Tipps für's Braaien?

8 Antworten · 2'724 Aufrufe · gestartet 28. Feb. 2015 von monsteraner
Antworten
Themenstarter9 Beiträge · seit 201428. Feb. 2015 · #1
Hallo liebe Namibia Fans,

nachdem wir letztes Jahr in Südafrika waren und abends häufig eher Deutsch (Boerewors, Rindersteaks, Paprika und Mais) gegrillt haben, möchten wir dieses Jahr in Namibia eher einheimisch Braaien.

Habt ihr vielleicht Tipps für ein paar namibische Grillabende für uns?

Welches Wild-Fleisch eignet sich z.B zum Grillen besonders gut? Kauft man es im normalen Supermarkt? Wie bereitet man es einheimisch zu?

Ich bin über Gewürzmischungen von Freddy Hirsch ( http://www.freddyhirsch.co.za ) gestolpert. Sind die zum Wild würzen zu empfehlen und im normalen Supermarkt erhältlich?

Besten Gruß ins Forum!
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2015
33,1k Beiträge · seit 200628. Feb. 2015 · #2
Hallo monsteraner,

wir braaien eigentlich so, wie man es auch aus Deutschland kennt - nur ohne diese Maßen an Soßen.
Meistens Lamm, ne Rippe und ein paar Sosaties ("Schascklick-Spieße"). Wildfleisch kommt bei uns fast nie auf den Braai, da es meist sehr trocjen wird. Dazu gibt es dann einen normalen grünen Salat, gerne auch mal Brot- oder Bananensalat und natürlich Pap (Maisbrei) mit einer Tomatensoße. Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'610 Beiträge · seit 200728. Feb. 2015 · #3
Hallo,

bei mir wurde das Wildfleisch auch immer zur Schuhsole, bis mir ein Zimbabwer den Tipp gab, das Fleisch mind. 24 Std. lang zu marinieren. Die Schuhsohle soll daher kommen, dass das Fleisch nicht genug abgehangen würde d.h. einfach zu frisch verkauft würde.

Beim nächsten Braai habe ich es ausprobiert und siehe da, es stimmt. Ansonsten kommen bei uns Koteletts und Boerewurst auf den Grill. Dazu eine Creme aus Fischkäse, mit etwas Milch verdünnt und einen kleinen Schuss Tomatenketchup für die Ofenkartoffeln (in Alufonlie, vorgekocht). Dazu Tomaten, Gurken als Salat.

Grüße
Jambotessy

P.S. Gekauft habe ich das Fleisch im Supermarkt od. beim Metzger (Kleinwindhoek) und dann Vakuum verpacken lassen, wenn es nicht schon so angeboten wurde.
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2015
699 Beiträge · seit 201028. Feb. 2015 · #4
Hallo,
was ich letztes Jahr erstmalig ausprobiert habe als Beilage zum Fleisch, ist Butternut in Alufolie gegart. Diese habe ich halbiert,
in Alufolie eingewickelt und seitlich an die Glut gelegt. Dauer ca. 20 Minuten, hängt natürlich von der Größe ab. Die Seiten mal wechseln. Wenn von der Butternut etwas übrig bleibt, dann kann man daraus eine Suppe machen oder als Gemüse für den nächsten Tag.Dies kann man auch mit Sqaschs und Kartoffeln machen. Kartoffeln dauern natürlich wesentlich länger.
Gruß Giselbert.
2'535 Beiträge · seit 200728. Feb. 2015 · #5
Also Wildfleisch ist bei mir immer wirklich ausgezeichnet geworden. Einfach auf den Grill übers Feuer und je nach Dicke kurz oder sehr kurz draufgelassen, dass es ja nicht durch wird. Jedes Mal ein großer Genuss!

Und das mit dem Butternut-Kürbis kann ich auch bestätigen, das haben wir (nach einem Rezept, das ich hier in diesem Forum gefunden habe) auch gemacht. Wir haben den mit ein bisschen Butter und Gewürzen auch in Alufolie gegeben und einfach ins Feuer gelegt. Ist wirklich köstlich!
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
2'460 Beiträge · seit 200628. Feb. 2015 · #6
Für uns gehört auch (Gem-) squash unbedingt dazu. Halbieren, Kerne entfernen und in Alufolie eingewickelt auf den Grill.
Falls du sie nicht kennst, kann ich mal ein Foto raussuchen.
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
2'338 Beiträge · seit 200728. Feb. 2015 · #7
Monsteraner schrieb:
nachdem wir letztes Jahr in Südafrika waren und abends häufig eher Deutsch (Boerewors, Rindersteaks, Paprika und Mais) gegrillt haben, möchten wir dieses Jahr in Namibia eher einheimisch Braaien.
Hallo zusammen

Nur weil ihr Butternüsse oder Squash zum Fleisch nehmt, ist das noch lange nicht afrikanisch.

Die einheimischen Weissen braaien am liebsten Schaffleisch, und zwar mit möglichst viel Fett dran. Dazu gibt es sehr viel Zwiebeln und Pap. Das Fleisch wird sehr lange auf der Glut gelassen, das heisst, es wird eigentlich mehr kremiert, als grilliert. 😁
Während des Grillvorgangs müssen sehr viele Biere getrunken werden und erst, wenn der gewünschte Pegel erreicht ist, wird das Fleisch vom Grill genommen. Der Essvorgang dauert meistens nur wenige Minuten und dann wird mit vollem Magen ins Bett gegangen. Also nichts mit noch ein wenig draussen sitzen und staunend den Sternenhimmel betrachten.


Die einheimischen Schwarzen essen am liebsten Ziegenfleisch, welches in kleinen Stücken auf den Grill gelegt und dann von Hand gegessen wird. Es schmeckt übrigens sehr gut (wenn es nicht gerade Därme sind 😊 ). Dazu gibt es auch wieder meistens Pap (Maisbrei).

Das Wildfleisch wird von den Einheimischen nicht unbedingt gerne gegessen, weil es zu wenig fettig ist. Fett ist eben ein vorzüglicher Geschmacksträger und besonders das Schaffett ist eine richtige Delikatesse.

Guten Appetit
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'664 Beiträge · seit 201228. Feb. 2015 · #8
monsteraner schrieb:Hallo liebe Namibia Fans,

nachdem wir letztes Jahr in Südafrika waren und abends häufig eher Deutsch (Boerewors, Rindersteaks, Paprika und Mais) gegrillt haben, möchten wir dieses Jahr in Namibia eher einheimisch Braaien.

Habt ihr vielleicht Tipps für ein paar namibische Grillabende für uns?

Welches Wild-Fleisch eignet sich z.B zum Grillen besonders gut? Kauft man es im normalen Supermarkt? Wie bereitet man es einheimisch zu?

Ich bin über Gewürzmischungen von Freddy Hirsch ( http://www.freddyhirsch.co.za ) gestolpert. Sind die zum Wild würzen zu empfehlen und im normalen Supermarkt erhältlich?

Besten Gruß ins Forum!
Wenn Du Grillrezepte suchst: dafür gibt es einschlägige Grillforen. In Namibia oder Südafrika würzt jeder nach seinem persönlichen Geschmack.

Generell ist es so wie Christian schrieb.

Marinieren nach deutscher Art ist verpönt, auch ich finde es ekelhaft weil die oftmals enthaltene Tomatensoße und Paprika anbrennen und kaum wahrer Fleischgeschmack übrig bleibt (Sensorikalptraum).

Man würzt grundsätzlich mit Salz und Pfeffer, kann aber auch Würzmischungen von Paarman etc. nehmen. Jeder würzt nach seinem Geschmack. Geschmacksbanausen kippen vor dem Essen irgendwelche der vielen ekelhaften Soßen oder Ketchup aus dem Supermarkt darüber

Am beliebtesten sind Hammelchops und Skaaprib (Schafrippe), oder Rinder T-Bone oder Rumpsteak mit Fettstreifen wer es sich leisten kann. (Schafrippe und Hammelchops kaufe ich in Germanien nur beim türkischen Metzger). Meine absolute Präferenz ist der sog. Boerbok, eine Ziegenzüchtung, die man inzwischen auch nach Europa importiert hat und züchtet.
Aber da kommt der normale Verbraucher nur im Nord-Kap und in der Gegend Rehoboth/ Mariental dran. Das Schaffleisch mit dem besten Geschmack ist Karakul, wird aber zu Schlachtzwecken kaum gezüchtet.

Schweinefleisch ist im südlichen Afrika zumeist besser abgehangen, daher sind die Kotellets auch zu trocken.
Wildfleisch, ausgenommen Wildschweinkoteletts, wird zumeist nur für die Touries gegrillt, weniger in den Familien.

Die Krönung ist und bleibt neben der Schafrippe die Boerewors in verschiedenen Geschmachsrichtungen, z.B. mit Curry, Knoblauch u.s.w. Und die machen die Buren bzw. die Burenmetzger am allerbesten.

Dazu gibt es oftmals Sosaties (Spieße) und Mieliepap mit Zwiebelsoße.

Die in den letzten Jahren hinzugekommene Schwemme an Soßen gehört nicht zum traditionellen Braai,
auch nicht das Grünfutter, das manche zur Fleischersparnis und für eine vorzeitige Sättigung meinen auf den Grill legen zu müssen.

Dazu gehört die richtige Kohle, am liebsten Kameldorn, den man früh genug anbrennen muß um rechtzeitig ausreichend gute Glut zu haben. Am Kap sind das herausgekappte Weinstöcke, die einen tollen Geschmack geben.

Last but not least kann man auch Fisch grillen. Am besten schmeckt der Schwarzfisch im Klappgrill, und halbierte Langusten mit Knoblauchbutter. Muscheln sind halt nicht jedermann´s Geschmachsrichtung.

Außerdem gibt es das Buschmannfondue, wo ein großer Dreifuß-Topf mit am liebsten Tierfett auf die offene Glut gestellt wird und Fleischhappen mit langen Drahtgabeln ins kochende Öl gestellt werden. Hier wird nachgewürzt. Jeder kann garen wie er möchte.

Dazu gehört ein eiskaltes Bier oder ein eiskalter Rosé. Die Buren lieben oftmals ihr Brandy/Coke oder Gin/ Bitter Lemon/ Tonic.

Lekker feasten!
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2015
1'162 Beiträge · seit 201201. März 2015 · #9
Hallo Hajo,

das hört sich gut an. Obwohl ich vorhin gerade ausreichend gegessen habe könnte ich mit Deinen Vorschlägen gerade noch mal von vorne beginnen. Bin aber eigentlich schon fett genug.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer