Die Affen rasen durch das Camp

Reisebericht 168 Antworten · 37,2k Aufrufe · gestartet 01. Sept. 2014 von mamba29
Themenstarter835 Beiträge · seit 200611. Sept. 2014 · #62
Die Affen rasen durch das Camp – Teil 8

07.08.2014: Auf nach Elephant Plains

Der Tag begann gleich mit einem ordentlichen Schrecken: Da wir heute nur ca. 1 ½ Stunden Fahrzeit vor uns hatten, wollten wir erst um zehn aufbrechen und daher ein bisschen länger liegen bleiben. Nachdem Mara natürlich im Frühaufwach-Modus war, schickten wir sie mit einem Stapel Bücher nochmals auf ihr Schlafsofa zurück, das neben der Schiebetüre bei der Küche lag.

Plötzlich ein markerschütternder Schrei von unserem Kind. Micha stürmte aus unserem Schlafzimmer in die Küche und sah gerade noch einen mittelgroßen Pavian, der mit unserer Brottüte zur Schiebetür hinausflitze. Mara sass immer noch schreiend da und wir brauchten ein bisschen, um sie wieder zu beruhigen. Der Pavian hatte doch tatsächlich trotz zugezogener Vorhänge (das Brot war von außen nicht zu sehen gewesen) die ziemlich schwergängige Schiebetür geöffnet (Mara brauchte beide Hände und Kraft dazu!) und war in die Küche gekommen, um sich umzusehen.

Da Mara vollkommen mit ihrem Buch beschäftigt gewesen war, hatte sie erst einmal gar nicht mitbekommen, was eigentlich passiert war, bis sie sich auf einmal dem Pavian gegenüber sah. Unser armes Kind. Ich glaube, ich hätte auch gebrüllt. Und ich bin sehr dankbar, dass sie sich nicht schon einen Müsliriegel oder ähnliches aus unseren Vorräten geholt hatte. Ich weiß nicht, wie das Ganze ausgegangen wäre, wenn Mara Essen in ihrer direkten Nähe gehabt hätte. 🤢

Nachdem wir uns aller wieder halbwegs entspannt hatten, machten wir aus unseren kläglichen Resten (immerhin hatten wir noch Müsli) ein kleines Frühstück. Wie gut, dass es auf Elephant Plains Lunch geben sollte.

Als ich beim Schlüssel abgeben vorne an der Rezeption unsere Geschichte erzählte, war die Reaktion doch ziemlich gleichgültig. So was komme eben vor. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht ganz so. Wenn ich Brot offen und sichtbar bei offener Tür herumliegen lasse, bin ich selbst schuld. Wenn der Pavian allerdings von sich aus ohne sichtbares Essen das Haus betritt, um zu suchen, ist das für mich doch ziemlich grenzwertig.

Wir machten uns dann via Orpen Gate auf den Weg nach Elephant Plains. Nachdem wir gestern schon festgestellt hatten, dass es dieses Jahr und um Talamati doch eher tierarm ist, sollte und diese Erkenntnis auch heute begleiten. Bis zum Gate sahen wir nur noch wenige Tiere.

he1f1284.JPG


hb446ed4.JPG


hcedc9f4.JPG


h4fcae32.JPG


Am Gate wurde dann unser Exit-Permit kurzerhand in ein Re-entry-permit umgewandelt, als wir Bescheid sagten, dass wir nach Sabi Sands wieder in den KNP einfahren würden. Dann ging es auf der uns schon bekannten Strecke durch kleine Dörfer und ziemlich schlaglochreiche Gravel-Roads Richtung Gowrie Gate. Dort waren wir bei unseren beiden anderen Aufenthalten auf EP jedes Mal zügig ins Reservat eingefahren. Dieses Mal leider nicht. Wir standen fast 45 Minuten am Gate, bis wir dann endlich an der Reihe waren. 😠

Dann waren wir endlich drin und fuhren die letzten Kilometer nach EP. Wir hatten uns ja schon auf den Gravelroads gefragt, wie wir das 2005 und 2008 jeweils mit einem Polo geschafft hatten, aber spätestens jetzt waren wir uns sicher, dass niemals mehr mit einem solchen Auto fahren zu wollen. Unsere Emma schaffte die Strecke natürlich souverän und problemlos.

Um halb zwei kamen wir dann auf EP an.
Nachdem uns mit EP wunderbare Erinnerungen verbinden (9 verschiedene Leoparden beim letzten Aufenthalt), waren wir natürlich ein bisschen skeptisch, wie es dieses Mal werden würde. Mehr Leos ginge ja wohl kaum. Und wie würde Mara sich anstellen?

Wir hatten zum ersten Mal ein Cottage gebucht, da uns die Luxury Chalets mit Mara doch zu teuer waren. Die Cottages sind zwar einiges kleiner, aber genauso hübsch eingerichtet. Hat alles wunderbar gepasst. Ihr müsst euch allerdings mit Bad-Fotos und allgemeinen Lodgefotos zufrieden geben, beim Rest habe ich das Fotografieren verpasst, bevor wir ausgepackt haben. Und danach sah es nicht mehr so wirklich fotogen aus…

h6a956b0.JPG


h0cd6fce.JPG


hb98a2e2.JPG


ha2e907e.JPG



h8628744.JPG


Die erste positive Überraschung war, dass in den Sommerferien Kinder auf EP offensichtlich keine Seltenheit sind: Es waren einige andere Kinder anwesend und es gab für Lunch und Dinner eine spezielle Kinderspeisekarte.

Nach dem leckeren Lunch (das wir immer deutlich besser als das Abendessen finden, aber wir sind ja nicht zum Essen dort) und einer kleinen Ruhepause ging es um halb vier auf den ersten Gamedrive.

