ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200723. Apr. 2015 · #261
Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015
Teil 1
Leider geht‘s Toni auch heute nicht besser 🙁 . Zum Frühstück bringt er keinen Bissen runter und das Zusammenpacken fällt ihm unendlich schwer. Wir fragen uns, weshalb er von Tag zu Tag kraftloser wird, zumal ja der Durchfall seit ein paar Tagen durch das Antibiotikum erfolgreich gestoppt worden ist. Als wir am späten Morgen endlich alles im Fahrzeug verstaut haben, ist er total erschöpft.
Der Chyulu Campingplatz mit verschiedenen Unterständen
Wir haben‘s ja nicht eilig und während Toni sich etwas ausruht, schau ich den Pavianen zu, welche sich total freuen, dass die Wasserleitungen an diversen Stellen undicht sind und sie so bequem ihren Durst löschen können. Jetzt wird uns auch klar, weshalb das Wasser abgestellt wird, wenn niemand im Camp ist. Der Wassertank würde nämlich innert kurzer Zeit leer laufen.
Unser heutiges Ziel sind zunächst die wunderschönen Mzima Springs. Der Parkplatz ist leer und die bewaffneten Ranger sitzen gelangweilt rum. Umso erfreuter sind sie über unseren Besuch - dem ersten am heutigen Tag 🙂 .
Mzima Springs
Wir lieben diesen Platz sehr. Er liegt inmitten einer grünen Oase und strahlt was Friedliches und fast Mystisches aus.
Aus der Mzima Quelle sprudeln unglaubliche 282‘000 Liter Wasser pro Minute.
Ein Spazierweg unter schattenspendenden Bäumen führt den Besucher an zwei glasklaren Seen entlang. An vielen Stellen hört man das Wasser unter dem Lavagestein blubbern.
Über einen kleinen Steg gelangt man zu einem Häuschen, welches im Wasser steht und von wo man durch die Glasscheiben verschiedene Fische beobachten kann.
Im See lümmeln ein paar Hippos rum
…und dann schwimmt doch tatsächlich noch ein Krokodil vorbei 🤩
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200725. Apr. 2015 · #265
Chyulu Public Campsite, Tsavo West NP, 13. Januar 2015
Teil 2
Unser nächstes Ziel ist der Poachers Lookout, von wo man einen schönen Blick auf die Umgebung geniessen kann. Es ist Mittag und sehr heiß, sodass wir bald wieder den Berg runterfahren.
Poachers Lookout
Eine Windhose fegt durch die nach Regen lechzende Landschaft. 😮
Da auch das Severin Safari Camp nicht sehr weit entfernt ist, entschliessen wir uns, mal dort auf einen Drink vorbeizuschauen. Toni hat eh keine Lust, weite Strecken im Park abzufahren, da ihm ziemlich unwohl ist 🙁 .
Wir werden von der Managerin Manja überaus herzlich empfangen. Obwohl wir ihr gleich erzählen, dass wir Camper sind und eigentlich nur kurz etwas trinken möchten, bietet sie uns einen Rundgang durch‘s Camp an 🙂 . Die Bungalows sehen sowohl innen als auch von aussen ausgesprochen attraktiv aus, ganz zu schweigen von dem tollen Pool und dem Wellnessbereich. Das Ganze ist ja schon sehr schön und luxuriös, aber leider nicht unsere Preiskategorie 😕 .
