Oh - manchmal steht man halt auf einer langen Leitung. Danke Lilytrotter, alles klar.
Schönes Wochenende Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201313. Feb. 2016 · #42
Hallo Foris... ...wieder mal ein Lebenszeichen aus Kenia; diesmal aus Nakuru. Drei volle Wochen Safari in den Westen des Landes mit Besuchen der Mara, der Loita Hills (grossartig), Homa Bays, Kisumus, des Kakamega Forest, und des Mount Elgon Nationalparks. Es wird langsam Zeit, die Reisen zu beschreiben und zu bebildern. Ab Montag habe ich dazu genau eine Woche Zeit. Danach gehts in den Norden, nach Maralal, South Horr, Loyangalani, North Horr und von dort nach Marasabit, Isiolo und zurück nach Nanyuki, wo ich eine ruhige und gemütliche Bleibe habe. Bis bald und Gruss. Mzeekenya
Ich freue mich über Dein Lebenszeichen. Bitte sei so nett und sortieren in der nächsten Woche fleissig Bilder und hau in die Tasten für Deinen Bericht. Du nennst da interessante Destinations.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201315. Feb. 2016 · #44
Also Christa, dann machen wir weiter. Allerdings: ob ich's hier, in meinem Cottage in Nanyuki, eine volle Woche aushalte, wage ich zu bezweifeln. Ich bin gerade mal 24 Stunde hier und "es" juckt mich bereits wieder im Hintern, im Gasfuss, im Foto-Auslöse-Finger oder sonstwo. Ich gehe feste davon aus, dass der grössere Teil meiner Berichte erst in der Schweiz geschrieben wird - nicht zuletzt, weil ich heute aus den drei Monaten vier gemacht habe, meinen Rückflug also um einen Monat verschoben habe - und mir fest vorgenommen habe, die zusätzliche Zeit reisend und nicht sitzend zu verbringen.
Fast endlos lange Tage
Wie bereits bemerkt, gibt es bei Game drives immer ein frühes Aufstehen, aber anders, als meinen Gruppenreise-Freunden, serviert mir niemand Kaffee oder Tee. Ein Schluck Wasser oder zwei, ein Blick nach Osten und dann den LC vorglühen und hoffen, dass sich die beiden Batterien nachts nicht entladen haben...
Dann so schnell wie's erlaubt ist, einige schöne Akazien, ansteuern und als Vordergrund vorsehen. Und zwanzig Minuten oder so darauf warten, dass die Sonne über den niederen Hügeln aufgeht, das Gras golden aufscheinen lässt und die Bäume als Scherenschnitte in den schnell heller werdenden Himmel zeichnet. Gestern habe ich die Plains kreuz und quer durchfahren und gehofft, Geparden zu finden, die hier Grantgazellen oder junge Beisa-Oryx jagen. Leider vergeblich. Ausser einigen Somalistraussen (diese Art hat blaue Beine und einen blauen Hals, im Gegensatz zu den Massaistraussen, die rote Beine und einen roten Hals haben), Grantgazellen, wenige Generuks oder Giraffengazellen und noch weniger Grevy-Zebras, gab's nichts Aufregendes zu beobachten. Seit Jahren habe ich in den beiden Parks, Buffalo Springs und Samburu, keine grossen Ansammlungen dieser schönsten Zebraart, von der es nur gerade noch 2 500 Exemplare geben soll, gesehen. Früher waren 50, 60 Tiere keine Seltenheit.
Grantgazellen-Bock im Buschland.
Gerenuk oder Giraffengazellen kommen, sofern notwendig, Monate, sogar Jahre, ohne Wasser aus!
Männlicher Somalistrauss, noch nicht in Balzstimmung.
Grevy-Zebra Stute mit Fohlen.
Fohlen des Grevy-Zebras.
