DREI MONATE LANG KREUZ UND QUER DURCH KENIA

Reisebericht 381 Antworten · 41,0k Aufrufe · gestartet 10. Jan. 2016 von Mzeekenya
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #1
Jedes Jahr im Winter...

verbringe ich die kalten Monate in Afrika, überwiegend in Ostafrika, hin und wieder in Sambia, Botswana, Namibia oder Südafrika.
Auch in Afrika vergeht die Zeit im Flug. Nun sind es bereits knapp vier Wochen seit ich - am 14.12.15 in Nairobi gelandet bin. Bevor ich mich wieder auf Safari begebe, will ich deshalb ein paar Lebenszeichen von mir geben und einige Situationen schildern, die ich meist sehr genossen habe. Es ist wenig Neues dazu gekommen, das ich nicht bereits in den vergangenen 50 Jahren (ja, im Oktober werden es 50 Jahre sein, seit ich, mit meinem Bruder, zum ersten Mal in Kenia gelandet bin – damals noch mit einem Passagierschiff und einer Fahrt von Marseille nach Mombasa, die genau zwei Wochen dauerte) ein- oder mehrmals erlebt habe. Das schmälert den Erlebniswert aber nicht im geringsten. Im Gegenteil: viele Situationen vermitteln mir ein nach-Hause-kommen Gefühl, das mir in der Schweiz in dieser Intensität fehlt.


hf636767.jpg


Von Nakuru aus, wo mein Weihnachtsgeschenk am 24.12. darin bestand, dass mich die Polizei in Eldoret nicht einlochte, fuhr ich am Weihnachtstag zum Bogoriasee, der einst für seine Hunderttausende von Flamingos, für seine heissen Quellen und die fauchenden Geysire berühmt war. Alles Tempi passati: Zwergflamingos waren ungefähr 50 dort, wenn es hoch kommt 60 und der Wasserstand des Lake Bogoria ist (schon seit Jahren) so hoch, dass die heissen Quellen und die Geysire alle unter der Wasseroberfläche liegen. Die Strasse dem See entlang ist ebenfalls zum Teil meterhoch überschwemmt und die Parkverwaltung hat eine neue quer durch den Busch und über die Hügel mit Bulldozern und Strassenhobeln gefräst. Potthässlich und abschreckend. Der Game Park im jetzigen Zustand ist es nicht mehr wert, besucht zu werden. Hinzu kommt, dass die Eintrittsgebühren um mehr als 100% angehoben wurden. Gegenwert? Nichts oder, wenn man so will, einen Park voller Abfälle. Zumindest an Weihnachten kamen die Einheimischen in wahren Massen, hielten lautstark Picknicks ab und liessen den ganzen Takataka (Abfall) liegen: Bierbüchsen, Plastikflaschen, Windeln, Papier- und Taschentücher, Eierschalen, Plastiksäcke...


hce5b520.jpg



hff51591.jpg



h0e84637.jpg



hda76e1c.jpg



h182b011.jpg



Es geht die Mär, dass die schwefelhaltigen Dämpfe der heissen Quellen den jungen Frauen
Schönheit schenken. Ich bezweifle das, denn meine kenianische Ex hat sich ohne sichtbaren Erfolg Stunden lang den Dämpfen ausgesetzt, bis sie im Gesicht zitronengelb war.

hf70b813.jpg



h8e76ebb.jpg
zuletzt bearbeitet 21. Feb. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #2
h67132f4.jpg



Am Weihnachts-Nachmittag leerte sich das Game Reserve und ich war der einzige, der die Nacht im Park verbringen wollte.
Sämtliche Campingplätze stehen allerdings unter Wasser. Ein Wegweiser zeigte auf die Acacia Tree Campsite, die zwei Kilometer von der “Hauptstrasse” entfernt sein sollte. Also nichts wie hin. Der schmale Weg wurde immer abenteuerlicher, immer schmaler. Links ging es fünf Meter zum See runter, rechts 50 bis 100 m den Berg hoch. Die Dornbüsche kratzten am Wagen entlang und rissen das metallene Moskitonetz vor den Fenstern an mehreren Stellen auf. Auf der Strasse lagen kopfgrosse und grössere Steine. Ich musste viele zur Seite räumen, um weiterfahren zu können. Nach etwa 1,5 km endete der Weg abrupt. Ich konnte nicht mehr vorwärts noch rückwärts und wenden auch nicht. So eine Sch...
Es war früher Abend und es machte keinen Sinn, jetzt noch den Weg zurück unter die Räder zu nehmen. Deshalb beschloss ich, die Nacht an Ort und Stelle zu verbringen und am nächsten Morgen zurück zu fahren. Ich fuhr auf zwei grosse Steine, damit der LC einigermassen eben stand. Dann räumte ich eine Stunde lang auf einer Strecke von rund 400 m alle Steine aus dem Weg, die grösser als ein Handball waren – und hoffte sehr, dass der LandCruiser am nächsten Morgen anspringen würde. Das war nicht sicher, denn eine der beiden Batterien (der LC läuft mit 24 Volt, also mit zwei Batterien) war ziemlich am Ende ihres Lebens. Allerdings hatte ich, Schweizer Buchhalter, eine Ersatzbatterie mit, die ich wenn nötig einbauen konnte.


h8755340.jpg



Der Rückweg war gewunden wie ein mäandernder Fluss und ich musste alle fünf bis zehn Meter aussteigen und nachschauen, wie der Wegverlauf war, musste immer wieder grosse Steine aus dem Weg räumen und die Aussenspiegel neu richten, weil sie von den Dornbüschen umgebogen wurden. Für die ersten 400 m benötigte ich beinahe eine Stunde. Dann erreichte ich eine winzig kleine Lichtung, auf der ich mit sehr viel Mühe den LC wenden konnte. Den Rest des Weges fand ich, vorwärts fahrend, schon fast komfortabel und erreichte zwei Stunden nach dem Aufbruch die “Hauptstrasse” und damit wieder “menschliche Nähe”.
Zwar blieb ich eine halbe Stunde später am Seeufer stecken, aber mit dem zugeschalteten LR 4x4 war ich in wenigen Minuten wieder flott.


hfd4fffc.jpg


Die grünen Hügel Afrikas

Ernest Hemingway, sozusagen mein literarisches Vorbild, verfasste ein Buch “Die grünen Hügel Afrikas”, das zwar nicht zu seinen besten Werken zählt, aber jedem von Afrika Besessenen gefällt, denn es ist voller Atmosphäre und Liebe zum Schwarzen Kontinent.




h1ff67c9.jpg


Vom Lake Bogoria machte ich einen Abstecher zum Lake Baringo, den ich mir allerdings hätte schenken können, denn auch der Baringosee hat seit Jahren einen überaus hohen Wasserstand. Nach einer Nacht ging’s zurück nach Nakuru und von dort aus Richtung Kericho und Kisumu. Kericho ist das Herz des kenianischen Teeanbaus und ich liebe die sanft gewellte, fruchtbare und grüne Landschaft mit ihren bis zum Horizont reichenden Teeplantagen, die übrigens zu den grössten der Welt zählen (Kenia ist der drittgrösste Teeproduzent der Welt!).


h4f93fa8.jpg



h7ab2e88.jpg



h604da9c.jpg
zuletzt bearbeitet 10. Jan. 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #3
Von Kericho aus wollte ich nach Kisumu fahren, der drittgrössten Stadt Kenias mit einer Einwohnerzahl von – vermutlich - 300 000 Menschen. Sie liegt im Stammesgebiet der Luo, der nach den Kikuyus grössten Ethnie des Landes. Die Stadt ist, vergleicht man sie mit Nairobi oder Mombasa, sehr ordentlich, sauber und kaum chaotisch. Sie liegt direkt am Viktoriaseeund war früher ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und ein bedeutender Hafen für die Schifffahrt auf dem Lake Victoria.
Ich mag sie aber vor allem wegen einer Sache, von der ich nicht genug bekommen kann: weil man dort die besten, schönsten, frischesten und grössten Tilapia-Fische geniessen kann.


he8e4c0b.jpg


Neujahr im Kittchen?

Bevor ich mich aber diesem Genuss zuwenden konnte, wartete einmal mehr eine “Polizei-Prüfung” auf mich, die ich offenbar wie die Motten das Licht anziehe. Anders als in Eldoret muss ich die braven Polizisten aber diesmal von Schuld freisprechen.
Wie erwähnt, ist die Landschaft im Westen Kenias grün und hügelig und deshalb auch dicht besiedelt. Mit anderen Worten: es gibt auf den Strassen viel Verkehr, besonders auch schwere Lastwagen mit Anhängern. Viele von ihnen stammen noch aus den Zeiten der britischen Kolonialisten. Diese Trucks sind nicht gerade überragend motorisiert und zudem immer heillos überladen. Das Loch runter schaffen sie spielend 60 km/std – manchmal mehr, vor allem, wenn ihre Bremsen versagen. Den Hügel hinauf hingegen lassen sie sich soviel Zeit, dass jeder Fussgänger sie spielend überholen kann. Hinter einem dieser Laster, der in den meisten Fällen auch noch dicke, schwarze Rauchwolken ausstösst, her zu kriechen, kommt gleich nach dem Fegefeuer. Auf dem Weg zu meinem geliebten Tilapia stand mir in den Hügeln zwischen Kericho und Kisumu eine dieser Schrottkisten im Wege, als ich mit einem guten 90 km/std-Schwung den Hügel hinab sauste und den LKW mit demselbigen Schwung beim bergauf fahren überholte. Oben stand dann die Polizei und winkte mich auf den Seitenstreifen.
“Wieso hast du den Truck überholt?” war die erste Frage.
“Weil er so langsam gefahren ist!”
“Da ist aber eine durchgezogene gelbe Linie. Was denkst du, wofür die da ist?”
“Damit man weiss, wo die Strassenmitte ist”, war meine Antwort (Tucholsky lässt grüssen).
“Und wieso überfährst du die durchgezogene Linie?”
“Na, ich habe gedacht, ich fahre wie die Kenianer.”
“Du sollst aber nicht wie die Kenianer fahren! Aber ich will nicht, dass du an Neujahr im Gefängnis sitzt.”
“Das lässt sich sicher mit einem kleinen Geschenk regeln,” meinte ich.
“Ja, da hast du recht. Aber sei nicht zu geizig!”
Für solche Fälle, die in Kenia alltäglich sind, habe ich in meiner rechten Gesässtasche immer drei-, vierhundert Schillinge. Die grösseren Beträge sind in der linken Gesässtasche.
Also holte ich die vierhundert Schillinge hervor und reichte sie meinem Gegenüber. “Mehr habe ich nicht. Ich muss zuerst wieder zum Geldautomaten,” vertröstete ich den Polizisten. Er kannte die Tricks und lachte. “Gute Fahrt. Und fahr nicht wie ein Kenianer.”
Ja, dachte ich, oder lass dich zumindest nicht erwischen.

Vergangene Grösse

Jedes Mal, wenn ich in Kisumu bin - vielleicht alle ein, zwei Jahre mal - besuche ich den alten Hafen, der, obwohl
total verfallen und buchstäblich tot, immer noch ein Flair vergangener Grösse ausstrahlt. Das liegt nicht zuletzt an
den alten Schiffen, die seit 2002 immer mehr vergammeln und vor sich hinrotten. Die NV Nyanza war ein stolzer Kahn, der in 1905 in England gefertigt wurde. Man verpackte ihn in tausende von Kisten und schiffte bzw. fuhr diese nach Kisumu, wo die Nyanza zusammen gebaut wurde und 1907 ihren Dienst aufnahm, den sie fast 100 Jahre lang versah. Das kleinere MV Reli teilt das gleiche Schicksal und ist inzwischen zur Hälfte im Hafenbecken abgesoffen.


h3c03322.jpg



ha269710.jpg



Kisumu ist eine quicklebendige aber wenig aufregende Stadt, die zu den am schnellsten wachsenden Kenias gehört. Überall werden vielstöckige Häuser errichtet und Geld scheint keine grosse Rolle zu spielen – zumindest für Bautätigkeiten scheint genügend vorhanden zu sein.
Wie ich bereits schrieb, gibt es für mich in Kisumu eigentlich nur ein Ziel: die vielen Fischrestaurants am See unten (Google Maps nennt sie Fried Fish Kiosks). Man erreicht sie, indem man der Oginga Odinga Road bis ans Ende folgt. Es sind rund ein Dutzend windiger, zum Teil zweistöckiger Baracken. Am Eingang liegen auf einem Holzgestell Tilapias aller Grösse und der Kunde kann sich den ihm zusagenden aussuchen. Die Köchin schmeisst ihn dann in kochendes Oel und nach wenigen Minuten ist er knusprig gebraten und wird, zusammen mit Ugali (pfui Teufel) und Spinat oder SukumaWicki (ebenfalls p.T.) serviert.


hac2a5e5.jpg



h196233a.jpg



h152b308.jpg



“Schau heimwärts, Engel”

Thomas Wolfes berühmter Roman diente mir dazu, auch heimwärts zu schauen – nach Nanyuki. Noch immer habe ich, nach den fast zwei Jahren, die ich dort gewohnt habe, eine starke Bindung zu der kleinen, übersichtlichen und angenehmen Stadt am Fusse des Mount Kenya. Noch immer habe ich liebe Freunde dort und wenn ich, nach einem Jahr Unterbruch, heimkomme, ist es, als sei ich nie weg gewesen. Ein richtig schönes Heimatgefühl, das mir so selbst im sonst heiss geliebten Appenzellerland abgeht.
Na denn, auf nach Nanyuki. Eine schöne Fahrt von Nakuru über Nyahururu und Njeri nach Nanyuki – mit einem kurzen Halt an den Thompson’s Falls, wo ich, wie seit Jahren, meine alte Freundin Wanjui traf und sie, zum hundertsten Mal, fotografierte. Sie ist auch meiner Tochter und ihrem Mann ein Begriff, denn als wir 2011 in Thompson’s Falls waren und Wanjui erfuhr, dass Verena und Dani kinderlos seien, meinte sie grosszügig “ihr könnt eines von meinen haben...”


hee5e120.jpg



h14a69cb.jpg



Und nun bin ich also “zuhause”, sitze in meinem alten Cottage, mit offener Stubentür. Die Sonne knallt vom Himmel und im Garten singen die Vögel. Ein kleines Paradies auf Erden.
zuletzt bearbeitet 10. Jan. 2016
1'737 Beiträge · seit 201010. Jan. 2016 · #4
Herzlichen Dank fürs Mitnehmen Mzeekenya.

Es ist immer hoch interessant abseits der Touristen Informationen zu bekommen. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird.

LG und schöne Zeit
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
2'721 Beiträge · seit 200610. Jan. 2016 · #5
Interessanter und spannender Bericht. Freu mich schon auf die Fortsetzung.
LG
Bazi
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #6
Botswanadreams schrieb:
Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird.
LG und schöne Zeit
Christa
Hallo Christa,
... ja, ist vorgesehen - sofern ich die nächsten zwei Monate überlebe. Morgen gehts zuerst ins Buffalo Springs Reservat, dann in den Samburu. Die Samburus sollen die beiden Parks mit ihren Rindern, Ziegen und Schafen vollständig erobert haben!
Gruss aus Nanyuki, M.
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #7
Bazi schrieb:Interessanter und spannender Bericht. Freu mich schon auf die Fortsetzung.
LG
Bazi
Hallo Bazi,
siehe unten.
Danke und stacheliger Gruss... M.