Wunschgemäß mit Morné als Ranger und Derrick als Tracker. Das hatten wir im Vorfeld per E-Mails so vereinbart. Nachdem so viele Kinder anwesend waren, hatten wir eigentlich damit gerechnet, in einem reinen Kinderauto zu landen. Aber falsch gedacht: Mara war das einzige Kind an Bord. Wir saßen zusammen mit zwei Paaren aus England und einem italienischen Pärchen.
Kennt ihr das, wenn man jemand trifft und es von der ersten Sekunde an passt es? So ging es uns mit den Engländern. Keine komischen Blicke wegen Mara, sondern eine supernette Begrüßung. Wir hatten in den folgenden vier Gamedrives jede Menge Spaß miteinander. Auch Morné und Derrick kümmerten sich super um Mara.

Die Engländer erzählten uns noch total begeistert, dass sie am Vortag Wild Dogs gesehen hätten und auch schon zwei Leopardenbegegnungen gehabt hätten. Wir grinsten Morné nur vielsagend an und er versprach, sein Bestes zu tun.

Und jetzt genießt einfach mit uns die Bilder uns unserem ersten Gamedrive auf EP.

Zuerst gab es Elefantennahkontakt. Wir hätten völlig problemlos den Arm zum Streicheln austrecken können. Maras Neugier in Sachen Elefantentoilette wurde auch befriedigt, als eine Elefantendame diese in unmittelbarer Nähe zu uns erledigte…. 😉

hcd11c51.JPG


h2b6813d.JPG


h297b4ce.JPG


hd0a2ad6.JPG


hf875a27.JPG


hc6fa498.JPG


Danach durften wir dann die Breakaway-Pride kennenlernen. Das Löwenrudel besteht aus 14 Tieren, davon 3 Männchen, der Rest sind Weibchen und nicht mehr ganz kleine Cubs. Auch wenn die Dunkelheit das Fotografieren natürlich schwierig machte, war es ein unglaublich tolles Erlebnis. So viele Löwen hatten wir noch nie gleichzeitig.

h65beba3.JPG


h1f3c06b.JPG


h7492f4d.JPG


h243fb2e.JPG


h2de4029.JPG


h038f9df.JPG


h6e47f77.JPG


Mara hielt den ganzen Gamedrive super durch und war von den Nahbegegnungen mit den Tieren total begeistert. Außerdem fand sie es natürlich klasse, im offenen Auto neben Mama und Papa durch die Gegend gefahren zu werden. Später mussten wir uns dann anhören, unsere Touren mit Emma seinen keine richtigen Gamedrives, das könnten nur die Rancher… 😉

In der Lodge richteten wir uns kurz und dann gab es schon Abendessen in der feuerbeschienenen Boma. Mara war von dem langen Tag und den tollen Erlebnissen so erschöpft, dass sie nach dem Hauptgericht auf ihrem Stuhl eingeschlafen ist. Nicht mal die Aussicht auf ein Eis konnte sie mehr wachhalten. Super war, dass dann auch unser Dessert schnell serviert wurde, nachdem man mitbekommen hatte, dass Mara eingeschlafen war, so dass wir bald mit Mara auf dem Arm den recht weiten Weg in unser Chalet antreten konnten. Noch schnell die Fotoausrüstung für morgen gerichtet, die warmen Klamotten rausgelegt und dann sind wir auch in unserem hübschen Himmelbett verschwunden.

LG
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
zuletzt bearbeitet 20. Sept. 2014
1'127 Beiträge · seit 201111. Sept. 2014 · #63
Geht doch 🙂 .... schön, dass es weitergeht.

Das mit einem Pavian in der Hütte ist meinen Bruder (bei seinem ersten Besuch in Afrika) im KNP übrigens auch passiert. Zwar nicht in Talamati, ich weiß allerdings auch nicht in welchem Camp.
Er und sein Freund haben damals auch einen riesen großen Schreck bekommen, zumal der Affe, als die beiden in das Zimmer kamen in dem sich der Affe befand, zuerst nicht den Ausgang wiedergefunden hat 😵 .

Wow 🤩 , soviele Löwen gleich am ersten Abend auf EP. Also beim nächsten Mal bestellen wir dann auch Morné vor 😉 .

Liebe Grüße

Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
1'674 Beiträge · seit 201211. Sept. 2014 · #64
Liebe Susanne,

ich verstehe deinen Schrecken mit dem Pavian voll und ganz.

Aber:
Wenn ich Brot offen und sichtbar bei offener Tür herumliegen lasse, bin ich selbst schuld. Wenn der Pavian allerdings von sich aus ohne sichtbares Essen das Haus betritt, um zu suchen, ist das für mich doch ziemlich grenzwertig.
Ich verstehe hier deine Aussage nicht. Was heißt grenzwertig? Auch der Krüger ist kein Zoo und mit freilaufenden Tieren musst du eben rechnen. Denke dewegen fahrt ihr ja auch hin.

Das sieht man ja auch an den vielen schönen Sichtungen, die ihr gemacht habt.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
751 Beiträge · seit 201112. Sept. 2014 · #65
Hallo Susanne,

es tut so richtig gut deinen Bericht zu lesen!
Wir haben nur 3 Wochen nach euch eine ähnliche Tour gemacht (Shimuvini, Biyamiti etc. und ebenfalls EP) und somit genieße ich deine Ausführungen und Bilder nochmals mehr.
Meine Bewunderung für die zeitnahe Umsetzung hast du sowieso.

Bei den Affenerlebnissen im Camp kann ich euren Schrecken voll verstehen. Grüne Meerkatzen gehen ja vielleicht noch, aber Paviane sind ein anderes Kaliber. Ich finde auch, dass in den Camps noch zu wenig gewarnt wird, wie dreist die Paviane sein können. (Uns hat es bei unserem allerletzten Camp in Lower Sabie aber so was von erwischt: die Affen haben das Gitter rausgerissen um an den Müll bzw. Tüten ranzukommen - das war ein Dreck)

Bin gespannt auf weitere EP Erlebnisse (wir hatten Ranger Louis, den ich leider nicht weiterempfehlen würde).
Herzliche Grüße,
speed

P.S. Uns verbindet übrigens auch ein erst kurz vor dem Urlaub zugelegtes Tamron 150-600 😉
1'680 Beiträge · seit 200712. Sept. 2014 · #66
speed66 schrieb:Ich finde auch, dass in den Camps noch zu wenig gewarnt wird, wie dreist die Paviane sein können.
*hm* in allen Camps und meist auch in den Unterkünften selber stehen Hinweisschilder "Don't feed Wild Animals - we have a Primate Problem" und ich bin mir sicher, dass mit "Primate" nicht die Affen gemeint sind 😉 - denn solange es immer noch Touris gibt, die die Affen bewusst füttern, so lange darf man sich nicht wundern, wenn sie sich ihre Nahrung direkt in den Unterkünften suchen, nicht umsonst gibt es auch die Anweisungen, Kühlschränke mit der Tür gegen die Wand zu stellen (sofern nicht eh schon hinter Gittern), keine Nahrung sichtbar zu lagern, bei den Zelten bei Abwesenheit die Planen runter zu machen und generell die Türen zu verschliessen/abzuschliessen

Mein "heftigstes" Erlebnis hatte ich dabei mal in Biyamiti - Nachbarn füttern erst die Vervets, um sich dann zu wundern, dass sie ihnen die Küche/Bude ausgeräumt haben - mittlerweile habe ich kein Problem mehr damit, derartige "Primates" an der Rezeption zu melden.
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
zuletzt bearbeitet 12. Sept. 2014
1'242 Beiträge · seit 200912. Sept. 2014 · #67
Huhu Susanne,

danke für die schönen Erinnerungen die du mit deinem Bericht über das Elephant Plains Camp in mir weckst 🤪 🤪 🤪 . Löwen haben wir hier leider keinen einzigen gesehen 😐 .

LG Lil
Namibia das 1. Mal http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/163129-namibia-das-1-mal-reisebericht.html Endlich Hippos - SA 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280235-endlich-hippos-sa-2013.html ZIM - BOT 2014 Träume werden wahr http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283689-zim-bot-2014-traeume-werden-wahr.html
Themenstarter835 Beiträge · seit 200612. Sept. 2014 · #68
Hallo Dagmar,
take-off schrieb:
Ich verstehe hier deine Aussage nicht. Was heißt grenzwertig? Auch der Krüger ist kein Zoo und mit freilaufenden Tieren musst du eben rechnen. Denke dewegen fahrt ihr ja auch hin.

Das sieht man ja auch an den vielen schönen Sichtungen, die ihr gemacht habt.
Sorry, aber weder mein Mann noch ich können Deine Aussage nachvollziehen: Ich habe hier nicht über ein Erlebnis mit einem freilaufenden Tier berichtet. Ich habe davon berichtet, dass ein Pavian trotz geschlossener Tür, vorgezogenen Vorhängen und nicht sichtbaren Lebensmitteln in unseren Bungalow eingebrochen ist. Das wäre dasselbe, wie wenn ein Pavian beim Campen die Tür eines Autos öffnet und das Auto ausräumen würde.

Das hat für mich absolut nichts mit freilaufenden Tieren zu tun. Ich möchte davon ausgehen können, dass ich im Inneren eines Gebäudes oder auch Autos vor solchen Besuchen sicher bin, wenn ich die Türen geschlossen habe und Lebensmittel außerhalb dem Sichtfeld der Tiere sind.
Ist das nicht gegeben, ist die Sitatuon für mich - insbesonder mit dem Umstand, dass Mara hier durchaus etwas passieren hätte können - grenzwertig.

Wenn mir bewußt gewesen wäre, dass mit solchen Situation zu rechen ist, hätte ich Mara mit Sicherheit nicht alleine in Tür- und Küchennähe schlafen lassen. Aber in den acht Afrikareisen, die ich bislang gemacht haben, habe ich etwas noch nicht erlebt und konnte mir das bis Talamati auch nicht vorstellen.

Und das kann für mich auch nicht mit besonders schönen Sichtungen kompensiert werden.

Gruss,
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
Themenstarter835 Beiträge · seit 200612. Sept. 2014 · #69
Die Affen rasen durch das Camp – Teil 9

08.08.2014: Leo verzweifelt gesucht…

Auch wenn wir gestern ein bisschen traurig waren, dass der erste Gamedrive ohne Leo-Sichtung zu Ende gegangen war, waren wir doch völlig überzeugt davon, dass wir heute Morgen natürlich einem über den Weg laufen würden. Oder er uns. Wie auch immer. Hauptsache Leo. Deshalb waren wir schließlich da.

