533 Verkehrstote nur bis Oktober! Umgerechnet per Einwohnerzahl ohne Berücksichtigung der Fahrzeugdichte wären das für Deutschland (80 Mio) 21.200 Verkehrstote. Tatsächlich kommen in D derzeit um die 6.000 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr ums Leben.
Nachdenkliche Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
so ist es. Namibia ist weltweit leider führend wenn es um Verkehrstote pro 100.000 Einwohner geht. Meistens wird die Statistik jedoch pro 10.000 oder 100.000 Fahrzeuge ausgewiesen und da sieht es dann schon anders (=besser) aus. Das hilft aber leider nicht bei der Tatsache, dass es viele viele Menschen sind. Die Zahl der Unfälle in Namibia ist relativ gering, aber wenn sind es häufig Frontalzusammenstöße mit vollgeladenen Bakkies, bei denen dann gerne mal 10 Leute auf einmal ums Leben kommen.
Wenn Dich das Thema und weitere Statistiken interessieren, dann schaue mal auf die Seite des Motor Vehicle Accident Fund: http://www.mvafund.com.na/ (2013 waren es 632 Verkehrstote bei 3500 Unfällen)
Viele Grüße aus Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
freshy3'883 Beiträge · seit 201122. Okt. 2014 · #3
533 Verkehrstote nur bis Oktober! Umgerechnet per Einwohnerzahl ohne Berücksichtigung der Fahrzeugdichte wären das für Deutschland (80 Mio) 21.200 Verkehrstote. Tatsächlich kommen in D derzeit um die 6.000 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr ums Leben. Nachdenkliche Grüße jaw
Die deutschen und namibischen Verkehrsverhältnisse lassen sich nicht vergleichen. Schon die Straßengüte ist sehr unterschiedlich. Die Gefährlichkeit der Gravelroads wird oftmals unterschätzt, nicht nur von Touristen, wie wir beobachtet haben. Manche Fahrzeuge sind gar nicht mehr verkehrstauglich. Der Faktor Mensch spielt eine andere Rolle als in D. Übermüdete oder Touristen, die sich überschätzen, treffen auf teilweise schlecht ausgebildete Einheimische. Zwar muss man sich auf den Vordersitzen eines Fahrzeugs anschnallen, doch auf den offenen Pickups sitzen und stehen ungesichert Männer, Frauen und Kinder, weil öffentliche Verkehrsmittel fehlen bzw. sie sich diese nicht leisten können. Allein bei einem einzigen derartigen Verkehrsunfall sollen laut unserem Guide in Windhoek 34 Personen ums Leben gekommen sein.
Dich macht die Zahl mit Recht nachdenklich, jaw, doch denken auch die Verantwortlichen darüber nach?
freshy schrieb: Dich macht die Zahl mit Recht nachdenklich, jaw, doch denken auch die Verantwortlichen darüber nach?
Oh ja, das kann ich auf jeden Fall bestaetigen! Es wird mit Sicherheit darueber nachgedacht wie man diese Zahlen in Zukunft senken kann. Braucht aber halt alles ein bisschen laenger in Afrika, leider.
Ich jedenfalls bin dankbar, dass wir daheim so strenge Verkehrsgesetze haben. Die schätzt man erst, wenn man in Ländern unterwegs ist wo es so abartige Geschwindigkeitsregeln gibt und wo teilweise das Faustrecht herrscht.
Problem sind weniger die Geschwindigkeiten auf unbefestigten Straßen, als die überladenen Minibusse und Bakkies auf er Teerstraße. Im übrigen kann man, wenn man Erfahrung (!!!) hat ohne Probleme 100 km/h auf der Sandpad fahren.
Überhöhte Geschwindigkeit mit waghalsigen Überholmanövern auf Asphaltstraßen sind Todesursache Nr. 1 in Namibia (wg. mangelnder Fahrkenntnis oder schlichtweg Übermut). Dagegen wird schon einiges versucht zu unternehmen: Geschwindigkeitskontrollen, Ausbau von stark befahrenen Straßen auf vier Spuren, Einrichtung von "Climbing Lanes" usw. Hilfreich wären zudem regelmäßige Fahrzeugkontrolle à la TÜV und natürlich strengere Fahrprüfungen.
Viele Grüße Christian
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lionfight1'324 Beiträge · seit 201322. Okt. 2014 · #7
Ich denke auch, dass die Gründe sehr vielschichtig sind. Man kann das nicht an einzelnen Gründen festmachen. - viele Personen in einem Fahrzeug, oft ungesichert - unerfahrene Fahrer - Alkohol - Übermut - Straßenverhältnisse - manchmal extreme Wetterverhältnisse - ungepflegte Fahrzeuge (Bremsen, Reifen, usw.) - oft kein Gefühl für Gefahren
Man kann bei einzelnen Punkten sicher etwas ändern, aber mittelfristig wird das Fahren immer gefährlicher sein Wir in Europa wir haben ja auch Unterschiede bei den Verkehrstoten. Z.B. England-Italien.
Wenn bei uns in D in jedem Fahrzeug doppelt so viele Personen sitzen würden, dann hätten wir auch katastrophale Zahlen.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Christian hat ja schon richtig darauf hingewiesen, dass die meisten schlimmen Unfaelle auf Teerstrassen stattfinden, sehr haeufig zwischen Okahandja und Otjiwarongo. das hat m.E. relativ wenig mit den Wetterbedingungen zu tun, und auch ueberhoehte Geschwindigkeit spielt da wohl nicht die wichtigste Rolle. In meinen Augen sind es meist riskante Ueberholmanoever, die zu schlimmen Unfaellen fuehren. Es wird leider munter ueberholt, ohne dass man eventuellen Gegenverkehr einsehen kann, z.B. in Kurven oder vor Huegeln. Viele dieser Unfaelle geschehen auch nachts. Ein grundlegendes Problem ist sicher, dass die Strassen nie auf die Mengen an Fahrzeugen ausgelegt waren, die heute auf ihnen unterwegs sind. Dazu kommt, dass inwischen eine grosse Menge an Waren in Walvis Bay anlandet, die dann auf der Strasse ins Inland und auch die Nachbarlaender transportiert wird, ein Problem, das sich mit dem weiteren Ausbau des Hafens in WB weiter verschaerfen wird. Dieser Lastverkehr ist mit 80km/h recht langsam und oft ziehen die LKWs lange Schlangen hinter sich her. Irgendeiner verliert dann mal die Geduld und ueberholt, wo er es nicht sollte... Da muss mit Sicherheit eine bauliche Loesung her, sprich mehr als eine Spur pro Fahrtrichtung. Das wurde ja etwa zwischen Karibib und Okahandja sehr schoen geloest, und es wird auch auf anderen Strassen jetzt nach und nach umgesetzt, das dauert halt nur seine Zeit...
Viele Gruesse, Christian
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200622. Okt. 2014 · #9
Hallo zusammen,
bei den Ursachen für die hohe Zahl der Unfallopfer wurde noch ein wichtiger Punkt vergessen - die ärztliche Versorgung. Ich habe in Deutschland schon öfter den Notarzt alarmieren müssen. Innerhalb von fünf Minuten war der vor Ort und man muss vermutlich lange suchen, um einen Ort zu finden, der nicht innerhalb von 15 Minuten erreicht werden kann. Dadurch werden viele Unfallopfer gerettet, die in Namibia eben nicht das Glück haben.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Wieso? Das sagt ja eigentlich nur, dass die restriktiven Limiten, die vielen Kontrollen, die saftigen Strafen bei Geschwindigkeitsdelikten und die immer aufwendigere Fahrerausbildung hierzulande offenbar nicht den gewünschten Erfolg haben?
Gruss Dieter
Biologe1'162 Beiträge · seit 201222. Okt. 2014 · #11
Es gibt viele Ursachen für die hohen Unfallzahlen, aber ich denke, dass unangemessenes Fahrverhalten (inkl. Rücksichtslosigkeit) wohl die Hauptursache sein dürfte. Und damit meine ich nicht nur die Einheimischen. Ich fahre auch nicht gerade sehr zimperlich, aber umso mehr bin ich doch immer wieder verblüfft, mit welchem Tempo (geschätzte 120 kmh und mehr) mich Campinggespanne auf Schotterpisten überholen, viel zu früh einscheren, und mich dann mit Steinen beschmeißen. Na ja, ein paar mal habe ich dann etwas später gekippte Gespanne passiert. Aber hier zu Hause ist die Fahrkultur ja auch nicht immer viel besser.
@Erika
Ich jedenfalls bin dankbar, dass wir daheim so strenge Verkehrsgesetze haben. Die schätzt man erst, wenn man in Ländern unterwegs ist wo es so abartige Geschwindigkeitsregeln gibt und wo teilweise das Faustrecht herrscht.
In Namibia herrschen auch Gesetze, aber viele sind leider "Outlaws" -- auch Touristen.
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
jawThemenstarter2'048 Beiträge · seit 200720. Nov. 2014 · #12
Das Thema ist ernst und es wird leider von vielen sehr unterschätzt. Hier war es eine Teerpad, aber auch die ist was anderes als bei uns. Und Schotterstraßen sind nochmal was anderes. Hoffe sehr, den Betroffenen geht es rasch besser. Sie hatten sehr viel Glück.
Viele Grüße jaw
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BEbeate1'450 Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #13
Hallo,
ich finde es immer wieder eigenartig, dass dann geschrieben wird "aus unerklärlichen Gründen". Wenn kein Reifenplatzer vorliegt, oder wg. einer technischen Panne die Lenkung versagt (zugegeben, extrem selten), dann kann man wirklich von überhöhter Geschwindigkeit ausgehen. Und das sollte auch jedesmal klar benannt werden. Übrigens auch in Deutschland.
Beate
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #14
beate schrieb:Hallo,
ich finde es immer wieder eigenartig, dass dann geschrieben wird "aus unerklärlichen Gründen". Wenn kein Reifenplatzer vorliegt, oder wg. einer technischen Panne die Lenkung versagt (zugegeben, extrem selten), dann kann man wirklich von überhöhter Geschwindigkeit ausgehen. Und das sollte auch jedesmal klar benannt werden. Übrigens auch in Deutschland.
Beate
Hallo Beate
Unfälle aus "unerklärlichen Gründen" kommen auch in Europa immer häufiger vor. Bei schweren Unfällen werden dann die Mobil Telefone ausgewertet und oft zeigt sich das die Leute am SMS lesen oder schreiben waren...
lg tom
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #15
Tomcat schrieb:
beate schrieb:Hallo,
Unfälle aus "unerklärlichen Gründen" kommen auch in Europa immer häufiger vor. Bei schweren Unfällen werden dann die Mobil Telefone ausgewertet und oft zeigt sich das die Leute am SMS lesen oder schreiben waren...
Ja, das ist leider die letzte "Mode". Das dürfte aber in Namibia nicht der Grund sein, den soweit ich das in Erinnerung hatte, war die Netzabdeckung nicht sooo gut.
Ich fände es trotzdem besser, wenn zB, geschrieben würde: wahrscheinlich wg. überhöhter Geschwindigkeit, oder, in Europa: wahrscheinlich wg. Benutzung des Mobil Fons
etc. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine vorbeugende Wirkung entfalten könnte, da vielleicht doch der Eine oder Andere zum Nachdenken käme. Aber so lange es immer heisst: aus unerklärlichen Gründen, denkt doch jeder, diese "unerklärlichen Gründe" werden bei ihm nie vorkommen.
Beate
Topobär5'479 Beiträge · seit 200920. Nov. 2014 · #16
So etwas nennt man seriöse Berichterstattung. Ich finde es richtig, dass von unerklärlichen Gründen geschrieben wird, anstatt zu spekulieren. Es gibt neben den schon genannten Möglichkeiten noch eine Vielzahl von Gründen, die in Frage kommen könnten. Z.B Sekundenschlaf, Ausweichmanöver, Ablenkung durch Mitfahrer, zu starke Lenkbewegung, etc. Das alles in Kombination mit einem Fahrzeugtyp, den die meisten nicht gewohnt sind.
Da auf Namibia Teerstraßen überwiegend ein Limit von 120km/h gilt, ist überhöhte Geschwindigkeit sogar eher unwahrscheinlich. Wenn dann schon eher unangemessene Geschwindigkeit.
Die Handy und Smartphonesucht nimmt weltweit immer mehr zu und ist eigentlich unerträglich.
Schon schlimm genug, dass sich die Leute in ihrem täglichen Leben nur noch damit beschäftigen, sei es im Restaurant (und sich und ihren Gegenüber gegenseitig anschweigen), im Bus oder sogar bei Events wie Konzerten (für die man im Zweifel auch noch viel Geld bezahlt hat).
Absolut unakzeptabel ist es aber, dies im Straßenverkehr zu tun, da man da nicht nur sich selbst sondern auch andere in Gefahr bringt. Besonders schlimm ist es, wenn es Leute tun die das Beruflich tun (bspw. Bus und Taxifahrer....)
Nachdenkliche Grüße von einem, der sich regelmäßig einem "digital detox" - einer digitalen entgiftung - unterzieht und dann maximal sein altes Nokia Handy (nur Telefon und SMS für den Notfall - kein Email, Facebook und co, ja nicht mal eine Kamera!) mit sich trägt.
lionfight1'324 Beiträge · seit 201320. Nov. 2014 · #18
Fehler passieren jedem Menschen mal beim Auto fahren. Wer von sich behauptet, er fährt fehlerfrei der schwindelt sich selber an. Meist gehen Fehler glimpflich aus. Und manchmal eben nicht. Ablenkung findet doch bei allem statt. Da brauchts kein Handy dazu.
ich finde diese Diskussion eher unpassend.
Gruß! der Joe
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Tomcat1'155 Beiträge · seit 200620. Nov. 2014 · #19
lionfight schrieb:
Meist gehen Fehler glimpflich aus. Und manchmal eben nicht. Ablenkung findet doch bei allem statt. Da brauchts kein Handy dazu.
ich finde diese Diskussion eher unpassend.
..wieso soll diese Diskussion unpassend sein ?
Ablenkung findet immer statt ja.. aber es ist schon ein Unterschied, ob ich kurz ein Werbeplakat anschaue, oder ein SMS tippe und nach unten schauen muss.. ist jedenfalls meine Meinung...
lionfight1'324 Beiträge · seit 201320. Nov. 2014 · #20
Ablenkung ist beides. Genauso wie das umdrehen zum Baby, weil der Schnulli rausgeflogen ist. Man sollte sich nicht abklenken lassen. Aber hand aufs Herz, wem ist es diese Woche noch nicht passiert?
Ich finde die Diskussion nur unpassend, weil wir ja überhaupt nicht wissen, was in diesem Fall der Grund war.
Gruß! der Joe
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