h3ea13b4.jpg



had12951.jpg
1'366 Beiträge · seit 201110. Jan. 2016 · #8
Da bin ich auch mal gespannt was du noch so berichten wirst. Es fängt zumindest spannend an und ich werde dein Bericht weiter verfolgen. In 9 Monaten werden wir uns auch in der Region bewegen 🙂
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #9
THBiker schrieb:Da bin ich auch mal gespannt was du noch so berichten wirst. Es fängt zumindest spannend an und ich werde dein Bericht weiter verfolgen. In 9 Monaten werden wir uns auch in der Region bewegen 🙂
Hallo Thorsten,
Kenia als Touristendestination hat sich in den vergangenen vier, fünf Jahren - nein, eigentlich seit den Unruhen 2008, nach den Wahlen vom Dezember 2007 - einen zweifelhaften Ruf verschafft. Kenia ist eines der teuersten Länder Afrikas geworden, die Regierung ist unbeschreiblich korrupt, die Kriminalität buchstäblich überbordend. An der Küste ist man, vor allem nördlich von Mombasa, vor den Terroristen nicht sicher. Polizei, Militär und Spezialtruppen sind unfähig... und die Eintrittspreise in die Parks sowie die Lodgeunterkünfte bewegen sich in astronomischen Höhen. Die Massai und die Samburu killen Löwen und Geparden dutzendweise und treiben ihre Herden in die Reservate. Der Tourismus ist, wen wundert das, innerhalb weniger Jahre um 70% zurück gegangen; Hotels an der Küste schliessen reihenweise. Lediglich zur Migration von Juni/Juli bis Oktober/November kommen die Besucher noch immer in Scharen. Gruss M.
1'737 Beiträge · seit 201010. Jan. 2016 · #10
Morgen gehts zuerst ins Buffalo Springs Reservat, dann in den Samburu. Die Samburus sollen die beiden Parks mit ihren Rindern, Ziegen und Schafen vollständig erobert haben!
Ich kenne nur einen aktuellen Bericht von Anfang Dezember 2015 von einem südafrikanischen Paar. Sie hatten keine Probleme und auch nichts negatives zu berichten. Das betraf übrigens die gesamte Zeit inklusive Lake Turkana auf dem Weg nach Äthiopien. Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke, denn auch bei mir liegt Kenia für 2016 im Fokus auf Platz 1. Mit den Preisen hast Du allerdings vollkommen recht, die sind exorbitant auch fürs Camping.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201310. Jan. 2016 · #11
Botswanadreams schrieb:
Morgen gehts zuerst ins Buffalo Springs Reservat, dann in den Samburu. Die Samburus sollen die beiden Parks mit ihren Rindern, Ziegen und Schafen vollständig erobert haben!
Sie hatten keine Probleme und auch nichts negatives zu berichten.
LG
Christa
Ich habe mit Martin, einem englischen Kenianer gesprochen, der regelmässig (d.h. mindestens einmal pro Monat) im Samburu und Buffalo Springs ist und der erzählte, sie hätten in drei Tagen sechs Elefanten gesehen, keine Raubkatzen. Keine Grevys, keine Oryx, wenige Netzgiraffen.
Aber hunderte von Rindern.

Nun, ab morgen kann ich mich selbst informieren.
Gruss M.
zuletzt bearbeitet 10. Jan. 2016
3'700 Beiträge · seit 200911. Jan. 2016 · #12
Hallo Mzeekenya,

Welch eine Freude, deinen Spuren in Kenia folgen zu dürfen. Über das kleine Intermezzo mit der Verkehrspolizei habe ich herzlich lachen müssen (happy new year)!

Freue mich auf die Fortzsetzung und sende herzliche Grüße aus dem ugandischen Zentrum des Teeanbaus.

Marina

P.S.: Gestern Abend gab' s geräucherten Tilapia im Salat, sehr lecker!
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 11. Jan. 2016
2'396 Beiträge · seit 201111. Jan. 2016 · #13
Hallo Mzee,

ich hatte es zwar schon hier im Forum gelesen, aber trotzdem stimmt es mich wieder traurig, was Du über die Seen berichtest. Lake Baringo und vor allem Lake Bogoria waren Höhepunkte unserer letzten Keniareise (2003).
Eine Nachfrage: Unsere CS am Lake Bogoria hieß (meiner Erinnerung nach) Fig Tree CS und war damals auch nur unter Schwierigkeiten erreichbar. Gibt es die noch oder steht die unter Wasser? (Sie war damals bestimmt 5 m über dem Wasserspiegel gelegen.)

Danke für DEinen Bericht und lG aus dem sonnigen Puerto de la Cruz,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
6'369 Beiträge · seit 201111. Jan. 2016 · #14
Hoi Mzeekenya

und herzlichen Dank für diesen Bericht!
Speziell wenn man beinahe Nachbar ist...St.Galler Rheintal und Appenzellerland ist ja nicht soooo weit voneinander entfernt 😄
Da freu ich mich doch wenn's weitergeht! 😁
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
6'152 Beiträge · seit 200612. Jan. 2016 · #15
hallo Mzeekenya,

ich geniesse es sehr mit Dir durchs Land zu fahren - zumal ich noch nie in Kenya war und sicherlich auch nie
hinkomme. Ich hoffe es geht alles gut und Du kommst gesund wieder zuhause an.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Jan. 2016 · #16
Hallo und guten Abend,
heute am späteren Nachmittag bin ich aus Buffalo Springs und dem Samburu National Reserve wieder nach Nanyuki zurück gekehrt - zusammen mit 6750 Bildern, die ich jetzt gerade von den Chips auf externe HDs runterlade.
Vielen Dank für euer Feedback auf meine Geschichten. Die nächsten werden folgen, aber habt bitte ein bisschen Geduld - zuerst kommen die Bilder, dann eine Anzahl privater Mails und am Schluss, weil's Spass macht, News aus den beiden Reservaten.
Ende kommender Woche gehts dann über Nyahururu, Nakuru, Naivasha nach Narok und in die Massai Mara - sofern der Wagen, das Wetter und die Polizei mitspielen.
Ich darf schon mal verraten, dass ich auch bei der letzten Safari von der Polizei in Isiolo "auseinander" genommen wurde und eine Stunde lang im Verhör geschwitzt habe...
Schönen Abend und Gruss aus Nanyuki, das gerade von einem monumentalen Regenguss heimgesucht wurde - mit dem obligaten Stromausfall natürlich. Jetzt allerdings ist die Power zurück.
M.


schon mal ein Müsterchen aus dem Samburu!

h74307af.jpg
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2016
Themenstarter527 Beiträge · seit 201317. Jan. 2016 · #17
KarstenB schrieb:Hallo Mzee,

Eine Nachfrage: Unsere CS am Lake Bogoria hieß (meiner Erinnerung nach) Fig Tree CS und war damals auch nur unter Schwierigkeiten erreichbar
Karsten
Figtree Campsite steht unter Wasser und die "Strasse" dorthin - schon immer ein 4x4-Weg - ebenfalls bzw. ist
über weitere Strecken zugewachsen. Wie gesagt: Bogoria ist passé - jeder Dollar (Eintritt ist 40 USD) ist
rausgeworfenes Geld.
M.
zuletzt bearbeitet 17. Jan. 2016
1'737 Beiträge · seit 201017. Jan. 2016 · #18
bin ich aus Buffalo Springs und dem Samburu National Reserve wieder nach Nanyuki zurück gekehrt - zusammen mit 6750 Bildern
Na lieber M., das Muster ist ja schon mal vielversprechend und bei 6750 Bildern kann es wohl gar nicht so schlecht gewesen sein, wie Du vermutet hattest. Ich bin gespannt auf Deine Eindrücke.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
1'366 Beiträge · seit 201118. Jan. 2016 · #19
Ich bin auch gespannt auf deinen Bericht zu Samburu 🙂 Der Leo ist doch schon mal ein guter Anfang.
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter527 Beiträge · seit 201319. Jan. 2016 · #20
Kurzes Intermezzo in Nanyuki

Am 16. Oktober 2016 werden es 50 Jahre sein, seit ich zum ersten Mal afrikanischen Boden, in Mombasa, - mit einem französischen Schiff von Marseille kommend - betrat und eine erste Safari von sechs Monaten machen konnte. Es war die beste meiner über 100 Reisen durch alle Kontinente und zahlreiche Länder.
Meine Lieben zuhause finden es langsam an der Zeit, mit der Herumreiserei aufzuhören und
meinen Lebensabend "zuhause" zu geniessen - mit Filzpantoffeln, RTL und Enkeltochter.
Bisher habe ich das Ansinnen meiner Kinder weit von mir gewiesen, auch wenn ich zugebe, dass die Räder des LandCruiser jedes Jahr ein Stück schwerer werde, wenn ich eines wegen eines Plattfusses wechseln muss. Im Notfall steht aber meist ein Dutzend junger, kräftiger Burschen in der Gegend rum und die Jungs sind gerne bereit, Hand anzulegen.
Gestern ist mir aber etwas passiert, das mir zu denken gibt, auch wenn es einer gewissen Situationskomik nicht entbehrt (die ich, weil sie mich selbst betrifft, allerdings nicht besonders amüsant finde).

An der Hauptstrasse erstrecken sich Dutzende von kleinen und grösseren Shops
ha57bfd9.jpg



Auf der Suche nach...

Nach einer Safari, wie ich sie im Buffalo Springs und im Samburu Reservate erlebt habe, merkt man meistens, dass entweder am und für den Wagen irgendwelche Teile fehlen oder man selbst etwas entbehrt. Das ging mir auch diesmal so und ich wollte das Fehlende in Nanyuki kaufen, bevor die nächste Safari - vermutlich in die Massai Mara - in Angriff genommen wird. Was ich unbedingt einkaufen musste, waren ein paar Meter hundsgewöhnlichen, biegsamen Draht, mit dem man einen gebrochenen Auspuff fixieren kann, ein Türscharnier oder das Kühlergitter, dessen Schrauben sich aus dem Staub gemacht haben. Also fuhr ich zum grössten, bestsortierten Hardware Shop Nanyukis, zu Modsan, der von einem indischen Familienclan hervorragend geführt wird und ein Sortiment hat, um das ihn jedes deutsche und schweizerische Eisenwarengeschäft beneiden würde. Ich parkte den LandCruiser vor Modsan und betrat das Geschäft, nur um festzustellen, dass es zum Bersten voll war. Geduld ist nicht gerade meine Stärke (schliesslich bleibt mir nicht mehr soviel Zeit...!) und so verliess ich Modsan und suchte ein anderderes, kleineres Hardwaregeschäft auf, das wenige Dutzend Meter von Modsan entfernt ein eher kümmerliches Dasein fristet.

Da steht mein LandCruiser noch im Angesicht von Modsan. Ich träume doch nicht!
h057c71c.jpg


Ich war der einzige Kunde und meine Frage nach Draht wurde mit einem "ham' wir nich'" beantwortet. Natürlich auf Swahili. Die Besitzerin empfahl mir einen weiteren Hardware Shop, fast am anderen Ende der Kenyatta Avenue und ich machte mich auf den Weg dorthin.
Dort gab's auch keinen Draht, aber den Tipp, es bei dem Eisenwarenhändler soundso zu versuchen, der wiederum eine halbe Meile entfernt war. Und siehe da: Eisendraht in der gewünschten Dicke war vorhanden, aber meinem Ansinnen, zwei bis drei Meter zu kaufen, wurde nicht entsprochen. "Wir verkaufen Eisenwaren per keidschi." Das heisst übersetzt per Kilogramm.
Der Verkäufer erklärte sich ausnahmsweise bereit, mir ein halbes Kilogramm zu verkaufen, was er Phi mal Schnauze machte und ich den Laden mit mindestens einem keidschi besten
Drahts verliess. Frohgemut machte ich mich zu meinem LandCruiser auf und nahm den Weg unter die Füsse.

Als ich nach einer halben Stunde zurück kehre, steht der Wagen nicht mehr da. Oder sieht jemand das Auto auf dem Bild unten? Gestohlen, ist es mir durch den Kopf gefahren.
h4ae451a.jpg


Als ich bei Modsan ankam, traf mich um ein Haar ein Schlaganfall: mein Wagen war verschwunden! Ich gestehe, dass mir mein Herz in die Hosen fiel und unten raus. Meine ganzen Habseligkeiten, vor allem die teure Fotoausrüstung, die Geldmittel, Ausweise und was man halt so auf einer ausgedehnten Reise mit sich rumschleppt, hatten sich verflüchtigt.
Ehrlich - ich empfand keine Freude. Alte Autos sind in Afrika gesucht und begehrt. Diebesbanden klauen sie und bringen sie innerhalb kürzester Zeit in einen Hinterhof, wo sie auseinander geschraubt und als gesuchte Ersatzteile verkauft werden. Angeblich ein Riesengeschäft.

Na, für ein paar Kilos mehr findet sich immer noch ein Plätzchen. Und ganz zuoberst sitzen dann die Mitfahrer
h49d1da9.jpg



Der indisch-kenianische Nakumatt-Konzern hat sich in ganz Ostafrika ausgebreitet und ist in
jeder grösseren Stadt Kenias zu finden. Gut und teuer
hb1a3bc2_2016-01-19.jpg



Ein beliebtes Ziel weisser Besucher ist der Lilly Pond, durch den der Äquator führt. Hier trifft sich an den Wochenenden die einheimische Jugend und die Möchtegern-Schickeria
hc99883b.jpg



Die in Europa gesammelten Altkleider gehen ausnahmslos nach Afrika. Wer nicht unbedingt nach letzter Mode gekleidet sein will, kann sich in Kenia sehr, sehr preiswert einkleiden
h9a54eb7.jpg



Die Motorradfahrer bzw. die Räder - BodaBoda genannt - sind zu einer Seuche im schon vor ihrer Zeit chaotischen Verkehr geworden und verhalten sich noch schlimmer und unberechenbarer als die berüchtigten Matatu-Fahrer mit ihren Kleinbussen
h2a143e3.jpg
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2016