Das Restaurant des Severin Safari Camps
Manja erzählt uns, wie sehr sie, und auch die anderen Lodges in der Umgebung unter dem Zusammenbruch des Tourismus leiden, und dass sie uns gerne hier hätte, auch wenn‘s nur für eine Nacht wäre 😘 . Sie unterbreitet uns ein dermaßen attraktives Angebot inkl. Vollpension, dass wir wirklich nicht mehr nein sagen können 😁 Zudem finden wir, dass eine feste Unterkunft im Hinblick auf Tonis Gesundheitszustand wirklich sinnvoll wäre. Manja verspricht ihm, dass er mit Schonkost wieder aufgepäppelt werde 🙂 . So fackeln wir nicht lange und entschliessen uns, für drei Tage ins Severin Safari Camp einzuziehen. Wau, wir in einem Luxuscamp 🤩 ! Gut, dass ich mir in Malindi ein neues Kleidchen gekauft habe 😎 , nun fehlen mir nur noch die passenden Schuhe mit Goldriemchen dazu 😎 . Oben fix 😁 , und unten ….Gummilatschen 😊 .
Wir verbleiben mit Manja, dass wir morgen im Laufe des Vormittags ins Bungalow Nr. 20, mit direktem Blick aufs Wasserloch 🤪 , einziehen werden und verabschieden uns mal vorläufig von ihr. Nun müssen wir nur noch am Chyulu Gate melden, dass wir unseren Aufenthalt für drei Tage verlängern werden, aber da kommen wir ja auf dem Weg zum Campingplatz eh vorbei.
Unterwegs treffen wir trotz Mittagshitze auf ein paar Tiere:
Zebras bei der Mittagsrast
Giraffe mit roter Mähne 🤩
Nun fehlt uns nur noch Benzin für weitere Game Drives, welches wir in der Kilaguni Serena Lodge kriegen, da es dort eine Tangstelle gibt. Der Mann, welcher für den Generator zuständig ist, muss erst gesucht werden, denn ohne Strom kein Benzin. Aber schlussendlich klappt auch das. Zur Info: Severin Safari Camp verkauft Diesel und Kilaguni Serena Lodge Benzin.
Am Chyulu Gate angekommen, teilen wir dem Ranger mit, dass wir unseren Aufenthalt im Park gerne für weitere drei Tage verlängern würden. Das ist für ihn überhaupt kein Problem, er wird uns morgen ein Schreiben mitgeben, dass wir unseren Parkeintritt nachträglich am Hauptgate in Mtito Andei nachzahlen werden. Also wirklich, die sind ja hier schon extrem flexibel und unkompliziert 🙂 .
Um 16 Uhr sind wir bereits wieder auf dem schönen Chyulu Campingplatz. Die Dusche ist frisch geputzt und das Wasser läuft auch bereits wieder. Auch heute sind wir wieder die einzigen Gäste.
Toni hat leichtes Fieber und mag keinen Bissen essen 🙁 🙁 🙁 . Ich begnüge mich mit einer Tomate und dem Resten Rinderfilet von gestern.
Gut, dass wir ab morgen für drei Tage eine feste Unterkunft bewohnen, denn es fällt Toni von Tag zu Tag schwerer, unser Dachzelt auf- und abzubauen und was sonst noch dazu gehört. 😐 🤨
Anita40874 Beiträge · seit 200825. Apr. 2015 · #266
Tja, so eine luxuslodge Haben Wir bisher nur Besichtigt, Aber noch nicht gewohnt. Aber angesichts Toni's Zustand sicher eine Gute entscheidung. Mensch das hört sich immer mehr, wie eine Schlimme Malaria an.
Sag mal, die giraffe hat ja puscheln an den Hörnern. Solche giraffe habe ich noch nicht gesehen. Und ist auch viel heller, Also die flecken sind anders. Sehr hübsch.
Viele grüße an Mama Erika und Mister Toni Von Anita
so eine Luxusherberge ist natürlich was Feines und dann noch das schicke Kleidchen... 😎 Hoffentlich hat Toni die elegante Erika fotografiert.
