Botswanas Beasts & Beauty im April

Reisebericht 342 Antworten · 51,7k Aufrufe · gestartet 18. Apr. 2018 von Rehema
Themenstarter546 Beiträge · seit 201809. Juni 2018 · #161
freshy,
die ein Gewitter aus dem Garten verjagt hat.
Haha! Als ich das las, stellte ich mir bildlich vor, wie Du mit fiesem Gesicht und einem Besen in der Hand raus in den Garten rennst - und sich die tiefgraue Wolke daraufhin eiligst woanders hin verzog! 😄 😄 😎

Danke Euch allen! Schön, dass ich Euch mit der Zibetkatze auch eine Freude machen konnte! Ja, die hatten wir auch noch nie gesehen - und auch gar nicht erwartet! So wird man immer wieder in der Natur überrascht!

Fortsetzung ist zwar in Arbeit, wird aber vermutlich noch eine Weile dauern, bis sie "einstellfähig" ist....
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
Themenstarter546 Beiträge · seit 201809. Juni 2018 · #162
Und danke, Thomas und Karsten, dass Ihr mir das mit den Hyänen am South Gate Camp Site erst jetzt gesagt habt! 😵 🙄 So konnte ich es dort etwas entspannter genießen! 😄
Bei uns schlich sie nicht nur ums Lagerfeuer, sondern versuchte auch, in unser Bodenzelt zu kommen - wie auch bei unseren Camping-Nachbarn.
Insbesondere DAS hätte ich nicht gebraucht!!! Und ich habe ja schon in Deinem Reisebericht, Karsten, nach diesem Ereignis gesucht, aber auf die Schnelle noch nicht finden können. Weil ich wisse wollte, wie Ihr sie losgeworden seid! Mir würde da vermutlich ein beherzter Faustschlag ins Gesicht entfleuchen - aber ob das hilft????
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
194 Beiträge · seit 201809. Juni 2018 · #163
Liebe Antje!
Dein Bericht über euren Abend an der South Gate Campsite hat mir richtig Lust gemacht, dort auch einmal "abzusteigen". Ich muss sagen, das klang schon sehr gemütlich mit dem ruhigen Ankommen und dem Abend-Gamedrive in den Black Pools. Wir sind immer durchgefahren bis nach Third Bridge und es wurde dann oft auch schon sehr spät. Ich fand es auch schön, den Moremi auf Deinen Bildern mal in der Regenzeit zu sehen, so grün, vor allem die Bilder der Büffel fand ich toll, mit den Gräsern im Abendlicht....
Was ich witzig fand, ist dass Du schreibst, der Salbei stinkt! Ich fand den Geruch nach wildem Salbei total betörend! Allerding bin ich auch nur in der Trockenzeit dort gewesen, im August, September und einmal im Oktober. Vielleicht riecht er ja auch in getrocknetem Zustand weniger intensiv, aber ehrlich, ich fand den Geruch nach Kräutergarten immer ganz toll!
Ja, ich freue mich auch darauf, zu hören, wie es weitergeht!
Liebe Grüße
Stefanie
5 Jahre in Botswana, 3 Jahre in Sierra Leone, 1 Jahr in Lesotho außerdem Reisen in Namibia, Südafrika, Mozambique, Eswatini, Tansania und Äthiopien www.kalahari-calling.com
2'397 Beiträge · seit 201109. Juni 2018 · #164
Liebe Antje,
ja, manchmal ist es besser, unwissend zu sein. 😎
Und beherzter Faustschlag ins Gesicht? In wessen Gesicht? 😄 Und was soll das helfen? Dass man ohnmächtig ist, wenn man gefressen wird? 🤩
Nein, wir haben das gleiche gemacht wie unsere Nachbarn und sind in die damals noch im Bau befindlichen neuen Ablutions geflüchtet.
Für die Einzelheiten versuche ich mal, einen Link zu der Seite zu setzen:
https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html?rb=1&template=simple&start=6
Dann runterscrollen bis nach den Fotos vom Flug über das Delta.
LG aus Budapest,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2018
Themenstarter546 Beiträge · seit 201809. Juni 2018 · #165
von Maun nach South Gate/Black Pools - Tierstatistik

Diesmal überlasse ich es Euch selbst, Euch durch Tabeas Aufzeichnungen zu wühlen! 🤨 Das war mir irgendwie zu anstrengend, hier klar zu kriegen, wieviel von welchen Tieren das nun waren! 🙄 Mal sehen, ob Ihr besser durchsteigt als ich:

SG-A.jpg


Wirkt sehr viel chaotischer, dieser Aufschrieb, als das Mädchen sonst ist.... 😏
Die Elefanten gehören hier schon hin an diesen Tag - sie waren, wie berichtet, alle auf der Strecke vor dem Gate in den Moremi.

Schönen Abendwünsche ich euch allen!
Antje

P.S.:
"Hupp-Hupp" hat Benni herausgefunden, was das sein soll: nämlich "Whoop-whoop" - also Wiederhopf! 😄
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2018
3'883 Beiträge · seit 201110. Juni 2018 · #166
Bewundernswert, wie viel Mühe sich Tabea mit der Statistik gegeben hat. Ich kann den Angaben gut folgen und beneide euch um die vielen unterschiedlichen Sichtungen. "Huup Huup" finde ich köstlich, dachte zuerst, damit seien Hippos gemeint 🙂 .