Kurz vor sechs waren wir komplett abfahrbereit, sogar die Italiener waren superpünktlich. Bevor wir starteten, teilte Morné noch Wärmflaschen aus. Dass es ziemlich kalt sein würde, war klar, aber der starke Nebel, der uns umgab, hat mich dann doch etwas überrascht. Durch den Nebel waren überall wunderbare Spinnennetze zu sehen. Leider habe ich keine Bilder davon, weil Morné auf seiner Suche nach unserem Leo doch ziemlich zügig unterwegs war und wir für solche Sachen leider keine Zeit hatten. 🙁

Nur das das mit dem Leo leider nichts wurde. Derrick fand zwar Abdrücke im Sand, aber die verliefen sich dann relativ schnell unauffindbar im Busch. Auch sonst war der Drive abgesehen von einigen Impalas erst mal ziemlich tierarm. Ich hatte den Eindruck, Morné war schon ganz froh, uns nach einer Weile ein ziemlich im Busch stehendes und von Nebelfetzen umwabertes Nashorn zeigen zu können. War zwar unsere erstes dieses Jahr, aber angesichts der schlechten Sicht gibt es kein Foto.
Danach gab es dann noch einen hübschen Wasserbock,

h1740ad2.JPG



bis wir nach einer Kurve dann auf zwei Hyänen stießen.

h266164b.JPG


Ich habe in diesem Urlaub eindeutig meine Begeisterung für Hyänen entdeckt, auch wenn eine Begegnung dann doch etwas näher war, als ich mir das so gewünscht hätte. Aber dazu später mehr…

Danach kam dann geraume Zeit nichts mehr. Anscheinend hatte unsere Sichtungsfee das Kommando über das gesamte Auto übernommen. Nach einem Funkspruch erhellte sich Mornés Gesicht und er fuhr zügig los. Wir schauten uns schon begeistert an: Leosichtung? Nee, aber das Löwenrudel von gestern Abend war wieder aufgetaucht:

h069f648.JPG


h44c495d.JPG


hb485a8d.JPG


ha66eb94.JPG


hc2a04f5.JPG


h4a97e20.JPG


Danach ging es zurück in die Lodge zum Frühstücken und relaxen bis zum Nachmittagsdrive. Zwischendrin konnten wir noch von unserer Terrasse aus eine große Elefantenherde am Wasserloch unterhalb der Lodge beobachten.

ha71942c.JPG


Um halb vier ging es wieder los. Ich weiß selbst, dass es doof ist, aber ich war nicht wirklich entspannt. Mein Hauptbeweggrund nach EP zu kommen, waren die Leoparden gewesen. 2008 hatten wir hier wunderschöne Bilder gemacht und waren natürlich davon ausgegangen, dass wir dieses Mal wieder gute Möglichkeiten bekommen würden. Vielleicht keine neun verschiedenen Tiere, aber zwei oder drei wären ja auch schon sehr schön gewesen. Nun war aber schon die Hälfte unserer Drives rum und Morné sagte ganz offen, dass sie im Moment keinerlei Leospuren hätten, unsere Chancen also auch heute Nachmittag eher schlecht wären. So war es dann auch. Aber dafür gab es die eine oder andere schöne andere Begegnung:


h0c4b823.JPG


h8727895.JPG


h0d1d81b.JPG


h4a97cf6.JPG


hdf1fbe8.JPG


h5ee1796.JPG


hcccb064.JPG



hbf50316.JPG


Damit ging der Tag für uns ein bisschen traurig zu Ende. Klar, es waren sehr schöne Sichtungen, das mag ich keinesfalls in Abrede stellen, und ich mag auch nicht undankbar erscheinen (auch wenn ich es für den ein oder anderen jetzt definitiv tue), aber es war einfach nicht das, was wir uns gewünscht hatten.

Morgen steht der letzte Leo-Such-Versuch an, dann geht es über Hazyview weiter nach Biyamtiti.

Fazit Elephant Plains: Wir konnten zu 2008 keine großen Veränderungen feststellen, außer, ja außer dem Punkt, der uns auch dazu bringen wird, nicht mehr hierher zu kommen: Die Leosichtungen sind auf EP in letzter Zeit deutlich weniger geworden. EP war für uns quasi Leogarantie.Sowohl 2005 als auch 2008 hatten wir hier richtig viel Glück. Und zwar nicht nur eine kurz und vielleicht sogar noch ungünstig-Begegnung, sondern tolle Beobachtungsmöglichkeiten. Nachdem aber unser Lieblingsleo Tyson weitergezogen ist und sich auch aus den Sichtungsberichten von EP (die ich ab unserer Buchung letzten August verfolgt habe) rauslesen lässt, das Leosichtungen nicht mehr wie früher zum absoluten Normalprogramm gehören, wollen wir unser Glück nächstes Mal woanders versuchen. Ich weiß, Sichtungen sind glücksabhängig. Überall. Und trotzdem steht für das nächste Mal wohl Ngala auf meiner Wunschliste.

Noch eine Anmerkung zum Thema Kinder: EP ist eine der ganz wenigen Lodges, die gar keine Altersbeschränkung hat. Ob das sinnvoll ist, weiß ich auch nicht, aber ich fand es jedenfalls sehr angenehm, wie vollkommen selbstverständlich Kinder auf EP behandelt worden sind. Es war auch von Seiten der anderen Gäste zu keinem Zeitpunkt der Eindruck zu verspüren, sie würden sich an den anwesenden (und sich alle durchweg gut benehmenden) Kindern stören. Das war für uns eine sehr positive Erfahrung.
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
zuletzt bearbeitet 12. Sept. 2014
1'362 Beiträge · seit 201112. Sept. 2014 · #70
Huhu Susanne,

OK, kein Leo ist blöd 😵 , aber der ist doch so was von knuffig 😁 😁 !!
mamba29 schrieb: [

h4a97e20.JPG


LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
Themenstarter835 Beiträge · seit 200612. Sept. 2014 · #71
Hallo Nane,

ja, der ist ohne Zweifel total süss (wahrscheinlich wäre ihm Bele auch gleich verfallen ... 😎 ). Es waren auch die ersten Löwenjungtiere, die wir auf unseren Reisen gesehen haben. Von daher: Wirklich ein tolles Erlebnis. 🙂

Aber das mit den Leos hat hat schon genagt, weil wir ja extra deshalb hergekommen sind. Uns war zwar klar, dass wir das Wahnsinnserlebnis von 2008 wohl nicht mehr haben würden, aber einfach gar nichts? Aber es gibt ja noch einen vierten Gamedrive, der uns zumindest ein bisschen zum Lächeln gebracht hat. Dazu mehr im nächsten Teil.

LG
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
751 Beiträge · seit 201113. Sept. 2014 · #72
Hallo Susanne,

da hattet ihr ja noch richtig Glück mit zwei mal Löwen und Hyänen auf EP!

Ich kann deine Eindrücke leider nur bestätigen was die Tiersichtungen betrifft. Unser Ranger meinte, dass sie seit 3 Wochen keine Löwen mehr gesehen haben (das passt ja von der Zeit) und Leos ganz selten (angeblich um diese Jahreszeit) sind. Wir hatten auch zwei Stunden lang gar keine Sichtung und waren über ein einzelnes Kudu froh...
Was mich bei EP gestört hat war, dass das Gebiet doch sehr begrenzt ist und es bei den Fahrten immer wieder hieß, da dürfen wir nicht weiterfahren, da haben wir kein Durchfahrtsrecht etc.

Wie fandet ihr das Essen? Uns hat es auf EP richtig gut geschmeckt (sicher Lunch noch besser als Dinner, aber geschmacklich und die Auswahl war alles super).

Bin gespannt auf die nächsten Tage...
Grüße,
speed
1'242 Beiträge · seit 200914. Sept. 2014 · #73
Huhu Susanne,

ich liebe Hippos, und das Bild hier finde ich einfach nur schön 🤩 .
h8727895.JPG
Wie schade dass ihr so enttäuscht von EP wart 😐 . Und dabei hattet ihr so schöne Löwensichtungen 🤩 . Ich glaube ich
hab´s schon mal hier geschrieben dass wir letztes Jahr keinen einzigen gesehen haben. Dafür hatten wir mehrere Leos auf dem Tagesplan, muss aber dazu sagen, dass die Art der Verfolgung, über Stock und Stein, mich zwischendurch genervt hat 🙁 . Dann war mir unser Leo im KNP, den Jo und ich alleine gefunden haben, doch lieber 🤪 🤪 🤪 .

Freue mich auf die Fortsetzung 😎 .

LG Lil
Namibia das 1. Mal http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/163129-namibia-das-1-mal-reisebericht.html Endlich Hippos - SA 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280235-endlich-hippos-sa-2013.html ZIM - BOT 2014 Träume werden wahr http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283689-zim-bot-2014-traeume-werden-wahr.html
zuletzt bearbeitet 14. Sept. 2014
Themenstarter835 Beiträge · seit 200615. Sept. 2014 · #74
Hallo zusammen,

@speed: Schade zu hören, dass Du meinen Eindruck noch bestätigst. Ich hatte gehofft, dass wir vielleicht nur schlechte Tage erwischt haben. Wie schon geschrieben 2005 und 2008 waren die Sichtungen absolut traumhaft.
Die Durchfahrtsbeschränkungen könnten mir der neu gebauten Lodge in ziemlicher Nähe zu EP zusammenhängen. So hat uns das Morné jedenfalls erzählt. Macht es natürlich auch nicht gerade besser.
Falls ihr trotzdem nochmal hinfahrt: Ich kann Morné als Rancher absolut empfehlen. Eins sehr netter, engagierter Typ mit großem Wissen.

@Lil: Wir sind wahrscheinlich einfach mit zu großen Erwartungen nach EP gefahren. Wenn man von dort so leoverwöhnt ist wie wir, kommt man irgendwie gar nicht auf den Gedanken, dass es so ganz anders sein könnte.
Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit auf EP und haben die Sichtungen auch sehr genossen. Und ein klitzekleines bisschen Leo kommt ja auch noch.

Dass ihr gar keine Löwen gesehen habt, finde ich ja heftig. Über die sind wir auf EP bislang immer nahezu gestolpert (okay, über die Leos in der Vergangenheit quasi auch...). Die quer-durch-den-Busch-Fahrten hatten wir dieses Mal auch wieder. Allerdings gab es nicht mal irgendwas zu sehen. Wenn es nur ein kurzes Stück ist und dann wirkich wars bringt, macht es mir ja nichts aus, aber wir sind teilweise bis zu 15 min quer durch den Busch gehoppelt in der Hoffnung auf irgendwas...

Leos hatten wir dieses Jahr im KNP gar keine selbst. Aber dafür anderweitiges Katzenglück... 🤩

Danke auch an alle Danke-Button-Drücker, ihr motiviert zum Weiterschreiben!

Heute abend oder morgen geht es weiter,

LG
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
1'324 Beiträge · seit 201315. Sept. 2014 · #75
Jetzt bin ich auch auf dem Laufenden.
Sehr interessant, was Du über EP schreibst.
Stand auch auf meiner Liste ganz oben, da es noch einigermaßen bezahlbar ist.

Ich glaube aber, dass man einfach realistisch sein muss. Tierbeobachtung ist kein Wunschkonzert. Tiere kommen und gehen. You'll never know.
Es gehört immer auch eine gehörige Portion Glück dazu. Es gibt immer wieder Tage, da sieht man nichts.
Wir hatten dieses Jahr in Timbavati binnen 24h die Big 5.
In Balule hatten wir dafür 11 Löwen und schwarze Nashörner, dafür keine weißen.
Glück kommt und geht.
Wenn man hohe Erwartungen hat, dann kann man oft nur enttäuscht werden.

Wir haben dieses Jahr auch viele Erfahrungen mit Kindern gemacht (meiner ist inzwischen 15, da ist es doch anders). Wie immer "von bis". Furchtbare Schnatterkinder, die ununterbrochen gegessen haben, ein indisches Kind, das ständig auf alle Tiere und Menschen mit irgendwas aus Plastik geschossen hat, aber auch wunderbare Erfahrungen.

Einen Leopard zu sehen ist immer was Besonderes. Das sollte man sich einfach immer wieder klar machen.

Danke für Deine Offenheit in dem schönen Bericht.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Themenstarter835 Beiträge · seit 200616. Sept. 2014 · #76
Die Affen rasen durch das Camp – Teil 10

10.08.2014: Weiter nach Biyamiti

Unser letzter Gamedrive auf Elephant Plains stand an. Mit einer Mischung aus Hoffnung und Resignation stiegen wir kurz vor sechs ins Fahrzeug. Ob es wohl heute noch mit unserem Leo klappen würde?

Um es kurz zu machen: Es war der langweiligste Gamedrive, den wir je auf Elephant Plains erlebt haben und ja, es hat mit unserem Leo noch geklappt. Und zwar unmittelbar vor Ende des Drives. Vorher sind war fast sichtungslos 3 Stunden durch die Gegend gefahren. Allerdings hatten wir den Leo nur für insgesamt gerade mal 30 Sekunden, dann war Nsele, die junge Leopardendame, wieder im Busch verschwunden. Wenn Derrick allerdings nicht ausgestiegen wäre und sie zu Fuß verfolgt hätte, wären uns nicht mal diese 30 Sekunden vergönnt gewesen. Nach der Erstsichtung hat sie sich nämlich unverzüglich in die Büsche geschlagen und wir mussten sie erst mal suchen.

Hier die Fotos unserer Kurzbegegnung:


h090cadc.JPG


h4504dd4.JPG


h5140cf8.JPG


h5632878.JPG


Nach dem leckeren Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und Micha fing an, sie zusammen mit Andrew zum Auto zu bringen. Beim Anblick unserer frischgewaschenen Emma fiel Micha plötzlich unser Dachproblem ein und er fragte Andrew, ob sie hier vielleicht einen passenden Schraubenschlüssel hätten. Gab es. 🙂 Damit war das Cabrio-Feeling gebannt. Vorher musste Micha allerdings noch kurz einen kleinen Badesee bekämpfen. Offensichtlich war unser Dach nämlich nicht nur schlecht befestigt, sondern auch undicht. Das Waschen von Emma hat uns auch eine unfreiwillige Innenreinigung des Kofferraums beschert. Unser Picknickkorb und unsere Lebensmitteltüten, einfach alles, was wir im Auto gelassen hatten, war in einem Zustand zwischen feucht und nass. 😕

Nachdem wir im Moment nicht viel ausrichten konnten, liessen wir alles, wie es war und beschlossen, uns dem Problem in Biyamiti zu stellen.

Gegen halb elf brachten wir von Elephant Plains auf. Auch wenn der letzte Gamedrive jetzt nicht so toll war (Leo mal ausgenommen!) und unsere Wünsche nicht vollständig wahr geworden sind, wären wir noch gerne eine oder zwei Nächte geblieben. Es war schön erholsam, sich versorgen zu lassen und nichts tun zu müssen. In Sachen Leos hätte es uns aber nichts gebracht, wie ich später erfahren habe. Die nächste Leosichtung war erst wieder drei Tage später… 🙁

Erstes Zwischenziel sollte Hazyview sein, wo wir unsere Vorräte aufstocken wollten und dann über das Phabeni-Gate wieder in den Park einfahren wollten.

Kurz nach dem Gowrie-Gate war unser Navi dann anderer Meinung als die Papierkarte, die ich von Elephant Plains hatte. Während ich brav nach Plan über Hluvukani und Arcornhoek auf die R 40 fahren wollte, war unser Navi der Meinung, es gäbe eine kürzere Variante über namenlose Gravelroads. Ich war klar dagegen, aber Micha war der Meinung, das Navi würde das schon schaffen. So lernten wir jede Menge südafrikanische Kleinstdörfer kennen, in die sich ansonsten wohl kaum ein Tourist verirrt. Ich fühlte mich jedenfalls ähnlich besichtigt wie so manches Tier im Sabi Sands Reserve. Spannend war zudem auch, dass heute Womens Day war, so dass das ganze Dorf (oft mit große Mengen Alkohol) auf der Straße war. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass unsere Navi nicht jede Kreuzung ansagen wollte, sondern wir uns ab und an anhand des GPS-Punkts auf der Karte entscheiden mussten, welche Richtung jetzt die richtige ist, lief es eigentlich ganz gut. Ich vermute zwar, dass der offizielle Weg über Hluvukani im Endeffekt kürzer gewesen wäre, aber so eine südafrikanische Überlandtour hat auch was. Irgendwann erreichten wir dann wieder Zivilisation mit Schildern und Handyempfang und konnten so ungefähr bestimmen, wo wir eigentlich waren.

Um kurz nach eins kamen wir in Hazyview an und beschlossen, erst einmal in Ruhe Mittagessen zu gehen, nachdem wir im Pionieers sowieso wieder Fleisch kaufen wollten.

hb0281ef.JPG


Danach fuhren wir noch zum Checkers und zum Liqour Store, um unsere Vorräte aufzufrischen. Gegen viertel vor drei ging es dann wieder in den Park. Laut Navi hatten wir rund 2 3/4 Stunden Fahrt vor uns. Nachdem wir spätestens um sechs im Camp sein mussten kein großer Zeitpuffer, aber machbar, wenn wir keine größeren Stops einlegen.