Aber davon abgesehen ist es so unendlich traurig, dass Lodges, Camps und Parks leer sind. Ich habe mich bislang noch nicht allzu sehr für Ostafrika interessiert und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich erst durch Deinen Reisebericht auf diese Probleme aufmerksam wurde. Natürlich hört man von den Anschlägen und den unmittelbaren Folgen, aber die Auswirkungen auf die normale Bevölkerung übersieht man leicht. Also ein großes Dankeschön, dass Du auch darüber berichtest.
es freut mich natuerlich, dass Ihr in der Severin Safari Lodge untergekommen seid. Das Ehepaar Juergen und Manja sind wirklich ueberaus lieb und hilfsbereit. Auch fuer Toni war es sicherlich das Beste.
Uebrigens diese Lodge hat ein gutes Preis/Leistungsverhaeltnis und einen super Blick auf den Kili. Bilder davon habe ich in meinem Bericht ueber den Tsavo West veroeffentlicht.
Ja, leider sind derzeit sehr viele arbeitslos. Die Teilzeitangestellten sind schon laenger zu hause und etliche Lodgen haben erst die Salaere halbiert und nun Leute, auch Manager auf unbezahlten Urlaub geschickt. Die Kueste leidet wohl am staerksten und dadurch zieht es die Tsavos und Amboseli gleich mit. Doch auch die anderen Gegenden haben tiefere Besuchszahlen als auch fuer die Regenzeit normal ist.
Kenia plaediert nun, die Reisewarnungen anzupassen, denn es sind wirklich nur einige Gegenden, bei denen man entweder gar nicht hinsollte oder nur mit bewaffneter Begleitung. Die Nationalparks sind alle sicher und so ist die Maasais Mara. Samburu erlebt derzeit einige Turbulenzen, da Viehhirten das Reservat bevoelkert haben und denen sind die Viehdiebe gefolgt. Also derzeit, so schoen Samburu ist, eher zu meiden. Auch ich habe eine Safari von Samburu auf den ebenso tollen Meru Nationalpark umgestellt. Besser sicher als sorry.... Der ganze Norden und Nordosten war schon immer unsicher dank den Somali Shiftas, die eine lange Geschichte haben und nie in die Schranken gewiesen wurden. Klar, man weiss nie, wo sie eine Bombe werfen, doch weiss man das auf der ganzen Welt nicht oder wo ein Erdbeben ausbricht. Ich hoffe, wenn Praesident Obama im Juli zu Besuch kommt, einiges betreffend Sicherheit verbessert werden kann. Schliesslich sind uns die Amis voraus, obwohl auch sie 9/11 erleben mussten.
Sorry Erika, nun bin ich etwas abgeschweift....
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
picco6'369 Beiträge · seit 201125. Apr. 2015 · #269
Hoi zämä
Das was Elvira da schreibt ist natürlich eine der Ursachen weshalb es der kenyanischen Tourismusbranche schlecht geht, aber das Hauptproblem in Ostafrika ist aktuell leider der Ebolaausbruch in Westafrika, so traurig es klingt! Erstaunlich viele Leute realisieren nicht das Westafrika näher an Europa ist als an Ostafrika und auch mehr direkte Flugverbindungen nach Europa als nach Ostafrika hat. 😵
Picco, ich denke da spielen neben Terroranschlägen und Ebola noch ein paar mehr Faktoren rein.
Die Parkgebühren sind nicht von schlechten Eltern. Der Dollarkurs verteuert das Ganze erheblich. Ist das bisherige Konzept - Massentourismus an der Küste mit Kurzsafari 3-4 Tage heute noch gültig? War man zu lange auf der Sonnenseite des Ostafrikanischen Tourismus? Die Reiseländer haben sich in den letzten Jahren erheblich erweitert.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
zloewen27 Beiträge · seit 201425. Apr. 2015 · #271
lionfight1'324 Beiträge · seit 201326. Apr. 2015 · #272
Deine Berichte mag ich ja total gerne. Sie sind so herrlich unkonventionell und beschreiben ein ganz anderes Afrika wie das von uns Durchschnitts-Afrika-Fahrern.
