Danke Thorsten, danke für die ausführliche Replik. Größtenteils reagierst du auf etwas, was ich so, wie du reagierst, gar nicht gesagt habe.
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Du argumentierst sinngemäß "tot ist tot", aber ob fahrlässige Tötung, Totschlag oder vorsätzlicher Mord macht in der Bewertung wohl doch einen Unterschied, wenn ich diesen Vergleich mal benutzen darf. "
Mache ich nicht! Historische Aufarbeitung und Wahrheitsfindung ist für mich kein Strafprozess. An Letzterem habe ich kein Interesse, weil es Parteilichkeit erzeugt und die Wahrheitsfindung behindert. Habe ich doch mehrfach gesagt.
@die „persönliche“ Meinung aus Wieczorek-Zeuls aus 2004 wurde diese 2015 als offiziellen deutscher Standpunkt übernommen. Siehe unten, ab etwa der Hälfte.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenzen/regierungspressekonferenz-vom-10-juli-847582Du wirst es sicher besser wissen, aber für mich ist das aus dem o. a. Grund nicht so wichtig, wie man das, was passiert ist, jetzt auf Neudeutsch nennt.
@Staats-/Amtshaftung denke ich, dass es klar sein sollte, wie das gemeint war.
@“Verjährungsfrist“: Mit dem Kimbern-und-Teutonen-Argumenten gebe ich mich nicht ab. Das thematisierte Unrecht ist nur 35 Jahre älter als die Verbrechen für die wohl zu Recht (oder?) Wiedergutmachung geleistet wurde. Aber, wie von dir gesagt: Wo die Grenze ziehen? Regeln, wird/kann es nicht geben, es ist einfach „Ermessenssache“. Ich persönlich habe kein grundsätzliches Problem damit, wenn indigene Gruppen (noch) vom Staat alimentiert werden, bei Landnutzung privilegiert werden udgl. Dieses leistungslose Einkommen ist auch nichts anderes als Wiedergutmachung für früher zugefügtes Unrecht. Wenn in Tschechien und Slowakei Restitution für die Enteignungen durch die Kommunisten ein Thema ist, gibt es auch keine Proteste. Oder wegen Entschädigungen an Besitzer von restituiertem Land in RSA oder ZIM. Es gibt Für und Wider, eine Diskussion darüber ist mE legitim.
@Die Büchse der Pandora. Grundsätzlich möglich, aber seeehr theoretisch bzw. realpolitisch sehr unwahrscheinlich. Innerhalb der EU ist doch alles sehr ausbalanciert. Als z. B. Österreich die Aufhebung der Benes-Dekrete mit seiner Zustimmung zum EU-Beitritt Tschechiens junktimieren wollte, sind sie abgeblitzt. In Afrika bzw. OAU/AU herrscht seit der Entkolonisierung Konsens darüber, die „geerbten“ Grenzen nicht zu verändern. Es gab auch keine dramatisch großen Geldforderungen an die Ex-Kolonialmächte. Es gab/gibt „Förderprogramme“ zur Pflege der Einflusssphären, ODA, usw. bis Schuldenschnitte. Dass z. B. Tansania jetzt Forderungen an BRD stellen würde (die es an den Zwischenwirt GB nicht gestellt hat) halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Wie argumentieren nach 60 Jahren Schockstarre? Und wenn doch, hätte man ja auch gute Argumente dagegen und eine Position der Stärke, um nicht drauf einzugehen.
Also warum doch in Namibia? Die Verhätschelung Namibias durch alle deutschen Regierungen bei ODA, mal mehr, mal weniger, wird wohl auch etwas mit der deutschstämmigen Minderheit dort zu tun haben, so klein sie auch sein mag. Ist ja auch nicht von der Hand zu weisen und wohl ein Grund dafür, warum nicht auch in TZ oder Samoa.
Auch deswegen verstehe ich nicht, warum da jetzt so ein Popanz aufgeblasen wird, wo doch eigentlich eh schon alles klar war. Das deutsche „Angebot“ lässt sich rechtfertigen, ist gefinkelt verpackt (von EW nicht deutlich abgegrenzt), ist kein Geld ohne Mascherl, nur für qualifizierte Projekte, der Betrag ist nicht groß ….
Aber alle o.a. Argumente Für und Wider sind sowieso schon wieder Wasser unter der Brücke, seit einige traditionelle Führer mit Rechenschwäche und Zitaten von der dw sich und ihr Anliegen aus der Diskussion genommen haben. Ist doch ein aufgelegter Elfer für BRD und Gegner der "Vereinbarung" , der endgültigen "Verjährung" wieder ein paar Jahre näher zu kommen 😗 .
MM, Werner.