Auch die Anubis-Paviane halten sich gern in den Plains auf, in denen sie eine gute Über- und Weitsicht haben und Raubkatzen wie Löwen, Geparden und Leoparden schon von weitem sehen. Die wehrhaften Männchen gehen dann schreiend und tobend auf die Feinde zu und selbst die Löwen halten der geballten Kraft von zehn, zwölf und mehr ausgewachsenen Pavianen nicht stand. Ein ungeheuer eindrückliches Schauspiel, das ich vor Jahren einmal im Samburu beobachten konnte.
Herr und Frau Anubis-Pavian auf dem Weg zur Sippe.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201315. Feb. 2016 · #45
Ich mag das Buffalo Springs Reservat lieber als das Samburu. Es hat weitere Plains, weniger Touristen (da nur zwei Lodges: das Ashnil Camp und die Samburu Simba Lodge. Die dritte, die Samburu Serena Lodge, wurde vor einigen Jahren vom hoch gehenden Uaso Nyiro River total weg geschwemmt und nicht mehr aufgebaut). Neben den weiten Plains mit vielen Huftieren, ist das grosse Becken, die Niederung, die zum Uaso Nyiro hinunter führt, das zweite Grossbiotop. In der Regenzeit, ab April bis Mai/Juni (oder gar nicht...), sind viele Tracks nicht mehr befahrbar. Vor längerer Zeit bin ich mit Edi, der einen Unimog fuhr, und meinem LandCruiser im Morast stecken geblieben und wir mussten eine Nacht draussen, am Ufer des rauschenden Flusses verbringen - immer in Erwartung, dass noch mehr Wasser aus den Hügeln kommt und uns weg schwemmt. Zum Glück passierte nichts und den Unimog hebelten wir am nächsten Tag mit der Seilwinde aus dem gut knietiefen Morast.
durchfahren oder umdrehen?
es hat geklappt... natürlich bin ich zuerst zu Fuss und mit einem Stock durch das Wasser gelaufen und habe die Tiefe und den Untergrund gecheckt.
Doumpalmen säumen viele Flussufer im tropischen Afrika.
In etwas höheren Lagen mit weniger Niederschlägen besteht die Vegetation überwiegend aus Dornbüschen und -akazien.
Auch in Kenia relativ selten: Kopf loser Sperbergeier.
Flusspferde leben in einem ausgedehnten Sumpf im niedrigeren Teil des Parks, kommen allerdings meistens nur nachts ans Land.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201315. Feb. 2016 · #46
Die heissen Mittagsstunden verbringe ich, wenn sich nicht gerade etwas Sensationelles auf den Plains oder am Fluss unten abspielt, am Swimming Pool unter einer schattigen Akazie. Meist kommen Dutzende von Webervögeln, Dreifarbenglanzstare und Rotschnabel-Toko, hin und wieder auch ein Gelbkehl-Frankolin, das es allerdings meistens vorzieht, auf einem Ast zu sitzen und seine Gebietsansprüche anzumelden. Gegen 15.30 Uhr fahre ich dann wieder auf Gamedrive und um 18.30 Uhr bin ich entweder auf dem Campingplatz oder auf dem Parkplatz am Gate. Das gibt lange Tage, denn nun müssen Tagebuchnotizen geschrieben, SMS verschickt und die Tagesausbeute auf dem Monitor betrachtet werden. Vor 22.00 Uhr komme ich selten unter den Schlafsack. Dann noch zehn Minuten lesen (am nächsten Tag erinnere ich mich nicht mehr, was ich gelesen habe... Ein einziges Buch reicht mir deshalb sechs bis acht Wochen!).
Rotschnabel-Toko mit einem Skarabäus.
Gelbkehl-Frankolin, Hahn rufend.
Im Buffalo Springs und Samburu leben zwei Perlhuhn-Arten, das Helmperlhuhn und das auffallend schöne Geierperlhuhn, dessen Vorkommen sich überwiegend auf halbwüstenartige Landschaften beschränkt (im Tsavo-Ost ist es auch zu finden). Ich hatte das grosse Glück, viele kleinere Geierperlhuhn-Gruppen beobachten zu können, die 10 bis 20 Küken führten, die kleiner waren als alle, die ich bisher gesehen habe. Sie mochten wenige Tage bis höchstens eine Woche alt sein, waren aber flink wie die Teufel auf ihren Beinen und wenn eines der erwachsenen Perlhühner lockte, kamen sie wie Kugeln angeschossen. Warnte ein erwachsenes Perlhuhn, sausten die Kleinen umgehend in Deckung, hinter hüfthohe Grasbüschel oder in dichten Busch.
Geierperlhühner mit Küken - und ein Hahn, der aufpasst, dass den Kleinen und Grossen nichts passiert.
Im trockeneren Teil des Parks lassen sich zwei überaus interessante Tierarten beobachten (wobei man von letzterer fast immer nur die Spuren findet, und nicht das Tier selbst): Braunbrust-Flughühner und Nacktmulle. Die Fluhühner sitzen, je nach Jahreszeit (bzw. Brutzeit) paarweise oder in kleinen Gruppen am Boden und meistens sieht man sie erst, wenn man sie fast überfährt und sie auffliegen. Sie sind ausserordentlich gute Flieger, die Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/std erreichen können. Wenn sie Küken haben, fliegen sie 50, 60 km weit an Wasserstellen, durchtränken ihr Brustgefieder mit Wasser und kehren zu den Jungen zurück, die das Wasser aus dem Brustgefieder trinken!
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201315. Feb. 2016 · #47
Der Nacktmull ist ein Nagetier, das ausgewachsen zehn bis 15 cm lang wird, ausser einigen Tasthaaren vollständig nackt ist, in Kolonien unter der Erdoberfläche lebt und zur Unterordnung der Stachelschwein-Verwandten zählt. Er hat zwei obere, sehr lange und scharfe, Schneidezähne, mit denen er Gänge in die härteste afrikanische Erde gräbt, für die wir fast einen Meissel benötigen würden. Ganz besonders erwähnenswert ist, dass Nacktmulle offenbar völlig schmerzunempfindlich sind! Und man hat bei Nacktmullen noch nie festgestellt, dass sie, wie alle anderen Säugetiere, Krebs bekommen können! Ausserdem altern sie sehr langsam und werden rund zehn mal so alt wie gleich grosse Mäuse und andere kleine Nagetiere. Wie gesagt: man sieht die Tiere so gut wie nie, hingegen sehr oft ihre typischen Sandhaufen z.B. mitten auf der Strasse.
Am späteren Nachmittag fahre ich meistens zum Uaso Nyiro hinunter, denn das ist die Zeit, wenn die Elefanten nach ausgiebiger Futteraufname in den Galeriewäldern und ufernahem Busch zum Wasser gehen, 50, 100 und mehr Liter aufnehmen und sich, nachdem der Durst gestillt ist, im Fluss vergnügen, herum toben, sich gegenseitig anspritzen und sich offensichtlich amüsieren, spielen und vergnügen.
ein grosses Lob! Der Bericht enthaelt echt viele Informationen und ist gespickt mit Humor.
Die Polizei liebt auslaendische Nummer - da fliegen sie drauf wie Fliegen auf die Bueffelscheisse. Aber die Antworten waren sehr gut. Lewa Eingang nicht fotografieren - das ist wohl wirklich ein Witz..... aber gelegentlich suchen sie nach Dingen, die fuer uns total abwegig sind.
Bogoria See: Schade.... es war einer meiner Lieblingsorte! und vor 3.5 Jahren geragelt voll mit Flamingos.
Das mit dem Abfall habe ich mit einem Ranger von hohem Rang aufgenommen - passiert ist nichts, wie ich sehe... Touristen aus dem Ausland gehen wohl nun selten hin. Dafuer Schulklassen und Leute, die im Bogoria Hotel Seminare haben und in beiden Unterrichtsklassen fehlt die Vermittlung was eine saubere Umwelt ist.
Das ganze Samburu/Buffalo Springs / Shaba war bis vor wenigen Wochen sehr spannend - 20.000+ Koepfe Nutztiere und Schiesserein mit Viehdieben. DOCH - es gibt einflussreiche Menschen in Archer's Post und Umgebung, die die Reservate nicht sterben lassen wollen und sich auch dafuer einsetzen. Dank dem Regen hat es sich wieder normalisiert.
Ich reise also auch gerne mit.... und helfe Ugali und Sukuma Wiki kochen 😉
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
NamiBilly444 Beiträge · seit 201115. Feb. 2016 · #49
Lieber Mzeekenya, auch ich bin dabei und freue mich nette Sachen über Kenia zu lesen. Und das, wo ich derzeit das absolute Kontrastprogramm mache und in Flachau/Salzburger Land zum Skilaufen bin... Gruß NamiBilly
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201315. Feb. 2016 · #50
Hoi Elvira, danke für dein Post. Ja, eine Weile lang hat es so ausgesehen, als hätte ich ein Abo auf Polizeikontrollen. Die letzten drei Wochen war's aber besser. Allerdings wollten die "Blauen" mich zwei Mal stoppen, aber da direkt hinter mir einmal ein Matatu fuhr und einmal ein LKW ging ich davon aus, dass die Police nicht mich meinte (natürlich meinte sie mich!) und bin fröhlich winkend weiter gefahren. Heute, mit den Mobilephones, besteht allerdings immer das Risiko, dass man am nächsten Policeblock aufgehalten wird und dann eine gute Ausrede braucht, um straflos weiterfahren zu können. Mein Freund und Taxifahrer Felix hat mir ein probates Mittel verraten, wie man die Polizisten "weich" bekommt: 400, 500 ksh in den Aschenbecher klemmen, so, dass die Hälfte rausschaut. Es gibt keinen Gesetzeshüter, der diesem Angriff auf seine Moral widerstehen kann. Bogoria: ich habs dem Warden erzählt, wie das an Weihnachten aussah und er meinte, "da müsste man was unternehmen". Ja, müsste man... Die grösste Unverschämtheit fand ich, als ich mich im "Bogoria Spa" nach den Campingpreisen erkundigte. Das Mädchen meinte arschkalt "2500 ksh" - und fügte dann bei, "plus supplement of 2500 ksh because its Christmas". Hahahaa - fast 50 EU dafür, dass es auf der Campsite nicht mal ein Scheisshäuschen gibt! Koch du ruhig Ugali und Sukuma Wicki - ich zehre solange von meinen "american muscles" (das ist der Ring über dem Gürtel 😮 ). Schönen Abend. Bin gespannt, wann wir uns mal über den Weg laufen - so gross ist Kenia wirklich nicht, dass das nicht früher oder später passiert. Und hier ein Bild aus den Loita hills - leider mit meinem LC. Mzeekenya
Du bist wahrscheinlich 150 m an meinem Haus vorbeigefahren - haettest ruhig auf eine Tasse Kaffe reinkommen koennen!
Wenn ich Deine Bilder verwenden darf, versuche ich den Ranger per E-Mail anzuschreiben. Hoffe, seine E-Mailadresse ist noch gueltig.
Na ja die Polizei..... die Matatus haben oft KSH 50 irgendwo hinten an der Stosstange versteckt. Die kann der Polizist dann beim Kontrollgang ums Auto mitnehmen und weiterwinken. Im Fitnesscenter, wo ich bis vor bald 2 Jahren noch trainierte, kam ein Verkehrspolizist und bezahlte immer alles im 50 KSH Scheinen... Aber ich kenne auch nette Polizisten!
