travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #1
Hi zusammen,
Der Reisebranche Namibias droht wegen der Hysterie um die Ebola-Epidemie in Westafrika ein Ausbleiben von Urlaubern. Für das kommende Jahr habe man bereits 30 bis 50 Prozent Stornierungen erhalten, sagte die Geschäftsführerin des Gastgewerbe-Verbandes HAN, Gitta Paetzold, im Tourismus-Treff von Hitradio Namibia. Dabei liege Europa näher an den Ebola-Ländern als Namibia. Auch würden Einreisende an den Flughäfen und Grenzübergängen Namibias mit Spezialscannern auf eine mögliche Infektion untersucht. Paetzold wies auf ein Webinar für die Reisebranche hin, mit dem am Montag über Maßnahmen gegen Krisen wie die Ebola-Hysterie informiert wird.
(Quelle: Hitradio Namibia)
Viele Grüße aus Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201424. Okt. 2014 · #2
Hallo Christian,
gestern habe ich zufällig diesen Bericht auf der Startseite von web.de gefunden:
Es ist sehr positiv, dass in der Deutschen Medienlandschaft, wenn auch etwas versteckt, ein sachlicher Bericht zu Reisen in das südliche und westliche Afrika zu finden ist.
Da unser Sohn ja derzeit in Namibia ist und wir auch im Februar in Namibia sein werden, bin ich sehr häufig mit Fragen zu S Ebola in diesem Zusammenhang konfrontiert und es ist schon erschreckend, wie vielen Deutschen die Geographie des Afrikanischen Kontinents und die damit zusammenhängenden Entfernungen völlig unbekannt ist.
Auch eine oft geführte Unterhaltung:
Frage an uns: “Wo ist Euer Sohn grade? Nigeria?” – Wir: “Nein, er ist in Namibia.” – Anwort: “Ist doch alles das gleiche” . 🤢
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #3
Applegreen schrieb: es ist schon erschreckend, wie vielen Deutschen die Geographie des Afrikanischen Kontinents und die damit zusammenhängenden Entfernungen völlig unbekannt ist.
Viele afrikanische Länder tauchen so gut wie nie in deutschen Nachrichten auf, so gibt es keinen Anreiz, sich darüber zu informieren.
Außerdem: Wie viele Afrikaner (oder auch Amerikaner) kennen sich wirklich gut in Europas Geografie aus? 😉
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200724. Okt. 2014 · #4
Hallo zusammen,
ja das passiert uns auch immer wieder: "ihr werdet wohl jetzt nicht mehr nach Afrika fliegen, wo das mit dem Ebola so schlimm ist ". Meine Antwort ist dann immer die selbe : "wenn in Südspanien Ebola ausbricht, soll ich dann auch nicht mehr in Finnland Urlaub machen?".
Für die meisten Menschen hier bei uns ist Afrika kein riesiger Kontinent, sondern ein einziges Land. Da kann man sich den Mund fusselig reden oder nicht, man wird das nicht ändern! Zu meiner Zeit in der Schule gab es Afrika überhaupt nicht in Geografie (wie auch Australien od. Asien), ich bezweifele, dass sich daran etwas geändert hat. Wie viele Abiturienten mögen wohl wissen, dass Namibia überhaupt existiert? und wenn ja wo? Wenn man nicht selbst auf die Idee kommt, andere Länder als Spanien, Türkei oder Italien zu bereisen, dann wird man sich auch nicht mit anderen Ländern befassen und Afrika bleibt weiterhin ein einziges Land.
Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #5
Berg-Eule schrieb: Außerdem: Wie viele Afrikaner (oder auch Amerikaner) kennen sich wirklich gut in Europas Geografie aus? 😉
... da kann man sich aber auch sehr täuschen. Obwohl in vielen Ländern Afrikas ganz viele Menschen ihr Leben lang ohne Schulbesuch bleiben, sorgt die Begeisterung für Fußball häufig dafür, dass die Menschen dort sehr viele Länder und Städte einsortieren können. Und Merkel, Schröder, Kohl ... sind ebenfalls sehr bekannt. Ich war oftmals sehr erstaunt ...
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
bongolander408 Beiträge · seit 201424. Okt. 2014 · #6
Naja, von Menschen einer Gegend, die sich gerne als Allwissend geben, kann man halt mehr verlangen als von einem Afrikaner, dem landläufig ohnehin nichts zugetraut wird. Außer auf Bäumen herumklettern und huhuhu machen (Originalton einer deutschen Eingeborenen auf einem deutschen Bahnhof in Richtung meiner Frau). Dies nur zu vorigem Post. Die Situation ist mehr als schlimm. Hier in Tansania regnet es Absagen von bereits gebuchten Reisen. Dabei ist hier noch keiner an Ebola erkrankt oder gestorben, in Europa aber schon. Schuld sind die Medien, die den Menschen helfen sich eine Meinung zu "Bild"en. Dann liest Oma aus Hinterfurzhofen die Gruselstory aus den Ebolagebieten und sieht abends im Fernsehen Menschen herumlaufen, die an Außerirdische erinnern ohne zu wissen, wie man Afrika überhaupt schreibt, und gibt dann ihre Erkenntnisse einer breiten Gefolgschaft von ebensolchen Doofdöseln bekannt. Diese Oma kann natürlich auch in anderen Ländern leben, das ist nicht an Deutschland gebunden. Aber zur Beruhigung sage ich, daß das eines nicht allzufernen Tages aus den Medien verschwindet, wenn erst einmal keiner mehr stirbt, bzw. nur noch vereinzelt. Dann macht das nichts mehr her und man stürzt sich auf andere Themen, die Oma & Co. gruseln lassen. Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #7
Mag sein, dass sich manche Europäer als allwissend fühlen, trotzdem kann man nicht erwarten, dass sich jeder in jeder Weltgegend auskennt. Deine Beschreibung der "Oma aus H." finde ich etwas überheblich, es gibt nun einmal schlichte Gemüter oder Menschen, denen Bildung fern geblieben ist - sei stattdessen froh, dass du sie hast genießen dürfen! 😉
Auch ich hatte in der Schule über Kontinente außer Europa nichts gehört, zum Reisen war kein Geld da, also musste ich mir - wie viele andere meiner Generation auch - Wissen über ferne Länder irgendwie selbst aneignen. Dass man da Prioritäten setzt und nicht jeden Winkel kennt, dürfte normal sein. Außerdem mag es andere Hobbys geben als Geografie, und was den Menschen nicht interessiert, ist auch im Kopf kaum vertreten.
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
dergnagflow2'534 Beiträge · seit 200724. Okt. 2014 · #8
Das Problem ist eher nicht die Bildung an und für sich, sondern das Desinteresse, sich das mal ein wenig genauer anzusehen. Und das ist heutzutage viel viel einfacher als früher. Ok, nicht bei jedem Steht ein Globus im Wohnzimmer herum, wo man schnell mal schauen kann, aber Google Maps kann man heutzutage auf jedem Smartphone aufmachen.
Wenn man mir dann in einer Diskussion sagt, dass "das alles eine Katastrophe wäre und man das Reisen vollkommen unterlassen sollte, so wie Kongo die Grenzen zu den drei am schlimmsten betroffenen Nachbarländern schon dichtgemacht hat", dann frag ich mich, ob der sich schon jemals eine Karte von Afrika angesehen hat, um draufzukommen, dass zwischen Kongo und den drei "Hotspots" noch zahlreiche andere Länder liegen.
Aber die Medien brauchen halt immer was, um den allgemeinen Panik-Level möglichst hoch zu halten.
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #9
dergnagflow schrieb:Das Problem ist eher nicht die Bildung an und für sich, sondern das Desinteresse, sich das mal ein wenig genauer anzusehen. Und das ist heutzutage viel viel einfacher als früher. Ok, nicht bei jedem Steht ein Globus im Wohnzimmer herum, wo man schnell mal schauen kann, aber Google Maps kann man heutzutage auf jedem Smartphone aufmachen.
