DREI MONATE LANG KREUZ UND QUER DURCH KENIA

Reisebericht 381 Antworten · 41,1k Aufrufe · gestartet 10. Jan. 2016 von Mzeekenya
1'580 Beiträge · seit 201416. Feb. 2016 · #61
Jambo Mzee Kenya

es haette auch Kenianischen Tee gegeben - den mag ich hingegen nicht.

Musste grade schmunzeln, als Du die Butterfly Campsite erwaehntest - fuer mich die interessanteste Campsite. Was wir schon alles dort erlebt und gefunden haben: Pancake Tortoise (aeusserst selten in Kenia), Puffotter, Skorpion (mussten einen Nachbarn in die Lodge bringen), Loewen fast am Tisch, Ginsterkatzen etc.

Strom weg - karibu Kenya.
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #62
Bushtruckers schrieb:Jambo Mzee Kenya

es haette auch Kenianischen Tee gegeben - den mag ich hingegen nicht.

Musste grade schmunzeln, als Du die Butterfly Campsite erwaehntest - fuer mich die interessanteste Campsite. Was wir schon alles dort erlebt und gefunden haben: Pancake Tortoise (aeusserst selten in Kenia), Puffotter, Skorpion (mussten einen Nachbarn in die Lodge bringen), Loewen fast am Tisch, Ginsterkatzen etc.

Strom weg - karibu Kenya.
Für mich auch. Neben Puffottern habe ich dort, auf den riesigen Akazien (kennst du die Art? Alle meine Bestimmungsbücher schlafen in der Schweiz den Schlaf der Gerechten) auch Schwarze Mambas gesehen (damals führte der Willi Gerenuk noch seine Doktorarbeit über, natürlich, Gerenuks durch und musste vom Doktorvater in Deutschland mehrmals gedrängt werden, endlich vorwärts zu machen. Der Willi aber wollte lieber noch ein Jahr oder zwei im Samburu bleiben). Schönen Abend und Gruss (und vielleicht verrätst du mir auch mal, wo ich dich finde, wenn ich dich suche).
M.
PS. Nanyuki ist bezüglich Strom-weg fast ein weisser Rabe.
zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2016
1'580 Beiträge · seit 201417. Feb. 2016 · #63
Hallo Mzeekenya

die Akazien sind River acacias / Acacia elatior.

Eine schwarze Mamba ist mir in meiner Karriere im Busch noch nie begegnet, nur gruene bisher.

Ich lebe entlang des Thika Highway und der Ort heisst Juja, Ausfahrt 15. 10 km vor Thika, wenn Du von Nairobi aus kommst.

Klappt hoffentlich mal.

Viele Gruesse
Elvira
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Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #64
Danke Elvira, für die Aufklärung bezüglich Akazie. Ich habe u.a. auch in der Reception des Governors Camp eine sicher 3 m lange Schwarze Mamba gesehen, die im Gebälk am Eingang herum turnte. Ist schon ein eindrückliches Vieh! Die Leute haben sie mit einem Schlangenstock eingefangen und später im Busch ausgesetzt. Etwa 5 km vom G.C. entfernt habe ich mal einen Massai mitgenommen, den eine Grüne Mamba in den Knöchel gebissen hatte. Ich brachte ihn ins Camp, wo er eine Serum-Spritze erhielt. Der Arzt wollte dann Geld von mir und als ich ihn fragte "wieso?" meinte er "du hast ihn gebracht". Die Forderung ist doch logisch, nicht wahr. Als ich den Manager sprechen wollte, war plötzlich alles okay. Der Massai ist mir noch heute dankbar und behauptet, ich hätte sein Leben gerettet.
zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
1'523 Beiträge · seit 201117. Feb. 2016 · #65
Guten Tag M.

.......war zu der Zeit im Governors Main Camp........also die Black Mamba hat sich offenbar über lange Zeit

in der Speise-Vorratskammer aufgehalten, als die dann mal neu eingeräumt bzw umgeräumt wurde.....

entdeckte man diesen "blinden Passagier".....den Rest scheinst Du ja zu kennen......der Arzt hiess

übrigens Peter und ich kann verstehen, dass er Geld wollte, weil er immer um das Budget bezüglich

Medikamente bei den Grammatikas-Eigentümern kämpfen musste.........

lg, BMW
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #66
Die geheimnisvollste Katze Afrikas

ich bin kein Pflanzenkenner, ja nicht einmal ein Pflanzenfreund. Ich bin sicher, würde ich es mit der Pflege von Grünzeug versuchen, hätte ich einen schwarzen anstatt einen grünen Daumen. Trotzdem muss ich mich hin und wieder mit Bäumen, Sträuchern, Büschen, Gräsern und Blumen befassen - nämlich dann, wenn ich sie fotografiert habe und beschriften sollte.
Bei der Doumpalme (auch Dumpalme genannt) ist das eine leichte Sache. Sie ist im Buffalo Springs/Samburu eine Charakterpflanze (übrigens ein Gras und kein Baum!), die man überwiegend in Fluss- bzw. Wassernähe antrifft. Elefanten fressen die Eier grossen, schwarzen und steinharten Früchte und verteilen mit ihrer Losung die Samen der Palmen in fernere Gestade.

Doumpalmen
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Eindrücklich sind mehrere Akazienarten, die ich - zu meiner Schande - nicht kenne, die mich aber durch ihr Äusseres beeindrucken. Und Elefanten offenbar auch, denn viele dieser Baumriesen zeigen Spuren der Rüsseltiere, die mit ihren Stosszähnen die Rinde lösen und zerkauen. Die Flussakazie z.B. wird von ortsansässigen Einhemischen als Medizin verwendt, etwa gegen Durchfall oder gegen Erkältungen. Spezialisten in dieser Beziehung sind die Massai, die ein enormes Wissen bezüglich natürlichen Heilmitteln besitzen. Sie verwenden Wirkstoffe von mehr als 2000 Pflanzenarten und ihre Laibons (Medizinmänner) können jedem Arzt und jedem Homöopathen das Wasser reichen.

An diesem Baum haben sich wohl unzählige Elefanten geschubbert
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Bougainvileen in der Samburu Game Lodge
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Rotschnabel-Toko hat seine Bruthöhle in einer alten Akazie
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Jeder Besucher des Buffalo Springs und des Samburu Reservates hat einen grossen Wunsch: einen Leoparden zu sehen. Früher war das insofern nicht besonders schwierig, weil die Samburu Game und die Samburu Serena Lodge am anderen Ufer des Uaso Nyiro ein Stück Fleisch an einen schräg stehenden Baum hängten und dieses anstrahlten. Mit fast 100%iger Sicherheit kam nach Einbruch der Dunkelheit, zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht, ein Leopard und bediente sich vom gedeckten Tisch. Ich persönlich fand das nie besonders prikelnd und suchte die schöne Katze lieber tagsüber in ihrem Biotop. Die Erfolgsaussichten, einen Leoparden zu finden, waren nie besonders gross. Seit die Minibusse mit Radio Call und die Fahrer mit Handys ausgerüstet sind, verbreitet es sich wie ein Lauffeuer, wenn ein Leopard gesichtet wurde. Und es dauert selten länger als 10, 15 Minuten, bis eine ganze Armada von Kleinbussen den Leoparden umringen. Ärgerlich ist dabei vor allem, wenn sich die Leute in grosser Lautstärke unterhalten oder gar von Bus zu Bus zurufen. Mir ist schon öfter der Kragen geplatzt und ich habe die Lärmenden zurecht gewiesen. Einige Besucher, die besonders laut waren, gaben mir auf meine Aufforderung (shut up) zur Antwort "we are from the japanese embassey". Da blieb sogar mir die Spuke weg...
Jackson, den Samburu Ranger, nahm ich ausschliesslich mit, um einen Leoparden zu finden. Frühmorgens fuhren wir los und kreuzten erst einmal durch den "green bush". Dort trieb sich eine Leopardin mit einem etwa 6 Monate alten Jungen herum; sie wurde am Abend vorher von vielen Touris gesehen. Wir sahen sie nicht.
Also in den mit Akazien und Leberwurstbäumen durchsetzten Dornbusch in Flussnähe. Wir fuhren fast eine Stunde lang hin und her und über die unscheinbarsten Tracks. Vergeblich. Als wir zum x-ten Mal um einen
Dornen starrenden Busch fuhren, sah ich ihn! Es war eine junge SIE und sie sass entspannt in einer Astgabel etwa vier Meter über dem Boden, frei sichtbar und durch keine Zweige und äste verdeckt. Jackson war ein bisschen in seinem persönlichen Stolz verletzt, dass nicht er den Leoparden entdeckt hatte, sondern der
ältere, sicher schlecht sehende Mzungu.


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Jackson mit seiner "Braut", dem berühmten AK47 bzw. der Kalashnikov

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zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #67
BMW schrieb:Guten Tag M.

.......war zu der Zeit im Governors Main Camp........also die Black Mamba hat sich offenbar über lange Zeit

in der Speise-Vorratskammer aufgehalten, als die dann mal neu eingeräumt bzw umgeräumt wurde.....

entdeckte man diesen "blinden Passagier".....den Rest scheinst Du ja zu kennen......der Arzt hiess

übrigens Peter und ich kann verstehen, dass er Geld wollte, weil er immer um das Budget bezüglich

Medikamente bei den Grammatikas-Eigentümern kämpfen musste.........

lg, BMW
Na ja, ich finde einfach die Logik, die hinter dem Ansinnen steht, amüsant. Hätte ich den Massai in der Savanne stehen lassen sollen? Nun, zum Glück bin ich ja nicht auf den Mund gefallen - und wenn der Arzt ein zu kleines Medi-Budget hat, dann ist das sicher nicht mein Fehler und auch nicht mein Problem. Ein bisschen weiter gedacht: hätte ich die Serumspritze bezahlt, wäre ich noch lange nicht sicher gewesen, dass der Betrag das Budget entlastet hätte. Es gibt ja noch eine ganze Menge anderer Verwendungsmöglichkeiten (ohne dem guten Peter nahe treten zu wollen - aber man kennt mit der Zeit seine Pappenheimer)..
Gruss M.
1'580 Beiträge · seit 201417. Feb. 2016 · #68
Jambo

Die Bestimmung ist gerne geschehen.

Wurde der Maasai von einer gruenen oder schwarzen Mamba gebissen? Gruene Mambas kommen in der Masai nicht vor.... der westlichste Verbreitungsort ist Arusha, der gleichzeitig auch der hoechstgelegene ist.

An gruenen Schlangen findet man in der Mara Green Snakes (harmlos) und Velvety-green Night adder (wohl enorme Schwellungen, aber kaum toedlich)- diese ist relativ haeufig.

Man bringt jemanden, der verunglueckt ist, ins Spital und sollte dann noch die Arztkosten ubernehmen...

Liebe Gruesse
Elvira
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Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #69
Elefanten, Elefanten, Elefanten

Elefanten sind ein Synonym für Buffalo Springs und Samburu. Ich bekomme von den (meist) gutmütigen und friedfertigen Riesen nie genug und habe bei keiner anderen Tierart so viele Stunden verbracht, wie bei ihnen.
In den beiden Reservaten trifft man sie vorwiegend, aber nicht nur, am Uaso Nyiro oder in seiner näheren Umgebung. Wenn viel Regen fiel (d.h. für die Reservate 100 bis 200 mm, bei einem Jahresdurchschnitt von etwa 400 mm), verlassen sie schon mal die Schutzgebiete und ziehen nach Norden, in das Gebiet des Lolokwe (heiliger Berg der Samburu) oder Ol Donyo Sapuk. Oder ins Hochland, in die Laikipia Plains, wo meist weisse Farmer private Conservancies gegründet haben (Lewa Downs, Borana, Solio, Sweetwaters u.a.). Leider sind sie selbst dort vor Wilderern nicht sicher und das, obwohl die Conservancies mit Elektrozäunen "gesichert" sind. Eine letztes Jahr durch geführte Zählung zeigte, dass der Bestand von rund 6 000 Elefanten innerhalb von nur drei Jahren um 2 000 Tiere abnahm.
Während der Trockenzeit ist die Konzentration von Elefanten in den Parks meist sehr gross. Seit einigen Jahren geschieht es öfter, dass der Uaso Nyiro total austrocknet. Die Parkbehörden versuchen dann, mit Bulldozzern im Flusssand Löcher zu schaufeln, in die Grundwasser läuft. Die Elefanten selbst graben ebenfalls Löcher, die 1/2 bis etwa einen Meter tief sind und helfen, dass nicht nur Elefanten überleben können, sondern auch Grevyzebras, Wasserböcke, Impalas und sogar Grosse Kudus, die in den Hügeln leben und die man normalerweise nicht zu sehen bekommt.

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zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
1'523 Beiträge · seit 201117. Feb. 2016 · #70
.....nein...nein.... war keine Kritik........habe Dir nur ein wenig Background geliefert, weil ich mit Peter

als Berufskollegen immer wieder Diskussionen geführt habe....... 🙂 🙂 🙂


lg, BMW
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #71
BMW schrieb:.....nein...nein.... war keine Kritik........habe Dir nur ein wenig Background geliefert, weil ich mit Peter

als Berufskollegen immer wieder Diskussionen geführt habe....... 🙂 🙂 🙂


lg, BMW
Habe ich auch nicht so empfunden. Glaub mir, ich bin ziemlich robust... 😈
M.
zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #72
Beim letzten Besuch im Samburu sind mir besonders viele aggressive, ältere und alte Bullen aufgefallen.
Sie überlegten es sich meist nicht lange und nahmen den LC frontal an, mit flappenden Ohren und eingerollten oder erhobenem Rüssel. Weil selbst ein 2 1/2 Tonnen schwerer LC gegen einen doppelt so schweren Elefanten den Kürzeren ziehen würde, gab ich früh genug Fersengeld - einmal sogar im Rückwärtsgang und quer durch die Büsche. Wieso die Bullen so streitlustig waren, kann ich nicht erklären. Gründe könnten, z.B. sein, dass sie ausserhalb der Parks verfolgt werden oder aber auch, wenn sich in den Herden einige brünftige Kühe aufhalten. Zwei Mal sah ich, leider zu weit weg für meine Kameras, Elefantenpaarungen. Etwas, das ich in all den Jahren vorher nie beobachten konnte. Auch untereinander herrschte bei den Bullen nicht gerade Friede-Freude-Eierkuchen. Sie lieferten sich zwar keine blutigen, aber doch heftige Auseinandersetzungen und der Zusammenprall der Giganten, das Aufeinandertreffen der Stosszähne klingt mir noch immer in den Ohren. Ein Zeichen unbändiger Kraft und Durchsetzungswillen.


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Nach drei Tagen Buffalo Springs und drei Tagen Samburu hatte ich zwar noch längst nicht genug. Aber es lockten noch andere Ziele und so entschloss ich mich, über Archer's Post den Samburu zu verlassen und auf der vorzüglichen Teerstrasse nach Isiolo und von dort aus nach Nanyuki zu fahren.
Die beiden Ranger am Gate waren überaus freundlich und so bat ich sie spontan, mir Modell zu stehen -
was sie gern und bereitwillig taten.

Der kurze, runde heisst Julius Letiktik...
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... und die Samburuschönheit Dorcas Lempeel

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Auf der Rückfahrt werde ich von Timau aus die 2 1/2 km entfernte, auf 2300 m ü.M. liegende Trout Farm besuchen und mir ein opulentes Forellen-Essen gönnen, das die Entbehrungen der vergangenen Tage wett machen wird.
zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #73
Bushtruckers schrieb:Jambo

Die Bestimmung ist gerne geschehen.

Wurde der Maasai von einer gruenen oder schwarzen Mamba gebissen? Gruene Mambas kommen in der Masai nicht vor.... der westlichste Verbreitungsort ist Arusha, der gleichzeitig auch der hoechstgelegene ist.

An gruenen Schlangen findet man in der Mara Green Snakes (harmlos) und Velvety-green Night adder (wohl enorme Schwellungen, aber kaum toedlich)- diese ist relativ haeufig.

Man bringt jemanden, der verunglueckt ist, ins Spital und sollte dann noch die Arztkosten ubernehmen...

Liebe Gruesse
Elvira
Ich habe damals auch daran gezweifelt, dass es sich um eine Grüne Mamba handelte. Das mit der Grünen Nachtotter könnte hinkommen; der Fuss des Massai war fast doppelt so dick wie normal. Zuerst wollte der Gebissene in ein Spital, das rund 20 km entfernt war. Ich weigerte mich, durch die Nacht zu fahren... Das Governor's Camp war gerade weit genug.
Gruss M.
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #74
Kentrout bei Timau, ein Tipp für Feinschmecker

Vor dem Genuss haben die Götter den Schweiss gesetzt - nämlich den Aufstieg von den tief gelegenen Wildparks (rund 900 m ü.M.) zur Flanke des Mount Kenya, der das Landschaftsbild imposant beherrscht. Unten, in der Dornbuschsavanne mit vereinzelten Akazien trifft man noch auf die Dromedare der Somali, die bei diesen den gleichen Stellenwert haben, wie Kühe bei den Massai und Samburus.

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Im Kriechtempo, zweiter Gang, maximal 40 km/Std., ackerte sich der LandCruiser den Berg hoch - zuerst auf 1700 m bis zur Strassenkreuzung Meru links, Nanyuki rechts - dann auf fast 2700 m, vorbei an den Getreidefeldern weisser Farmer bis nach Timau. Wir beide, der Landi und ich, kamen nicht in Versuchung, die empfohlene Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten...

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Mitten in der ziemlich chaotischen Ortschaft Timau zeigt ein Schild den Weg zur Kentrout Farm (GPS: N 00.05.125, E 037.14.487, 7300 feet). Nach 1.8 km muss man aufpassen, die Abzweigung rechts nicht zu verpassen (GPS N 00.04.249 E 037.14.999, 7505 feet). Nach weiteren 700 m erreicht man Kentrout, eine Fischfarm, die 1972 gegründet wurde, in den 80er und 90er Jahren ungemein florierte und an Wochenenden zahlreiche Gäste aus Nairobi zu Besuch hatte.

Hinweisschild zur Kentrout Farm in Timau
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Aus verschiedenen Gründen ist Kentrout heute nur noch ein blasser Abglanz früherer Grösse und Bedeutung: schlechtes Management, zu kleine Fische bei zu hohen Preisen (letztere wurden gesenkt - einmalig in Kenia, aber die Fische sind immer noch minderjährig), zuwenig Wasser vom Mount Kenya (viel zu viel Wasser wird für Shambas und vor allem für riesige Blumen- und Gemüsehallen (Green houses) abgeleitet. Die Abholzung des Waldes (inzwischen verboten) hat zu höheren Wassertemperaturen geführt und damit zu weniger Sauerstoff im Wasser, was die europäische Bachforelle zum Verschwinden brachte. Sie wurde durch die nordamerikanische Regenbogenforelle ersetzt, die jedoch nicht so ein feines Fleisch hat wie die Bachforellen.
Als ich dort oben war, am frühen Nachmittag eines Sonntags, war ich der einzige Gast. Ich kann nur sagen: mir hat's auch allein hervorragend geschmeckt. Interessierte Besucher können übrigens auch die Fischteiche anschauen gehen, in denen besagte Regenbogenforellen, aber auch Tilapias gezüchtet werden. Für die Tilapias scheint allerdings das Wasser in einer Höhe von über 2000 m nicht warm genug zu sein.

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Wenn's hochkommt, trinke ich zweimal ein Bier im Jahr - dieses war das erste...
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Blätter der wilden Banane, die häufig als Zierpflanze dient.

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Damit ist eine erste Safari so zu sagen am Ende. Nach Nanyuki sind es nur noch 20 km und ich habe mich ins wohl verdiente Cottage zurück gezogen. Ich bedanke mich bei allen, die sich für den kleinen Ausflug in den Busch interessiert haben, danke für "Danke" und für Post's. Es amüsiert mich, dass ich oft schon ein Feedback erhielt, wenn mein Beitrag noch nicht einmal fertig geschrieben und illustriert war.
Es gibt noch sehr viel zu berichten: Mara, Loita hills, Lake Victoria, Kakamega und Mount Elgon. Aber wie ich schon gestern schrieb: mich juckts so ziemlich überall und ich werde am Freitag zum Mount Kenya fahren, die Choggoria-Route unter die Räder und später die Füsse nehmen und zwei, drei ruhige Tage ohne Internet und vermutlich ohne Netz für SMS geniessen.
Schönen Abend und bis demnächst?
Mzeekenia
zuletzt bearbeitet 17. Feb. 2016
1'737 Beiträge · seit 201017. Feb. 2016 · #75
Hi Mzee

Ich lese natürlich fleissig weiter mit. Herzlichen Dank für Deine imposanten Eindrücke von Buffalo Springs und Samburu. Es liest sich so schön wie ein Buch, aber darin hast Du ja aber besondere Fähigkeiten. Ich folge Dir mit grossem Interesse weiter durch Kenia. Ich sage nur Vorfreude.

Übrigens hatte ich erst kürzlich die Dokumentation von Saba Douglas-Hamilton "HEART of a LIONESS" auf You Tube abgeschaut. Gab es denn das mehrfach, dass die Löwin ein Oryx Calb beschützte? Ich dachte es war nur einmalig.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Feb. 2016 · #76
Botswanadreams schrieb:Hi Mzee

Ich lese natürlich fleissig weiter mit. Herzlichen Dank für Deine imposanten Eindrücke von Buffalo Springs und Samburu. Es liest sich so schön wie ein Buch, aber darin hast Du ja aber besondere Fähigkeiten. Ich folge Dir mit grossem Interesse weiter durch Kenia. Ich sage nur Vorfreude.

Übrigens hatte ich erst kürzlich die Dokumentation von Saba Douglas-Hamilton "HEART of a LIONESS" auf You Tube abgeschaut. Gab es denn das mehrfach, dass die Löwin ein Oryx Calb beschützte? Ich dachte es war nur einmalig.

LG
Christa
Hoi Christa,
ich grinse, wenn ich von dir bereits eine Nachricht erhalte, obwohl ich gerade mal ein paar Zeilen und zwei oder drei Bilder eingestellt habe. Darf ich dich nun als Groupie bezeichnen?
Die Löwin hat sich in den beiden Jahren 2001 und 2002 drei oder vier Beisa-Oryx Kälber "unter den Nagel gerissen". Das war damals in der Medienwelt ein Riesenaufruhr. Die "Nation"-Leute interviewten mich (vermutlich, weil ich ein so grosses Teleobjektiv hatte) und zitierten mich einen Tag darauf mit "ein berühmter Naturalist aus Europa, Mr. XY, sagte dazu folgendes": ........ Die Hälfte habe ich nicht gesagt und die andere Hälfte schrieben sie falsch!
1'737 Beiträge · seit 201018. Feb. 2016 · #77
Darf ich dich nun als Groupie bezeichnen?
Klar darfst Du das Mzee. Allerdings liegt mein grosses Interesse mehr an den Regionen, die Du besuchst. Du weist, dass die Landkarte von Afrika bei mir noch viele weisse Flecken hat. Du bringst erste schöne Farbtupfer in Kenia drauf. Richtig aus malen möchte ich es dann aber selbst im September.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201318. Feb. 2016 · #78
Botswanadreams schrieb:
Darf ich dich nun als Groupie bezeichnen?
Klar darfst Du das Mzee. Allerdings liegt mein grosses Interesse mehr an den Regionen, die Du besuchst. Du weist, dass die Landkarte von Afrika bei mir noch viele weisse Flecken hat. Du bringst erste schöne Farbtupfer in Kenia drauf. Richtig aus malen möchte ich es dann aber selbst im September.

LG
Christa
Hast du schön gesagt, Christa - und Kenia wird zu einem Höhepunkt in eurem Reiseleben werden.
DANKE
M.
1'366 Beiträge · seit 201118. Feb. 2016 · #79
Hallo Mzee,

von mir auch ein ganz herzliches Dankeschön für den informativen und interessanten Bericht. Man müsste auch mal so viel Zeit zum Reisen haben, damit man in afrikanischer Geschwindigkeit Land, Leute und vor allem Tiere genießen kann.
Ich freue mich schon auf die Forsetzung und hoffe, dass ich wieder viele neue Inspirationen für den über. oder überübernächsten Urlaub bekomme.
Dir noch eine schöne Zeit in Kenia, lass es dir gut gehen!

😎
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201318. Feb. 2016 · #80
Hi THBiker. Danke für's Feedback.
Bei mir ist es einerseits Beruf, andererseits aber habe ich die Zeit der Pensionäre, die sich ein bisschen weniger hetzen lassen müssen, als die "Berufler". Dafür bleibt ihnen im Normalfall nicht
mehr unbeschränkt viel Zeit - ob zuhause oder in Afrika oder sonstwo.
Schönen Tag, mit Gruss aus Nanyuki (in dem seit fast zwei Wochen der Sommer mit Macht
"ausgebrochen" ist. Die Kenianer stöhnen ob der Hitze (ca. 27° C) - ich geniesse sie, wenn auch
im Schatten, in vollen Zügen.
M.