Aber so richtig Spaß macht der Bericht nicht, man hat ja richtig Sorge um Toni.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Es ist ja nicht nur in Kenia so, auch in Tansania kriselt es, wenn auch nicht so schlimm wie Kenia,. Es wurde ja schon geschrieben, dass wohl der grösste Tour Operator, Leopard Tours mit ca. 150 Fahrzeugen, 80 seiner Fahrer entlassen hat. Da spielt alles rein, was auch Kenia trifft. Ebola, Terrorismus, Dollarkurs. Dem Touristen in Europa sind die Schreckensbilder von dahinsiechenden Afrikanern im Kopf, die das Fernsehen und bildungsreiche Zeitungen tagtäglich geliefert haben, bis der Drops gelutscht war. Dass das ein paar tausend Kilometer weg war und Teneriffa näher an dem ganzen lag, das ist nicht klar geworden. Terror ist wohl ein weiter Grund, denn der Unterschied ist, dass er in Kenia passiert, in Europa kann er passieren (und wird, da sehe ich auch so). Dies alles trifft auch auf die amerikanischen Gäste zu. Und Europa hat noch das Europroblem. Hat eine private Campingsafari vor einem Jahr bei ca. 1600 USD 1180 Euro gekostet, so sind das beim jetzigen Kurs fast 1500 Euro. Es ist also nicht nur in Kenia tot, auch in Tansania ist es schlimm. Deshalb wurde ja auch die Erhöhung der Parkgebühren, die schon beschlossen war, wieder verschoben. Wir hoffen, dass sich alles in baldiger Zukunft beruhigt, aber das Sommergeschäft ist vorbei, da kommt wahrscheinlich nichts mehr.
Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200726. Apr. 2015 · #274
Hallo zusammen
Vielen herzlichen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen. 🙂
Anita schrieb:
Sag mal, die giraffe hat ja puscheln an den Hörnern. Solche giraffe habe ich noch nicht gesehen. Und ist auch viel heller, Also die flecken sind anders. Sehr hübsch.
Vielleicht ist das eine seltene Pinselohr-Giraffe? 😉 Es war ein sehr junges Tier, die Mama hatte keine „Puscheln“ an den Hörnern. Eventuell verlieren die sich, wenn die Tiere älter werden. Keine Ahnung.
JuRo schrieb:
so eine Luxusherberge ist natürlich was Feines und dann noch das schicke Kleidchen... 😎 Hoffentlich hat Toni die elegante Erika fotografiert.
Wir haben gerade festgestellt, dass von dieser Reise kein einziges Bild von mir existiert. 🙁 Das muss sich nächstes Mal unbedingt ändern. 😠
Bushtruckers schrieb:
es freut mich natuerlich, dass Ihr in der Severin Safari Lodge untergekommen seid. Das Ehepaar Juergen und Manja sind wirklich ueberaus lieb und hilfsbereit. Auch fuer Toni war es sicherlich das Beste.
Ja Elvira, dass wir uns dort einquartiert hatten, war für uns ein reiner Glücksfall.
Uebrigens diese Lodge hat ein gutes Preis/Leistungsverhaeltnis und einen super Blick auf den Kili. Bilder davon habe ich in meinem Bericht ueber den Tsavo West veroeffentlicht.
Deinen Bericht über den Tsavo West hab ich natürlich mit grossem Interesse gelesen. Wir finden die Lage des Severin Safari Camps übrigens auch wunderbar, ganz besonders, wenn man an klaren Tagen den Kili sehen kann. Bilderbuch-Afrika pur. 😁
Sorry Erika, nun bin ich etwas abgeschweift....
Ich finde es sehr spannend, dass du uns an deinem Wissen teilhaben lässt. Danke vielmals 😘 .
Picco schrieb:
Das was Elvira da schreibt ist natürlich eine der Ursachen weshalb es der kenyanischen Tourismusbranche schlecht geht, aber das Hauptproblem in Ostafrika ist aktuell leider der Ebolaausbruch in Westafrika, so traurig es klingt!
Ich glaube, dass der Hauptgrund für den Zusammenbruch wirklich in den negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen liegt. Die Kenianer schieben die Schuld gerne auf Ebola und verdrängen die Tatsache, dass ihr Land durch die zahlreichen Anschläge für viele Touristen als zu gefährlich eingestuft wird
Botswanadreams schrieb:
Die Parkgebühren sind nicht von schlechten Eltern. Der Dollarkurs verteuert das Ganze erheblich. Ist das bisherige Konzept - Massentourismus an der Küste mit Kurzsafari 3-4 Tage heute noch gültig? War man zu lange auf der Sonnenseite des Ostafrikanischen Tourismus?
Für uns mit ausländischen Nummernschildern macht der Unterschied des Parkeintritts zwischen Tansania und Kenia nicht viel aus. Wobei wir im Moment Kenia eindeutig den Vorzug geben würden. Von Massentourismus an der Küste verbunden mit Kurzsafaris kann heute keine Rede mehr sein. Du findest derzeit sowohl leere Strände als auch leere Parks vor. Tsavo Ost und West sind besonders stark betroffen. Bedenklich finde ich nur, dass nur das geschützt wird, was auch Geld einbringt. Wenn sich etwas nicht mehr rentiert, wird auch nicht mehr zum Rechten geschaut. 😕
Zloewen schrieb:
Wir sollten ein Quiz machen - was Toni hat ! Ich tippe auf Schwangerschaft...
Voll daneben! 🤩 Toni ist aus dem gebärfähigen Alter raus. 😎
Lionfight schrieb:
Deine Berichte mag ich ja total gerne. Sie sind so herrlich unkonventionell und beschreiben ein ganz anderes Afrika wie das von uns Durchschnitts-Afrika-Fahrern.
Danke dir. Vielleicht kommt das davon, weil wir relativ langsam unterwegs sind und folglich mehr Zeit haben, auch mal nach links und rechts zu schauen. Bongolander schrieb:
Sorry, ist off topic. Es ist ja nicht nur in Kenia so, auch in Tansania kriselt es, wenn auch nicht so schlimm wie Kenia,. Es wurde ja schon geschrieben, dass wohl der grösste Tour Operator, Leopard Tours mit ca. 150 Fahrzeugen, 80 seiner Fahrer entlassen hat. Da spielt alles rein, was auch Kenia trifft. Ebola, Terrorismus, Dollarkurs. Dem Touristen in Europa sind die Schreckensbilder von dahinsiechenden Afrikanern im Kopf, die das Fernsehen und bildungsreiche Zeitungen tagtäglich geliefert haben, bis der Drops gelutscht war. Dass das ein paar tausend Kilometer weg war und Teneriffa näher an dem ganzen lag, das ist nicht klar geworden. Terror ist wohl ein weiter Grund, denn der Unterschied ist, dass er in Kenia passiert, in Europa kann er passieren (und wird, da sehe ich auch so). Dies alles trifft auch auf die amerikanischen Gäste zu. Und Europa hat noch das Europroblem. Hat eine private Campingsafari vor einem Jahr bei ca. 1600 USD 1180 Euro gekostet, so sind das beim jetzigen Kurs fast 1500 Euro. Es ist also nicht nur in Kenia tot, auch in Tansania ist es schlimm. Deshalb wurde ja auch die Erhöhung der Parkgebühren, die schon beschlossen war, wieder verschoben. Wir hoffen, dass sich alles in baldiger Zukunft beruhigt, aber das Sommergeschäft ist vorbei, da kommt wahrscheinlich nichts mehr.
Danke Johannes und für das „off topic“ brauchst du dich nicht zu entschuldigen, ganz im Gegenteil. Du bist ja wirklich an der Quelle und weisst, wovon du redest. Für unsereins sind leere Parks und Unterkünfte natürlich nicht unangenehm, für die Betroffenen jedoch schon. Aber so schlimm wie in Kenia ist es in Tansania offensichtlich noch nicht.
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200727. Apr. 2015 · #275
Chyulu Campsite - Severin Safari Camp, Tsavo West NP, 14. Januar 2015 Das Campen wird für Toni langsam zur Qual 🙁 . Er, der doch früher vor Kraft und Energie strotzte, ist kaum mehr fähig, auch nur leichte Gewichte zu heben 🙁 . Er verspürt auch überhaupt keinen Hunger mehr und hat schon seit einigen Tagen fast nichts mehr gegessen. Als Frühstück trinkt er heute nur eine Tasse Kaffee, welchen er aber postwendend wieder hergibt. 😐
Gefiederte Freunde auf dem Chyulu Campingplatz
Wir packen gemeinsam zusammen und verstauen alles im Fahrzeug. Toni ist anschliessend dermaßen erschöpft, dass er sich für eine halbe Stunde auf die Wiese legt. Besorgt frag ich ihn, ob er denn Schmerzen habe. Nein nein, er wolle sich nur ein wenig ausruhen. Langsam wird mir immer unheimlicher 🤨 .
Um 10.30 Uhr sind wir dann endlich soweit, dass wir losfahren können. Die Sache wegen der Aufenthaltsverlängerung im Park ist mit dem Ranger schnell geregelt. Er hat den Zettel für uns bereits vorbereitet.
Im Severin Safari Camp angekommen sind wir froh, dass uns die Massais helfen, das Gepäck ins Bungalow zu tragen.
Unser Bungalow mit Veranda 😁
Innenansicht 🙂
Das Nachbar-Bungalow für „Flitterwöchner“ 😎
In der Ferne der Kilimanjaro in der flimmernden Mittagshitze
Aussicht von unserem Bungalow auf den Kili
Um 14 Uhr gibt‘s Lunch. Toni kriegt eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Er würgt die Sachen lustlos runter.
Nach dem Essen legt sich Toni hin und ich setze mich auf die Veranda. Da wir ja eh ein Wasserloch vor der Haustür haben, fahren wir heute nicht mehr raus. Von morgens um 6 Uhr bis 16 Uhr und von 18 Uhr bis 22 Uhr läuft der ca. 1,5 km entfernte Generator und dann gibt‘s Internetempfang. So kann ich wieder mal Kontakt mit daheim aufnehmen, aber über Tonis Gesundheitszustand verliere ich vorläufig noch kein Wort 😊 . Ich melde nur, dass er keine Rückenschmerzen hat, was nämlich stimmt 😐 .
Fürs Abendessen wähle ich für mich Avocado mit Crevetten und Red Snapper mit Kokosnussmilch-Reis aus. Ein absoluter Hit 🙂 . Toni wünscht sich wieder eine Suppe, Kamillentee und hausgemachtes Jogurt 🙁 . Ausser uns sind noch fünf andere Gäste hier, was nicht gerade viel ist. Diese Lodge könnte locker 70 Gäste beherbergen.
Wir unterhalten uns noch eine Weile mit der sympatischen Managerin Manja. Leider muss sie sich von uns verabschieden, da sie ab morgen für drei Tage als Helferin mit deutschen Ärzten und einer fahrbaren Klinik bei den Massai unterwegs sein wird.
Gut, dass wir nun hier in dieser schönen Unterkunft sind. Obwohl wir sonst leidenschaftlich gerne campen, wäre das momentan bestimmt nicht sehr angenehm, denn in Tonis Bauch rumort es wieder 😈 und übel ist‘s ihm auch 🤢 .
Die Temperaturen in dieser Gegend sind tagsüber immer so um 30 Grad, aber nachts kühlt es jeweils auf angenehme 22 Grad ab.
Ach Erika, so richtig Spass macht es dieses Jahr nicht, mit Euch zu reisen. Zum Glück geht es Toni ja wohl wieder besser und denke einfach an die vielen, vielen Monate - eigentlich sind es zusammen gerechnet ja Jahre, die ihr ohne Probleme in Afrika unterwegs sein durftet. Weiter gute Besserung und es kommt ja bald auch für Euch die nächste Reise. Euer orange farbiges Spassmobil wartet ja wieder auf Euch.
Eine kleine Frage hätte ich noch. Du schreibst
Wobei wir im Moment Kenia eindeutig den Vorzug geben würden
Warum? Was macht es für Euch so speziell? Meine Bemerkung bezog ich auf die Zeit, als ASC 60.000 Leute pro Jahr nach Kenia an die Küste flog, das ist vorbei - Pleite wie Du ja besser weisst als ich, aber eben auch nicht erst gestern.
Liebe Grüsse auch an Toni Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Ach, wir halten’s kaum noch aus... es ist so schleichend, irgendwie tückisch – wir lesen und fühlen mit. Und denken: Was für ein Scheiß, was würden wir machen? Man wartet und sucht nach eindeutigen Anzeichen und wartet und grübelt... – wegen „Kraftlosigkeit“ geht man in Afrika ja nicht zum Arzt oder gar ins Krankenhaus... – allemal nicht wenn man dafür 2 Tage unterwegs ist und nicht weiß, bei wem man landet... – also hofft man weiter, auf den nächsten besseren Tag und grübelt weiter: Man hat ja schon einiges durchgemacht und an Krankheiten erkannt, was ist es diesmal? Malaria? Nee. Ruhr? Nee. Alle ernsten Krankheiten haben auch deutliche Anzeichen, denkt man...
Oje, wir können es so gut nachvollziehen, wie es euch ging!
Herzliche Grüße von uns an Euch
Und zu der Frage von Botswanadreams, was Kenia so speziell macht, geb ich auch gern noch meinen Senf dazu: Kenya war das Paradies, insbesondere auch die Küste – trotz Massentourismus. Kultur, Landschaft, Völkervielfalt, Freundlichkeit, Tiere, Strände, gutes Essen, easy living... Den Massentourismus gab es dort ja nicht ohne Grund schon zu Zeiten, als man hier aus Europa ebenso nach Mallorca wie nach Mombasa flog. Wir Reisenden sind dem allerdings möglichst aus dem Weg gegangen, denn Billigtouristen in der Masse sind nie angenehm.
Hätten wir für eine längere Reise die Wahl zwischen Tanzania und Kenya (ohne Al Shabab), würden wir uns ohne Zögern für Kenya entscheiden. Egal ob teure Parkeintritte, egal ob Kenya oder nur Reiseveranstalter pleite sind oder nicht (passiert woanders auch), ... Denn das Schöne findet man natürlich ebenso wie früher auch, nur vielleicht etwas verändert und nicht mehr so leicht zugänglich. Aber leider sind die aktuellen Verhältnisse so wie sie sind und das beeinflusst das lockere Reisen natürlich. Gegenden wie z.B. Lamu und nördl. Marsabit sind zur Zeit leider etwas "spaßfrei"...
Gruß nochmal
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
ErikaThemenstarter2'338 Beiträge · seit 200728. Apr. 2015 · #279
Hallo zusammen, danke für eure netten Kommentare 🙂
Botswanadreams schrieb:
Ach Erika, so richtig Spass macht es dieses Jahr nicht, mit Euch zu reisen. Zum Glück geht es Toni ja wohl wieder besser und denke einfach an die vielen, vielen Monate - eigentlich sind es zusammen gerechnet ja Jahre, die ihr ohne Probleme in Afrika unterwegs sein durftet. Weiter gute Besserung und es kommt ja bald auch für Euch die nächste Reise. Euer orange farbiges Spassmobil wartet ja wieder auf Euch.