Der erste Stop kam allerdings schon nach wenigen Minuten. Einige Kilometer hinter der Kreuzung S 1 und S 3 Richtung Pretoriuskop lag dieses nette Kätzchen im Gebüsch:

hddec69d.JPG


hd046eaa.JPG


Unsere erste richtige Cheeta im KNP. 🤪 🤪 Vor zwei Jahren hatte ich ja nur Ohren zwischen Gräsern herausragen sehen. Wir waren total begeistert. Auch wenn das mit den Leos dieses Jahr nicht so ganz klappte, hatten wir ansonsten wirkliches Katzenglück. 🙂

Leider tickte die Uhr unerbittlich weiter und wir trennten uns schweren Herzens von unserem Kätzchen.
Weiter ging es durch wunderschöne Landschaft (ich finde die Landschaft in dieser Ecke des KNP besonders toll) zum Afsaal-Picknickplatz, hinter dem wir dann auf die H2-2 abbogen. Unterwegs immer mal wieder einzelne Elefanten, Kudus, Nyalas und jede Menge Impalas. Landschaftsfotos von dieser Strecke gibt es leider keine (ich hab mich im Nachhinein wirklich geärgert), aber dem wir nicht abschätzen konnten, wie lange wir noch brauchen werden, haben wir auf Fotopausen leider verzichtet. 🙁

Außerdem gab es am Straßenrand jede Menge Nashorntoiletten. Mara fand es total spannend, dass Nashörner im Gegensatz zu Elefanten hier sehr ordentlich sind. Die Besitzer der Toiletten tauchten vorläufig allerdings nicht auf. Das ist uns übrigens im Vergleich zu 2012 auch aufgefallen: Wir haben dieses Jahr im KNP unglaublich wenige Nashörner gesehen.

Als wir dann die Abzweigung zur S 139 erreicht hatten und die Uhr kurz vor fünf anzeigte, ließen wir es entspannter angehen und fuhren im Gamedrivemodus weiter. Das war auch gut so, denn hinter der Kurve gab es sie dann endlich: Nashörner. Und gleich vier Stück im schönen Abendlicht.

hec6dd15.JPG


h0223b1e.JPG


h637432b.JPG


Wenige hundert Meter später wurden wir dann von einem anderen Fahrzeug auf einen Löwen im Gebüsch hingewiesen. Allerdings wurde es da schon langsam dunkel und da der Löwe sich eine relativ buschige Ecke ausgesucht hatte, verzichteten wir auf Fotos. Wir sollten ihn sowieso noch wiedersehen… 🙂

Nach einem Sundownerfoto

h0ad0513.JPG


erreichten wir schließlich um 17:45 Uhr das Camp, wo wir den Bungalow Nummer 8 bekamen. Eine kurze Irritation gab es noch, als mir der Rancher mitteilte, dass der Bungalow lediglich für zwei Erwachsene gebucht sei. Tatsächlich, auf unserer Buchungsbestätigung von Sanparks für alle Camps wurde in Biyamiti Mara vergessen. Das war aber kein Problem, ich zahlte für sie nach und er schickte gleich jemand zu uns, der das Schlafsofa für Mara richtete.

Nachdem wir von unserem Steak-Mittagessen noch satt waren, richtete ich lediglich Mara noch etwas zum Abendessen und lernte dabei gleich unsere Haus-Fledermaus kennen. Auch hier war eine Stirnlampe ziemlich empfehlenswert, das Außenlicht funktionierte wieder nur teilweise.

Danach machten wir noch einen kleinen Taschenlampenspaziergang zum Fluss, wo wir eine Büffelherde in der Dunkelheit erspähten. Wenn auch Tiere mit schlechter Sicht mitzählen, hatten wir heute unseren Big5-Tag. 🙂

Morgen machen wir einen Frühstücksausflug nach Lower Sabi.

LG
Susanne
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
zuletzt bearbeitet 16. Sept. 2014
Themenstarter835 Beiträge · seit 200618. Sept. 2014 · #77
Die Affen rasen durch das Camp – Teil 11

10.08.2014: Ausflug nach Lower Sabie

Wenigstens einmal in diesem Urlaub wollten wir mit Toröffnung starten. So standen wir doch tatsächlich am Sonntagmorgen Punkt sechs Uhr am noch geschlossenen Tor des Biyamiti Camps. Micha schaute auffordernd zu mir rüber: Ich fahre, Du öffnest. Ab wann Mara wohl alt genug ist, um diese Aufgabe an sie abtreten zu können? 😉

Kurz darauf bogen wir auf die S 139 Richtung Lower Sabie ein. Gerade als Micha den Mund aufmachte um anzumerken, dass hier gestern Abend mehr los gewesen wäre als heute Morgen, kam 5 Meter vor unserem Auto ein hübscher männlicher Löwe aus dem Gebüsch, überquerte die Straße ohne uns auch nur anzuschauen und war dann im Gebüsch auf der anderen Seite wieder spurlos verschwunden. Das Ganze ging so schnell, dass es leider kein Bild von ihm gibt. Mara schaffte es gerade noch, völlig überrascht „Löwe“ zu sagen. Ein wirklich toller Tagesanfang.

Kurz darauf ging dann auch wunderschön farbenfroh die Sonne auf:

h9067b54.JPG


hb997bdd.JPG


Gaukler

Kaum waren wir auf der H4-2, stießen wir auf eine Strassensperre der besonderen Art:

haa035ba.JPG


head590f.JPG


Danach ging es weiter zum Sunset-Dam beim Lower Sabie –Camp, ein eigentlich immer lohnendes Ziel. So auch dieses Mal:


h7a2b473.JPG


hecbff6a.JPG


hf64143c.JPG


h25afe65.JPG



Neben dem Damm konnten wir noch eine Warzenschweinfamilie auf Sonntagsauflug beobachten. Allerdings waren auch diese wie quasi alle Warzenschweine im KNP (die in Kwazulu-Natal sind viel entspannter) total unruhig und quasi nur auf der Flucht zu fotografieren:

h371b063.JPG


h772114d.JPG


Danach ging es zu einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück zu Mugg & Bean im Camp. Auch wenn das Restaurant recht groß ist und es aufgrund des Sonntags wahrscheinlich noch ein bisschen voller war als sonst: Ich finde es wunderbar, in LS auf der Terrasse zu sitzen, einen dieser extrem leckeren Milchshakes zu trinken und den Fluss zu beobachten.

h29a9d4c.JPG


Zu sehen gab es u.a. zwei Büffel, die am Ufer grasten. Da beide ziemlich weit im Busch steckten, haben wir auf ein Beweisfoto verzichtet.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Heimweg.

Fortsetzung folgt im Laufe des Tages.....
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
zuletzt bearbeitet 18. Sept. 2014
5'479 Beiträge · seit 200918. Sept. 2014 · #78
Bei dem Raubvogel handelt es sich um einen Gaukler.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter835 Beiträge · seit 200618. Sept. 2014 · #79
Und weiter geht es:

Erster Stop war diese Löwendame, die es sich am Flußufer bequem gemacht hatte:

h2d28d33.JPG


Kurz danach entdeckte Micha einen Adler mit Beute,

h0dcd345.JPG


h13d0e27.JPG


hb8a1349.JPG


Kampfadler

während von der anderen Seite eine Giraffe neugierig zu uns ins Auto schaute:

h0542ec3.JPG


Weiter gings vorbei an einer Elefantenfamilie

h5e02db1.JPG


zum Gezantfombi-Damm, an dem wieder viel Besuch herrschte:

h1d9e54b.JPG


he634dab.JPG


hbef4826.JPG


hc389221.JPG


h541aac8.JPG


(Ich finde das struppige Zebra-Mädchen so süß...)

Kurz vor der Abbiegung auf den Crocodile-River-Weg konnten wir nochmals Elefanten bei einer kleinen Wasserdurchquerung beobachten:

hfcc2d45.JPG


h5031bb1.JPG


Der kurze Abstecher zum Hippo-Pool brachte keine besonderen Sichtungen, so dass wir gegen 13 Uhr nach einer schönen Vormittagstour wieder im Camp ankamen.

Unterwegs kam von Micha allerdings die Überlegung: Wenn es im Park ungefähr 150000 Impals gibt und ungefähr 1000 Leoparden, dann müssten wir doch ca. alle 150 Impalas auch mal einen Leo sehen, oder? Ihr merkt schon, Statisiken und Hochrechnungen funktionieren hier nicht so wirklich... 😉

Während Micha sich ein bisschen zum Lesen hinsetzte, steuerten Mara und ich den Birdhide an und versuchten, Flugfotos eines Fisheagles zu machen:

hc71533d.JPG


h8ab03a7.JPG


Nachdem wir das Mittagessen hatten ausfallen lassen, entschieden wir uns trotz Michas Bedenken wegen der Affen dazu, schon gegen vier zu Grillen und danach nochmals eine kleine Runde auf der S 139 zu fahren.
Kaum hatten wir angefangen, unsere Lebensmittel auszupacken, waren die velvet monkeys sofort da. Da wir ja schon wussten, dass Mara für die Affen keinerlei wahrnehmbares Hindernis darstellte, blieb grundsätzlich einer von uns bei Mara und unserem vorzubereitenden Essen, während unsere Steinschleuder demonstrativ auf dem Tisch lag. Dieses Mal kamen wir ohne Verluste davon. 🙂

Um kurz vor fünf brachen wir zu einer kleinen Runde auf. Wir wollten nochmals Ausschau nach den gestrigen Nashörner halten, aber im Gegensatz zu gestern war die Straße heute ziemlich ruhig, so dass wir uns mehr am schönen Sonnenuntergang erfreuten.

h9335c7c.JPG


ha209925.JPG


Zurück im Camp lockte uns der an diesem Abend besonders große Mond,

he8213f8.JPG


bevor wir den Abenden in unserer üblichen Weise beendeten.

Morgen verlassen wir den KNP und fahren weiter nach Swaziland.
Fazit Biyamiti: Das könnte glatt mein Lieblingscamp werden. Schön, ruhig, relativ tierreiche Umgebung. Wir haben uns sehr wohlgefühlt. Allerdings würde ich das nächste Mal zusätzlich zwei Nächte in Lower Sabie buchen.
Wo sind all die Elefanten hin, SA 2012, Die Affen rasen durch das Camp, SA 2014, Something old, something new, something borrowed, SA/NAM 2016
zuletzt bearbeitet 18. Sept. 2014
1'366 Beiträge · seit 201118. Sept. 2014 · #80
mamba29 schrieb:Kurz danach entdeckte Micha einen Adler mit Beute,

h0dcd345.JPG

(Bestimmungshilfe, bitte!)
.
Dürfte ein Kampfadler (martial eagle/ Polemaetus bellicosus) sein.

Gruß

Thorsten
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway