Champagner8'672 Beiträge · seit 201015. Sept. 2016 · #21
mamba29 schrieb:Liebe Bele,
Du hast die beiden Ironie-Smilies aber schon gesehen, oder?
Ja klar - und so gut kennen wir uns ja, dass es keine Missverständnisse geben sollte 🙂 Ich schwanke nur immer ein bisschen zwischen "Klappe halten und alles ist gut" oder "Verbessern und als Oberlehrerin dastehen", vorallem wenn eigentlich nicht gefragt wurde, ob die Bestimmung passt....
Du darfst Dich auf gleich auf Arbeit in der Fortsetzung einstellen. Da hüpft einiges rum, von dem ich keine Ahnung habe, was wir da fotografiert haben...
Ähhh... Susanne, Hasen kann ich aber gar nicht.... 😊
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200615. Sept. 2016 · #22
Sonntag, 31.07.2016: Es gibt Erdmännchen!
Geht es euch eigentlich so, dass ihr bei Gamedrives am Sonntag das Gefühl habt, die Tiere hätten heute ihren gewerkschaftlich geregelten freien Tag und es sei lediglich eine Notbesetzung unterwegs? Das ist bei uns ein Standart-Witz seit dem KNP 2008, als wir einen Sonntag lang mehr oder minder gähnende Leere hatten…Aber ganz so schlimm wurde es nicht, für Erdmännchen- und Vogel-Fans war es ein durchaus gelungener Tag. 😗
Verwöhnt von den Möglichkeiten des KNP, diverse Strecken zu fahren und dabei auch immer wieder auf einen Picknickplatz zu stoßen, saßen wir gestern Abend noch ein bisschen grübelnd vor der Karte und überlegten, wie unser Tag heute aussehen sollte. Wir entschieden uns, unser Glück in Richtung Nossob zu versuchen und bei Melkvlei zu frühstücken. Da die Gateöffnung im Juli erst um 07:30 Uhr erfolgt, hatten wir heute Morgen richtig viel Zeit. Noch schnell den Laufzettel (noch so eine KTP-Besonderheit, an die wir uns erst gewöhnen mussten) abgegeben und dann fuhren wir los in Richtung der ersten Wasserlöcher. Dort herrschte leider bis auf diesen Vogel gähnende Leere:
Twany Eagle
Einige Zeit rief Mara von der Rückbank: Da oben ist irgendwas…. Und tatsächlich, in gut 200 Meter Entfernung, auf einem Felsen, leider auch noch gegen die Sonne, standen unsere ersten Erdmännchen:
Auch die nächste Erdmännchen-Sichtung erfolgte einige Zeit später:
Zwischendrin mal ein Springbock, dann wieder Erdmännchen:
Eine Herde Gnus, und wieder Erdmännchen:
Dann ein Schakal beim Frühsport:
Kurz vor dem Picknickplatz kam dann der Vogelbaum:
Juveniler Bateuler Eagle
Southern Pale Chanting Goshawk
Twany Eagle
Juveniler Bateleur Eagle
Als wir in Melkvlei aus dem Auto stiegen, waren wir erst mal überrascht von den Temperaturen: Es war dank eines stetigen Wind so richtig ungemütlich kalt. Da Melkvlei jetzt nicht unbedingt zu den hübschen Picknickplätzen des KTP gehört und keinerlei Windschutz bietet, haben wir hinten auf der Klappe von Major Tom schnell unter Müsli mit Joghurt gerichtet und uns in den Windschatten vom Auto gestellt. Das Frühstück war selbst bei Mara fix erledigt. Noch schnell ein Kurzbesuch auf einer übelst aussehenden Damentoilette (wichtiger Tip für alle KTP-Anfänger: Immer eine Rolle Toilettenpapier im Auto haben, es gibt häufig keines auf den Pickplatz-WCs!) und dann fuhren wir über die Lower Dune Road zurück Richtung Twee Rivieren.
Die Lower Dune Road war landschaftlich sehr schön, tiertechnisch aber ein absoluter Flop: Da war einfach nix….. Mara hatte sich inzwischen vom Geschehen verabschiedet und sich in ihre Hörbuch-Welt zurückgezogen.
Unser nächster Stopp war der Picknickplatz bei Auchterlonie. Der schön auf einem Plateau gelegen mit Blick die wunderbare Kalahari-Landschaft. Eine saubere Toilette gab es auch….
Wir schauten uns kurz das Museum an und unterhielten uns noch eine Weile mit einer älteren Südafrikanerin, die regelmäßig in den Park kommt. Sie meinte, so wenig, wie sie in den letzten Tagen rund um Twee Rivieren gesehen hat, kennt sie gar nicht und machte uns Hoffnung auf Nossob.
Auch die restliche Rückfahrt war nicht übermäßig ereignisreich, unsere Antilopen von gestern schienen weitergezogen zu sein:
Jackal Buzzard
Pygmy Falcon
Greater Kestrel
Southern Pale Chanting Goshawk
Nachdem wir für diese Runde gute sechs Stunden unterwegs waren, beschlossen wir , auf einen weiteren Gamedrive heute zu verzichten und lasen eine Weile in der dann doch wieder warmen Sonne vor unserem Häuschen.
Bei einem Check unseres Kühlschranks stelle Micha fest, dass wir beim Metzger etwas weniger quatschen und ein bisschen genauer aufpassen hätten sollen: Statt der bestellten 10 Steaks waren nur 7 in der Tüte gewesen, jetzt also nur noch 5. Mist! 🙁 Also auf zum Shop. Dort gab es erfreulicherweise Rumpsteaks vom Upington Slaghuis. Zwar zu leicht abenteuerlichen Preisen und tiefgefroren, aber in unserem Fall ja kein Problem. Wir haben zwei große gekauft und erst mal in den Tiefkühler gepackt. Auftauen konnten wir auf dem Weg nach Nossob morgen.
Twee Rivieren ist übrigens auch der einzige Shop im Park, an dem man Eis(creme) kaufen kann.
Das Abendessen fand dieses Mal drinnen statt. Auch wenn es am Nachmittag in der Sonne etwas wärmer geworden war, kühlte es heute mit Einbruch der Dunkelheit merklich ab. Drinnen zu essen war zwar nicht wirklich gemütlich, aber immer noch besser, als draußen beim Essen zu frieren.
Danach packten wir noch so weit wie möglich für morgen zusammen, brachten Mara ihn ihr Bett neben der Küchenzeile und setzten in eine warme Decke eingepackt mit unserem Savanna unter den wunderbaren Sternenhimmel. Die Kälte trieb uns allerdings recht schnell wieder herein.
Als wir im Bett lagen und das Licht gelöscht hatten, hörten wir auf einmal ein Flattern und ein leises, fiependes Geräusch: Wir hatten Fledermausbesuch. Na super! Ich hatte über dieses Problem in Twee Rivieren gelesen und war gestern wirklich froh gewesen, dass wir einen Bungalow ohne Zusatzbewohner erwischt hatten. Wir machten schnell die Tür zur Küche und damit zu Mara ganz zu, um zu verhindern, dass sie auch noch zu Mara fliegen würde. Wir hörten sie immer wieder, was mein Einschlafen nicht wirklich beschleunigte, aber der Tag hatte mich dann doch so müde gemacht, dass ich mir irgendwann trotz der Fledermaus die Augen zufielen…. Morgen geht es weiter nach Nossob. Ob sich angesichts einer neuen Woche und den Aussagen der Südafrikanerin, dass sich bei Nossob immer Katzen fänden, etwas an unserem bislang etwas einseitigen Sichtungsglück ändern würde?
P.S: Die gelegentlichen Vogelbezeichnungen dürfen jederzeit von den Mitlesern korrigiert werden! 🙂
kalachee1'059 Beiträge · seit 200615. Sept. 2016 · #23
Hallo Susanne
Melde mich mal zwischendurch als sonst stiller Mitleser deines tollen Reiseberichts zu Wort. 🙂
Ich finde es absolut legitim, dass für einmal auch mal etwas kritischere Stimmen zum KTP in diesem Forum zu Wort kommen dürfen. Wieso auch nicht? Es kann ja nicht allen gleich gut gefallen! Selber bin ich ein grosser Liebhaber und sehr gerne dort. Da ich keine Kinder habe, kann ich das nicht wirklich beurteilen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es für noch nicht so grosse Kids durchaus geeignetere Parks gibt.
Deinen Formulierungen jedenfalls merkt man an, dass eure Begeisterung sich (bisher) doch in Grenzen hält. 😉
mamba29 schrieb: Southern Pale Chanting Goshawk
P.S: Die gelegentlichen Vogelbezeichnungen dürfen jederzeit von den Mitlesern korrigiert werden! 🙂
Keine Korrektur, aber eine kleine Geschichte dazu: von einem der Ranger im Nossob Camp wurden wir darüber informiert, dass sie intern den Pale Chanting Goshawk einfach nur »Kalahari Chicken« oder dann die Abkürzung »PCG« auf English ausgesprochen verwenden, da er im KTP derart häufig zu sehen ist. Als ich mit meinem Bruder im Januar dort war, haben wir unglaublich viele PCG gesichtet und unsere Dialoge während dem Gamedrive in etwa so:
»Halt mal! Da vorne auf dem abgestorbenen Baum da sitzt irgend ein Raubvogel.« > Fernglas nehmen und nachschauen »Ah, wieder nur ein Kalahari Chicken!«
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200616. Sept. 2016 · #24
Ein ganz dicker Dank an Bele und Fotomatte für die Bestimmung meiner Vögel! Ich hoffe, ich habe es wenigstens geschafft, die richtige Bezeichnung unter das richtige Bild zu setzen! 😗
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200616. Sept. 2016 · #25
Hallo Sam
und willkommen an Bord. Danke für die Geschichte. 🙂 Der Vorteil vom Chicken ist, dass den sogar ich bestimmen kann... 😎 Und stimmt, ich habe jede Menge Bilder von ihm. Zumindest in den ersten vier Tagen haben wir ja aus leichter Verzweifelung quasi alles fotografiert.
Ja, der KTP hat es uns anfangs nicht leicht gemacht. Es kommt noch ein wirklich toller Tag dort, aber bis dahin war es doch hin und wieder etwas zäh. Wir fahren jetzt nächstes Jahr erst mal wieder in den KNP und wenn Mara dann in ein paar Jahren 12 ist, werden wir den KTP nochmal auf die Liste setzen. Manche Freundschaften brauchen einfach ein bisschen mehr Zeit...
