Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017)

Reisebericht 212 Antworten · 52,4k Aufrufe · gestartet 02. Feb. 2017 von Topobär
2'519 Beiträge · seit 200921. Juni 2017 · #121
Hallo Thomas,

na, da bin ich aber froh, daß es hier weiter geht. Ich hatte mich schon gewundert, wo denn bloß all die Leoparden sind... 😗

Grüsse, Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Juni 2017 · #122
23.Tag (So. 15.01.2017)
Serengeti National Park (Lobo Area – Seronera)
122km


Heute verzichten wir auf den morgendlichen Gamedrive. Zu schön ist der Tagesbeginn auf der Campsite, als dass wir ihn verpassen wollen. Hinter den Hügeln auf der gegenüber liegenden Seite des Tals kommt langsam die Sonne hervor und lässt die Kopjes hinter uns im goldenen Licht erstrahlen. Unser Frühstück nehmen wir zusammen mit den Büffeln ein, die unweit von uns auf der anderen Seite des Weges friedlich grasen.

252SonnenaufgangLobo.jpg

253LoboCampsite1.jpg

254LoboCampsite2.jpg


Als wir fertig mit Frühstück sind, steht die Sonne schon hoch am Himmel. Wir brechen das Camp ab und machen uns auf den Weg. Noch ein letzter Blick zurück zur Lobo Campsite.

255BlickzurLoboCampsite.jpg


Bevor wir uns in Richtung Seronera auf den Weg machen, gibt es noch einen kleinen Gamedrive in der Lobo Area. Die Guides und Touristen, die wir bislang trafen, berichteten alle, dass es in Lobo sehr tierarm sei. Das können wir beim besten Willen nicht nachvollziehen. Klar ist hier weniger los, als wenn man sich im Zentrum der Migration befindet, aber es gibt noch immer mehr Tiere als in den meisten anderen afrikanischen Nationalparks. Wir sind jedenfalls voll zufrieden.

256trinkendesZebra.jpg

257ZebraimWasser.jpg

258Giraffen.jpg


An einem verendeten Büffel ist großes Geier-Meeting. Hier ist richtig Action. Interessant zu sehen, wie sich die großen Vögel ständig um die besten Plätze am Kadaver balgen. Insgesamt ist es aber eine ziemlich ekelige Angelegenheit. Der Büffel ist in weiten Teilen noch unversehrt. Nur die hintere Bauchhöhle wurde geöffnet und dort quillt eine übel stinkende Masse aus Innereien und Scheiße heraus, in die die Geier mit Begeisterung Ihre Köpfe stecken. Guten Appetit.

259BüffelkadavermitGeiern.jpg

260BüffelkopfundGeier.jpg

261Geier.jpg

Die ekeligen Bilder erspare ich Euch lieber. 🤢

Dann machen wir uns auf dem Hauptweg auf nach Seronera. Zum Teil übles Wellblech, aber dafür werden wir auch hier immer wieder mit Tiersichtungen belohnt.

Ale erstes entdeckt Kathrin ein großes Löwenrudel mit einem Riss. Leider haben sich die Tiere ins dichte Gebüsch verzogen, so dass die Beobachtungsmöglichkeiten ziemlich schlecht sind.

Wenig später entdecke ich dann einen Klippspringer, der vor uns auf einen großen Felsbrocke flüchtet und dort dann sehr fotogen posiert. Immer wieder beeindruckend, wie sich die kleinen Antilopen im felsigen Geläuf bewegen; selbst für mich als Kletterer.

262KlippspringeraufFels.jpg


Mittagspause machen wir am Retima Hippopool. Die Picknick-Site und die dazu gehörigen Sanitäreinrichtungen sind in erstklassigem Zustand. Der Warden ist sehr engagiert. Den Hippos geht es da ganz anders. Der Wasserstand im Hippopool ist sehr niedrig und man hat den Eindruck, dass die Dreckstiere mehr in Ihren eigenen Exkrementen, als im Wasser liegen.

263RetimaHippopool.jpg


Wir folgen dem Banagi Loop entlang eines Bachlaufs. Wo Wasser ist, ist es auch gleich viel grüner.

264Palmen.jpg


Schon bald entdecken wir ein Löwenpaar, welches sich vom Rest des Rudels abgesondert hat, um sich in Ruhe der schönsten Nebensache der Welt zu widmen. Wir warten keine 10min. bis das Liebesspiel beginnt. Dafür verschwinden sie aber sehr diskret hinter einem Busch.

