Trinkwassernotstand naht - was bedeutet das!

101 Antworten · 27,9k Aufrufe · gestartet 31. Mai 2016 von travelNAMIBIA
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873 Beiträge · seit 201608. Mai 2019 · #22
Ich möchte noch mal auf den ursprünglichen Titel des Threads zurückkommen "Trinkwassernotstand naht - was bedeutet das?". Hier mal meine Vermutungen bzw. Fragen, vielleicht können da mal die besser Informierten etwas beitragen?

- Klar ist mir, dass das gesamte Land (Ausnahme Flusszonen im Nordosten) in diesem Jahr voraussichtlich besonders trocken ("nichtgrün") aussehen werden.
- Ich gehe auch davon aus , dass die von uns Touris aufgesuchten Lodges und Campsites "auf dem Land" von den Rationierungen kaum betroffen sein werden, da die auf Brunnen / Grundwasser zugreifen, richtig?
- Etwas anders könnte das evtl. bei Unterkünften in Windhoek, Swakopmund, Lüderitz sein. Greift da eine Rationierung, ist die Verfügbarkeit von Wasser eingeschränkt?
- Auf Tierfarmen wird es voraussichtlich deutlich weniger Rinder, Ziegen etc. geben (müssen), das merken Touristen kaum, wenn sie nicht ausdrücklich auf einer solchen Farm zu Gast sind und sich mit dem Inhaber unterhalten?! Ich weiß z.B. von der Namtib Desert Lodge, dass die ihre Nutztiere weitgehend aufgegeben haben und nur noch kleinere Gruppen Antilopen auf ihrem Gebiet haben, weil die besonders genügsam sind.
- Die einheimischen Kleinfarmer insbesondere im dichter besiedelten Norden sind massiv betroffen, das kriegen die meisten Touris aber wiederum kaum mit.
- Wie steht es um Tiere im Etosha und im KTP? Sind die auch alle 'grundwasserversorgt' und halten sich darum nur verstärkt an den Wasserlöchern auf? Oder beeinträchtigt der Wassermangel indirekt durch den Grasmangel auch die Herdengrößen? Kommen z.B. Jungtiere erfahrungsgemäß schlechter über die Runden, so dass man diese weniger zu sehen bekommt?Beeinträchtigt das die Raubkatzen?
- Wie steht es mit den Wildtieren in den Nicht-Parkgebieten? Wird man voraussichtlich 'unterwegs' auch weniger Antilopen / Strausse / Giraffen / Wüstenelefanten / Garub-Pferde sehen können?

Christoph
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zuletzt bearbeitet 08. Mai 2019
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200616. Mai 2019 · #23
- Etwas anders könnte das evtl. bei Unterkünften in Windhoek, Swakopmund, Lüderitz sein. Greift da eine Rationierung, ist die Verfügbarkeit von Wasser eingeschränkt?
So ist es. In Windhoek gilt ab 1.7. die zweithöchste Wassernotstandsstufe. Diese wird vermutlich für bis zu zwei Jahre aktiv bleiben... oder noch länger wenn es nicht mehr irgendwann mal regnet. Ebenso sind weitere Orte wie z.B. Okahandja und Gobabis betroffen, da diese das meiste Wasser aus Stauseen beziehen. ANders sieht es z.B. bei Swakopmund und WVB aus.
- Auf Tierfarmen wird es voraussichtlich deutlich weniger Rinder, Ziegen etc. geben (müssen)
Die NLU/NAU hat die kommerziellen Farmer zur Reduzierung um mindestens 50 Prozent aufgerufen.
- Die einheimischen Kleinfarmer insbesondere im dichter besiedelten Norden sind massiv betroffen, das kriegen die meisten Touris aber wiederum kaum mit.
bisher 70.000 verendete Nutztiere in kommunalem Land.
In beiden vorgenannten Fällen hilft der Staat mit Notfallprogrammen so gut es geht.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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130 Beiträge · seit 201222. Mai 2019 · #24
Hallo Christoph,

ich bin eben über diesen Artikel gestolpert. Er könnte einige Deiner Fragen beantworten, zumindest bzgl. der Entwicklung auf lange Sicht.