Einen schönen Sonntag wünscht
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
4'382 Beiträge · seit 201510. Juni 2018 · #167
Hallo liebe Antje,
Dein Bericht hat mich süchtig gemacht 😉
Kaum gibt's Internetverbindung, habe ich mir Deine letzten Beiträge rausgepickt! Schöne Erlebnisse!
Viele Grüße aus dem sonnig-windigen Matsalu-Nationalpark in Estonia
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter546 Beiträge · seit 201811. Juni 2018 · #168
Stefanie: nein, ich meinte nicht, dass der Salbei "stinkt", aber er hat schon einen markanten, eigenartigen Geruch! 😕
Danke Euch allen - aber nun lasse ich Euch mit der Moremi-Fortsetzung noch etwa zappeln, da ich in den letzten Tagen noch manch andere Gedanken zu Papier gebracht habe, und die hier erst mal zwischenschieben werde. Ich hoffe, das nervt nicht!?
Und danach geht's auch wieder weiter mit den Tieren! Ich arbeite schon dran... 😉
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
Themenstarter546 Beiträge · seit 201811. Juni 2018 · #169
Off-Topic – oder doch nicht ganz….
Nach so vielen Tieren vertragt Ihr nochmal einen „kulturell-philosophischen“ Ausflug, oder? Mir brennt so während des Schreibens noch das eine oder andere auf der Seele, und Euren Reaktionen nach zu urteilen scheint es unter Euch doch einige zu geben, die sich gerne auch mal über solche Dinge austauschen.
Wen das nicht interessiert, der möge das bitte einfach überspringen und wieder mit an Bord kommen, wenn es nach Third Bridge weiter geht! Ich werde das in der Überschrift deutlich kennzeichnen.

Ich möchte über einige „Umwege“ nochmal den einen oder anderen Gedanken aus Diskussionen mit Euch aufgreifen. Auf Umwegen deshalb, weil Black Pools mich nochmal daran erinnert. Meine Gedankenschleifen sind manchmal etwas weitläufig, ich hoffe, Ihr könnt folgen…. 🙄

Ich hatte sehr lange gebraucht, um herauszufinden, wo in oder um den Moremi denn der „Gomoti River“ liegt, an dem die „Lion Children“ mit ihrer Mutter und Peter im Camp gelebt haben. Von den Beschreibungen her dachte ich, könnte es in der Nähe von South Gate liegen, fand aber nichts. Suchte dann Karten um den Khwai herum ab – vielleicht ist der Gomoti ja ein Nebenarm davon? Vergeblich. Ich suchte in google – auch nichts. Und wenn man DA so gar keine Ergebnisse bekommt, heißt das ja eigentlich, dass es unbedeutend klein und unbekannt sein muss. Also gab ich erst mal auf. Schade 🙁 – wollte ich doch gerne, wenn wir dort sind, wissen, wo sie gelebt und „ihre“ Löwen erforscht haben!
Aber irgendwann fing ich wieder an. Ich hatte mir später neben einigen Auszügen der Tracks4Africa-Karte auch die Shell-Karte um die Black Pools ausgedruckt. Und plötzlich sah ich dort einen Fluss, der als „Gomoti River“ bezeichnet war! Endlich! Also DORT waren sie! Er liegt etwas süd/südwestlich der Black Pools.
Außerdem fand ich dann auch, dass auf der Strecke nach South Gate von Maun aus kommend die „Santawani Plains“ mit dem „Santawani Air Strip“ lagen, und unterwegs wies auch ein Schild zur „Santawani Lodge“. „Santawani“ hieß eines der von ihnen erforschten Löwenrudel – also mußte es ja dort im Umfeld sein!
Das freute uns alle irgendwie, und während wir um die Black Pools kreisten, stellten wir uns vor, dass sie u.a. hier ihre regelmäßigen gamedrives und Beobachtungen gemacht haben müssen! Irgendwo las ich auch, dass die Black Pools erst recht spät in den Moremi mit eingeschlossen wurden. Zur Zeit der Löwenforschung lag dieses ganze Gebiet also noch gar nicht innerhalb des Parks!
Das also ist meine Gedanken-Brücke zunächst zurück zu dem Buch der „Lion Children“.

Kurz bevor wir uns auf unsere Reise machten, sagten die Kinder, sie wüßten zu gerne, was aus den Kindern heute geworden ist (sie müssen so ca. 10 Jahre älter sein als unsere). Tja, und was machen Kinder heutzutage, wenn sie so etwas heraus finden wollen? Genau – sie „googlen“! Und Benni wurde auch schon bald fündig! Über die Kinder fand er wenig (dass der eine Biologie studierte, und Maisie auf einer Schauspielschule sei und…).
ABER er fand einen Zeitungsartikel über die Mutter, Kate Nicholls. Das allerdings waren recht traurige Nachrichten – mit dem Titel „Rape ruined my dream of Africa!“. www.dailymail.co.uk/.../Rape-ruined-dream-Africa...lions-Botswana.html
Einige Jahre nachdem das Buch herausgekommen war, wurde sie in Maun auf dem Weg zu einer Freundin (wohl noch bei Tageslicht), dreifach vergewaltigt. (wie sich später herausstellte wohl von einem Trio, das in dieser Zeit mehrere Frauen in Maun überfiel). Irrsinnigerweise fand sie dann recht professionelle Hilfe bei der Polizei, die sie selber viele Jahre zuvor während ihrer Zeit in Maun (in der sie in einem Projekt zur Unterstützung mißbrauchter Frauen mitarbeitete) angeleitet hatte! Immerhin hatte ihre Arbeit Frucht getragen…..
An den Folgen davon zerbrach letztlich dann auch ihre Beziehung zu Peter, die Botswanische Regierung gab ferner irgendwann keine Zustimmung mehr zu dem Löwenforschungsprojekt (weil die Löwen dermaßen in der Zahl abnahmen, dass sie darin keinen Sinn mehr sahen, obwohl es viele neue Erkenntnisse brachte. Auch hatten sie gehofft, daraus einen Beitrag zur HIV/AIDS-Forschung zu leisten, da sie herausgefunden hatten, dass ca. 80% der Löwen dort an dem FIV („Feline Immunodeficiency Virus“) erkrankt seien, damit aber weitaus besser überlebten als HIV-infizierte Menschen.)
Sie kaufte sich Land in Südafrika, wo sie wohl bis heute lebt.