265Löwenpaar.jpg


Nur wenige Kilometer weiter entdecken wir schon wieder Löwen, genauer gesagt 3 Löwinnen. Vielleich das restliche Rudel des Liebespaares. Die Drei liegen in einem Bachbett und wir sehen in der Ferne eine große Büffelherde, die genau in diese Richtung zieht. Dass könnte interessant werden und wir beschließen hier zu bleiben, um zu beobachten, was weiter passiert. Die Löwinnen bemerken die Büffel schon recht bald. Eine Löwin verschwindet nach hinten aus dem Blickfeld, die anderen verbleiben im Bachbett. Planen die etwa einen Hinterhalt? Als die Büffel dann die Löwen entdecken kommt alles ganz anders als erwartet. Nicht die Löwen gehen auf die Jagd, sondern die Büffel. Mit gesenkten Hörnern gehen zwei Büffel auf die Löwinnen los und die sehen auch schnellstens zu, sich aus der Gefahrenzone zu bringen. Das Ganze war so spannend, das ich gar nicht daran gedacht habe Fotos zu machen.

Danach gehen wir zum Visitorscenter, wo sich Hedda & Hans um Ihre Ballonfahrt kümmert. Kathrin und ich widmen uns so lange lieber den Dassies, die hier sehr zutraulich sind.

266Dassie1.jpg

267Dassie2.jpg


Danach suchen wir uns eine schönen Zeltplatz. Auf den Public Campsites ist überall viel los. Sie werden alle von den Safari-Agenturen wie feste Zeltcamps genutzt. Die Zelte bleiben die ganze Zeitz stehen und auch die Camp-Crew ist durchgehend da. Nur die Gäste sind jeden Tag andere. Wir entscheiden uns wieder einmal für die Dik-Dik-Campsite. Hier können wir wieder ganz am westlichen Rand der Campsite unsere Zelte aufstellen. So haben wir die anderen Zelte im Rücken und einen weiten unverstellten Blick in die Landschaft vor uns. Da der Blick nach Westen geht, ist unser Zeltplatz gleichzeitig auch ein idealer Sundowner-Platz. Heute ist es allerdings schon den ganzen Tag über recht stark bewölkt und es hat auch hin und wieder geregnet. So fällt der Sonnenuntergang an diesem Tag recht bescheiden aus.

268DikDikCampsite.jpg

269Sonnenuntergang1.jpg

270Sonnenuntergang2.jpg


Heute hat es eine große Gruppe Amis in den Zelten hinter uns, die ein riesiges Lagerfeuer entzünden und ein Heidenspektakel veranstalten. Da fühlt man sich eher wie beim Springbreak, als in der afrikanischen Wildnis.
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zuletzt bearbeitet 21. Juni 2017
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Juni 2017 · #123
fotomatte schrieb:Hallo Thomas,

na, da bin ich aber froh, daß es hier weiter geht. Ich hatte mich schon gewundert, wo denn bloß all die Leoparden sind... 😗

Grüsse, Matthias
Der nächste Tag bringt dann endlich Leoparden. Dazu auch unseren ganz persönlichen Tipp zum Leopardenspotten. Der hat zumindest in der Serengeti immer erstklassig funktioniert.
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12 Beiträge · seit 201525. Juni 2017 · #125
Hallo Thomas, (topobär)

vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Wir waren 2015 als Selbstfahrer zu zweit wie Du in Zimbabwe. Besonders angetan hat es uns dort der Gonarezhou Nationpark mit den exclusive Campingplätzen. Da Du nun auch als Selsbtfahrer in Zimbabwe warst und bereits zweimal in Tansania habe ich eine Frage: Aus welchen Grund raten alle Reiseführer vom selbst mieten eines 4x4 und einer selbst durchgeführten Reise in Tansania ab und empfehlen lieber organsisiertes Reisen mit Guide etc? Worin liegt der Unterschied in der Gefährlichkeit in Tansania? Sind dort die Menschen gefährlicher oder die Strassen noch schlechter als in Zimbabwe? Wir waren bereits in Südafrika, Namibia, Sambia und in Zimbabwe - immer als Selbstfahrer. Gibt es einen Grund warum wir nicht selbst fahren sollten?
Und dann noch eine Frage: Wo habt Ihr Euer 4x4 für Tansania gemietet? Hattet Ihr noch einen Reiseveranstalter? Wo kann man in Tansania eine Simkarte kaufen?