Lieben Gruß
Katja
Do no harm, but take no shit. 1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2021 Uganda Rundreise Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
4'140 Beiträge · seit 200922. Mai 2019 · #25
Hallo,
bin soeben aus Namibnia zurück und kann zu den Verhältnissen folgendes sagen:
1. In Windhoek machen die Unterkünfte schon ernst mit den Wassersparmaßnahmen. In den Toiletten stehen z.T. Wasserkanister mit Brauchwasser zum Spülen. Pools sind leer oder zumindest abgedeckt und werden nur aufgedeckt, wenn ein Gast darauf besteht.
2. Im Süden, speziell im KTP im Auobtal sieht es extrem schlecht aus mit Weide. Im Auobtal gab es nur wenige Tiere zu sehen, Katzen fast überhaupt nicht. Die Tiere sind vermutlich Richtung Botswana abgezogen. Die Lodges machen teilweise keine Gamedrives - Ausnahme diejenigen, die zufüttern und eingezäunte Hegegebiete haben - weil kaum Tiere zu sehen sind.
3. In manchen Gebieten in der Mitte Namibia hat es für Weide ausreichend geregnet und Tiere sind auch vorhanden. Überall wird aber an den Straßenrändern Gras geerntet. In der Gegend um Otjiwarongo ist aber mit erhöhtem Warzenschwein-Aufkommen an den Straßen zu rechnen. Manche Framer haben kein Gras und bis zum Farmzaun ist alles abgeweidet. Die Warzenschweine ziehen in die Grasstreifen entlang der Straßen. Also erhöhte Vorsicht!
4. In der Etoscha ist in der Umgebung von Okaukuejo kaum noch ein Grashalm vorhanden. Wir haben vom Tor bis zum Camp nicht ein einziges Tier gesehen. Allerdings ist an den Wasserlöchern immer noch gut Betrieb. Im mittleren Bereich um Halali hat es noch genügend Gras. ABER: Es kommen nun ja bis Oktober Monate ohne jeglichen Niederschlag! Ich befürchte, da wird es noch Probleme geben.
Ich kann nur alle Touristen bitten, sich an den Wassersparmaßnahmen auch zu beteiligen und nicht unnötig Wasser zu verschwenden.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
873 Beiträge · seit 201622. Mai 2019 · #26
Burschi schrieb:Die Lodges machen teilweise keine Gamedrives - Ausnahme diejenigen, die zufüttern und eingezäunte Hegegebiete haben - weil kaum Tiere zu sehen sind.
Hallo,
kannst Du das noch ein bisschen genauer berichten. Welche Lodges machen keine Gamedrives mehr - das ist für uns (fahren im Juli) und viele andere Touris sicher interessant bei der Tages- und Tourenplanung.
Christoph
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200607. Juni 2019 · #27
"Der Finanzbedarf zur Umsetzung der staatlichen Dürrehilfe ist auf 771 Millionen Namibia Dollar angestiegen. Von denen seien aber laut Allgemeiner Zeitung bisher nur 303,8 Millionen Namibia Dollar gedeckt. Angesichts des daraus erwachsenden Fehlbetrags von 467 Millionen Namibia Dollar richten sich die Hoffnungen nun auf Unterstützung aus dem Ausland. Obwohl sie keinen direkten Spendenappell formulierte, hinterließ Außenministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah dennoch den Eindruck einer Bittstellerin, als sie gestern gegenüber zahlreichen Botschaftern das Ausmaß der Dürre und den daraus entstandenen Handlungsbedarf erläuterte. Aufgrund des niedrigsten Regenfalls seit 90 Jahren und daraus resultierenden Missernten sei die Nahrungsmittelsicherheit von etwa 500 000 Namibiern bedroht." (Hitradio Namibia, 7. Juni 2019)

Viele Grüße
Christian

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6 Beiträge · seit 201907. Juni 2019 · #28
Für TransNamib, Air Namibia und die ganzen staatlichen Schrottunternehmen schafft man es jedes Jahr - auch dieses - Milliarden locker zu machen. Aber umgerechnet 28 Millionen EUR, damit die Menschen überhaupt etwas zu essen haben, die findet man im Haushalt nicht. Finde den Fehler...

ZimZim
4'140 Beiträge · seit 200912. Juni 2019 · #30
Die Auseinandersetzungen ums Wasser haben begonnen. erst wohl zwischen Tier und Mensch. Zebras werden abgeschossen, weil sie die Weide der Rinder fressen. Elefanten werden abgeschossen, weil sie ans Wasser wollen.
Und dann wird die Auseinandersetzung zwischen Mensch und Mensch kommen, wenn die einen noch Wasser aus eigenen Bohlöchern haben und den anderen z.B. in Windhoek der Wasserhahn abgedreht wird.
Da werden noch schlimme Zeiten kommen, wenn nicht in diesem, dann in einem der folgenden Jahre. 🙁 🙁
Mit traurigem Gruß:
Burschi
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16,9k Beiträge · seit 201214. Juni 2019 · #31
Heute in der AZ:

Menschen sind keine Zahl https://www.az.com.na/nachrichten/menschen-sind-keine-zahl2019-06-13/

Der Staat hat wahrscheinlich teilweise zu spät reagiert, aber nun will er 250000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen, Geldmittel sind für die Logistik eingeplant worden, für...

LG
Logi
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200624. Juni 2019 · #33
Nur mal so zur Info. Derzeit wird nur maximal 1/3 des Bedarfs in Windhoek noch aus den Stauseen gedeckt. Der Rest wird dem Grundwasser entnommen und stammt aus dem Reclamation Plant.

"The weekly water watch below shows that for the past week, the over-consumption was recorded at 2% more than allowable. The weekly consumption target was 465 000 m3, but the actual consumption recorded was 474 503.25 m3. We are expected to meet new total water saving targets of 15% for the 2019/20 which became effective on the 01st May 2019, and water restrictions that apply to the severe water scarcity category D will be effective from 01st July 2019. Together we can make water saving a reality, and meet our 15% target. The water severe scarcity is real and every drop of water should count!"

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Viele Grüße
Christian
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16,9k Beiträge · seit 201205. Aug. 2019 · #35
Flusspferde in zunehmender Not: https://www.az.com.na/nachrichten/flusspferde-in-zunehmender-not-2019-08-05/

Die entsprechenden Regierungsabteilungen von Botswana und Namibia überlegen zur Zeit, welche Schritte zur Rettung von 63 Flusspferden vorgenommen werden können, die sich in einem schwindenden Becken des Chobe-Flusses an der Grenze beider Länder aufhalten....Aktuell trockne der Chobe-Fluss aus, wodurch sich Becken, Teiche und Tümpel gebildet hätten....

LG
Logi
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200606. Aug. 2019 · #36
Nur mal so zur grafischen Darstellung der aktuellen Dürresituation im südlichen Afrika (Stand: 6.8.2019).
Quelle: http://csc.sadc.int/en/long-range-forecasts/climate-early-warning?event=drought

Viele Grüße
Christian
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2'530 Beiträge · seit 201114. Aug. 2019 · #37
Wollen wir mal hoffen.

https://www.az.com.na/nachrichten/meteorologe-tippt-auf-regen2019-08-12/
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200615. Aug. 2019 · #38
Flusspferde in zunehmender Not: www.az.com.na/nachri...nder-not-2019-08-05/
"MET throws lifeline to nearly 70 hippos"
https://neweralive.na/posts/met-throws-lifeline-to-nearly-70-hippos

Viele Grüße
Christian
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705 Beiträge · seit 201415. Aug. 2019 · #39
Cruiser schrieb:https://www.az.com.na/nachrichten/meteorologe-tippt-auf-regen2019-08-12/
Es wäre gut wenn solche Links/Artike,l die nicht alle lesen können (nur mit Abo), zumindest eine kleine Zusammenfassung hier gepostet werden könnte. D.h. zumindest Titel und die ersten drei Zeilen mit der Zusammenfassung(Einleitung.

Felix
wohl Ende 28 wieder 5-6 Wochen Botswana (Khutse+KTP)+ Süd-Namibia Nov- 25-Jan 26 3W Botswana (KTP, Moremi, Nxai+Makgadikgadi Pans NP), + 3W Namibia Nov/Dec 2021 KTP-Kaa-Mabua-KD2 (Bericht) April 2019 KTP + Südliches Namibia / Reisebericht KTP und Süd-Namibia / Blog Sept/Oct 16 Etosha-Caprivi-Chobe-Moremi-CKGR / Reisebericht / Blog
2'530 Beiträge · seit 201115. Aug. 2019 · #40
Meteorologe tippt auf Regen

Für viele Landesbewohner, besonders Farmer, scheint es erste Hoffnungsschimmer zu geben. Das starke El-Niño-Phänomen, das ein Grund für die gegenwärtige, beispielslose Dürre ist, ist am Ausklingen.

Der Regen soll zwar später einsetzen, aber ab Januar kann es zu einer durchschnittlichen Regenzeit kommen.
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