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200618. Sept. 2016 · #26
Montag, 01.08.2016: Auf nach Nossob
Kein Wochenende mehr und Toröffnung dank August schon um sieben, das müsste heute doch endlich mal was werden, oder? Kurz nach einem schönen Sonnenaufgang ging es los.
Kurz hinter dem Wasserloch Leeuwdril trafen wir unsere Südafrikanerin von gestern wieder. Sie erzählte uns, ca. 25 km hinter Twee Rivieren sei eine Gepardin mit Cubs nahe der Straße gesichtet worden. Sie würde hinfahren und sie suchen, ob wir mitkommen wöllten.
Tja, an dieser Stelle gibt es jetzt leider keine Fotos einer Gepardin mit Cubs. Wir sind die letzte Sichtungsstelle plus einige Kilometer weiter insgesamt drei Mal sehr langsam abgefahren, aber da war leider absolut nix. So intensiv habe ich noch nie Bäume und Büsche begutachtet… 🙁
Dafür gab es mal wieder ein paar Erdmännchen
einen weiteren Schakal
und die beiden Vögel auf dem Vogelbaum, dieses Mal ins Gespräch vertieft:
In Melkvlei machten wir wieder Frühstückpause. Dieses Mal war es sehr viel angenehmer, die Temperatur war deutlich höher und es gab keinen Wind. Auch die Toilette war heute in benutzbarem Zustand.
Kurz nach dem Picknickplatz trafen wir ein paar Erdhörnchen
und einige Zeit später bei Jan se Draai diese Straußengroßfamilie und eine Gruppe Oryxe:
Danach ging es durch die wunderbare, aber leider sehr tierarme Kalahari-Landschaft mit einem Zwischenstop am Picknickplatz Dikbaardsklolk weiter bis nach Nossob.
Der Weg zog sich doch ziemlich hin und wir waren froh, als wir das Camp erreicht hatten.
Dort bezogen wir den Bungalow 10B (Buchungscode CH3), auch das ein Tipp aus dem Forum hier. Er teilt sich mit 10C eine Haushälfte. Sowohl das Schlafzimmer mit einem Doppel- und einem Einzelbett als auch die Küche haben Terrassentüren nach draußen und auch das Bad verfügt über ein Fenster. Neben dem Tisch auf der Terrasse gibt es auch einen kleinen Tisch im Innenraum. Die Küche ist recht groß und ordentlich ausgestattet. Bei uns gab es allerdings ein kleines Ameisenproblem. Der Bungalow lag am Rand des Camps mit Blick auf die abgesperrte Baustelle. Wir dachten schon, oh nee, bitte keinen Baulärm, aber die Sorge war umsonst. Während unseres Aufenthalts wurde an den sich in höchst unterschiedlichen Stadien befindlichen Bungalows nicht gearbeitet. Die beiden vorderen und auch am weitesten fertiggestellten müssten eine tolle Sicht auf das Wasserloch haben.
Wir packten aus und beschlossen, die Zeit bis zum Nachmittag für einen Dusche zu nutzen. Ich habe ja inzwischen schon mehrfach erlebt, nach dem Einseifen nur noch kaltes Wasser vorzufinden, aber Nossob bot eine Besonderheit: Es kam nur noch heißes Wasser aus dem Hahn. Und zwar so heiß, dass ein Abduschen absolut nicht drin war. Also musste Micha unsere geleerten Wasserflaschen mit kaltem Wasser auffüllen und mir in die Dusche bringen, damit ich meine Haare auswaschen konnte. Micha teste das Wasser danach für sich aus, entschied sich dann aber auch für die Flaschendusche. Nebenbei setzte die Dusche aufgrund einer Undichtigkeit am Duschkopf gleich einem Sprühregner auch noch das halbe Bad unter Wasser…
Nach diesem Erlebnis wollten wir unser Glück nochmals probieren und fuhren am späten Nachmittag über den Nordausgang des Camps noch eine kleine Runde Richtung Norden bis Kwang. Nachdem dort auf der gesamten Strecke absolut nichts los war, stellten wir uns ans Wasserloch Cubitje Quap und warteten dort eine gute dreiviertel Stunde auf Besucher:
Geat Sparrow
?
Laughing Dove
Doch etwas frustriert traten wir kurz vor Torschluss den Rückweg ins Camp an. Wir machten uns an die Zubereitung des Abendessens (das inzwischen aufgetaute Rumpsteak und ein Nudel-Gemüsesalat) und beschlossen, nachdem Essen noch einen Abstecher zum Hide zu machen. Heute waren die Temperaturen wieder total angenehm zum Draußen essen und wir genossen beim Abendessen die nächtlichen Geräusche und das Fiepen der Fledermäuse, die dieses Mal im Dach des Bungalows eine Heimat gefunden hatten. Sie waren durch die Lüftungsschlitte innen zwar gut zu hören, aber nicht zu sehen.
Danach ging es mit Stirnleuchte an den Hide. Dort kamen kurz zwei Schakale vor. Danach kam die sichtlich nervöse Gnuherde:
Der mögliche Grund für die Nervosität der Gnus ließ sich leider nicht blicken. Also brachten wir Mara ins Bett und bewunderten noch für eine Weile mit einem Savanna den wunderbaren Sternenhimmel.
