Wollte nur sagen, dass mir die Bilder der Flamingos in Walvis Bay besonders gut gefallen haben. Wir werden drei Tage dort sein und ich hoffe, dass wir auch Glück haben und Flamingos sehen können.
Suzie 🙂
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201621. Apr. 2017 · #162
Suzie schrieb:Hallo Sasa
Wollte nur sagen, dass mir die Bilder der Flamingos in Walvis Bay besonders gut gefallen haben. Wir werden drei Tage dort sein und ich hoffe, dass wir auch Glück haben und Flamingos sehen können.
Suzie 🙂
Hallo Suzie, ich mag mich irren, aber ich glaube die Flamingos sind immer da, oder? Ich habe noch nie davon gehört, dass sie wandern und in allen Berichten die ich gelesen habe und im Reiseführer wird die Lagune mit den Flamingos genannt. Ich fand allerdings die Flamingos in der Bucht in Lüderitz noch schöner anzusehen, weil dort noch die Farben durch die Wasserpflanzen dazu kamen. Kann aber auch sein, dass es besonders schön war, weil es die ersten Flamigos in freier Wildbahn für mich waren.
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201621. Apr. 2017 · #163
Sasa schrieb:ich mag mich irren, aber ich glaube die Flamingos sind immer da, oder? Ich habe noch nie davon gehört, dass sie wandern
Hallo Suzie und Sasa,
soweit ich weiß, ziehen große Teile in der Regenzeit in die dann mit Wasser gefüllte Etoschapfanne. So ganz tausendprozentig weiß ich das aber auch nicht...
Patoucha63 Beiträge · seit 201721. Apr. 2017 · #164
Hallo Sandra,
Ich lese auch fleißig bei Dir mit und freue mich darauf, im Gegenzug zu den Löwenfotos auch noch welche von eurem Trip zu sehen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
LG Helga
Bollito204 Beiträge · seit 201621. Apr. 2017 · #165
Hallo Sasa, Wir waren am 9.4 an der Lagune und es waren nicht mehr so viele Flamingos dort. Ein Ortsansässiger sagte uns, viele wären in der Vorwoche nach Etoscha zur Fisher Pan. weitergeflogen. LG Traute
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201627. Apr. 2017 · #166
Hallo Bettina und Traute, danke für Eure Information zu den Flamingos. Aber da die Etoshapfanne ja nur sehr selten Wasser hat, dürfte die Wahrscheinlichkeit sehr groß sein Flamingos in der Walfisch Bucht zu finden, oder?
Viele Grüße und danke Euch allen für Eure Geduld. Es geht in den nächsten Tagen ganz bestimmt wieder weiter. Versprochen!!!!!!!!!!!!!
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #167
TAG 12: Swakopmund - Erongo/AiAiba Rock Painting Lodge
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Consti und fahren über die B2 Richtung Erongo Gebirge. Je näher wir dem Gebirge kommen, umso schöner wird die Landschaft.
Auf den D Straßen wird der Verkehr wieder sehr dünn. Allerdings treffen wir den ein oder anderen Fußgänger. Es wird gewunken und man möchte mitgenommen werden. Wir signalisieren dann immer, dass das Auto voll ist, aber reichen dafür dann eine Flasche Wasser aus dem Fenster, die auch immer gerne angenommen
Ich habe mir aus dem Forum den Lageplan zu Christinas Café ausgedruckt. Da es mehr oder weniger vor den Toren der AiAiba Rock Painting Lodge liegt, zu der wir wollen, bietet sich das natürlich an. Direkt vor dem Gate zum Nationalpark, soll Christina ihr Café betreiben. Als wir dort ankommen suchen wir erst einmal eine ganze Zeit die Zufahrt und fragen dann den Wachmann am Gate. Der kann uns auch nicht weiterhelfen. Zufällig entdecken wir dann doch das Hinweisschild, das links neben dem Tor steht. Warum der Wachmann das nicht weiß, ist uns rätselhaft. Wir folgen dem Schild und schon ca. 150 m später stehen wir vor Christinas Café oder vor dem was noch übrig ist davon.
