Völkermord an Herero

371 Antworten · 44,5k Aufrufe · gestartet 14. Jan. 2018 von Old Women
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807 Beiträge · seit 201818. Mai 2021 · #81
.....und ich hätte gerne Wiedergutmachung von Italien weil die Römer im Jahre 12 nach Beginn unserer Zeitrechnung meinen
Ur-ur-ur.....ur-Grossvater im Teutoburger Wald ermordet haben.....!?

Liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
33,1k Beiträge · seit 200618. Mai 2021 · #82
.....und ich hätte gerne Wiedergutmachung von Italien weil die Römer im Jahre 12 nach Beginn unserer Zeitrechnung meinen Ur-ur-ur.....ur-Grossvater im Teutoburger Wald ermordet haben.....!?
Das tut mir so leid....
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857 Beiträge · seit 201419. Mai 2021 · #83
busko schrieb:.....und ich hätte gerne Wiedergutmachung von Italien weil die Römer im Jahre 12 nach Beginn unserer Zeitrechnung meinen
Ur-ur-ur.....ur-Grossvater im Teutoburger Wald ermordet haben.....!?
Liebe Grüsse,
busko
Die Römer gaben uns den Wein und ein paar andere Nettigkeiten.. 😉
Ich finde den sehr komplexen (!), geschichtlichen Zusammenhang mit einer Anerkennung eines Genozids auch nicht sonderlich glücklich, aber die Kolonialzeit war auch in Namibia kein Zuckerschlecken für die dort ansässigen Menschen.. insofern ist Aufbauhilfe doch eine gute Idee..
direkte Entschädigung auf keinen Fall.
viele Grüße
Alexander
807 Beiträge · seit 201819. Mai 2021 · #84
Hallo zusammen!

ich hake nochmal nach, da ich nicht falsch verstanden werden möchte!

Ich möchte:
1. Die historischen Gegebenheiten auf keinen Fall leugnen,
2. Mich keineswegs gegen deutsche Hilfen für den namibischen Staat aussprechen.

Mir geht es lediglich um die einfachen Fragen:
"Wo fängt man an und wo hört man auf?.....Was gehört dazu, was nicht?"
"Können solche Ereignisse verjähren?.....Wenn ja, wann und warum nicht anders?"
"Ist der "Massenmord" eines Krieges irgendwie besser, nur weil man den Vorgang ein "Krieg" nennt?"

Liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 19. Mai 2021
857 Beiträge · seit 201419. Mai 2021 · #85
Danke Busko, für Deine Antwort, die das Ganze etwas deutlicher klarstellt..
16,9k Beiträge · seit 201227. Mai 2021 · #86
Rukoro: „Du bist nicht willkommen!“: Stammesführer der OvaHerero und Nama sind sauer – von Namibia in Stich gelassen
https://www.az.com.na/nachrichten/rukoro-du-bist-nicht-willkommen2021-05-27/

Die beiden obersten Stammesführer der Herero- und Nama-Bevölkerungsgruppen in Namibia zeigen sich unter Begleitung weiterer Volksgruppenvertreter kampfbereit. Das zwischen Namibia und Deutschland unterhandelte Rahmenabkommen entspreche deutschen Vorstellungen und nicht denen der vom Genozid betroffenen Völker...

LG
Logi
566 Beiträge · seit 201328. Mai 2021 · #87
Hier ein aktueller ZDF-Beitrag:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland-namibia-herero-voelkermord-100.html

Sofern es zutreffend ist, dass die Gespräche nur mit "Namibia" als solches, aber ohne Beteiligung der Herero/ Nama erfolgt ist, kann ich den Unmut ein Stück weit verstehen. Ob das nicht aber auch ein "internes Problem" zwischen Namibia und den Herero/ Nama selbst ist, wäre eine andere Frage.

LG Mogambo 🙂
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #88
Sofern es zutreffend ist, dass die Gespräche nur mit "Namibia" als solches, aber ohne Beteiligung der Herero/ Nama erfolgt ist, kann ich den Unmut ein Stück weit verstehen
ja, denn es waren bilaterale Gespräche. Das Völkerrecht sieht scheinbar gar nicht vor, dass sich Einzelvertreter mit den höchsten eines anderen Staates auseinandersetzen. Dagegen sind Rukuro & Co ja in New York [sic] vor ein Gericht gezogen und abgeblitzt. Zudem sind durchaus Herero und Nama als Vertreter ihrer Volksgruppen in der Verhnadlungsdelegation vertreten gewesen.

Das Angebot ist so wie es nun steht wie ich finde nicht schlecht (natürlich aus einer Kolonialisten-Position gesprochen ;-)). Problem ist aber, dass v. a. Rukuro, immer gesagt hat, dass jeder Herero und jeder Nama Cash haben will. Man kann sich denken warum...

Meine Vermutung: Abkommen wird, wie es auf dem Tisch liegt, beiderseitig von den Staatsoberhäuptern (oder wem auch immer) unterschrieben und umgesetzt und damit ist das Thema "rechtlich" erledigt.

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 28. Mai 2021
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #89
Mal einiges aktuelles zum Thema. Quelle ist Hitradio Namibia
Auch die Oppositionsparteien sprechen sich gegen das Abkommen mit Deutschland zum Völkermord aus. Wie der Namibian berichtet, bemängelte die LPM, dass das Abkommen nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun, sondern sei schlichtweg ein bilaterales Abkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Partei bleibe bei ihrem Standpunkt, dass direkte Reparationen an die betroffenen Gemeinschaften fließen sollten. Für die RDP habe vor allem das ständige gegeneinander arbeiten der namibischen Regierung und traditionellen Führer die Verhandlungsposition verschlechtert. Die PDM sprach von einer Beleidigung durch Deutschland. Keine der drei Kernpunkte solle erfüllt werden.
(28.5.2021)
Deutschland hat Namibia Wiedergutmachung für den Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts durch Projekte über 30 Jahre angeboten. Laut dem Namibian geht es um eine Summe von fast 19 Milliarden Namibia Dollar. Ein dementsprechendes Angebot bestätigte Präsidentensprecher Alfredo Hengari. Es sei das Ergebnis der neunten Verhandlungsrunde gewesen. Das Geld solle in Projekte zur Entwicklung der Infrastruktur, dem Gesundheitssektor und der Bildung fließen. Dabei liege der Schwerpunkt auf den historischen Siedlungsgebieten der vom Genozid betroffenen Volksgruppen der Ovaherero und Nama. Wann das Abkommen unterzeichnet werden soll, wurde nicht genannt.
(27.5.2021)
Die Traditionelle Behörde der Ovaherero und der Verband der Traditionellen Führer der Nama lehnen das Abkommen zwischen Namibia und Deutschland zum Völkermord ab. Nampa berichtet, dass dies der Ovaherero Paramount Chief Vekuii Rukoro klarstellte. Die Ablehnung geschehe, ohne dass der Wortlaut des geplanten Abkommens bisher an die Öffentlichkeit geraten war. Der Verhandlungsführer Namibias habe lediglich deutlich gemacht, dass es keine Einzelentschädigung geben werde. Deutschlands Regierung halte an seinem seit 100 Jahren andauernden rassistischen Verhalten fest, so Rukoro. Auch das Verhalten der namibischen Regierung verurteilte er aufs Schärfste.
(27.5.2021)
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33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #90
So, Thema wohl beendet: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/2463396
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582 Beiträge · seit 202128. Mai 2021 · #91
Gelöscht ,unnötig
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2021
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #92
Kleine Ergänzung dazu, das Geld ist für Programme in den kommenden 30 Jahren aisgelegt. Zumindest berichtet das das Handelsböatt.
Ja, siehe Posts zuvor.
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582 Beiträge · seit 202128. Mai 2021 · #93
Nein Christian, in deinem Link steht nichts von 30 Jahren.....
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #94
Nein Christian, in deinem Link steht nichts von 30 Jahren.....
schrieb ich auch nicht, aber in den anderen Posts 🙂
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582 Beiträge · seit 202128. Mai 2021 · #95
Wie konnte ich nur.....
16,9k Beiträge · seit 201228. Mai 2021 · #96
Heute in der AZ

Namibia ist ein schwacher Unterhändler - Herero & Nama: Verhandlungen sind erst beendet, wenn Betroffene zustimmen
https://www.az.com.na/nachrichten/namibia-ist-ein-schwacher-unterhndler-2021-05-28/

Auch die namibische Regierung bezog während der Pressekonferenz der OvaHerero-Kommunalverwaltung (OTA) und des Nama-Stammesführerverbandes (NTLA) verbale Prügel. Es sei unverständlich, wie der Betrag in Höhe von 40 Milliarden Euro, den Namibia zu Anfang der Unterhandlungen von Deutschland verlangt habe, auf knapp 1,1 Milliarden Euro heruntergehandelt worden sei, monierte der Paramount Chief der OvaHerero, Vekuii Rukoro...

LG
Logi
Gast28. Mai 2021 · #97
Logi schrieb:Heute in der AZ.... Es sei unverständlich, wie der Betrag in Höhe von 40 ?Milliarden Euro, den Namibia zu Anfang der Unterhandlungen von Deutschland verlangt habe, auf knapp 1,1 Milliarden Euro heruntergehandelt worden sei, monierte der Paramount Chief der OvaHerero, Vekuii Rukoro...
40 oder 4?
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2021
Gast28. Mai 2021 · #98
Hallo,

kann man den Vertragstext schon irgendwo einsehen?

Auf die kontroverse moralische Diskussion will ich gar nicht eingehen. Nüchtern betrachtet wäre es aus deutscher Sicht relevant, dass der Vertrag und die Zahlung von 1,1 Milliarden Euro wirklich einen Schussstrich zieht - also verbindlich in dem Vertrag steht, dass damit seitens Namibias keine weiteren Ansprüche geltend gemacht werden können. Ansonsten kann die nächste oder übernächste Regierung in Namibia das Fass ja wieder aufmachen und beispielsweise vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Deutschland klagen, wenn sie Geld braucht. (Da können nur Staaten klagen, nicht aber Volksgruppen wie die Herero). Andernfalls wäre aus deutscher Perspektive gar nichts erreicht. Mit dem Staat Namibia hätte man dann rechtlich keine abschließende Lösung erreicht und die Herero und Nama akzeptieren das Abkommen ja ohnehin nicht.

Grüße, Torsten
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #99
kann man den Vertragstext schon irgendwo einsehen?
nein, da er noch nicht unterzeichnet, sondern nur paraphiert wurde. Unterzeichnung soll in Kürze in Windhoek durch Außenminister Maas, Entschuldigung vor dem Parlament durch Bundespräsident Steinmeier stattfinden.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
33,1k Beiträge · seit 200628. Mai 2021 · #100
"Vertreter der Herero und Nama haben die Erklärung Deutschlands zum Völkermord in Namibia entschieden zurückgewiesen. Bei einer spontanen Demonstration marschierten rund 100 Personen vom Parlament zur Deutschen Botschaft, wo mehrere Chiefs dem deutschen Botschafter Herbert Beck eine Petition überreichten. Der Generalsekretär der Traditionellen Ovaherero-Behörde OTA, Mutjinde Katjiua, erklärte anschließend gegenüber Hitradio Namibia: „The ambassador shouldn’t think that we are fools. To say that they recognise that what has happened in today’s term is a genocide. By that token saying it wasn’t a genocide because it was done before the UN convention on the prevention and punishment of genocide of 1948.” Sollte das geplante Abkommen unterzeichnet werden, werde man das als Kriegserklärung verstehen, so Katjiua weiter." (Hitradio Namibia, 28.5.2021)
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