Hm – so hatte Benni sich das Ergebnis seiner Recherche nicht vorgestellt, und war erst mal ziemlich bedrückt. Und wir hatten daraufhin manche nicht leichte Gesprächsthemen aufzuarbeiten…..
Andrerseits auch nicht nur schlecht, denn so hatte Botswana als das „Paradies“, das es für die Kinder bis dahin ein wenig gewesen war, einen Riss bekommen, bevor wir uns auf den Weg dorthin machten.

Wir wollen alle unseren Kindern am liebsten „das Paradies servieren“ – aber ich bin auch immer wieder froh, wenn wir Gelegenheiten haben, weniger schöne Orte und schwierige Erlebnisse gemeinsam zu verarbeiten, weil das sie lebenstüchtiger machen wird, als wie wenn wir uns nur „von Spaß zu Spaß“ hangeln! Denn DAS kann im wahren Leben nicht lange gut gehen….

Kate Nicholls wird u.a. in diesem Artikel zitiert:
“Rape is a fact of life in Africa…… If you live in a rural community, you are at the mercy of what the guys want to do….. Africa is a harsh place…. but I know where my passions lie."

(Ja, ich höre schon die Stimmen derer, die sagen, dass Vergewaltigungen/Gewalt an Frauen auch ein Problem in westlichen Ländern ist. Ohne das abstreiten zu wollen, muss ich aber doch klar anmerken, dass es in vielen anderen Kulturen auf diesem Globus weitaus mehr an der Tagesordnung steht!)

Und das bringt mich nochmal zurück zu einigen anderen Aussagen, die aus Eurer Runde kamen, und zu manchen Gedanken, die sich für mich daran anschlossen (S. 19/20 in meinem Bericht):

loser schrieb:
„Die Herumschlaferei der afrikanischen Herren der Schöpfung, die ständige Anbaggerei, die sugar daddies für junge Mädchen, erlaubte Polygamie etc. sind einfach eine Katastrophe für diese Länder.“
Matthias schrieb:
„Dass viele Kinder in Botswana ohne Eltern aufwachsen ist auch eher HIV zuzuschreiben als Teenagerschwangerschaften…..Es gibt viele Gründe für die Probleme in Afrika, Sex ist eher nicht das Hauptproblem….“
Wie immer man das Sexualverhalten einordnen will – es läßt sich jedenfalls nicht leugnen, dass HIV-Verbreitung eindeutig mit dem Sexualverhalten in Zusammenhang steht.
Ich weiß nicht, ob man ein „ranking“ der Probleme in Afrika aufstellen kann, aber ich persönlich denke sehr wohl, dass u.a. in dem Sexualverhalten viele Probleme begründet sind. Denn es hat sehr vielfältige Folgen.
Ein Beispiel hier aus Malawi, von dem ich übrigens über n-tv erfuhr, welches mir aber auf diverse Weise hier lokal von Einheimischen bestätigt wurde:
Vor längerer Zeit stieß ich auf n-tv auf einen Artikel mit einer Überschrift von: „Mann infiziert 100 Mädchen mit HIV“ – ich las, und stellte fest: es handelt sich um Malawi, in dem ich gerade lebe!
Es war die Rede von den sogenannten „Hyänen“. Das sind Männer, die dazu auserkoren sind, „rituellen Beischlaf“ zu vollziehen – natürlich obendrein gegen Bezahlung. Es gibt sehr viele verschiedene kulturelle Gründe, warum irgendwelche bestimmten Männer mit irgendwelchen bestimmten Frauen schlafen sollen. Z.B: wenn ein verheirateter Mann stirbt, muss der Bruder des verstorbenen Mannes mit der Frau schlafen, um böse Geister fern zu halten. In jenem Zeitungsartikel ging es nun mehr um junge Mädchen, mit denen die „Hyäne“ schlief (gegen Geld) für irgendwelche anderen rituellen Reinigungen. Hier war die Rede über einen spezifischen Mann, der nun hier in Malawi vor Gericht stand, da er 100 junge Mädchen dadurch HIV-infiziert habe. Laut malawischem Gesetz sind die Praktiken dieser „Hyänen“ nicht erlaubt. Aber diese „Hyäne“ sagte nach wie vor frei und frank, dass er Recht getan habe, und dass unabhängig vom malawischen Gesetz dies weiterhin in diesem Land praktiziert würde und so auch bleiben werde!
Und Letzteres ist nichts als die blanke Wahrheit! Buchstaben auf dem Papier sind eine Sache in Afrika – die Realität eine andere.

Matthias schrieb:
„Da die "afrikanischen Herren der Schöpfung" ja nicht untereinander "herumschlafen" hat auch der weibliche Teil einen nicht unerheblichen Anteil daran.“
Ich würde auch nicht behaupten, dass Frauen bessere Menschen wären als Männer. Auch unter Frauen gibt es falsche Schlangen. Kürzlich erzählte mir eine deutsche Freundin hier, die mit einem Inder liiert ist:
In Indien gibt es ja wirklich viel schlimmen Mißbrauch an Frauen. Daraufhin wurden viele Projekte zur Stärkung der Frauenrechte durchgeführt. Das haben inzwischen einige hinterhältige Frauen für sich entdeckt, und schlagen Profit daraus! Denn wenn eine Anklage gegen einen Mann vorliegt, muss inzwischen der Mann seine Unschuld beweisen – was oft genug schlicht unmöglich ist. So laufen also zig „frei erfundene“ Rechtsverfahren, an denen diese Frauen super verdienen – und einige Rechtsanwälte haben dieses lukrative Geschäft auch längst für sich entdeckt!
Der Hinterhältige wird in jedem System eine Lücke finden, die seinen Vorteilen dient – egal ob Mann oder Frau!
Dennoch bleibt wohl undiskutabel bestehen, dass Frauen weltweit einen sehr viel schlechteren Stand haben und auch in sehr vielen Ländern machtloser sind - von der körperlichen Unterlegenheit ganz zu schweigen.
Ich persönlich habe es überdurchschnittlich gut, mit den Männern, mit denen ich aufgewachsen bin, und mit den Männern, die an meiner Seite leben – mein Mann und meine Söhne und viele andere Männer in unserem Bekanntenkreis! Aber ich sehe sehr viel anderes um mich herum….. Das zu leugnen wäre ein Unding!

Matthias schrieb:
„Dass die gegenwärtigen Moralvorstellungen westlicher Industrienationen nicht unbedingt zu denen anderer Kulturkreise passen sollte jetzt nicht so überraschen, schließlich ändern die sich andauernd und immer öfter. Ich würde daraus aber nicht die westliche Überlegenheit ableiten, die oben angedeutet wird.“
Ich denke nicht, dass loser hier eine westliche Überlegenheit an den Tag legt, sondern einfach gewisse Dinge in Frage stellt - was erlaubt sein sollte.
Ich habe ein Problem damit, dass man bei manchen Themen den Eindruck hat, man darf keine kritischen Töne anschlagen, denn die werden einem sofort negativ ausgelegt. Da gibt es für mich derzeit v.a. 2 Themengebiete, wo das ganz schnell und zu Unrecht passiert:
1) Afrika/westliche Welt. Aufgrund der Geschichte des Kolonialismus….
2) In Deutschland: kritische Stimmen gegen Ausländer und deren Kulturen. Auch aufgrund der Geschichte – des Holocausts in Deutschland.
Toleranz ist gut und wichtig, aber sie kann nicht bedeuten, dass alles erlaubt ist, oder dass alles möglich ist, oder dass alles gleich gut ist. Denn dann sind wir in der Anarchie und haben überhaupt keine Werte mehr.
Wer FÜR etwas ist, wird wohl oder übel auch ab und zu mal GEGEN etwas sein müssen. Sonst stehen wir auch nicht mehr FÜR etwas, denn manche Dinge schließen sich einfach gegenseitig aus.

Es ist schön und löblich, dass Deutschland sich verpflichtet hat, Andersdenkende aufzunehmen. Aber ich beobachte die deutsche Politik mit Sorge, denn man möchte gerne „alle und ALLES umarmen“, nur um bloss nicht wieder den selben Fehler wie in der Geschichte zu machen. Wer da mal seine Fragezeichen anmeldet, wird ganz schnell als „Rassist“, oder gar als „Nazi“ verschrien.
Werte lassen sich jedoch nur in einem gesunden Maße von Abgrenzung erhalten. Ich habe den Eindruck, die Schweizer wissen besser darum Bescheid, dass Abgrenzung auch gut sein kann!
Demokratie muss auch den Raum bieten, dass man mal sagen darf: “So weit und nicht weiter!“, oder „So nicht!“. Ich wünsche dringlich, dass unsere Politiker der westlichen Welt alle mindestens mal 3 Jahre in einer dieser grundverschiedenen Kulturen verbringen, bevor sie interkulturelle Politik betreiben! (und auch unsere Innenpolitik ist inzwischen interkulturell…) Und zwar 3 Jahre in solchen Kulturen nicht zwischen 5-Sterne-Hotels, Roten Teppichen und Grünen Tischen, sondern dort, wo der Alltag sich abspielt! Dann wären auch sie manchmal nicht mehr weit entfernt von Mzeekenyas Zitat: „Die ersten vier Wochen ist der Besucher ein Tourist. Nachher ein Rassist".
Ich möchte hier klar betonen (und Ihr habt es in meinem Schreiben ja auch schon bemerkt), dass ich diesen Kontinent und seine Menschen nach wie vor auf eine besondere Art liebe. Ja, sie liegen mir wirklich am Herzen! Und ich vermisse sie, wenn ich längere Zeit in Deutschland bin! Und es gibt auch vieles an ihren Kulturen, das ich schätze, und Dinge, die mein Leben bereichert haben und die ich von ihnen gelernt habe und nicht missen möchte!!!!
Aber es gibt hier auch viele Dinge, die sind desaströs, schlicht weg lebensfeindlich. Und die muss man doch auch mal benennen oder in Frage stellen dürfen, ohne gleich als „Rassist“ oder als „überheblich“ abgestempelt zu werden???
Es ist nicht hilfreich, als Gegenzug zu vorherigem (eigenem, oder politisch geschichtlichem) Fehlverhalten nun zu allem einfach den Kopf zu nicken.