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200620. Sept. 2016 · #27
Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an alle noch mitlesenden Danke-Button Drücker! Dienstag, 02.08.2016: Rund um Nossob
Normalerweise fällt es in unseren Afrikaurlauben nie schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Die Lust auf den Gamedrive ist so groß, dass wir auch gerne zu Uhrzeiten aufstehen, die daheim nur Gestöhne auslösen.
Nachdem unsere ersten Tage im Park nicht gerade übermäßig sichtungsreich verliefen, ließ auch unsere Lust beim Aufstehen merklich nach. Mara meinte nur noch: Wieso aufstehen? Außer Vögeln und ein paar Antilopen gibt es doch eh nichts.
Sie hatte inzwischen übrigens die hübsche Theorie entwickelt, dass auch Katzen Sommerferien machen und diese sämtlich in den KNP verreist seien…
Trotzdem beschlossen wir, es heute Morgen nochmals Richtung Norden zu versuchen. Angesichts des Umstandes, dass es zum nächsten Picknickplatz Lijersdraai von Nossob aus doch sehr weit war, packte ich das fertig gerichtete Müsli zum im Auto essen ein. Vorbei an wunderbaren offenen Graslandschaften ging es wieder in Richtung des Wasserlochs Kwang.
Cubitje Quap war wie gestern Abend lediglich von ein paar hektisch umherflatternden Vögeln besetzt. Kurz hinter Kwang stand ein Auto am Straßenrand, ein Paar starte mit Ferngläsern in die Ebene. Wir fuhren langsam heran und fragten, was sie entdeckt hatten. Löwen! Ein Pärchen! Wir freuten uns total und versuchten die beiden selbst zu finden.
Tja, das hier ist das Ergebnis, aufgenommen mit einem 600er-Tele und einem 2-fach-Konverter:
Juhu, wir haben endlich Katzen gesehen. Allerdings hatten wir uns das Ganze doch ein bisschen anders vorgestellt. Mara mühte sich anfangs noch, die beiden durch ihr Fernglas zu entdecken, gab dann aber ziemlich schnell auf, weil gute 400m Entfernung eben doch ganz schön weit weg sind.
Nachdem die beiden sich dann noch weiter nach hinten zurückzogen, gaben wir auf und fuhren weiter Richtung Bedinkt. Auf dem Weg dorthin konnten wir verschiedene Pfotenspuren im Sand erkennen, die sich von und zum Wasserloch bewegten. Wir entschieden uns, dort eine längere Frühstückspause zu machen und zu schauen, ob sich etwas tun würde.
Unsere Sichtungen nach gut 1 2/2 Stunden Standzeit am Wasserloch:
Die Gnus waren noch am spannendsten, hier konnten wir beobachten, wie ein einzelnes Gnu auf die Herde traf und sehr misstrauisch beäugt wurde.
Danach gaben wir auf und fuhren ins Camp zurück.
Ich nehme an, eine Art Krähe, die sehr interessante Geräusche von sich gegeben hat.
Mancher mag uns jetzt für undankbar halten, aber wir hatten echt keine Lust mehr auf den KTP. Wir wissen genau, dass es weder Zoo noch Wunschkonzert ist, aber wenn ich mir die Bilder unserer Sichtungen der ersten Tage jetzt beim Schreiben nochmals angucke, finde ich unsere Gefühle absolut berechtigt. Ewig weiter Strecken, kaum Tiere, die so erhofften Katzen quasi unsichtbar – der KTP war nichts für uns. Wir waren regelrecht froh, nur noch zwei Nächte im KTC zu haben und dann nach Namibia zu dürfen.
Mehr aus Pflichtgefühl als aus Lust starteten wir am späten Nachmittag noch zu einer kleinen Runde auf dem Marie se Gat-Rundweg. Eine nähere Beschreibung erspare ich euch, das kam dabei heraus:
Bateleur
Selbst das Wasserloch am Abend zeigte sich bis auf einen Schakalkurzbesuch verwaist:
Für diejenigen von euch, die noch dabei sind, sich aber allmählich fragen, warum sie eigentlich noch mitlesen: Es wird demnächst besser! Der KTP wollte offenbar nicht, dass wir ihn mit so einer Meinung verlassen. 🙂
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201620. Sept. 2016 · #28
Dein Reisebericht ist echt spannend. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Old Women1'543 Beiträge · seit 201320. Sept. 2016 · #29
Hallo Mamba, ja, das kann einen leicht demotivieren. Ging uns 2014 ebenso mit den Wüstenelefanten. Das einzige brauchbare Foto habe ich beigefügt. (Nachts standen sie dann an der Twyfelfontein Country Lodge. Man hörte sie, und wir konnten die Hütten natürlich nicht verlassen, aber durch die kleinen Fenster konnte man sie eben auch nicht richtig sehen, geschweige denn fotografieren). Herzliche Grüße Beate
Hallo Susanne, herzlichen Dank für Deinen so ehrlichen Reisebericht. Auch wenn man ganz genau weiß, dass ein Park kein Zoo und immer auch Glück erforderlich ist, hat man trotzdem gewisse Erwartungen und Hoffnungen. Aber es wird ja besser! Ich bin gespannt, welche Sichtung euch mit dem KTP versöhnt. Aber dennoch, ich bin nach Deinem Bericht jetzt froh, dass wir für das nächste Jahr Krüger gebucht haben und nicht KTP (übrigens auch inspiriert von einem Deiner früheren Reiseberichte, den ich jetzt auch nochmal genau lesen werde 🙂
Liebe Grüße
Jutta
fotomatte2'512 Beiträge · seit 200920. Sept. 2016 · #31
Hi Susanne,
deinen "Geat Sparrow" halte ich für einen Marico Flycatcher, der ?-Vogel ist eine Namaqua Dove ( Kaptäubchen ) und die Krähe ist eine Cape Crow. Soviel zu den Vögeln.
