dem Weg zurück zum Camp treffen wir wieder auf die Büffel und jetzt noch sechs Löwen, die sich in deren Nähe versammeln.
Wow, was für ein Tag!
Und nachts gibt es nochmal Elefantenbesuch. Dieses Mal sind 6-8 Elefanten unterwegs. Eigentlich hört man diese Riesen ja überhaupt nicht, aber wehe, sie fangen an, Zweige abzurupfen oder Büsche auszureissen... Es ist Neumond und stockfinster...
Zikomo ist ein wirklich schönes Camp, mit pool, vielen Sitzmöglichkeiten, originellen ablutions und ausgezeichneter Lage. Auch hier hätten wir es gut länger aushalten können. Der Nsefu-Sektor hat uns fast noch besser gefallen als die Mfuwe- Gegend.
Teil 2014. Dez. 2019
Bei der Weiterfahrt nach Norden kreuzen wir erneut den Nsefu-Sektor, sehen viele Zebras, machen noch mal den Abstecher über die Hot Springs, sehen die Kraniche aber nur aus Entfernung und keine Wildhunde. Haben wir gestern ein Glück gehabt! Na, immerhin kommen wir den sonst so scheuen Hornraben mal etwas näher.
Auf dem weiteren Weg durchfahren wir den kleinenLuambe NP. Der Transit ist hier ebenfalls kostenlos und bis auf –trockene- Flussdurchfahrten auch ereignislos.
Um die heutige Fahrtstrecke abzukürzen, suchen wir das Kamukonzo Community Camp auf (direkt hinter dem Luambe Parkausgang links). Es ist nach den bisherigen Erfahrungen erstaunlich gut ausgeschildert.
Das Camp liegt in der Nähe eines Dorfes, sehr nett am Fluss. Es ist alles einfach, aber sehr liebevoll gestaltet – Seife und Handtuch bekommt man längst nicht überall. Es gibt sogar eine „Bar“ mit solarbetriebenem Kühlschrank.
Wir bleiben jedoch nicht lange alleine. Als eine uns bereits bekannte Reisegruppe (ca 12 Personen) eintrifft, bricht plötzlich Hektik aus. Die Wasservorräte für Toilette und Duschen müssen aufgefüllt werden und die Dorfbewohner legen sich mächtig ins Zeug – Wasserpumpen, Eimerkette…
Für so viele Leute ist das Camp eigentlich etwas klein, aber die Gruppe ist echt nett und sehr rücksichtsvoll.
Am nächsten Tag stehen nur 157 km auf dem Plan, aber die haben es in sich. Es geht teilweise mitten durch die Dörfer, nichts ist ausgeschildert, die Abzweige finden wir nicht immer auf Anhieb, kein anderes Auto ist unterwegs.
Hier geht der Weg mitten über ein Schulgelände, zum Glück ist gerade keine Pause.
Sobald wir in Hör-/Sichtweite sein, kommen Kinder angerannt und rufen nach sweeties oder wollen Mangos verkaufen, winken aber auch nur freundlich zurück. Irgendwann kommen wir zum Ponton über den Luangwa. Keiner da.
Wir überlegen kurz, ob wir selber übersetzen sollen… suchen dann aber doch lieber das nahegelegene Buschcamp auf und siehe da, auch der örtliche Ranger ist hier ansässig.
Einige Dollar später fahren wir durch den nicht mal knietiefen Luangwa in Richtung Nordluangwa NP.
Es schließt sich eine weitere eintönige Gurkerei, tierarm (von den Tausenden Tsetse einmal abgesehen) , bis zum Buffalo Camp an.