Eine Predigt über „Kultur“ unseres malawischen Pastors in der Baptisten Kirche vor einigen Wochen hat mich schwer beeindruckt. Ich muss ihn doch noch um seine Notizen bitten – so brillant, feinfühlig, liebevoll und gleichzeitig geradlinig, das kann ich gar nicht wieder geben! Aber vielleicht gelingt es mir, einige Kern-Gedanken weiter zu geben, die ich in diesen Diskussionen als unabdingbar ansehe:
Sein Aufhänger war eine Zeitungskolumne, in der hier immer einer (recht patent) etwas schreibt, was diese Woche in Malawi „good“ und was „bad“ war. Da hatte dieser (von unserem Pastor sonst geschätzter) Kolumnist sich positiv geäußert zu einem „Aufstand/Erklärung“ des Ngoni Chiefs in der nördlichen Gegend um Livingstonia Mission: Der oder die Chiefs haben der dortigen Kirche (Nachfolger von David Livingstone, dort ist eine der sehr guten Sekundarschulen, aus der schon so mancher kluge Kopf in Malawi hervor gegangen ist) erklärt, dass sie NICHT aufhören werden mit dem Bier trinken und Sich-Betrinken und mit der Polygamie. Pastor Chirwa sprach nun über „Kultur“ – was das ist, und wie wir verschiedene Kulturen bewerten (sollten). Er bemängelte auch viele seiner Landsleute, die, wenn er fragt: „Warum macht ihr dies oder jenes?“ einfach nur antworten: „Weil es unsere Kultur ist! Weil wir es schon immer so gemacht haben!“. Aus seiner Sicht genügt das nicht, um sein Handeln zu begründen. Kultur und Riten hätten viel Gutes – wenn es Sinn ergibt. Aber einfach „weil man es schon immer so gemacht hat“?
Und er macht deutlich: jede Kultur habe Gutes und Schlechtes. Keine Kultur ist irgendwie „insgesamt“ einer anderen überlegen oder unterlegen – aber so wie „ die westliche Welt“ inzwischen versuche, afrikanische Kulturen gut zu reden, nur weil man sie früher belächelt und als minderwertig eingestuft habe, das wäre auch nicht hilfreich. Denn es gäbe in afrikanischen Kulturen sehr wohl sehr schlechte und schädliche Dinge, und die müsse man ansprechen! Er selber ist Ngoni – und dort um Livingstonia herum aufgewachsen. Und er wisse um das viele Leid, das durch die Saufgelage und die Polygamien verursacht wird! Kulturelle Werte/Riten gehören dann bewahrt, wenn sie dem Leben dienen – Saufen und Vielehe bauen nicht auf, sondern zerstören, so seine Beobachtung. Wieso soll man solche zerstörerische Sitten erhalten? Um ein weiteres Beispiel zu nennen: es sei ferner bekannt, so sagt er, dass es bei den Ngoni Sitte ist: wenn ein Ngoni-Chief stirbt, kann er nicht alleine „gehen“. Irgendein junger Mensch (meist eine Frau) wird dazu auserkoren, ihn im Grabe zu „begleiten“. Sie wird dann mit dem Chief bei lebendigem Leibe begraben. „These things are still happening today in Malawi! And the Chiefs vowed to continue with all these habits! What a BAD week for Malawi!“.

Ebenso erwähnt er die “Hyänen”, über die ich schon geschrieben habe – u.v.m.
Ein weiteres Problem ist, dass sehr viele Männer auf diesem Kontinent ihren Verantwortungen nicht nachkommen. In jener Gemeinde gab es vor einiger Zeit mal eine Gottesdienst-Reihe: ein Gottesdienst wurde von Kindern gestaltet, einer von Frauen, und einer von Männern. An dem „Männer-Gottesdienst“ waren so viele Männer auf der Bühne, die einen wunderschönen Chor ergeben haben! Wie liebe ich diese afrikanischen Chöre – aber besonders afrikanische Männerchöre haben für mich unvergleichlich schöne Klänge!!! Und ich fragte mich: wo sind die alle eigentlich sonst??? Von denen singt sonst nie einer mit. Wie schade!!!
Das ist nur ein Mini-Ausschnitt. Aber was für ein Potential bleibt hier ungenutzt, wenn Männer statt Verantwortung zu übernehmen ihre Zeit in Saufgelagen verbringen!? Dies und vieles andere zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, und findet seinen Höhepunkt wohl in selbstherrlichen Präsidenten, von denen dieser Kontinent in den letzten 70 Jahren viel zu viele gesehen hat!!! Diese sind nur die Eisbergspitzen einer Kultur, die im Kleinen im Alltag überall gelebt wird.

Ich schreibe das hier, weil ich der Meinung bin, dass es dringend notwendig ist, nicht immer sofort mit der angeblichen „westlichen Überheblichkeit“ zu kommen. Afrikanische Kulturen schön zu reden (obwohl man oft genug gar keine Ahnung von vielen nach wie vor praktizierten Abscheulichkeiten hat), das ist eine ebenso ungesunde Reaktion wie früher die Unterdrückung und Abwertung der Afrikaner. Mir scheint manchmal, wir „Westler“, aber insbesonders die Deutschen, leiden an einem ungesunden Komplex: wegen schlimmer Geschichte unserer Vorfahren, meinen wir, jetzt umgekehrt alle „Anderen“ in Schutz nehmen zu müssen.
Jede Kultur hat Gutes und Schlechtes. Und Schön-reden von Letzterem hilft nichts.
Es ist natürlich aufgrund der Geschichte eine schwierige Angelegenheit – und es ist gut und unbedingt notwendig, wenn aus den eigenen afrikanischen Reihen Menschen aufstehen und diese Dinge ansprechen. Ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, das zu tun. Aber ich denke, dass sich in einem deutschsprachigen Forum über Afrika durchaus auch kritische Stimmen melden dürfen, ohne dass man als Leser daraus gleich Überheblichkeit heraus hört.
Das schmälert meine Liebe zu diesem Kontinent und seinen Menschen nicht! Und ich möchte nicht als ein reiner „Afrika-Kritiker“ herüber kommen. Aber ich denke, wer meine Beiträge liest, hat bereits gespürt, dass ich hier auch immer wieder zwischen Liebe und Schmerz hänge – und Schmerz fühlt man auch nur da, wo man liebt!