Zur Erwartung, mit der man so in den KTP ( speziell in diesen Park ) fährt und dann enttäuscht ist oder eben nicht, halte ich es immer so, daß ich grundsätzlich NICHTS erwarte, und dann immer positiv überrascht werde. 😎 weil mehr als NICHTS geht immer 😄 Ach ja, noch was. Ich würde mich wahnsinnig über ein schönes Foto vom adulten Gaukler freuen, das war mir bislang noch nicht vergönnt. Ich würde dafür manchen Löwen tauschen... 😗
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200621. Sept. 2016 · #32
Guten Morgen zusammen,
@Jutta und Beate: Schön, dass ihr uns ein bisschen versteht. Ich hab lange überlegt, ob ich unseren Frust so deutlich in den Reisebericht reinschreiben soll. Es ist ja nicht so, als hätten wir gar nichts gesehen. Es war halt nur ziemlich wenig und nicht das, was wir uns (irgendwie) doch erhofft hatten... Jutta, der KTP ist aus meiner Sicht durchaus eine Reise wert. Nur eben nicht im August und beschränkt auf die Main-Camps. Wobei wir nach der Rückkehr auch ganz schnell KNP für nächstes Jahr buchen mussten... 🙂
@Matthias: Vielen Dank für die Bestimmung. Du merkst ja an meinen Vogelbestimmungsfähigkeiten, dass Vögel nicht unbedingt zu unseren Must haves gehören. Ich finde es super, wenn Du es schaffst, völlig erwartungsfrei irgendwo hin zu fahren. Ich kann das nicht. Dazu habe ich vorher zu viel gesehen und gelesen und habe einfach gewisse Bilder im Kopf. Und die kann ich nicht völlig ausblenden. Macht es natürlich schwieriger und führt manchmal auch zu Enttäuschungen...
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200621. Sept. 2016 · #33
03.08.2016: Es geht weiter ins KTC
Im Vorfeld hatten wir lange überlegt, ob wir die Übernachtungen im KTC oder in Mata Mata buchen sollten. Hauptpunkt war dabei die mögliche nächtliche Kälte im Zelt. Da wir aber gerne wenigstens ein Wilderness-Camp kennenlernen wollten und das KTC das einzige mit Kind buchbare Wilderness-Camp ist, lief die Entscheidung schließlich unter „wird schon nicht so wild werden“.
Aber von Anfang an: Gegen acht Uhr packten wir unser restliches Gepäck zusammen und machten auf den Weg Richtung KTC. Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal mit Packtaschen unterwegs, auch das ein Tipp hier aus dem Forum. Durch unterschiedliche Farben jeweils zugeordnet, machten die Taschen das Auffinden von Kleidung im Koffer und vor allem das schnelle Wiederaufräumen deutlich leichter. Unsere morgendlichen Packzeiten haben sich damit deutlich minimiert und die Koffer sahen vor allem wesentlich aufgeräumter aus. Ich möchte die Packtaschen nicht mehr missen.
Auch heute stand uns ein langer Fahrtag bevor. Die Strecken im KTP sind absolut nicht mit dem KNP vergleichbar, die Entfernung zwischen den Camps ist deutlich größer, vor allem, wenn man auf die Main-Camps bzw. das KTC beschränkt ist. Daher hieß es für uns zunächst auch zurück bis zum Picknickplatz Dikbaardsklolk, da der Dünenweg ab Nossob nur von denen befahren werden darf, die eine Buchung in Bitterplan vorweisen können. Schade, die Dünentour hätte uns sicher viel Spaß gemacht.
Unterwegs mal wieder Schakale, dieses Mal zu zweit:
Am Picknickplatz Dikbaardsklolk stoppten wir um zu frühstücken. Und wollten die Autotür gleich wieder zumachen: Obwohl der Himmel wunderbar blau war, wehte wieder dieser fiese kalte Wind, der die Außentemperatur gefühlt deutlich unter unserer Wohlfühltemperatur drückte. Also vor dem Frühstück erst mal die Wintermützen aus dem Gepäck gekramt. Gefrühstückt haben wir dann im Windschatten vom Auto, da ging es halbwegs. Statt Müsli gab es heute Marmeladebrot. Das Brot konnten wir gestern Abend frisch für uns gebacken in Nossob für 20 N$ im Shop abholen.
Weiter ging es über die Upper Dune Road, die kurz hinter dem Picknickplatz abzweigt. Wunderschön, kaum ein Auto, aber leider auch so gut wie kein Tier.
