Völkermord an Herero

371 Antworten · 44,5k Aufrufe · gestartet 14. Jan. 2018 von Old Women
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1'678 Beiträge · seit 200701. Aug. 2024 · #361
Ich bin mit swakop nicht immer einer Meinung, aber dieser WDR-Text ist wirklich schwer erträglich
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
16,9k Beiträge · seit 201201. Aug. 2024 · #362
Wir haben dort, an eben dieser Stelle, auch schon ein paar Blümchen hingelegt, darüber hat der WDR aber ganz vergessen zu berichten. 😎

Wann immer wir in Swakop sind, drehen wir eine Runde über den Friedhof und schauen was es Neues gibt. Spannend ist es immer um das Herero Denkmal, an dem gerne zahlreiche Schnapsflaschen hinterlegt werden.

LG
Logi
Gast01. Aug. 2024 · #363
Man kann Soldaten dafür ehren, dass sie in ihrem Job, im Kampf im Auftrag des Vaterlandes gestorben sind - auch dann, wenn der Kampf möglicherweise aus falschen Motiven geführt wurde (siehe auch 3. Golfkrieg).

Wenn dann nur ein Kranz bei den deutschen Soldaten niedergelegt wird, aber nicht bei den Opfern der deutschen Kolonialzeit, dann bekommt das "Gedenken" eine hässliche Färbung. Dann kann man sich durchaus empören. Das geht jetzt aus dem Artikel aber nicht so eindeutig hervor, was da bezüglich Herero/Nama erfolgte.

Was ich ansonsten eher empörenswert finde: Warum müssen überhaupt Hinterbänkler aus dem NRW-Landtag nach Namibia reisen, um sich mit der Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit zu befassen? Ganz egal ob CDU, Grüne oder AfD. Wenn Bundestagsabgeordnete das machen, die am Ende über einen Versöhnungsvertrag mit Namibia abstimmen sollen, dann kann man das vielleicht noch akzeptieren. Aber das ist doch überhaupt kein Thema für die NRW-Landespolitik? Was haben die da zu regeln? Wenn man auf die Website des Landtages NRW und da auf den Hauptausschuss (22 Mitglieder) schaut, der die Reise unternommen hat, dann findet sich bei den aktuellen Beratungsgegenständen des Hauptausschusses nichts zu Namibia und Kolonialzeit. Auf welcher Basis hat man sich damit beschäftigt und wahrscheinlich ca. 100.000 Euro Steuergeld investiert?

Das kann durchaus nur ein Informationsdefizit meinerseits sein, aber auf den ersten Blick sieht das für mich so aus, als wenn man sich zum Abschluss der Sitzungsperiode auf Steuerzahlerkosten einen hübschen Trip nach Namibia gegönnt hat.

Grüße
1'127 Beiträge · seit 202201. Aug. 2024 · #364
Nachdem dieser Friedhof nun zum Thema wurde und mich folgend schon lange interessierte.
Die Inschrift auf diesem Gedenkstein wurde ja vor ein paar Jahren geändert. In der Erstversion kamen die Begrabenen „under mysterious circumstances“ um.

KZ-FriedhofSwakopmund.jpg


Weiß noch Jemand wer sich das ausgedacht hat und ob und welche Reaktionen dazu kamen?
Hinweise und Medienlinks genügen, Diskussion ist überflüssig.
Danke im Voraus für Sachdienliches
zuletzt bearbeitet 01. Aug. 2024
16,9k Beiträge · seit 201201. Aug. 2024 · #365
Hier noch ein anderer Artikel zu der Kranzniederlegung Ärger für AfD-Abgeordneten nach Kranzniederlegung in Namibia

Es hat im offiziellen Teil der Reise eine ausschließliche Kranzniederlegung für die Nama und Herero gegeben.

Die Kranzniederlegung an den Schutztruppengräbern in Swakopmund war nicht mehr Bestand der offiziellen Delegationsreise, sondern der private Reiseteil im Anschluss.

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201220. Sept. 2024 · #366
Genocide reparation documents ‘disappear’
Dokumente zur Wiedergutmachung für Völkermord „verschwinden“:
... Dokumente, darunter Protokolle von Sitzungen zwischen namibischen und deutschen technischen Komitees, sind offenbar verschwunden.
Dies kam kürzlich in einem Verfahren vor dem Obersten Gericht in Windhoek ans Licht, das Bernadus Swartbooi, die Bewegung der Landlosen (LPM) und elf traditionelle Autoritäten gegen die Regierung angestrengt hatten.
Ziel des Gerichtsverfahrens ist die Aufhebung der umstrittenen gemeinsamen Erklärung zwischen Namibia und Deutschland, in der sich die deutsche Regierung verpflichtet hatte, Namibia über einen Zeitraum von 30 Jahren 1,1 Milliarden Euro (18,6 Milliarden Na$) für Projekte zur Versöhnung und zum Wiederaufbau der vom Völkermord an den Nama und Herero von 1904 bis 1908 betroffenen Gemeinschaften zu zahlen.
Zu den fehlenden Dokumenten gehören laut Regierungsvertretern auch eine Weisung des technischen Ausschusses an den Sonderausschuss des politischen Kabinetts vom 24. März 2022 sowie Protokolle verschiedener Sitzungen des Sonderausschusses des Kabinetts.
Sie teilten dem Gericht außerdem mit, dass der Nachtrag, die Finanzierungsvereinbarung, der Konzeptrahmen für eine Zweckgesellschaft und die gemeinsame Konzepterklärung mit Änderungen noch von den beiden Regierungen ausgehandelt werden. ...


LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201225. Sept. 2024 · #367
Volksmoord op Swakopmund herdenk

Gedenken an den Völkermord in Swakopmund:
Von kommendem Montag bis Samstag findet in Swakopmund die erste internationale Konferenz zum Herero-Völkermord statt, die an den 120. Jahrestag seit dem Vernichtungsbefehl des Kaiserreichs Deutschland zur Tötung von Ovahereros erinnert.
Teil des Verfahrens ist eine Ausstellung und Dokumentarfilmvorführung über Untersuchungen zu Shark Island, Waterberg und der Schlacht von Hamakari. ...


LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201224. Apr. 2025 · #371
Nationalfeiertag steht an

... Die Regierung deklarierte im vergangenen Jahr den 28. Mai zum Tag des Gedenkens an den Völkermord mit Wirkung ab 2025. Am 28. Mai 1908 hatte die deutsche Kolonialregierung alle Gefangenenlager mit Herero- und Nama-Häftlingen geschlossen. Schon 2016 hat der ehemalige Parlamentsabgeordnete Usutuaije Maamberua von der SWANU-Partei einen Antrag in der Nationalversammlung gestellt, dass ein Völkermord-Gedenktag am 28. Mai proklamiert werden soll. ...

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201219. Nov. 2025 · #372
Namibia fails to summon Germany to Namibian court for genocide negotiations

Namibia scheitert beim Versuch, Deutschland zu Völkermordverhandlungen vor ein namibisches Gericht zu laden:

Der Versuch der politischen Partei „Landless People's Movement“ (LPM) sowie mehrerer traditioneller Autoritäten, die deutsche Regierung vor namibischen Gerichten wegen des Völkermords an den Ovaherero und Nama in den Jahren 1904–08 anzuklagen, ist gescheitert, nachdem der gesamte Richterkollegium des Obersten Gerichtshofs den Antrag abgewiesen hat.
...
Bernadus Swartbooi, die LPM und 13 traditionelle Autoritäten sowie andere beantragten beim Obersten Gerichtshof Namibias, sich der Bundesrepublik Deutschland anzuschließen, um die zwischen den beiden Ländern ausgearbeitete Gemeinsame Erklärung aufzuheben und eine Erklärung abzugeben, dass die zwischen 1904 und 1908 an den Nama/Ovaherero begangenen Gräueltaten gemäß den damaligen internationalen Gesetzen und den heutigen Regeln des Völkerrechts als Völkermord zu werten sind.
...


LG
Logi