Ich grüße Euch aus dem „Warm heart of Africa“, Malawi, das neben momentanen Nachttemperaturen von 10 Grad auch menschlich gesehen für uns leider oft genug eiskalt ist. Jede Kultur bietet Wärme und Kälte, Weichheit und Härte in unterschiedlichen Erscheinungsformen. Hinterfragen wir doch weiterhin (das ist gut und wichtig!) - zu allererst uns, und dann auch andere – und möge es uns gelingen, die Guten Dinge festzuhalten und zu fördern!
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2018
Themenstarter546 Beiträge · seit 201811. Juni 2018 · #170
uuups - das mit dem link zu dem Zeitungsartikel hat nicht geklappt. Da hab ich wohl was falsch gemacht... Vielleicht kann mir einer helfen, wie ich das richtig einfüge?
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
57 Beiträge · seit 201811. Juni 2018 · #171
Liebe Antje
Dein Off-Topic hat mich tief beeindruckt und da dafür kein Danke Button reicht, hier noch mal in Buchstaben! MERCI

Liebe Grüsse
Esther
2'085 Beiträge · seit 201211. Juni 2018 · #172
Liebe Antje,
schon vor einiger Zeit hab ich mich bei euch ins Auto gemogelt und genieße eure Reise sehr! Danke für die vielen schönen Momentaufnahmen und den Einblick in euer Familienleben auf der Reise.
Mit den Gedanken und Hintergründen in deinem Off-Topic hast du auch mir sehr berührt und so ist es allerhöchste Zeit, ganz offiziell einen Fahrschein bei dir zu lösen und ein ausgeschriebenes DANKE zu platzieren.
Herzliche Grüße aus Stuttgart
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
3'883 Beiträge · seit 201111. Juni 2018 · #173
Rehema schrieb:uuups - das mit dem link zu dem Zeitungsartikel hat nicht geklappt. Da hab ich wohl was falsch gemacht... Vielleicht kann mir einer helfen, wie ich das richtig einfüge?
Guten Morgen liebe Antje,
erstmal zum Link: Vorne scheinen die eckigen Klammern nicht zu stimmen. Kannst du das noch einmal kontrollieren? Falls es trotzdem nicht klappt, frage ich meinen Mann, der jedoch im Moment nicht "greifbar" ist.

Zu deinem OT:
Du hast dir umfängliche Gedanken gemacht, die nicht in einem Rutsch beantwortet werden können. Deine Sicht der Dinge kann nur bei Menschen entstehen, die intensiver als der "gemeine" Tourist Afrikaner - nicht zuletzt Afrikanerinnen - erleben. Ich weiß, dass wir als Touristen höchstens an der Oberfläche kratzen. Wobei ich eine ohnmächtige Wut empfinde, wenn ich daran denke, welchen Stellenwert Frauen und Mädchen in vielen Ländern dieser Erde haben. Wenn es schon schwierig ist, jenen verknöcherten Machos unter unseren Männern beizubringen, Frauen als gleichberechtigt anzusehen, scheint mir das z. B. in afrikanischen Ländern schier unmöglich zu sein. Tiefer will ich an dieser Stelle nicht einsteigen.

Herzlichen Dank an Benni, dessen Forschergeist nicht ruhte, bis er Näheres über die Lion Children erfahren hatte. Das ist eine traurige Geschichte, die andererseits zeigt, dass das Leben die abenteuerlichsten Kapriolen drehen kann. So betroffen deine Kinder sein mögen, die Kenntnis über das Auseinanderbrechen einer für sie erst einmal beneidenswerten Familie und die Gründe, die dazu führten, wird für ihren Erfahrungsschatz wichtig sein.

Meine spontane Antwort bleibt damit an der Oberfläche, dabei geben deine Gedanken viel Diskussionsstoff her. Mir scheint das Forum jedoch ein ungeeigneter Platz dafür.

Ich wünsche euch ein gutes Gelingen eurer anstehenden Veränderungen!

Herzliche Grüße
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
5'479 Beiträge · seit 200911. Juni 2018 · #174
Hallo Antje,

gerade die off Topics sind es, die Deinen Reisebericht zu etwas ganz besonderem machen.

In Deinem Exkurs über afrikanische Kulturen hast Du perfekt auf den Punkt gebracht, was mir auch immer wieder durch den Kopf geht, ohne das ich es so gut ausdrücken könnte.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
4'382 Beiträge · seit 201511. Juni 2018 · #175
Freshy und Topobär und Ingrid: Besser hätte ich es nicht schreiben können! Antjes Bericht verdient mehrere Sterne, mindestens so viele wie Familienmitglieder dabei sind. 😉
Liebe Grüße, kann leider keinen Bedankemichknopf drücken, hole das aber nach!
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
2'397 Beiträge · seit 201111. Juni 2018 · #176
Hallo Antje,
viele Deiner Off-Topic-Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen, andere hingegen stoßen mir ein wenig übel auf, insbesondere Deine Gedanken zum deutschen "Schuld-Kult" (ohne dass Du es so benennst, aber in die Richtung scheint es mir zu gehen). Aber, wie Freshy richtig sagte, das Forum scheint mir nicht das Forum für so eine Diskussion zu sein. Von Angesicht zu Angesicht würde ich hingegen gerne mit Dir darüber reden, aber das wird leider nicht so einfach zu bewerkstelligen sein.
LG aus dem heißen Budapest,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
284 Beiträge · seit 201411. Juni 2018 · #177
Hallo Antje,

das war ja ein langer Beitrag 😮
Ich teile meine Antwort Mal auf. Zunächst der "leichte" Teil.

Wie ich schon erwähnte finde ich das Buch Lion Children oder auf deutsch "Wir Löwenkinder" (gibt's antiquarisch in sehr schöner Aufnachung, mit Zeichnungen und mehr, aber fragwürdiger Übersetzung https://www.amazon.de/Wir-Löwenkinder-abenteuerliches-Wildnis-Botsuana/dp/3785720866/ ) auch ganz toll. Genau wie ihr hatte ich Google bemüht und bin auf ähnliche Ergebnisse gestoßen. Aber ich hab noch ein paar Ergänzungen, die euch vielleicht interessieren:

Travers findet man auf LinkedIn https://www.linkedin.com/in/travers-mcneice-02238a21/?locale=de_DE
Maisie ist Künstlerin https://www.atthekitchentable.com/author/maisiemcneice/
Angus ist Journalist https://mobile.twitter.com/gusmcneice?lang=de
und Pieter setzt sich immer noch für Löwen ein https://lionaid.org/executives.php
nur über Oakley have ich nichts gefunden.

Ich fand es auch interessant, dass nach einer solch abenteuerlichen Jugend ziemlich "normale" Erwachsenenleben dabei heraus kamen, ich hätte da eigentlich einen unstillbare nicht Durst nach Abenteuer erwartet. Aber vielleicht ist es ja gerade andersrum, wenn man eine abenteuerliche Kindheit hatte.

Wie ist das bei deinen Kindern? Immer noch Lust aufs (für deutsche Kinder) ungewöhnliche Aufwachsen in Afrika oder fänden die eher eine deutsche Schule als "abenteuerlich"?
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
284 Beiträge · seit 201412. Juni 2018 · #178
Und nun Teil 2, die etwas "schwerere Kost"

Natürlich darf man Kritisieren, alles und jeden. Aber es kommt darauf an wie man das macht. Wie heißt es so schön: Wer ohne Süde ist, der werfe den ersten Stein.
Es gibt unzählig viel, was ich an Afrika und seinen Bewohnern kritisieren könnte. (In Asien übrigens noch mehr, ich fahr immer Mal wieder hin, weil ich hoffe dass es besser wird und es dort viel interessantes zu sehen gibt, aber die Mentalität dort schafft mich jedes Mal). Und ich finde es auch im, wenn man seine Meinung kund tut. Aber wenn man so macht als wäre man haushoch überlegen, dann geht das zu weit.

Z.B. Die Behäbigkeit, Geduld und Gleichgültigkeit, die man oft vorfindet strapaziert immer wieder meine Nerven, wenn ich in Afrika bin. Ich könnte so nicht dauerhaft leben, Und natürlich ist das auch ein Grund warum es dort wirtschaftliche Probleme gibt. Aber ist meine/unsere Arbeitseinstellung wirklich besser oder nur anders? Burn out, Stress, usw sind ja jetzt auch nicht gerade positiv.

Mich stört nicht die Kritik, mich stören Vergleiche bei denen die eigene Sicht/Kultur/Lebensweise als überlegen und besser angenommen wird. Wenn man sich anschaut was bei uns los ist, von den abscheulichen Taten in Staufen, von dem Zündeln der Vogelschiss-Partei, von dem Diesel-Betrug, von Rüstungsexporten aus Geldgeilheit, von nach mir die Sintflut Einstellung der Alten, Hauptsache ihre Rente ist sicher, von Egoismus und Apathie, von Missbrauch in Kirchen und Heimen, ...

Da gibt es doch einiges was auch bei unserer Kultur schief läuft. Auch wenn man sich anschaut wie viele heute als selbstverständlich betrachtete Errungenschaften erst ziemlich kurz da sind:
Gewaltfreie Erziehung - erst seit 2000 in Deutschland
Keine Prügel in der Schule - erst seit 1983 in Bayern, in den USA immer noch erlaubt
Frau darf nur mit Erlaubnis des Mannes arbeiten - bis 1977 in Deutschland
Frauenwahlrecht - erst seit 1971 in der Schweiz und 1986 in Lichtenstein
Homosexueller Sex - bis 1969 immer, bis 1994 teilweise strafbar in Deutschland
Vergewaltigung in der Ehe - erst seit 1997 strafbar in Deutschland
Und es gibt ja seit ein paar Jahren viele "Konservative", die gerne die "gute alte Zeit" zurück hätten.

Man kann gerne die Lebensweise anderer doof finden und auch sagen, dass man sie doof findet, aber anderen die eigene Lebensweise aufzwingen zu wollen geht gar nicht, denn ich will mir auch nicht eine andere Lebensweise aufzwingen lassen.
In Spanien werden Kinder um 22h gerade so richtig wach, während sie in Deutschland dann schon 2 Stunden im Bett liegen. Fragt man Eltern, dann halten sie ihr eigenes Vorgehen für richtig und kritisieren das andere. Aber letztendlich ist das Vorgehen einfach nur unterschiedlich und nicht das eine besser als das andere.

Oder um bei deinem Beispiel zu bleiben, ich kenne die Ngoni-Kultur nicht und kann sie daher weder gut oder schlecht reden, ich kenne aber die christliche Kirche und weiß dass diese schon so viel schlechte und schädliche Dinge hervorgebracht hat, dass ein Pastor besser erstmal die eigene Kultur aufräumen sollte bevor er den Stein auf andere wirft.
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
Themenstarter546 Beiträge · seit 201812. Juni 2018 · #179
Vielen Dank für Eure vielfältigen Reaktionen!
Die unterschiedlichen Beiträge zeigen, dass ich hier Diskussionen mit (vielleicht auch etwas zu viel) Zündstoff weitergeführt habe. Bestätigen mich aber auch darin, dass sich hier auf dem Forum sehr viele interessante Menschen tummeln, mit denen ich mich wirklich gerne mal mehr unterhalten würde!
Auch kritische Töne wurde in sehr guter Weise formuliert, wie ich finde, und ich danke Euch dafür! Danke auch Matthias, für manche Fakten zu Deutschland/Europa, die es wert sind, mal in einer solchen Auflistung betrachtet zu werden!
Für noch mehr Details habt Ihr, freshy und Karsten, vermutlich Recht: das müsste man dann wohl eher von Angesicht zu Angesicht tun! Ich bin gespannt mit wem sich das vielleicht tatsächlich mal ereignen wird (auch wenn es schade ist, dass es mit vielen nicht möglich sein wird).

Ich möchte keinen abwürgen, und wenn jemandem noch was auf der Seele brennt dazu, sollt Ihr das hier in meinem thead weiterhin äußern dürfen. Ich für meinen Teil würde es aber bei diesem "Ausflug" nun belassen, und mich wieder in den Moremi begeben. Ich hoffe, das ist in Ordnung so?
Vielleicht schaffe ich noch einen kleinen Einstieg zu unserem langen Tag durch den Moremi, bevor ich mich den sonstigen Alltagspflichten widme 😉
Grüße aus dem bibberkalten Blantyre 🤨
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
Themenstarter546 Beiträge · seit 201812. Juni 2018 · #180
Samstag, 07.04.2018 Moremi: SG-Third Bridge-Xakanaxa-SG
Ein Tag voller kleiner Überraschungen

Da wir heute abend ja nochmal in South Gate übernachten, können wir die Zelte stehen lassen. Ich muss nur Kaffee und Tee kochen und in Thermoskannen befüllen – die Frühstücksbrötchen habe ich am Abend schon fertig gemacht, ähnlich wie mit unserem Chobe-Game-Drive vom Senyati aus.
Aber auch diesmal schaffen wir es dennoch erst um ca. 6:20, im Auto zu sitzen. Es ist schön, zu diesen frühen Morgenstunden aufzubrechen! Mal wieder mit viel Spannung und Erwartung im Gepäck, haben wir doch im Vorfeld so viel von diesen „berühmten“ Ecken gelesen, die wir heute selber "in Echt" erkunden wollen!

Das erste tiefe Matschloch direkt hinter South Gate kennen wir ja nun schon, und davon soll es im Laufe des Tages noch mehrere geben, und Rafiki beginnt zunehmend, seine Farbe zu verändern! Das finden die Kinder natürlich besonders „cool“! 😎 Aber ich will nicht verschweigen, dass es auch Volker und mir Freude bereitet, ein solches Auto endlich mal wieder „da zu fahren, wo man es wirklich braucht“! 🤩 😏 😉

In Erwartung an viele Tiere in den frühen Morgenstunden werden wir zunächst einmal enttäuscht: es bleibt die erste Stunde über erstaunlich leer. Die ersten Tiere, die uns über den Weg laufen, sind zwei Frankolin. Ich versuche, für etwas Aufheiterung zu sorgen, indem ich bemerke: „Aha! Frank und Lina sind also auch schon wach!“ Aber nur Benni lacht über meinen recht einfallslosen Witz….

Dann „das Übliche“: Impalas, weitere Frankolin, Hornbills, und andere Vögel

SM-Impala1.jpg


SM-Impala2.jpg


Benni wird so langsam richtig schlecht gelaunt, und beschwert sich ständig darüber, dass wir eben zu spät im Auto saßen! 😠 Und deshalb haben sind die Tiere jetzt schon wieder alle verkrochen! Es ist echt schwer, ihn aus seiner miesen „Enttäuschungslaune“ heraus zu holen! (alle hatten insgeheim gehofft, so früh vielleicht noch ein paar Löwen zu erwischen…)
Da aber überrascht uns doch etwas – wieder etwas Kleines, und etwas, an das wir gar nicht gedacht hatten – um so größer ist die Freude!

SM-MOngoose5.jpg


Zwergmangusten auf der Straße direkt vor uns!

SM-Mongoose6.jpg


Die sind alle schon seeeerh wach und bieten uns ein unheimlich lustiges Schauspiel!

SM-Mongoose4.jpg


SM-Mongoose3.jpg


SM-Mongoose7.jpg


Wir verbringen ziemlich viel Zeit hier, denn ihr Gezeter und Gejage ist so abwechslungsreich! Außerdem haben wir noch nie so viele Mangusten gesehen, noch dazu so direkt vor uns, mit überhaupt keinen Anstalten, sich zu verziehen!

SM-Mongoose8.jpg


SM-Mongoose12.jpg


Wir müssen uns losreißen – denn die Strecke bis Third Bridge geht noch ein Weilchen, und wenn wir bei jedem Tier so lange stehen bleiben, wird das heute nix mehr mit der großen Runde!

Als die Sonne es dann endlich geschafft hat, so weit über den Horizont und durch die untersten Wolken zu kriechen, dass sie alles langsam in ein schönes Morgenlicht taucht, wird es um uns auch lebendiger.
Einige Kudus stehen recht nahe an der Straße, sind aber nicht so entspannt wie die Mangusten und verzeihen sich recht schnell im Gebüsch.

SM-Kudu2.jpg


SM-Kudu1.jpg


SM-Kudu3.jpg


SM-Kudu4.jpg


Dann ruf einer: „Impalaherde – vorne links!“ Tabea: „Bock dabei?“, „Ich kann noch keinen sehen, aber es muß einen geben…“. „Da, da hinter dem Busch steht er!“, Tabea: „Also ein Bock!“ „Nein, da ist noch einer!“ - Tabea: „Korrektur: Zwei Böcke!“, und sie macht einen weiteren Strich in der entsprechenden Spalte. 😁

SM-Impala5.jpg


SM-Impala3.jpg
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0