Am Picknickplatz bei Kamqua legten wir einen weiteren Stopp ein. Die Fühltemperatur war nicht wirklich gestiegen…. 😕 Dann machten wir uns auf das letzte Stück Weg zum KTC. Nachdem uns Susi aus dem Forum netterweise vor unserem Urlaub die Koordinaten ihrer Wildkatzensichtung vom Februar gegeben hatte, die auf der Strecke zwischen Kamqua und KTC lag, war das unser erstes Ziel. Und nein, es gibt es jetzt kein Foto einer Wild Cat. Dafür trafen wir einen Sekretär, allerdings in der Mittagspause:
Wir entschieden uns, vor dem Einchecken im KTC noch bis Mata Mata zu fahren, um dort im Shop ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Dort bestellten wir dann auch gleich noch ein frisches Brot. Im Gegensatz zu Nossob, wo Bestellungen nur auf den nächsten Tag möglich waren, können Bestellungen, die vor 14 Uhr aufgegeben worden sind, noch am selben Abend abgeholt werden. Dafür ist der Preis geringfügigst höher: 25 N$.
Zurück im KTC trafen wir beim Einchecken niemanden an. Nachdem ich aber aus diversen Reiseberichten wusste, dass man sich in diesem Fall selbst helfen soll, suchten wir uns in der Liste, trugen uns ein und hinterließen unser Permit und fuhren zum Zelt Nr. 10. Was soll ich sagen? Der Ausblick von unserer Terrasse auf die Ebene und das Wasserloch. Einfach nur schön!
Unser Hauszelt im KTC bestand aus einem Schlafbereich mit einem Doppelbett (mit großem Gräbele!) und zwei Einzelbetten, die jeweils vor den Fenstern standen. Die Fenster waren zwar aus Glas, die Rahmen aber so verzogen, dass teilweise daumenbreite Spalten offen waren. Der Badezimmerteil, bestehend aus Dusche, Waschbecken und separater Toilette, was gemauert. Das Zelt hatte diverse Lüftungsklappen, von denen sich vor allem die am Dachteil nicht mehr schließen ließen. 😐
Daneben gab es noch den Küchenbereich in einem separaten Häuschen, indem auch der Esstisch untergebracht war. Der Grill befand sich auf der Terrasse mit Blick auf die Ebene. Kühlschrank und Herd werden mit Gas betrieben.
Ich war von der schönen Aussicht und der völligen Ruhe um uns herum so fasziniert, dass ich mich trotz des kalten Windes dazu entschied, auf der Terrasse zu lesen. Eingepackt in eine warme Decke genoss ich die Aussicht. Allerdings war es am Wasserloch relativ ruhig, aber das war ja für uns nichts wirklich Neues. Micha und Mara verbrachten einen gemütlichen und faulen Nachmittag im Zelt. Um halb sechs fuhren wir dann nochmals kurz los, um unser Brot in Mata Mata abzuholen.
Danach machte Micha Feuer und ich kochte Reis für ein Risotto zu unserem Steak. Sobald es dunkel wurde, wurde aus „kühl“ ganz schnell „kalt“. Uns schwante übles für die kommende Nacht. Wir suchten unsere warme Winterunterwäsche heraus und packten unsere leichten Sommerschlafsäcke aus. Außerdem kamen Mütze und Handschuhe zu Einsatz. Unsere Schlafmontur bestand schließlich aus Winterunterwäsche, Schlafanzug, warmen Socken, Schlafsack, Bettdecke und warmer Decke oben drüber und Mütze auf dem Kopf. Wir versuchten noch eine Weile im Bett zu lesen, aber es war einfach zu kalt. Um es kurz zu machen: Ich habe noch nie so gefroren wie in diese Nacht. Besonders in den frühen Morgenstunden (ich wurde immer wieder durch laute Tiergeräusche vom Wasserloch geweckt) konnte man regelrecht merken, wie es noch kälter wurde. Zu allem Unglück rief Mara mitten in der Nacht, dass sie Durst habe. Wir hatten zwar eine Wasserflasche im Zelt, aber eben nicht in Bettnähe. Also musste ich aus dem Decken-Schlafsackberg kriechen, um ihr etwas zu trinken zu bringen. Auch wenn ich nur eine gute Minute draußen war, kam ich mir wie schockgefrostet vor und brauchte vor Kälte ewig, um wieder einzuschlafen. Gegen halb sechs Uhr morgens wurde Mara, die dank ihres wärmeren Schlafsacks trotz der extrem zugigen Fensternähe wohl am besten von uns dreien geschlafen hat, wach und kam mit Schlafsack bewaffnet zu mir. Da das Gräbele zwischen unseren Betten so blöd breit war, konnten wir sie nicht in der Mitte platzieren, sondern quetschten uns dann zu zweit mit dem Deckenbergen in mein Bett. Dort schlief sie dann im Gegensatz zu mir nochmals ein.
loeffel1'411 Beiträge · seit 201321. Sept. 2016 · #34
Hallo Susanne,
ich lese auch schon die ganze Zeit gespannt mit. Interessant, wie unterschiedlich die Eindrücke vom Park sein können. Uns hatte sich der Park Ende April ganz anders präsentiert. Auch wir waren damals etwas enttäuscht, weil wir keine Geparden und Hyänen gesehen hatten. Wenn man hier Reiseberichte über den KTP liest, denkt man immer, man müsste beim Besuch dort immer alles sehen, die anderen haben doch auch ... 😉 Aber auch wenn eure Erlebnisse bis jetzt noch recht katzenarm sind, hattet ihr doch ein paar schöne Sichtungen wie z.B. die Erdmännchen und den Bateleur. Ich bin gespannt auf den weiteren Verlauf eurer Tour. Einiges davon haben wir im Frühjahr auch besucht ...
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201621. Sept. 2016 · #35
Hallo Susanne,
eine Frage zu den Packtaschen, die ich mir gerade mal in Ebay angesehen habe. Wie hast Du das organisiert? Jeder eine andere Farbe oder jedes Kleidungsstück in einer anderen Farbe? Nehmen die Packtaschen nicht noch zusätzlich Platz im Koffer weg?
Wir haben in der Regel 2 Koffer, 1 Gruscheltasche (Kosmetik, Jacken) und 1 Schuhtasche dabei. (bei 4 Personen) In den beiden Koffern sind unsere Kleidungsstücke und zwar in jedem Koffer von uns allen. Damit muss ich immer nur einen Koffer öffnen, der andere ist Reserve. Nach ein paar Tagen wechsele ich dann frische Kleidung in den Schmutz-Koffer und somit habe ich immer einen kompletten Koffer mit frischen Sachen. An den Koffer lasse ich auch niemand von meinen Herren, 🙄 sonst gäbe es Chaos.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200621. Sept. 2016 · #36
Hallo loeffel,
ich kann mich noch gut an euren Reisebericht erinnen.... 🙂 Ja, Reiseberichts sind so eine Sache für sich. Ich finde es total schön, von den Erlebnissen anderer zu lesen, aber manchmal führt das dann halt dazu, dass man selbst dort ist und es dann so ganz anders erlebt. Beim KTP war uns klar, dass die Jahreszeit wohl nicht ganz optimal ist und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass uns die Katzen quasi vor die Füße fallen, aber der dann tatsächlich erst mal erlebte Zustand war dann vor allem auch mit unserer Tochter doch nicht so leicht wegzustecken. Und dieses Mal kann ich auch nicht wie 2014 nach unserer Tour im KNP nachträglich sagen: Wir haben eigentlich doch richtig viel gesehen.
Aber mit dem nächsten Teil wird es deutlich besser. Der Geist des KTP wollte uns so nicht ziehen lassen, wahrscheinlich hat er meinen Reisebericht gefürchtet.... 😉
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200621. Sept. 2016 · #37
Hallo Gabi,
ich habe bei Amazon drei Packsets in unterschiedlichen Farben gekauft (https://www.amazon.de/gp/product/B01FTR47UM/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1) und dann gab es pro Person eine kleine Tasche mit Unterwäsche und Socken, eine mittlere mit T-Shirts und Pullis und eine große mit Hosen , Schlafanzug etc. Man konnte also an Taschenfarbe und -größe problemlos mit einem Griff das Richtige für sich finden. Das hat sogar bei Mara problemlos geklappt. Schmutzwäsche kam in einen speziellen Sack, der auch als Unterwegswaschmaschine geeignet gewesen wäre. Wir haben es dann aber nicht getestet, sondern so alle zwei/drei Tage schnell ein bisschen rausgewaschen. Dauert ja nicht lange. Kosmetik, Küchenzubehör etc. war auch in kleinen Taschen untergebracht und farblich unterschiedlich. So hatte man auch hier mit einem Griff die richtige Tasche. Schuhe hatten wir lose in der Reisetasche. Wobei wir uns bei den Schuhen radikal auf zwei Paar beschränkt hatten: Jeweils ein Paar Salomon Trekkingschuhe und ein Paar Crocs für jeden. Reicht völlig.
Wir waren dieses Jahr mit dem Gewicht beim Hinflug deutlich unter der Grenze und konnten daher sogar noch ein paar Flaschen Savanna mit zurückfliegen.... 🙂
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201621. Sept. 2016 · #38
Hallo Susanne,
danke für den Link. Ich werde mir mal ein Paket bestellen, gerade für unser "Gruscheltasche" ist das sicherlich vorteilhaft.
Mein großer Sohn ist allerdings der Auffassung, dass unser derzeitiges System prima ist, Mama richtet alles her, packt wieder ein und hält Ordnung im Koffer. 😉
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200622. Sept. 2016 · #39
04.08.2016: Zwischen KTC und dem 13. Wasserloch
Erst so gegen acht Uhr waren wir dann alle richtig wach und bereit, uns dem Tag zu stellen. Allerdings war es im Zelt immer noch richtig fies kalt. Das erschwert das Aufstehen schon deutlich. Außerdem erwarteten wir von dem Tag wirklich nichts, da ich zum einem im Hinterkopf hatte, dass das Auob-Tal um Mata-Mata eher tierarm sei und wir ja auch gestern auf der Strecke zwischen Kamqua und KTC nicht wirklich etwas gesehen hatten.
Trotzdem haben wir uns dann aus dem Bett gewagt, sehr fix frisch angezogen und schließlich in der Einfahrt zu unserem Zelthäuschen auf der Klappe von Major Tom gefrühstückt. Das war der einzige Platz, an dem schon die Sonne schien. Alles andere war noch im Schatten und damit einfach nur eiskalt. 🤢
Um kurz nach neun sind war dann langsam losgezogen. Erster Stopp war das Wasserloch Sitsas. Okay, es gab immerhin ein paar Vögel und ein Oryx hatte sich auch ans Wasserloch gewagt:
Während wir da so standen und mehr oder minder motiviert die Vögel beobachteten, sah ich aus den Augenwinkeln, dass sich an der Zufahrt zum Wasserloch plötzlich mehrere Fahrzeuge sammelten. Micha fuhr rüber und wir fragten, was es zu sehen gäbe.