Die ersten paar Wochen konnten wir’s ja noch voll geniessen. Dass wir dieses Mal keine abenteuerlichen Experimente machen würden, hatten wir schon im Voraus abgesprochen. Wenn ich alles zusammenrechne, kommen wirklich viele Jahre zusammen, die wir in Afrika verbracht haben und mit Ausnahme von je einmal Malaria (aber das war ja eigentlich auch nicht wirklich problematisch) hatten wir nie ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten.
Eine kleine Frage hätte ich noch. Du schreibst Wobei wir im Moment Kenia eindeutig den Vorzug geben würden Warum? Was macht es für Euch so speziell? Meine Bemerkung bezog ich auf die Zeit, als ASC 60.000 Leute pro Jahr nach Kenia an die Küste flog, das ist vorbei - Pleite wie Du ja besser weisst als ich, aber eben auch nicht erst gestern.
Die Antwort auf diese Frage hat dir Lilytrotter bereits gegeben. Ich sehe das genauso. Sie kann das halt besser beschreiben, als ich 😉 .
Was Kenia für uns so attraktiv macht ist ausserdem die Tatsache, dass derzeit fast keine Touristen unterwegs sind. Wenn ich so vergleiche, welche Schwierigkeiten viele Fomis mit der Vorbucherei ihrer Wunschunterkünfte im südlichen Afrika haben, finde ich Kenia geradezu paradiesisch. Zudem ist die Versorgung hervorragend und die Strände sind eh ein Traum. Tansania finden wir ebenfalls sehr schön und total interessant, aber durch unsere kürzlichen Erlebnisse und Erfahrungen hängt unser Herz derzeit mehr an Kenia.
Crockydile schrieb:
Mitleser und Mitleider, Erika. Du ziehst die Spannungskurve ganz schön an. Bin gespannt welcher fiese Kaefer den Toni angefallen hat...
Danke für dein Mitgefühl, lieber Pit. Allerdings hätte ich nichts dagegen gehabt, die Spannungskurve weniger stark anziehen zu müssen 🙁 .
Lilytrotter schrieb:
Ach, wir halten’s kaum noch aus... es ist so schleichend, irgendwie tückisch – wir lesen und fühlen mit. Und denken: Was für ein Scheiß, was würden wir machen? Man wartet und sucht nach eindeutigen Anzeichen und wartet und grübelt...
Es waren schon Anzeichen vorhanden, aber keine eindeutigen und auch nicht solche, wo man hätte denken können, aha das ist es.
– wegen „Kraftlosigkeit“ geht man in Afrika ja nicht zum Arzt oder gar ins Krankenhaus... – allemal nicht wenn man dafür 2 Tage unterwegs ist und nicht weiß, bei wem man landet... – also hofft man weiter, auf den nächsten besseren Tag und grübelt weiter: Man hat ja schon einiges durchgemacht und an Krankheiten erkannt, was ist es diesmal? Malaria? Nee. Ruhr? Nee. Alle ernsten Krankheiten haben auch deutliche Anzeichen, denkt man...
Normalerweise sucht man ja bei hohem Fieber oder unerträglichen Schmerzen usw. einen Arzt auf, aber das war ja in diesem Fall nicht das Problem, sondern es war einfach beängstigend, dass Toni von Tag zu Tag schwacher wurde.
Oje, wir können es so gut nachvollziehen, wie es euch ging!
Ja, es ging uns beiden in den Tagen wirklich nicht sehr gut. 🙁
Topobär5'479 Beiträge · seit 200928. Apr. 2015 · #280
Wir sind auch gerade bei der Vorplanung unserer nächsten Ostafrika-Reise. Eigentlich wäre mal wieder Kenia an der Reihe, aber aufgrund der latenten Terrorgefahr kann ich mich derzeit nicht so ganz dazu durchringen. So wird es wohl wieder Tansania. Bedenken wegen Ebola habe ich dagegen überhaupt nicht.