50 Euro ist ja nett.... 2500 waeren wohl fuer sie das Weihnachstgeschenk gewesen. Was wollte sie denn fuer den Eintritt? immer noch US$ 50.-?
viele Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #52
Ja, verwende die Bilder ruhig - allerdings zweifle ich daran, dass sie was bewirken werden. Aber ist mir schnurz - da bin ich eh nicht so schnell wieder. Wegen des Eintritts: da habe ich nicht einmal gefragt. Und was Schweinepreise betrifft: auf Rusinga war ich in einer Lodge, in der von day guests für den Lunch 70 US$ und für das Dinner 60 US$ verlangt wurden... Die haben einen sitzen. Ist es da verwunderlich, dass die Lodge fast total leer war. Nur zwei deutsche Familien von irgend einer dubiosen Religionsgemeinschaft (gemäss Aufschrift am teuren 4x4). Wahrscheinlich bezahlten sie den Aufenthalt mit Spendengeldern. Den Leuten (ich meine den Spendern) ist nicht zu helfen! Mzeekenya
PS. ich trinke keinen Kaffee, aber Kenia hat ja auch vorzüglichen Schwarzen Tee.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #53
Zweiter Teil: Samburu National Reserve Die meisten Touristen, die in den Norden Kenias reisen, besuchen beide National Reserves, Buffalo Springs und Samburu, die nur durch den Uaso Nyiro von einander getrennt sind. Buffalo Springs, 131 km2 gross oder eher klein, liegt südlich des Flusses, Samburu, 165 km2, nördlich davon. Ein drittes Wildreservat mit den gleichen ökologischen Voraussetzugen findet man einige wenige Kilometer östlich der Strasse Isiolo - Marsabit: Shaba. Es wird von viel weniger Touristen besucht, als vor allem Samburu. George Adams hatte im Shaba ein Camp, in dem er Löwen, die in Gefangenschaft lebten, auf die Freiheit vorbereitete.
Eine weit gespannte Brücke schafft die Möglichkeit, von einem Reservat ins andere zu kommen. Allerdings wurde die Waso-Brücke schon zweimal vom Uaso Nyiro weg gerissen und bevor eine neue gebaut wurde, musste man den einen Park verlassen, um in den anderen zu kommen. Die meisten Lodges findet man am Nordufer des Flusses, darunter so bekannte (und sauteure) wie Larsen's Tented Camp und Samburu Game Lodge, die lieber bis zu 90% (Game Lodge) leer stehen, als die Preise zu senken.
Samburu Game Lodge, am Nordufer des Uaso Nyiro, hat eine Kapazität von bis zu 180 Betten. Meistens sind aber nicht mehr als 15 bis 20 Besucher in der Lodge...
Samburu hat weniger offene Plains als Buffalo Springs, sondern grosse Flächen, die von knapp mannshohen Büschen bedeckt sind. In diesem Habitat sind Katzen nicht leicht zu finden; schon wenn sie zwei Meter vom staubigen Weg entfernt in den Büschen liegt, sieht man sie nicht mehr. Savannentiere wie Beisa-Oryx und Grevy-Zebras sind weniger häufig als im anderen Park. Giraffen hingegen sind leicht und von weitem zu sehen und nicht selten lassen sich Herden bis zu 30 Tieren beobachten.
Zwei Bullen der Netzgiraffen-Art
Winzig klein sind - am anderen Ende der Grössenskala - die Günther-DikDiks, die man fast ausschliesslich paarweise sieht oder zu dritt, mit einem Jungen. Sie sind äusserst flink und tauchen schnell und lautlos in der Kraut- und Buschschicht unter. Tagsüber, wenn die Sonne das Land aufheizt, stehen DikDiks im Schatten und verlassen ihn erst am späteren Nachmittag, um auf Futtersuche zu gehen.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #54
Zweiter Teil: Samburu National Reserve Die meisten Tou
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #55
Serverfehler. kein uploading der Bilder
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #56
Zweiter Teil: Samburu National Reserve Die meisten Touristen, die in den Norden Kenias reisen, besuchen beide National Reserves, Buffalo Springs und Samburu, die nur durch den Uaso Nyiro von einander getrennt sind. Buffalo Springs, 131 km2 gross oder eher klein, liegt südlich des Flusses, Samburu, 165 km2, nördlich davon. Ein drittes Wildreservat mit den gleichen ökologischen Voraussetzugen findet man einige wenige Kilometer östlich der Strasse Isiolo - Marsabit: Shaba. Es wird von viel weniger Touristen besucht, als vor allem Samburu. George Adams hatte im Shaba ein Camp, in dem er Löwen, die in Gefangenschaft lebten, auf die Freiheit vorbereitete.
Eine weit gespannte Brücke schafft die Möglichkeit, von einem Reservat ins andere zu kommen. Allerdings wurde die Waso-Brücke schon zweimal vom Uaso Nyiro weg gerissen und bevor eine neue gebaut wurde, musste man den einen Park verlassen, um in den anderen zu kommen. Die meisten Lodges findet man am Nordufer des Flusses, darunter so bekannte (und sauteure) wie Larsen's Tented Camp und Samburu Game Lodge, die lieber bis zu 90% (Game Lodge) leer stehen, als die Preise zu senken.
Samburu Game Lodge, am Nordufer des Uaso Nyiro, hat eine Kapazität von bis zu 180 Betten. Meistens sind aber nicht mehr als 15 bis 20 Besucher in der Lodge...
Samburu hat weniger offene Plains als Buffalo Springs, sondern grosse Flächen, die von knapp mannshohen Büschen bedeckt sind. In diesem Habitat sind Katzen nicht leicht zu finden; schon wenn sie zwei Meter vom staubigen Weg entfernt in den Büschen liegt, sieht man sie nicht mehr. Savannentiere wie Beisa-Oryx und Grevy-Zebras sind weniger häufig als im anderen Park. Giraffen hingegen sind leicht und von weitem zu sehen und nicht selten lassen sich Herden bis zu 30 Tieren beobachten.
Zwei Bullen der Netzgiraffen-Art
Winzig klein sind - am anderen Ende der Grössenskala - die Günther-DikDiks, die man fast ausschliesslich paarweise sieht oder zu dritt, mit einem Jungen. Sie sind äusserst flink und tauchen schnell und lautlos in der Kraut- und Buschschicht unter. Tagsüber, wenn die Sonne das Land aufheizt, stehen DikDiks im Schatten und verlassen ihn erst am späteren Nachmittag, um auf Futtersuche zu gehen.
Dem Gerenuk, manchmal wegen seines langen Halses auch Giraffengazelle genannt, sind wir schon im Buffalo Springs begegnet. In Zeiten der Dürre und kleinem Futterangebot stehen die Gerenuks auf die Hinterbeine und können so Blattwerk bis in eine Höhe von etwa 2 Metern erreichen. Eine Gerenukgruppe besteht meistens aus einem Bock und zwei bis vier Weibchen, manche noch mit einem Jungen.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #57
kein uploading der Bilder
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #58
Samburu hat eine sehr schön gelegene, grosse Public Campsite. Da der Tourismus weitestgehend zusammen gebrochen ist, hatte ich den ganzen Platz für mich und konnte mich direkt am Ufer des Uaso Nyiro hinstellen.
... und am nächsten Morgen vom Bett aus der Morgenröte zuschauen, die im Osten die Bäume wie Scherenschnitte am Horizont zeichnete. Dann allerdings stand ich wie der Blitz auf und nahm den frühmorgenlichen Game Drive unter die Räder.
Die Campsite ist allerdings wegen ihrer scham- und respektlosen Affenhorden berühmt-berüchtigt. Sowohl die Anubis-Paviane wie die viel kleineren Grünen Meerkatzen haben es auf Lebensmittel abgesehen, auf Kosmetik- und Sonnencreme-Flaschen, ja sogar auf Malariatabletten, die sie genüsslich zerkauen!
Vor bald 15 Jahren, 2001 und 2002 machte im Samburu eine Löwin durch ihr abartiges Verhalten auf sich aufmerksam: sie entführte mehrmals frisch geborene Beisa-Oryx Kälber und zog mit den kleinen Antilopen durch den Busch. Früher oder später endeten sie allerdings in den Mägen der Rudelmitglieder... Das letzte Kalb konnte der KWS einfangen und brachte es nach Nairobi ins Orphanic.
Jackson, mein Guide für Leopardensuche, vor einem Wandbild mit der Löwin, die nach 2002 verschwand und nicht mehr gesehen wurd. Zoologen und Katzen-Spezialisten haben bis heute keine Erklärung für das unnormale Handeln der Löwin.
Zusammen fanden wir am Ufer des Uaso Nyiro eine vierköpfige Löwengruppe, die sich einen besonders schönen Aussichtspunkt ausgesucht hatte und, menschlich gesprochen, die Sicht auf den Fluss genoss. Eines der etwa 2 1/2-Jährigen Männchen hatte nicht den geringsten Ansatz einer Mähne, das andere eine "halbe". Löwen in Dornbuschgebieten wie Samburu und Buffalo Springs haben nie so mächtig ausgeprägte Mähnen wie ihre Brüder in der Mara oder in der Serengeti.
Wenig später fanden wir ein älteres Löwen-Liebespaar, das dem Geschäft der Fortpflanzung reichlich lustlos nachging und sich, nach getaner Arbeit, erschöpft in den Sand sinken liess und sich zwanzig Minuten lang erholte, bis es wieder zur Sache ging.
In der folgenden Nacht resp. am frühen Morgen, erwachte ich von Löwengebrüll und zwar so nah,dass die Fenster des LandCruisers vibrierten. Ich stand, obwohl es noch dunkel war, sofort auf, startete den Motor und fuhr auf die Strasse oberhalb des Campsites. Da kamen drei der vier Löwen von gestern angelascht, während der vierte im Busch sass und fürchterlich brüllte. Ich folgte den drei Löwen, die dem Weg folgten und mich überhaupt nicht beachteten. Dann erlebte ich wieder mal, wie unglaublich schnell Raubkatzen sein können: Eine Löwin schoss wie eine Kanonenkugel in einen Dornbusch, um gleich darauf mit einem Gelbkehl-Frankolin, das noch erbärmlich schrie, im Maul aufzutauchen. Tja Pech gehabt. Gescheiter besser aufgepasst, als in den Morgen hinein zu krakelen.
Die Löwen laufen im Scheinwerferlicht meines Wagens der Strasse entlang.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200916. Feb. 2016 · #59
Hallo Mzee,
vielen Dank für die traumschönen Fotos und die interessanten Hintergrundinfos. Die Samburu Game Lodge haben wir ebenso menschenleer wie du vorgefunden. Ist aber schon ein schönes Plätzchen in der heißen Tageszeit und von der Bar hatten wir einige tolle Sichtungen am Ewaso Ngiro.
Vor bald 15 Jahren, 2001 und 2002 machte im Samburu eine Löwin durch ihr abartiges Verhalten auf sich aufmerksam: sie entführte mehrmals frisch geborene Beisa-Oryx Kälber und zog mit den kleinen Antilopen durch den Busch.
Passiert häufiger als man vermuten möchte. Ich denke die Kombination von mangelndem Fluchtreflex beim Kalb und dem Kindchenschema löst dieses Verhalten aus.
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201316. Feb. 2016 · #60
Danke für den Post. Oryx-Beisa Kälber haben, im Gegensatz z.B. zu Impalas, Gerenuks und Grants, keine "mangelnde Fluchtreflexe". Sie sind auch keine "Ablieger", die erst nach zwei oder gar drei Wochen flüchten, sondern laufen gleich nach der Geburt mit Mutter und Herde und zwar erstaunlich schnell. Und das mit dem Kindchenschema ist meiner Meinung nach reine Vermenschlichung - jedenfalls lässt es sich nicht nach- bzw. beweisen. Konrad Lorenz hat seine These vom Kindchenschema nie auf Tiere übertragen, sondern lediglich auf Menschen. Schönen Abend und Grüsse aus Nanyuki. M.