Und da war sie, leider schon quasi wieder auf dem Rückzug:
Auch wenn die Sichtung nicht optimal war, waren wir natürlich total begeistert und glücklich. Mit Cheetas verbindet uns seit unserem letzten SA-Urlaub im Sommer 2014 ein besonderes Verhältnis. Dort hatten wir erstmals zwei Cheetas in freier Wildbahn beobachten können und waren fasziniert von den Tieren.
Die Cheeta hier gab ständig eine Art Rufgeräusch von sich, ähnlich einem Miauen. Kann uns von euch jemand sagen, was das bedeutet? Hat sie ihre Jungen gesucht?
Nachdem sie endgültig hinter einer Düne verschwunden war, fuhren wir in relaxter Stimmung weiter Richtung Craig Lockhart. Zwischendrin gab es noch einen Twany Eagle und auch der Sekretär, den wir möglicherweise gestern schon gesehen haben, war dieses Mal in Bewegung.
Craig Lockhart lag verlassen da, aber die südafrikanische Familie, die uns schon auf die Cheeta aufmerksam gemacht hatte, erzählte uns, sie hätten gehört, am 14. Wasserloch lägen Hyänen. Also los zum 14. Wasserloch. Da standen zwar mehrere Fahrzeuge suchend herum, aber keine Hyänen. Also weiter zum 13. Vielleicht war da was. Und so war es dann auch:
Zuerst lagen die drei in der Nähe eines halbverspeisten Oryxes nur faul rum und beobachten eine sichtlich nervöse Herde Gnus, die wohl gerne ans Wasserloch gegangen wären, aber dem Frieden nicht so wirklich trauten.
Danach zogen sie einige Meter weiter in den Schatten eines Baums. Wir hatten das große Glück, dadurch quasi in der Pole Position zu stehen:
Der Tag meinte es wirklich gut mit uns. Zwar waren wir heute Nacht fast erfroren, aber offenbar war der Geist des KTP der Meinung, dass er uns doch noch ein bisschen was versöhnliches bieten sollte… 🤪
Wir entschieden uns, wieder zurück in Richtung Camp zu fahren.
Was dem wohl passiert ist?
Einen Strauß gab es auch noch für uns:
Auf der Höhe von Sitsas angekommen, meint ich nur noch: DA!
Es war wieder ihr deutliches Rufen zu vernehmen, während sie langsam Richtung Dünenkamm lief und schließlich verschwand.
Ich glaube, wir sahen aus wie wandelnde Smileys…. 😎
Ein paar hundert Meter weiter dann eine Springbockherde, die sich offenbar erschreckt hatte und in hohem Tempo los galoppierte. Und so gab es endlich auch mal Bilder von einem springenden Springbock!
Kurz vor der Campeinfahrt begegneten wir dann noch diesem Steinböckchen:
Im Camp angekommen stellten wir erfreut fest, dass es inzwischen viel wärmer und vor allem windstill war. Wir konnten uns also von diversen Kleiderschichten trennen. Ich setzte mich wieder zum Lesen auf die Terrasse. Nur dass ich dieses Mal nicht viel zum Lesen kam. Der Geist des KTP hatte offenbar beschlossen, uns auch am Wasserloch Unterhaltung zu bieten.
Das Oryx kam fast auf Haus- bzw. Zeltbesuch und graste lange und völlig entspannt in der Nähe unserer Terrasse.
Red Hartebeests waren auch wieder zu sehen. Gibt es die eigentlich nur im Auob-Tal?
Ein äußerst neugieriges Erdhörnchen huschte unmittelbar neben der Terrasse hin und her.
Eine große Gruppe von 12 Straußen sammelte sich am Wasserloch. Die Herren der Schöpfung waren sich offenbar nicht übermäßig zugetan….
Und ein paar Oryxe schauten auch noch vorbei.
Ich war so beschäftigt mit Gucken, dass ich fast vergaß, Mara etwas zum Mittagessen zu richten. 😎
Lieber Geist des KTP, vielen Dank für den tollen Vormittag! Und das war ja noch nicht alles, was der Tag heute so zu bieten hatte… 🤪
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201623. Sept. 2016 · #40
Liebe Susanne,
da bin ich aber echt froh für euch, dass der Bann gebrochen zu sein scheint und ihr endlich die Sichtungen hattet, die ihr euch schon die Tage zuvor so sehr gewünscht hattet... Tüpfelhyänen und ein Gepard - das ist doch schonmal was! (Auch wenn ich über eure vielen Erdmännchenbegegnungen auch sehr glücklich wäre...) Als wir im Februar vor Ort waren, haben wir das Auob Tal bei Mata Mata im Gegensatz zum Nossob Tal, in dem wir auch über Stunden gefahren sind, ohne ein anderes Lebewesen zu sehen, als sehr wildreich wahrgenommen. Auch wir hatten das anders abgespeichert und hier eher weniger erwartet und waren dann umso glücklicher, dass wir drei Nächte in Mata Mata gebucht hatten, was eigentlich eine Verlegenheitslösung war.