Vielen Dank für Deine Antwort.
Sabine
2'398 Beiträge · seit 201126. Juni 2017 · #126
Hallo Thomas,

obwohl ich Deinen Bericht abonniert habe, sind mir die letzten Tage so durchgerutscht. (Ich war allerdings auch anderweitig sehr eingespannt. 🤩 ) Zeit, zwischendurch mal wieder Danke zu sagen für Deinen schön geschriebenen Bericht mit Fotos, die das Tansania-Heimweh anfachen.

Hallo Sabine,

ich bin nicht Thomas, kann Dir aber auch meine Meinung mitteilen: Bei der Selbstfahrer-Erfahrung, die Ihr habt, sollte es überhaupt kein Problem für Euch sein, Tansania als Selbstfahrer zu bereisen. Warum die Reiseführer vom Selbstfahren abraten - keine Ahnung. Vielleicht bieten sie ja Touren an, die sie verkaufen wollen. Ich habe mich in TZ sicherer gefühlt als in Namibia (in TZ sind die Unterschiede im Lebensstandard nicht so extrem), die Straßen sind im Schnitt besser als in ZIM. Ich habe (über Tanzanian Pioneers) bei Serengeti Select Safaris gemietet und war sehr zufrieden. Thomas mietet glaube ich bei Fortes. Daniel von Tanzanian Pioneers kann Euch bei der Reservierung von Special CS helfen. Die sind zwar teurer, aber Ihr seid dort allein für Euch. Wenn ich die Bemerkung zum Gonarezhou richtig verstanden habe, liebt Ihr ja auch die Einsamkeit in der Natur.

LG aus HH,

Karsten

Edit: Ein Handy habe wir von SSS mitbekommen.
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 26. Juni 2017
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200926. Juni 2017 · #127
Hallo Sabine,

in Tansania gibt es nicht so eine ausgeprägte Infrastruktur für Selbstfahrer, wie im südliche Afrika. So sind mir z.B. nur drei Vermieter von ausgerüsteten Geländewagen bekannt. Sachliche Gründe, weshalb man in Tansania von einer Selbstfahrer-Reise absehen sollte, kenne ich allerdings keinen Einzigen. Die Strecken sind nicht schwieriger und die Sicherheit nicht schlechter als im südlichen Afrika. Ich glaube, dass ist einfach nur Gewohnheit und die starke Lobby der Reiseveranstalter. Wir haben unseren Wagen bei 4x4 Adventure Safaris gemietet und würden diesen Vermieter auch immer wieder wählen. In Tansania findet sich an jeder Straßenecke ein Verkäufer von "Airtime".

@Karsten:
Ich freue mich immer über Leser, die auch schon aus eigener Erfahrung das Land als Selbstfahrer bereist haben. Da kann man immer mal wieder gegenseitige Erfahrungen austauschen.
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12 Beiträge · seit 201526. Juni 2017 · #128
Hallo Thomas,
danke für die Antwort.

Bei http://www.4x4safaris.com/de/carhire/preise.html würde ich auch gerne buchen. Mir gefällt, dass die km unbegrenzt sind. Aber da steht immer nur mit Fahrer (vielleicht bezieht sich das auch auf das Dach Zelt, das wir aber haben wollen. Du warst ohne Fahrer oder? Wieviel habt ihr in den 23 Tagen mit Campingausrüstung für wieviel km bezahlt?

Als Alternative gibt es http://www.tanzanian-pioneers.com/de/. Hier kosten 18 Tage mit 1800 km mit Campingsausrüstung ohne Extraversicherung und ohne Navi 2572 €

Gefunden habe ich noch: http://www.safaridrive.com/ Kennt die jemand? Gibt es einen Grund zu denen zu gehen. Die kosten pro Tag mit allen möglichen inkl. 313 € pro Tag, also in 18 Tagen 5634 €. Wenn man nur 1800 km ist das mehr als doppelt so teuer – das ist schon sehr viel.

Dann gibt es noch http://fortes-safaris.com. Die schreibe ich jetzt an, ich habe keine Preise gefunden. Kennst Du die, sind die gut?

Danke für die Info.

Grüße
Sabine
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200929. Juni 2017 · #129
Hallo Sabine,

ich bin selbst gefahren und wir hatten kein Dachzelt. Ich kann von einem Dachzelt auch nur abraten, da man mit Dachzelt das Hubdach nicht mehr verwenden kann. Das ist aber gerade das Besondere bei den Safarifahrzeugen in Tansania. Wir haben für den Wagen 200,-€ pro Tag bezahlt und sind in 31 Tagen ca. 4800km gefahren.

Die anderen Verleiher kenne ich nicht.
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12 Beiträge · seit 201530. Juni 2017 · #130
Hallo Thomas,
ihr habt eine schöne Tour gemacht - guter Mix. Gefällt mir. Da es ja im Reisebericht im Moment nur bis zum 23. Tag in der Serengeti geht, nehme ich an, der Rest kommt noch. Ihr wart doch 31 Tage. Wo wart ihr den in den letzten 8 Tagen?
Viele Grüße Sabine
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Juni 2017 · #131
Wir haben den gesamten Rest in der Serengeti und der NCCA verbracht.
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12 Beiträge · seit 201530. Juni 2017 · #132
NCCA = Ngorongoro Conservation Area Authority? .
Die Route war so wie ich herausgelesen habe:
Route: Arusha (1Ü) -> Arusha National Park (94Km) (1 Ü) –> Mambo (310km) (2 Ü) –> Ushongo Beach (242km) (1 Ü) –> Bagamoyo (144km) (1 Ü) –> Dar es Salam (79km) (1 Ü) – > Selous Game Reserve (236km) (1 Ü außerhalb, 1 im Park) - > Kisaki (125 km) (1 Ü)– > Mikumi (265km) (1 Ü) – >Iringa (202km)(1 Ü) –> Ruaha National Park (175km ) (3 Ü) –> Iringa (147 km) (1 Ü)–> Dodoma (274km) (1Ü)–> Tarangire National Park (350km) (2Ü) –> Mto wa Mbu (302km) (1Ü) – Lake Manyara National Park (116km (1Ü)) -> Lake Natron (109) (1Ü)-> Serengeti National Park (Lobo Area) (196km) 1Ü) und noch 9 weitere Nächte in Serengeti und NCCA.
Du schreibst das Du 2013 die gleiche Tour gemacht hast, nur 10 Tage kürzer. Mich würde interessieren, wo Du die 10 Tage eingespart hast. Es waren ja dann doch nur 21 Tage oder?

Viele Grüße Sabine
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2017
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Juni 2017 · #133
Hallo Sabine,

wenn Du meine Signatur vollständig öffnest, findest Du den Link zu meinem Reisebericht von 2013. Obwohl die gleiche Strecke könnten die Touren nicht unterschiedlicher gewesen sein.
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3'383 Beiträge · seit 200901. Juli 2017 · #134
Hallo Thomas,

was für ein KLASSE Bild. Afrika pur, es könnte nicht schöner sein.
270Sonnenuntergang2.jpg
Vielen Dank dafür,
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200906. Juli 2017 · #135
24.Tag (Mo. 16.01.2017)
Serengeti National Park (Seronera Area)
93km


Für unsere Zeit in der Seronera Area haben wir uns zwei Ziele gesetzt. Zum einen wollen wir die großen Herden der Migration finden und zum anderen geht es auf die Pirsch nach Leoparden.

Die Migration verläuft im Moment nicht nach Plan. Eigentlich sollten die großen Herden jetzt schon im Gebiet rund um den Lake Ndutu sein. Dort ist allerdings noch nicht genug Regen gefallen und das Gras spriest noch nicht. Vielmehr kommt es in der gesamten südlichen Serengeti zu vereinzelten Regenschauern. Die Tiere sind verwirrt und ziehen kreuz und quer durch die südliche Serengeti auf der Suche nach Nahrung.

Bei Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg.

271Sonnenaufgang.jpg


Heute ist unser Plan, die östlichen Bereiche der Seronera Area zu erkunden, d.h. die Gebiete am Seronera River, Wadamu River und den Massai Kopjes. Kaum verlassen wir die buschigen Regionen des zentralen Seronera Valley, sehen wir Massen an Gnus und Zebras über die weiten Ebenen verteilt. Die Tiere ziehen nicht in großen Gruppen, sondern sind mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt.

272PanoramaMigration.jpg

273ziehendeGnus.jpg

274Zebras1.jpg

275ZebramitFohlen.jpg


Wir umrunden die Massai Kopjes, aber hier sind nur wenige Tiere zu sehen. Dafür sind die Kopjes immer wieder ein herrlicher Blickfang in den flachen Grasebenen.

276Masai-Kopjes1.jpg

277MasaiKopjes2.jpg


Wir hatten heute schon mehrfach Hyänen gesehen, aber die waren alle sehr scheu. Bei den Kopjes können wir dann eine junge Hyäne lange dabei beobachten, wie sie einen alten Gnubalg gegen aufdringliche Geier verteidigt. Das Teil ist nur noch das reine Leder und mit Sicherheit ohne jeden Nährwert. Es sieht mehr so aus, als würde die Hyäne um ihre Schmusedecke kämpfen.

278HyäneundGeier.jpg


So, der erste Teil unserer To Do Liste ist abgehakt. Jetzt wollen wir einen Leoparden suchen. Das ist nirgends so einfach, wie hier in der zentralen Serengeti. Zum einen hat es hier eine sehr starke Leopardenpopulation und zum anderen sind sie nirgends so einfach zu spotten wie hier. Durch die ebenfalls sehr starke Löwenpopulation in dem Gebiet ruhen die Leoparden hier fast ausschließlich auf Bäumen und wie alle Katzen ruhen Leoparden viel. Glücklicherweise gibt es in den großen Plains nicht sehr viele Bäume. Also heißt es die Bäume zu scannen. Bei den Baumkronen herrschen horizontale Linien vor, weshalb wir explizit auf vertikale Linien achten, denn dabei hat man gute Chancen, dass es sich um einen Leopardenschwanz handelt. Unsere Taktik funktioniert auch diesmal wieder sehr gut und wir werden noch vor der Mittagspause fündig. Ein sehr hübsches Tier liegt sehr fotogen auf den dicken Ästen. Ein Fahrweg führt direkt unter dem Baum hindurch, so dass sich sehr gute Fotopositionen finden lassen.

279Leopard1.jpg

Hier kann man gut erkennen, worauf man beim scannen der Bäume achten muss.

Der Leopard selbst ist extrem cool, und ignoriert uns die erste halbe Stunde komplett.

280Leopard2.jpg

281Leopard3.jpg



Dann wird er langsam wach – sehr langsam.

282Leopard4.jpg

283Leopard5.jpg

284Leopard6.jpg


Allerdings hält das nicht lange vor. Er schaut ein wenig in die Runde und schläft dann weiter. Die schöne Katze sieht so flauschig aus, dass ich am liebsten auf den Baum klettern würde, um ihn zu streicheln.

Inzwischen haben wir ordentlich Hunger. Es wird Zeit für die Mittagspause. In der Nähe der Massai Kopjes hatten wir eine geeignete Baumgruppe gesehen, die wir jetzt ansteuern, um in ihrem Schatten die Mittagszeit zu verbringen.

285Mittagspause1.jpg

286Mittagspause2.jpg


Je heißer es wird, umso mehr Fliegen kommen auf. Zum Glück keine TseTses, aber auch wenn sie nicht stechen, sind sie doch ziemlich nervig.

So sind wir froh weiterzufahren und die Fliegen hinter uns zu lassen.

An einer Furt des Seronera Rivers treffen wir auf eine sehr große Herde Gnus und Zebras, die hier ihren Durst stillen. Ich habe immer den Eindruck, je mehr der Tiere auf einem Fleck sind, umso panischer verhalten sie sich. Einzelne Gnus und Zebras machen dagegen immer einen recht entspannten Eindruck.

287GroßeGnuherde.jpg

288großeHerdeamBach.jpg


Jetzt am Nachmittag bilden sich rasend schnell Gewitterwolken und wir können ringsum viele kräftige Schauer beobachten. Ein Gewittersturm schiebt eine große Staubwolke vor sich her. Den kräftigsten Schauern entgehen wir, müssen aber trotzdem auf den vom Regen aufgeweichten Pisten fahren. Natürlich hatte ich noch in Erinnerung, dass es bei Regen in der Serengeti sehr glatt wird. Wie extrem glatt der nasse Black Cotton Soil wird hatte ich aber doch verdrängt. Nach Eisregen auf deutschen Straßen fährt es sich einfacher.

289ZebrasunterBaum.jpg

290Regenwolke.jpg


Am Nachmittag sehen wir auch zweimal Löwen. Bei ersten Mal sind es zwei Löwinnen auf der Wanderschaft. Wir fahren für längere Zeit in größerem Abstand hinter ihnen her. Bei Durchqueren eines Bachbettes springt plötzlich direkt vor der Nase einer der Löwinnen ein Rietbock aus dem Schilf. Er hatte sich dort versteckt gehalten bis die erste Löwin fast über ihn gestolpert ist. Die Löwinnen sind viel zu überrascht, um dem Rietbock nachzustellen und so kommt dieser ungeschoren davon.

Nach dem Regen finden für noch einen prächtigen Löwen mit seinen beiden Frauen. Nasse Katzen machen immer einen etwas kläglichen Eindruck. Das ist auch bei diesen Dreien der Fall.

291nasseLöwen.jpg

292Löwe.jpg


Als wir kurz vor Sonnenuntergang zurück auf unsere Campsite kommen, reißt der Himmel schon wieder in weiten Teilen auf und wir erleben wieder vorm Zelt sitzend einen tollen Sundowner.

293Sonnenuntergang1.jpg

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zuletzt bearbeitet 06. Juli 2017
2'085 Beiträge · seit 201206. Juli 2017 · #136
Hallo Topobär,
fast hatte ich schon befürchtet, dass du den Trick fürs Leoparden-Spotten doch nicht verraten willst - um so schöner, dass es hier weiter geht. Und dann gleich mit so tollen Fotos! Ja - die Serengeti ist schon ein ganz besonderer Fleck auf dieser Welt!
Danke fürs Berichten und fürs Zeigen, viele Grüße
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
2'398 Beiträge · seit 201106. Juli 2017 · #137
Hallo Thomas,

"Wie extrem glatt der nasse Black Cotton Soil wird hatte ich aber doch verdrängt. Nach Eisregen auf deutschen Straßen fährt es sich einfacher."
Wie recht Du hast. Bei meiner ersten Erfahrung '92 auf dem Weg nach Ndutu habe ich mit dem Auto eine perfekte 360° Pirouette hingelegt. Und etliche Jahre später hat es mir beim Verlassen des Wagens ruck-zuck die Beine unter dem Hintern weggerissen, so dass ich mich auf selbigem wiederfand.

LG aus dem leicht bewölkten HH,

Karsten

PS: Ich folge Deinem RB weiterhin ausgesprochen gern.
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
6'372 Beiträge · seit 201106. Juli 2017 · #138
Hoi Topo
Topobär schrieb:Zum einen hat es hier eine sehr starke Leopardenpopulation und zum anderen sind sie nirgends so einfach zu spotten wie hier.
Definitiv! Ausser vieleicht im Zoo... 😎
Topobär schrieb:Durch die ebenfalls sehr starke Löwenpopulation in dem Gebiet ruhen die Leoparden hier fast ausschließlich auf Bäumen...
Das kann ich so nicht bestätigen.
Von den 16 Leos die ich bisher im Mara-Serengeti-Ökosystem gesehen habe waren nur 7 auf Bäumen als wir sie gefunden haben, die anderen 9 waren zumindest am Anfang am Boden.
Topobär schrieb:Bei den Baumkronen herrschen horizontale Linien vor, weshalb wir explizit auf vertikale Linien achten, denn dabei hat man gute Chancen, dass es sich um einen Leopardenschwanz handelt.
Und nun schauen uns alle Fomis die Leos weg, danke, Topo!!! 😠
😉 😄 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200906. Juli 2017 · #139
picco schrieb:
Topobär schrieb:Durch die ebenfalls sehr starke Löwenpopulation in dem Gebiet ruhen die Leoparden hier fast ausschließlich auf Bäumen...
Das kann ich so nicht bestätigen.
Von den 16 Leos die ich bisher im Mara-Serengeti-Ökosystem gesehen habe waren nur 7 auf Bäumen als wir sie gefunden haben, die anderen 9 waren zumindest am Anfang am Boden.
Haben die Leos, die Du am Boden gesehen hast geruht? Ich habe in der Serengeti auch schon Leos am Boden gesehen, aber nie Leos, die am Boden geschlafen haben. Die Leos, die wir am Boden gesehen haben waren alle auf der Wanderschaft oder auf der Pirsch.
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6'372 Beiträge · seit 201106. Juli 2017 · #140
Hoi Topo

Etwa die Hälfte sass oder lag im hohen Gras bzw. in Büschen, der Rest war unterwegs.
Einige haben sich schon ausgeruht, aber recht gut versteckt.
Gefunden haben wir einige nur weil der Schwanz kurz aus dem Gras schnellte und gleich wieder verschwand...aus den Augenwinkeln wahrgenommen, gestoppt und geduldig geschaut.
Wach waren sie aber wohl alle...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2017