Schade, wir hätten gerne Christina kennengelernt und etwas getrunken, um sie zu unterstützen. Wir schauen uns ein wenig um. Es stehen in der Nähe ein paar Hütten und es laufen Ziegen herum, aber kein Mensch ist zu sehen den wir nach dem Verbleib von Christina fragen könnten. Auf dem „Tresen“ liegen Zettel und Kleingeld. Auf den Zetteln haben einige deutschsprachige Touristen Nachrichten für Christina hinterlassen. Die Zettel sehen nicht mehr ganz neu aus. Wir fragen uns, ob Christina etwas zugestoßen ist. Das Café sieht sehr nett aus oder sah zumindest einmal sehr nett aus. Wirklich schade, dass niemands da ist. Anmerkung: Im Forum habe ich gelesen, dass es Christina gut geht, sie aber das Café wieder aufgegeben hat, weil sie kein Geld für neue Getränke hatte. Wir machen noch ein paar Fotos unter anderem von diesem Felsen, der aussieht als würde dort jemand sitzen.
Aber auch andere Felsformationen beeindrucken.
Wir fahren die wenigen Kilometer bis zur AiAiba Lodge. Kurz vor dem Tor sehen wir das Schild zum Living Museum der San. Am Tor werden wir von einer freundlichen Frau empfangen, die per Funkgerät unsere Ankunft in der Lodge meldet. An der Lapa werden wir mit Tee und feuchten Handtüchern begrüßt. Herrlich. So nett wurden wir noch nirgendwo empfangen.
Vor der Lodge auf dem Rasen grasen auf ihre Ellenbogen gestützt Warzenschweine. Das sieht sehr witzig aus. Die Lapa der Lodge ist sehr tief gezogen und mit Glas verkleidet, so dass sie bei Kälte ganz geschlossen werden kann.
Innen finden sich viele wunderschöne Holzschnitzereien. Die meisten haben ein Preisschild und können käuflich erworben werden. Einer der schönen Elefanten wird auch noch in unseren Kofferraum wandern 😁 .
An der Rezeption werden wir auf Deutsch durch den Manager begrüßt. Er fragt, ob wir später einen Lunch wünschen. Er könnte einen Salat oder Toast anbieten. Wir entscheiden uns für den Salat und fragen nach dem Living Museum. Er meint, dass dies jederzeit besucht werden kann und es nur 5 Minuten Fahrzeit entfernt sei. Da wir erst kurz nach 11 haben, entscheiden wir uns für einen sofortigen Besuch nach dem Gepäckausladen und bitten um einen späten Lunch gegen 2. Wir bekommen die Schlüssel für unsere Zimmer und bekommen den Weg erklärt. Man kann mit dem Auto bis dorthin fahren. Leider wird uns nicht gesagt, dass der Weg sehr eng ist. An einer Stelle steht ein Fels so weit vor an einem Chalet, dass man nur mit Einweiser dort unbeschadet das Auto vorbei fahren kann. Am Chalet angekommen sind wir restlos begeistert. Immer 2 Zimmer sind unter einem Dach zusammengefasst und haben eine gemeinsame Terrasse. Die Vorliebe für schönes Holz dominiert auch in den Zimmern.
Von der Terrasse können wir weitere Warenschweine beobachten.
Netti59847 Beiträge · seit 201528. Apr. 2017 · #168
Liebe Sasa, schön, dass es weitergeht. Jetzt freue ich mich auf den Besuch des San-Museums. Dort wollen wir auch vorbei schauen. Deinem Bericht entnehme ich, dass es gut ausgeschildert ist und wir den Eingang finden werden. Wir kommen von der Ameib Lodge.
loeffel1'412 Beiträge · seit 201328. Apr. 2017 · #169
Eure Eindrücke der Ai Aiba Lodge decken sich voll und ganz mit den unseren von 2013: Klick Ich hoffe doch, ihr habt dort auch eine Sundowner-Tour gemacht.
Ich reise gerne mit euch, eure Erlebnisse und Eindrücke erinnern mich oft an unsere Ersttäter-Tour, offenbar erlebten und empfanden wir ganz ähnlich ... 🙂
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #170
Netti59 schrieb:Liebe Sasa, schön, dass es weitergeht. Jetzt freue ich mich auf den Besuch des San-Museums. Dort wollen wir auch vorbei schauen. Deinem Bericht entnehme ich, dass es gut ausgeschildert ist und wir den Eingang finden werden. Wir kommen von der Ameib Lodge.
LG Netti
Hallo Netti, findet ihr bestimmt. Einfach vor dem Tor zur AiAiba Lodge nach rechts abbiegen. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Wir konnten dort sehr intensive Kulturbeobachtungen machen, allerdings nicht nur von den San, sondern auch von deutschen Touristen und die waren nicht erquicklich 😵 , aber davon bald im Bericht genaueres. Das lange Wochenende gibt mir hoffentlich ein bisschen Zeit zum Schreiben.
Bollito204 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #171
Hallo Sasa, Auf Ai Aiba (Aufenthalt 30/31.März) hat sich seit Anfang diesen Jahres einiges geändert, die Lodge ist nicht mehr eigenständig sondern wurde von Big Sky Lodges übernommen. Das Management komplett ausgetauscht uns es gibt keine Warzenschweine mehr im Terassenbereich. Gastronomisch gibt es eine tolle Lunchkarte, von 15 bis 17.00 Kaffee, Tee und Kuchen kostenlos und abends Menüwahl. Das Essen war hervorragend, der Service perfekt. Es kam uns so vor, als plane das Management, die ganze Lodge auf einen gehobenen Standard zu bringen. Übrigens haben wir den vorherigen Manager auf Ameib getroffen, er ist jetzt dort mehr oder weniger erfolgreich tätig. LG Traute
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #172
loeffel schrieb:Eure Eindrücke der Ai Aiba Lodge decken sich voll und ganz mit den unseren von 2013: Klick Ich hoffe doch, ihr habt dort auch eine Sundowner-Tour gemacht.
Ich reise gerne mit euch, eure Erlebnisse und Eindrücke erinnern mich oft an unsere Ersttäter-Tour, offenbar erlebten und empfanden wir ganz ähnlich ... 🙂
Hallo Stefan, danke für den LInk zu Deinem Bericht. Den kannte ich noch nicht. Die Bilder sind toll. Ihr habt da ja eine ähnliche Runde gedreht. Aber in 17 Tagen ist das schon echt sportlich. Ich bin vor allem begeistert davon, wie ihr das mit dem Rolli in dem doch bisweilen schwierigen Gelände der Lodges hinbekommt. Bei uns wurde keine Sundownertour angeboten, ich hatte davon auch nichts auf der Internetseite gelesen. Wir haben dafür eine persönliche Sundownertour zu den Felsmalereien gemacht. Das war auch wunderschön und sehr empfehlenswert. Sag mal weißt Du wer das weiße Ehepaar auf AiAiba ist? Sie ist deutschsprachig, er afrikaans, sie haben 4 Jungs, der jüngst war letztes Jahr 5. Sie wohnen in dem großen Haus neben der Lapa mit Kindermädchen. Unsere Tochter hat mit dem Sohn gespielt. Ich dachte das wäre das Besitzerehepaar, kann das sein? Danke für´s Mitfahren. Viele Grüße Sasa
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #173
Hallo Traute, keine Warzenschweine??????????? 🙁 🙁 🙁 🙁 🙁 🙁 🙁 🙁 🙁 Ich nehme man an, dass durch die Regenzeit genug Gras anderswo zu finden war. Bei und im August war das wahrscheinlich das einzige Gras im Umkreis von 100km. Das Ehepaar mit den Kindern war auch nicht mehr da? Was Du schreibst hört sich für mich nicht wirklich erfreulich an, da würde ich wahrscheinlich beim nächsten mal die Ameib oder aber Omandumba nehmen. Aber ihr wart ja scheinbar sehr begeistert. Haben den die Preise auch angeogen?
Bollito204 Beiträge · seit 201628. Apr. 2017 · #174
Hallo Sasa, Ja es gibt die Schweine dort nicht mehr, der Rasen war frisch fertiggestellt. Die Managerin ist eine Engländerin und sehr nett und zuvorkommend. So hatte sie uns bereits vor Anreise persönlich kontaktiert um uns "kennenzulernen " und uns die neue Situation erklärt, da wir noch bei dem alten Management gebucht hatten. Ich weiß nicht was ihr dort bezahlt habt, uns wurde für B&BD 2690 Nam$ pro Doppelzimmer berechnet. Und ja, es hat uns sehr gut gefallen, enbenso die abendliche Sundowner Tour von 17 bis 20.00 Uhr mit guter Führung und Info über die Flora und Fauna. Wir haben eine Giraffenherde mit Nachwuchs und auch Felszeichnungen gesehen. Die Tour kostete 500 pro Person. Und auch das Living Museum der San hat uns sehr gefallen. Wir würden auf jeden Fall dort wieder übernachten. Wir waren als Tagesgäste auf Ameib und über den heruntergekommenen Zustand dort erschrocken. Dort haben wir auch mit dem alten Manager gesprochen und, ich musste beim Lesen deines Berichts lachen, auch dort wurde uns zum Lunch ein Salat von ihm angeboten.
Liebe Grüße Traute
loeffel1'412 Beiträge · seit 201328. Apr. 2017 · #175
Sasa schrieb: Hallo Stefan, danke für den LInk zu Deinem Bericht. Den kannte ich noch nicht. Die Bilder sind toll. Ihr habt da ja eine ähnliche Runde gedreht. Aber in 17 Tagen ist das schon echt sportlich. Ich bin vor allem begeistert davon, wie ihr das mit dem Rolli in dem doch bisweilen schwierigen Gelände der Lodges hinbekommt. Bei uns wurde keine Sundownertour angeboten, ich hatte davon auch nichts auf der Internetseite gelesen. Wir haben dafür eine persönliche Sundownertour zu den Felsmalereien gemacht. Das war auch wunderschön und sehr empfehlenswert. Sag mal weißt Du wer das weiße Ehepaar auf AiAiba ist? Sie ist deutschsprachig, er afrikaans, sie haben 4 Jungs, der jüngst war letztes Jahr 5. Sie wohnen in dem großen Haus neben der Lapa mit Kindermädchen. Unsere Tochter hat mit dem Sohn gespielt. Ich dachte das wäre das Besitzerehepaar, kann das sein? Danke für´s Mitfahren. Viele Grüße Sasa
Hallo Sasa, stimmt 17 Tage ist schon wenig für so eine Tour. Da wir ja aber was Aktivitäten angeht in unseren Möglichkeiten eingeschränkt sind, macht uns das Fahren nichts aus und in Namibia ist auch oft der Weg das Ziel. Zudem dachten wir auch, dass dies unsere einzige Reise nach Namibia sein wird. Inzwischen waren wir 3x dort und die vierte ist schon gebucht. Für diese Folgereisen hatten wir uns jeweils bestimmte Regionen ausgesucht. Was die Unterkünfte angeht, so ist die Auswahl bei der Planung für uns immer der aufwändigste Part, damit dann alles passt. Zudem haben wir in unseren Urlauben immer Breitreifen mit Grobstollenprofil am Rollstuhl montiert, Beate spricht dann immer von ihrem "Traktor". In unseren anderen Reiseberichten gibt es auch Bilder davon. Das weiße Ehepaar auf Ai Aiba kennen wir nicht. Damals war Martin der Manager, er ist Deutscher oder Österreicher. Die Warzenschweine fanden wir damals eine Bereicherung der Lodge, mit hohem Unterhaltungswert. Man konnte sie aus nächster Nähe beobachten, wenn man in der Lapa saß, waren sie ganz entspannt. Es waren auch nur Säue mit Ferkeln. Die Eber kommen wohl nur bei extremer Trockenheit. So hatte es zumindest Martin damals erzählt. Er hatte auch erzählt, daß der Rasen wegen der Schweine regelmäßig ausgebessert werden musste.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201610. Mai 2017 · #176
AiAiba Rock Painting Lodge und Living Museum der San
Nachdem wir ausgeladen haben, setzen wir uns kurz noch auf die Terrasse und beobachten ein paar Warzenschweine und einige Flughühner.
Dann steigen wir wieder ins Auto und fahren die kurze Strecke zum Living Museum der San.
Es stehen ein paar Autos und ein kleiner Bus auf dem Parkplatz. Am Eingang zum Living Museum liegt ein Buch aus in dem man die Verschiedenen Aktivitäten, die hier angeboten werden nachlesen kann. Es gibt Bilder dazu und die Preise stehen auch dabei. Da wir ja nicht all zu viel Zeit haben, fallen die Bush Walks leider aus. 2-3 Stunden werden dafür veranschlagt. Wir stehen eine ganze Zeit hier rum, aber kein San kommt zu uns. Da eine größere Gruppe im Museumsdorf rumstromert, sind wohl alle San beschäftigt. Wir gehen rein und gehen dabei an dem handgefertigten Schmuck vorbei. An einem Holzgestell hängen Ketten und Armbänder. Jedes Schmuckstück hat einen Anhänger auf dem der Preis und der Name des Herstellers steht. Wenn man ein Schmuckstück kauft, dann wird der Preis und der Name in das dicke Buch am Eingang eingetragen. So ist sichergestellt, das jeder San das Geld für seinen Schmuck erhält, wenn dieser verkauft wird.
Auf dem Boden sitzen Frauen und Kinder und behauen Steine. Aus denen werden Perlen gehauen und dann werden diese gelocht. Eine sehr zeitaufwendige Arbeit. Dazu gehen natürlich immer wieder Perlen kaputt. Wie viele Stunden Arbeit wohl in so einer Kette stecken? Um die San steht eine große Touristengruppe. Wahrscheinlich die mit dem Bus. Alle im perfekten Safarilook, mit beigem Baumwollhemd und Kakihose und natürlich mit Hut. Wir werden etwas gemustert. Ja, so in Jeans und farbigen T-Shirts sind wir ja eindeutig als nicht Safariprofis zu erkennen. 😉 Einige der Touristen knien vor spielenden Kindern und machen mit riesigen Teleobjektiven Nahaufnahmen. Wie das geht ist mir schleierhaft. Was das soll noch viel mehr. Die Mütter schauen immer wieder dorthin. Ich habe den Eindruck, dass sie nicht wirklich gut finden was da passiert. Mein Empfinden ist auch, dass die Fotografen einfach zu nah sind. Ich kann es nicht beschreiben, aber ich finde die Art und Weise respektlos. Die Touristen sind sprechen deutsch. Ich schäme mich wegen meiner Landsleute. Zwei der San Frauen ziehen Felle, die sie umhängen haben, über die die nackten Brüste. Es mag Zufall sein, aber ich denke, dass sie sich nicht wohl fühlen. Als ein kleines Mädchen zu seiner Mutter auf den Schoss klettert und gestillt werden möchte, wird die Frau von 3 Fotografen umringt. Die Mutter drückt ihr Kind immer wieder von sich. Als die Kleine nicht aufgibt, nimmt die Mutter sie an die Hand und verlässt mit dem Kind das Museum. Auch hier habe ich wieder den Eindruck, dass die Mutter nicht so bedrängt werden möchte und ihre Privatsphäre verletzt wird. Sie will augenscheinlich nicht beim Stillen fotografiert werden oder zumindest nicht in dieser Art. Der Guide der Gruppe sitzt am Rand und raucht Selbstgedrehte. Er scheint kein Problem mit dem Verhalten der Fotografen zu haben oder zumindest äußert er sich nicht dazu. Er wirkt sowieso mehr als gelangweilt und desinteressiert. Die Touristengruppe zieht weiter zu einem alten San, der erklärt wie man Feuer macht. Ich bleibe noch bei den Schmuckherstellerinnen. Ein kleines Stück daneben sitze ein paar kleinen Jungs und spielen. Mit ein paar Steinen und Holzstücken schieben sie durch den Sand und machen bekannte Geräusche: "Brumm, brumm, brrrrummm." Kleine Jungs sind wohl überall auf der Welt gleich, sogar bei den Bushleuten ist die Autoaffnität schon angeboren 😄 Ich muss wirklich lachen und die San-Frauen schauen was ich da tue. Ich setzte mich neben die Jungs und versuche per Augenkontakt mit den Frauen abzuschätzen, ob das in Ordnung ist. Nach ein paar Sekunden setzen die ihre Arbeit fort. Ich schaue den Kindern beim Spielen zu. Wie schön es ist, zu sehen, dass ein paar Steine und ein bisschen Holz alles sein können, was die Fantasie zulässt. Ich schaue, was meine Tochter so macht und frage mich, ob sie auch mit ein paar Steinen und ein paar Holzstücken stundenlang spielen könnte. 😗 Ich möchte das gerne fotografieren und hebe meine Kamera in Richtung der Frauen und zeige dann auf die Jungs. Die Frauen verstehen und nicken freundlich. Ich mache ein paar Fotos von ihnen und den spielenden Kindern.
Anmerkung: Auch wenn es sich um ein lebendes Museum handelt, bei dem das fotografiert werden mit zum Konzept gehört, kann man das Einverständnis der fotografierten Menschen auf diese Weise erfragen. Kurz die Kamera erheben und fragend gucken, das wird eigentlich überall auf der Welt verstanden. Ich finde das sollte aus Respekt und Höflichkeit selbstverständlich sein. Außerdem kann man ja auch ein wenig sein Gegenüber beobachten und sollte sehen, wenn man eine persönliche Grenze überschreitet. Die Touristengruppe vor uns hat sich in meinen Augen benommen, wie die meisten Zoobesucher und selbst dort ist es für mein Empfinden manchmal nicht angebracht, weil die Tiere regelrecht bedrängt werden.
Die Busgruppe ist mittlerweile (ohne ihren Guide) zum Bushwalk unterwegs und wir sind mit einer weiteren Familie alleine im Dorf. Die junge San, die eben mit ihrem Kind weggegangen ist, kommt auch zurück und setzt sich wieder zu den anderen Frauen. Der Rest meiner Familie ist mittlerweile auch beim Feuer machen. Ein alter San erklärt in seiner Sprache mit den vielen Klicks (ich glaube sie haben 8 verschiedene Klicklaute) einem jungen San genau was er macht. Der junge San wartet immer bis der ältere eine Pause macht, dann übersetzt er für uns ins Englische. Nachdem der ältere alles erklärt hat, setzt sich der jüngere daneben und macht auch Feuer mit einem Holzstock und Zunder. Ich bin sicher, dass er die Geschichte des alten Mannes schon oft gehört hat, aber er hört aufmerksam zu, sobald dieser ihm etwas sagt. Hier sieht man wie respektvoller Umgang aussieht.
Anschließend wird beim Fallen stellen genauso verfahren. Der alte Mann zeigt und erklärt, der Junge Mann übersetzt und macht es dann selber. Wir erfahren welche unterschiedlichen Fallen für die verschiedenen Tierarten verwendet werden. Einige Beispiele sind im Museumsdorf aufgebaut. Dann werden Pfeil und Bogen gezeigt und erklärt wie diese hergestellt werden. Die Jagd damit wird demonstriert. Die Pfeilspitzen werden in ein sehr starkes Gift getaucht. Das Gift muss erst in den Blutkreislauf der Jagdbeute eindringen, bevor das Tier daran stirbt. Es konnte sein, dass die San ihre Beute über 20 oder 30 Kilometer verfolgen mussten, bevor das Tier verendetet. Die Bushleute haben die Tiere förmlich gehetzt. Um nicht selber vergiftet zu werden, musste das Tier, nachdem es vom vergifteten Pfeil getroffen wurde, möglichst bald erlegt werden und der Pfeil entfernt werden.
Die beiden San zeigen ihr Können als Bogenschützen. Meine Tochter und mein Vater versuchen auch ihr Glück und schießen nur wenige Meter am Ziel vorbei. 😉 Zum Abschluss unserer Führung bekommen wir einen Tanz vorgeführt, den die San tanzen zum Dank für Regen. Dabei wird gesungen und geklatscht. An den Füßen tragen die Männer Schellenketten aus Schalen, die bei jedem Schritt rasseln. Das hört sich wirklich klasse an. Ich könnte da stundenlang zuhören. Leider ist nach drei Tänzen Schluss.
Der junge San, der vorher die Übersetzung gemacht hat, begleitet uns zum Ausgang, nachdem wir ihn gefragt haben, wo wir denn den Eintritt bezahlen können. Während mein Mann die Eintrittsgelder bezahlt, suchen meine Tochter und ich noch ein paar schöne Schmuckstücke aus. Diese bezahlen wir dann auch bei dem jungen San. Wir bedanken uns für die interessante Führung und verabschieden uns. Wir fahren zurück zur Lodge. Dort wartet man schon auf uns, weil der Besuch bei den San, dann doch länger gedauert hat, als beabsichtigt. Wir bekommen unseren Salat serviert und genießen dazu, da ja keine mehr Fahren muss, wahlweise ein kaltes Windhoek Lager oder ein Savanna, das Kind eine Limo. Beim Essen können wir wieder die Warzenschweine beobachten, die ohne scheu direkt vor der Glasscheibe grasen.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201612. Mai 2017 · #177
AiAiba und die Felsmalereien
Wir erkundigen uns beim Manager nach den Felsmalereien. Er erklärt und, dass wir dazu vor Sonnenaufgang den ausgeschilderten Weg hinter der Lapa gehen müssten. Warum vor Sonnenaufgang?, fragen wir ihn. Wir bekommen erklärt, dass die Zeichnungen im Sonnenlicht nicht zu sehen sind. Wir sind enttäuscht, weil wir eigentlich noch heute dorthin wollten. Der Manager erzählt uns, dass möglicherweise auch nach Sonnenuntergang genug zu sehen sei. Wenn wir gegen 17.15 Uhr los gingen, dann könnte das auch hinhauen. Da bis dahin noch ein wenig Zeit ist, gehen wir an den Pool. Dort liegt ein niederländisches Paar. Sie haben den letzten Tag ihrer Flitterwochen. Meine Mutter erzählt sich mit den beiden, während ich ein wenig um die Lodge rumwandere.
An der Rezeption/Bar sitzt ein kleiner hellblonder Junge. Seine Mutter arbeitet hinter der Theke. Die beiden sprechen deutsch miteinander. Ich nehme fälschlicherweise an, dass es Frau und Kind des Managers sind. Da Missverständnis klärt sich kurze Zeit später auf als ein Safarifahrzeug vor der Lodge anhält und ein großer blonder Mann aussteigt, der die Frau mit Kuss begrüßt. Die beiden sprechen Afrikaans miteinander. Der kleine Junge beobachtet meine Tochter die in der Lapa rumstromert und ihn (heimlich) beobachtet. Wenn sie sich ihre Blicke treffen, dann gucken sie verschämt weg. Ich frage den kleinen Mann ob er hier wohnt. Er sprudelt sofort los und erzählt von seinen drei Brüdern, der Nany und der kleinen Schwester, die noch ein Baby ist. Die Frau hinter der Theke erklärt, dass die "Schwester" das Baby des Kindermädchens sei. Meine Tochter kommt näher und traut sich auch etwas zu sagen. Der Junge ist 5 Jahre alt und deshalb nicht wie die älteren Brüder im Internat. Die Schule ist 45 km entfernt und das ist zu weit, um jeden Tag dorthin zu fahren. Die beiden Kinder tauen auf und fangen an sich zu unterhalten. Der kleine fragt, ob meine Tochter mitkommen darf zum spielen. Seine Mutter und ich bejaen, er wird noch ermahnt nicht in den Felsen zu klettern und schon sind die beiden verschwunden. Wie ich später erfahre, hat der kleine Mann einen eigenen Spielplatz, der nachts des öfteren von Stachelschweinen besucht wird. Deshalb kann man dort Stachelschweinstachel finden. Das ist natürlich super spannend. Als wir unser Kind gegen 5 Uhr suchen, um die Felsmalereien zu besuchen, ist es wenig erfreut, kommt aber dann doch mit. Hinter der Lapa finden wir den Zugang zum ausgeschilderten Weg. Es geht einen kleinen Pfad die Felsen hoch. Man hat eine schöne Aussicht auf den Ebene vor der Lodge.
Der kleine Pfad führt oberhalb der Lodge vorbei. Von hier oben haben wir eine schöne Aussicht über die Ebene. Immer wieder suchen wir die Felsen ab, aber Felszeichnungen sehen wir keine. Hin und wieder hängt ein Schildchen mit Nummer an den Bäumen oder Sträuchern. Im Zimmer liegt ein Heft aus, in dem für jeder Nummer der Name der Pflanze aufgeführt ist. Leider haben wir das Heft nicht mitgenommen.
Unsere Tochter ist mit Feuereifer dabei. Das Kraxeln macht Spaß, aber vor allem die Suche nach den Zeichnungen der Buschleute. Ob die Sonne das Problem ist oder gibt es hier keine? Wir wandern weiter und sehen unten im Tal einen großen Pavian vorbei huschen.
Die Sonne sinkt tiefer und die Felsen beginnen zu leuchten.
Langsam geht es wieder bergab. Wir kommen an eine Felsspalte und unsere Tochter zeigt aufgeregt auf die Felswand. Sie ruft: "Giraffe!" Tatsächlich. Dort ist eindeutig eine Giraffe an der Wand zu sehen.
Wir schauen genauer. Wir erkennen weitere Zeichnungen. Je tiefer die Sonne steht, desto mehr Zeichnungen werden sichtbar. Man erkennt Jäger mit Pfeil und Bogen, Berge und Antilopen. Es ist sehr spannend die Bilder zu deuten. Faszinierend wie die Buschleute vor langer Zeit mit wenigen Strichen ganze Geschichten erzählten. Die Tiere sind exzellent zu erkennen.
In der Felsspalte gibt es viele Zeichnungen, leider sind viele schon sehr verblast oder durch runter laufendes Wasser verwaschen. Wir nehmen an, dass die Buschleute in der Felsspalte wohnten, denn sie bietet guten Schutz gegen die Witterung und man hat trotzdem eine gute Übersicht.
Wir wandern weiter, weil die Sonne mittlerweile unter gegangen ist und wir nicht wissen wie lange wir noch gehen müssen bis zur Lodge. Wir kommen an weiteren Felsmalereien vorbei. Eindeutig wieder Jäger und ein Elefant.
Wir erreichen eine Fahrspur im Sand und folgen dieser. Es ist schon recht dunkel. Auf dem Weg finden wir Tierspuren. Es ist die Spur des Pavians, den wir vom Berg aus gesehen haben. Wenig später finden wir diesen Gliederfüßler. Leider ist er tot. Es soll der einzige unserer Reise bleiben.
Wir beeilen uns jetzt, denn es wird sehr schnell dunkel und auch kalt. Der Weg führt uns zu dem letzten Häuschen und wir sind bald an unserem wieder angekommen.
Bis zum Essen ist noch etwas Zeit und vertreiben uns die Zeit mit dem Schmökern in den Heften und Büchern, die im Zimmer ausliegen. Mit Taschenlampen bewaffnet begeben wir uns zum Abendessen. In der Lapa sind Gaswärmestrahler aufgestellt, so dass wir beim Essen nicht frieren müssen. Es mittlerweile draußen echt kalt geworden. Es schmeckt uns allen sehr gut. Am Nachbartisch sitzt ein Paar, die uns ansprechen, ob wir aus der Nähe von Aachen kämen? Erstaunt bejaen wir. Die beiden sind Aachener und haben uns an der Sprache erkannt. Die Welt ist doch ein Dorf und Aacherner trifft man immer und überall. Nach dem Essen fragt uns der Manager, ob wir bei den Felszeichnungen erfolgreich waren. Wir bestätigen ihm, dass mit Sonnenuntergang die Zeichnungen sehr gut zu sehen sind. Von der Terrasse schauen wir uns den unglaublichen Sternhimmel an. Der Manager zeigt uns das Kreuz des Südens und erklärt noch einiges anderes zum südlichen Nachthimmel. Das Gespräch ist sehr interessant und die Zeit vergeht schnell. Gegen 22.00 Uhr gehen wir alle ins Bett und schlafen sehr gut.
loeffel1'412 Beiträge · seit 201312. Mai 2017 · #179
Hallo Sasa, immer wieder werde ich bei deinem Bericht an unsere Erstlingstour 2013 erinnert. Diesen Weg oberhalb der Lodge bin ich damals auch gelaufen und habe jetzt auf euren Fotos viele der Zeichnungen wiedererkannt 🙂 .
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201613. Mai 2017 · #180
Liebe Netti, Du wirst es geniessen in Namibia und Du wirst begeistert sein, da bin ich gaaaaanz sicher. Du bist jetzt schon so Feuer und Flamme, das kann gar nicht anders sein. Genau so ging und geht es mir auch. Schön, dass Du noch immer mit dabei bist.
Hallo Stefen, schön, dass der Bericht Erinnerungen bei Dir weckt. Auch Dir Danke für´s mitlesen.
@ alle anderen: Vielen Dank, dass ihr alle so geduldig seid und immer noch dabei seid. Danke an all fleißigen Danke-Button Drücker!!!!!!!!! Wenn ich mir so die Klickzahlen anschaue, dann scheint ja doch ein reges Interesse an einem Ersttäter Bericht vorhanden zu sein. Nochmals Danke an alle.
Viele Grüße aus der endlich nicht mehr kalten Voreifel