Nicht jeder hat ein Smartphone, und nicht jede "alte Oma" kann mit einem PC umgehen. 😉
Ich sehe das Problem weder in der mangelnden Bildung noch im Desinteresse. Man kann sich nicht für jedes Thema dieser Erde interessieren und darüber informiert sein, einen universell Gebildeten kann es bei den unzähligen heutigen Wissensgebieten mit den unendlich vielen Einzelheiten nicht mehr geben. Das Problem ist, dass heute jeder glaubt, überall mitreden zu können, auch wenn er keine Ahnung davon hat.
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #10
Hi Gabriele,
Man kann sich nicht für jedes Thema dieser Erde interessieren und darüber informiert sein,
richtig! Es geht aber um Menschen die eine Reise nach Namibia bereits gebucht haben. Diese werden sich ja zumindest mal auf einer Karte zu Gemüte geführt haben, wo Namibia eigentlich liegt. Wenn man dann wg. Ebola-Angst storniert, dann hat das meiner Meinung nach durchaus was mit "desinteresse" und "Bildungsniveau" zu tun.
Viele Grüße aus dem Ebola-freien Namibia Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Viele Europäer wissen schon, das Afrika aus verschiedenen Ländern besteht. Trotzdem wird Afrika häufig irgendwie als ein Land wahrgenommen und nicht als einen Kontinent, der 3 mal so groß wie Europa ist und aus 54 sehr unterschiedlichen Ländern besteht. Ebola gibt es für die nicht in Liberia und Sierra Leone sondern in Afrika. Ein Kontinent in Sippenhaft sozusagen. Zumindest meine Madame wurde auf Arbeit auch schon gefragt, ob wir nächstes Jahr trotz Ebola wieder nach Afrika fliegen. So weit, so dumm.
Zwei Argumente zur Relativierung des Problems: Viele Reiseangebote z.B. für die Hauptreisesaison 2015 werden jetzt erst veröffentlicht. Die Hauptsaison 2014 ist ja gerade mal vorbei. So wahnsinnig viel kann man über Stornierungen für das nächste Jahr eigentlich noch nicht wissen?
Solange nicht wirklich in den nächsten Wochen und Monaten die große weltweite Epidemie ausbricht, wird sich das Thema in den Medien bald totlaufen. Das ist immer und bei jedem Thema so. Heute ist jeder Ebola-Infizierte in den USA oder Europa die Top-Schlagzeile in allen Newsportalen. In einigen Wochen oder Monaten wird es noch eine kleine Meldung wert sein und irgendwann nicht mal mehr das. Die Leute gewöhnen sich dran. Irgendwann fühlt man sich nicht mehr betroffen und ist nicht mehr interessiert. Siehe BSE, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Syrien, Kobane, etc.
Was mir dann noch Sorgen macht: NTB und Co haben jetzt auf Jahre hinaus wieder einen vermeintlichen Sündenbock, wenn es nicht so läuft mit dem Tourismus. Ebola wird immer Schuld sein. Nicht eigene Versäumnisse. Das war schon bei der Euro-/Schuldenkrise so. Die war vielleicht bis 2010/2011 ein gewisser Grund für Einbrüche beim Tourismus in Namibia. Aber das NTB hat die Eurokrise noch 2013 als Grund für den nicht so laufenden Tourismus bemüht. Dabei waren längst hausgemachte Probleme in Namibia die Ursache. Aber so eine externe Ursache vorschieben zu können, für die man nichts kann, ist natürlich unheimlich bequem. Nur kommt Namibia dann nicht voran. Die letzten 2-3 guten Jahre insbesondere in Deutschland hat Namibia nicht genutzt, um den Tourismus auszubauen. Jetzt sieht es eher wieder nach einer Eintrübung und fallendem Euro aus, so dass die Rahmenbedingungen für Namibia wieder deutlich schlechter werden könnten.
Beste Grüße
Guido
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201424. Okt. 2014 · #12
Hallo zusammen,
oh, je - ich wollte mit meinem Beitrag nicht zu einer Diskussion über Bildung oder Gemüter animieren, sondern eigentlich auf die, wie ich finde, gute und wichtige Berichterstattung zum eigentlichen Thema hinweisen 😮
@ Berg-Eule: Einige afrikanische Länder tauchen in den letzten Monaten stündlich in den deutschen Nachrichten auf, so sollte dies wohl einen Anreiz geben, sich ein wenig zu informieren - zumindest bevor man pauschalierte Aussagen zu Afrika und Ebola trifft. Und die in meinem Beispiel zitierten Gesprächspartner gehören eigentlich eher zur besser gebildeten Klientel, die sich auch gerne mal beruflich und/oder privat auch auf internationalem Parkett bewegen (aber halt nicht Afrika 😎 ...
Aber zum Thema passt auch wunderbar dieses Video "Die Gefahr einer einzigen Geschichte":
Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Adichie über ihre Erfahrungen mit den Vorurteilen, und welche Konsequenzen diese global gesehen mit sich führen.
lionfight1'324 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #13
Das Problem ist doch ein ganz anderes. Die Menschen sind zutiefst verunsichert. Sie wissen nicht wie man mit dem Thema umgehen soll. Die WHO verbreitet Panikstimmung, die örtliche Politik beruhigt. Die Fakten spielen kaum eine Rolle. Die Informationen der WHO sind widersprüchlich. Aufklärung ist immer von einseitigem Denken geprägt.
Man macht es sich viel zu leicht, wenn man die Sorgen abtut und nur auf die Geographie hinweist. Die Menschen dürsten nach Ehrlichkeit und nicht nach Panikmache und Aktionismus. Die wahren Gefahren von Ebola liegen nicht in der Krankheit selbst, sondern in den Auswirkungen, die die Angst vor dieser Krankheit auslöst
Gruß! der Joe.
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #14
lionfight schrieb:Die wahren Gefahren von Ebola liegen nicht in der Krankheit selbst, sondern in den Auswirkungen, die die Angst vor dieser Krankheit auslöst
... zufällig gibt es ein passendes Sprichwort der Malinke aus Guinea: Die Angst vor der Gefahr ist schlimmer als die Gefahr selbst.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #15
travelNAMIBIA schrieb: Es geht aber um Menschen die eine Reise nach Namibia bereits gebucht haben.
Hallo Christian, dies hatte ich im Laufe des Threads aus dem Auge verloren. 😊
Vielen Dank Sabine für den Link zu dem außerordentlich interessanten Vortrag!
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
freshy3'883 Beiträge · seit 201124. Okt. 2014 · #16
Hallo Bongolander und andere, mich stört, dass Dummheit oder Unwissenheit mit Oma & Co gleichgesetzt wird! Ich finde das diskriminierend.
freshy 😠 weltreisende Großmutter mit mindestens gediegener Halbbildung 😉
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #17
Hallo,
also jetzt seid mal nicht gar so überheblich 🤩 (Nicht böse gemeint, nur zum nachdenken).
Es ist doch klar, für uns alle hier ist es einfach "normal", zu wissen, wie gross Afrika ist und welche Länder Grenzen zu welchen Ländern haben. Denn unser Hobby ist nun mal reisen. Aber es gibt ja auch noch andere Interessen. Es würde mich mal interessieren, wie manche von uns hier reagieren würden, wenn morgen die Meldung käme: "Neuentdeckte Oper von Verdi wird im Münchner Staatstheater aufgeführt" oder "Buchheim himself eröffnet Galerie"
Könntet Ihr alle das sofort als Fake zuordnen?
Ein weiteres Beispiel: Eine Freundin von mir, gleiche Bildung, fast gleicher Lebenslauf, aber halt andere Interessen, fährt immer zu Silvester von Bayreuth, wo sie lebt, nach Bad Kissingen (ojeoje, das wäre was für mich!!!) Wenn ich sie jetzt fragen würde, in welcher Richtung von München aus Bad Kissingen liegt, sie könnte es mir nicht beantworten. Sie fährt halt auf die Autobahn und kommt dann an. Dafür hat sie aber schon einige Preise im Bridge gewonnen (Bridge = das königliche Spiel). Wenn sie mir aber die Regeln dieses Spieles erklären will, muss ich genervt aufgeben. Ich glaube, ich würde Monate brauchen, um das zu verstehen.
Was ich damit eigenlich sagen will: jeder ist gut auf seinem Gebiet. Und wenn mich ein Gebiet nicht interessiert, kann man mir viel erzählen, ich glaube das. Einfach weil ich auch zu faul bin, um das genauer zu recherchieren. Warum sollte ich auch, interessiert mich doch nicht.
Gruss Beate
PS: wer von Euch könnte ohne Atlas die Staaten der USA lokalisieren???
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200724. Okt. 2014 · #18
Hallo Beate,
aber die Frage ist doch, wie beeinflusst Ebola den Tourismus in Namibia?.
Menschen, die so und so nicht nach Afrika fliegen, denen könnte man ja noch ihr "Nichtwissen" entschuldigen, aber die, die sich mit dem Gedanken getragen haben, evtl. nach Namibia zu reisen, sollten sich doch vorher schlau gemacht haben und wissen, wo sich Namibia befindet. Daraus sollte dann wieder resultieren, dass ihnen klar ist, dass es weit weg von West-Afrika ist.
Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung!!!
Und: ich kann zwar nicht alle Staaten der USA auf einer Karte zuordnen, aber ich weiß wenigstens, dass die USA aus einzelnen Staaten besteht. 😉
Nix für ungut! Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200924. Okt. 2014 · #19
Ich möchte freshy ausdrücklich recht geben!
Das stimmt was Sie schreibt: Alter und Intelligenz haben nichts miteinander zu tun!
Auch ältere Menschen könnnen sich sehr gut auskennen mit dieser Thematik und mit Afrika allgemein!
Nicht nur "alte Omas", sondern auch sehr viele und sogar hauptsächlich jüngere Leute reden solchen Unsinn wie z.B. "In Afrika ist Ebola...! Da kann man nicht mehr hin....!" ...
Ich kann da keine Diskriminierung erkennen, zumal ich ja selbst in dem Alter bin (70!). Nimm Oma ganz einfach als Synonym für das, was man landläufig als Tratsche bezeichnen könnte. Also die von mir angesprochene Oma kann auch gut und gerne viel jünger sein. Ich habe generell die Menschen gemeint, die trotz wenig Ahnung meinen, ihre Schreiberling-Meinungen als gegebene Tatsache und eigenes Wissen darzustellen. Dazu gehört übrigens auch die Sorte von Menschen, die sich etwas googlen und dann in diversen Foren als eigenes Wissen verbreiten. Auch wenn es der grösste Unsinn ist. Im übrigen bin ich bei dem Thema Ebola etwas sensibilisiert, weil es uns hier ganz hart trifft. fast 6,000 km weg von der Krankheit hören wir in großem Umfang von den Stornierungen, auch meine Frau ist davon betroffen. Und das wegen nixnixnixnix. Da ich selbst früher (lange her) bei der Zeitung gearbeitet habe weiss ich, wie Nachrichten aufgebauscht und ausgeschmückt werden, damit nur das rechte Gruseln der "Oma" zwischen Lebensbeginn und -ende das "Wissen" vermittelt, wie schön sie es doch mit "...Süß der Schlummer unter eigenem Dach, Kinder, Garten und Hund. Aber ach,..." (Hesse) hat. Und von dieser meiner Meinung über Plappermäuler rücke ich nicht ab, da kenne ich zuviel davon.
Johannes (70 und kein bisschen weise!)
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund